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Großbritannien genehmigt Atomkraftwerk Hinkley Point

Freitag, 16. September 2016

Zusammenfassung: Mit der Genehmigung des neuen Kernkraftwerks Hinkley Point bekennt sich Großbritannien zur Atomkraft. Finanziell wie ökologisch ist die neue Anlage nicht erfolgsversprechend.

 

 

 Trauriges Comeback der britischen Atomkraft

In Großbritannien gehen die Uhren anders.

In Großbritannien ticken die Uhren anders.

Während in Deutschland der schrittweise Ausstieg aus der Kernkraft bis 2022 beschlossene Sache ist, tickt die Atomuhr in Großbritannien anders. Und der Unterschied beträgt nicht nur eine Stunde zwischen Greenwich Mean Time und Mitteleuropäischer Zeit: Nach einer Debatte über mehrere Jahre hinweg hat die neue britische Regierung von Premierministerin Theresa May jetzt den Bau des Atomkraftwerks Hinkley Point C im Südwesten des Landes genehmigt. Der Neubau ist der erste seit zwanzig Jahren. Damit erfährt die Atomkraft in Großbritannien ein trauriges Comeback. Mit einer Entscheidung für oder wider das Projekt war bereits im Juli dieses Jahres gerechnet worden. Nun erhielt Hinkley Point nach erneuten Überprüfungen von Kosten und Technologie die Zusage.

 

Hinkley Point soll einmal, ausgestattet mit zwei europäischen Druckwasserreaktoren, sieben Prozent der britischen Stromversorgung übernehmen. Die Kosten des Projekts belaufen sich auf rund 21,5 Milliarden Euro, wobei die Angaben dazu schwanken. Hauptinvestor und Bauherr des damit größten europäischen Energieprojektes ist der börsennotierte Energiekonzern Électricité de France SA (EDF). EDF gehört zu 85 Prozent dem französischen Staat und ist der zweitgrößte Stromerzeuger weltweit.

 

EDF soll dabei zwei Drittel der Projektkosten tragen, das verbleibende Drittel wird vom chinesischen Staatskonzern China Nuclear Power Corporation (CGN) finanziert. Beide Investoren haben bereits weitere Projekte in Großbritannien in Planung. so sollen die Reaktorblöcke Sizewell in Suffolk und der geplante Block Bradwell in Essex zusammengespannt werden. Bradwell wird dabei von der CGN komplett realisiert. Die britische Regierung hat Hinkley Point zum Anlass genommen, neue Regelungen im Umgang mit ausländischen Investoren bei großen Infrastrukturprojekten zu verfassen. So darf die EDF ohne die Zustimmung Großbritanniens seinen Mehrheitsanteil am Projekt nicht verkaufen.

 

 

Rückkehr zur Atomkraft – unökologisch und unwirtschaftlich

Atomkraftanlagen - sollten eigentlich Bilder aus vergangenen Zeiten sein.

Atomkraftanlagen – sollten eigentlich Bilder aus vergangenen Zeiten sein.

Auf Unverständnis stößt das Projekt Hinkley Point bei den Befürwortern erneuerbarer Energien in Deutschland. Greenpeace kritisiert die Entscheidung, bei der keine energiewirtschaftlichen Überlegungen, sondern nur die Interessen der Atomlobbyisten und Investoren im Vordergrund standen.

 

Auch Energieexperte Hans-Josef Fell, der das Gesetz zum Ausbau erneuerbarer Energien in Deutschland (EEG) mit auf den Weg gebracht hat, kritisiert die Genehmigung des neuen Atomkraftwerks aufs schärfste. Fell, Präsident der Energy Watch Group (EWG) sieht dabei nicht nur generell einen enormen Rückschritt für eine saubere und sichere Energieversorgung, sondern weist auch auf die Unwirtschaftlichkeit des geplanten Kraftwerks hin. Obgleich die Preise für erneuerbare Energien aus Wind und Sonne nachweislich fallen und auch schon jetzt günstiger kommen würden, schaufelt Großbritannien mit Hinkley Point ein Milliardengrab: Der Subventionsvertrag beinhaltet eine mit der Inflation steigende Strompreisgarantie von 92,50 Pfund für eine Megawattstunde Strom für 35 Jahre. Damit beträgt der Absatzpreis rund das Doppelte des aktuellen Marktpreis.

