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Mieterstromgesetz – Energiewende nach Hausrezept

Dienstag, 25. Juli 2017
Zusammenfassung: Kurz vor der Sommerpause beschlossen Bundestag und Bundesrat noch das „Gesetz zur Förderung von Mieterstrom und zur Änderung weiterer Vorschriften des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes. Mieter sollen dabei stärker am Ausbau Erneuerbarer Energien beteiligt werden und von kostengünstigem und sauberem Strom profitieren.

 

 

Neues Gesetz auf den Weg gebracht

Neues aus Berlin noch vor der Sommerpause: Ende Juni wurde das „Gesetz zur Förderung von Mieterstrom und zur Änderung weiterer Vorschriften des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes“ im Bundestag verabschiedet. Anfang Juli ging das Gesetz auch durch den Bundesrat und kann damit jetzt, im Sommer 2017, in Kraft treten.

 

Das Mieterstromgesetzt hat zum einen das Ziel, die beschlossene Energiewende weiter voranzubringen und den Ausbau der Erneuerbaren Energien forciert voranzutreiben.

 

Zum anderen sollen Vermieter und Mieter auch stärker am Ausbau der Erneuerbaren Energien beteiligt werden. Durch die quasi hauseigene Gewinnung von sauberem Strom, können Mieter von günstigen Strompreisen profitieren. Vermieter werden finanziell gefördert.

 

 

Gesellschaftliche Herausforderungen gemeinsam stemmen

Photovoltaikanlagen – nicht nur für Häuslebesitzer attraktiv.

Generell sieht die Bundesregierung ein enormes Potenzial in der dezentralen Versorgung mit klimafreundlichem Strom, gewonnen auf den Dächern der Wohnhäuser.

 

Einer Studie des Bundeswirtschaftsministeriums  zu Folge, können so rund 3,8 Millionen Wohnungen mit Mieterstrom versorgt werden. Bislang beziehen lediglich vier Prozent der Mieter Strom aus einer hauseigenen Solaranlage oder einem Blockheizkraftwerk.

 

Das neue Gesetz und die darin verankerte finanzielle Förderung sollen helfen, das Potenzial voll auszuschöpfen und in den kommenden Jahren rund 370.000 neue Photovoltaikanlagen zu installieren.

 

Eine ambitionierte und dennoch realistische Zielsetzung, denn die Energiewende ist nicht nur eine politische, sondern in erster Linie eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Und diese kann nur dann gelingen, wenn sie von möglichst viele Menschen und Unternehmen mitgetragen wird.

 

Damit die Versorgung mit Strom aus Erneuerbaren Energien flächendeckend angeboten werden kann, müssen stärker als bisher auch Mieter an den Angeboten teilhaben können. Bislang konnten Hauseigentümer bereits ihren Strom durch eine Photovoltaikanlage selbst produzieren und nutzen. Durch das neue Gesetz zum Mieterstrom werden nun auch zunehmend Mieter in dieses System mit eingebunden.

 

Voraussetzung für den Erfolg des Gesetzes ist es allerdings auch, ein entsprechendes Mieterstromangebot für Vermieter attraktiv – sprich wirtschaftlich – zu machen. Die vorgesehenen Förderungen des Mieterstromgesetzes ermöglichen Vermietern künftig zu wettbewerbsfähigen Preisen ihren Mietern selbsterzeugten Strom anzubieten.

 

 

Finanzen versus Klima

Vermieter, die künftig Mieterstrom anbieten werden, sind von den üblichen Konzessionsabgaben für Stromanbieter befreit. Damit müssen die Kommunen auf weniger Einnahmen einstellen. Konkret ist mit Einbußen von rund zwei Millionen Euro im Jahr zu rechnen.

 

Gut investierte Einnahmeausfälle: Förderung von Mieterstrom.

Auch dem Bund entgehen Einnahmen bei der Stromsteuer. Hier werden die Einnahmeausfälle im ersten Jahr von etwa 2,5 Millionen Euro angenommen, langfristig werden die Einnahmeausfälle auf bis zu 75 Millionen Euro jährlich ansteigen.

 

Eine stolze Summe, aber auch gut verloren gegebenes Geld. Denn ohne eine entschiedene Neuausrichtung der Energiepolitik, werden die Schäden an Umwelt und Natur diese Summen um ein vielfaches übersteigen. Und ob bei der fortschreitenden Klimakrise überhaupt noch mit Geld gegengesteuert werden kann, bleibt global gesehen ungewiss.

