Mit ‘Bienen’ getaggte Artikel

Glyphosat – Umstrittene Abstimmung über einen umstrittenes Produkt

Freitag, 01. Dezember 2017
Zusammenfassung: Pflanzengifte mit dem Wirkstoff Glyphosat dürfen in der EU weitere fünf Jahre verwendet werden. Das entschied die Abstimmung der Mitgliedstaaten in Brüssel in dieser Woche. Glyphosat steht im Verdacht, Krebs zu erregen. Außerdem bedroht der Stoff die biologische Artenvielfalt, vor allem Insekten und Feldvögel. Frankreich hat bereits seinen nationalen Ausstieg angekündigt. In Deutschland wird derzeit laut über diese Möglichkeit nachgedacht.

 

Glyphosat bleibt vorerst weiter zugelassen.

 

Anfang der Woche stand die Entscheidung fest: Das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat bleibt für weitere fünf Jahre in der Europäischen Union zugelassen.

 

Die letzte Zulassung für Glyphosat endete im Sommer 2015. Da unterschiedliche Gutachten vorlagen und sich der zuständige EU-Ausschuss nicht einigen konnte, entschied die EU-Kommission, dass die Genehmigung für das Unkrautvernichtungsmittel mit der Frist bis Ende 2017 vorerst verlängert wird. Rechtzeitig vor Ablauf dieser Frist wurde am Montag dieser Woche von den EU-Mitgliedern im Brüsseler Berufungsausschuss abgestimmt und für den Einsatz von Glyphosat während der kommenden fünf Jahre grünes Licht gegeben.

 

 

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„Es grünt so grün“ – Urban Gardening entwickelt sich zum Trend

Mittwoch, 19. April 2017
Zusammenfassung: Großstadtleben, Selbstversorgung und Kommunikation. Unter diesen drei Schlagworten lässt sich der Trend zum Urban Gardening zusammenfassen. Immer mehr Stadtbewohnter engagieren sich in vielfältigen Projekten, produzieren nachhaltig Lebensmittel und verbessern Klima und Lebensqualität.

 

 

Selbst angebaut und geerntet schmeckt es nochmal so gut.

Es ist noch nicht so lange her, da hing Kleingärtnern noch der Ruf eines verschrobenen Spießers an, der – als Ausgleich für das Alltagsleben in der Stadt – am Wochenende in seiner Parzelle kleine Mengen an Obst, Gemüse und Blumen züchtet und im Vereinsheim ein Feierabend-Bier trinkt.

 

Ob diese Idylle in Reinkultur jemals so existiert hat, sei dahin gestellt. Fakt ist, dass immer mehr „Stadtmenschen“ Gartenarbeit für sich neu entdeckt haben. Dabei sind in den vergangenen Jahren viele interessante Projekte entstanden, die unter dem Begriff Urban Gardening, also Gärtnern in der Stadt, zusammengefasst werden.

 

 

Ursprünge des Urban Gardening

Eigentlich ist Urban Gardening keine neue Entwicklung. Mit der Entstehung der Städte war es von je her von Bedeutung, die Bevölkerung mit Lebensmitteln zu versorgen. Da die Transportwege vom Land in die Stadt teilweise beschwerlich und lang waren, wurde auch in den Stadtvierteln Landwirtschaft und Viehzucht – wenn auch in einem bescheideneren Ausmaß – betrieben. Mit diesen Stadtgärten konnten Versorgungsmängel in Kriegs- und Krisenzeiten überbrückt werden.

 

Damit dient Urban Gardening nicht nur Projekten à la „Unser Stadt soll schöner werden“ sondern kann auch heutzutage noch ein relevanter Faktor in der Versorgung der städtischen Bevölkerung darstellen. Nach den verheerenden Folgen des Hurrikans Katrina im Süden der USA zeigte sich, dass es in den betroffenen Regionen bereits nach drei Tagen zu Versorgungsengpässen kam.

 

 

Licht und Luft für die Stadtbevölkerung

Stadtnahes Gärtnern – klassische Schrebergärten.

Der Leipziger Arzt Moritz Schreber erforschte im 19. Jahrhundert die negativen Auswirkungen des Stadtlebens zu Beginn der Industrialisierung. Um Kindern ein gesünderes Umfeld zu bieten, empfahl er „Armen- und Specialgärten“ als Ausgleich für das naturferne Leben in den städtischen Mietskasernen. Die daraufhin entstehenden Schrebergartenkolonien gehen zwar nicht direkt auf die Initiative Schrebers zurück, folgen aber seiner Empfehlungen, Licht, Luft, Sonne und Bewegung als wichtigen Teil der Gesundheitsvorsorge für Stadtkinder zu ermöglichen. Noch heute ist die Schrebergartenkultur rund um die industriellen Ballungszentren weit verbreitet. Im Ruhrgebiet ist die Kleingarten-Kultur noch immer fest im Selbstverständnis der Region verankert.

