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Fair Trade – Vielen Dank für die Blumen!

Freitag, 10. Februar 2017
Zusammenfassung: Am 14. Februar ist Valentinstag. Der Tag an dem sich traditionell viele Paare mit Blumen beschenken. Was viele nicht wissen, die beliebten Rosen und unzählige weitere Blumenarten kommen von großen Plantagen, auf denen Menschen für geringen Lohn hart arbeiten und zudem noch schutzlos Pestiziden ausgeliefert sind. Eine echte Alternative sind fair gehandelte Blumen, wie sie mittlerweile an vielen Orten angeboten werden.

 

 

Nachhaltig Schenken – eine Herzensangelegenheit.

Blumenhändler und Gärtnereien können sich in der kommenden Woche freuen. Am Valentinstag, dem 14. Februar, werden sich wieder viele Paare mit Blumen beschenken. Die unangefochtene Nummer eins der beliebtesten Schnittblumen ist – keine Überraschung – die Rose. 45 Prozent der Deutschen entscheiden sich beim Kauf für das edle Gewächs. Chrysanthemen und Tulpen teilen sich mit jeweils abgeschlagenen 11 Prozent die Plätze zwei und drei.

 

Knapp 3 Milliarden Euro pro Jahr setzt der deutsche Einzelhandel mit Schnittblumen um – das sind rund 37 Euro pro Strauß. Da die klassischen Geschenkanlässe – wie beispielsweise Geburtstag oder Hochzeitstag – über das gesamte Jahr verteilt liegen, stellt der Valentinstag einen echten Höhepunkt im Geschäftsjahr dar. Entsprechend wird der heilige Valentin, Namensgeber des Tages, auch scherzhaft als Schutzheiliger der Blumenhändler tituliert.

 

 

Ein alter Brauch setzt sich durch

De facto gilt Valentin als Schutzpatron der Verliebten. Er lebte im 3. Jahrhundert unserer Zeitrechnung und war Bischof von Terni in Italien. Da er Liebespaare nach christlichem Ritus traute und damit das Verbot des römischen Kaisers Claudius II. ignorierte, wurde er enthauptet und bald darauf als Märtyrer verehrt. Der Valentinstag setzte sich seit dem 15. Jahrhundert besonders in England durch. Paare schickten sich an diesem Tag kleine Geschenke und Gedichte. Englische Auswanderer nahmen den Valentinsbrauch mit nach Amerika, wo er sich gesellschaftlich fest im Jahresverlauf verankerte. Entsprechend kam die Sitte, den Valentinstag zu begehen, nach dem zweiten Weltkrieg über die USA auch nach Deutschland. Befördert durch die Werbung von Seiten des Einzelhandels, allen voran der Blumengeschäfte, hat der Valentinstag mittlerweile auch in Deutschland einen festen – wenn auch nicht extrem bedeutsamen – Platz gefunden.

 

 

Blumen sind das beliebteste Valentinsgeschenk

Blumen sind in Deutschland das beliebteste Geschenk zum Valentinstag. 77 Prozent der Schenkenden entscheiden sich dafür. Süßigkeiten nehmen den zweiten Platz ein. Ebenfalls beliebt sind Briefe und Karten, ein romantisches Abendessen oder Musik.

 

Wer Blumen verschenkt, gibt etwas Lebendiges und Vergängliches. Eine Geste, die immer wiederholt werden und damit einen festen Platz im Leben einnehmen kann. Darüber hinaus stehen Blumen auch für Freude und Natürlichkeit.

 

Die Schattenseite des Brauchs: Rund 80 Prozent der hier verkauften Blumen werden aus Ländern importiert, wo sie unter umweltzerstörenden und ausbeuterischen Bedingungen angebaut werden. Besonders betroffen sind Länder Afrikas, wo Blumen und Pflanzen auf großen Farmen angebaut werden. Um eine möglichst hohe Ernte zu erreichen werden auch hier – wie bei der konventionellen Landwirtschaft – hochgiftige Pflanzenschutzmittel eingesetzt. Diese werden aus Flugzeugen über die weitläufigen Felder gespritzt, gleichgültig, ob dort gerade Pflücker arbeiten oder nicht. Arbeitsschutz spielt also eine sehr untergeordnete Rolle. Darüber hinaus sind die Löhne für die harte Arbeit auf diesen Plantagen kaum existenzsichernd.

