Autor: Gerd Junker 9. Mai 2016

Rente: Welche Formen der privaten Vorsorge gibt es? Was sind die Unterschiede zwischen Basis-Rente, Riester-Rente und Privater Rente?

Zusammenfassung: Die private Absicherung des Lebensstandards im Alter will gut überlegt sein. Wir erklären die Unterschiede der möglichen Formen wie Riester, Rürup oder Privatrente einfach und für jeden verständlich.

 

Die große Koalition hat das Thema Rente wieder auf den Tisch gebracht. Seit vielen Jahren ist klar, dass die gesetzliche Rente nur noch eine der unterschiedilchen Komponente der Einkünfte im Alter sein wird, zusätzliche Komponenten müssen privat aufgebaut werden. Deshalb wurden unter Bundeskanzler Hr. Schröder und in den Anfangsjahren der Kanzlerschaft von Fr. Merkel grundlegende Reformen eingeführt, die eine private Absicherung (Riesterrente, Basisrente, private Rente) ermöglichen sollten.

 

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Für’s Alter vorsorgen: viele Möglichkeiten sind verfügbar. Nur: welche passt?

Die grundsätzlichen Herausforderungen sind seit Einführung dieser Absicherungs-Wege gleich geblieben: höhere Lebenserwartung und niedrigere Geburtsraten sorgen dafür, dass immer weniger Arbeitnehmer immer mehr Rentner finanzieren müssen. Vor rund 50 Jahren betrug das Verhältnis Arbeitnehmer zu Rentnern 6:1, vor zwei Jahrzehnten noch 2,7:1 und bereits 2030 kommen auf einen Rentner nur noch 2 einzahlende Arbeitnehmer.

 

Zusätzlich hat sich die Rentensituation geändert, denn die erzielbaren Zinsen der Vorsorgeprodukte sind mit Einführung der Niedrigzinsen ebenfalls spürbar gesunken. Die sogenannte Rentenlücke des Einzelnen nimmt also weiter zu.

 

Ich möchte deshalb die gängigen Formen der privaten Altersvorsorge aufzeigen. Dabei verzichte ich auf die Details und vermittle den grundlegenden Überblick. Eine individuelle Beratung kann das natürlich nicht ersetzen, es sollte aber einen guten Überblick geben.

 

 

Welche 3 grundsätzlichen Formen der privaten Altersvorsorge gibt es überhaupt und wie funktionieren diese?

Wer privat vorsorgen möchte kann das auf unterschiedlichste Arten tun. Immobilien kaufen, Aktien kaufen, Sparbriefe bedienen, Oldtimer sammeln, Gold kaufen, Bausparverträge ansparen usw.

 

Die genannten Wege haben allerdings mindestens 1 dieser Nachteile:

 

– man muss sich in dem Themengebiet gut auskennen

– man muss kontinuierlich Zeit aufwenden, um die gewünschten Erfolge zu erzielen

– die Verzinsung ist entweder sehr niedrig oder langfristig schwer kalkulierbar

– es gibt keine “Langlebigkeits-Absicherung”: unter Umständen wird man älter, als das Geld reicht

 

Bequemer und besser kalkulierbar geht die Altersvorsorge deshalb mit dafür vorgesehenen Renten-Verträgen. Alle haben dabei einen Vorteil: die Rentenzahlungen sind Leibrenten, das heißt, sie werden auch tatsächlich bis zum Lebensende gezahlt.

 

Unter den Rentenverträgen gibt es die viele Varianten. Zunächst einmal eingeordnet nach staatlicher Förderung – also zum Beispiel Riesterrente oder Basisrente. Danach nach der Unterscheidung “klassisch” oder “fondsgebunden”. Da die “klassische” Variante allerdings aufgrund der niedrigen Verzinsung kaum noch interessant ist, beziehe ich mich in allen weiteren Ausführungen auf die fondsgebundene Varianten.

 

Hier die grundlegende Übersicht:

 

 

Wie funktioniert’s?

Wie ist die Förderung gestaltet?

Für wen am interessantesten?

