Mit ‘Fair Fashion’ getaggte Artikel

Alles öko? – 10 wichtige Naturmaterialien zur Textilherstellung

Freitag, 07. Juni 2019
Zusammenfassung: Kleidung ist ein menschliches Grundbedürfnis. In Deutschland wird dieses Bedürfnis mehr als befriedigt - die meisten Kleiderschränke sind gut gefüllt. Im Sinne der Nachhaltigkeit ist daher der Leitspruch „Qualität statt Quantität“ ein guter Kompass durch die Konsumwelt. Wir stellen die 10 wichtigsten Naturmaterialien zur Textilherstellung vor.

 

 

Bisher erschien in der Serie „Alles öko?“: Büro & Schule

Die nächste Folge erscheint Mitte November: Küche & Einkaufen

 

Textilien: Chemie-Cocktail oder natürliche Materialien?

 

„Kleider machen Leute“ – der alte Spruch hat kaum an Wahrheit eingebüßt. Die Art sich zu kleiden, sagt noch immer viel über Menschen aus. Auch Modeverweigerer zeigen mit ihrem Stil, dass Ihnen Kleidung gleichgültig ist. Denn in der Mode ist es wie in Beziehungen: „Man kann nicht nicht kommunizieren“. Und so lässt sich aus der Kleidung eines Menschen viel lesen. Kleidungsstücke geben Auskunft über die Herkunft einer Person, über die Höhe des Einkommens, die Einstellung zu Qualität, zum Zeitgeist und vieles mehr. Aber Kleidung kann ausgetauscht, abgelegt, verliehen werden – und schon gerät der gesamte Wertekanon wieder durcheinander und sagt nichts über die wirkliche Einstellung einer Person. „Kleider machen Leute“ gilt also nur für einen Augenblick.

 

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Fit in den Frühling – Nachhaltig Sport treiben

Dienstag, 28. Februar 2017
Zusammenfassung: Fit und sportlich in den Frühling starten – das wollen jetzt viele. Aber ist es besonders sportlich und gesund, mit dem Auto ins Fitness-Studio zu fahren und sich für die neu gefassten Vorsätze mit neuer Sportkleidung aus unklarer Produktion auszustatten? Und wie sieht es mit der Nachhaltigkeitsbilanz von Skireisen und Co. aus? Auch im Sport- und Fitness-Bereich ist ein bewusster Konsum und verantwortungsvoller Umgang mit den Ressourcen der bessere Weg.

 

 

Mehr Sport und Bewegung im Alltag – das nehmen sich im Frühling viele Menschen vor.

Wer mit seinen guten Vorsätzen für das neue Jahr hinterher hinkt, bekommt mit dem Frühlingsbeginn quasi seine zweite Chance. Jetzt mehr Sport treiben, fit und gesund in die warme Jahreszeit starten, Ballast abwerfen und sich selbst und dem Körper etwas Gutes tun. Vielleicht auch die Fastenzeit vor Ostern für mehr Bewegung nutzen.

 

Gute Vorsätze sind schnell gefasst, jetzt geht es an die Umsetzung. Aber auch im Sport- und Fitness-Bereich ist es durchaus angesagt, nachhaltig zu denken. Das umfasst nicht nur die persönlichen Erfolge für Körper und Geist, sondern auch die Wahl der Sportart und der Ausstattung. Ökologische und ethische Aspekte spielen auch in der Welt des Sports eine tragende Rolle.

 

 

Sport ist nicht gleich Fitness

Die Welt des Sports ist bunt und vielfältig. Selbst Billard und Schach zählen offiziell zu den Sportarten. Wer diese ausübt schadet der Umwelt wenig, tut sicher etwas für seine Entspannung. Dass diese Sportarten kaum der körperlichen Fitness dienen, ist jedoch auch klar. Rasante Sportarten wie Kartbahn- und  Autorennen oder Motorboot fahren fördern gewiss Geschicklichkeit und Konzentration, produzieren jedoch unnötig CO2 und verbrauchen viele Ressourcen.

 

Aber auch klassische Bewegungssportarten haben ihre Tücken. So ist Schlittschuhfahren im Winter eine gesunde und fordernde Aktivität, im Sommer – in einer aufwändig temperierten Eissporthalle – hinterlässt der Schlittschuh einen tiefen ökologischen Abdruck.

 

 

„Weil i wü‘, Schifoan …“

Um „abi“ zu fahren, geht es mit dem Lift erstmal „aufi“.