 

Besonders perfide: Während bei uns – Gleichberechtigung hin oder her – vor allem Frauen mit Blumen beschenkt werden, arbeiten im anstrengenden Blumenanbau in den Ländern der sogenannten Dritten Welt in erster Linie Frauen.

 

 

Das schönste Blumengeschenk: Fairer Handel

Rosen aus fairem Handel machen nicht nur den Beschenkten Freude.

Auch für den Kauf von Blumen gibt es sinnvolle Alternativen. Blumen mit dem Fair Trade-Siegel stehen für ein Geschenk, dass sozial- und umweltverträglich angebaut wurde. So bringen Blumen nicht nur den Beschenkten Freude, auch die Produzenten und Landarbeiter profitieren von den verbesserten Bedingungen.

 

Fair gehandelte Blumen gibt es mittlerweile in vielen Supermärkten, Gartenzentren und bei ausgewählten Floristen. Positiv ist hier, dass Kunden vermehrt auf das Fair Trade-Siegel achten. Die fair gehandelten Blumen kommen derzeit aus 55 Produzentenorganisationen in Kenia, Äthiopien, Tansania, Uganda, Simbabwe, Ecuador, El Salvador, Sri Lanka und Costa Rica. Insgesamt arbeiten mehr als 48.000 Arbeitskräfte weltweit auf den Blumenfarmen. Allein 46.000 Menschen arbeiten in Afrika im arbeitsintensiven Anbau der Schnittblumen. Führende Länder sind hier Kenia und Äthiopien. Dabei spielt der Handel mit Blumen und mit Pflanzen eine wichtige wirtschaftliche Rolle in den Ländern, denn der Verkauf in alle Welt bringt Devisen. Für Kenia hat sich die Blumenindustrie zur zweitgrößten Devisenquelle entwickelt. Platz eins nimmt der Anbau von Tee ein.

 

 

Fair und bio – auch bei Blumen das perfekte Arrangement

Fair Trade-Blumen werden nach strengen sozialen und ökologischen Standards angebaut. So werden die Arbeits- und Lebensbedingungen in den Ländern nachhaltig verbessert. Gleichzeitig werden international wettbewerbsfähige Produkte hergestellt und vermarktet. Das gibt den Ländern eine wirtschaftliche Perspektive.

 

Die Arbeitskräfte auf Fair Trade-zertifizierten Blumenfarmen erhalten zum einen den gesetzlichen Mindestlohn, der im jeweiligen Land vorgeschrieben ist. Diese Festlegung ist in einigen Ländern nicht existenzsichernd. Daher gibt es zu dem die Vereinbarung, die Löhne sukzessive anzupassen. So werden langfristig sichere Arbeitsplätze geschaffen, mit denen die Menschen ihren Lebensunterhalt bestreiten können. Neben der Bezahlung sind Arbeitsschutz und Arbeitnehmerrechte wichtige Fragen im fairen Handel. Daher müssen in Fair Trade-Betrieben Schutzkleidung gestellt und Schulungen zum Umgang mit Arbeitsmitteln durchgeführt werden. Außerdem werden feste Arbeitsverträge mit verbindlichen Regelungen zur Arbeitszeit abgeschlossen. Ebenfalls müssen für uns selbstverständliche Arbeitnehmerrechte wie Mutterschutz und Gewerkschaftsfreiheit garantiert werden.

 

 

Wermutstropfen Wasser

Fair Trade-Blumenfarmen verfügen über strenge Regelungen zum Umweltschutz. Die Initiative hat daher Konzepte für eine sparsame Bewässerung ihrer Felder und betreibt auch Kläranlagen sowie ein umfassendes Kompost- und Müllmanagement.

 

Dennoch ist die Wasserfrage ein Wermutstropfen auch im Fair Trade-Anbau. Denn die Bewässerung der Pflanzen ist generell aufwändig und kann zu Wasserknappheit führen. Positiv ist jedoch, dass durch die Vermeidung von Pestiziden Boden und Grundwasser nicht weiter belastet werden.

 

 

Ethische und soziale Investments schaffen Gewinner auf beiden Seiten

Durch den Kauf von Blumen – und natürlich auch anderen Produkten aus fairem Handel – werden die festgefahrenen Wirtschaftsprinzipien nachhaltig verändert. An die Stelle des ausbeuterischen Handels, bei dem es Gewinner und Verlierer gibt, tritt ein ethisches Wirtschaften, das eine soziale Wirkung und damit Win-Win-Situationen schafft.

