Mit ‘Adidas’ getaggte Artikel

Adidas: revolutionäre Nachhaltigkeitsstrategie setzt auf recycelten Plastikmüll

Montag, 18. April 2016

 

Mit Nachhaltigkeit haben es Sportartikel-Hersteller traditionell schwer. Immer wieder berichten angesehene Medien über unhaltbare Zustände bei der möglichst billigen Herstellung von – möglichst teuer zu verkaufenden – Sportartikeln. Auch Adidas wurde dessen beschuldigt, zum Beispiel bezüglich des Spielballes beim Sommermärchen, der Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland. Der “Teamgeist” genannte Ball wurde nach Berichten des Berliner Kuriers unter harter Arbeit für Hungerlöhne produziert. Bei 60 Stunden pro Woche erhielt eine Näherin gerade einmal 100 Euro Lohn pro Monat und konnte ihren eigentlichen Platz auf dem Feld als Bäuerin nicht mehr ausfüllen – hier mussten dann Ihre Kinder zu Feldarbeit heran. Jetzt stellt Adidas eine neue Nachhaltigkeitsstrategie vor.

 

 

 

Adidas Artikel künftig aus recyceltem Material: Kreislauf geschlossen

 

 

 

Adidas CEO Herbert Hainer

DAX-Konzernlenker H. Hainer beim Sport (Quelle: Unternehmen)

Wie das Handelsblatt in seiner Ausgabe vom 15. April 2016 berichtet, sollen Adidas T-Shirts und Adidas Schuhe in der Zukunft aus wiederverwertetem Kunststoff gefertigt werden. Wann das sein wird, lies der Konzern um Chef Herbert Hainer allerdings noch offen. Die organisatorischen und technischen Hürden sind hoch, und an anderer Stelle lässt sich leichter etwas für die Umwelt tun.

 

Dreh- und Angelpunkt sind offensichtlich Materialien, die recycelt noch genauso gute Eigenschaften haben wie neue Rohstoffe. Erste Schritte werden bereits 2017 gegangen, wenn eine Kollektion in die Läden kommt, die aus Plastikmüll aus dem Meer hergestellt ist. Mit Partnern wie BASF hat Adidas das Projekt Sport Infinity gegründet, um genau so ein beliebig wiederverwertbares Material zu entwickeln. Fördergelder der EU fließen ebenfalls in das Projekt, wann damit der Kreislauf allerdings geschlossen werden kann, ist noch unklar.

 

 

 

Auch aktuelle Ziele verkündet: Adidas macht bei Zulieferern ernst

 

Die wichtigsten Lieferanten bei Adidias stehen für 80 Prozent der Produktion. Diese sollen bereits in 4 Jahren rund 20 Prozent Ihres Wasserverbrauches reduzieren. Adidas produziert nicht selbst, kann also nur über Druck auf die Lieferanten Verbesserungen erzielen.

 

Bei Herstellern von Stoffen sind die Vorgaben noch härter: In fünf Jahren sollen die Hersteller von Stoffen nur noch die Hälfte des Wassers verbrauchen. Weil Wasser in vielen Hersteller-Länden besonders knapp ist, ist das ein bedeutender Schritt.

 

In Ländern, in denen kein gut organisiertes Altkleider-Sammelwesen existiert, will Adidas ein eigenes aufbauen. Bei derzeit 346 Millionen Kleidungsstücken und 113 Millionen Stück Sportzubehör, die Adidas jährlich produziert, kann das lohnend sein.

 

Ganz konkret wird Adidas schon kurzfristig: derzeit verschwinden die Plastiktüten aus den Läden des DAX-Konzerns. Wie von uns schon im März 2015 berichtet, zieht auch die EU in Kampf gegen die unnötige Umweltverschmutzung, ist sie doch einer der Hauptverursacher von Plastikverschmutzungen in den Weltmeeren, in deren Folge zum Beispiel Schildkröten oder Fische beim Verschlucken ersticken.

 

Guter Ansatz – Umsetzung anspruchsvoll

 

Lederbearbeitung bei Adidas (Quelle: Unternehmen)

Lederbearbeitung bei Adidas (Quelle: Unternehmen)

Was gut klingt ist in der Praxis anspruchsvoll. Gerade nach den negativen Berichten in den der Vergangenheit versuchen alle Sportartikelhersteller, beim für Konsumenten immer wichtigeren Themengebiet Nachhaltigkeit vorne zu sein. Auch bei Nike, Under Armour oder Puma stehe Nachhaltigkeit ganz oben auf der Agenda, so das Handelsblatt.