Der österreichische Liedermacher Wolfgang Ambros packte in den siebziger Jahren noch jedes Wochenende seine Ski aufs Autodach und machte sich auf „ins Stubaital oder nach Zell am See“. Von Wien aus immerhin eine Strecke von rund 375 Kilometer.

 

Allein der Anreiseweg zeigt, dass es die – bis in den April hinein – beliebten Skireisen ökologisch in sich haben. Gerade das alpine Skifahren ist umstritten. Schließlich hat der Massentourismus im Wintersport bereits tiefgreifende Schäden in den bergigen Naturlandschaften verursacht, die für die Sportart vorbereitet, sprich verändert werden. Hinzu kommt einer hoher Energieverbrauch durch die Infrastruktur, Skilifte, Schneekanonen und – eben nicht zu vergessen – den Anreiseverkehr. Wer regelmäßig für ein Ski-Wochenende eine Anfahrt von mehreren hundert Kilometern in Kauf nimmt, kann sicher nicht mehr von einem nachhaltigen und naturnahen Sport sprechen.

 

 

Drei Beispiele für mehr Nachhaltigkeit im Skisport

Einige Gemeinden denken bereits um und entwickeln nachhaltige Angebote. Zum einen, um ihre Umwelt zu bewahren, zum anderen aber auch, um umweltbewussten Skifahrern ihren Lieblingssport auch weiterhin zu ermöglichen. In Deutschland hat die Gemeinde Garmisch-Partenkirchen die „Nachhaltigkeitsstrategie 2020“ entwickelt. Damit will das beliebte Skigebiet CO2-Emissionen drastisch reduzieren. Dafür setzt die Region auf Erneuerbare Energien, eine verbesserte Energieeffizient und eine konsequente Überwachung des Energieverbrauchs in ihren Anlagen.

 

Das italienische Skigebiet San Martino di Castrozza-Rolle, Trentino, wurde von der italienischen Umweltschutzorganisation für 100 Prozent erneuerbar erklärt. Die Region bezieht ihren Strom aus Wasserkraftwerken und spart so 25 Tausend Tonnen CO2 ein. Um auch für die Anreise positive Impulse zu schaffen, stehen im Skigebiet 16 kostenfreie Ladestationen für Elektrofahrzeuge zur Verfügung. Im Südtiroler Skigebiet Plan de Corones investiert die Gemeinde in nachhaltige Mobilität. Die Gebiete sind mit dem Zug zu erreichen und untereinander durch einen Busnetz verbunden. Auf Sonnenenergie setzt die Gemeinde Tenna im Schweizer Kanton Graubünden. Hier laufen die Skiliftanlagen komplett mit Solarenergie aus der eigenen Photovoltaikanlage.

 

 

Einfach nur Sport …

Sport im Fitnessstudio ist okay – aber es gibt viele gleichwertige Alternativen.

Nicht jede Sportart belastet die Umwelt wir Motorsport oder ist unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit kritisch zu bewerten wie das alpine Skifahren.

 

Regelmäßiger Sport fördert das Wohlbefinden – wenn jedoch für eine halbstündige Einheit im Fitnessstudio ein ebenso lange Autofahrt notwendig ist, sind selbst diese harmlosen Sportarten belastend für die Umwelt.

 

Alternativen ergeben sich oft im direkten Lebensumfeld. Sicher klingt ein Gymnastikkurs im vielleicht fußläufig benachbarten Sportverein nicht enorm aufregend, ist aber im allgemeinen genauso effektiv wie das Angebot im Fitnessclub.

 

Noch einfacher umzusetzen sind Wandern, Walken und Joggen. Wer seinen Radius weiter spannen will, ist auch mit dem Fahrrad, den Inlinern oder dem Skateboard aktiv unterwegs. Dabei wird kein CO2 produziert und nur wenige Ressourcen durch die benötigten Sportgeräte verbraucht.

 

 

Einfach nur Bewegung …

In manchen Lebensphasen sind selbst flexible Termine und einfache Sportarten nicht in den Tagesablauf zu integrieren. Wer dennoch nicht rosten will, muss kreativ sein, um in Bewegung zu bleiben. Treppen steigen statt Rolltreppen oder Aufzüge benutzen. Kurze Wege generell zu Fuß gehen, mit den Kindern toben oder auf der Wiese Fußballspielen – das alles kann schon einiges bewirken. Außerdem gilt im Sport die Devise „lieber wenig als gar nicht“. Selbst wer nur fünf Minuten am Morgen einige Yoga-Übungen absolviert, einfache Übungen am geöffneten Fenster durchführt oder zur Musik aus dem Radio tanzt, regt seinen Kreislauf an und startet positiv in den Tag. Wer dann im Urlaub ausgedehnte Spaziergänge unternimmt oder sich schöne Tage im Schwimmbad gönnt, hat bereits einiges für seine Gesundheit bewirkt.