 

Das gilt nicht nur für die Dinge die wir kaufen, sondern auch für das Geld, das wir anlegen. Grünes Geld, erfahrener Anbieter von ethischen und ökologischen Investments, zeigt Ihnen, wie Sie Ihr Geld mit sozialer Verantwortung anlegen und gleichzeitig attraktive Erträge erwirtschaften können. Da bleibt genug übrig für einen fair gehandelten Blumenstrauß.

 

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Carmen Junker

Verfasser des Beitrages: Carmen Junker ist Gründerin der Grünes Geld GmbH und Geschäftsführerin der Grünes Geld GmbH. Carmen Junker:“ Ein Grund mein berufliches Wirken speziell auf die Nachhaltige Geldanlage auszurichten ist, die Welt ein Stück positiver zu gestalten mit den Mitteln und Kenntnissen die mir zur Verfügung stehen. Aus der Verantwortung für die kommende Generation und weil ich selbst noch einige Jahre auf diesem schönen Planeten verbringen möchte“.

 

 

 

Gold – Nicht immer eine goldrichtige Entscheidung

Freitag, 27. Januar 2017
Zusammenfassung: Gold zählt zu den wertvollsten und begehrtesten Elementen weltweit. Es dient als Material für Schmuck, medizinische und technische Geräte, aber auch als Geldanlage. Gerade in vermeintlich unsicheren Zeiten setzten Anleger teilweise wieder auf scheinbar sichere Werte. Bei Gold gehen dabei viele auch davon aus, dass es sich um eine saubere Sache handele. Doch der Abbau des Edelmetalls schädigt stark die Gesundheit der Arbeiter und die Umwelt. Die Initiative Fair Trade zertifiziert Goldminen mit fairen Arbeitsbedingungen.

 

 

Für viele Menschen ist Gold der Inbegriff einer sicheren und wertbeständigen Geldanlage.

Dichterfürst Johann Wolfgang von Goethe brachte es auf den Punkt: „Nach Golde drängt, am Golde hängt doch alles…“ Und in der Tat hat Goethes Titelheld Faust in der gleichnamigen Tragödie mit seinen Schmuckgeschenken an Gretchen einigen Erfolg.

 

Gold ist wertvoll, begehrt und fasziniert seit Jahrtausenden die Menschheit, diente früh als Zahlungsmittel und trat einen unvergleichlichen Siegeszug als Schmuck an. Heute ist die Nachfrage nach Goldschmuck – bedingt durch gestiegene Preise – rapide gesunken, stabil ist die Nachfrage nach Gold in der Zahnmedizin und in der Elektroindustrie.

 

Als Zahlungsmittel  hat das edle Metall zwar weitgehend ausgedient, dennoch spielt Gold noch immer eine Rolle als relativ stabile Geldanlage. Dabei spricht Gold besonders Anleger an, die auf Sicherheit bedacht sind und denen die komplexen Spielregeln der Finanzwelt suspekt erscheinen. Der physische Aspekt des Goldes, etwas zu kaufen und anfassen zu können, ist einleuchtend und vermittelt ein Gefühl von Sicherheit und Wertbeständigkeit. Die Begrenztheit des Goldes ist in der Tat ein Garant für den stabilen Wert. Entsprechend erleben Goldanlagen besonders in wirtschaftlichen Krisenzeiten ein regelrechtes Come-back.

 

Gold als sichere Bank

Anleger, die ihr Geld sicher in Gold investieren wollen, entscheiden sich für Goldbarren, Goldmünzen oder Tresorgold. Letzteres wird professionell verwahrt und gegen Verlust versichert. Eine Investition in Gold sollte langfristig geschehen. Experten raten zu einem Zeithorizont von mindestens drei Jahren. Da Goldbarren nur als Ganzes wieder verkauft werden können, bleiben Anleger mit einer kleinen Stückelung flexibel. Der Kauf und Verkauf von physischem Gold ist steuerlich günstig, da weder Mehrwert- noch Abgeltungssteuer anfallen. Im Gegensatz zu anderen Geldanlagen bringt Gold jedoch weder Zinsen noch Dividende. Wie hoch der Anteil an Gold innerhalb eines Vermögens ausfallen sollte, ist in der Welt der Finanzberater heftig umstritten und pendelt zwischen 3 und 30 Prozent des Gesamtvermögens.

