Mit ‘Europäische Union’ getaggte Artikel

EU Kommission stellt Strategie für nachhaltigeres Finanzsystem vor

Freitag, 09. März 2018

Die EU Kommission, als vergleichbarer Part zu Exekutive in einem Nationstaat, hat in vielen Dinge das Heft des Handelns in der Europäischen Union in der Hand. Da nutzte Sie am 8. März 2018 und stellte einen Aktionsplan für eine umweltfreundlichere und sauberere Wirtschaft vor.

 

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Schön: EU zieht in den Kampf gegen Plastiktüten

Dienstag, 03. März 2015

 

 

Seit vielen Jahren sind die unzähligen Plastiktüten als große Umweltsünden bekannt, besonders weil sie im Meer große Probleme verursachen. Schätzungen gehen von 4,8 bis 12,7 Millionen Tonnen Plastikmüll in den Weltmeeren jährlich aus. Nun reagiert die EU mit Vorgaben an die EU-Mitgliedsländer. Diese sollen sich konkrete Ziele setzen um die Anzahl der jährlich ausgegebenen Plastiktüten zu mindern.

 

 

Was ist das Problem?

 

Neben der optischen Verschmutzung der Umwelt durch herumfliegende Mülltüten sind besonders die Plastiktüten in de Weltmeeren ein großes Problem. Diese brauchen bis zu 450 Jahre, bis sie sich zersetzen. In der Zwischenzeit gelangen Umweltgifte ins Meer. Die Plastiktüten zersetzen sich zu kleineren Partikeln und sammeln sich, bedingt durch Meeresströmungen, an bestimmten Stellen. Im Nordpazifik sind besonders viele Plastikteile im Meer zu finden; sie sammeln sich besonders westlich von Mexiko und östlich von Südjapan.

 

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Plastiktüte im täglichen Einsatz. Quelle: cheelz / pixelio.de

Dort werden Sie von Meeresbewohnern wie Schildkröten oder Fischen gefressen. Häufig ersticken diese Tiere an Ihrer unnatürlichen Beute. Seevögel und Seehunde fressen die Tüten und fühlen sich gesättigt – fatal, denn sie fressen dann nichts mehr weiter und verhungern. Andere Meereslebewesen verheddern sich im Plastikmüll und kommen so ums Leben.

 

Was tut die EU?

Bei einem Treffen von EU-Ministern wurde den Plastiktüten der Kampf angesagt. Von zuletzt 176 (Stand: 2010) Plastiktüten die ein EU-Bürger pro Jahr verbraucht, soll dieser Wert auf nur noch 40 Beutel pro Jahr sinken (in 2025). Deutschland muss dabei etwas weniger tun als andere, denn hier liegt der Verbrauch bei geringeren 64 Tüten pro Jahr. Irland hat bereits eine Abgabe auf Plastiktüten eingeführt und senkte damit den jährlichen Verbrauch von 328 auf 18 Tüten pro Bürger.

 

Die Länder können den Weg zu weniger Plastiktüten selbst bestimmen. Im Gespräch sind vollkommene Verbote ebenso wie Umweltabgaben von zum Beispiel 22 Cent pro Pastiktbeutel. Nicht  betroffen sind übrigens robuste Mehrfachtüten oder extrem dünne Tüten, die für Obst, Gemüse oder Frischfleisch gebraucht werden.

 

 

 

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Portraitfoto Gerd Junker Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.

Die Türkei und Europa – ein interessantes Verhältnis

Mittwoch, 27. Februar 2013

Zwei Tage besuchte Frau Merkel die Türkei und beide Seiten wurden nicht müde, ihre tiefe Freundschaft und Verbundenheit zu betonen. Angela Merkels Weg führte nicht nur zu politischen Gesprächen in die Türkei. Sie legte auch eine kurze Stippvisite bei den knapp 300, nahe der syrischen Grenze stationierten Bundeswehrsoldaten ein. Diese unterstützen im Rahmen eines Nato-Auftrages die Türkei dabei, sich vor syrischen Angriffen zu schützen. Kulturelles stand mit den Höhlen von Kappadokien auf dem Programm. Sie zeigte somit, dass sie nicht nur zu den üblichen Gesprächsterminen in die Türkei kommt, sondern auch dass sie sich Zeit für das Land nimmt. Bei aller Freundlichkeit stand aber nach wie vor das Thema EU-Beitritt der Türkei im Vordergrund. Dass Angela Merkel weiterhin eine „privilegierte Partnerschaft“ einer Vollmitgliedschaft in der Europäischen Union vorzieht, dürfte die Gespräche mit dem türkischen Ministerpräsidenten Erdogan und dem Staatspräsidenten Gül nicht gerade vereinfacht haben. Dabei ist die  Entwicklung in der Türkei äußerst positiv, was die Beitrittswünsche verstärkt.