 

 

Mieterstromgesetz bringt Energiewende voran

Der Begriff Mieterstrom bezeichnet den Strom, der Photovoltaikanlagen auf den Dächern der Wohnhäuser erzeugt und auch direkt in diesem Gebäude verbraucht wird. Damit entfällt eine Netzdurchleitung.

 

Das Mieterstromgesetz regelt künftig die Stromversorgung aus diesen hauseigenen erneuerbaren Energiequellen. Kernpunkt des Gesetzes ist es, dass Mieterstrom dann gefördert wird, wenn er in dem direkt Gebäude genutzt wird, in dem – beziehungsweise auf dessen Dach – er auch produziert wird. In der Praxis bedeutet das, dass eine Photovoltaikanlage auf dem Dach dann gefördert wird, wenn sie den Strom für eben dieses Haus liefert.

 

 

Nur für den Hausgebrauch – keine Versorgung der Nachbarschaft

Mieterstrom sieht keine Versorgung der Nachbarschaft vor.

Im Umkehrschluss heißt das aber auch, dass innovative Konzepte zur Stromversorgung in städtischen Quartieren nicht umgesetzt werden können. Häuser in der Umgebung, deren Dächer für Photovoltaik nicht geeignet sind, können nicht an die Versorgung der produzierenden Nachbarschaft angeschlossen werden.

 

Der nicht verbrauchte Strom aus den Häusern mit Photovoltaik wird ins Netz der allgemeinen Versorgung eingespeist und gemäß der gültigen Einspeisevergütung  honoriert.

 

Verschiedene Verbände hatten bei der Verbändeanhörung  im Vorfeld Vorschläge eingebracht, die auch eine Versorgung des nachbarschaftlichen Umfeldes mit sauberer Energie mit einbezogen. Diese Vorschläge wurden im neuen Gesetz jedoch leider nicht berücksichtigt.

 

 

Mieterstrom – lohnend für Mieter und Vermieter

Nutzung der Solarenergie liegt in unserer Hand.

Es gibt nichts Neues unter der Sonne? – Doch gibt es, die Mieterstromförderung beseitigt jetzt einige Problem aus der Vergangenheit.

 

Denn bisher war Mieterstrom zwar generell möglich, für Vermieter jedoch aus wirtschaftlicher Sicht nicht besonders attraktiv. Obwohl es verschiedene finanzielle Vorteile bei Abgaben und Umlagen gab, entstanden erhebliche Kosten durch komplizierte Abrechnungen, Vertrieb und Messungen.

 

Durch die neue Förderung wird Mieterstrom eine lohnende Sache. Nicht nur Umwelt und Klima profitieren vom sauberen und emissionsarm erzeugten Strom. Auch die Haushaltskasse der Stromkunden wird geschont. Denn im Gegensatz zu Strom, der aus dem Netz bezogen wird, entfallen bei der Nutzung des Mieterstrom Kosten wie beispielsweise Netzentgelte, netzseitige Umlagen, Stromsteuer und Konzessionsabgaben. Vollständig gezahlt werden müssen jedoch die EEG-Umlagen. Durch die generelle Erleichterung können Mieter günstigen Strom direkt vom Vermieter beziehen.

 

Darüber hinaus sieht das neue Gesetz einen Mieterstromzuschlag vor. Das bedeutet, dass Vermieter finanziell gefördert werden, wenn sie ihren Mietern sauberen Solarstrom direkt ohne die Nutzung des Netzes anbieten.

 

 

Mieterstromförderung konkret

Die Förderung orientiert sich dabei an den Einspeisetarifen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes. Von diesem Betrag wird ein Abschlag abgezogen. Wie hoch die Förderung dann jeweils konkret ausfällt, hängt von der Größe der Photovoltaikanlage ab.

 

Bei einer installierten Leistung bis 10 Kilowattstunden (kWh) ist derzeit ein Mieterstromzuschlag in Höhe von 3,81 Cent je kWh vorgesehen, Anlagen bis 40 kWh erhalten 3,47 Cent je kWh, größere Anlagen bis 100 kWh werden mit 2,21 Cent je kWh gefördert.

