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Wie eine Erbschaft annehmen und sinnvoll anlegen?

Donnerstag, 14. November 2019
Zusammenfassung: Eine Erbschaft stellt den Empfangenden vor Herausforderungen. Nicht jeder Erbe ist geübt in Geldanlagefragen. Welche Überlegungen Sie nach Erhalt des Erbes anstellen sollten erfahren Sie in diesem Artikel

 

Plötzlich fließt ganz viel Geld zu. Sei es nun durch Erbschaft, Schenkung oder durch den Hausverkauf. Was nun? Alles verjubeln oder ein Spendenprojekt unterstützen? Wenn plötzlich viel mehr Geld da ist als gewohnt, kommt oftmals an erster Stelle ein emotionales Problem. Darf ich mich darüber freuen? In Afrika haben die Menschen noch nicht einmal sauberes Trinkwasser. In den Entwicklungsländern werden Kinder noch ausgebeutet – und ich habe plötzlich mehr als je zuvor.

 

Was bewirkt das viele Geld mit dem Charakter? Eines vorneweg: Keine Sorge, Geld verdirbt den Charakter nicht. Bestätigen können das die Berater der Grünes Geld GmbH aus Erfahrung. Sie kennen über die ethisch-ökologische Vermögensverwaltung sehr viele sehr wohlhabende Menschen mit tollem Charakter.

 

 

Die Nachricht über eine Schenkung oder Erbschaft sorgt manchmal für gemischte Gefühle

 

 

Mit einem Mal über sehr viel Geld zu verfügen ohne dass man schon Erfahrung oder finanzielle Bildung hat kann anstrengend sein. Es ist aber auch aufregend sich in das Thema Finanzen einzuarbeiten und einen seriösen Vermögensverwalter zu finden.

 

Sie sind nicht allein mit Ihrer Aufgabe sich über das Erbe Gedanken zu machen. Im Jahr 2018 gab es 65.196 Fälle von Erbschaften zwischen 50.000€ bis 500.000€. Davon lag in 25.355 Fällen die Summe zwischen 50.000€ bis 100.000€. Doch auch größere Summen wurden übertragen.  Bei 10.012 Erbschaften wurden Summen zwischen 500.000€ und 2,5 Millionen Euro vererbt.

 

In vielen Familien gibt es eine gute Planung was mit dem Geld passieren soll. In genauso vielen Fällen jedoch kommt das Erbe unverhofft oder ist größer als erwartet. Als Erbe stehen Sie in einem solchen Fall vor einem „Luxusproblem“, was damit zu tun ist.

 

Nichts überstürzen

 

Stellen Sie sicher, dass Sie keine übereilten Entscheidungen treffen und übermütig werden, denn in solchen Fällen ist das Geld schnell weg. Viele Möglichkeiten hängen von der persönlichen Situation wie Alter, persönliche Vorlieben, Wohnsituation und der sonstigen Vermögenssituation ab.  In vielen Fällen besteht das Erbe ja auch nicht aus liquiden Mitteln. Meist sind es eine Immobilie, Unternehmensbeteiligungen, Kunst oder auch Wertpapierdepots.

Gerd Junker, Geschäftsführer der  Grünes Geld Vermögensmanagement GmbH aus Aschaffenburg rät die neue Situation zuerst genau zu bedenken. Sind Sie als Erbe zwischen 50 und 60 Jahre alt werden sie möglicherweise Ihren Lebensstil so weiterführen wie vorher. Ältere Erben, die bereits selbst Vermögen erworben und aufgebaut haben, stehen vor der Überlegung das Geld besser an die nächste Generation weiterzugeben. Vielleicht denken Sie, dass ihre Kinder mitten in der Aufbauphase und der Familiengründung das Geld besser brauchen könnten. Bei der Anlage des Erbes kann dementsprechend die Vermögensübergabe an die nächste Generation in den Fokus genommen werden. Hierzu gibt es spezielle Konzepte die am besten mit einem kompetenten Berater besprochen werden können. So gibt es beispielsweise Schenkungen mit Veto-Recht und steuergünstige Rentenschenkungen.

 

Versorgungslücken in der Altersvorsorge prüfen

 

Wenn Sie als Erbe jedoch noch Lücken in Ihrer eigenen Altersvorsorge haben, so sollten Sie darüber nachdenken die eigene Vorsorge aufzubessern. Bedenken Sie dabei auch, ob Sie das Geld aufzehren möchten oder ob Sie nur die Erträge aus dem Vermögen verwenden wollen.

 

Hypotheken abzahlen oder nicht?

 

Wenn Sie noch Darlehen oder Hypothekenschulden abzahlen müssen, lohnt es sich zu rechnen, ob diese vorzeitig mit der Erbschaft abzulösen sind. Jedoch Achtung rechnen Sie hier exakt. Kalkulieren Sie von den Banken verlangte Vorfälligkeitsentschädigungen. Achten Sie auch auf die entgangenen Gewinne. Denn das Geld das Sie für die Rückzahlung verwenden kann keine Anlagerenditen mehr erwirtschaften. Sie sollten gerade wenn Sie zu den älteren Erben gehören, allerdings bedenken, dass Sie im Ruhestand auf liquide Mittel zurückgreifen müssen. So ist es nicht sinnvoll, zwar eine abbezahlte Immobile zu haben dafür jedoch kaum Geld um die Lebenshaltungskosten zu bestreiten.

Geldanlage als letzter Schritt

 

Nach all diesen Optionen können Sie überlegen ob das Erbe in Geldanlagen investiert werden soll. Für Ihre Entscheidung, in was Sie investieren möchten, spielt eine Rolle ob Sie vorher schon Geld hatten oder nicht. Die Vermögensstruktur kann durch eine Erbschaft erheblich verändert werden. Daher ist es wichtig, die Verteilung der Anlageklassen zu überprüfen. Waren Sie vorher bereits vermögend, bietet der finanzielle Zuwachs eine gute Gelegenheit die bisherige Anlagestrategie zu überprüfen.

Hilfe suchen und annehmen

 

Wenn Sie vor der Erbschaft noch kein oder wenig Vermögen hatten, sind Sie vermutlich mit den Möglichkeiten der Geldanlage nicht vertraut. Hier hilft es einen seriösen Vermögensverwalter zu konsultieren.

Ihnen ist es aufgrund Ihres Verantwortungsbewusstseins unangenehm, dass sich das ererbte Depot bei der Deutschen Bank oder einem Schweizer Institut das im Rahmen von Finanzskandalen in die Schlagzeilen gekommen ist, befindet? Wenn Ihnen ethisch-ökologische Kriterien bei der Geldanlage wichtig sind, wenden Sie sich an einen Spezialanbieter für nachhaltige Vermögensverwaltung. Dort werden Sie mit Ihren Wünschen erst genommen und verstanden.

