Autor: Gerd Junker 11. Februar 2019

Gespräch mit Fondsmanager N. Kaplan: Die Besonderheiten des Rock’n’Roll Fonds von Ökoworld

Zusammenfassung: Grünes Geld Geschäftsführerin Carmen Junker und Geschäftsführer Gerd Junker trafen Nedim Kaplan, Fondsmanager bei Ökoworld. Sie stellten ihm die Fragen, die auch Anleger immer wieder bezüglich Ökoworld Investmentfonds stellen.

 

 

 

v.l.n.r.: Nedim Kaplan, Ökoworld, Carmen Junker, Grünes Geld

1.) Herr Kaplan, Sie arbeiten für Ökoworld und managen dort einen Investmentfonds. Was ist das besondere an Ihrem Fonds, gibt es denn nicht schon ausreichend andere Fonds von DWS, Deka oder Union-Investment?

 

Der Fonds ist als Generationenfonds auf Familienfreundlichkeit und Zukunftsfähigkeit in der Kapitalverwaltung  ausgelegt. Er bietet einen emotionale Ansatz, den andere Anbieter in der Form nicht haben. Sogar von Mitbewerbern  wie Pictet ist zu hören, dass es ÖKOWORLD mit der Rock ´n ´Roll Story gelungen ist, das Marketing  zu emotionalisieren. Der ÖKOWORLD Rock ’n‘ Roll Fonds investiert in Wertpapiere mit einer dynamischen und  dennoch ausgewogenen Anlagepolitik. Die ökologischen, sozialen oder ethischen Ziele der Investments müssen  geeignet sein, sich nachhaltig und zukunftsfähig positiv auf Umwelt und Gesellschaft auszuwirken.  Dazu gehören – neben den Aktien – insbesondere zukunftsfähige Beteiligungen, die Ihr Geld z. B. in  Studentenwohnheime, Kindergärten oder Universtäten investieren.

 

Die Kundinnen und Kunden, die das meiste Geld ungenutzt auf den Konten liegen haben ohne Sinn und Ertrag, das sind die Generationen, die der Elternfonds primär ansprechen soll. Rock ‘n‘Roll soll die Blockade aufbrechen, sein gespartes Geld endlich sinnvoll in Wirtschaftskreisläufe zu integrieren. Die Zielgruppe des Elternfonds war beispielsweise früher in den 60er und 70er Jahren in Bewegung, geistig, politisch, rebellisch. Die Welt war in Bewegung. Vieles Neue entstand. Auch gegen das Establishment, gegen den Starrsinn und die Einbahnstraßen. Mit dem ÖKOWORLD Rock ’n‘ Roll Fonds kann dies nun auf einem anderen Parkett neu gelebt werden. Alte Rebellen von damals, aber natürlich auch die neuen Rebellen von heute, sollen nun über Gesundheit, Bildung und Ernährung in die Zukunft investieren. Für sich persönlich, Kinder und Enkel, für junge Erwachsene.

 

Unsere starke Stock-Picking-Expertise im Bereich von globalen Aktienanlagen wird in einem breiteren Kontext auf eine Multi-Asset-Strategie übertragen. Was bedeuten soll, dass das Fondsmanagement seine Erfahrung im Stock-Picking direkt in ein breites Spektrum von Asset-Klassen (Unternehmensanleihen, Wandelanleihen; Emerging Markets etc.) einbringt. So können wir auf Basis des erfolgreichen Stock-Picking-Ansatzes bspw. Rückschlüsse auf Unternehmens- und Wandelanleihen unseres Aktienuniversums schließen, wo das Fondsmanagement dynamisch auf Fehlbewertungen des Marktes reagiert und gleichzeitig in risikoärmere Ertragsstrategien zurückgreifen kann.

 

Das Fondsmanagement hat auf der Performance-Seite den Anspruch in ertragreichen Aktienjahren auf Augenhöhe  mit reinen globalen Aktienfonds zu sein wie beispielsweise im Jahr 2017. In ertragsschwachen und deutlich volatileren Aktienjahren hingegen wie beispielsweise im Jahr 2018 werden Risiken im Kontext eines dynamisch agierenden globalen Mischfonds deutlich abgebaut, wodurch die Portfoliokonstruktion in risikoärmeren Strategien wie bspw. durch Aufbau der Kassenpositionen und anderen Absicherungsstrategien mündet.

