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Wo sind all die Gewinne geblieben?

Mittwoch, 14. Oktober 2015

 

 

 

Die Entwicklung der Aktienmärkte, auch der überwiegenden Zahl der grünen und ökologischen Aktienwerte, in den letzten Monaten, lässt sich plakativ mit dem Spruch “wie gewonnen so zerronnen” beschreiben. Bis in den Juni freuten sich Anleger über Kursgewinne. Doch das heiße Wetter im August brachte nicht nur das Eis, sondern auch die Aktiengewinne zum Schmelzen. Was tun, fragt sich mancher Anleger beunruhigt.

 

Plötzlich regierte die Panik an den Börsen Mitte August. Der deutsche Leitindex fiel unter die 10.000 Punkte Marke und international herrschte ebenfalls Ausverkauf-Stimmung. Der amerikanische Index Dow Jones gab am 24. August gleich zu Beginn 1.000 Punkte ab, der größte absolute Verlust seiner Geschichte. Im April jubelten die Analysten, Fachzeitschriften und Kommentatoren riefen ein neues Zeitalter der Aktienanlage aus. Kursziel des DAX wurde nicht selten mit 13.000 Punkte zum Jahresende genannt. Und so überraschend sollte sich das Blatt gewendet haben? Was war geschehen? Weshalb wollten nun so viele Investoren verkaufen und sich vom Markt zurückziehen?

 

Chinas Wirtschaft schwächelt

 

Der Auslöser für den diesjährigen Kursrückgang war China. Dort herrschte bis vor kurzem Aufbruchsstimmung an den Aktienmärkten. Viele Kleinanleger tummelten sich ähnlich wie zu Zeiten des Neuen Marktes in den 2000 er Jahren an den Aktienbörsen. Bereits Wochen vor den am 24 August morgens die chinesische Festlandbörse bereits mit starken Verlusten eröffnete, zweifelten Marktteilnehmer an den offiziellen Wachstumszahlen des Bruttoinlandsprodukts und fürchteten einen Einbruch der Wirtschaft. 

 

China_Flag

Die chinesische Notenbank sowie die Regierung hat versucht die Börsen mit Regulierungen und Interventionen zu stützen. Die überraschende Abwertung des Yuan, der chinesischen Währung, löste an den globalen Finanzmärkten Kursrückgänge aus. Die Devisenreserven Chinas sind durch diese Maßnahmen deutlich zurückgegangen.

 

 

                                                                                                                                                                                        BIP Jahreswachstumsrate China (in %)
                                                                                                                                                                                        Stand: 2. Quartal 2015
                                                                                                                                                                                        Quelle: Bloomberg; DAB

 

Sicherlich hat die abnehmende Stärke der chinesischen Wirtschaft Auswirkungen auf die globale Konjunktur. Insbesondere exportorientierte Länder wie Deutschland werden einen rückläufige Wachstumstendenz spüren können. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit hat die Wachstumsprognosen um 0,7%  auf 3,1% gesenkt.

 

Drohende Zinswende

 

Die Frage wann die US-Notenbank die Zinsen erhöhen wird, sorgte für Spannungen in den letzten Monaten. Börsianer tippten auf eine Zinsanhebung Mitte September. Die US-Wirtschaft wächst moderat und der Zielbereich der Notenbank bezüglich Arbeitslosenquote wurde mit 5,1% genau getroffen. Aufgrund der nun von China ausgegangenen unsichereren Aussichten für die weltweite Konjunktur verschob die FED-Chefin den ersten Zinsschritt. Doch aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Wir dürfen also gespannt sein, wann in den nächsten Monaten eine Zinserhöhung kommt oder ob sie gänzlich ausfallen wird. 

 

Rettungsanker EZB

 

In Europa ist eine Zinswende noch weit entfernt. Die europäische Schuldenkrise wurde zwar aufgrund der Flüchtlingsproblematik aus den Medien verdrängt, sie ist jedoch nicht gelöst. Die Europäische Zentralbank (EZB) verfolgt den Kurs die Märkte mit Liquidität zu schwemmen. Das laufende riesige Anleihen-Kaufprogramm soll gegebenenfalls noch ausgeweitet und zeitlich gestreckt werden. Bis September sollen nach jetzigem Stand Anleihen im Wert von 60 Milliarden Euro gekauft werden. Der gewünschte Inflationsschub blieb bisher jedoch aus und auch die Konjunktur entwickelt sich schleppend wie zuvor. Der Konjunkturausblick ist verhalten und unter anderem durch das VW Debakel getrübt.