 

Großbritanniens Regierung sieht Hinkley Point dagegen als wichtigen Punkt in der Energieversorgung, da zunehmend ältere Kernkraftwerke und Kohlekraftwerke abgeschaltet werden, um den CO2-Ausstoss bis 2020 um 80 Prozent zu verringern. Experten zu Folge, wären daher allerdings gezielte Investitionen in den Ausbau erneuerbarer Energien, Stromnetze und eine verbesserte Energieeffizienz sinnvoller als die Wiederbelebung der Atomenergie, zumal die Strommengen zukünftig wahrscheinlich nicht mehr in diesem Umfang benötigt werden.

 

Darüber hinaus sieht Fell auch die Möglichkeit, dass Großbritannien mit einem neuen Atomkraftwerk Synergien bilden und so Atomwaffenmaterial beziehen möchte.

Im Juli 2016 hatte sich die britische Regierung für eine nukleare Abschreckungsstrategie ausgesprochen und die mehrere Milliarden Pfund teure Modernisierung von vier Atom-U-Booten beschlossen. Premierministerin May hatte dabei auch den Einsatz von Atomwaffen im Verteidigungsfall durchaus eingeräumt und hatte damit die Gegenposition zum Vorsitzenden der Labour-Partei, Jeremy Corbyn, bezogen, der sich für die nukleare Abrüstung ausgesprochen hatte. Corbyn hatte allerdings in dieser Frage nicht die Mehrheit der Abgeordneten seiner Partei hinter sich.

 

 

Blick über den Ozean

In den USA wird das kalifornische Atomkraftwerk Diablo Canyon zwischen Los Angeles und San Francisco abgeschaltet werden. Kalifornien baut künftig auf flexible Erzeugungsleistung. Ersetzt wird die Anlage durch ein CO2-freies Portfolio aus erneuerbaren Energien, ergänzt durch Energiespeicher und Energieeffizienz.

 

Obgleich Diabolo Canyon sich im Betrieb befindet und längst abgeschrieben ist, kann das Kraftwerk nicht mehr mit den Preisen der erneuerbaren Energien konkurrieren. Zu hoch ist die gelieferte Grundlast, für die kein Bedarf mehr besteht. Darüber hinaus sieht sich der Betreiber zukünftig nicht mehr in der Lage, den gestiegenen gesetzlichen Vorgaben ins Sachen Umweltschutz zu genügen.

 

Die Schließung von Diabolo Canyon stellt damit ein gutes Beispiel für eine vernunftgeleitete Entscheidung gegen Atomenergie dar, das angesichts der Kosten von Hinkley Point für Mensch und Umwelt besondere Beachtung verdient.

 

 

Strahlungsfreie Zukunft – Erneuerbare Energien fördern

Wer jetzt in erneuerbare Energien investiert, unterstützt eine saubere und sicher Sache, denn der Anteil der erneuerbaren Energien bei der Energieversorgung in Deutschland wächst: Im vergangenen Jahr lag der Anteil bereits bei 30 Prozent der Stromerzeugung, bis zum 2035 sollen es bis zu 60 Prozent sein. Nutzen wir also das Potenzial von Solar- und Windenergie.

 

Atomkraftfreie Geldanlagen

 

 

 

 

 

Portraitfoto Gerd Junker Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.