 

Neue Impulse erhielt das städtische und stadtnahe Gärtnern in den 1970er Jahren. So fanden sich Menschen in den New Yorker Community Gardens zusammen und bewirtschafteten gemeinsam städtisches Brachland. Neben der Selbstversorgung mit gesunden Lebensmitteln steht dabei auch die Kommunikation im Mittelpunkt der Projekte in Manhatten, Brooklyn und vielen anderen Teilen des „Big Apple“. Bekanntheit erlangten die Urban Gardening Projekte auch 1990 durch den US-Film „Green Card“ von Peter Weir. Hauptdarstellerin Andy MacDowell engagierte sich darin beruflich und privat für die Begrünung der Innenstadt.

 

 

Boom regionaler Produkte

Immer mehr Urban Gardening-Projekte engagieren sich für mehr Grün in den Städten, nachhaltige Bewirtschaftung der zur Verfügung sehenden landwirtschaftlichen Flächen und die umweltschonende Produktion von regionalen Lebensmitteln.

 

Damit schaffen Urban Gardening-Projekte nicht nur einen angenehmen Ausgleich für Städter zum Arbeitsleben fernab der klassischen Landwirtschaft, sondern fördern auch relevante politische und gesellschaftliche Entwicklungen.

 

Offene Gartenprojekte stärken Verantwortung und Gemeinsinn.

Wer seine Lebensmittel – mindestens teilweise – selbst herstellt, konsumiert quasi automatisch bewusster. Denn wer selbst gepflanzt, gejätet, geerntet und zubereitet hat, weiß die geleistete Arbeit zu schätzen und sieht viele Nahrungsmittel mit anderen Augen. Das selbst angebaute Obst und Gemüse ist damit mehr als nur ein Nahrungsmittel. Die Produkte stehen für selbstbestimmten und verantwortlichen Konsum. Auch wenn der Erntesegen nicht generell üppig ausfällt, liefert Urban Gardening den ökonomischen Gegenentwurf zur Macht der multinationalen Lebensmittelkonzerne. Die Wertschätzung und das steigende Interesse an Produkten aus heimischem Anbau entsprechen damit den Prinzipien der Slow Food-Bewegung, die sich für gute, saubere und faire Nahrungsmittel stark macht.

 

Diese Identifikation mit den regionalen und saisonalen Lebensmitteln stärkt auch die Identität der Gemeinschaft. Und auch wenn diese Formen der Subsistenzwirtschaft in unseren Großstädten teilweise noch eher symbolischer Natur sind, gelten sie als Wegweiser für eine nachhaltigere Entwicklung. Schließlich werden ähnliche Projekte in ärmeren Ländern als Hilfe zur Selbsthilfe auch von internationalen Organisationen unterstützt, denn hier ist die Subsistenzwirtschaft überlebenswichtig. Ein eindrucksvolles Beispiel dafür sind auch die Aktivitäten von Vandana Shiva. Die Trägerin des alternativen Nobelpreises propagiert die Nutzung traditioneller Anbaumethoden und des eigenen Saatgutes, um die Bevölkerung ausreichend zu versorgen und von Saatgut, Düngemitteln und Pestiziden internationaler Anbieter unabhängig zu machen.

 

 

Umwelt- und klimafreundliche Stadtentwicklung

Selbstversorgung ist ein wichtiger Leitgedanke in der Philosophie des Urban Gardening. Aber auch die Verantwortung für Umwelt und Klima sind wichtige Treiber der Entwicklung. Dabei profitiert nicht nur das urbane Klima von den wachsenden grünen Oasen der Städte. Da die regionale Versorgung mit Lebensmitteln Transportwege auf ein Minimum reduzieren, wird auch der CO2-Ausstoß vermindert. Weitere Einsparungspotenziale ergeben sich durch effizient genutzte Anbauflächen.

 

Vielfach leisten Urban Gardening-Projekte auch einen relevanten Beitrag zum lokalen Recycling, den organische Abfälle werden kompostiert und im Anbau wieder integriert. Da urbaner Gartenbau im Allgemeinen den Prinzipien des ökologischen Gärtnerns folgt, entfällt auch eine Belastung des Trinkwassers durch Pestizide.