 

Gold lockt jedoch nicht nur sicherheitsbewusste Anleger, die vergleichsweise geringe Erträge in Kauf nehmen. Gold zieht auch sehr risikofreudige Anlegertypen an. Diese investieren vornehmlich in Goldfonds und -aktien, die massiven Schwankungen unterliegen können und entsprechend als hochspekulative Papiere nur Finanzprofis empfohlen werden.

 

 

Gold als Ursache für Krieg und Ausbeutung

Gold stand und steht sinnbildlich für Reichtum und Reinheit. Doch das positive Image von Gold hat auch Schattenseiten, denn die Gier nach Gold war und ist Auslöser von Kriegen, Eroberungen, Kolonialisierung und Ausbeutung. Und der Goldrausch hält weiter an.

 

Schätzungen zufolge werden jährlich weltweit etwa 2.350 Tonnen Gold abgebaut. Führend ist dabei seit rund zehn Jahren China mit einer Fördermenge von 314 Tonnen. Der ehemalige Spitzenreiter Südafrika erreicht noch eine jährliche Fördermenge von 210 Tonnen Gold.

 

 

Goldsucher – gefährlich und wenig ertragreich

Das begehrte Edelmetall Gold vielfach unter schwierigen Bedingungen gewonnen.

Verändert haben sich auch die Abbaumethoden des Goldes. Während bis in die siebziger Jahre in Südafrika der Abbau von Gold im Tagebau gängig war, wird heute bis zu 4.000 Meter tief nach Gold geschürft.

 

Damit ist der Goldabbau auch sehr energieintensiv und verursacht zusätzliche Kosten. Entsprechend steigt auch der Preis des Goldes. Während sich noch 1999 die Förderkosten für eine Feinunze Gold (rund 31 Gramm) auf 280 US-Dollar beliefen, haben sich die Kosten seit dem mehr als verdoppelt.

 

Neben den großen industriellen Minen existieren weltweit eine nahezu unüberschaubare Menge an kleingewerblichen Goldsuchern, die zu großen Teilen unter ausbeuterischen, gefährlichen und gesundheitsschädlichen Umständen arbeiten.

 

Laut der Initiative Fair Trade International gibt es rund 15 Millionen selbstständige Goldschürfer weltweit, die für das gefundene Gold von ihren Abnehmern kaum ein existenzsicherndes Einkommen erhalten. Stattdessen riskieren sie täglich in überschwemmten Schächten ihr Leben und durch das Einatmen giftiger Quecksilberdämpfe ihre Gesundheit. In vielen Regionen gibt es zudem kaum einen Zugang zu sauberem Trinkwasser und sanitären Einrichtungen, von Gesundheitsversorgung ganz zu schweigen.

 

An vielen Orten der Erde wird Gold vollkommen unkontrolliert abgebaut, entsprechend herrscht dort das Recht des Stärkeren. Die Folgen sind blutige Kämpfe und die Zerstörung der Umwelt und der Infrastruktur in diesen Gegenden.

 

 

Faires Gold

Die Initiative Fair Trade, die sich weltweit für einen gerechten Handel einsetzt, zertifiziert auch Gold nach ihren ethischen Standards und setzt sich für die Rechte der Goldschürfer ein. Voraussetzung für eine Fair Trade-Zertifizierung ist, dass der Abbau von Gold legal betrieben wird und die Arbeiter einen Mindestpreis für ihre Goldfunde erhalten. Dieser liegt mit 95 Prozent des von der London Bullion Market Association festgelegten Goldpreises weit über dem sonst üblichen Preis.

 

Sonderkonditionen mit den Grünes Geld NewsAußerdem macht Fair Trade die Lieferketten und Wege des Goldes transparent. Nicht geduldet werden Kinder- und Zwangsarbeit sowie extrem lange Arbeitszeiten. Da bei der Goldgewinnung häufig Quecksilber und andere giftige Chemikalien eingesetzt werden, legt Fair Trade auch ein besonderes Augenmerk auf Schutzkleidung und Schulungen zur Arbeitssicherheit.

 

Mit der Auszahlung von zusätzlichen Prämien pro Kilogramm Gold werden darüber hinaus auch Gemeinschaftsprojekte in den Regionen unterstützt, beispielsweise Gesundheitseinrichtungen und Schulen. Bislang werden nur wenige Goldminen in Peru, Uganda, Kenia und Tansania von Fair Trade zertifiziert. Das dort gewonnene Gold wird in erster Linie von Goldschmieden und Juwelieren verwendet und mit dem Fair Trade-Siegel versehen.

