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Private Altersvorsorge – aktiv gegen Altersarmut

Dienstag, 04. Juli 2017
Zusammenfassung: Berichte über zunehmende Altersarmut verunsichern viele Menschen. Altersvorsorge ist daher ein wichtiges Thema, das früh in der Lebensplanung eine Rolle spielen sollte - der Zinseszins ist wichtig. Vielfältige Angebote ermöglichen eine zusätzliche Versorgung neben der gesetzlichen Rente. Dabei ist der Einstieg auch schon mit geringen regelmäßigen Einlagen möglich. Besonders gut für eine positive Entwicklung der Zukunft: ökologische und ethische Geldanlagen bei der Altersvorsorge berücksichtigen.

 

 

 

Die Lebenserwartung steigt.

„Nicht das Alter ist das Problem, sondern unsere Einstellung dazu.“ Das wusste schon der römische Philosoph und Staatsmann Cicero. Und die Einstellungen zum Alter sind sehr unterschiedlich. Denn genauso, wie es die viel beschworene „Jugend von heute“ nicht gibt und die Biographien der Menschen zwischen zwanzig und Mitte sechzig auf unterschiedlichsten Wegen verlaufen, so sind auch die Lebenssituationen in der Gruppe der älteren Bevölkerung sehr verschieden.

 

Wie die Lebenssituation im Alter konkret aussieht, ist nicht nur von strukturellen gesellschaftlichen Bedingungen bedingt, sondern hängt auch stark von der jeweiligen Vorgeschichte jedes Einzelnen ab. Sicher stellen der Eintritt in den Ruhestand und der Abschied aus dem Erwerbsleben einen tiefen Einschnitt in die persönliche Lebensgeschichte dar. Aufgrund individueller körperlicher und psychischer Veränderungsprozesse steigt die Wahrscheinlichkeit, stärker auf medizinische und – besonders im fortschreitenden Alter – auf pflegerische Hilfe angewiesen zu sein.

 

 

Aktiv und mobil bleiben

Dennoch ziehen sich viele grundsätzliche Einstellungen durch das gesamte Leben. Wer in jungen Jahren sportlich aktiv war, wird sicher versuchen, diese Aktivität auch im Alter umzusetzen.

 

Wichtig ist es dann jedoch, sich auch mit einer – möglicherweise – eingeschränkteren körperlichen Fitness abfinden zu können und das zu genießen, was noch umgesetzt werden kann. Wer sein Leben zufrieden geführt hat, wird aller Voraussicht nach seine generelle Lebensfreude behalten und wer viel Wert auf soziale Kontakte innerhalb und außerhalb der Familie gelegt hat, wird im Ruhestand diese Beziehungen weiterpflegen.

 

Der Verlust der Selbstständigkeit im Alter stellt allerdings für viele Menschen ein Schreckensszenario dar. Denn eine eingeschränkte Mobilität beispielsweise, kann die Lebensqualität stark beeinträchtigen. Allerdings hat sich gerade in diesem Bereich in den vergangenen Jahren viel getan. Barrierefrei Innenausbauten ermöglichen bis ins hohe Alter ein selbstständiges Leben im gewohnten Umfeld. Darüber hinaus hat sich der Markt an Hilfsmitteln – vom einfachen Gehstock bis hin zum E-Scooter – weiter entwickelt und bietet für nahezu jede Lebenssituation eine passende Lösung.

 

 

Rentenreform begegnet der demographischen Veränderung

Auch im Herbst des Lebens reiche Ernte einfahren.

Kein Wunder, denn die Lebenserwartung steigt seit Jahren stetig an. Gleichzeitig hat sich allerdings auch die demografische Verteilung in unserer Gesellschaft verändert. Die klassische Alterspyramide mit einer breiten Basis junger Menschen hat sich zur demographischen Zwiebel bzw. Urne gewandelt. Verantwortlich dafür zum einen die ständig sinkende Geburtenrate und zum anderen der höhere Anteil Älterer sowie die generell gestiegene Lebenserwartung die damit auch ein erhöhtes durchschnittliches Alter mit sich bringt.

 

Gerade die abnehmende Zahl der erwerbstätigen – und damit auch die Anzahl der rentenbeitragspflichtigen – Personen, wirkt sich auf die zukünftige Rente aus. Prognosen zufolge wird die Anzahl der erwerbstätigen Personen bis zum Jahr 2040 um etwa 15 bis 30 Prozent  abnehmen.