 

Schließlich leistet Urban Gardening auch einen Beitrag zur Biodiversität. Durch blühende Felder werden Bienen und weitere Nützlinge in die Städte gelockt und finden neue Lebensräume.

 

 

Neue Großstadtkultur – gemeinsam statt einsam

Gemeinschaftliche Leben auf dem Lande – Vereinsamung in den Großstädten. So einfach lässt sich das soziale Leben längst nicht mehr zusammenfassen. Gerade die sozialen Bewegungen innerhalb der Metropolen verändern dieses Bild. Durch Urban Gardening-Projekte entstehen innerhalb der Zentren neue Begegnungsstätten mit hoher Aufenthaltsqualität. Gemeinsames Arbeiten an einem Projekt verbindet und wirkt sich so auch positiv auf das gesellschaftliche Klima aus. Dabei erweist sich die Gardening-Bewegung als hochintegrativ und überwindet Alters- und Nationalitätsgrenzen. Beispielhaft dafür stehen die interkulturellen Bio-Gärten in den Berliner Bezirken Kreuzberg und Neukölln.

 

 

Stadtluft wird grün

Dachgärten – ein Platz an der Sonne.

Auch ansonsten zeigt sich die Hauptstadt als einer der Vorreiter im urbanen Grün. Hier ist in den vergangen Jahren eine sehr rege Urban Gardening-Szene entstanden. Dabei werden Neugärtner von erfahrenen Hobbygärtnern unterstützt. Das Angebot erstreckt sich vom Bauerngarten zum selber Ernten über das Pflanzen neuer Obstbäume bis zur gemeinsamen Nutzung und Ernte von Wildblumen und Kräutern.

 

Auch Nordrhein-Westfalen hat zahlreiche kommunale Grabeland-Projekte initiiert. Im Gegensatz zur festen Gartenangeboten in der Stadt, wird das Grabeland nur für eine bestimmte Zeit bewirtschaftet, das die Gebiete mittelfristig anderweitig genutzt werden sollen. Meist werden daher nur einjährige Pflanzen angebaut, Gartenlauben und Baumbestände sucht man hier vergebens. Der Vorteil allerdings liegt in der sehr geringen Pacht der Grabeland-Parzellen. Außerdem wird aktuell ungenutztes Brachland sinnvoll nutzbar gemacht.

 

Auch ambitionierte Unternehmen haben den Urban Gardening-Trend für sich entdeckt und bieten – auch außerhalb der Trend-setzenden Metropolen stadtnahes Ackerland an. Das Bonner Start-up „meine ernte“ beispielsweise, vermietet an derzeit 26 Standorten Gemüsegärten in unterschiedlichen Größen. Gartengeräte werden gestellt, außerdem steht den Freizeitgärtnern eine landwirtschaftliche Fachkraft zur Seite. Der Arbeitseinsatz der Mieter beträgt so lediglich 2 bis 3 Stunden pro Woche. Mit einem sogenannten „Gemüsepatronat“ können soziale Einrichtungen mit einem gesponserten Garten unterstützt werden.

 

 

Neue Landlust

Im Zuge von Urban Gardening hat sich auch ein stärkeres Interesses an Subsistenzwirtschaft im größeren Stil entwickelt. So haben sich in den letzten Jahren Projekte entwickelt, die abseits der eingeschränkten räumlichen Möglichkeiten der Städte als Gemeinschaftsprojekte aktiv sind. Ein Beispiel dafür ist das Netzwerk Solidarische Landwirtschaft (SoLawi). Dabei handelt es sich um einen Zusammenschluss von Landwirten und Gärtnereien. Zusammen mit privaten Haushalten bilden sie eine Wirtschaftsgemeinschaft. Während die landwirtschaftlichen Betriebe zuverlässig ihre Ernte sowie selbst hergestellte Produkte liefern, verpflichten sich die beteiligten Haushalte zur Abnahme der Erzeugnisse und leisten im Voraus einen festgesetzten Beitrag. Die bäuerlichen Betriebe profitieren von der festen Kundenstruktur und können bedarfsorientiert produzieren. Die Haushalte erhalten frische und gesunde Lebensmittel von einem regionalen Anbieter ihres Vertrauens.