 

Die Experten von Grünes Geld stehen Ihnen mit langjähriger Erfahrung zur Seite. Seit 2001 in der Finanzberatung und seit 2007 für ethisch-ökologische Vermögensberatung verfügen sie über hohe Kompetenz und Expertise in Sachen Geldanlage und Nachhaltigkeit. Viele Erben suchten bereits den Rat der beiden Vermögensmanager Carmen Junker und Gerd Junker.

 

 

 

 

 

 

 

 

  Carmen Junker ist Gründerin der Grünes Geld GmbH und Geschäftsführerin der Grünes Geld GmbH. Carmen Junker:“ Ich möchte die Welt ein Stück positiver gestalten mit den Mitteln und Kenntnissen die mir zur Verfügung stehen. Aus der Verantwortung für die kommende Generation und weil ich selbst noch einige Jahre auf diesem schönen Planeten verbringen möchte“.

Alles über die (fondsgebundene) Basisrente in einem einzigen Artikel

Donnerstag, 24. Oktober 2019
Zusammenfassung: Die (fondsgebundene) Basisrente gilt als ideale Altersvorsorge für Selbständige. Erfahren Sie alles in einem einzigen Artikel darüber.

 

Mit den richtigen Fonds wird die Basisrente nachhaltig

 

Die Basisrente stellt für Selbständige die nahezu perfekte Altersvorsorge dar. Mit den richtigen Fonds ist sie zudem auch nachhaltig. Außerdem verspricht die Steuerförderung attraktive Erträge. 

Selbständige müssen privat vorsorgen, da die gesetzliche Rente oftmals nicht greift. Die Basisrente, wird auch nach ihrem Erfinder dem Ökonomen Bert Rürup, oftmals Rürup-Rente genannt. Als geförderte Altersvorsorgeform wurde sie für Selbständige eingeführt, da für diese Gruppe andere steuerlich geförderte Altersvorsorgekonzepte wie die Riester-Rente und betriebliche Altersvorsorge nicht zugänglich sind.

 

Ideal eignet sich die Basisrente für die Altersvorsorge von Gutverdienern und die Menschen über 50 Jahre. Auch Frauen können besonders von der Basisrente profitieren.

 

Die Basisrenten Altersvorsorge ist auch mit ethisch-ökologische Anlagekriterien auszustatten. Wir haben die wichtigsten Punkte zusammengefasst. In diesem Artikel erfahren Sie alles über die Basisrente, so dass Sie außer diesem Artikel von  Grünes Geld, ein erfahrener Experte für nachhaltige Geldanlage, keinen weiteren zu lesen brauchen.  

 

 

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Wie Sie sich Ihre Altersvorsorge ohne Riester und trotz Nullzins aufbauen

Freitag, 20. Mai 2016
Zusammenfassung: Wer auf staatliche Zuschüsse verzichtet kann in kostengünstigere Geldanlagen einsteigen. Damit erhält er mehr Rente und vererbt sogar noch Kapital.

 

Die Sachlage ist klar: immer mehr Rentner müssen von immer weniger Arbeitnehmern getragen werden. Die Folge: eine gesetzliche Rente, die für einen auskömmlichen Lebensabend sorgen könnte, wird es nicht mehr geben. Obwohl ein heute 30jähriger sein ganzes Leben lang arbeitet, wird er aus der Rentenkasse nur noch eine Art Grundsicherung erhalten, zum Sterben zu viel, zum Leben zu wenig. Wer aber statt Wasser und Brot lieber Pasta, Salat und Fruchtsäfte genießen möchte, muss zusätzlich etwas tun.

 

Für die immer mehr werdenden Selbstständigen stellt sich die Frage ohnehin. Diese haben zwar meist das Glück, nicht in die gesetzlichen Rentensysteme gezwungen zu werden, müssen dafür aber entsprechend selbst vorsorgen.

 

 

Wer blickt noch durch beim Förder-Dschungel?

Auch der Staat hat das erkannt und viele Wege geschaffen, wie man privat zusätzliches Kapital zur Seite legen kann und dafür staatliche Förderungen erhalten kann. Die Anzahl ist kaum noch zu überschauen: Riester-Versicherung, Riester-Bausparvertrag, Riester-Banksparplan, Riester-Fondssparplan, Rürup, Pensionskasse, Direktversicherung, Pensionszusage, vermögenswirksame Leistungen, usw.

 

Richtig analysiert und angewendet, kann mit den staatlichen Wegen tatsächlich ein finanziell interessantes Ergebnis erzielt werden. Doch mit Einschränkungen und Restriktionen sind die staatlichen Förderungen immer verbunden, kompliziert und unverständlich sind die Regelungen darüber hinaus, und so mancher Durchführungsweg stellt sich als Irrweg heraus. Nicht erst Hort Seehofer erkannte zum Beispiel: „Die Riester-Rente ist gescheitert.“ (Merkur, 9. April 2016)

 

Doch es geht auch ohne die Fallstricke, Restriktionen und Nullzinsen der staatlich geförderten Produkte. Mit recht einfachen Mitteln kann man sich eine Altersvorsorge selbst aufbauen, die sicher und flexibel ist. In den meisten Fällen kommt dabei auch das beste finanzielle Ergebnis heraus.

 

 

 

Phase 1: Die Ansparphase

Frage 1: Wieviel soll ich sparen?

 

Der lange Weg zum Ruhestand: Nachdenken zahlt sich aus.

Die klassische Anwort auf die Frage, wieviel soll ich monatlich zur Seite legen, ist kompliziert und unscharf: man überlegt, wieviel zusätzliche Rente braucht man, und rechnet dann zurück, wieviel man monatlich sparen muss. Ich habe diese Übung in der Praxis schon ausreichend durchgeführt – und viele Enttäuschungen erlebt. Denn wer kann seriös abschätzen, wieviel Zusatzbedarf in der Zukunft besteht? Wer kann abschätzen, wie sich sein Einkommen in den nächsten 20, 30 oder 40 Jahren verändern wird? Welche Erbschaften stehen an, welche Krankheiten, Ausbildungen etc. müssen finanziert werden? Welche Inflationsrate gilt für die nächsten 20 Jahre?

 

 

Deshalb hier ein pragmatischer Ansatz:

 

 

Für Arbeitnehmer: Schauen Sie sich Ihr Netto-Gehalt an. Davon nehmen Sie 10 Prozent für die Altersvorsorge her. Warum? Das ist lediglich ein Zehntel des Geldes, das sie monatlich zur Verfügung haben. Von 10 Euro also nur 1 Euro. Das muss jeder leisten können. Jetzt kommt Teil 2: Von jeder zukünftigen Lohn-Erhöhung nehmen Sie 50% zur Erhöhung Ihrer Beiträge für die Altersvorsorge. Die anderen 50% behalten Sie für die schönen Dinge des Lebens.

