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Nachhaltigkeit bei Geschäftsbanken enttäuschend

Donnerstag, 01. März 2012
Banken

Geschäftsbanken schneiden bezüglich Nachhaltigkeit katastrophal ab.

Zu einem besonders enttäuschendem Ergebnis musste Oekom Research kommen, nachdem sie 294 Geschäftsbanken aus fast 40 Ländern auf Nachhaltigkeit analysiert hatten: Keine einzige Bank stellte sich als eine nachhaltige Bank heraus. Egal welcher Geschäftsbereich betrachtet wurde, sei es Kreditvergabe oder internationale Projektfinanzierung; Banken haben vielfältige Möglichkeiten eine nachhaltige Entwicklung zu fördern, doch diese Möglichkeiten werden nur in den seltesten Fällen auch ausgenutzt.

 

Von den insgesamt 294 Banken schafften ausschließlich 23 Stück (das sind 7,8%) im aktuellen Branchenrating den Primestatus. Dieser Status besagt, dass die Banken die Mindenstanforderungen an das Nachhaltigkeitsmanagement erfüllt haben. Generell war es nur 73 Banken möglich, sich für ein detailliertes Nachhaltigkeitsrating zu qualifizieren. Eingestuft wurden die bewerteten Banken anhand einer Skala von A+ (beste Note) bis hin zu D- (schlechteste Note). Die HVB Group erreichte die Note C+ und war die beste unter den bewerteten Banken. Platz 2 und 3 gingen an die australische Westpac und die belgische Dexia. Beide erhielten ebenfalls die Note C+.

 

Insgesamt 29 Banken sind es, die von den G20-Staaten als systemrelevant anerkannt worden sind. Äußerst erschütternd ist die Feststellung, dass keine einzige dieser Banken großen Wert auf Nachhaltigkeit legt. Ausschließlich sechs der 29 Banken wurden mit einem Prime Status belegt. Zu diesen Banken gehören unter anderem die Deutsche Bank, die belgische Dexia und die britische Lloyds Banking Group. 11 der 29 Banken erhielten ein sehr schlechtes Rating für ihr Nachhaltigkeitsmanagement.

 

Fazit ist somit, dass alle großen Geschäftsbanken von dem Status „nachhaltige Banken“ noch sehr weit entfernt sind. Wer auf Banken mit gutem Nachhaltigkeitsmanagement vertrauen möchte, sollte daher den Weg zu Umweltbanken suchen.

Steht Dexia vor dem finanziellen Aus?

Freitag, 07. Oktober 2011
Dexia

Finanzgigant Dexia steht vor finanziellem Abgrund.

Der belgisch-französische Finanzkonzern Dexia zählt zu einem der wichtigsten Unternehmen in der Branche der nachhaltigen Investments. Auf dem deutschen Markt befinden sich insgesamt 17 nachhaltige Investmentfonds des Konzerns mit einem gesamten Anlagevolumen von rund einer Milliarde Euro. Viele nachhaltige Banken und Umweltbanken haben diese Fonds in ihrem Angebot. Jetzt kam die Meldung, dass Dexia am finanziellen Abgrund steht, ein Schock, nicht nur für Anleger.

 

Dabei erhielt der Konzern erst vor 3 Jahren Zuschüsse in Milliardenhöhe von den Regierungen in Paris und Brüssel um seine Existenz aufrechtzuhalten. Aufgrund der US-Bankenkrise geriet der Finanzgigant ins Schwanken, da er zur damaligen Zeit der weltweit größte Finanzierer von Immobilienkrediten für Kommunen war. Auslöser für die jetzige Krise ist das bankrotte Griechenland. Dexia ist nämlich in Besitz von milliardenhohen griechischen Schuldverschreibungen. Zusätzlich hat der Konzern ein großes Engagement auch in andere Krisenstaaten von Europa. Es wird geschätzt, dass Dexia rund 95 Milliarden Euro an problematischen Wertpapieren haben soll.

Um eine Insolvenz zu vermeiden wird man um eine Zerschlagung aller Wahrscheinlichkeit nicht herumkommen, da extrem hohe Abschreibungen drohen. Hinzu kommt das Problem um die Beschaffung von frischem Kapital. Rexia ist darauf ausgelegt, regelmäßig und kurzfristig sich zu refinanzieren, indem sie Kredite bei anderen Banken aufnehmen. Nun, da jedoch eine Krise droht, sind nur wenige bis keine Finanzinsitute bereit frisches Kapital bereitzustellen.

Viele Anleger haben laut belgischen Medien aus Angst vor einer Insolvenz ihr Geld zurückgeholt. Mehrere hunderte Millionen Euro sollen bereits bei Dexia abgezogen worden sein.

 

Belgien und Frankreich sind nun bemüht unbedingt eine Insolvenz von Dexia zu vermeiden. Schließlich ist das Unternehmen ein enorm wichtiger Bestandteil für den belgischen Finanzsektor und  der wichtigste Finanzierer der französischen Kommunen. Außerdem würden etwa 35.000 Menschen ihren Arbeitsplatz verlieren.

 

Geplant ist deshalb eine Zerschlagung von Dexia in drei Teile. Der belgische Ministerpräsident, Yves Leterme, strebt eine Verstaatlichung des belgischen Teils an, Frankreich fordert, dass das französische Kommunalfinanzierungsgeschäft mit der staatlichen Caisse des Depots under der Postbank Banque Postale fusionieren soll. Eine Fusion mit der belgischen Bank KBC steht ebenfalls zur Debatte.

Was aber auch passieren mag, der große Finanzkonzern Dexia wird es in der jetzt bestehenden Form nicht mehr lange geben.