 

 

Trautes Heim

Wer sich nicht langfristig an ein Projekt binden will oder abseits von kommunalen und gewerblichen Angeboten lebt, hat derzeit viele Möglichkeiten, auf individuelle Art und Weise am urbanen Gärtnern teilzuhaben: Die Begrünung von Terrassen, Balkonen und Dächer in den Innenstädten ist absolut im Kommen. Dabei zeichnet sich – gerade bei einem begrenztem Raumangebot – der Trend zum vertikalen Gärtnern ab. Die Idee ist nicht ganz neu, denn die ehemals beliebten Spalierobstbäume basierten auf dem Prinzip bei geringer Breite verstärkt die Höhe zum Wachsen zu nutzen. Mittlerweile haben die städtischen Freizeitgärtner jedoch vielfältige Vertikalbeete entwickelt, auch platzsparend ein relativ ertragreiches Gärtnern ermöglichen. Neben der umgebauten Euro-Palette bis hin zu hängenden Pflanzgefäßen und –säulen, sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Diese urbanen Gartenprojekte reichen zwar selten zur Selbstversorgung, stellen jedoch sicher eine Bereicherung des Speisezettels dar.

 

 

Fassadenbegrünung – die Mutter des vertikalen Gartens

Fassadengrün belebt das Gesicht der Städte.

Das urbane Gärtnern hat die klassische Gartenkunst der Städte zu ihrem ursprünglichen Zweck zurückgeführt. Anstelle von gepflegten Stadtparks und Anlagen zur Entspannung, treten vermehrt Nutzgärten zur ökologischen und gemeinsamen Versorgung. Es bleibt jedoch unbestritten, dass auch das schmückende städtische Grün nicht vollkommen zweckfrei ist, denn auch städtischen Baumbestände und Bepflanzungen leisten einen Beitrag zu einem besseren Klima.  

 

Daher ist auch eine umfangreiche Fassadenbegrünung eine interessante Möglichkeit, mehr Grünpflanzen in die Zentren zu bringen, Häuserfronten optisch aufzuwerten und die Stadtluft erheblich zu verbessern. Gleichzeitig nutzt die Fassadenbegrünung auch als natürliche Dämmung gegen Wärme, Kälte und Lärm. Darüber hinaus stellt sie einen – in den Städten seltenen – Lebensraum für Vögel und Insekten dar.

 

Eindrucksvoll umgesetzt ist die moderne Fassadenbegrünung am neuen Völkerkundemuseum in Paris. Das 2006 eröffnete Museum liegt in einem großen Stadtgarten in der Nähe des Eiffelturms. Eine Fassade des Museums besteht aus einer riesigen begrünten Mauer. Auf rund 800 Quadratmetern versammeln sich rund 15.000 Pflanzen aus 150 Arten aus der ganzen Welt zu einem gigantischen Bild.

 

 

Grün ist das neue Gold

Einst waren goldene Dächer und prächtige Stadthäuser kennzeichnend für Wohlstand und wirtschaftlichen Erfolg einer Metropole. In Zeiten der Klimakrise und sozialer Ungerechtigkeiten zeichnen grüne Städte ein hoffnungsvolleres und menschengrechtes Bild.

 

Und nicht nur Städte lassen sich begrünen, auch Ihre Geldanlagen können zu einer ökologischen und sozialen Entwicklung beitragen. Mit Grünes Geld, erfahrener Experte für nachhaltige Geldanlagen, finden Sie die passende Strategie.

 

 

 

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Portraitfoto Gerd Junker Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf Xing, Facebook oder Twitter.

10 Filme, die die Welt bewegen

Dienstag, 23. August 2016
Zusammenfassung: Spielfilm versus Dokumentarfilm war gestern. Viele aktuelle Dokumentationen sind echte Action-Thriller. Ihre gemeinsame Mission: Die Rettung der Welt!

 

 

Dokumentarfilme sind oft echte Thriller.

Dokumentarfilme sind oft echte Thriller.

Viele Filme haben die Rettung der Welt zum Thema. „Independence Day“ zum Beispiel. Hier müssen sich in diesem Jahr die tapferen Helden bereits zum zweiten Mal gegen den Angriff außerirdischer Wesen wappnen.

 

Auch im realen Leben geht es tagtäglich um die Rettung der Welt. Jedoch wird hier nicht gegen böse Aliens gekämpft. Die Bedrohungen sind hier die fortschreitende Klimakrise, die Ausbeutung der fossilen Rohstoffe, der Zugang zu Trinkwasser, die Verschmutzung der Meere durch Plastik und vieles mehr. Und auch hier gibt es viele Helden und – hoffentlich irgendwann einmal ein Happy End.