 

 

Smartphones lösen Schmuck als wichtiges Accessoire ab

Ein bedeutender Bereich, in dem Gold benötigt wird, ist die Smartphone-Produktion. Insgesamt stecken rund 30 Materialien in den beliebten Geräten, die in erster Linie aus Krisenregionen in Afrika stammen. Dazu zählt – neben dem mittlerweile vieldiskutierten „Konfliktmetalle“ Coltan – auch Gold. Zwar versuchen viele Elektronikhersteller Gold aus diesen Ländern zu vermeiden, jedoch machen es komplexe und undurchsichtige Lieferketten schwer, diese Vorsätze auch konsequent zu verwirklichen.

 

Die Hersteller des populären alternativen SmartphonesFairphone 2“ setzen gezielt auf transparente Lieferketten. Das niederländische Unternehmen verwendet in seinen Geräten Module, die nach Fair Trade-Prinzipien hergestellt wurden. Die für die Smartphone-Herstellung benötigten Materialien, wie eben Gold, stammen von Lieferanten, für die faire Löhne und Arbeitssicherheit keine Fremdworte sind.

 

Fair geht vor – auch bei den Finanzen

Gold und Geld bewegt die Welt in der wir leben. Doch im Gegensatz zu Geld, das investiert wird und Entwicklungen voranbringen kann, bewegt eingelagertes Gold nichts. Daher gilt es zu überdenken, ob man bei seinen Geldanlagen nur auf Sicherheit und Werterhalt setzt oder aber auch die richtigen Schalter in der Wirtschaft umlegen und von interessanten Erträgen profitieren will. Gut, wenn Kunden dann auf einen unabhängigen Berater bauen können, der die gleichen ethischen und ökologischen Ansprüche teilt und umsetzt.

 

Grünes Geld, erfahrener Experte für nachhaltige Geldanlagen, bietet mehr als 300 ethische, soziale und ökologische Finanzprodukte für Privatanleger. Hier finden Sie die passende Geldanlage.

 

 

 

Carmen Junker

Verfasser des Beitrages: Carmen Junker ist Gründerin der Grünes Geld GmbH und Geschäftsführerin der Grünes Geld GmbH. Carmen Junker:“ Ein Grund mein berufliches Wirken speziell auf die Nachhaltige Geldanlage auszurichten ist, die Welt ein Stück positiver zu gestalten mit den Mitteln und Kenntnissen die mir zur Verfügung stehen. Aus der Verantwortung für die kommende Generation und weil ich selbst noch einige Jahre auf diesem schönen Planeten verbringen möchte“.

 

 

Fair Fashion – Menschen machen Kleider

Dienstag, 13. September 2016
Zusammenfassung: „Fair Fashion“, fair hergestellte Kleidung, erfährt zunehmend Beachtung. Berichte über die katastrophalen Arbeitsbedingungen in Textilfabriken haben viele Menschen erschüttert. Es ist jedoch noch nicht einfach, fair produzierte und gehandelte Textilien im Markt zu finden. Verlässliche Siegel helfen.

 

 

Kleider machen Leute - aber wie geht es den Menschen, die unsere Kleider machen?

Kleider machen Leute – aber wie geht es den Menschen, die unsere Kleider machen?

Kleider machen Leute„, so lautet das alte Sprichwort, das mehr oder weniger besagt, dass eine bestimmte Kleidung auf den sozialen Status und die Bildung schließen lässt. Das ist heute nicht mehr ganz so leicht zuzuordnen. Genauso wenig verrät die Kleidung darüber, von wem sie unter welchen Bedingungen hergestellt wurde.

 

Spätestens seit dem großen Brand in einer Textilfabriken in Bangladesch 2012, bei dem mehr als 100 Menschen in den Flammen starben, ist klar: Unsere Kleidung wird vielfach unter katastrophalen Bedingungen hergestellt. In Fabriken ohne besondere Sicherheitsvorkehrungen, von Arbeitern und Arbeiterinnen ohne Mindestlohn und Gesundheitsvorsorge. Die Brandkatastrophe in Bangladesch zeigte zudem auch noch, dass sehr viele Menschen auf engstem Raum arbeiten mussten und die Notausgänge nicht zu öffnen waren. Der Brand 2012 war kein Einzelfall, seit 2006 hat die Kampagne für Saubere Kleidung (Clean Clothes Campaign) bereits fast 500 Tote und unzählige Verletzte bei Bränden in Textilfabriken gezählt.