 

 

Coole Sportbekleidung macht nicht unbedingt fitter

Sportbekleidung spielte bei den alten Griechen keine Rolle. Bei den Olympischen Spielen der Antike traten alle Athleten und Trainer nackt an. Heute steht für jede Sportart eine breite Palette an Bekleidung und Accessoires zur Verfügung, auch wenn diese nicht unbedingt notwendig oder funktional sind. Sportbekleidung unterliegt wechselnden Trends. Hergestellt werden die Kleidungsstücke in erster Linie in China, Taiwan und Bangladesch, teilweise unter extrem ausbeuterischen Umständen. Fair Trade-Produkte sind zwar generell im Kommen, im Sportbereich jedoch noch eher selten. Ausnahmen bilden am ehesten Yoga-Ausstattung und Outdoor-Bekleidungshersteller. Daher lohnt es sich, auf entsprechende Etikettierungen zu achten und vorhandene Sport- und Funktionskleidung fachgerecht zu pflegen und gegebenenfalls zu reparieren.

 

 

Mit guten Vorsätzen nicht warten

Wer fit in den Frühling starten will, sollte nicht warten, sondern starten. In dem Maße, in dem es sich in das tägliche Leben einbinden lässt und mit der Intensivität, die persönlich gut tut. Ein bewusster Umgang mit den persönlichen Ressourcen ist immer ein guter Gradmesser.

 

Das gilt im Sport genauso, wie bei der Finanzplanung. Denn auch hier ist es wichtig zu wissen, wieviel Geld sinnvoll in welche Projekte investiert werden sollte und was in das persönliche Portfolio passt. Grünes Geld, erfahrener Experte für nachhaltige Geldanlagen, bietet Anlegern eine breite Palette an ethischen und ökologischen Geldanlagen. Hier findet jeder die passende Anlagestrategie.

 

 

Schützen vor Inflation: Sachwerte wie Windkraftbeteiligungen, Fotovoltaik, BHKW

 

 

 

Portraitfoto Gerd Junker Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.

 

Fair Fashion – Menschen machen Kleider

Dienstag, 13. September 2016
Zusammenfassung: „Fair Fashion“, fair hergestellte Kleidung, erfährt zunehmend Beachtung. Berichte über die katastrophalen Arbeitsbedingungen in Textilfabriken haben viele Menschen erschüttert. Es ist jedoch noch nicht einfach, fair produzierte und gehandelte Textilien im Markt zu finden. Verlässliche Siegel helfen.

 

 

Kleider machen Leute - aber wie geht es den Menschen, die unsere Kleider machen?

Kleider machen Leute – aber wie geht es den Menschen, die unsere Kleider machen?

Kleider machen Leute„, so lautet das alte Sprichwort, das mehr oder weniger besagt, dass eine bestimmte Kleidung auf den sozialen Status und die Bildung schließen lässt. Das ist heute nicht mehr ganz so leicht zuzuordnen. Genauso wenig verrät die Kleidung darüber, von wem sie unter welchen Bedingungen hergestellt wurde.

 

Spätestens seit dem großen Brand in einer Textilfabriken in Bangladesch 2012, bei dem mehr als 100 Menschen in den Flammen starben, ist klar: Unsere Kleidung wird vielfach unter katastrophalen Bedingungen hergestellt. In Fabriken ohne besondere Sicherheitsvorkehrungen, von Arbeitern und Arbeiterinnen ohne Mindestlohn und Gesundheitsvorsorge. Die Brandkatastrophe in Bangladesch zeigte zudem auch noch, dass sehr viele Menschen auf engstem Raum arbeiten mussten und die Notausgänge nicht zu öffnen waren. Der Brand 2012 war kein Einzelfall, seit 2006 hat die Kampagne für Saubere Kleidung (Clean Clothes Campaign) bereits fast 500 Tote und unzählige Verletzte bei Bränden in Textilfabriken gezählt.