 

Wir haben zehn Filme zusammengestellt, die inspirieren, Diskussionen anregen und – obgleich allesamt Dokumentarfilme – teilweise doch echte Thriller sind. [Am 20. Oktober 2016 haben wir noch einen elften Film ergänzt – der war uns zu wichtig, um ihn unerwähnt zu lassen…]

 

Film 1: „Eine unbequeme Wahrheit“

Der ehemalige US-Vizepräsident Al Gore hat sich bereits in seinem gleichnamigen Buch ausführlich mit den Risiken der globalen Erderwärmung beschäftigt. Der Dokumentarfilm von Davis Guggenheim aus dem Jahr 2006 zeigt Gores Sicht auf den aktuellen Zustand der Erdatmosphäre und die schädlichen Einflüsse durch den steigenden Ausstoß von CO2 weltweit. Eindringliche Bilder von schmelzenden Gletschern, klimatischen Extremen – wie etwa sintflutartigen Regenfällen, starken Stürmen und Versteppungen – machen die drastischen Auswirkungen der Klimakrise mehr als deutlich. Gore prophezeit weitere Naturkatastrophen, die in den kommenden Jahren Millionen Klimaflüchtlinge zur Folge haben werden. Als Ausweg verweist Gore auf einen veränderten Umgang mit Energie und einen reduzierteren Konsum.

 

 

Film 2: „Sechs Grad bis zur Klimakatastrophe“

Die Dokumentation der renommierten Zeitschrift „National Geographic“ aus dem Jahr 2008 geht in eine ähnliche Richtung wie „Eine unbequeme Wahrheit“. Der Film zeichnet ein Bild von einer Welt ohne südamerikanische Regenwälder und ohne arktisches Eis. Mit computeranimierten Bildern schildert der Film, wie sich der Klimawandel bereits auf allen Teilen der Erde bemerkbar macht und wie diese Entwicklung mit jedem Grad Temperaturanstieg aussehen wird – bei einer Erwärmung um sechs Grad wird der Meeresspiegel soweit ansteigen, dass ganze Landstriche versinken werden. Abgerundet wird der Film durch Interviews mit Wissenschaftlern und betroffenen Menschen aus verschiedenen Teilen der Welt.

 

 

Film 3: „Die 4. Revolution – Energy Autonomy“

Der Dokumentarfilm von Carl-A. Fechner erschien im „Fukushima-Jahr“ 2011 und hatte damit die Aufmerksamkeit, die das Thema verdient: Energieversorgung aus erneuerbare Energien, konsequente Abkehr von fossilen Ressourcen und Atomenergie. Vorgestellt werden Energieexperten aus der ganzen Welt, die kleinere und größeren Lösungen anbieten für eine nachhaltige und zukunftsfähige Energieversorgung.

 

Film 4: „The Power to Change – Die Energierebellion“

Das Thema Energie und Klimawandel hat den Filmemacher Carl-A. Fechner nicht losgelassen. Auch der 2016 erschienene Dokumentarfilm „The Power to Change“ befasst sich mit dem weltweit gigantischen Energieverbrauch und stellt unterschiedlichste Konzepte für eine alternative Energieversorgung dar. Zu Wort kommen Erfinder und Unternehmer, Verkehrswissenschaftler, Umweltaktivisten aber auch Skeptiker. Allen gemein ist der Wille, die natürlichen Lebensgrundlagen zu erhalten und eine Energiewende herbeizuführen, mit dezentralen und regionalen Lösungen.

 

 

Film 5: „Bottled life“

Die Enthüllungsdokumentation von Urs Schnell aus dem Jahr 2011 gibt Einblicke in das Milliardengeschäft mit Flaschenwasser des Schweizer Lebensmittelmulti Nestlé, der mit mehr als 70 Wassermarken Weltmarktführer in diesem Bereich ist. Menschen aus  Ländern, in denen Wasser in ausgezeichneter Qualität aus dem Wasserhahn kommt, kaufen Wasser als teures Lifestyle-Produkt. Darüber hinaus hat der Konzern in vielen Ländern Quellgebiete aufgekauft und gräbt dort der lokalen Bevölkerung rücksichtslos das Wasser ab. Eindrucksvoll ein das Beispiel aus Nigeria: Während die Bevölkerung in den Slums die Hälfte ihres Einkommen für Wasser in Kanister ausgeben muss, trinkt die bessere Gesellschaft „Pure Life“ von Nestlé.

