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Steht Dexia vor dem finanziellen Aus?

Freitag, 07. Oktober 2011
Dexia

Finanzgigant Dexia steht vor finanziellem Abgrund.

Der belgisch-französische Finanzkonzern Dexia zählt zu einem der wichtigsten Unternehmen in der Branche der nachhaltigen Investments. Auf dem deutschen Markt befinden sich insgesamt 17 nachhaltige Investmentfonds des Konzerns mit einem gesamten Anlagevolumen von rund einer Milliarde Euro. Viele nachhaltige Banken und Umweltbanken haben diese Fonds in ihrem Angebot. Jetzt kam die Meldung, dass Dexia am finanziellen Abgrund steht, ein Schock, nicht nur für Anleger.

 

Dabei erhielt der Konzern erst vor 3 Jahren Zuschüsse in Milliardenhöhe von den Regierungen in Paris und Brüssel um seine Existenz aufrechtzuhalten. Aufgrund der US-Bankenkrise geriet der Finanzgigant ins Schwanken, da er zur damaligen Zeit der weltweit größte Finanzierer von Immobilienkrediten für Kommunen war. Auslöser für die jetzige Krise ist das bankrotte Griechenland. Dexia ist nämlich in Besitz von milliardenhohen griechischen Schuldverschreibungen. Zusätzlich hat der Konzern ein großes Engagement auch in andere Krisenstaaten von Europa. Es wird geschätzt, dass Dexia rund 95 Milliarden Euro an problematischen Wertpapieren haben soll.

Um eine Insolvenz zu vermeiden wird man um eine Zerschlagung aller Wahrscheinlichkeit nicht herumkommen, da extrem hohe Abschreibungen drohen. Hinzu kommt das Problem um die Beschaffung von frischem Kapital. Rexia ist darauf ausgelegt, regelmäßig und kurzfristig sich zu refinanzieren, indem sie Kredite bei anderen Banken aufnehmen. Nun, da jedoch eine Krise droht, sind nur wenige bis keine Finanzinsitute bereit frisches Kapital bereitzustellen.

Viele Anleger haben laut belgischen Medien aus Angst vor einer Insolvenz ihr Geld zurückgeholt. Mehrere hunderte Millionen Euro sollen bereits bei Dexia abgezogen worden sein.

 

Belgien und Frankreich sind nun bemüht unbedingt eine Insolvenz von Dexia zu vermeiden. Schließlich ist das Unternehmen ein enorm wichtiger Bestandteil für den belgischen Finanzsektor und  der wichtigste Finanzierer der französischen Kommunen. Außerdem würden etwa 35.000 Menschen ihren Arbeitsplatz verlieren.

 

Geplant ist deshalb eine Zerschlagung von Dexia in drei Teile. Der belgische Ministerpräsident, Yves Leterme, strebt eine Verstaatlichung des belgischen Teils an, Frankreich fordert, dass das französische Kommunalfinanzierungsgeschäft mit der staatlichen Caisse des Depots under der Postbank Banque Postale fusionieren soll. Eine Fusion mit der belgischen Bank KBC steht ebenfalls zur Debatte.

Was aber auch passieren mag, der große Finanzkonzern Dexia wird es in der jetzt bestehenden Form nicht mehr lange geben.