 

Hoffnungsschimmer Statistik

 

Viele Anleger sind vorsichtig geworden, denn das freundliche Bild zu Jahresanfang hat sich verdüstert. Statistisch gesehen sind die Monate November bis Mai, Zeiträume mit deutlich positiven Anlageergebnisse an den Aktienmärkten. Für steigende Kurse spricht auch, dass die Notenbanken nach wie vor eine lockere Geldpolitik verfolgen und die Märkte mit Liquidität fluten. Die jüngsten Inflationszahlen die eine null Preissteigerung zum Vorjahr ausweisen, wird dazu führen, dass es auf absehbare Zeit nicht zu einer restriktiveren Geldpolitik kommen wird. Es ist zu erwarten, dass dieses Geld in den nächsten Wochen und Monaten auch den Weg Richtung Aktien finden wird. Ein vorsichtiger Einstieg nach dem Sommerschlussverkauf ist für Anleger gut möglich. Eindeutig sind die Signale jedoch aktuell noch nicht und es empfiehlt sich sukzessive über mehrere Zeitpunkte einzusteigen. Themenspezifische Investitionen erscheinen nach den Kursrückgängen ebenfalls wieder attraktiv und erste Positionen dürfen den Weg ins Anlageportfolio finden.

 

 

 

 

 

Carmen Junker Verfasser des Beitrages:Carmen Junker ist Gründerin der Grünes Geld GmbH und Geschäftsführerin der Grünes Geld GmbH. Carmen Junker:“ Ein Grund mein berufliches Wirken speziell auf die Nachhaltige Geldanlage auszurichten ist, die Welt ein Stück positiver zu gestalten mit den Mitteln und Kenntnissen die mir zur Verfügung stehen. Aus der Verantwortung für die kommende Generation und weil ich selbst noch einige Jahre auf diesem schönen Planeten verbringen möchte“.

Sichere Geldanlage 2015: Teil 1 Aktien- und Aktienfonds

Dienstag, 13. Januar 2015

 

Welche Geldanlagen sind gute und Sichere Geldanlagen 2015?

Sichere Geldanlage 2015

Auch in diesem Jahr möchte ich einen Ausblick auf das kommende Jahr geben – welche Anlageklassen haben dieses Jahr Potenzial, welche sollte man meiden. Natürlich kann niemand mit Gewissheit sagen, wie sich das Jahr entwickelt, allerdings zeigen die Ausblicke der Jahre 2012, 2013 und 2014 dass die Treffsicherheit hoch ist.

 

Teil 1 – Aktien und Aktienfonds
Teil 2 – Anleihen und Anleihefonds
Teil 3 – Lebens- und Rentenversicherungen 
Teil 4 – Immobilien und Immobilienfonds
Teil 5 – Sachwerte wie Gold, Holz oder Windkraft

 

Teil 1 – Sichere Geldanlage in Aktien und Aktienfonds

Der berühmteste Aktien-Index in Deutschland ist der DAX. Er umfasst die 30 wichtigsten deutschen Aktiengesellschaften. Er legt im Jahr 2014 um 4,31% zu. Im Vergleich zum Sparbuchzins von 0,1% ein sehr gutes Ergebnis, historisch gesehen jedoch deutlich unterdurchschnittlich (Durchschnitt: rund 8% p.a.). Dagegen können die nachhaltigen Aktienindizes als sichere Geldanlage teilweise deutlich bessere Werte vorweisen:

 

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Nachhaltige Aktienindizes 2014: Europa und USA gut, Asien zieht Welt-Index ins Minus (Quelle: Onvista.de)

 

 

Das Jahr 2014 war also insgesamt ein durchwachsenes Aktien-Jahr mit einem guten, steigenden Markt in den USA, einem nur leicht steigenden Markt in Europa und mit sinkenden Kursen in Asien-Pazifik. Seit dem Crash 2008 und der Marktkorrektur 2011 ist der Aktienmarkt also in eine reifere Phase eingetreten, die Kurse steigen nicht mehr im Automatik-Modus.

 

Deshalb ist für 2015 jedoch kein schlechtes Jahr angesagt. Die Pause 2014 tat dem Markt insgesamt gut. Starke Marktrückgänge geschehen nämlich entweder durch einschneidende Ereignisse (z.B. 11. September 2001), die niemand vorhersagen kann. Oder durch Euphorie an den Märkten, wenn praktisch jeder investiert ist und die Boulevard-Medien auf den Titelseiten zu Aktien raten. Eine Euphorie ist im Moment nicht zu erkennen – oder wann hat Sie ihr Nachbar zuletzt auf Aktien angesprochen?