 

Neue ressourcenschonende Materialen zu entwickeln sei aufwendig, so die Zulieferer. Alle Bemühungen fußen auf wissenschaftlichen Untersuchungen, die sehr komplex, langwierig und erklärungsbedürftig sind. Über allem stehe außerdem der Kundenwunsch nach Funktionalität – bei Gore-Tex müssen deshalb alle Materialen zuerst dauerhaft wasserdicht, winddicht und atmungsaktiv sein.

 

 

 

Adidias will nicht nur Umweltschutz: auch Arbeitsbedingungen sollen verbessert werden

 

Bei den sogenannten ESG-Themen (Enviromental, Social, Governance) will Adidas auch das „S“ und das „G“ nicht vergessen, also die guten sozialen Bedingungen und die gute Unternehmensführung.

 

Ein interessanter Ansatz der Franken ist dabei die Möglichkeit für Mitarbeiter bei Lieferanten, sich per SMS vertraulich an Adidas wenden zu können, falls die Arbeitsbedingungen zu schlecht sind. Rund 1/4 aller Mitarbeiter der Lieferanten sind an das System angebunden, das entspricht rund 250.000 Menschen.

 

 

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Portraitfoto Gerd Junker Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.

Olympische Ausmaße bei der Ausbeutung von Näherinnen

Dienstag, 07. August 2012

Zu einem Hungerlohn und zu unmenschlichen Arbeitsbedingungen müssen Näherinnen in China T-Shirts produzieren.

Sommer 2012: Es laufen die Olympischen Spiele in London. Sportunternehmen wie beispielsweise Adidas zahlen zu dieser Zeit immense Summen an Sponsonren. Gleichzeitig in China und ähnlichen Ländern nähen Frauen T-Shirts für diese Sportunternehmen für einen Hungerlohn von im Durchschnitt ein Euro pro Stunde, der kaum für eine Lebensexistenz ausreichen kann.

 

Vor Beginn der Olympischen Spiele startete Fairplay eine Kampagne, bei der 175 Näherinnen aus 10 Fabriken aus den Ländern China, Sri Lanka und Philippinen über ihre aktuelle Situation befragt wurden. Aus den Fabriken beziehen namenhafte Unternehmen wie Adidas, Nike, New Balance oder Speedo ihre Waren. Das Ergebnis der Befragung ist erschütternd:

In den Fabriken herrschen Hungerlöhne und erzwungene Überstunden, gewerkschaftliche Aktivitäten werden unterbunden und die Arbeitsverhältnisse sind oftmals gesundheitsgefährdend. Mitarbeiter, die gegen diese Verhältnisse protestieren setzen ihren Job aufs Spiel.

 

Damit in einer chinesischen Fabrik das Arbeitsziel erreicht werden kann, müssen die Näherinnen von 8 Uhr frühs bis 10Uhr abends arbeiten. Eine Frau, welche bei einer Betriebskontrolle von den Arbeitszeiten erzählte, wurde anschließend gekündigt. Über Fabriken auf den Philippinen wurde berichtet, dass Frauen sogar entlassen wurden, weil sie mit anderen Kolleginnen während der Arbeitszeit geredet haben.

 

Grund für diese unmenschlichen Arbeitsverhältnisse ist die Ungleichmäßige Verteilung des Geldes der Sportunternehmen, denn Geld an sich ist genügend vorhanden bei den Konzernen. Während in Vermarktung und Image viele Millionen Euro fließen, wird bei der Produktion bis auf ein Minimum hin gespart.

 

Doch gerade bei den Olympischen Spielen könnte ein Zeichen gesetzt werden, indem Nationen ihre Bekleidung aus sozialen und ökologischen Produktionsstätten beziehen. Das Österreichische Olympische Comite´ hatte sich bereits 2008 für solch eine Beschaffung ausgesprochen, hat es aber dieses Jahr bei den Spielen immer noch nicht in die Tat umgesetzt. Wir hoffen, dass sich das bei den nächsten Olympischen Spielen ändern wird und viele weitere Nationen den selben Schritt gehen.

 

Wenn Sie selbst auch einen Beitrag zu mehr Menschlichkeit und Gerechtigkeit beitragen wollen, ist es sinnvoll in soziale Fonds und ökologische Fonds zu investieren, welche Ihnen bei Umweltbanken angeboten werden.