 

Diese Veränderungen haben bereits vor Jahren zu einer umfangreichen Reform des gesetzlichen Rentenversicherungssystems  geführt. Mit der Veränderung der Rentenformel sollte die gesetzliche Alterssicherung gegenüber der veränderten demographischen Entwicklung abgesichert werden. Die Veränderung im Rentensystem hat allerdings auch zu einer starken Verunsicherung innerhalb der Bevölkerung geführt.

 

Private Vorsorge soll gesetzliche Rente ergänzen

Die klassische gesetzliche Rentenversicherung (GRV) war bis dahin integraler Bestandteil der deutschen Sozialstaatlichkeit. Sie umfasste neben der Altersrente auch Leistungen bei verminderter Erwerbsunfähigkeit und die Versorgung der Hinterbliebenen im Todesfalle. Mit einem Anteil von rund 80 Prozent der Gesamteinahmen stellte sie den Löwenanteil der Alterssicherung dar. Ergänzt wurde die GRV allerdings auch schon vor der Rentenreform um die Leistungen der betrieblichen Altersversorgung und unterschiedliche private Vorsorgemöglichkeiten.

 

Mit der Reform der gesetzlichen Rentenversicherung wurden Beitragszahler stärker in die Pflicht genommen, selbstständig für ihren Lebensabend vorzusorgen. Diese private Altersvorsorge ist freiwillig, wird jedoch von Seiten des Staates finanziell gefördert.

 

Die aus der Rentenreform Anfang des neuen Jahrtausends resultierende Riester-Rente wird mittlerweile von vielen Experten aus den unterschiedlichsten Lagern als wenig geeignet gesehen, die reduzierte GRV ausreichend zu ergänzen. Eine Ergänzung der GRV ist allerdings dringend angeraten, wenn Arbeitnehmer nach der Erwerbsphase an das bisherige Einkommens-Niveau anknüpfen wollen.

 

 

Schreckgespenst Altersarmut

Altersarmut ist kein vollkommen neues Phänomen. Das Thema erfährt jedoch aktuell eine enorme Aufmerksamkeit. Das liegt vor allem daran, dass in früheren Zeiten die Altersarmut fast ausschließlich in sozialen Randgruppen vorkam. Betroffen waren in erste Linie Menschen mit einer sehr kurzen und lückenhaften Erwerbsbiographie.

 

Im Alter aktiv und abgesichert am Leben teilnehmen.

Der Mehrheit der älteren, nicht mehr erwerbstätigen Menschen in Deutschland geht es aktuell finanziell nicht schlecht. Die sogenannten „Best Ager“ werden jedoch in den kommenden Jahren von einer neuen Rentner-Generation abgelöst werden. Diese haben durch Minijobs, Erwerbstätigkeit im Niedriglohnsegment sowie Zeiten der Erwerbslosigkeit nicht ausreichende Rentenpunkte gesammelt – geschweige denn private Altersvorsorge betrieben.

 

Einer aktuellen Studie der Wirtschaftsforschungsinstitute DIW und ZEW zufolge, wird bis zum Jahr 2036 jeder fünfte Neurentner von Altersarmut bedroht sein. Das bedeutet, dass rund 20 Prozent der heutigen End-Vierziger weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens zur Verfügung haben wird und damit armutsgefährdet ist. Bereits die Generation der „Babyboomer“ der geburtenstarken Jahrgänge, die in fünf Jahren das Rentenalter erreicht haben werden, sind von dieser Entwicklung bedroht. Damit ist Altersarmut in der Mitte der Gesellschaft angekommen.

 

Dabei sehen die Forscher der Studie nicht nur ein strukturelles Problem. Viel würden aktuell die Risikogruppen kaum durch sinnvolle Vorschläge gegen die drohende Gefahr angesprochen werden. Den Schlüssel für eine ausreichende Alterssicherung sehen Experten in erster Linie in sozialversicherungspflichtigen und existenzsichernden Arbeitsverhältnissen.

 

 

Herausforderung Alterssicherung meistern

Auch wer mit beiden Beinen fest im Erwerbsleben steht, ist heute mehr denn je gefordert, den möglichen Gefahren ins Auge zu sehen und Vorsorge für das Alter zu treffen. Je früher, desto besser!