 

 

Film 6: „More than Honey“

Der Film, der den Imkerverbänden 2014 Nachwuchs bescherte. In „More than Honey“ geht der Schweizer Regisseur Markus Imhoof dem rätselhaften weltweiten Bienensterben nach. Ausgehend von den Bienenstöcken seiner Großeltern, die auch eine Obstkonservenfabrik betrieben, verfolgt Imhoof industrialisierte Bienenzüchter in den USA, die ihre Bienenstöcke quer durch die Staaten transportieren, um Obstplantagen systematisch bestäuben zu lassen. Genauso gezeigt werden chinesische Wanderarbeiter, die Obstbäume per Hand bestäuben, weil in diesen Gegenden Bienen bereits komplett ausgestorben sind. Der Grund des Bienensterbens bleibt ungeklärt. Möglich ist, dass ein Zusammenspiel von Pestiziden, Stress durch den Transport, Antibiotika und Parasiten verantwortlich ist. Durch interessante Kameraperspektiven verschafft der Film einen beeindruckenden Einblick in die Welt der Honigbienen.

 

 

Film 7: „Food, Inc. – Was essen wir wirklich?“

Hoffentlich nicht aus Gen-Mais: Popcorn.

Hoffentlich nicht aus Gen-Mais: Popcorn.

Die US-Dokumentation von Robert Kenner aus dem Jahr 2008 wurde aufwändig recherchiert und kritisiert die politischen und ökonomischen Rahmenbedingungen der Lebensmittelindustrie. Weltweit bestimmen nur einige wenige Großkonzerne, welche Lebensmittel bei uns hauptsächlich auf den Teller kommen. Mit einer enormen Marketing-Maschinerie, die Natürlichkeit und Gesundheit suggeriert, werden Verbraucher gezielt manipuliert. Die Dokumentation bezieht sich zwar nur auf die USA, jedoch lässt sich einiges auch auf andere Länder übertragen, denn Profit steht vielfach vor der Qualität der Lebensmittel. Genmanipulierte Getreide- und Pflanzenarten, Hormone und Antibiotika im Fleisch, das alles verdirbt dem Zuschauer den Appetit und regt enorm dazu an, immer wieder die Frage zu stellen, was eigentlich täglich auf unserem Teller liegt.

 

 

Film 8: „We Feed the World – Essen Global“

Der österreichische Dokumentarfilmer Erwin Wagenhofer zeigt die vielen Gesichter der Welt: Hunger, Mangel und Überfluss. Ohne übergeordnete Kommentare präsentiert der Film die unterschiedlichsten Akteure. Bauer und Fischer kommen genauso zu Wort, wie Transporteuer und Konzernchef. Die zunehmende Globalisierung der Lebensmittelproduktion wird dabei genauso kritisch beleuchtet, wie die Macht der Verbraucher, die jedoch immer noch mehrheitlich Preis vor Qualität setzen. Durch den Film durch ziehen sich Aussagen des UN-Sonderberichterstatters Jean Ziegler, der ein Recht auf Nahrung fordert.

 

 

Film 9: „Plastic Planet“

Der Geschichte des Plastiks begann erst vor rund einhundert Jahren, doch seit dem ist der Siegeszug des vollsynthetischen Erdölprodukts nicht mehr zu stoppen. Der österreichische Dokumentarfilmer Werner Boote zeigt in seinem Film aus dem Jahr 2013 das Plastikzeitalter. Er selbst wuchs als mit einer großen Menge an Plastikspielsachen auf, denn sein Großvater war in Geschäftsführer der deutschen interplastik-Werke. Auch die Ölkrise der siebziger Jahre konnte die Erfolgsgeschichte des vielseitigen Kunststoffs nicht aufhalten. Derzeit werden in Europa rund 60 Millionen Tonnen Plastik produziert, die bis zu 500 Jahre in Böden und Gewässern ihre giftige Spur hinterlassen können.

 

 

Film 10: „Lets make money“

Noch einmal ein Film von Erwin Wagenhofer. Diesmal blickt der Regisseur hinter die Kulissen der Finanzwelt und zeigt, dass Geld nicht wirklich arbeiten kann. Banken und Versicherer entwickeln ständig neue Finanzierungsmodelle und steigern damit den Reichtum von wenigen Menschen. Illustriert wird die Ungerechtigkeit des Systems durch zahlreiche Beispiele, die etwa den Zusammenhang zwischen einer Altersvorsorge in Deutschland und einem Immobilien-Spekulant in Spanien aufzeigen.