 

Viele Verbraucher beschleicht bei diesen Nachrichten ein mulmiges Gefühl, denn es ist teilweise sehr schwer nachzuvollziehen, woher die eigene Bekleidung kommt und unter welchen Umständen sie hergestellt wurde. Der Preis, den wir in Deutschland für die Kleidungsstücke bezahlen, bietet kaum einen verlässlichen Hinweise, denn sowohl Bekleidung aus dem Discounter als auch hochpreisige Marken werden vielfach in den gleichen Fabriken gefertigt, in denen Menschen ausgebeutet und in ihren Rechten verletzt werden. Der Verband „Kampagne für Saubere Kleidung“, der als Netzwerk von mehr als 200 Gewerkschaften, Frauen- und Verbraucherorganisationen, Kirchengruppen, Weltläden und Forschungsinstituten getragen wird, will daher vor allem die westlichen Unternehmen in die Pflicht nehmen, mehr Verantwortung zu übernehmen. Die Kampagne hat dazu Richtlinien entwickelt, nach denen Unternehmen die Arbeitsstandards in den Produktionsstätten bewertet, die Arbeitssituation verbessert und die Lieferketten überprüft werden können. Generell fordert der Verband die Einführung und Einhaltung eines Verhaltenskodex für die Unternehmen gegenüber ihren Mitarbeitern. Der Kodex beinhaltet grundsätzliche Arbeitnehmerrechte wie etwa dem Recht auf gewerkschaftliche Organisation. Darüber hinaus die Zahlung eines existenzsichernden Lohns, keine Diskriminierungen, Arbeitssicherheit und Gesundheitsversorgung und den Verzicht auf exzessive Überstunden. Außerdem – hierzulande eine Selbstverständlichkeit – keine Kinderarbeit.

 

 

Macht der Käufer

Unter welchen Umständen eine Jeans gefertigt wurde, ist nicht am Preis zu erkennen.

Unter welchen Umständen eine Jeans gefertigt wurde, ist nicht am Preis zu erkennen.

Die beschämenden Berichte aus fernöstlichen Textilfabriken haben auch die Einstellung der Verbraucher in den vergangenen Jahren verändert. Einer repräsentativen Umfrage von YouGov zufolge sind für 40 Prozent der Bevölkerung faire Produktionsbedingungen in der Textilbranche „sehr wichtig“ und für 46 Prozent „eher wichtig“. Lediglich 14 Prozent stehen dem Thema mehr oder weniger gleichgültig gegenüber. Allerdings spielt der Preis der Kleidung eine enorme Rolle: 86 Prozent der Befragten ist der Preis „sehr wichtig“ und „eher wichtig“.

 

Positiv dabei: Trotz der enormen Erfolge der quasi „Wegwerfkleidung“ von Primark & Co. bewerten junge Menschen die Produktionsbedingungen der Kleidung wichtiger als ältere Befragte.

 

 

Der Preis ist heiß

Kunden haben recht klare Vorstellungen darüber, was Kleidung kosten sollte. Ein einfaches T-Shirt sollte, so befindet rund die Hälfte aller Konsumenten, sollte bei einem Preis von rund zehn Euro liegen.

 

Dass dieser Preis auch bei fairer Entlohnung der Textilarbeiter zu realisieren ist, zeigen auch Berechnungen des Bundesverbandes des Deutschen Textileinzelhandels (BTE). Demnach beläuft sich der Lohnkostenanteil am Ladenpreis nur auf ein bis drei Prozent. In der Praxis bedeutet das, dass der Preis eines T-Shirts in Deutschland um maximal 50 Cent steigt, wenn in Bangladesch die Durchschnittslöhne in der Textilfabrik verdoppelt würden. Der Aufpreis für faire Herstellungslöhne spielt bei den enormen Gewinnmargen der Markentextilien keine Rolle.