 

Denn eine frühe aktive Haltung zum Thema Altersvorsorge kann nicht nur Versorgungslücken frühzeitig erkennen und diesen begegnen. Sie helfen auch, diffuse Ängste und Befürchtungen zu vermeiden. Obgleich Umfragen ergeben haben, dass mehr als 60 Prozent der aktuell Berufstätigen daran zweifeln, im Alter ausreichend versorgt zu sein, stecken auch mehr als die Hälfte den Kopf in den Sand und sehen keinen Sinn in einer privaten Vorsorge.

 

Grund für diese Vogel-Strauß-Mentalität ist zum einen das unübersichtliche Angebot an privaten Altersvorsorgeprodukten sowie eine für Laien teilweise schwer zu durchdringende Förderungsregeln. Zum anderen ist die Bedeutung der privaten Vorsorge noch nicht in den Köpfen angekommen. Zu fest sitzt die alte Gesinnung, dass sich der Staat schon kümmern werde.

 

Hier sind gerade junge Erwerbstätige gefordert, die alten Denkmuster zu durchbrechen. Schließlich haben sie noch ausreichend Zeit, eine solide und sinnvolle Altersvorsorge aktiv zu betreiben. Neben den erworbenen gesetzlichen Rentenansprüchen und einer betrieblichen Altersvorsorge, gibt es unterschiedliche Möglichkeiten für eine private Altersvorsorge.

 

 

Standort bestimmen und persönlichen Weg finden

So wie die Entscheidung für einen Beruf eine individuelle Entscheidung darstellt und eine angemessene Phase der Planung und Überlegung erfordert, muss auch der Ruhestand gut geplant werden – auch wenn diese Zeit noch unendlich weit entfernt zu liegen scheint. Deshalb ist es sinnvoll, sich ausführlich beraten zu lassen, um eine passende Lösung zu finden.

 

Für immer mehr Menschen ist es darüber hinaus nicht nur wichtig, wie viel am Ende ausgezahlt wird, sondern ebenso, wo und wie ihr Geld während der langen Ansparphase für die spätere Altersvorsorge, eingesetzt wird. Wer sich hier für ökologische und ethische Geldanlagen entscheidet, investiert nicht nur in die eigene Zukunft, sondern genauso in eine intakte Natur und in eine gerechtere Welt.

 

Eine nachhaltige Altersvorsorge ist kein Produkt von der Stange. Deshalb ist es sinnvoll, frühzeitig mit einem erfahrenen Experten, wie Grünes Geld, die passende Lösung zu finden. Als unabhängiger Finanzberater und Spezialist für ökologische und ethische Geldanlagen ist Grünes Geld in der Lage, umfassend über sinnvolle Fördermöglichkeiten und steuerliche Aspekte der geplanten Altersvorsorge zu beraten. Dabei behält Grünes Geld stets im Blick, dass die Rendite der nachhaltigen Altersvorsorge für den Anleger ein relevantes Kriterium ist. Hier hat sich in der Praxis gezeigt, dass grüne Geldanlagen durchaus mit den Erträgen der konventionellen Angebote mithalten können.

 

 

Früher Vogel statt Vogel-Strauß – Ideen zur Altersvorsorge

Der frühe Vogel fängt de Wurm.

Ein altes Sprichwort besagt „Der frühe Vogel fängt den Wurm“. Wer mit dem Kopf jedoch im Sand steckt, hat keine Chance an den schmackhaften Wurm zu kommen. Daher lautet die Devise, ein geringes Renten-Niveau und zunehmende Altersarmut sind erste Themen, die mehr zu Eigeninitiative und Aktivität auffordern, als zu Schockstarre.

 

 

Eine gute Anlagemöglichkeit bieten Investmentfonds, denn die abgestimmte Auswahl unterschiedlicher Wertpapiere bietet Sicherheit und interessante Erträge zwischen sechs und acht Prozent. Darüber hinaus können Fonds für die Altersvorsorge zum Beginn der Rente mit niedrigeren Abgaben versteuert werden.