 

Film 11: Cowspiracy

Der amerikanische Film Cowspiracy erinnert auf unterhaltsame und nicht besserwisserische Art und Weise an den hohen Einfluss der Viehwirtschaft auf die Klimaveränderung. Auch der Weltklimarat nennt die Reduzierung des Fleischkonsums eine wichtige Klimaschutzmaßnahme. Selten ist uns diese Botschaft so amüsant und spannend vermittelt worden. Nach diesem Film geht niemand sofort wieder zu seinem Steak über.

 

 

Werbeblock: Wer nach diesem Film sein Geld nicht ohne Moral und Anspruch an Nachhaltigkeit anlegen möchte, ist hier richtig aufgehoben: Grünes Geld GmbH.

 

 

Portraitfoto Gerd Junker Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.

Bienen in Gefahr – Mensch in Gefahr

Mittwoch, 29. Juni 2016
Zusammenfassung: In den vergangenen Jahren beunruhigten mehrfach Nachrichten über das weltweite Bienensterben. Vielfach wurde der Parasitenbefall durch die Varroamilbe verantwortlich gemacht. Aber auch strukturelle Veränderungen und Pestizide machen Bienen das Leben schwer.

 

Massenhaftes Bienensterben weltweit! – Die Nachrichten der vergangenen Jahre zerstörten die heile Welt, mit der Bienen sonst in Verbindung gebracht werden. Denn kaum einem Insekt wird soviel Sympathie entgegengebracht wie der Biene. Die Honigbiene (lateinisch Apis Mellifica) ist quasi das kleinste unter den heimischen Nutztieren. Als Honig- und Wachslieferantin eine zuverlässige Partnerin. Die Eigenschaften, die diesem Tier zugeschrieben werden, sind durchweg positiv, werden sie doch mit Fleiß und Attraktivität („eine flotte Biene“) in Verbindung gebracht. Zudem bekommen Kinder schon seit Generationen den Fortbestand der Menschheit anhand des Beispiels von „Blumen und Bienen“ erklärt. Aber gerade im Zusammenhang mit dem Fortbestand der Menschheit wird aktuell vermehrt das Genie Albert Einstein zitiert: „Wenn die Biene einmal von der Erde verschwindet, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben. Keine Bienen mehr, keine Bestäubung mehr, keine Pflanzen mehr, keine Tiere mehr, kein Mensch mehr.“ Auch wenn die Herkunft des Zitates nicht genau belegt werden kann, die Botschaft ist einleuchtend und erschreckend zugleich.

 

Das vermehrte Bienensterben

Nahezu alle Pflanzen sind vom Überleben der Bienen abhängig.

Nahezu alle Pflanzen sind vom Überleben der Bienen abhängig.

Bienen spielen eine wichtige Rolle im Erhalt des weltweiten Ökosystems. Auf ihrer täglichen Nahrungssuche tragen sie Pollen von Blüte zu Blüte und bestäuben so rund 80 Prozent aller Nutz- und Wildpflanzen. Damit trägt die Biene entscheidend zum Erhalt der Artenvielfalt bei und sorgt für die Verbreitung von Pflanzen. Kurz gesagt zeichnet die Biene für die Nahrungsmittelversorgung der gesamten Menschheit maßgeblich verantwortlich.

In den vergangenen Jahren mehrten sich weltweit Nachrichten zum Sterben ganzer Bienenvölker. Allein in Deutschland ist nach Angaben des Deutschen Imkerbundes die Zahl der Bienenvölker seit 1952 von 2,5 Millionen auf heute weniger als eine Million zurückgegangen.

 

Parasiten und Pestizide

Wie es zum Massensterben der Bienen gekommen ist bleibt weitgehend unklar. Wahrscheinlich ist es das Zusammenspiel unterschiedlicher Faktoren.

Stark im Fokus stand dabei der Parasitenbefall ganzer Bienenvölker durch die Varroamilbe. Die Milbe ist vermutlich Ende der siebziger Jahre mit importierten Bienen nach Europa gekommen und ernährt sich vom Blut der Bienen. Die Milben vermehren sich auf der Brut, so dass die jungen Bienen bereits beim Schlüpfen geschwächt sind und kurze Zeit später sterben. Aber Krankheitserreger sind nicht allein verantwortlich für den Rückgang der Bienenpopulationen.

Mitverursacher sind auch die Pestizide in der industriellen Landwirtschaft. Industrielles Saatgut wird oft mit Pestiziden aus der Gruppe der Neonicotinoiden behandelt. Dieses Nervengift stellt eine tödliche Gefahr für Bienen dar. Bereits 2013 sind drei Pestizidwirkstoffe aus der Gruppe der Neonicotinoide von der EU verboten worden. Dagegen legten Anfang 2014 die Herstellerkonzerne BASF, Bayer und Syngenta bei der EU-Kommission eine Klage ein, da sie nicht ausreichende Belege für die Gefährdung der Bienen sahen. 2017 steht eine Neubewertung durch die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit – EFSA an.