 

Laut Berechnungen der internationalen Fairwear Foundation beträgt bei einem Marken-T-Shirt der Lohnanteil gerade einmal 0,6 Prozent des Ladenpreises. 59 Prozent entfallen auf die Handelsspanne, jeweils zwölf Prozent auf den Bruttogewinn der Marke und die Materialkosten. Der Rest sind die Kosten für Transport und Zwischenhandel. Die „Fairwear Foundation“ zählt insgesamt 90 Mitgliedsunternehmen in sieben europäischen Ländern und repräsentiert 120 Marken, darunter Outdoor-Ausrüster Deuter und Vaude, Öko-Pionier hessnatur, aber auch die Textilkette Takko und junge Designer wie Armedangels oder King Louie.

 

So teilt sich der Ladenpreis eines T-Shirts auf. Die Lohnkosten spielen keine Rolle (Quelle: FairWorld, Grafik: Grünes Geld)

So teilt sich der Ladenpreis eines T-Shirts auf. Die Lohnkosten spielen keine Rolle (Quelle: Fairwear Foundation, Grafik: Grünes Geld, ohne Gewähr)

 

Wie die „Kampagne für Saubere Kleidung“ tritt auch die „Fairwear Foundation“ für einen verbindlichen Arbeitsverhaltenskodex ein und fordert die westlichen Textilhändler dazu auf, ihre enorme Marktmacht zu nutzen, um Anforderungen an ihre Zulieferer zu stellen und so die Arbeitsbedingungen in den Textilfabriken nachhaltig zu verbessern.

 

 

Faire Bedingungen mit Brief und Siegel

Kunden, die sich bewusst für fair produzierte Kleidung entscheiden wollen, haben es beim Einkauf nicht gerade leicht. Denn im Markt existieren Zertifikate und Gütesiegel für faire Mode. Die Kriterien zur Vergabe dieser Siegel sind dabei breit gefächert. Darüber hinaus produzieren einige Unternehmer, wie beispielsweise Trigema, ganz ohne Siegel. Dennoch entsprechen die Arbeitsbedingungen beim schwäbischen Traditionsunternehmen durchaus den Ansprüchen an gerechte Löhne und Sozialleistungen. Trigema fertigt seine gesamte Kollektion inklusive der Stoffherstellung in Deutschland.

 

Einen hohen Standard verspricht das Fairtrade-Siegel. Es kennzeichnet vor allem Baumwolle-Produkte, die zu fairen Preisen gehandelt werden und deren Produzenten menschenwürdige Arbeitsbedingungen unterstützen. Darüber hinaus hat Fairtrade International in diesem Jahr einen Textilstandard veröffentlicht, mit dem die Rechte der Arbeiterinnen und Arbeiter in den Textilfabriken gestärkt und die Löhne verbessert werden sollen. Ziel ist es hier, die komplette Lieferkette nach dem entwickelten Standard zu zertifizieren. Für menschenwürdige Arbeitsbedingungen in der Textilproduktion steht auch das Siegel, das die „Fairwear Foundation“ an ihre Mitgliedsunternehmen vergibt.

 

Kein Textil-Siegel im eigentlichen Sinne, jedoch sicher fair gehandelt sind Kleidungsstücke aus Weltläden. Die dort vertretenen Marken Gepa, dwp oder El Puente stehen für ein hohes ethisches und soziales Engagement.

 

Für einen sozial- und umweltverträglichen Baumwollanbau in Afrika setzt sich die nachhaltige Baumwollinitiative Cotton Made in Africa (CmiA)  ein. Kleinbauern in Afrika erhalten hier Dünger und Saatgut vorfinanziert und können so ihre Existenz selbst sichern. Darüber hinaus werden Schulen, Trinkwasserversorgung und Frauenkooperativen unterstützt. Getragen wird die Initiative unter anderem von der Bill and Melinda Gates Foundation, der Welthungerhilfe, dem Naturschutzbund Deutschland, Otto Group und dem WWF. Partnerunternehmen können das Nachhaltigkeitslabel von CmiA erwerben.

 

 

Soziale Verantwortung übernehmen – auch bei der Geldanlage

Ein kritischer Blick lohnt sich auf nahezu alle Dinge, die wir tagtäglich konsumieren, denn informierte Verbraucher stellen durchaus eine Marktmacht dar. Schließlich haben die Verbraucher die Möglichkeit, über ihre Kaufkraft nachhaltige und sinnvolle Projekte zu unterstützen.

