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6 Punkte die Sie über das neue Investmentsteuergesetz wissen müssen

Donnerstag, 04. Mai 2017
Zusammenfassung: Mit dem Inkrafttreten des neuen Investmentsteuergesetzes gibt es zahlreiche Änderungen für Privatanleger. Im Folgenden stellen wir die Änderungen kurz und praxisnah dar. Selbstverständlich stellen diese Informationen keine Steuerberatung dar. Sie sind ein grober Einblick in die anstehende Reform der Besteuerung von Investmentvermögen und bilden die wichtigsten Aspekte ab.

 

Gleichbehandlung von deutschen und ausländischen Fonds

Bislang wird nur auf seiten des Anlegers über die Kapitalerstragssteuer ein Abzug vorgenommen. Künftig wird bereits auch auf Fondsebene ein Steuerabzug von 15 Prozent Körperschaftssteuer (KSt) auf Dividenden und deutsche Immobilienerträge erhoben. Alle anderen Erträge bleiben auf der Fondsebene steuerfrei. Ab 2018 werden deutsche und ausländische Investmenfonds gleich behandelt. Die zu versteuernden Einkünfte setzen sich auf der Anlegerebene künftig aus

  • Ausschüttungen (Zinsen und Dividenden)
  • Vorabpauschale (von der Bundesbank festgelegter risikoloser Zins)
  • Veräußerungsgewinn

zusammen.

 

 

Teilfreistellung für Privatanleger

 

Grund für die neue Besteuerung auf Fondsebene ist die EU-weite Harmonisierung des Quellensteuerabzugs. Die neue Körperschaftssteuer in Deutschland ist vergleichbar mit der 15-prozentigen Quellensteuer, die in den meisten europäischen Ländern bereits erhoben wird. Der deutsche Anleger soll für diese Vorbelastung mit Körperschaftssteuer bei den Einkünften eine Teilfreistellung erhalten und somit werden die Einkünfte zumindest teilweise wieder steuerfrei gestellt. Konkret bedeutet das: auf den teilfreigestellten Betrag fällt keine Steuer an. Genau an dieser Stelle wird das neue Investmentsteuerrecht kompliziert. Die Höhe der Teilfreistellung (siehe Tabelle) bemisst sich daran, wie hoch der Aktien- bzw. Immobilienanteil in einem Investmentfonds ist. Dieser Anteil muss für jeden Investmentfonds im Vertriebsprospekt dauerhaft festgeschrieben werden.

 

Teilfreistellung bei …  prozentuale Teilfreistellung
Aktienfonds (Aktienquote > 51 %) 30 %
Mischfonds (Aktienquote > 25 % < 51%) 15 %
Immobilienfonds (Immobilienquote > 51 %) 60 %
Immobilienfonds (Auslandsimmobilienquote > 51 %) 80%

 

Eindeutige Angaben sind zwingend

 

Die depotführende Stelle wird die Teilfreistellungen beim Steuerabzug nur dann berücksichtigen können, wenn in den Anlagebedingungen des Fonds genaue Mindestquoten für Aktien- und Immobilien vorhanden sind. Fehlen diese Angaben in den Anlagebedingungen, entfällt die automatische Teilfreistellung. Für Privatanleger besteht dann lediglich die Möglichkeit im Rahmen der persönlichen Einkommensteuer nachzuweisen, dass der jeweilige Investmentfonds die Mindestquoten für Aktien bzw. Immobilien das ganze Jahr über tatsächlich eingehalten hat. Dafür ist eine Bestätigung durch die jeweilige Verwahrstelle des Fonds notwendig.

 

Logische Konsequenz

 

Die logische Konsequenz aus den neuen Steuerregeln für Investmentfonds werden Prospektänderungen sein. In diesen werden unter anderem Mindestquoten für Aktien oder Immobilien festgeschrieben sein. Ob Gesellschaften, die einen Großteil der Fonds außerhalb Deutschlands verkaufen bzw. solche die den aktiven Vertrieb in Deutschland eingestellt haben, diese Prospektänderungen vornehmen, erscheint derzeit mehr als fraglich. Sehr wahrscheinlich kann man künftig das Feld in zwei verschiedene Strategien aufteilen. Zum einen wird es „steueroptimierte“ Fonds geben, also Fonds mit klar festgelegten Mindestquoten für Aktien und Immobilen. Zum anderen werden „handlungsoptimierte“ Fonds, also Misch– bzw. Multi-Anlageklassen-Fonds mit maximaler Flexibilität ohne festgeschriebene Mindestquoten und damit ohne Teilfreistellung, bleiben.

 

 

 

 

Fallbeispiele:

 

Fonds die den Fokus auf der Erzielung von Dividenenerträge legen, dafür weniger Veräußerungsgewinn (Kursgewinne) und/oder Zinserträge haben (Dividendenstrategie) werden zukünftig steuerlich stärker belastet. Denn Dividenden werden auf Fondsebene bereits mit 15 Prozent Steuer belastet. Dies gilt gleichermaßen für ausländische Dividenden bezüglich der ausländischen Quellensteuer.