Bilanz 2015: Solar und Wind legen zu, Atomkraftwerke stagnieren

Montag, 15. Februar 2016

 

In einem Rückblick auf das Jahr 2015 ziehen die sonnenseiten.com von Franz Alt in Ihrem Beitrag vom 13. Februar 2016 eine insgesamt positive Jahresbilanz für die Energiewende im Jahr 2015. Die teilweise beschworene Wiederbelebung der Atomkraft ist ausgeblieben, Solar und Windkraft dagegen legen global stark zu. Getreu dem Motto Franz Alt’s Motto “Sonne und Wind schicken uns keine Rechnung” also nicht nur vor dem Hintergrund der Weltklimakonferenz Paris in 2015 ein gutes Jahr für die Menschheit.

 

In Deutschland bleiben Alt-AKW’s eine Gefahr

 

Es ist Deutschlands größtes Atomkraftwerk und hat trotzt seines Alters von rund 50 Jahren auch in 2015 noch 20,3 Milliarden Kilowattstunden Strom produziert. Dabei wurde soviel Atommüll erzeugt, dass rechnerisch alle Menschen unseres Planten getötet werden könnten. Insgesamt wurden seit der Errichtung in rund 2.000.000 kg hochradioaktiven Atommülls in Grundremmingen erzeugt. Davon wurden bis heute entsorgt: 0 kg. Die Kosten und die Gefahren für unsere Nachfahren sind nicht abschätzbar.

 

AKW Grundremmingen: Rückbau Block A auf 1 Milliarde Euro geschätzt.

AKW Grundremmingen: Rückbau Block A auf 1 Milliarde Euro geschätzt.

Exemplarisch zeigt Grundremmingen auch die immer größeren Gefahren durch die veralteten AKW’s auf. 2 Störfälle alleine in 2015 zeigen, dass die Anlagen nicht nur wirtschaftlich abgeschrieben sind, sondern dass sie auch die Arbeitsfehler immer mehr häufen. So wurde im März 2015 beim Versuch, die Druckluft des stillstehenden Reaktors B abzuschalten, die für die Betriebssicherheit existenzielle Druckluft des in Betrieb befindlichen Reaktors C ausgeschaltet wurde.

 

Im Reaktor A ereignete sich 1977 einem der größten bekannten Unfälle in deutschen AKW’s, bei dem 2 Arbeiter ums Leben kamen und der zur Stillegung des Blocks A führte. Seit 1983 wird dieser Reaktor zurück gebaut. Laut Wikipedia soll die Abwicklung bis zu 1 Milliarde Euro kosten und führt zu 1.400 Tonnen radioaktivem Abfall, der einer Endlagerung zuzuführen ist.

 

Im November 2015 schließlich kam es beim Transport eines Spaltelements zum Abriss des Kopfes, was kraftwerksintern zur Freisetzung gefährlicher Strahlung hätte führen können. Der Bayerische Landtag hat nun die Aufsichtsbehörde aufgefordert, im Landtag darüber zu berichten.

 

 

Belebung bei AKW’s weltweit blieb aus

 

Nach den Zahlen der Internationalen Atomenergieagentur IAEA und des FORUM Gemeinsam gegen das Zwischenlager und für eine verantwortbare Energiepolitik e.V. zeigt sich, dass die Anzahl der Atomkraftwerke weltweit praktisch konstant bleibt:

 

 

 

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Anzahl der Atomkraftwerke global bleibt unverändert (Grafik: Grünes Geld GmbH; Quelle: sonnenseiten.de)

 

 

 

Auch der Blick auf die Veränderung der Kraftwerkskapazität stimmt positiv, wenn gleich diese Zahlen noch bei weitem nicht ausreichend zur Erreichung der Klimaziele sind:

 

 

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Zubau findet praktisch nur noch im Bereiche der Erneuerbaren Energien statt (Grafik: Grünes Geld GmbH, Quelle: sonnenseiten.de)

 

 

 

Dabei muss man bedenken, dass ein Megawatt Kapazität bei Atomkraft bezüglich der tatsächlich erzeugten Strommenge etwas anderes bedeuten als bei Photovoltaik oder Windkraft. Denn die Kapazität eines Atomkraftwerkes kann zu einem höheren Anteil ausgenutzt werden als die einer Photovoltaik oder Windkraftanlage, die von den natürlichen Energieträgern abhängig sind.