 

Eine Welt ohne Bienen?

Wie eine Welt ohne Bienen aussehen könnte, beschreibt der kanadische Autor Douglas Coupland in seinem skurrilen Zukunftsroman „Generation A“ aus dem Jahr 2009. In seiner Geschichte sind alle Bienen weltweit ausgestorben. Obst und Gemüse sind nahezu unbezahlbare Delikatessen, denn jede Pflanze wird handbestäubt. Sämtliche Nahrungsmittel werden industriell hergestellt. In diese Welt passiert eines Tages das quasi Unmögliche: Fünf junge Menschen werden zeitgleich auf unterschiedlichen Kontinenten von Bienen gestochen.

 

 

Gute Geldanlage: Musterdepots Vermögensaufbau bei Grünes Geld

 

 

Obgleich es sich eindeutig um einen Science Fiction handelt, steigen unweigerlich Bilder von chinesischen Wanderarbeitern auf, die vielfach durch die Medien gingen. Auch sie bestäubten, ausgestattet mit einem kleinen Pinsel, Apfelbäume mit Pollenpulver. Einzug hielten diese Bilder auch im Film „More than Honey“ des Schweizer Dokumentarfilmers Markus Imhoof aus dem Jahr 2012, in dem er sich mit dem weltweiten Bienensterben auseinandersetzt.

Bereits 2009 beschäftigte sich auch der US-amerikanischen Film „Bienen – Himmelsvolk in Gefahr“ mit dem mysteriösen Bienensterben.

Beide Filme beleuchten – neben Parasitenbefall, Pestiziden und Umweltveränderungen – auch den Beitrag der Bestäubungs-Industrie in den USA als Grund für das massenhafte Bienensterben: Bienenvölker werden quer durch Staaten gefahren, um je nach Saison verschiedene Obst-, Gemüse- oder Getreidepflanzen zu bestäuben. Die Bienen kommen so mit unterschiedlichsten Pestiziden in Berührung, werden durch Monokulturen oder künstlich ernährt und mit Chemikalien behandelt. Teilweise wird auch der enorme Stress durch den Transport für das Sterben der Bienen verantwortlich gemacht.

 

Was tun? – Bienenfreundliche Lebensräume schaffen und erhalten

Auch das generelle Wegbrechen und die starken Veränderungen der natürlichen Lebensräume tragen zum Verschwinden der Bienen bei. Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) schlägt daher vor, die Landschaften weltweit wieder bienenfreundlicher zu machen.

 

In den Umwelt- und Naturschutzverbänden in Deutschland ist das Thema bereits angekommen. Vielfach werden hier Anleitungen und Tipps für eine bienenfreundliche Garten- und Balkonbepflanzung gegeben. Aber auch der Aufbau von Insektenhotels, Hobby-Imkerei und Bienenpatenschaften befindet sich im Aufschwung. Zunehmend stellen Schulen, Unternehmen und Institutionen ihre Dächer und Gartenbereiche für Bienenstöcke zur Verfügung. Prominentes Beispiel hierfür der Kult-Fußballclub St. Pauli siedelt im April dieses Jahres zwei Bienenvölker im Stadion am Millerntor an, um auf das Bienensterben aufmerksam zu machen und seine ökologische Verantwortung zu demonstrieren.

 

Ökologische Verantwortung zu übernehmen, wird darüber hinaus auch mit ökologisch orientierten Geldanlagen ermöglicht. Mit Förderung der alternativen Landwirtschaft oder Investitionen in Unternehmen, die stark über Umweltschutzkriterien innerhalb ihrer Produktionsabläufe nachdenken, schützen wir auf indirektem Weg die Bienen.

 

Carmen Junker Verfasser des Beitrages:Carmen Junker ist Gründerin der Grünes Geld GmbH und Geschäftsführerin der Grünes Geld GmbH. Carmen Junker:“ Ein Grund mein berufliches Wirken speziell auf die Nachhaltige Geldanlage auszurichten ist, die Welt ein Stück positiver zu gestalten mit den Mitteln und Kenntnissen die mir zur Verfügung stehen. Aus der Verantwortung für die kommende Generation und weil ich selbst noch einige Jahre auf diesem schönen Planeten verbringen möchte“.