Autor: Gerd Junker 25. Oktober 2019

Positives vom Spanien-Solarpark-Fall: Voigt & Collegen erstreitet 41 Millionen Euro

Das Erneuerbare Energien Gesetz aus Deutschland feierte vor rund 10 Jahren große Erfolge. Es war die Grundlage für Boom bei der Errichtung von Photovoltaik-Anlagen auf deutschen Dächern und Konversionsflächen, also zum Beispiel entlang der Autobahn oder auf verlassenen Militärgeländen.

 

Es rief Nachahmer auf den Plan, zum Beispiel Spanien. Die dortige jährliche Sonneneinstrahlung ist höher als in Deutschland, es war also durchaus sinnvoll, dort Photovoltaik-Anlagen zu errichten. So flossen auch Gelder deutscher Anleger nach Spanien, um die dort sogar auf 25 Jahre festgelegte Förderung zu nutzen und der Umwelt etwas Gutes zu tun.

 

Was dann in der Euro- und Finanzkrise geschah, hielt man bis dahin für unmöglich: ein EU-Mitgliedsland war so nah am Rande des Zusammenbruchs, dass die damalige Regierung bewusst einen Rechtsbruch beging und die 2 oder 3 Jahre zuvor gegebenen, 25jährigen Förderzusagen, wieder einzukassieren.

 

Die Kürzung war so bemessen, dass die Photovoltaikfonds üblicherweise gerade Ihrem Schuldendienst nachkommen, aber keine Ausschüttungen mehr an die Anleger in den Fonds leisten konnten.

 

Seit dieser Zeit laufen Verhandlungen mit dem spanischen Staat, der mit allen Tricks versucht, sich gegen eine Wiedergutmachung zu wehren. Jetzt kam die Nachricht, dass das internationale Schiedsgericht ICSID ein Schiedsurteil in Höhe von 41 Millionen Euro zugunsten der Voigt & Collegen Fonds SolEs21 und SolEs22 gesprochen hat!

 

Allerdings relativiert Voigt & Collegen: Vor dem Hintergrund dass Spanien in ähnlichen Fälle trotzdem nicht zahlte und dass im Falle er Auszahlung Steuern zu entrichten, der Prozesskostenfinanzierer bezahlt und eine 50-prozentige Sondertilgungen an die Banken zu zahlen seien, müssen sich die Anleger weiter in Geduld üben.

 

Trotzdem: Das Urteil zeigt auf, welches Unrecht hier geschah – Spanien lockte internationale Investoren, um sie kurze später über den Tisch zu ziehen. Dass Spanien weiterhin nicht zahlen möchte, lässt an ein altes Sprichwort erinnern: „In den Süden nur zum Urlaub machen, nie zum Investieren“.

 

 

Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.
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