Mit ‘Absicherung Lebensstandard im Alter’ getaggte Artikel

Grüne Altersvorsorge: Rürup-Rente

Montag, 12. Mai 2014

Im ersten Teil unserer Serie grüne Altersvorsorge haben wir uns mit der entstehenden Deckungslücke beschäftigt, im zweiten Teil mit dem Thema Fondssparplan, im dritten Teil mit privaten Rentenversicherungen und im vierten Teil mit der Riester-Rente.  Heute möchte ich Ihnen das Thema Rürup-Rente, oder auch Basisrente genannt, möglichst einfach verständlich erklären. Selbstverständlich geben wir auch konkrete Hinweise, wie man seine Basis-Rente ethisch-ökologisch gestalten kann. Aktuell sind rund 2 Millionen Basisrenten abgeschlossen, die Rente wird also gut angenommen.

 

 

Kaltblüter: kräftige Arbeitspferde wie die Basisrente für die grüne Altersvorsorge

Kräftige Arbeitstiere: Die Basisrente muss ebenfalls zuverlässig und kräftig sein, damit im Alter der Lebensstandard gesichert ist. (Bild: Verena N. / pixelio.de)

 

Was ist eine Rürup-Rente?

Eine Rürup-Rente ist eine Rentenversicherung, bei der durch die Sparbeiträge erheblich Steuern gespart werden können. Einzahlungen bis 20.000 Euro (40.000 Euro bei Ehepartnern) pro Jahr können als Sonderausgaben angesetzt werden, allerdings erst ab 2025 zu 100%. Vorher steigt der Satz jährlich um 2 Prozentpunkte an, im Moment (2014) sind es 78%. In 2015 dann also 80%, in 2016 82%, usw. Angenommen man würde in einem Jahr zum Beispiel 3.600 Euro (also 300 Euro pro Monat) einzahlen, könnten davon als Sonderausgaben 78%, also 2.808 Euro, verwendet werden. Das verminderte „zu versteuernde Einkommen“ reduziert die Steuerzahlungen, man spart in diesem fiktiven Fall zum Beispiel rund 1.400 € im Jahr. Und das Jahr für Jahr für Jahr.

Bei der Rürup-Rente (anderer Begriff: Basisrente) ist die Flexibilität hoch; häufig wird ein überschaubarer monatlicher Beitrag von zum Beispiel 100,00 Euro gewählt und mit Sonderzahlungen gegen Ende des Jahres die Rente angehoben. Das ist problemlos möglich.

 

 

Für wen ist die Rürup-Rente als grüne Altersvorsorge gedacht?

Die Rürup-Rente zielt hauptsächlich auf Selbstständige, die nicht in die gesetzliche Rente einzahlen und auch keine Riesterförderung erhalten. Und gerade dort ist das flexible Modell interessant, bei dem zum Jahresende abhängig von der Entwicklung des Unternehmens, eine größere Sonderzahlung geleistet wird. Generell können aber alle Bundesbürger eine Rürup-Rente abschließen.

 

 

Was sind die Vorteile von Rürup-Rentenverträgen?

–> hohe Steuervorteile in der Ansparphase

–> hohe Flexibilität bei Einzahlung (zum Beispiel mit Zuzahlungen)

–> Auswahl Garantieprodukt oder renditestark in Fondspolicen

 

 

Was sind die wesentlichen Nachteile von Rürup-Rentenverträgen?

–> Rentenzahlungen sind erst ab dem 62. Lebensjahr möglich

–> ausschließlich Leibrente als Auszahlung: das heißt, immer nur eine bis zum Lebensende reichende, monatliche Rentenzahlung (keine Kapitalauszahlung)

–> wie bei gesetzlicher Rente sind die Rentenanwartschaften nicht übertragbar, beleihbar oder veräußerbar

 

 

Konkretes Rechenbeispiel:

Ich habe einmal ein unverbindliches Beispiel für einen Rürup-Sparer berechnet, um die Sachverhalte zu verdeutlichen. Die Berechnung wurde mit der Software Dr. Kriebel Beratungsrechner durchgeführt und ist ohne Gewähr.

 

Man sieht die sehr hohe Förderung in der Ansparphase. Auch nach der Besteuerung der Rentenzahlungen ist die Basisrente dann im Vorteil, wenn der Grenzsteuersatz im Ruhestand um 15% höher liegt als heute. Das dürfte für die meisten erfüllt sein.

