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Erneuerbare Energien erhöhen den Strompreis nicht

Dienstag, 15. Februar 2011

Stromkonzerne liegen falsch

Stetig steigen die Preise für Strom. Der Grund dafür ist aber nicht die so genannte EEG-Umlage (Erneuerbare Energien Gesetz EEG). Bei etwa 85% der Strompreissteigerungen zwischen 2000 und 2010 sind andere Faktoren der Verursacher dafür, nicht etwa der gesetzlich festgelegte, von Verbrauchern zu entrichtende Anteil am Ausbau der regenerativen Energien. Dies bewies eine aktuelle Studie des Umweltbundesamtes. Vielmehr hat der Ausbau von Photovoltaik, Windkraft und Co. – welcher durch das Erneuerbare Energie Gesetz (EEG) unterstützt wird – eine Verminderung der Preise an der Strombörse erzeugt.

Der UBA-Präsident Jochen Flasbarth nahm Stellung zum Studienergebnis und meinte, dass das EEG nicht nur wichtig und notwendig für den Klimaschutz wäre, sondern dass es auch ökonomisch sinnvoll ist. Denn wenn jemand bei der Förderung des Ausbaus der erneuerbaren Energien ausschließlich auf einzelwirtschaftliche Kosten achtet, der blendet wesentliche Aspekte aus. Erneuerbare Energien verringern gesamtwirtschaftlich betrachtet Umwelt- und Gesundheitsschäden in Milliardenhöhe. Abschließend meint Jochen Flasbarth dass die Stromerzeugung mit erneuerbaren Energien mittelfristig sogar günstiger am Markt werde, aufgrund der steigenden Preise fossiler Energien.

Viele Stromversorgungsunternehmen erhöhten ihre Preise zu Beginn des Jahres, begründet mit der Erhöhung der EEG-Umlage. Aufgrund der extrem gesunkenen Preise an der Strombörse ist diese Begründung jedoch nicht vertretbar, zumal die Umlage für Strom aus Kraft-Wärme-Kopplung auch leicht abgenommen hatte. Einige Stromversorger teilten den Stromverbrauchern diese Kosteneinsparungen nicht mit.  Dies zeigt auf, dass Maßnahmen von Nöten seien, den Wettbewerb weiter zu stärken.

Solaranlagen

Erneuerbare Energien wie Photovoltaik machen den Strom billiger.

Die UBA-Untersuchung zeigt auf, dass bis zum Jahr 2009 die EEG-Umlage relativ konstant war, in den letzten beiden Jahren jedoch stark anstieg. Der größte Teil dieses Anstiegs ist begründet in den gesunkenen Beschaffungskosten für konventionellen Strom. Flasbarth erläutert, dass wenn die Beschaffungskosten für Strom an der Strombörse sinken, der Abstand zu den gewährten Einspeisevergütungen zunimmt, wodurch unmittelbar auch die EEG-Umlage erhöht wird. Widersprüchlich mag nun wirken, dass auch die erneuerbaren Energien zu niedrigeren Preisen an der Strombörse sorgen und somit auch zur Erhöhung der EEG-Umlage beitragen. Denn da sie die teuersten konventionellen Stromanbieter vom Markt verdrängen, sinkt der Börsenpreis. Dadurch sind die realen Zusatzkosten durch den Ausbau der erneuerbaren Energien geringer als die EEG-Umlage.

Des Weiteren ist der Preisverfall bei der Photovoltaik ein Grund für den Anstieg der EEG-Umlage. Allein von Anfang 2009 bis Anfang 2010 sind um bis zu 34,5% die Großhandelspreise von Photovoltaik-Modulen gefallen. Aufgrund dessen kam es zu einem extremen Wachstum der installierten Kapazitäten und einer überhöhten Unterstützung der Photovoltaik. Aus Sicht des UBA ist aus diesem Grund eine vorzeitige Reduzierung der Einspeisevergütung für die Photovoltaik sinnvoll.


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Projektzweck Betrieb von 5 Solarparks im sonnigen Italien
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Eine andere Studie, die des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin), besagt, dass die EEG-Umlage auch in den folgenden Jahren bis 2020 keine Ursache für Strompreiserhöhungen sein wird. Nach deren Modellrechnung wird sich von 2010 bis 2020 der Preis an der Strombörse inflationsbereinigt nur um 11% auf 4,9 Cent pro Kilowattstunde erhöhen, auch wenn die Preise für Brennstoffe und CO2-Zertifikate steigen werden. Würde kein weiterer Ausbau erneuerbarer Energien stattfinden, wäre ein Anstieg um 20% zu erwarten. Bis 2020 soll sich die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien mindestens verdoppeln. Lediglich die EEG-Umlage als Teil des Verbraucherpreises wird sich nur sehr leicht erhöhen auf 3,64 Cent pro Kilowattstunde. Der Hauptgrund dafür sei die Verringerung der Einspeisevergütung für neue Anlagen aufgrund der Degression. Außerdem, da für jede Anlage nur feste Beträge als Einspeisevergütung gezahlt werden, würde der reale Wert aufgrund der Teuerung sinken.

Die DIW-Experten sind deutlich für die Beibehaltung der Förderung nach dem EEG und für eine Belebung des Wettbewerbs am Strommarkt. Es müssten lediglich die Vergütungssätze, insbesondere für Photovoltaik-Anlagen, noch erheblich gekürzt werden. Auf lange Dauer gesehen müsste die Einspeisung dann stärker an den Bedarf der Verbraucher angepasst werden.

Es ist möglich die Strompreissteigerung deutlich zu verringern, wenn der Wettbewerb läuft und dadurch die geringeren Börsenpreise auch an die Endnutzer weitergegeben werden.

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