 

 

Für Selbstständige: Die für Arbeitnehmer geltenden 10% des Netto-Gehaltes sind zu wenig – schließlich fehlen bei Ihnen ja die gesetzliche Rente bzw. sonstige gesetzlich vorgeschriebene Rentensysteme. Der normale Arbeitnehmer zahlt 18,7 Prozent – gerundet 20 Prozent seines Brutto-Lohnes. Damit lässt sich eine Grundabsicherung erreichen. Wenn Sie jedoch ein bisschen mehr im Alter haben wollen, dann satteln Sie hier noch etwas obendrauf. Dann sind wir bei 30% Ihres Unternehmerlohns (also tatsächliche Lohn-Zahlungen plus Ihren Unternehmensgewinn). Auch hier gilt: von Lohnerhöhungen oder höherem Gewinn zahlen Sie 50% in die Rente ein, die anderen 50% bleiben Ihnen selbst.

 

 

Frage 2: Wie soll ich ansparen?

 

 

Ich habe Ihnen in der Überschrift versprochen, dass ich Ihnen ein Weg anbieten kann, der die Nullzinsen umgeht. Denn von den Null-Zinsen sind die allermeisten der aktuellen und üblichen, staatlich geförderten Ansparformen betroffen. Selbst fondgebunden Varianten, zum Beispiel bei Riester-Verträgen, leiden unter den Null-Zinsen. Denn der Gesetzgeber verlangt eine Garantie für die eingezahlten Beiträge – in der Folge muss ein Teil der Beiträge in den sogenannten Deckungsstock des Versicherers gehen, der aber nur noch mit aktuell 0,9 % Verzinsung angesetzt wird. Entsprechend gehen auch in fondsgebundenen Riester-Verträgen oftmals 70 oder 80 Prozent der Gelder in den Deckungsstock.

 

 

Um die Nullzinsen zu umgehen sollten Sie deshalb in den Sachwert Aktien investieren. Aktien sind Anteile an Unternehmen – diese profitieren von den Nullzinsen sogar, denn die Konjunktur wird durch niedrige Zinsen angekurbelt.

 

 

Sie glauben Aktien seien risikoreich? Kurzfristig haben Sie damit völlig recht. Doch je länger Ihr Anlagehorizont ist, umso kalkulierbarer werden Aktien. Und dank Investmentfonds können auch Laien in Aktien investieren, denn ein Fondsmanager kümmert sich dann um den Kauf- und Verkauf von Einzeltiteln.

 

 

In der folgenden Grafik sehen Sie den Zusammenhang: wer 30 Jahre in einen Aktienfonds anspart, wird immer sehr zufrieden sein:

Fondssparplan: Bei 30 Jahren Spardauer super sicher. Bei kürzeren Anlagedauern sollten Rentenfonds hinzugenommen werden (Grafik: BVI)

Fondssparplan: Bei 30 Jahren Spardauer super sicher. Bei kürzeren Anlagedauern sollten Rentenfonds hinzugenommen werden (Grafik: BVI)

 

 

Man kann am Diagramm aber auch erkennen: Bei einer 10jährigen Anspardauer kann in Extremfällen wie der Finanzkrise 2008 die Rendite negativ werden. Deshalb empfehlen wir bei Zeiträumen von 20 und weniger Jahren die Beimischung von festverzinslichen Wertpapieren. Je kürzer die Anlagedauer, desto niedriger sollte der Aktienanteil sein.

 

 

Die Ansparung sollte also in eine Auswahl von Investmentfonds erfolgen. Damit lassen sich Renditen deutlich oberhalb der Bank-Zinsen mit einer hohen Sicherheit erzielen, wenn man die empfohlenen Spardauern einhält. Hier mein Vorschlag:

 

 

Anspardauer bis 5 Jahre: Monatssparen Sicherheit (hier klicken)

Anspardauer von 5 bis 9 Jahren: Monatssparen Balance (hier klicken)

Anspardauer ab 10 Jahre: Monatssparen Wachstum (hier klicken)

 

Extra Tipp: Steuern sparen durch Fondspolice

 

Wer in einen Fondssparplan anspart, wird mit einer hohen Sicherheit eine gute Rendite, langfristig zwischen 6 und 8 Prozent, erzielen. Doch eine Tatsache trübt die Freude – die Besteuerung der Gewinne. Für alle Ausschüttungen aus den Fonds und bei allen Umschichtungen zwischen Fonds greift nämlich der Fiskus zu. Die Abgeltungssteuer plus Solidaritätszuschlag und eventuell Kirchensteuer summieren sich auf gewaltige 28 Prozent, die von den Gewinnen einbehalten werden. Dieses Geld fehlt besonders für den Zinseszins-Effekt, denn dieses Geld ist verloren und kann nicht mehr für Sie arbeiten.

 

 

Deshalb mein Tipp: sparen Sie bei der Altersvorsorge nicht in einem Wertpapierdepot an. Sparen Sie bei der Altersvorsorge in eine sogenannte Fondspolice an. Dabei wird Ihr Geld ebenfalls wieder in Fonds angelegt, diese unterliegen aber keiner ständigen Besteuerung. Erst wenn Sie sich zum Rentenbeginn Ihr Kapital auszahlen lassen, wird die Steuer erhoben. Und dann nur nach dem Halbeinkünfteverfahren (bei Verträgen mit mind. 12 Jahren Laufzeit und Mindestalter 62 Jahre).

 

Gleiche Rendite der Geldanlage, aber weniger Steuern: Vorteil der Fondspolice (Berechnungen: Helvetia)

Gleiche Rendite der Geldanlage, aber weniger Steuern: Vorteil der Fondspolice (Berechnungen: Helvetia, Basis 30 Jahre Anspardauer, 30-Jähriger, 250 Euro monatlicher Sparbetrag)

 

 

Wichtig: In unserem Fall nutzen Sie keine Rentenzahlung, sondern lassen sich das Kapital zu Rentenbeginn auszahlen.

Für mehr Informationen zur Fondspolice, klicken Sie hier.

 

Phase 2: Die Rentenphase

Sie haben sich also in den vergangen Jahren ein hübsches Sümmchen zusammen gespart. Bleiben wir bei den Zahlen aus dem obigen Beispiel, wären das 183.000 Euro (Halbeinkünfteverfahren).

Sie könnten sich damit eine lebenslange Rente einer Versicherung auszahlen lassen. Im obigen Beispiel einer Fondspolice würde dann keine Steuer zum Ende der Ansparphase anfallen, es würden also 206.010 Euro für die Rente zur Verfügung stehen. Daraus errechnet beispielsweise die Helvetia eine lebenslange Rente von rund 600 Euro (Stand 2016). Nachteil: Wenn Sie versterben, ist das Kapital verbraucht – Hinterbliebene erhalten dann nichts mehr (es gibt einige kostenpflichte Optionen, um das zu vermeiden; im Normalfall ist das Geld aber komplett oder zum größten Teil verbraucht).