 

 

Geburtsdatum 01.01.1990
Gewünschtes Ruhestandsalter 67 (=2057)
Einkünfte p.a. 80.000 €
Steigerung Arbeitseinkommen 3,00%
Sonstige Dauereinkünfte p.a. 0 €
Steuertabelle konstant Nein
Tätigkeitsstatus Selbständiger
     
Kirchensteuersatz 0,0%  
Familienstand ledig  
 
Kinderzahl 0  
 
 
Altersvorsorgeaufwendungen (nach § 10 EStG)
Eigener Beitrag 0 €
AG-Beitrag 0 €
Sonstige Vorsorgeaufwendungen (nach § 10 EStG)
Eigener Beitrag 8.480 €
Neuer Beitrag in die Basisrente (brutto)
zum 01.06.2014 monatlich 300 €
einmalige Sonderzahlung 0 €
Dynamik p.a. 3,00%
Rendite der Geldanlage p.a. 6,00%

 

 

Jahr Fördersatz
§10 (3)EinkStG
MaximalbegünstigteSparrate
(Unverheiratete)
Vorsorgeaufwendungen Jahres-beitrag Steuererstattung durch Netto-belastung Förder-quote
ohne neue mit neuer Basisrente AltEinkG
Basisrente
201420152016201720202025

 

2030

 

2035

 

2040

 

2045

 

2050

 

2055

 

2057

 

78%
80%82%84%90%100%100%

 

100%

 

100%

 

100%

 

100%

 

100%

 

100%

 

20.000 €
20.000 €20.000 €20.000 €20.000 €20.000 €20.000 €

 

20.000 €

 

20.000 €

 

20.000 €

 

20.000 €

 

20.000 €

 

20.000 €

 

3.801 €
3.501 €3.201 €2.901 €2.800 €2.800 €2.800 €

 

2.800 €

 

2.800 €

 

2.800 €

 

2.800 €

 

2.800 €

 

2.800 €

 

5.439 €
6.431 €6.295 €6.165 €6.622 €7.723 €8.507 €

 

9.416 €

 

10.470 €

 

11.691 €

 

13.107 €

 

14.749 €

 

7.991 €

 

2.100 €
3.663 €3.773 €3.886 €4.246 €4.923 €5.707 €

 

6.616 €

 

7.670 €

 

8.891 €

 

10.307 €

 

11.949 €

 

5.191 €

 

726 €
1.298 €1.040 €1.097 €1.284 €1.654 €1.917 €

 

1.778 €

 

2.062 €

 

2.390 €

 

2.216 €

 

2.569 €

 

1.116 €

 

0 €
0 €0 €0 €134 €134 €134 €

 

107 €

 

107 €

 

107 €

 

86 €

 

86 €

 

86 €

 

1.374 €
2.365 €2.733 €2.789 €2.828 €3.135 €3.655 €

 

4.730 €

 

5.501 €

 

6.394 €

 

8.005 €

 

9.294 €

 

3.989 €

 

52,8%
54,9%38,0%39,3%50,1%57,0%56,1%

 

39,9%

 

39,4%

 

39,1%

 

28,8%

 

28,6%

 

30,1%

 

Summe 307.742 € 81.484 € 4.216 € 222.042 €

 

Eine weitere Rechnung zeigt: Sofern der Grenzsteuersatz im Ruhestand um 15,0%-Punkte niedriger liegt als der heutige, wird die Nettohöhe Ihrer Basisrente um 4,1% höher als die Nettorente einer privaten Rentenversicherung liegen.

 

Die Steuerersparnis durch die Basisrente in diesem Fall: 81.484 Euro

 

Grüne Rürup-Renten

Im Bereich der kapitalgebunden Rürup-Renten sind als grüne Varianten nur wenige Angebote auf dem Markt. Meine Favoriten sind dabei die Angebote der Gesellschaften Oeco Capital sowie die Stuttgarter Grüne Rente. Oeco Capital verfolgt den Nachhaltigkeitsgedanken sehr konsequent; die Stuttgarter ist bei der Renteprognose in der Regel etwas besser.

Im Bereich fondsgebundener Basisrenten ist die Auswahl deutlich breiter, das man hier durch die Auswahl entsprechend strenger Ethik-Fonds bei vielen Gesellschaften einen grünen Ansatz umsetzen kann. Eine qualitativ hochwertige Auswahl an strengen und guten Nachhaltigkeitsfonds sind für uns die Vorraussetzung. Helvetia und Volkswohl Bund sind hier sehr gute Anbieter mit vielen Optionen und Möglichkeiten. Die niedrigsten Kosten und damit die höchsten Ablaufleistungen sind meist bei der Continentale zu bekommen. Auch die Continentale bietet eine überzeugende Auswahl guter Ökofonds.