 

Die Förderung des Mieterstroms ist für zwanzig Jahre garantiert. Sie wird nur für Strom aus Photovoltaikanlage auf dem Hausdach gewährt, die nach Inkrafttreten des Gesetzes in Betrieb gehen und nachdem die Europäische Kommission die Förderung genehmigt hat.

 

Sofern es sich bei der geförderten Anlage nicht ohnehin um ein reines Wohnhaus handelt, muss mindestens 40 Prozent der Gebäudefläche Wohnraum sein. Der nicht genutzte Strom aus den hauseigenen Photovoltaikanlagen geht dann zum gültigen Einspeisetarif ins Netz.

 

Einen kleinen Haken gibt es allerdings noch. Das neue Gesetz sieht nur eine Förderung für Anlagen bis 500 Megawatt pro Jahr vor. Damit bleibt das Mieterstromgesetz nicht nur weit hinter seinen Möglichkeiten zurück, sondern ignoriert auch die Forderungen der Länder und der beteiligten Verbände. Mit der Limitierung der Förderung kommen gerade großen Wohnanlagen im urbanen Umfeld nicht in den Genuss von günstigem und umweltfreundlichem Solarstrom.

 

 

Wichtig für Mieter

Auch wenn das Angebot, sauberen und günstigen Strom direkt vom Hausdach zu beziehen durchaus attraktiv ist – das letzte Wort in dieser Sache hat der Mieter. Er kann nach wie vor seinen Stromanbieter frei auswählen. Um diese Wahlfreiheit zu garantieren, liefert das neue Gesetz Vorgaben zur Laufzeit der Mieterstromverträge. Außerdem darf der Stromvertrag nicht mit dem Mietvertrag gekoppelt werden. Darüber hinaus schützt der Gesetzgeber Mieter davor, dass schlussendlich nur der Vermieter von den Regelungen profitiert und den Stromverkauf als lukrative Einnahmequelle ausnutzt: das Gesetz sieht daher eine Preisobergrenze für den Mieterstrom vor.

 

Mieterstromvertrag und Mietvertrag sind unabhängig.

Der Mieterstromvertrag ist jeweils nur für ein Jahr gültig und muss dann ausdrücklich verlängert werden. Eine stillschweigende Verlängerung um jeweils ein Jahr, wie sie für sonstige Stromlieferverträge gilt, greift hier nicht.

 

Die Vorteile für den Mieter liegen jedoch auf der Hand. Er erhält hausgemachten Ökostrom, der mindestens preislich zehn Prozent billiger kommt als der Grundversorger der jeweiligen Region.

 

Laut einer Erhebung von Yougov würden sich derzeit zwei Drittel der Mieter für Mieterstrom entscheiden. 16 Prozent gaben an, erst mehr Informationen einzuholen, die übrigen Befragten lehnten das Angebot ab.

 

 

Wissenswertes für Vermieter

Vermieter, die sich bislang noch nicht mit den Möglichkeiten einer Photovoltaikanlage befasst haben, sind leicht verunsichert, ob sich die Dachfläche ihrer Immobilien für eine Solarstromanlage eignen und mit welchen Strommengen zu rechnen ist. Bundesweit haben bereits unzählige Städte und Gemeinden einen kommunalen Solar-Atlas erstellt. Mit diesem kostenfrei einsehbaren Solar-Kataster können Vermieter und Hausbesitzer anhand der Einfärbung ihrer Dachfläche die jeweilige Eignung für Solaranlagen leicht erkennen.

 

Passt eine Photovoltaikanlage aufs Dach? Solar-Kataster geben Auskunft.

Das Mieterstrommodell bietet ein hohes Potenzial. Die Akzeptanz des Angebotes von Mieterseite gibt Vermietern die Sicherheit, dass sich die Investition in eine Photovoltaikanlage rechnet.

 

Wer nur in geringem Umfang vermietet, sollte auch im direkten Gespräch mit den Mietern ermitteln, ob diese den Mieterstrom nutzen werden. Darüber hinaus sind die Betreiber von kleinen Mieterstromanlagen mit einer Leistung von bis zu zehn Kilowatt von den Lieferantenpflichten befreit, die das Energiewirtschaftsgesetz für Stromlieferanten ansonsten vorsieht. Die Abrechnungs-, Informations- und Mitteilungspflichten sind stark reduziert, um Vermieter kleiner Wohnungen nicht unverhältnismäßig mit administrativen Aufgaben zu belasten und zu demotivieren.

