Mit ‘bargeld’ getaggte Artikel

Bargeld – Kulturgut oder Auslaufmodell?

Dienstag, 14. November 2017
Zusammenfassung: Bargeld, Kartenzahlung und Mobile Payment – wie bezahlt wird, hängt hierzulande nicht nur vom Alter des Kunden ab, sondern auch von der Höhe des Betrags. Die meisten Verbraucher nutzen verschiedene Zahlungsweisen. Auf Bargeld verzichten ist für die meisten unvorstellbar.

 

Dagobert Duck liebt Bares.

Für Dagobert Duck – der reichsten Ente der Welt – ist es ein Hochgenuss, wie ein Seehund hineinzuspringen, wie ein Maulwurf darin herumzuwühlen und es in die Luft zu schmeißen, dass es ihm auf den Kopf prasselt! Die Rede ist von Dagoberts täglichem Talerbad im legendären Geldspeicher von Entenhausen. Zwar wird die Comicfigur auch häufig als wagemutiger Finanzexperte gezeichnet, der sich auch auf dem internationalen Aktienparkett sicher bewegt, dennoch stellt Bargeld – Münzen und Scheine – die solideste und vertrauenswürdigste Form von Geld dar. Wie Dagobert geht es vielen Menschen. Die alte Volksweisheit „Nur Bares ist Wahres“ spiegelt das gesellschaftliche Grundgefühl wider: die Deutschen hängen an ihrem Bargeld.

 

Laut einer Statistik der Deutschen Bundesbank, hat im Schnitt jeder Bürger rund 100 Euro Bargeld im Portemonnaie. Hinzu kommen noch einmal etwa 1.400 Euro in bar, die im Haus – in Zuckerdosen, Sockenschubladen, unter Matratzen und in Geldkassetten sowie Tresoren -aufbewahrt werden.

 

 

 

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Steht die Abschaffung des Bargeldes bevor?

Montag, 18. Mai 2015

Fühlen Sie sich bereits als gläserner Bürger? Was uns die Enthüllungen eines  Edward Snowden klar vor Augen führten, konnte vor noch vor 5 Jahren kaum jemand glauben. Unser Staat, und vor allem unser großer Bruder USA, weiß viel mehr über uns als es die Stasi oder gar die Geheimdienste im Dritten Reich je gewusst haben. eMails, SMS, WhatsApp, Facebook und Telefonate werden in einem Ausmaß flächendeckend überwacht, wie es sich nie jemand je ausgemalt hätte. Jetzt geht die Diskussion einen entscheidenden Schritt weiter. Wie das Handelsblatt in seiner Ausgabe vom 18. Mai 2015 berichtet, fordern führende Ökonomen wie Ken Rogoff oder Willem Buiter die Abschaffung des Bargeldes.

Hintergrund: die staatlichen Organisationen möchten detailliert wissen, wer wem welches Geld zukommen lässt. Der nächste Schritt in der Überwachungsspirale.

 

Rationale Gründe werden angeführt

 

Natürlich gibt es wie bei jeder großen Entscheidung, und die Abschaffung von Münzen und Banknoten wäre ein großer Einschnitt, auch gute rationale Gründe dafür. Man geht davon aus, dass illegale Geschäfte für rund 50 % des Bargeld-Zahlungsverkehrs verantwortlich sind. Drogenhandel und Schwarzarbeit nutzen in der Tat Bargeld. Allerdings werden dort vorwiegend große Scheine genutzt, weshalb bereits ein Verbot großer Banknoten eine große Einschränkung für diese Schattenwirtschaft bedeuten würde und die meisten Normalbürger nicht betrifft. Nicht zuletzt deshalb haben europäische Staaten schon Obergrenzen für Barzahlungen eingeführt. In Frankreich darf man bald nur noch bis 1.000 Euro bar zahlen, seit 2011 gilt diese Grenze schon in Italien. In Griechland gilt gar eine 500 Euro Grenze, und der dortige Bankenverband drängt auf eine weitere Absenkung.

Maximale Summe für Barzahlungen

Obergrenzen für Barzahlungen in europäischen Ländern (Grafik: Grünes Geld GmbH)

 

 

 

Besonders die Notenbanken sind für die Abschaffung: Negativzinsen wären einfacher

 

 

In der aktuellen Niedrigzins-Situation gibt es einen ganz besonderen Grund für die Abschaffung des Bargeldes. Die Notenbanken würden die Zinsen gerne noch weiter ins Negative drücken. So hat die Schweizer Notenbank SNB den Leitzins schon auf minus 0,75 Prozent gesenkt. Doch dieser Strafzins ist höher als die Gebühren für Schließfächer und Versicherung, so dass es sich in der Schweiz lohnt, sein Geld bar abzuheben und in Schließfächern einzulagern. Ohne Bargeld wäre das nicht mehr möglich. Der Negativzins könnte so zum Beispiel auf minus 2 Prozent ausgedehnt werden. Und auch die Europäische Zentralbank EZB wäre sicher froh, die Zinsen weiter senken zu können. Niemand könnte sich ohne Bargeld mehr gegen Negativzinsen wehren.

 

 

Geht das rechtlich überhaupt – kann man das Bargeld abschaffen?

 

 

Der Artikel 128 des EU-Vertrages ist eindeutig: „Von der EZB und den nationalen Zentralbanken ausgegebene Banknoten sind die einzigen, die in der EU als gesetzliches Zahlungsmittel gelten.“ Eine Abschaffung der Banknoten würde also gleichzusetzen sein mit der Abschaffung des einzigen gesetzlichen Zahlungsmittels in der EU. Denn das Giralgeld, also das virtuelle Geld auf

 

gruenesgeldnewsanmeldung

 

unseren Konten und Sparbüchern, ist keinesfalls dem Bargeld gleichzusetzen. Wichtigster Unterschied: Wer sein Geld auf der Bank lagert, trägt das Insolvenzrisiko der Bank. Wie die Fälle Northern Rock (Bank-Run 2007), Island (Bank-Insolvenzen 2008) oder Zypern (Bank-Insolvenzen 2013) vor Augen führen, ist dieses Risiko sehr real. Für den Währungsrechtler Prof. Siekmann könnte Giralgeld nur dann das Bargeld ersetzen, wenn der Staat eine insolvenzgeschützte Alternative bietet. Vielleicht ein Konto bei der Bundesbank für jeden oder einem staatlich garantierten Zahlungsinstitut. 

 

 

 

 

 

 

Schützen vor Währungsturbulenzen: Geldanlagen in Wald

 

 

 

 

 

 

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Portraitfoto Gerd Junker Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.

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