 

 

Basisrente bei Grünes Geld berechnen lassen

 

 

Portraitfoto Gerd Junker Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.

Wie ich in 4 Tagen meine Altersvorsorge selbst erstelle. Teil 2 – Die Deckungslücke

Dienstag, 07. Dezember 2010

Herzlich willkommen zu unserem 2. Teil für die eigen-geplante Altersvorsorge (Teil 1 hier). Sie sind damit schon ziemlich weit gekommen. Denn es gibt eine Statistik die besagt, dass weniger als 10 % aller Leser über das erste Kapitel eines Buches hinaus kommen. Das ist bei Anleitungen im Internet nicht anders. Also herzlichen Glückwunsch, dass Sie diese Zeilen lesen.

 

Wie im ersten Teil gelernt, werden die meisten Deutschen im Alter mehr Geld brauchen als gesetzliche Rente und betriebliche Altersvorsorge Ihnen bieten. Wer nur auf die staatlichen Versorgungssysteme vertraut, wird im Alter bei Wasser und Brot landen. Mit privater Vorsorge können Sie zu Schnitzel und Bier gelangen, und wer rechtzeitig anfängt kann es sogar zu Kaviar und Sekt schaffen.

 

Im heutigen Teil 2 berechnen wir Ihre individuelle Deckungslücke.

 

grünes altersvorsorge ruhestand geniessen

Mit der richtigen Altersvorsorge den Ruhestand genießen, z.B. mit Winterwanderungen (Foto: Grünes Geld GmbH)

 

Wieviel Rente dürfen Sie ohne eine weitere Altersvorsorge im Alter erwarten?

 

Hier geht es darum, welche monatlichen Einkünfte Sie aufgrund Ihrer bisherigen Vorsorge (zum Beispiel gesetzliche Rente, betriebliche Rente, etc.) zu erwarten haben. Tragen Sie diese zusammen, sowie in der Tabelle dargestellt. Achtung: es geht jeweils um die Werte zum Zeitpunkt des Renteneintritts.

 

 

Für die gesetzliche Rente können Sie einfach die Ihnen jährlich zugehende Renteninformation verwenden (kommt nach 5 Jahren Beitragszahlung und ab dem 27. Lebensjahr). Dort ist auch eine Abschätzung vorhanden, welche Rentensteigerungen erwartet werden können und welche Rente Sie zum Zeitpunkt des Rentenbeginns zu erwarten haben. Wenn Ihnen diese Renteninformation noch nicht vorliegt: die durchschnittlichen Altersrenten in Deutschland liegen aktuell bei rund 800 Euro im Monat, eine genauere Aufschlüsselung nach Ost/West und Frauen/Männer finden Sie zum Beispiel bei Sozialversicherung-Aktuell.

 

Rechnen Sie diesen Betrag mit einer Steigerung 1% pro Jahr bis zu Ihrem Renteneintritt hoch. Die Formel: Rente bei Rentenbeginn = 800 € * 1,01Jahre bis Rentenbeginn. Angenommen Sie hätten noch 40 Jahre bis zum Rentenbeginn, ergäbe das 800 € * 1,0140= 1191,09 Euro. Falls Sie jetzt denken, das ist aber wenig: richtig, deshalb empfiehlt der Staat ja auch die private Altersvorsorge.

 

Wenn Sie Lebensversicherungen, Fonds oder sonstige Einmalzahlungen wie Erbschaften erwarten, dann berechnen Sie den Wert dieses Kapitals zum Zeitpunkt Ihres Renteneintritts. Wenn Sie also 100.000 € mit 50 Jahren erhalten und mit 67 in Rente gehen, verzinsen Sie den Betrag über 17 Jahre hinweg z.B. konservativ mit 3 % (wie bei der gesetzlichen Rente aufgezeigt).  Es gilt in diesem Beispiel: Kapital bei Rentenbeginn = 100.000 € * 1,0317 = 165.284 €.

 

Teilen Sie alle einmaligen Beträge durch 10.000 und multiplizieren Sie sie mit 35 – damit erhalten Sie in etwa die daraus mögliche monatliche Rente (Faustformel). Diese tragen Sie in die Tabelle ein.

 

Mit welchem Alter werden Sie in die Rente eintreten? Das gesetzliche Renteneintrittsalter Ihres Jahrgangs finden Sie in einer Tabelle des Handelsblatts. Für alle ab 1964 oder später Geborene gilt damit das Alter von 67 Jahren.