Es gibt aber eine andere Lösung, die das Kapital nicht verzehrt und für Ihre Hinterbliebenen erhält. Die sogenannte 4% Regel.

Was besagt die 4% Regel?

Wer sein Geld zu 60% in Aktien, zu 40% in Rentenpapiere anlegt, kann jährlich 4% des Kapitals entnehmen, ohne dass sich das Kapital aufzehren würde. Okay – im Gegensatz zur lebenslangen Rente einer Lebensversicherung kann ich mir also nicht nur regelmäßig eine Rente auszahlen lassen, sondern ich kann auch jederzeit über meine Gesamtsumme verfügen? Und wenn ich versterbe, bleibt das Geld für meine Hinterbliebenen, zum Beispiel meinem Ehepartner, erhalten? Die verblüffende Antwort darauf ist: ja.

 

Die 4% Regel ist von vielen berechnet und überprüft worden. Trotzdem habe ich selbst auch nochmal eine Überprüfung vorgenommen – und zwar erstmals mit nachhaltigen Renten- und Aktienfonds. Ich habe dabei gleich mit einem kräftig negativen Jahr begonnen und habe die Weltfinanz-Krise von 2008, in der erstmalig sowohl die Renten- als auch die Aktienmärkte kräftig verloren, mit einbezogen.

 

Hier das Ergebnis in Tabellenform:

4Prozent-Regel-funktioniert-praechtig

Die 4%-Regel funktioniert auch in schwierigen Phasen (Berechnung: Grünes Geld, die Entnahme im Jahr 2002 ist erhöht durch der Ausgabeaufschlag der Fonds).

 

Interessant ist auch die Entwicklung des Kapitals über die Jahre:

 

 

Klar erkennbar: trotz extremer Bedingungen bleibt das Kapital erhalten (Berechnung: Grünes Geld GmbH)

Gut erkennbar: trotz extremer Bedingungen und jährlichen Auszahlungen i.H.v. 4% bleibt das Kapital erhalten (Berechnung: Grünes Geld GmbH, ohne Gewähr, Vergangenheitsbetrachtungen lassen keine Rückschlüsse auf zukünftige Entwicklungen zu)

 

Fazit:

Wer es geschickt anstellt, kann ohne staatliche Restriktionen sicher und lukrativ eine Altersvorsorge aufbauen. Im Gegensatz zu den gesetzlich geförderten lebenslangen Renten bleibt dann das Kapital auch noch für die Hinterbliebenen erhalten. Der Ansatz: in einer Fondspolice monatlich 10% des Netto-Einkommens (bei Selbstständigen: 25% des Einkommens) ansparen. Zu Rentenbeginn die Kapitaloption wählen und nach der 4%-Regel das Geld anlegen.

 

 

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Portraitfoto Gerd Junker Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.

Rente: Welche Formen der privaten Vorsorge gibt es? Was sind die Unterschiede zwischen Basis-Rente, Riester-Rente und Privater Rente?

Montag, 09. Mai 2016
Zusammenfassung: Die private Absicherung des Lebensstandards im Alter will gut überlegt sein. Wir erklären die Unterschiede der möglichen Formen wie Riester, Rürup oder Privatrente einfach und für jeden verständlich.

 

Die große Koalition hat das Thema Rente wieder auf den Tisch gebracht. Seit vielen Jahren ist klar, dass die gesetzliche Rente nur noch eine der unterschiedilchen Komponente der Einkünfte im Alter sein wird, zusätzliche Komponenten müssen privat aufgebaut werden. Deshalb wurden unter Bundeskanzler Hr. Schröder und in den Anfangsjahren der Kanzlerschaft von Fr. Merkel grundlegende Reformen eingeführt, die eine private Absicherung (Riesterrente, Basisrente, private Rente) ermöglichen sollten.

 

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Für’s Alter vorsorgen: viele Möglichkeiten sind verfügbar. Nur: welche passt?

Die grundsätzlichen Herausforderungen sind seit Einführung dieser Absicherungs-Wege gleich geblieben: höhere Lebenserwartung und niedrigere Geburtsraten sorgen dafür, dass immer weniger Arbeitnehmer immer mehr Rentner finanzieren müssen. Vor rund 50 Jahren betrug das Verhältnis Arbeitnehmer zu Rentnern 6:1, vor zwei Jahrzehnten noch 2,7:1 und bereits 2030 kommen auf einen Rentner nur noch 2 einzahlende Arbeitnehmer.

 

Zusätzlich hat sich die Rentensituation geändert, denn die erzielbaren Zinsen der Vorsorgeprodukte sind mit Einführung der Niedrigzinsen ebenfalls spürbar gesunken. Die sogenannte Rentenlücke des Einzelnen nimmt also weiter zu.

 

Ich möchte deshalb die gängigen Formen der privaten Altersvorsorge aufzeigen. Dabei verzichte ich auf die Details und vermittle den grundlegenden Überblick. Eine individuelle Beratung kann das natürlich nicht ersetzen, es sollte aber einen guten Überblick geben.

 

 

Welche 3 grundsätzlichen Formen der privaten Altersvorsorge gibt es überhaupt und wie funktionieren diese?

Wer privat vorsorgen möchte kann das auf unterschiedlichste Arten tun. Immobilien kaufen, Aktien kaufen, Sparbriefe bedienen, Oldtimer sammeln, Gold kaufen, Bausparverträge ansparen usw.

 

Die genannten Wege haben allerdings mindestens 1 dieser Nachteile:

 

– man muss sich in dem Themengebiet gut auskennen

– man muss kontinuierlich Zeit aufwenden, um die gewünschten Erfolge zu erzielen

– die Verzinsung ist entweder sehr niedrig oder langfristig schwer kalkulierbar

– es gibt keine “Langlebigkeits-Absicherung”: unter Umständen wird man älter, als das Geld reicht

 

Bequemer und besser kalkulierbar geht die Altersvorsorge deshalb mit dafür vorgesehenen Renten-Verträgen. Alle haben dabei einen Vorteil: die Rentenzahlungen sind Leibrenten, das heißt, sie werden auch tatsächlich bis zum Lebensende gezahlt.

 

Unter den Rentenverträgen gibt es die viele Varianten. Zunächst einmal eingeordnet nach staatlicher Förderung – also zum Beispiel Riesterrente oder Basisrente. Danach nach der Unterscheidung “klassisch” oder “fondsgebunden”. Da die “klassische” Variante allerdings aufgrund der niedrigen Verzinsung kaum noch interessant ist, beziehe ich mich in allen weiteren Ausführungen auf die fondsgebundene Varianten.