 

Schön zu erkennen im Diagramm ist der Einbruch der Atomkraftwerkskapazität in 2011 – dem Jahr des Reaktorunglückes von Fukushima. Ansonsten ist ein  gleichmäßiger, kleiner Zuwachs bei AKW’s zu beobachten, der jedoch nicht vergleichbar mit dem wesentlich höheren Zuwachs bei den Erneuerbaren Energien ist. Windturbinen und Photovoltaikzellen sind im Jahr 2015 zu einer Standard-Technologie heran gereift, die weltweit millionenfach eingesetzt wird.

 

 

 

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Portraitfoto Gerd Junker Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.

Atomstrom 14 Cent teurer wenn Risiken berücksichtigt

Donnerstag, 12. Mai 2011
Logo gegen Atomstrom

Ein Super-Gau in Deutschland würde Kosten von um die 6.000 Mrd. Euro verursachen.

Wissenschaftler von den „Versicherungsforen Leipzig“ haben errechnet, dass eine Haftpflichtversicherung für Atomkraftwerke so teuer sein müsste, dass der Atomstrom unbezahlbar wäre. Auftraggeber der Studie war der Branchenverband der erneuerbaren Energien (BEE). In Deutschland trage die Versicherungssumme für einen Super-GAU 6.000 Milliarden Euro. Dadurch würde sich der Atomstrom um wenigstens 14 Cent pro Kilowattstunde erhöhen. Somit wäre er deutlich teurer als Windstrom und zusätzlich auch unverkäuflich an der Strombörse.

 

Anlass zu dieser Studie war der Vorwurf, dass Ökostrom viel zu teuer sei. Die Ökobranche möchte aufgrund der Ergebnisse der Untersuchung dies widerlegen. Sie behaupten nun von sich, dass im Gegensatz zu Kohle- und Atomkraftwerken bei ihnen keinerlei versteckte Kosten für die Gesellschaft verursacht werden. Im Entwurf der Ethikkomission heißt es, dass die Gesellschaft einen erheblichen Teil des Risikos bei Atomstrom mitvertreten muss.

 

 

 

 


 

Unser Tipp gegen Atomstrom: Einmalsparen Wachstum 2000+ Ethik

 


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Mindestanlagesumme 2.000 Euro
Wertentwicklung 2009: 25,99% 

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2011: – 4;57

Besonderheit – Sehr gute Chancen auf langfristig hohe Wertzusätze 

– Täglich kündbar

– Sie investieren nachhaltig

– Alle ausgewählten Nachhaltigkeitsfonds berücksichtigen strenge Ethik-Filter

 

 


 

 

Die beteiligten Wissenschaftler der Studie haben errechnet, dass es pro Atomkraftwerk alle 1000 Jahre zu einem Super-GAU aufgrund eines Terroranschlags kommt. Die Wahrscheinlichkeit eines Super-Gaus wegen Altersschwäche, menschlichen Versagens oder Computerviren ist nochmals geringer. Das geschätzte Schadensausmaß von etwa 6.000 Mrd Euro beeinhaltet auch Kosten für eine Umsiedlung sowie für enorme Schäden durch Krebs. Daraus würde sich eine jährliche Versicherungsprämie von etwa 19,5 Mrd. Euro ergeben. Auf den Strompreis umgerechnet würde das mindenstens 14 Cent pro Kilowattstunde ausmachen.

 

Nach Angaben der Deutschen Kernreaktor-Versicherungsgemeinschaft zahlen die Betreiber aktuell nicht einmal 20 Mio. Euro für ihre Haftpflichtversicherung, welche insgesamt 256 Mio. Euro abdeckt. Per Solidaritätsvereinbarung sichern sich die Betreiber jedoch eine Summe von 2,4 Mrd. Euro gegenseitig zu.