Eine gute Möglichkeit für eine ethische und soziale Geldanlage ist beispielsweise die Unterstützung von Mikrofinanzprojekten, die Menschen in Schwellenländern helfen, mit Kleinstkrediten eine Existenz aufzubauen. Das kann etwa eine Nähmaschine sein, mit deren Hilfe Säcke für den Handel genäht werden. Für viele Frauen aus den Textilindustrie eine selbstbestimmte Alternative zum Fabrikjob. Grünes Geld berät Sie gerne zu unserer nachhaltigen Geldanlage Soziale Verantwortung.

 

 

 

Portraitfoto Gerd Junker Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.

Metallische Rohstoffe – ein Segen für die Förderländer ?

Dienstag, 21. Juni 2011

Ohne Metalle ist unser Leben kaum mehr vorstellbar. Ein großer Teil der alltäglich verwendeten Produkte – von Baumaterialien, Fahrzeugen und Maschinen in den Fabriken bis hin zu modernen Kommunikationsgeräten – könnten ohne Metalle nicht gebaut werden. „Da der Abbau und auch der größte Teil der ersten Verarbeitungsschritte der metallischen Rohstoffe nicht in Deutschland stattfinden, kennen die meisten Verbraucherinnen und Verbraucher die damit verbundenen Probleme nicht. Doch dies darf die hiesigen Unternehmen nicht aus ihrer Verantwortung für Missstände in ihrer Zulieferkette entlassen“, sagt Friedel Hütz-Adams, Hauptautor einer Studie, die heute vom SÜDWIND-Institut für Ökonomie und Ökumene vorgestellt wird. SÜDWIND setzt sich weltweit ein für wirtschaftliche, soziale und ökologische Gerechtigkeit.

Kinderarbeit in Goldminen

Kinderarbeit in Goldminen ist gängige Praxis in den Förderländern der Rohstoffe

Beim Abbau von metallischen Rohstoffen – vor allem Metalle wie Aluminium, Gold, Mangan oder Seltene Erden – gibt es massive soziale und ökologische Missstände. In vielen Minengebieten existieren Landkonflikte, die Arbeitsbedingungen in den Förderregionen sind teilweise schlecht und auch die Weiterverarbeitung der Rohstoffe verursacht massive Probleme. In der Studie wird herausgestellt, dass diese Probleme in Ländern wie Indonesien, der Demokratischen Republik Kongo, Indien, China, Bolivien und Gabun zur Folge haben, dass die Menschen dort oft nicht vom vermeintlichen Rohstoffreichtum profitieren.

 

Das ist für SÜDWIND wieder einmal Anlass, auf diese Sachverhalte aufmerksam zu machen und die Einhaltung sozialer und ökologischer Mindeststandards sowie grundlegender Menschenrechte beim Abbau und der Verarbeitung der nach Deutschland gelieferten Rohstoffe zu fordern.

„Während viele Unternehmen und die Bundesregierung nach Wegen suchen, um der deutschen Industrie den Zugang zu preiswerten metallischen Rohstoffen zu erleichtern, werden die entwicklungspolitischen, sozialen und ökologischen Auswirkungen von deren Förderung häufig nicht beachtet“, so Hütz-Adams weiter.

 

Diese Studie ist die erste in einer Serie von vier Studien zum Thema Rohstoffe, die im Jahr 2011 bei SÜDWIND erscheinen. In den nachfolgenden Studien wird auf Lösungsansätze bei entwicklungspolitischen sowie klimarelevanten Problemen eingegangen. Des weiteren setzt sich die Studie mit der Rolle von Banken und Investoren auf dem Metallmarkt auseinander so wie auch mit der Rolle, die Verbraucherinnen und Verbraucher dabei spielen können.

 

Quelle: SÜDWIND

 

Unser Tipp:

Helfen Sie ganz gezielt den wirtschaftlich benachteiligten Menschen der Entwicklungs- und Schwellenländer!  Zum Beispiel mit dem Instrument Mikrofinanz. 2006 wurde mit Mohammad Yunus eine maßgebliche Ikone der Mikrofinanz mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Positiver Nebeneffekt: Die Wertentwicklung in dieser Sparte verläuft sehr konstant.

 

Projekt Soziale Verantwortung Monatssparen Ethik
Laufzeit täglich kündbar
Mindestsparsumme 50 €
Wertentwicklung z.B. 2009: 2,24% ; 2010: 6,06%
Besonderheiten a.) schwankungsarme und sichere Anlage in Mikrofinanz und ausgewählte SRI-Fonds
b.) Geldanlage, die Menschlichkeit fördert und soziale Verantwortung übernimmt