 

Eine weitere interessante Lösung für die Altersvorsorge ist die Grüne Privatrente, die als private Rentenversicherung bereits ab 50 Euro im Monat bedient werden kann. Während der Ansparphase von mindestens 12 Jahren profitieren Anleger von einem guten Zinseszins-Effekt. In dieser Zeit bleiben außerdem sämtliche Gewinne steuerfrei, bei der regelmäßigen Rentenauszahlung wird die geringere Ertragsanteilsbesteuerung angewendet, wer sich für eine komplette oder teilweise Auszahlung der Rente entscheidet spart durch das sogenannte Halbeinkünfte-Verfahren. Die mit 25 Prozent recht hohe Abgeltungssteuer kommt bei der Grünen Privatrente nicht zum Zug.

 

 

Planung und Beratung sind Trumpf

Wer sich früh für eine private Altersvorsorge entscheidet, hat eine lange Einzahlungsphase vor sich. Entsprechend ist es möglich, mit geringen Beiträgen anzufangen. Generell hat sich die Faustregel bewährt, rund zehn Prozent des Einkommens in die private Altersversorgung zu investieren. Wer selbstständig arbeitet, sollte mindestens das Doppelte einkalkulieren.

 

Für eine umfassende Ruhestandsplanung, die auch Themen wie Patientenverfügung oder Erben & Schenken umfasst, können Sie auch einfach unseren Online-Ruhestands-Planer besuchen.

 

Wie das konkret aussehen kann, welche nachhaltigen Geldanlagen zu Ihnen passen und welche Art der Anlage für ihre persönliche Lebenssituation und ihre Vorstellungen von der Zukunft am besten geeignet sind, ermittelt Grünes Geld mit Ihnen zusammen. Gemeinsam finden wir Ihren Weg, um Vermögen für Ihre Altersvorsorge aufzubauen.

 

 

 

 

 

Carmen Junker

Verfasser des Beitrages: Carmen Junker ist Gründerin der Grünes Geld GmbH und Geschäftsführerin der Grünes Geld GmbH. Carmen Junker:“ Ein Grund mein berufliches Wirken speziell auf die Nachhaltige Geldanlage auszurichten ist, die Welt ein Stück positiver zu gestalten mit den Mitteln und Kenntnissen die mir zur Verfügung stehen. Aus der Verantwortung für die kommende Generation und weil ich selbst noch einige Jahre auf diesem schönen Planeten verbringen möchte“.

 

 

 

Sichere Geldanlage 2017: Teil 3 Lebens- und Rentenversicherungen

Montag, 16. Januar 2017

 

 

In den Zeiten des historischen Zinstiefs sind Kapitalanleger weiterhin auf der Suche nach sicheren, besser rentierlichen Geldanlagen. Ich möchte deshalb einen Ausblick für die wichtigsten Anlageklassen auf das neue Jahr 2017 geben. Wer prüfen möchte, wie treffsicher diese Aussagen für die jeweiligen Vorjahre waren, kann dies hier tun: 2012, 2013, 2014, 2015 und 2016.

 

Teil 1 – Aktien und Aktienfonds
Teil 2 – Anleihen und Anleihefonds
Teil 3 – Lebens- und Rentenversicherungen
Teil 4 – Immobilien und Immobilienfonds
Teil 5 – Sachwerte wie Gold, Holz oder Windkraft

 

Teil 3 – Sichere Geldanlage in Lebens- und Rentenversicherungen

 

 

Trotz gut 90 Millionen Verträgen (Quelle: GDV) ist die Lebens- und Rentenversicherung in Deutschland eine oft verkannte und falsch verstandene Lösung zur Absicherung gegen Langlebigkeit. Denn es gibt nur ein wirkliches Alleinstellungsmerkmal der Lebensversicherungen / Rentenversicherungen: das Risiko des Einzelnen, viel länger zu leben, als er es vielleicht selbst geglaubt hat und damit am Ende des Geldes vielleicht noch viel Leben übrig zu haben, wird durch eine Rentenversicherung vom Versichertenkollektiv aufgefangen.

 

Während das Aufstocken der gesetzlichen Rente früher ein Luxusproblem und lediglich für ausgefallene Hobbies notwendig war, ist bei dem heute erreichen Rentenniveau (2015: reale Durschnittsrente West 1.133 Euro pro Monat) das Aufstocken eine schlichte Notwendigkeit, um Wohnen, Essen und Kleidung auch im Ruhestand kaufen zu können. Umso wichtiger ist es deshalb, dass auch das Aufstocken „lebenslang“ geschieht, denn wer zum Beispiel 90 wird und dann kein Geld mehr hat, ist auf Angehörige oder Sozialhilfe angewiesen. Wer möchte das schon.

