Autor: Gerd Junker 17. Mai 2011

Schattenseiten des blühenden Handels mit dekorativen Blumen

In den fünf Auktionssälen in Aalsmeer/Holland werden pro Tag fast 20 Millionen Schnittblumen und über 2 Millionen Topf- und Grünpflanzen verkauft. Vor Weihnachten, Ostern, Muttertag und Valentinstag steigen die Zahlen sogar noch bis auf das Dreifache. Der Blumenhandel floriert ! Aber auf wessen Kosten ? Die Gewinne werden nicht in den Erzeugerländern wie Kenia, Simbabwe, Kolumbien oder Ecuador gemacht, sondern im Norden. Laut Berechnungen der Initiative Vamos e.v. werden beispielsweise in Kenia am See Naivasha seit 1980 Blumen angebaut. Pro Hektar und Tag werden 60 Kubikmeter Wasser benötigt, das inzwischen für die Trinkwasserversorgung der Bevölkerung fehlt. Zudem wird der See durch Dünger und Pflanzenschutzmittel massiv verunreinigt – die Arbeiterinnen kommen mit diesen von der Weltgesundheitsorganisation als hochgiftig eingestuften Substanzen unmittelbar in Kontakt. Proteste werden gewaltsam unterdrückt. Ähnlich sieht es in den anderen Herstellerländern aus.

Kommerzieller Anbau von dekorativen Blumen - meistens unter Ausbeutung von Mensch und Natur

Blumenkauf mit gutem Gewissen ?

 

Je höher die Nachfrage nach fair gehandelten Schnittblumen, desto mehr wird auch die Produktion dieser Blumen unterstützt und gefördert.

Erkennen kann man fair gehandelte Schnittblumen an folgenden Labeln:

 

Das Flower Label Program (FLP) garantiert umfangreiche festgelegte Standards an sozialen und umweltfreundlichen Kriterien.

 

Auch das Fairtrade Siegel steht für Produkte, die zu fairen Bedingungen gehandelt werden. Fairtrade Partner erhalten zudem eine Prämie, mit der soziale Projekte finanziert werden. Fairtrade Blumen gibt es inzwischen in vielen Supermärkten und bei Blumenketten.

 

Internationale soziale und ökologische Standards sind die Grundlage auch für die Organisation fair flowers fair plants (FFP). 80% der mit dem Siegel FFP versehenen Pflanzen kommen aus den Niederlanden. Ebenfalls von dort kommt das MPS-Siegel, das Züchter, Händler und Exporteure zertifiziert.

 

Das Bioland-Siegel zeichnet deutsche Ökoblumen aus.

 

Durch den Kauf von fair gehandelten Produkten helfen Sie mit, den Lebensstandard der Menschen in den Herstellungsländern entscheidend zu verbessern, angemessene Löhne und Arbeitsbedingungen herzustellen und Kinderarbeit zu vermeiden. Wenn Sie mehr über die Wirkung Ihres angelegten Geldes im sozialen und ökologischen Bereich erfahren möchten, stehen Ihnen die Experten von Grünes Geld gern zur Seite.

 

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