 

 

Die Zukunft aktiv gestalten

Das Mieterstromgesetzt bietet Mietern und Vermietern eine gute Möglichkeit, die dringend notwendig Energiewende selbst in Schwung zu bringen und zu vollenden. Durch die Förderung der Eigeninitiative und –Verantwortung kann jeder dazu beitragen, Erneuerbaren Energien zum Erfolg zu verhelfen.

 

Hauseigene Photovoltaikanlagen sind dabei ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, denn die Nutzung der Sonnenenergie ist generell ein wichtiger Bestandteil einer nachhaltigen Energieversorgung.

 

Grünes Geld, erfahrener Finanzexperte für nachhaltige Geldanlagen, bietet seinen Kunden daher ein breites Angebot an attraktiven Anlagemöglichkeiten aus dem Bereich Photovoltaik.

 

Ein Einstieg ist dabei bereits mit kleinen Summen möglich. Ab einer Mindestanlagesumme von 100 Euro monatlich können mit dem Musterdepot Sonne Monatssparen im Laufe der Jahre ein kleines Vermögen erwirtschaftet werden.

 

Eine gute Rendite verspricht auch die Sonne Geldanlage mit einer Mindestanlagesumme von 5.000 Euro. Bei einer empfohlenen Laufzeit von mindestens acht Jahren sind Erträge von rund 9,4 Prozent möglich. Basis des Erfolgs ist dabei ein fondsbasiertes Musterdepot, das aus rund 200 Werten führender Unternehmen der Erneuerbaren Energien Branche sorgfältig zusammengestellt wird. Die breite Streuung reduziert mögliche Risiken und ermöglicht ausgezeichnete Erträge.

 

 

 

 

 

 

Portraitfoto Gerd Junker Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.

Neue Ideen zur Gewinnung von Sonnenenergie

Dienstag, 09. Mai 2017
Zusammenfassung: Solarenergie ist ein wichtiger Teil des Erneuerbaren Energien-Mix. Neue Ideen, wie Photovoltaik-Anlagen auf öffentlichen Straßen, helfen, diese Art der Energiegewinnung populärer zu machen. Internationale Pilotprojekte zeigen, dass das Potenzial der Solarenergie noch lange nicht erschöpft ist.

 

Sonne spendet Energie – auch für gute Ideen!

Es gibt nichts Neues unter der Sonne? – Da irrt der Prediger im Buch der Bücher. Gerade im Bereich der Solarenergie werden aktuell viele neue Ideen entwickelt, um diese natürliche Energiequelle sinnvoll und effektiv zu nutzen.

 

Und diese Entwicklungen sind wichtige Puzzleteile auf dem Weg zu einer konsequent umgesetzten Energiewende. Denn nur durch die gezielte Förderung Erneuerbarer Energien kann es Deutschland gelingen, mittelfristig seine Stromversorgung vollständig aus erneuerbaren Quellen zu beziehen.

 

Dabei ist der Abschied von klimaschädlicher fossiler Energiegewinnung ein Ziel, das Deutschland mit vielen Ländern weltweit teilt. Klimaschutz und der Ausbau regenerativer Energien stehen im völligen Einklang mir den Nachhaltigkeitszielen, die von den Vereinten Nationen verabschiedet wurden. Ziel der Nachhaltigkeitsbestrebungen ist es bis zum Jahr 2030, den fortschreitenden Klimawandel aufzuhalten und die Lebensgrundlagen der Menschheit zu sichern. Darüber hinaus ist die Dekarbonisierung durch die Nutzung umwelt- und klimafreundlicher Energiequellen essentieller Bestandteil des Klimaschutzabkommens von Paris, das aktuell in den Unterzeichnerstaaten schrittweise umgesetzt werden soll.

 

Obgleich viele Staaten gute Absichten bekunden, geht die Entwicklung zu einer völligen Energiegewinnung aus erneuerbaren Quellen noch recht langsam voran. Die Gründe dafür sind vielfältig, zum einen spielen Lobbygruppen auch weiterhin eine wichtige Rolle, zum anderen fehlen teilweise noch infrastrukturelle Grundlagen, um den Kurs bei der Energiegewinnung komplett zu verändern.