Basis-Rente
(= Rürup-Rente)

 

 

 

 

 

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Man zahlt monatliche Beiträge oder Einmalbeiträge ein, und erhält dafür im Ruhestand eine “lebenslange” Rentenzahlung. Die Beiträge zur Basis-Rente können steuerlich geltend gemacht werden. Je nach Steuersatz erstattet der Staat damit rund 20 bis 50 Prozent der Steuern. Achtung: die ausgezahlten Renten sind voll zu versteuern (nachgelagerte Besteuerung) Die absetzbaren Beiträge begrenzt und bei normalen Arbeitnehmern meist schon durch die Einzahlungen in die gesetzlichen Sozialsysteme ausgeschöpft sind, ist die Basis-Rente meist nur  für Selbstständige interessant.

Riester-Rente

 

 

 

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Man zahlt monatliche Beiträge oder Einmalbeiträge ein, und erhält dafür im Ruhestand eine “lebenslange” Rentenzahlung. Auf Wunsch können bis zu 30% zu Rentenbeginn auch als Kapitalausgezahlt werden. Bei voller Einzahlung in den Vertrag zahlt der Staat 154 Euro jährlich an direktem Zuschuss. Für Kinder werden ebenfalls Zuschüsse gezahlt. Zusätzlich “Günstigerprüfung”, d.h. falls die Einzahlungen bei steuerlicher Berücksichtigung mehr Ersparnis gebracht hätten als die Zuschüsse, dann gilt diese Ersparnis. Achtung: die ausgezahlten Renten sind voll zu versteuern (nachgelagerte Besteuerung) Menschen mit vielen Kindern (wegen direkter Zuschüsse) oder Menschen mit hohem persönlichem Steuersatz (wegen Absetzbarkeit).

Private Rente

 

 

mehr-zur-privatrente

Man zahlt monatliche Beiträge oder Einmalbeiträge ein und erhält dafür eine lebenslange Rente, oder Kapitalauszahlungen. Während der Ansparphase keine Besteuerung. In der Auszahlphase niedrige Besteuerung. Wer mit Basis-Rente oder Riester-Rente finanziell nicht gut fährt oder deren Nachteile (mangelnde Flexibilität) nicht akzeptieren möchte, sollte zur Privaten Rente greifen. In der Praxis der für die meisten sinnvollste Weg zum Aufbau einer zusätzlichen Altersvorsorge.

 

 

 

Fazit: Private Rente meist am besten geeignet

Jeder der privat vorsorgt, sollte sich zunächst die Private Rente ansehen. Moderne Verträge sind sehr flexibel: sie lassen jederzeit Zuzahlungen zu, Auszahlungen sind meist ebenfalls jederzeit möglich, eine Kündigung ist in der Ansparphase innerhalb von 30 Tagen durchführbar, und die Kostenquoten sind gering. Auch Erben haben etwas vom privaten Rentenvertrag: das Kapital in der Ansparphase ist praktisch immer vererbbar, in der Rentenphase durch verschiedene Optionen ebenfalls werthaltig (Renten-Garantiezeit, Rest-Kapitalauszahlung, etc.)

 

Auch die Förderung ist attraktiv – die steuerlichen Ersparnisse in der Ansparphase sind hoch, die steuerliche Belastung in der Rentenphase sehr gering.

 

Die Basisrente ist als Abbild der staatlichen Rente gedacht. Sie ist, einmal abgeschlossen, nicht mehr kündbar (lediglich die Beitragszahlungen können eingestellt werden). Sie wird immer als Rente auf Lebenszeit ausgezahlt. Sie ist nicht vererbbar, nicht beleihbar und im Todesfall kann das Vertragskapital für die Angehörigen verloren sein. Sie kann sich über die Absetzbarkeit der Einzahlungen – bei Verheirateten derzeit immerhin bis zu rund 45.000 Euro jährlich – jedoch rechnen. Aber Achtung: im Gegensatz zur gewöhnlichen Besteuerung von Kapitalanlagen wird bei der Basisrente nicht der Gewinn besteuert, sondern die komplette Auszahlung!

 

Die viel gescholtene Riester-Rente überzeugt auch in der Praxis nur selten. Sehr komplizierte Förder-Regeln und hohe Kosten, unter anderem durch unnötige Garantien, machen Sie zum Mauerblümchen. Nur bei vielen Kindern oder hohen individuellen Steuersätzen kann sie interessant sein. Auch hier gilt: im Gegensatz zur gewöhnlichen Besteuerung von Kapitalanlagen wird bei der Riester-Rente nicht der Gewinn besteuert, sondern die komplette Auszahlung!

 

 

 

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Portraitfoto Gerd Junker Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.
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