 

Hier die grundlegende Übersicht:

 

 

Wie funktioniert’s?

Wie ist die Förderung gestaltet?

Für wen am interessantesten?

Basis-Rente
(= Rürup-Rente)

 

 

 

 

 

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Man zahlt monatliche Beiträge oder Einmalbeiträge ein, und erhält dafür im Ruhestand eine “lebenslange” Rentenzahlung. Die Beiträge zur Basis-Rente können steuerlich geltend gemacht werden. Je nach Steuersatz erstattet der Staat damit rund 20 bis 50 Prozent der Steuern. Achtung: die ausgezahlten Renten sind voll zu versteuern (nachgelagerte Besteuerung) Die absetzbaren Beiträge begrenzt und bei normalen Arbeitnehmern meist schon durch die Einzahlungen in die gesetzlichen Sozialsysteme ausgeschöpft sind, ist die Basis-Rente meist nur  für Selbstständige interessant.

Riester-Rente

 

 

 

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Man zahlt monatliche Beiträge oder Einmalbeiträge ein, und erhält dafür im Ruhestand eine “lebenslange” Rentenzahlung. Auf Wunsch können bis zu 30% zu Rentenbeginn auch als Kapitalausgezahlt werden. Bei voller Einzahlung in den Vertrag zahlt der Staat 154 Euro jährlich an direktem Zuschuss. Für Kinder werden ebenfalls Zuschüsse gezahlt. Zusätzlich “Günstigerprüfung”, d.h. falls die Einzahlungen bei steuerlicher Berücksichtigung mehr Ersparnis gebracht hätten als die Zuschüsse, dann gilt diese Ersparnis. Achtung: die ausgezahlten Renten sind voll zu versteuern (nachgelagerte Besteuerung) Menschen mit vielen Kindern (wegen direkter Zuschüsse) oder Menschen mit hohem persönlichem Steuersatz (wegen Absetzbarkeit).

Private Rente

 

 

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Man zahlt monatliche Beiträge oder Einmalbeiträge ein und erhält dafür eine lebenslange Rente, oder Kapitalauszahlungen. Während der Ansparphase keine Besteuerung. In der Auszahlphase niedrige Besteuerung. Wer mit Basis-Rente oder Riester-Rente finanziell nicht gut fährt oder deren Nachteile (mangelnde Flexibilität) nicht akzeptieren möchte, sollte zur Privaten Rente greifen. In der Praxis der für die meisten sinnvollste Weg zum Aufbau einer zusätzlichen Altersvorsorge.

 

 

 

Fazit: Private Rente meist am besten geeignet

Jeder der privat vorsorgt, sollte sich zunächst die Private Rente ansehen. Moderne Verträge sind sehr flexibel: sie lassen jederzeit Zuzahlungen zu, Auszahlungen sind meist ebenfalls jederzeit möglich, eine Kündigung ist in der Ansparphase innerhalb von 30 Tagen durchführbar, und die Kostenquoten sind gering. Auch Erben haben etwas vom privaten Rentenvertrag: das Kapital in der Ansparphase ist praktisch immer vererbbar, in der Rentenphase durch verschiedene Optionen ebenfalls werthaltig (Renten-Garantiezeit, Rest-Kapitalauszahlung, etc.)

 

Auch die Förderung ist attraktiv – die steuerlichen Ersparnisse in der Ansparphase sind hoch, die steuerliche Belastung in der Rentenphase sehr gering.

 

Die Basisrente ist als Abbild der staatlichen Rente gedacht. Sie ist, einmal abgeschlossen, nicht mehr kündbar (lediglich die Beitragszahlungen können eingestellt werden). Sie wird immer als Rente auf Lebenszeit ausgezahlt. Sie ist nicht vererbbar, nicht beleihbar und im Todesfall kann das Vertragskapital für die Angehörigen verloren sein. Sie kann sich über die Absetzbarkeit der Einzahlungen – bei Verheirateten derzeit immerhin bis zu rund 45.000 Euro jährlich – jedoch rechnen. Aber Achtung: im Gegensatz zur gewöhnlichen Besteuerung von Kapitalanlagen wird bei der Basisrente nicht der Gewinn besteuert, sondern die komplette Auszahlung!

 

Die viel gescholtene Riester-Rente überzeugt auch in der Praxis nur selten. Sehr komplizierte Förder-Regeln und hohe Kosten, unter anderem durch unnötige Garantien, machen Sie zum Mauerblümchen. Nur bei vielen Kindern oder hohen individuellen Steuersätzen kann sie interessant sein. Auch hier gilt: im Gegensatz zur gewöhnlichen Besteuerung von Kapitalanlagen wird bei der Riester-Rente nicht der Gewinn besteuert, sondern die komplette Auszahlung!

 

 

 

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Portraitfoto Gerd Junker Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.

Vergleich: Riesterrente oder Basisrente

Donnerstag, 10. Dezember 2015

Die Rentenversicherung wurde wegen der Überalterung der Gesellschaft durch viele Reformen immer wieder angepasst. Hierdurch ist eine Versorgungslücke entstanden. Um diese zu schließen hat der Gesetzgeber die Riester Rente und die Basisrente eingeführt. Damit Sie diese optimal nutzen können, ist es sehr wichtig, die Merkmale dieser Rentenmodelle zu kennen. Was müssen Sie wissen?

 

 

 

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Versorgungslücke

 

entscheidung-riesterrente-basisrenteUrsache für die Rentenlücke, auch Versorgungslücke genannt, sind die durchgeführten Rentenreformen. Diese sind notwendig, da innerhalb der Rentenbeitragszahlern und Rentenbezieher ein demographischer Wandel stattfindet. Die Anzahl der erwerbstätigen Personen geht zurück, und die Zahl der Rentenbezieher steigt rapide. Ursache hierfür ist die Überalterung der Gesellschaft. Die wachsende Zahl der älteren Menschen sowie die längere Lebenszeit führen zu höheren Rentenzahlungen. Um dieser Entwicklung gerecht zu werden und das Rentensystem zu stabilisieren, werden weiter zukünftige Rentenreformen notwendig sein.

 

Unter der Versorgungslücke versteht man die Differenz der Rente zu dem bisherigen Nettoeinkommen. Dabei geht man davon aus, dass der bisherige Lebensstandard sich an dem Nettolohn orientiert hat. Mit Eintritt in die Rente kann dieser Lebensstandard nicht mehr aufrecht gehalten werden, Einschränkungen beim Lebensstandard sind notwendig. Entscheidend für die Höhe der Versorgungslücke ist die jeweilige Höhe der Rentenbezüge. Die bisherigen Rentenreformen haben das Niveau der Rentenbezüge verringert. Dementsprechend hat sich die Versorgungslücke stetig vergrößert. Es ist auch zukünftig damit zu rechnen, dass sich dieser Trend fortsetzt.