 

2.) Bei Ihrem Fonds sind Anleihen enthalten. Damit lässt sich nach Ansicht vieler im Moment kaum Geld verdienen.  Wäre es nicht interessanter, auf einen reinen Aktienfonds zu setzen?

 

Die Anleihepositionen in unserem ÖKOWORLD ROCK´n´ROLL-Fonds ergeben sich aus unserem dynamischen und vor allem Bottom-Up getriebenen Multi-Asset-Ansatz. Diese Quote passt sich immer der gegebenen Kapitalmarktlage an.

 

Gegen Ende des letzten Quartals im vergangenen Jahr hat sich die Stimmung der Weltwirtschaft abgekühlt. Infolge dieser Abkühlung gab es rund um den Globus einen Stimmungswandel von risikoreichen Assets in risikoärmere Assets. Diesen Umständen kann man als global agierender Fondsmanager nicht tatenlos zusehen, also wurde vor allem im letzten Quartal des vergangenen Jahres von risikoreichen in risikoärmere Assets umgeschichtet. Im Jahr 2017 bestand in unserem ÖKOWORLD ROCK ´n´ ROLL-Fonds wenig Anlass von Aktien in Renten umzuschichten, daher war die Aktienquote in 2018 niedriger.

 

3.) Welche Unternehmen befinden sich in Ihrem Fonds? Können Sie die 3 größte Unternehmen exemplarisch beschreiben, so dass ein Endverbraucher das einordnen kann?

 

Planet Fitness betreibt im Franchise-System mehr als 1.500 Fitness-Studios in den USA, Kanada, Panama, Mexico und in der Dominikanischen Republik. Das Unternehmen möchte ein Ort für alle Menschen sein. Gerade in den USA, aber auch in anderen Ländern, vor dem Hintergrund der Gewichtszunahmen, bietet das Unternehmen eine Möglichkeit für die Menschen, ihre Gesundheit zu verbessern. Neben dem Kerngeschäft lanciert das Unternehmen im Rahmen seines sozialen Engagements „Judgement Free Generation“ beispielsweise viel beachtete Initiativen gegen Mobbing und für Respekt untereinander.

 

Waste Management sammelt als eines der größten Recyclingunternehmen in verschiedenen Regionen der USA Siedlungs-, Gewerbe- und Industrieabfälle und ist eines der größten Recyclingunternehmen in Nordamerika. Nur in wenigen Regionen der USA gibt es eine umfangreiche Mülltrennung. Daher werden insbesondere Altpapier, Metalle, Glas und Kunststoffe von Waste Management in speziellen Sortieranlagen für eine Wiederverwendung der Rohstoffe getrennt. Waste Management bietet auch Beratungs-Dienstleistungen an, um insbesondere Unternehmen bei der Reduzierung der Abfallmengen, bei einer verbesserten Trennung und beim internen Recycling zu unterstützen.

 

American Water Works betreibt Anlagen zur Klärung und Aufbereitung von Trinkwasser und versorgt damit große Teile Nordamerikas und Kanadas. In einigen Versorgungsgebieten ist die Wasserinfrastruktur in die Jahre gekommen. Das Unternehmen investiert intensiv, um undichte Stellen zu schließen und um eine Verschwendung des frischen Trinkwassers zu vermeiden.

 

Zudem ruft American Water Works seine Kunden mit verschiedenen Programmen und Veranstaltungen aktiv zum Wassersparen auf und setzt entsprechende Anreize. Gerade in den USA ist dieses ein ungemein wichtiger Schritt zu einem verantwortungsbewussten Umgang mit Wasser. Immerhin ist der durchschnittliche tägliche Pro-Kopf-Verbrauch dort mit 295 Litern fast 2,5mal so hoch wie in Deutschland.

 

4.) Herr Kaplan, wir danken Ihnen für das interessante Gespräch und wünschen Ihnen weiterhin viel Erfolg.

 

 

 

Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf Xing, Facebook oder Twitter.

 

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