 

Viele Verbraucher beschleicht bei diesen Nachrichten ein mulmiges Gefühl, denn es ist teilweise sehr schwer nachzuvollziehen, woher die eigene Bekleidung kommt und unter welchen Umständen sie hergestellt wurde. Der Preis, den wir in Deutschland für die Kleidungsstücke bezahlen, bietet kaum einen verlässlichen Hinweise, denn sowohl Bekleidung aus dem Discounter als auch hochpreisige Marken werden vielfach in den gleichen Fabriken gefertigt, in denen Menschen ausgebeutet und in ihren Rechten verletzt werden. Der Verband „Kampagne für Saubere Kleidung“, der als Netzwerk von mehr als 200 Gewerkschaften, Frauen- und Verbraucherorganisationen, Kirchengruppen, Weltläden und Forschungsinstituten getragen wird, will daher vor allem die westlichen Unternehmen in die Pflicht nehmen, mehr Verantwortung zu übernehmen. Die Kampagne hat dazu Richtlinien entwickelt, nach denen Unternehmen die Arbeitsstandards in den Produktionsstätten bewertet, die Arbeitssituation verbessert und die Lieferketten überprüft werden können. Generell fordert der Verband die Einführung und Einhaltung eines Verhaltenskodex für die Unternehmen gegenüber ihren Mitarbeitern. Der Kodex beinhaltet grundsätzliche Arbeitnehmerrechte wie etwa dem Recht auf gewerkschaftliche Organisation. Darüber hinaus die Zahlung eines existenzsichernden Lohns, keine Diskriminierungen, Arbeitssicherheit und Gesundheitsversorgung und den Verzicht auf exzessive Überstunden. Außerdem – hierzulande eine Selbstverständlichkeit – keine Kinderarbeit.

 

 

Macht der Käufer

Unter welchen Umständen eine Jeans gefertigt wurde, ist nicht am Preis zu erkennen.

Unter welchen Umständen eine Jeans gefertigt wurde, ist nicht am Preis zu erkennen.

Die beschämenden Berichte aus fernöstlichen Textilfabriken haben auch die Einstellung der Verbraucher in den vergangenen Jahren verändert. Einer repräsentativen Umfrage von YouGov zufolge sind für 40 Prozent der Bevölkerung faire Produktionsbedingungen in der Textilbranche „sehr wichtig“ und für 46 Prozent „eher wichtig“. Lediglich 14 Prozent stehen dem Thema mehr oder weniger gleichgültig gegenüber. Allerdings spielt der Preis der Kleidung eine enorme Rolle: 86 Prozent der Befragten ist der Preis „sehr wichtig“ und „eher wichtig“.

 

Positiv dabei: Trotz der enormen Erfolge der quasi „Wegwerfkleidung“ von Primark & Co. bewerten junge Menschen die Produktionsbedingungen der Kleidung wichtiger als ältere Befragte.

 

 

Der Preis ist heiß

Kunden haben recht klare Vorstellungen darüber, was Kleidung kosten sollte. Ein einfaches T-Shirt sollte, so befindet rund die Hälfte aller Konsumenten, sollte bei einem Preis von rund zehn Euro liegen.

 

Dass dieser Preis auch bei fairer Entlohnung der Textilarbeiter zu realisieren ist, zeigen auch Berechnungen des Bundesverbandes des Deutschen Textileinzelhandels (BTE). Demnach beläuft sich der Lohnkostenanteil am Ladenpreis nur auf ein bis drei Prozent. In der Praxis bedeutet das, dass der Preis eines T-Shirts in Deutschland um maximal 50 Cent steigt, wenn in Bangladesch die Durchschnittslöhne in der Textilfabrik verdoppelt würden. Der Aufpreis für faire Herstellungslöhne spielt bei den enormen Gewinnmargen der Markentextilien keine Rolle.

 

Laut Berechnungen der internationalen Fairwear Foundation beträgt bei einem Marken-T-Shirt der Lohnanteil gerade einmal 0,6 Prozent des Ladenpreises. 59 Prozent entfallen auf die Handelsspanne, jeweils zwölf Prozent auf den Bruttogewinn der Marke und die Materialkosten. Der Rest sind die Kosten für Transport und Zwischenhandel. Die „Fairwear Foundation“ zählt insgesamt 90 Mitgliedsunternehmen in sieben europäischen Ländern und repräsentiert 120 Marken, darunter Outdoor-Ausrüster Deuter und Vaude, Öko-Pionier hessnatur, aber auch die Textilkette Takko und junge Designer wie Armedangels oder King Louie.