 

Doch wieso sind Lebens- und Rentenversicherungen in Deutschland dafür kaum bekannt und werden fast ausschließlich als Kapitalanlage gesehen?

 

Das liegt sich daran, dass Lebens- und Rentenversicherungen immer schon steuerlich privilegiert wurden. Bis 2004 waren alle damit erzielten Gewinne steuerfrei (ab Laufzeit 12 Jahre) und auch heute verzichtet der Staat in der Ansparphase komplett auf Steuern, in der Auszahlphase gibt er sicher sehr großzügig (Halbeinkünfteverfahren bei Kapitalauszahlung; Ertragsanteilsbesteuerung bei Leibrente (wenn 12 Jahre Laufzeit / mind. 62 als Rentenbeginnalter).

 

Die Ausgangslage für Rentenversicherungen und Lebensversicherung, speziell wenn Sie fondsgebunden sind, ist also nach wie vor sehr gut. Allerdings, die Situation hat sich gegenüber früher verschlechtert. Trotzdem: schon ab einer Anlagedauer von 10 bis 15 Jahren schneiden Lebens- und Rentenversicherungen meist auch als reine Kapitalanlage sehr gut ab.

 

 

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Wir sollten für die weitere Analyse zwischen fondsgebundenen und klassischen Renten- und Lebensversicherungen unterscheiden. Übrigens: alle modernen Tarife sind gleichzeitig Lebens- und auch Rentenversicherung, denn der Versicherungsnehmer kann später wählen, wie er sein Geld ausgezahlt bekommen möchte – als Kapitalauszahlung (=Lebensversicherung) oder als Rente (=Rentenversicherung).

 

 

 

Klassische Rentenversicherungen und Lebensversicherungen

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Augen auf: Rentenversicherungen sind meist besser als ihr Ruf

Bei klassischen Lebensversicherungen legt die Versicherungsgesellschaft das Geld für den Kunden an. Dafür wird ein garantierter Zinssatz zugesagt, hinzu kommen die darüber hinaus erzielten Überschüsse.

 

Die Regeln für die Kapitalanlage sind gesetzlich vorgegeben und sehr konservativ. Unter dem Strich wird wenig in Aktien, viel in festverzinsliche Wertpapiere angelegt.

 

Damit können die Garantien zwar gut abgebildet werden – die klassischen Lebensversicherungen sind aber vom allgemeinen Zinsniveau abhängig. Die von ihnen gutgeschriebenen Überschüsse sind „nachlaufend“ und „glättend“, so dass kleine Schwankungen im Zinsniveau nicht spürbar sind.

 

Langfristige Trends wie die Zinssenkungen seit der Immobilienkrise 2008 machen sich aber voll bemerkbar. So ist der maximale Zins, den Lebensversicherungen Ihren Kunden zusagen dürfen, seit 1.1.2017 auf nur noch 0,9 Prozent p.a. auf den Sparanteil begrenzt worden. Hinzu kommen die Überschüsse; abgezogen werden müssen die Kosten – unter dem Strich kann ein Kunde nach z.B. 15 Jahren Laufzeit in vielen Fällen mit einer Verzinsung von vielleicht 1,5 bis 2,5 Prozent p.a. rechnen.

 

Für klassische Lebens- und Rentenversicherungen kommt also alles auf die Zinsen an. Wenn diese steigen, werden auch die erzielten Renditen der Lebensversicherungen wieder ansteigen. Allerdings gilt auch hier, dass die Lebensversicherungen „nachlaufend“ sind, d.h. für nächsten 2 bis 4 Jahre wird es bei eher niedrigen Zinsen bleiben. Was danach kommt hängt von den Notenbanken ab.

 

Die Aussichten 2017: Das konkrete Jahr wird nur niedrige Renditen für klassische Angebote bringen können. Wenn die Zinsen wieder steigen (in Europa vielleicht ab 2018), werden mit zeitlicher Verzögerung auch die Erträger wieder anziehen.

 

 

 

 

Fondsgebundene Rentenversicherungen und Lebensversicherungen

Anders sieht die Lage bei fondsgebundenen Rentenversicherungen und Lebensversicherungen aus. Hier wird das Anlegergeld in Investmentfonds angelegt. Wer die richtigen auswählt und zum Beispiel langfristig auf Aktien setzt, kann sehr hohe Renditen erzielen.