 

 

Riester Rente

Bei der Riester Rente handelt es sich um eine staatlich geförderte privatfinanzierte Zusatzrente. Die staatliche Förderung besteht einerseits in der Zahlung einer Zulage, zum anderen in der steuerlichen Absetzbarkeit bei den Sonderausgaben.

 

Der Anlass für die Einführung der Riester Rente war die Rentenreform von 2000/2001. Dabei wurde das Rentenniveau von 70 % auf 67 % reduziert. Das Rentenniveau bezieht sich dabei auf einen idealtypischen Rentner, der 45 Jahre gearbeitet und in die Rentenversicherung eingezahlt hat. Diese Konstellation trifft für viele heutige und zukünftige Rentner immer weniger zu. In den Erwerbsbiographien gibt es Zeiten der Unterbrechung durch Arbeitslosigkeit, Kindererziehung und Selbstständigkeit. Maßgebend ist letztendlich der individuelle Einzahlungsverlauf in die Rentenkasse. Das jeweilige Rentenniveau bezieht sich auf den letzten Nettolohn.

 

Als Ausgleich für die Herabsetzung des Rentenniveaus auf 67 % hat der Gesetzgeber das Altersvermögensgesetz 2002 eingeführt.

 

Der damalige Minister für Arbeit und Sozialordnung war Walter Riester, somit wurde die Rente aus dem Altersvermögensgesetz im allgemeinen Sprachjargon als „Riester Rente“ bezeichnet.

 

Berechtigte Personen der Riester Rente

 

Hier unterscheidet man zwischen unmittelbar berechtigten Personen und mittelbar berechtigte Personen.

 

Unmittelbar berechtigte Personen

 

Dies sind alle rentenversicherungspflichtige Arbeitnehmer, sowie freiwillig gesetzlich rentenversicherte Personen.

 

Dieser Gruppe gleichgestellt sind Personen, die zwar keine Beiträge leisten, rentenmäßig jedoch so gestellt sind, als würden sie einzahlen. Hierzu gehören:

 

* Bezieher von Arbeitslosengeld
* Bezieher von Krankengeld
* Bezieher von Arbeitslosengeld II (auch Hartz IV genannt)
* Wehr- und Zivildienstleistende
* Bezieher von vollständiger Erwerbsminderungsrente

* Personen, die sich in der gesetzlichen Kindererziehungszeit befinden und Kindererziehungszeiten beantragt haben

Zu den unmittelbar berechtigten Personen zählen auch Beamte, Richter sowie sonstige staatliche Amtsträger.

 

Mittelbar berechtigte Personen

 

Mittelbar berechtigt sind Personen, die keine eigenen Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen, deren Ehe- oder Lebenspartner jedoch unmittelbar berechtigt sind. Voraussetzung ist, dass sie nicht dauernd vom Partner getrennt leben und beide ihren Wohnsitz in der Europäischen Union haben.

 

Beiträge zur Riesterrente

 

Auch hier wird unterschieden zwischen unmittelbar berechtigten Personen und mittelbar berechtigten Personen.

 

Die unmittelbar berechtigten Personen zahlen 4 % ihres Bruttoeinkommens des Vorjahres in die Riester-Versicherung ein. Der maximal geförderte Einzahlungs-Betrag beträgt 2.100 Euro. Der Netto-Eigenbeitrag ergibt sich, wenn man von dem Regelbeitrag oder der Höchstgrenze die Zulagen abzieht.

 

Der gesetzliche Mindestbeitrag für mittelbar berechtigte Personen beträgt 60 Euro im Kalenderjahr. Höhere Beitragseinzahlungen sind möglich.

 

Staatliche Förderung

 

 

Damit möglichst viele Personen eine solche privat finanzierte Rentenversicherung in Anspruch nehmen, fördert der Staat diese Zusatzrente in zweierlei Hinsicht.

 

Die Förderung besteht erstens in der Zahlung von Zulagen, die direkt in den Riester-Vertrag einfließen. Die derzeitige Grundzulage für den Versicherungsnehmer beträgt 154 Euro. Die Grundzulage im ersten Jahr erhöht sich um 200 Euro, wenn die Person jünger als 25 Jahre ist.

 

Zusätzlich wird für jedes Kind eine Zulage gezahlt. Voraussetzung ist, dass für das Kind Kindergeld gezahlt wird. Bei der Höhe der Kinderzulage wird nach dem Geburtsdatum unterschieden.

 

Für Kinder, die vor 2008 geboren sind, beträgt die Kinderzulage 185 Euro pro Jahr. Für Kinder, die nach 2008 geboren wurden, beträgt die Zulage 300 Euro.

 

Die Zulagen für die Kinder können dem Riester-Vertrag des Vaters oder dem Vertrag der Mutter zugeordnet werden. Wird nichts angegeben, werden sie automatisch der Mutter zugeordnet. Ist eine Zuordnung zum Vertrag des Vaters erwünscht, ist eine diesbezügliche Erklärung erforderlich. Die Erklärung der abweichenden Zuordnung ist von beiden Elternteilen zu unterschreiben.

 

Die Höhe der jeweiligen Zulage hängt von dem Einzahlungsbetrag ab. Wird ein geringerer Beitrag als der erforderliche Betrag eingezahlt, werden die Zulagen ebenfalls nur anteilig gewährt. Dieses Prinzip gilt auch für die Zulage der mittelbar berechtigten Personen. Deren Förderung ist abhängig von dem Einzahlungsbetrag des unmittelbar berechtigten Partners.

 

 

Beispiel 1:

 

riesterfoerderung-ueber-partnerDer Ehemann hatte im Vorjahr als Angestellter ein Bruttoeinkommen von 40.000 Euro. Seine Ehefrau ist nicht berufstätig. Sie haben zwei Kinder, eins ist 2007 geboren und das Zweite ist 2009 geboren. Kinder werden dem Ehemann zugeordnet.

 

Ermittlung des Riesterrenten Eigenbeitrages

 

4 % von 40.000 Euro = 1.600 Euro
./. Grundzulage 154 Euro
./. Kinderzulage 185 Euro (für Kind, das 2007 geboren ist)
./. Kinderzulage 300 Euro (für Kind, das nach 2008 geboren ist)

Sein jährlicher Eigenbeitrag ist also 961 Euro.

 

 

Ehefrau ist mittelbar berechtigt.

Jahreseigenbeitrag 60 Euro
Grundzulage 154 Euro

 

Zahlt der Ehemann nur die Hälfte des Eigenbetrages, als 480,50 Euro werden sämtliche Zulagen, auch die der Ehefrau, nur zur Hälfte dem Riester Vertrag gutgeschrieben.