 

So teilt sich der Ladenpreis eines T-Shirts auf. Die Lohnkosten spielen keine Rolle (Quelle: FairWorld, Grafik: Grünes Geld)

So teilt sich der Ladenpreis eines T-Shirts auf. Die Lohnkosten spielen keine Rolle (Quelle: Fairwear Foundation, Grafik: Grünes Geld, ohne Gewähr)

 

Wie die „Kampagne für Saubere Kleidung“ tritt auch die „Fairwear Foundation“ für einen verbindlichen Arbeitsverhaltenskodex ein und fordert die westlichen Textilhändler dazu auf, ihre enorme Marktmacht zu nutzen, um Anforderungen an ihre Zulieferer zu stellen und so die Arbeitsbedingungen in den Textilfabriken nachhaltig zu verbessern.

 

 

Faire Bedingungen mit Brief und Siegel

Kunden, die sich bewusst für fair produzierte Kleidung entscheiden wollen, haben es beim Einkauf nicht gerade leicht. Denn im Markt existieren Zertifikate und Gütesiegel für faire Mode. Die Kriterien zur Vergabe dieser Siegel sind dabei breit gefächert. Darüber hinaus produzieren einige Unternehmer, wie beispielsweise Trigema, ganz ohne Siegel. Dennoch entsprechen die Arbeitsbedingungen beim schwäbischen Traditionsunternehmen durchaus den Ansprüchen an gerechte Löhne und Sozialleistungen. Trigema fertigt seine gesamte Kollektion inklusive der Stoffherstellung in Deutschland.

 

Einen hohen Standard verspricht das Fairtrade-Siegel. Es kennzeichnet vor allem Baumwolle-Produkte, die zu fairen Preisen gehandelt werden und deren Produzenten menschenwürdige Arbeitsbedingungen unterstützen. Darüber hinaus hat Fairtrade International in diesem Jahr einen Textilstandard veröffentlicht, mit dem die Rechte der Arbeiterinnen und Arbeiter in den Textilfabriken gestärkt und die Löhne verbessert werden sollen. Ziel ist es hier, die komplette Lieferkette nach dem entwickelten Standard zu zertifizieren. Für menschenwürdige Arbeitsbedingungen in der Textilproduktion steht auch das Siegel, das die „Fairwear Foundation“ an ihre Mitgliedsunternehmen vergibt.

 

Kein Textil-Siegel im eigentlichen Sinne, jedoch sicher fair gehandelt sind Kleidungsstücke aus Weltläden. Die dort vertretenen Marken Gepa, dwp oder El Puente stehen für ein hohes ethisches und soziales Engagement.

 

Für einen sozial- und umweltverträglichen Baumwollanbau in Afrika setzt sich die nachhaltige Baumwollinitiative Cotton Made in Africa (CmiA)  ein. Kleinbauern in Afrika erhalten hier Dünger und Saatgut vorfinanziert und können so ihre Existenz selbst sichern. Darüber hinaus werden Schulen, Trinkwasserversorgung und Frauenkooperativen unterstützt. Getragen wird die Initiative unter anderem von der Bill and Melinda Gates Foundation, der Welthungerhilfe, dem Naturschutzbund Deutschland, Otto Group und dem WWF. Partnerunternehmen können das Nachhaltigkeitslabel von CmiA erwerben.

 

 

Soziale Verantwortung übernehmen – auch bei der Geldanlage

Ein kritischer Blick lohnt sich auf nahezu alle Dinge, die wir tagtäglich konsumieren, denn informierte Verbraucher stellen durchaus eine Marktmacht dar. Schließlich haben die Verbraucher die Möglichkeit, über ihre Kaufkraft nachhaltige und sinnvolle Projekte zu unterstützen.

Eine gute Möglichkeit für eine ethische und soziale Geldanlage ist beispielsweise die Unterstützung von Mikrofinanzprojekten, die Menschen in Schwellenländern helfen, mit Kleinstkrediten eine Existenz aufzubauen. Das kann etwa eine Nähmaschine sein, mit deren Hilfe Säcke für den Handel genäht werden. Für viele Frauen aus den Textilindustrie eine selbstbestimmte Alternative zum Fabrikjob. Grünes Geld berät Sie gerne zu unserer nachhaltigen Geldanlage Soziale Verantwortung.

 

 

 

Portraitfoto Gerd Junker Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.