 

Aber Achtung: wer bei Abschluss eine der zahlreichen fondsgebundenen Lebensversicherungen mit Garantie wählt, leidet meist auch unter dem Niedrigzins. Garantiert wird zum Beispiel, dass zu Rentenbeginn mindestens alle eingezahlten Beiträge zur Verfügung stehen. Was sich sinnvoll anhört führt in der Praxis und bei 0,9 % Garantiezins allerdings dazu, dass – abhängig von Gesellschaft, Lebensalter, Renteneintrittsalter, etc. – nur noch 20 Prozent der Anlegergelder in die Fonds fließen. Der Rest wird so angelegt, dass die Garantie erfüllt wird, also im sogenannten Deckungsstock (siehe oben) und ist damit stark vom allgemeinen Zinsniveau abhängig.

 

Die Aussichten 2017: Für fondsgebundene Rentenversicherungen und Lebensversicherungen gelten die 2017-Prognosen von Teil 1 (Aktien und Aktienfonds) und Teil 2 (Anleihen und Anleihefonds).

 

 

Fazit: Auch wenn Rentenversicherungen und Lebensversicherungen viel Kritik einstecken mussten, bleibt ihre Funktion trotz Zinstief erhalten – eine gut planbare Absicherung für den Ruhestand zu erhalten, die auf jeden Fall bis zum Lebensende ausreicht. Das Zinstief wirkt sich auf klassische Rentenversicherungen und Lebensversicherungen negativ aus, trotzdem bleibt das übliche Zinsplus gegenüber kurzfristigen Geldern wie Bankeinlagen oder Bausparverträgen. Davon weitgehend unberührt sind die Renditen fondsgebundener Verträge, die bei langfristigen Sparzielen nach Kosten und Steuern nach wie vor zum Besten gehört was der Anlagemarkt bietet.

 

 

Nachhaltige Rentenversicherung

 

 

 

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Portraitfoto Gerd Junker Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.

Der Rentenschock: der Präsident der Rentenversicherung sieht rote Zahlen voraus und fordert die Anhebung des Beitragssatzes

Montag, 02. März 2015

 

 

Wie das Handelsblatt in seiner heutigen Ausgabe berichtet steht bei der Deutschen Rentenversicherung (DFV) Ärger an. Während die zuständige Ministerin Andreas Nahles (SPD) noch von “…verlässlich und solide finanziert” spricht, geht der Präsident der entsprechenden Bundesanstalt aufgrund mehrerer Punkte von einer notwendigen Anhebung des Beitragssatzes in 2018 oder 2019 aus. Auch das Rentenniveau wird immer weiter sinken.

Diese Diskussion muss man vor dem Kontext sehen, dass das Rentenniveau ohnehin drastisch sinkt. Es hat heute die Höhe von 50,5 Prozent des Nettoeinkommens und soll bis 2030 plangemäß auf nur noch 43 Prozent sinken. Dabei sind das die Vor-Steuer-Zahlen, in Wirklichkeit kommen also keine 43 Prozent im Geldbeutel des Rentners an.

 

 

 

Absinken-des-Rentenniveaus

Seit Jahren beschlossen: Absenkung der Renten auf nur noch 43% des Nettoverdienstes (Grafik: Grünes Geld GmbH).

 

 

Die staatliche Rentenversicherung nimmt Versicherungsbeiträge durch die Lohn- und Gehaltszahlungen auf monatlicher Basis ein und gibt diese gleich wieder zur Finanzierung der Renten aus. Quasi als Puffer auf dem Konto müssen mindestens 0,2 Monatsausgaben einbehalten werden. Das ist sehr wenig, im Jahr 2005 passiert deshalb bereits das Unglaubliche: die Konten der Rentenversicherung waren leer, der Bund musste kurzfristig 900 Millionen Euro überweisen um die Dezember-Renten sicherzustellen.

 

Genau aus diesem Grund fordert Axel Reimann, Präsident der Deutschen Rentenversicherung, gegenüber dem Handelsblatt die Verdoppelung der Mindestreserve auf 0,2 Monatsausgaben. In diesem Fall müsste der Beitragssatz zu Beginn 2018 deutlich steigen.

 

Aber auch ohne diese, durchaus sinnvolle, Erhöhung der Reserven müssten die Beiträge, wohl 2019, angehoben werden. Ansonsten müssten die Mindest-Reserven aufgezehrt werden.