 

 

Einkunftsart Monatliche Höhe dieser Einkünfte in Euro
Gesetzliche Rente _________________________ Euro
Betriebliche Rente _________________________ Euro
Mieteinnahmen _________________________ Euro
Bereits vorhandene Altersvorsorge 1 _________________________ Euro
Bereits vorhandene Altersvorsorge 2 _________________________ Euro
Bereits vorhandene Altersvorsorge 3 _________________________ Euro
_________________________ Euro
Monatliche Rente
_________________________ Euro

 

 

Damit haben Sie ermittelt, welche monatliche Rente Sie in etwa erwarten dürfen.

 

 

Um später die Deckungslücke ausrechnen zu können, müssen wir noch auf den sogenannten Kapitalwert umrechnen, also auf eine Summe aus der diese Rentenzahlung entsprechen. Wir verwenden dazu wieder die oben erwähnte Faustformel:

 

Kapitalwert der bisherigen Rente = 10.000 € * (Monatliche Rente / 35 €)

Wieviel Rente brauchen Sie tatsächlich?

 

Doch welche Rente benötigen Sie im Alter? Während man früher davon ausging, dass der Lebensstandard im Ruhestand abnimmt und weniger Geld benötigt wird, zeigen die heutigen Ruheständler ein entgegengesetztes Verhalten auf. Die aktiven Senioren fahren häufig in den Urlaub oder Erfüllen sich lang ersehnte Wünsche. Das können vernachlässigte Hobbies ebenso sein wie eine Ferienwohnung im Süden.

 

Wenn wir also im Alter zumindest das oben erwähnte Schnitzel mit Bier erreichen wollen, sollten wir von unserem heutigen Netto-Einkommen ausgehen.

 

Aber Achtung – unser heutiges Netto-Einkommen wird im Ruhestand nicht mehr so viel wert sein wie heute. Wir werden mit den üblichen Inflationsraten rechnen müssen. Wir rechnen also das Netto-Einkommen mit der Inflation hoch. Hier eine Grafik über die historischen Inflationsraten in Deutschland:

 

 

Entwicklung des Verbraucherpreisindex

Entwicklung des Verbraucherpreisindex, im Durchschnitt ca. 3 % pro Jahr

 

 

Man kann also eine Inflationsrate von 3 Prozent wählen. Wenn Sie ein hohes Sicherheitsbedürfnis haben, wählen Sie eine etwas höhere Inflationsrate, z.B. 3,5 oder 4 Prozent.

 

Hier die Formel zum Hochrechnen Ihres Einkommens bei 3 Prozent Inflation (für andere Inflationsraten setzen Sie statt der „3“ die jeweils gewünschte Rate ein):

 

Rentenbedarf = (aktuelles Netto-Einkommen) * 1,03 * 1,03 * 1,03 * … * 1,03

 

 

oder kürzer:

 

 

Rentenbedarf = (aktuelle Netto-Einkommen) * 1,03n

 

 

Dabei verwenden Sie das 1,03 so häufig wie es Jahre sind von jetzt bis zu Ihrem Renteneintrittsalter. „n“ ist ebenfalls die Anzahl Jahre von jetzt bis zu Ihrem Renteneintrittsalter.

 

 

Zur besseren Vergleichbarkeit auch hier wieder die Umrechnung auf den Kapitalwert:

 

Kapitalwert Rentenbedarf = 10.000 € * (Rentenbedarf / 35 €)

 

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Wie hoch ist Ihre Deckungslücke?

 

Ihre Deckungslücke ist ganz einfach der Unterschied zwischen Rentenbedarf und der „bisherigen Rente“:

 

Deckungslücke = Kapitalwert (Rentenbedarf) – Kapitalwert (bisherige Rente)

 

Haben Sie Ihre persönliche Deckungslücke ausgerechnet? Wie hoch ist Sie? In vielen Fällen mehrere zehntausend und oftmals auch mehrere hundertausend Euro.

 

Im nächsten Teil werden wir sehen, welcher Anlegertyp Sie sind. Und im übernächsten Teil können wir bestimmen, wieviel Sie sparen müssen um Ihre Deckungslücke zu schließen. Mit der richtigen Anlagestrategie ist das leichter als Sie vielleicht jetzt denken. Mit der Berechnung Ihrer persönlichen Deckungslücke sind Sie schon weiter gekommen als 95% aller Bundesbürger – herzlichen Glückwunsch.

 

Wer jetzt schon aussteigen möchte: Für nachhaltige Investments zur Deckung Ihrer Rentenlücke gibt’s bei gruenesgeld24.de ausgewählte Musterdepots.

 

Zu Teil 3 der Serie gelangen Sie hier.

 

Zu kompliziert? Wir rechnen Ihnen das gerne in einer Online-Konferenz persönlich aus. Geben Sie uns Bescheid:

 

 

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