 

 

Beispiel 2:

 

riesterfoerderung-fuer-beamteBeamter hat ein Bruttoeinkommen im Vorjahr von 60.000 Euro. Er ist ledig und hat keine Kinder.

 

Ermittlung des Eigenbeitrages

 

4 % vom Bruttoeinkommen = 2.400 Euro
Maximal geförderter Betrag 2.100 Euro
./. Grundzulage 154 Euro

Jahreseigenbeitrag 1.946 Euro

 

 

 

 

Steuerliche Förderung

 

Neben den staatlichen Zulagen wird die Riester Rente auch noch steuerlich gefördert. Der eingezahlte Betrag in das Riester-Produkt kann als Sonderausgaben geltend gemacht werden. Neben der eigenen Beitragsleistung werden auch die Zulagen als Sonderausgaben anerkannt. Diese Möglichkeit der steuerlichen Förderung ist insbesondere für besser verdienende Personen vorteilhaft. Das Finanzamt führt stets eine Günstiger-Berechnung durch und überprüft dabei die Vorteilhaftigkeit bezüglich Zulagen und Steuerersparnis.

 

Vertragsarten und Zinsbesteuerung

 

 

 

Als Riester-Produkte eignen sich 4 Vertragsarten. Diese sind

  • Fondsparplan
  • Banksparplan
  • Versicherungsvertrag
  • Bausparvertrag

Bei all diesen Produkten gilt, dass die jährlichen Zinsen während der Ansparphase steuerfrei sind. Man spricht hier von einer Steuerverlagerung nach hinten. Das bedeutet, dass die Beiträge zwar steuerfrei sind, nicht jedoch die späteren Rentenbezüge. Diese unterliegen dann dem individuellen Steuersatz. Bei Rentenbezug dürfte dieser Steuersatz in der Regel niedriger sein als der während der Ansparphase. Durch die zeitliche Verschiebung und durch diesen Effekt spart man schließlich spürbar Steuern.

 

Auszahlung des Guthabens aus dem Riester-Vertrag

 

Vom Grundsatz her ist vorgesehen, dass eine Verrentung des Guthabens erfolgt. Das resultiert daraus, dass der Gesetzgeber primär die Altersabsicherung fördern möchte. Jedoch kann bei Renteneintritt eine Auszahlung erfolgen. Bis zu 30 % des Guthabens können einmalig ausgezahlt werden. Erfolgen höhere Auszahlungen, ist dies förderschädlich. Dies hat zur Folge, dass die Zulagen entfallen und eine Nachbesteuerung stattfindet. Der ausgezahlte Betrag unterliegt der Besteuerung und führt dazu, dass die Rentenzahlungen aus dem Riester-Vertrag niedriger ausfallen.

 

Eine weitere Besonderheit ist die Verwendung des Riester-Guthabens für die Anschaffung von Wohneigentum. Diese Form der Verwendung wird als Wohnriester bezeichnet. Wohneigentum ist die beste Anlageform gegen Altersarmut. Statistiken zeigen, dass Rentner mit einer Wohnimmobilie einen höheren Betrag der Rente zur freien Verfügung haben. Dies hat der Gesetzgeber erkannt und ermöglichte die vorzeitige Verwendung des Guthabens für Wohnzwecke. Das Guthaben samt Förderzulagen darf verwendet werden zum Kauf oder Neubau von Wohneigentum, zur Entschuldung bestehender Immobiliendarlehen oder für gezielte altersgerechte Modernisierungskosten.

 

Basisrente

 

Sie wird umgangssprachlich auch Rürup-Rente, nach dem Ökonom und Rentenexperte Bert Rürüp, bezeichnet. Ähnlich wie die Riester Rente ist das Ziel der Basisrente den Aufbau einer kapitalgedeckten privaten Zusatzrente zu fördern. Sie wurde 2005 als weiterer Baustein der Altersvermögenssicherung eingeführt. Sie kann von allen Personen genutzt werden, richtet sich jedoch insbesondere an Selbstständige und Freiberufler. Diese unterliegen überwiegend nicht der Beitragspflicht zur gesetzlichen Rentenversicherung. Die Basisrente ermöglicht dieser Personengruppe somit den gezielten zusätzlichen Aufbau einer Alterssicherung.

 

Staatliche Förderung

 

Die staatliche Förderung der Basisrente besteht darin, dass die Beiträge zu dieser Versicherungsform steuerlich als Sonderausgaben absetzbar sind. Somit kann sich über die gesamte Einzahlungslaufzeit ein erheblicher Steuerspar-Effekt ergeben. Analog der Riester Rente handelt es sich auch hier um eine nachgelagerte Besteuerung, das bedeutet, dass die Rentenzahlungen voll steuerpflichtig sind.

 

Besonderheiten der steuerlichen Absetzbarkeit

 

 

 

Die Höhe der steuerlichen absetzbaren Sonderausgaben betragen in 2015 bei ledigen Personen 22.172 Euro und für Eheleute 44.344 Euro. Allerdings gibt es bezüglich der Höhe der Absetzbarkeit die Besonderheit, dass der absetzbare Teil sich jährlich um 2 % erhöht. In 2015 beträgt dieser Gesamtanteil 80 %. Ab dem Jahr 2025 können 100 % der Beitragszahlungen abgesetzt werden.

 

Produkte der Basisrente

 

Aktuell gibt es 3 Produktarten für diese Form der Altersvorsorge. Diese sind

  • traditionelle Rentenversicherung
  • fondsgebundene Rentenversicherung
  • Fondssparen

 

Auszahlung der Basisrente

Die Besonderheit bei der Basisrente ist, dass diese nur als laufende Rentenzahlungen möglich sind. Einmalauszahlungen wie bei der Riester Rente gibt es hier nicht. Es besteht zudem kein Kapitalwahlrecht wie bei normalen Rentenversicherungen.

 

Die Rentenlaufzeit endet mit dem Tod der begünstigten Person. Eine Übertragung auf Ehepartner oder weiterer Rentenzahlungen an Hinterbliebene ist nicht vorgesehen. Versicherungsgesellschaften haben kombinierte Versicherungsprodukte angeboten, die solch eine Absicherung beinhalten. Hier muss jedoch vorher geklärt werden, dass diese nicht steuerschädlich sind.

 

Weitere Besonderheiten der Basisrente 

 

Ähnlich wie die Riester Rente wird die Rürup Rente in der Ansparphase nicht auf das Arbeitslosengeld II angerechnet. Auch im Falle eines Konkurses bleibt der Vertrag unangetastet. Dies ist ein bedeutender Vorteil für Selbstständige und Freiberufler.