 

Hauptgründe für die Schieflage der Rentenversicherung sind der demografische Wandel und die Rentengeschenke der augenblicklichen Bundesregierung. Nach der im Handelsblatt veröffentlichten Meinung Reimanns müssten diese Geschenke, namentlich die Mütter-Rente und die Rente mit 63, aus Steuermitteln gezahlt werden. Schließlich sind es allgemeine Geschenke, die nichts mit der Rentenversicherung selbst zu tun haben.

 

Statt dessen werden sie aus den laufenden Beiträgen der Arbeitnehmer gezahlt und Finanzminister Schäuble kürzt sogar noch die Zuschüsse zur Rente, alleine in den vergangenen beiden Jahren um 2,25 Milliarden Euro. Um es mit Heinrich Heine zu sagen: Denk ich an Deutschland in der Nacht, dann bin ich um den Schlaft gebracht.

 

Es ist also immer deutlicher zu sehen, dass die staatlichen Renten für Arbeitnehmer höchstens noch ein Drittel der Renteneinkommen decken werden. Die Menschen in Deutschland müssen mehr für das Alter vorsorgen, zum Beispiel mit den staatlich geförderten Lösungen wie betrieblicher Altersvorsorge, Riester- oder Basisrenten-Verträgen oder mit privaten Rentenverträgen.

 

 

 

 

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Altersarmut vermeiden: Die 3 Geheimnisse

Dienstag, 10. September 2013

Kennen Sie das Verhalten eines Frosches im Wasserglas, bei dem das Wasser allmählich erwärmt wird? Der Frosch bleibt einfach im immer wärmer werdenden Wasser bis er verkocht und stirbt. Würde der selbe Frosch in ein Glas bereits heißen Wassers springen, würde er sofort aus dem Glas fliehen und seinen sicheren Tod vermeiden. Er stirbt, weil ihm der Schock des heißen Wassers fehlt! Was hat das mit der Altersarmut in Deutschland zu tun? Nun, auch der demografische Wandel geht nur langsam, aber stetig voran, und auch das Abschmelzen der Renten ist ein langsamer, von der Rürup-Kommission 2003 eingeleiteter, schleichender Prozess (Nachhaltigkeitsfaktor der Renten). Keiner merkt es so richtig, weil es so langsam von statten geht.

 

altersarmut

Dabei sind die Renten mittlerweile schon spürbar abgeschmolzen – den finanziell gut gepolsterten Ruhestand früherer Generationen erreichen auch heutige Rentner kaum noch. So beträgt die durchschnittliche gesetzliche Rente für Männer in den alten Bundesländern nur noch 987 Euro, für Frauen gar nur 495 Euro (http://www.tagesschau.de/inland/faqrente102.html). Allerdings profitieren von der aktuellen Rentnergeneration noch viele von alten, üppigen Betriebsrenten. Auch das wird in Zukunft viel weniger der Fall sein, denn Betriebsrenten in der Ausgestaltung der 70er und 80er Jahre sind meist passé.

 

Fest  steht deshalb, dass die Altersarmut in Deutschland noch viel weiter um sich greifen wird. Laut einer Emnid-Umfrage für den Focus glauben gar nur noch 17% der 40 bis 49jährigen an die gesetzliche Rente.

 

Der Königsweg aus dieser unerfreulichen Situation ist die eigene Vorsorge, der Aufbau eines eigenen Vermögens.

 

Zum Aufbau dieses Vermögens gibt es 3 Geheimnisse – diese zuntersuchen wir hier. Wer sich dieser Geheimnisse bedient, kann mit einfachen Mitteln und ohne sich das Leben zu vermiesen eine passende Altersvorsorge aufbauen.

 

1.) Wie viel kann ich monatlich Ansparen?

2.) Wie lange habe ich noch Zeit bis zur Rente?

3.) Was macht die Verzinsung meines Kapitals aus?

 

Wie viel kann ich monatlich Ansparen?