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Wie sieht es mit den wichtigen Einflussfaktoren ansonsten aus? Zunächst sind die Zinsen wichtig, denn wenn die Zinsen niedrig sind fließt viel Geld in den Aktienmarkt (da Spareinlagen uninteressant sind). In den USA hat die US-Notenbank FED angekündigt, dass die Zinsen die ersten Monate diesen Jahres wohl unverändert bleiben und dass möglicherweise gegen Ende 2015 mit steigenden Zinsen zu rechnen wäre. Die Entscheidung ist aber noch offen. In Europa hat die Europäische Zentralbank angekündigt, dass die Zinsen voraussichtlich auf mehrere Jahre auf dem heutigen, extrem niedrigen Niveau bleiben. Von den Zinsen droht also höchstens zum Ende des Jahres Gefahr.

 

Bleiben noch die Bewertungen der Aktien, allem voran das Kurs-Gewinn-Verhältnis KGV. Wenn die Kurse im Verhältnis zu den Gewinnen der Unternehmen schon sehr hoch sind, ist Vorsicht angesagt. Wenn die Kurse im Verhältnis zu den Gewinnen der Unternehmen niedrig sind, kann man prinzipiell günstig einkaufen. In Europa kann man dafür das KGV des DAX heranziehen. Im Durchschnitt liegt es bei ca. bei 17, aktuell sind es 13 (Chart zum KGV des DAX). Beim amerikanischen Index Dow Jones liegt es aktuell bei 16, historisch etwas höher bei 18,5 (Chart zum KGV des Dow Jones). Die Bewertungen der Aktien sind also aktuell eher günstig, was tendenziell für steigende Kurse spricht.

 

Fazit: Fallende Kurse kann man zwar nie komplett ausschließen, aber die Ampeln stehen auch in 2015 auf grün und damit sieht es gut aus für ein überzeugendes Aktienjahr 2015. Zweistellige Zuwächse sind zu erwarten, bleiben Sie investiert in Aktien und Aktienfonds.

 

Innerhalb der unserer Musterdepots sehen wir die Entwicklung wie folgt:

 

Wasserinvestments: Wir setzen weiterhin auf Wasser. Nach einem guten Jahr 2014 (Zuwachs: 12,22 Prozent) auch für 2015 alles im grünen Bereich. Die zunehmende Weltbevölkerung braucht Wasser, aber es gibt immer weniger sauberes Wasser.

 

 

Holzinvestments: Das Musterdepot konnte mit plus 13,71 Prozent erneut überzeugen. Auch für den schönsten, natürlichen Wertstoff Holz gilt, dass eine zunehmende Welt-Bevölkerung auf ein immer knapper werdendes Angebot trifft. Weiterhin eine langfristig gute und sichere Geldanlage.

 

 

Erneuerbare Energien (Sonne-Musterdepots): Mit einem Zuwachs von 10,93 Prozent in 2014 konnte sich das Musterdepot Sonne Einmalsparen 5000+ überzeugend in Szene setzen. Allerdings sind sind bei anderen Sonne-Musterdepots auch nur Werte von z.B. 2,56 Prozent erzielt worden. Schuld daran waren schlechte Zahlen der Solarindustrie. Langfristig also ein wichtiges, nachhaltiges Investment mit vielen Chancen. Für 2015 nur spekulativer eingestellten Anlegern zu empfehlen.

 

Klimaschutz: Mit einer weniger starken Konzentration auf die Erneuerbaren Energien, dafür auch mit Anbietern von Dämmstoffen oder Infrastrukturprojekten, bleiben die Klimaschutz-Depots für die meisten Anleger attraktiver als die Sonne-Depots. Die Wertentwicklung in 2014 erreichte bis zu 12,54 Prozent. Für 2015 gilt: Wachstum ist zu erwarten, die Höhe ist aber nicht prognostizierbar.

 

 

Nachhaltiger Vermögensaufbau (Wachstums-Depots): In 2014 waren die Alleskönner-Depots der Sparte Vermögensaufbau auf ganzer Linie überzeugend. Die Sicherheitsdepots erzielten 7,22 Prozent, die Balance-Depots 8,26 Prozent und die Musterdepots Wachstum 9,15 Prozent. Für 2015 erwarte ich ähnliche Ergebnisse, allerdings könnten aufgrund steigender Zinsen die Kurse für Festverzinsliche unter Druck geraten. Die Sicherheitsdepots dürften dann eher bei 3 Prozent als bei 7 Prozent abschneiden. Für Balance und Wachstumsdepots prognostiziere ich Ergebnisse auf dem Niveau von 2014.

 

 

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Portraitfoto Gerd Junker Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.