 

Um die positive Entwicklung hin zu einer Energieversorgung auf Basis von Erneuerbaren Energien zeitnah umzusetzen, ist daher das Zusammenspiel von Experten aus den Bereichen Politik, Technologie und Wirtschaft notwendig. Denn entscheidend ist der politische und gesellschaftliche Wille zur Veränderung, die technologische Machbarkeit sowie die Finanzierbarkeit der Pläne.

 

 

 

 

Anbietervielfalt treibt die Entwicklung voran

Die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen sind von enormer Bedeutung für eine zügige Umsetzung klimafreundlicher Energiegewinnung. Treiber dieser Entwicklung sind aber auch vielfältige Projekte und Ideen, die neue Horizonte eröffnen. Denn während das klassische Energiegeschäft von einigen „Big Playern“ dominiert und nach klassischen ökonomischen Prinzipien betrieben wurde, werden die Karten bei der Produktion Erneuerbarer Energien neu gemischt. Sicher bilden sich auch hier größere Anbieter heraus, dennoch ist die Produzentenlandschaft in der Energieerzeugung aus Sonne, Wind und Wasser vielfältig. Nach der Liberalisierung des Strommarktes Ende der neunziger Jahre und der damit verbundenen wirtschaftlichen Konzentration auf die vier großen Anbieter E.on, RWE, Vattenfall und EnBW geht jetzt verstärkt wieder der Trend zu einem vielfältigeren Anbieterspektrum. Neben neuen Unternehmen aus dem Bereich der Erneuerbaren Energien engagieren sich zunehmend auch wieder Kommunen beziehungsweise kommunale Versorgungsunternehmen im Energiemarkt. Positiv dabei: Viele nehmen aktuell ihren Versorgungsauftrag weitreichender wahr und sehen sich nicht allein als Stromlieferant. Beratung zur Einsparung von Strom, verbesserte Effizienz, Angebote für Elektrofahrzeuge, Unterstützung von Car-Sharing-Initiativen gehören mittlerweile genauso zum Portfolio, wie öffentlich zugängliche Solarkataster, die das Potenzial sämtlicher Gebäude für den Bau einer Solaranlage bewerten oder beispielgebende Kraft-Wärme-Kopplung in öffentlichen Gebäuden.

 

Gerade Leuchtturmprojekte beflügeln die Entwicklung zu einer klimafreundlichen Energieentwicklung und zeigen, was alles möglich ist, um eine Energiewende gelingen zu lassen.

 

 

Solarzellen – vom Hausdach auf die Straßen

Photovoltaik-Anlagen sind auf Häuserdächern längst keine Seltenheit mehr. Sowohl kleine Sonnenkollektoren auf privaten Gebäuden, als auch großflächige Photovoltaikanlagen auf großen Industrie- und Gewerbeflächen, die Sonnenenergie ins Stromnetz einspeisen, verbreiten sich stark. Ein besonderer Vorteil dieser Art der Energiegewinnung: bereits vorhandene Flächen werden effektiv genutzt.

 

Auf diesem Prinzip bauen auch Solarteppiche auf, die vorhandene Straßenoberflächen und Schienenwege zur Stromgewinnung nutzen wollen. Der Vorteile dieser Solarstraßen liegen auf der Hand: Die horizontalen Flächen können den ganzen Tag über Sonneneinstrahlung aufnehmen. Da diese Verkehrswege bereits bestehen, wird die Versiegelung und der Verbrauch anderer Flächen vermieden. Darüber hinaus spielt der neuartige Straßenbelag seine Kosten wieder ein, da er günstig sauberen Strom erzeugt. Experten zu Folge könnten durch Fahrbahnen mit integrierter Photovoltaik rund 20 Millionen Elektroautos betrieben werden.

 

Solar-Paneele erobern die Straßen.

Voraussetzung für diese Idee sind sehr stabile und zugleich flexible Solarzellen, die dem Straßenverkehr – auch tonnenschweren LKWs – standhalten können. Nur wenige Millimeter dick, sollen dann diese Photovoltaik-Beläge wie Teppichbodenplatten auf den Straßen ausgelegt werden. Das Fließen-System hat dazu auch den Vorteil, dass sich einzelne Elemente bei Beschädigungen austauschen lassen und die Platten sich flexibel an die örtlichen Gegebenheiten anpassen können. Die Lebenszeit der Solarteppiche wird auf rund 25 Jahre geschätzt. Damit rangiert die Haltbarkeit der Straßen-Photovoltaik sogar noch vor der durchschnittlichen Lebensdauer der üblichen Asphaltierungen.