 

Ich habe mal mit einer 30jährigen Ansparzeit und einem erzielten Zinssatz von 5% gerechnet (im Moment erscheint das hoch, aber wer auf 30 Jahre schaut, sollte bedenken, dass die Zinsen auch wieder steigen werden):

 

Monatliche Sparrate

25 Euro

100 Euro

500 Euro

1.000 Euro

1.500 Euro

Endsumme nach 30 Jahren

20.893 Euro

83.572 Euro

417.864 Euro

835.726 Euro

1.253.589 Euro

Endsumme nach 30 Jahren mit 3% jährlich steigender Sparrate (Dynamik)

 

29.722 Euro

 

118.889 Euro

 

594.445 Euro

 

1.188.890 Euro

 

1.783.335 Euro

(Rendite 5% p.a. nach Kosten und Steuern, Laufzeit 30 Jahre)

 

Einfluss der Sparrate auf das Ergebnis: linearer Zusammenhang, also: doppelte Anstrengung bedeutet doppeltes Ergebnis.

 

Wichtigkeit der Ansparrate: WICHTIG

 

 

Wie lange habe ich noch Zeit bis zur Rente?

 

Ich habe mit einer monatlichen Sparrate von 500 Euro und einem erzielten Zinssatz von 5% gerechnet (auch hier gilt: das erscheint im Moment zwar hoch, aber wer auf 30 Jahre schaut, sollte bedenken, dass die Zinsen auch wieder steigen werden):

 

Zeit bis zum Rentenbeginn

10 Jahre

20 Jahre

30 Jahre

40 Jahre

50 Jahre

Endsumme bei 500 Euro Sparrate

77.964 Euro

206.373 Euro

417.864 Euro

766.189 Euro

1.339.885 Euro

Endsumme bei 500 Euro Sparrate und 3% jährlicher Steigerung der Sparrate (Dynamik)

 

88.298 Euro

 

264.095 Euro

 

594.445 Euro

 

1.193.381 Euro

 

2.253.544 Euro

(5% p.a. nach Kosten und Steuern, 500 Euro Sparrate)

 

Einfluss der Ansparzeit auf das Ergebnis: exponentieller Zusammenhang, z.B. : 5fache Zeit bringt 17faches Ergebnis!

 

Bedeutung der Ansparzeit: EXTREM WICHTIG

 

 

Was macht die Verzinsung meines Kapitals aus?

 

Ich habe hier mit einer monatlichen Sparrate von 500 Euro und einer 30jährigen Anspardauer gerechnet :

 

Verzinsung (nach Steuern und Kosten) 1% 3% 5% 8% 12%
Endsumme bei 500 Euro Sparrate / 30 Jahre

209.988,95 Euro

292.096 Euro

417.864 Euro

750.147 Euro

1.764.956 Euro

Endsumme bei 500 Euro Sparrate / 30 Jahren und 3% jährlicher Steigerung der Sparrate (Dynamik)

 

325.776 Euro

 

433.672 Euro

 

594.445 Euro

 

1.006.009 Euro

 

2.217.397 Euro

(30 Jahre Anspardauer, 500 Euro Sparrate)

 

Einfluss der Verzinsung auf das Ergebnis: Eine Vervierfachung der Rendite von 3% auf 12% bedeutet eine Versechsfachung des Endergebnisses.

 

Bedeutung der Verzinsung: EXTREM WICHTIG

 

 

Fazit: Die Untersuchung der 3 wichtigsten Faktoren im Kampf gegen die Altersarmut jedes einzelnen zeigt sich die unterschiedliche Bedeutung. Der wichtigste Faktor dabei ist die Anspardauer.

 

Sie müssen so früh als möglich anfangen, jeden Monat etwas für’s Alter zur Seite zu legen. Wir persönlich haben das für unsere Kinder bereits getan – dank Anspardauern von rund 60 Jahren werden sie sogar mit kleinen Ansparsummen eine gute Ausgangslage haben.

 

Der 2. wichtige Punkt ist die erreichte Verzinsung des Kapitals. Werden langfristig 6% nach Steuern und Kosten erzielt es einfach eine ganz andere Sache als wenn nur 3% erzielt werden. Das Ergebnis ist nicht nur eine Verdoppelung, sondern viel mehr.

 

Nicht unbedeutend, aber eben auch kein “Turbo” für die Altersvorsorge, ist die Höhe des monatlich gezahlten Beitrags. Doppelter Beitrag bedeutet doppelte Rente – aber auch nicht mehr. Deshalb ist die Höhe auf dem 3. Platz der wichtigsten Faktoren zur Vermeidung der Altersarmut gelandet.

 

 

 

 

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Portraitfoto Gerd Junker Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: "Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten." Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.