 

Wirtschaftsboom und wachsender Energiebedarf

 

Die Wirtschaft in der Türkei boomt und kürzlich wurde die Kreditwürdigkeit des Landes von der Ratingagentur Fitch heraufgestuft. Auch für Deutschland ist die Türkei ein nicht zu vernachlässigender Wirtschaftsfaktor. Bereits 2011 exportierten deutsche Firmen Wirtschaftsgüter im Wert von 20 Milliarden Euro in das Land am Bosporus. Somit ist die Türkei für die Exportwirtschaft in Deutschland inzwischen bedeutender als zum Beispiel Japan. Der Hunger nach Konsum und vor allem nach deutschen Produkten wächst bei der jungen, kaufkräftigen Bevölkerung in der Türkei. Sogar deutsche Handelsketten wie Rossmann, Deichmann, Tchibo oder Saturn erobern den Markt vor Ort. Mit der steigenden Wirtschaftskraft steigt auch der Energiebedarf des Landes und somit boomt auch dieser Sektor. Ein jährliches Wirtschaftswachstum von durchschnittlich 8 % in den letzten Jahren steigert die Nachfrage nach Energie mindestens im gleichen Maße. Um das Land in dieser Frage unabhängig zu machen wird der Ausbau erneuerbarer Energien in der Türkei stark gefördert. Bis 2023 soll der Anteil regenerativer Energien an der Stromversorgung auf 30 % steigen. Ungenutztes Potential ist ausreichend vorhanden. Im Bereich der Wasserkraft zum Beispiel schöpft die Türkei Berechnungen zufolge bislang nur 22 % der möglichen Stromerzeugung aus. Auch durch Investoren aus dem Ausland wie zum Beispiel Aquila Capital sollen die Bestrebungen im Bereich der erneuerbaren Energien in der Türkei vorangetrieben werden (das aktuelle Projekt HydropowerInvest IV von Aquila Capital wird sogar mit einer Investitionsgarantie der Bundesrepublik abgesichert).

 

Moderne, Tradition und Wirtschaftswachstum - die Türkei ist ein Vielseitiges Land.

Moderne, Tradition und Wirtschaftswachstum – die Türkei ist ein Vielseitiges Land.

 

Unter diesen Aspekten wäre es nur fair, die Türkei durch einen Beitritt in die Europäische Union auch von den daraus entstehenden, wirtschaftlichen Vorteilen profitieren zu lassen. Der Vorläufer der EU war schließlich die EWG – die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft. Mit Sicherheit wurden bereits Länder in die europäische Staatengemeinschaft aufgenommen, die wirtschaftlich bedeutend schlechter aufgestellt waren. Doch die Erfahrungen der jüngsten Zeit mit Griechenland und Spanien legitimieren das zögerliche Verhalten bezüglich der EU Aufnahme.

 

Kulturelle Differenzen schaffen Vorbehalte

 

Jedoch spielen nicht nur um wirtschaftliche Interessen eine Rolle,  wenn ein Land das Beitrittsverfahren der EU anstrebt. Die kulturellen Unterschiede zwischen der bestehenden Europäischen Union und der Türkei sind groß und das Land ist teilweise nicht in der Lage oder nicht gewillt überfällige Reformen einzuleiten. Tatsächlich sind die Unterschiede zwischen der reichen und vom Wachstum profitierenden Bevölkerung – vorzugsweise in den Großstädten oder touristisch relevanten Gebieten – und der armen Landbevölkerung  immens. Gerade auf dem Land ist es für Mädchen noch immer so gut wie unmöglich an Bildung zu gelangen. Von knapp 6 Millionen Analphabeten in der Türkei sind rund 80% Mädchen. Auch Zwangsehen und Gewaltverbrechen innerhalb der Familie im Namen der Ehre sind nach wie vor an der Tagesordnung. Und auch die Kurdenfrage ist nicht gelöst.

 

Die Europäische Staatengemeinschaft ist schon jetzt bunt und vielfältig

 

Die Türkei scheint ein Land zu sein, welches im Zwiespalt zwischen Moderne und Fortschritt auf der einen, und Tradition und alten kulturellen Zwängen auf der anderen Seite gefangen ist. Allerdings zeichnet sich inzwischen in der türkischen Bevölkerung selbst ein Stimmungswechsel an. Wurde ein EU-Beitritt vor einigen Jahren noch von über 70 % der Türken befürwortet, so würde heute nur noch knapp die Hälfte für einen türkischen Beitritt in die Staatengemeinschaft stimmen, wenn es zu einem Referendum käme. Angesichts der anhaltenden Wirtschaftskrise im EU-Raum und der stark wachsenden Konjunktur in der Türkei ist das nicht verwunderlich. Die Türken fragen sich immer offener, ob ein Bittstellen für ein ehrliches Aufnahmeverfahren – wie es in den vergangenen Jahren der Fall war – tatsächlich noch notwendig ist. Wirtschaftlich steht die Türkei als Wachstumsland stabiler da als viele Mitgliedsstaaten der EU und rein kulturell ist die Europäische Union längst kein homogener Raum mehr, sondern sie ist bunt und vielfältig. Es scheint die Zeit gekommen zu sein, in ehrliche Beitrittsverhandlungen mit der Türkei zu treten.

 

 

 

 

 

 

 

Verfasser des Beitrages

Jasmin Messina-Hamann unterstützt die Grünes Geld GmbH als Berater-Assistentin. Jasmin Messina-Hamann:“Ich freue mich, dass ich – neben meinem persönlichen Engagement (z. B. bei Greenpeace) – beruflich meinen Teil dazu beitragen kann, dass Nachhaltigkeit auch in der Finanzbranche kein Fremdwort mehr ist. Die Macht des eingesetzten Kapitals kann die Welt zum positiven verändern.“