 

Aktienfonds, mit Fokus auf Veräußerungsgewinnen und weniger Dividendeneinnahmen (z.B. Growth-Fonds), werden künftig, durch den niedrigeren körperschaftssteuerpflichtigen Ertrag und die Teilfreistellung von 30 Prozent, steuerlich besser gestellt. Ein Fonds, der laut seinen Anlagebedingungen mindestens 51 Prozent Aktienanteil hält und den Rest des Portfolios beispielsweise in Anleihen hält, ist künftig steuerlich besser gestellt als ein Fonds, ohne feste Anlagerichtlinien. Eine besondere Problematik stellt sich bei „Income-Fonds„: sollte die Mindestausschüttung durch den Fonds nicht erwirtschaftet werden und aus der Substanz gezahlt werden, so wird auch diese Auszahlung künftig besteuert.

 

Dachfonds eher benachteiligt

 

Nach derzeitiger Auslegung des Gesetzes sind Dachfonds, die überwiegend in Aktienfonds investieren, benachteiligt. Der Nachweis der geforderten Aktienmindestquoten dürfte über alle Zielfonds (Einzelfonds) unmöglich sein. Somit würde beim Dachfonds nur eine Teilfreistellung von 15 Prozent auf Anlegerebene berücksichtigt werden können. Dachfondsanbieter leisten erheblichen Widerstand, insofern bleibt abzuwarten, ob es hier zu einer Änderung der Regelung kommt.

 

Kein Bestandsschutz mehr für Altfonds

 

Während 2008 den Fondsanlegern noch vom damaligen Finanzminister Steinbrück (SPD) zugesichert wurde, dass bis 31.12.2008 erworbene Investmentfonds dauerhaft von der Besteuerung der Kursgewinne durch die Abgeltungssteuer befreit wären, zeichnet sich jetzt ein völlig anderes Bild. Der Bestandsschutz für Fondsanteile fällt im Rahmen des neuen Besteuerungsprinzips weg. Die Fondsanteile gelten mit Stichtag 31.12.2017 als verkauft und zum 01.01.2018 als neu angeschafft. Steuerfrei bleiben nur die bis zum 31.12.2017 erzielten Kursgewinne, der als fiktiver Veräußerungsgewinn gilt. Somit heisst es Bestandschutz adé, denn ab dem 01. Januar 2018 unterliegen auch die Alt-Anteile grundsätzlich der Steuer sobald diese verkauft werden. Mildernd wirkt jedoch die Verrechnung mit einem Freibetrag von 100.000 Euro pro Anleger (einmalig lebenslang nicht pro Jahr oder pro Fonds), die Steuerbelastung entsteht erst, wenn dieser Betrag überschritten wird. Angesichts aufzubauender Vorsorge für die Altersvorsorge erscheint dieser Freibetrag nicht allzu üppig.

 

Für die Wahl der richtigen Geldanlage spielen steuerliche Aspekte eine große Rolle. Dies gilt auch für die ethisch-ökologische Geldanlage. Grünes Geld, ein erfahrerer Anbieter von ethisch und ökologisch korrekten Geldanlagen, berät sie umfassend und kompetent. Finden Sie die Geldanlage die zu Ihnen passt. Eine erste Hilfestellung bei der Suche ist der Grünes Geld Test.

 

 

 

 

 

 

 

 

Carmen Junker

Verfasser des Beitrages: Carmen Junker ist Gründerin der Grünes Geld GmbH und Geschäftsführerin der Grünes Geld GmbH. Carmen Junker:“ Ein Grund mein berufliches Wirken speziell auf die Nachhaltige Geldanlage auszurichten ist, die Welt ein Stück positiver zu gestalten mit den Mitteln und Kenntnissen die mir zur Verfügung stehen. Aus der Verantwortung für die kommende Generation und weil ich selbst noch einige Jahre auf diesem schönen Planeten verbringen möchte“.

 

 

 

Wie 2013 die Mutigen mit 1 Billion $ belohnt wurden.

Samstag, 01. März 2014

Während die risikoscheuen Sparer sich mit Niedrigstzinsen begnügen müssen und ihr Kapital immer mehr aufgezehrt wird, wurden die etwas mutigeren Aktionäre 2013 nicht nur mit steigenden Kursen an den Aktienmärkten, sondern auch mit steigenden Gewinnausschüttungen belohnt. Im letzten Jahr betrugen weltweit die gezahlten Dividenden 1,03 Billionen $. Im Vergleich zum Krisenjahr 2009 ist das eine Steigerung um 43% und immer noch 3% Plus zu 2012.

 

Seit Beginn des Jahres 2014 sind die Aktienmärkte zwar nur auf der Stelle getreten und es herrscht etwas ernüchterte Stimmung. Der Trend in den Sachwert Aktie zu investieren besteht jedoch ungebremst.

Von deutschen Sparern unbeachtet, die aus Angst vor den Kursschwankungen die Aktie meiden, sichern sich Ausländische Investoren europäische Qualitätsunternehmen. 