 

Wertsteigerungen bei fondsgebundenen Rentenversicherungen und Fondssparplänen bleiben steuerlich ebenfalls unberücksichtigt.

 

Die Basisrente kann mit einer Berufsunfähigkeitsrente kombiniert werden. Beide Beiträge sind abzugsfähig, sofern der Anteil der Berufsunfähigkeitsversicherung kleiner ist als 50 %.

 

 

Beurteilung beider Rentenformen

 

Der Gesetzgeber hat mit diesen beiden Rentenformen eine Ergänzung zu der gesetzlichen Rentenversicherung und der betrieblichen Altersversorgung geschaffen. Diese Form der zusätzlichen Altersvorsorge wird im Zuge weiterer Rentenreformen immer wichtiger. Die Versorgungslücke zu reduzieren und eine bedarfsgerechte Altersvorsorge aufzubauen sind unumgänglich.

 

 

 

entscheidung-basisrente-oder-rueruprente

 

 

Insbesondere die Basisrente ermöglicht es den selbstständigen Personen und den Freiberuflern eine kapitalgedeckte private Rentenversicherung aufzubauen. Aber auch gutverdienende Pflichtmitglieder in der gesetzlichen Rentenversicherung haben die Möglichkeit eine zusätzliche Altersvorsorge zu betreiben. Hierdurch können Steuerzahlungen in Altersvorsorge umgewandelt werden.
Es gibt jedoch auch negative Kommentare zu beiden Rentenmodellen. Der Hauptkritikpunkt zu den Rentenprodukten sind die hohen Kosten. Hierdurch wird die Rendite der Altersvorsorge verringert. Ein weiterer Kritikpunkt bei der Riesterrente ist, dass das Bezugsalter bis zur Rentabilität der Rentenmodelle sehr hoch ist. Stirbt der Begünstigte vorher, war die Einzahlung ein Verlustgeschäft. Kritisiert wird auch, dass gerade Geringverdiener kaum eine Möglichkeit der Altersvorsorge haben. Zudem wird die spätere Rentenzahlung auf die Grundsicherung angerechnet. Somit ist für diese Personen eine private Altersvorsorge wenig sinnvoll.

 

Viele dieser Kritikpunkte haben eine gewisse Berechtigung. Jedoch muss man berücksichtigen, dass auch die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung mit dem Tod verfallen. Auch hier kann die Situation entstehen, dass die Einzahlungssumme deutlich höher war als die Summe der Rentenauszahlungen.

 

In der nachfolgenden Tabelle werden beide Rentenmodelle bezüglich Möglichkeit und Vorteilhaftigkeit beurteilt. Somit erhalten Sie eine Entscheidungsgrundlage für Ihre persönliche Situation.

 

Vergleich Pro und Contra staatlich geförderter Vorsorgewege

 

Name Riester Rente Basisrente Bemerkungen
Erwerbsstatus      
Angestellte      
– Niedriges Einkommen optimal weniger geeignet  
– Mittleres Einkommen optimal    
– Hohes Einkommen optimal gut geeignet  
Angestellte pflichtversichert in berufsständigen Versorgungswerken     Riester: Mitglieder von Versorgungswerken sind nicht förderfähig
– Niedriges Einkommen nicht möglich weniger geeignet  
– Mittleres Einkommen nicht möglich    
– Hohes Einkommen nicht möglich    
Selbstständige nicht möglich optimal Riester: Pflichtmitglieder in der gesetzl. Rentenversicherung sind förderfähig
Selbstständige gefördert über Ehegatte weniger geeignet optimal  
Beamte optimal gut geeignet  
Einkommen      
Unterhalb Beitragsbemessungsgrenze gesetzl. Krankenversicherung optimal   Riesterförderung ist höher als Förderung Basisrente
Oberhalb Beitragsbemessungsgrenze für die gesetzl. Krankenversicherung optimal gut geeignet  
Art der Krankenversicherung      
gesetzlich optimal gut geeignet  
privat gut geeignet gut geeignet  
Flexible Beiträge      
erhöhen gut geeignet gut geeignet Bis zur maximalen Obergrenze
aussetzen (temporär) gut geeignet gut geeignet Je nach Produktart sind Mindestwerte notwendig
reduzieren gut geeignet gut geeignet Vertrag ursprünglich auf höhere Summe kalkuliert
freistellen gut geeignet gut geeignet Mindestwerte beachten
Kapitalentnahme     Rürup: keine Kapitalauszahlung erlaubt
während der Einzahlungsphase weniger geeignet nicht möglich Riester: im Rahmen der Wohnriester-Förderung möglich
zu Beginn der Rentenphase weniger geeignet nicht möglich Riester: 30 % des Kapitals möglich
Flexibilität Rentenbeginn      
vorziehen     Gesetzliches Mindestalter von 62 Lebensjahren beachten
aufschieben gut geeignet optimal Riester: maximal bis zum 85. Lebensjahr, gesetzl. Mindestalter von 62 Lebensjahren beachten
Renditechancen gut geeignet optimal Riester: Beitragsgarantie. Beitragsanteile oberhalb der Garantie können renditeorientiert angelegt werden
      Rürup: keine Vorgaben
Vererbbarkeit weniger geeignet nicht möglich Riester: förderunschädlich an Ehegatte und Lebenspartner/-gefährte und kindergeldberechtigte Kinder; förderschädlich ist auch eine freie Vererbbarkeit möglich
      Rürup: nur mit zusätzlichem Hinterbliebenenschutz, Kinder sind nach Ehegatten erbberechtigt (Auszahlung nur als Rente)
Hinterbliebenenabsicherung   weniger geeignet  
Hartz IV-Sicherheit optimal gut geeignet Nur in der Einzahlungsphase, nicht in der Auszahlungsphase im Rahmen der Grundsicherung
      Riester: unpfändbar
      Rürup: abgesehen von Einzelfällen unpfändbar
Zuschussmöglichkeit des Arbeitgebers nicht möglich nicht möglich  
Einfachheit des Antrages auf staatliche Förderung gut geeignet   Riester: jährlich über die Steuererklärung und einmaligen Dauerzulagenantrag
      Rürup: jährlich über Steuererklärung
Dynamischer Ausbau der staatlichen Förderung weniger geeignet   Riester: im Rahmen der Förderobergrenze möglich, aber keine weitere Ausbaustufen
      Rürup: im Rahmen der Obergrenze von 22172 Euro (wird bis zum Jahr 2025 schrittweise) jährlich für Ledige möglich (Verheiratete: 44344 Euro)
Absicherung des Risikos von Berufsunfähigkeit Nicht möglich optimal Rürup: Beiträge für eine Berufsunfähigkeitsversicherung sind in Kombination mit dem Hauptvertrag ebenfalls steuerlich absetzbar (Arbeitgeber ist nicht in die Vertragsabwicklung involviert)