Autor: Gerd Junker 26. Mai 2011

Retten Sie Ihr Geld Teil 2: Die deutsche Hyperinflation von 1918 bis 1923

Im zweiten Teil unserer losen Serie „Retten Sie Ihr Geld“ möchten wir die Hyperinflation von 1918 bis 1923 betrachten. Außerdem ein paar Tipps, wie Sie mit nachhaltiger Geldanlage Ihr Geld auch über eine Inflation retten können.

 

(Gerne können Sie Teil 1: Wieso Sie Ihr Geld jetzt schützen müssen nochmals nachlesen)

 

Der Beginn der Hyperinflation in Deutschland ist das Ende des ersten Weltkrieges. Denn die erste demokratisch gewählte deutsche Regierung muss Schulden aufnehmen, besonders um die Sozialleistungen für die Kriegsopfer zu finanzieren. Außerdem werden großzügig Subventionen gewährt um die Wirtschaft von der Produktion von Rüstungsgütern auf zivile Produkte  umzustellen. Und der größte Brocken sind wohl die Reparationsforderungen der Siegermächte: sie fordern insgesamt 132 Milliarden Goldmark.

 

Kinder vor Geldstapel

Bei Inflation gibt es viel Geld - aber wenig Geldwert. Sachwerte wie z.B. Waldinvestitionen sind gefragt.

Der Schuldendienst steigt in dramatische Höhen an: 126 % der Staatseinnahmen. Die Notenbank kennt eine Lösung: es wird Geld gedruckt, man entwertet die Mark. Im November 1923 lässt die Notenbank einen Geldschein über 100 Billionen Mark drucken. Der Zahlungsverkehr bricht zusammen, die Hyperinflation (mehr als 50% Entwertung pro Monat) ist da.

 

Die Folgen sind dramatisch, denn sie sorgen für eine Verarmung weiter Teile der Bevölkerung. In nur fünf Jahren sinkt der Reallohn auf nur noch 40% des Vorkriegsniveaus. Dem Anstieg der Preise für Waren und Dienstleistungen können die Löhne nicht folgen. Oftmals zahlen die Unternehmen täglich Löhne und Gehälter aus. Und die Bevölkerung versucht ihr Bargeld schnellstmöglich in Sachwerte zu tauschen – denn am nächsten Tag ist die Markt schon wieder weniger wert.

 

Am schlimmsten trifft es die kleinen Leute. Deren Löhne, Gehälter und Renten steigen nicht schnell genug – müssten sie aber, denn sie werden für das tägliche Leben dringend gebraucht. Selbst Immobilienbesitzer waren häufig betroffen: die Mieteinnahmen stiegen nicht schnelle genug. Oftmals wurden die Immobilien deshalb verkauft – was aber auch nur eine kurze Erleichterung war, da das Bargeld wiederrum schnell an Wert verlor.

 

Gut kamen zum Beispiel Unternehmen weg, die rechtzeitig in Sachanlagen investierten und diese über Kredite finanzierten. Denn nicht nur die Staatsschulden verloren Ihren reellen Wert, sondern auch die Unternehmensschulden verflüchtigten sich in der Inflation.

 

Die Hyperinflation endete mit einem Währungsschnitt – die Goldmark wird im November 1923 abgelöst. Die Kriegsschulden Deutschlands sind mit einem Schlag auf nur noch 16,4 Pfennige weginflationiert worden.

 

Was lässt sich für Ihre nachhaltige Geldanlage daraus lernen: Schulden sind in Inflationsphasen tendenziell gut, haben aber andere Risiken (kann der Schuldendienst immer erbracht werden?). Ansonsten: Geldwerte meiden, Sachwerte suchen!

 

Geldwerte sind z.B. Bargeld, Tagesgeldkonten, Festgelder, Renten oder Anleihen.

 

Sachwerte sind z.B. Aktien und Aktienfonds, Solarfonds, Windkraftfonds, Waldfonds oder Wasserfonds oder Beteiligungen an Projekten.

Weiter informieren? Teil 3 über die Weltwirtschaftskrise 1929-1933.

 

Facebook Like

2 Kommentare zu “Retten Sie Ihr Geld Teil 2: Die deutsche Hyperinflation von 1918 bis 1923”

Kommentar hinzufügen

You must be logged in to post a comment.