Allen voran US-Investoren, diese kaufen bereits seit 32 Wochen europäische Qualitätsaktien. Dies ist die längste andauernde Investitionsphase seit Beginn der Aufzeichnungen im Fondshaus Lipper, das diese Statistik seit über 12 Jahren führt. Im Jahr 2013 wechselten Eigentumsrechte im Wert von 24 Mrd. $ in amerikanische Hände, in den knapp 8 Wochen des aktuellen Jahres waren es bereits Anteile mit einem Kurswert von 5 Mrd. $.

 

Insbesondere das Kriterium der Dividendenrendite, das bedeutet das Verhältnis zwischen Kurs und ausgeschütteter/auszuschüttender Dividende, ist ein wichtiges Investitionskriterium und hier liegen europäische Konzerne klar vorn. Die 50 größten europäische Konzerne kommen auf eine durchschnittliche Dividendenrendite von 3,75% vergleichbare Gesellschaften in den USA schütten jedoch nur 2,2% aus.

Immerhin macht die Dividende und ihre Wiederanlage bei langfristigen Anlagen rund 80% der Erträge aus. Und während die Kurse schwanken somit Kursgewinne nicht fix planbar sind, kann eine ausgezahlte Gewinnausschüttung nicht mehr vom Aktionär zurückverlangt werden. Wenn man die Dividende unberücksichtigt lassen würde, stünde der Deutsche Aktienindex (DAX) gestern, Dienstag 26.02.2014, auf 5.095 im Gegensatz zum tatsächlichen Hoch von 9.660. Es fehlten also fast 90%.

 

Auch reizt der anhaltende Trend immer größere Anteile des Nettogewinnes auszuschütten. Vor 20 Jahren wurden nur etwa 30% des Nettogewinnes an die Anteilseigner der DAX Konzerne ausgezahlt, heute sind es bereits 42%. Bei den europäischen Konzernen des EuroStoXX sind es sogar rund 60% des Nettogewinns. Derzeit ist nicht absehbar, dass dieser Trend enden würde, denn die Kassen der Unternehmen sind prall gefüllt. Mit 500 Mrd. € Cash Reserven können die 10 größten US-Konzerne sich die Ausschüttungen leicht leisten. Doch auch die 30 DAX Unternehmen unterhalten derzeit ein Polster von 137 Mrd. €. Wer von den steigenden Dividendenzaimagehlungen auch in Zukunft profitieren möchte, sollte auf die Globalisierungsgewinner setzen.

 

 

Für die ökologisch orientierten Investoren sicherlich ein Gräuel: die Branche mit den zweitgrößten Dividendenzahlungen nach absoluten Werten ist die Öl-, Gas- und Energie-Branche. In 2013 wurden hier 124,9 Mrd. US-Dollar an Dividende ausgeschüttet. Doch von der Finanzbranche wurde noch eine deutlich höhere Summe ausgezahlt: satte 217,6 Mrd. $ flossen auf das Konto der Eigentümer.

 

Einige Perlen bezüglich der Dividendenrendite finden sich jedoch in Nachhaltigkeitsfonds. In mehr als 10 Nachhaltigkeitsfonds als Top-Investment findet sich zum Beispiel die Münchner Rück Versicherung. Diese überzeugt nicht nur mit 8  Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren und einer durchschnittlichen Dividendenerhöhung pro Jahr von 18,1% und einer Dividendenrendite in 2013 mit 6,5 Prozent, sondern auch aus Nachhaltigkeitsgesichtspunkten.

 

Sehr gute Informationen ob ein aus Dividendenrenditegesichtspunkten interessanter Wert auch ethisch-ökologischen Kriterien genügt, liefert die Plattform www.nachhaltiges-investment.org . Diese unabhängige, öffentlich zugängliche Datenbank  des Sustainable Business Institute informiert zu 50 Nachhaltigkeitsindizes, 2600 Unternehmen und portraitiert sämtliche 354 zugelassenen Fonds im deutschsprachigen Raum.

Mit Hilfe dieser Informationsquelle ist es möglich, einerseits zu prüfen, ob das bisher vorhandene Depot den persönlichen ethischen Werten entspricht und andererseits lässt sich damit das beste aus zwei Welten zusammenstellen. Dividendenrendite und Nachhaltigkeit. Und denken Sie daran: “Kursrückschläge sind oft Kaufgelegenheiten”

 

 

Carmen Junker

Verfasser des Beitrages:

Carmen Junker ist Gründerin der Grünes Geld GmbH und Geschäftsführerin der Grünes Geld GmbH. Carmen Junker:“ Ein Grund mein berufliches Wirken speziell auf die Nachhaltige Geldanlage auszurichten ist, die Welt ein Stück positiver zu gestalten mit den Mitteln und Kenntnissen die mir zur Verfügung stehen. Aus der Verantwortung für die kommende Generation und weil ich selbst noch einige Jahre auf diesem schönen Planeten verbringen möchte“.