 

In der Entwicklung befinden sich derzeit bruchsichere Photovoltaik-Module, auch Spezialglas. Im Gegensatz zur klassischen Dach-Photovoltaik, müssen die Solar-Fließen für die Straße einige zusätzliche Anforderungen erfüllen. Zum einen müssen die Platten rutschfest sein, zum anderen müssen sie selbstreinigend sein, damit das Sonnenlicht optimal gespeichert werden kann. Während die Dach-Photovoltaik im Allgemeinen nach Süden hin ausgerichtet ist, muss bei den Bodenplatten die einfallende Sonnenstrahlung gut gelenkt werden, um einen optimalen Energieertrag zu erzielen.

 

 

Aktuell arbeiten in Deutschland die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule (RWTH) Aachen gemeinsam mit dem Forschungszentrum Jülich und dem Start-up Solmove GmbH an der Entwicklung und Vermarktung entsprechender Solarmodule. Mit im Boot sind außerdem zwei Fraunhofer-Institute sowie – quasi als potenzielle Kundin – die Bundesanstalt für Straßenwesen.

 

Entsprechend der modernen Anforderungen an den Straßenbau, sollen Solar-Beläge über Flüsterqualität verfügen. Weiterhin befinden sich beleuchtete Seitenstreifen mit LED-Lampen und Ampelanlagen in der Planung, die ihren Energiebedarf direkt aus dem Solar-Straßenbelag beziehen. Der nächste Schritt in diese Denkrichtung: Elektrofahrzeuge versorgen sich über Induktionsschleifen ebenfalls direkt aus den Solarteppichen. Ein reizvoller Gedanke, schließlich zählt die vergleichsweise geringe Reichweite von Elektroautos noch immer zu den gewichtigsten Argumenten gegen diese klimafreundliche Art des motorisierten Individualverkehrs. Eine flächendeckende intelligente Infrastruktur auf Basis Erneuerbarer Energien könnte hier den Durchbruch bringen.

 

 

Keine Zukunftsmusik: Solarstraßen in den USA, Frankreich und den Niederlanden

Dass Solarstraßen kein Science Fiction-Szenario darstellen, sondern bereits in der Praxis eingesetzt werden, zeigen erste internationale Projekte. So hat das Start-up Solar Roadways bereits die ersten 30 Solarzellen in der Kleinstadt Sandpoint im US-Bundesstaat Idaho, zugleich auch Sitz des jungen Unternehmens, erfolgreich verlegt. Solar Roadway ist seit 2010 mit der Idee der Solarstraßen aktiv und wurde vom US-Energieministerium unterstützt. Mit den Photovoltaikmodulen auf einem öffentlichen Platz der Stadt wird aktuell die Energie für einen Springbrunnen sowie für die Beleuchtung der öffentlichen Toilette produziert. Außerdem integrierte Solar Roadways einige LED-Leuchten im Bodenbelag. Nach Angaben des Herstellers sollen die Solar-Paneele auch als Straßenbelag einsetzbar sein. Da die Winter in Idaho auch Minus-Grade erreichen, sind in den Modulen Heizelemente integriert, damit die Anlage nicht durch harte Kälte beschädigt wird. Außerdem wird im aktuellen Stadium das Projekt via Webcam überwacht. So können bislang noch nicht bekannte Schwierigkeiten frühzeitig erkannt und behoben werden.

 

Automatisch aufladen auf Solar-Straßen – sonnige Aussichten für E-Mobilität.

In eine ähnliche Richtung geht auch das Solar-Projekt des französischen Bauunternehmens Colas, das einen Solar-Straßenbelag gemeinsam mit dem nationalen Institut für Solarenergie (Institut national de l’énergie solaire, Ines) entwickelt hat. In Frankreich sollen in den nächsten fünf Jahren etwa 1.000 Kilometer Straße mit dem Photovoltaik-Belag Wattway ausgelegt werden. Ziel ist es dabei zum einen die Stromversorgung durch Erneuerbar Energien in Frankreich zu unterstützen. Zum anderen sollen sich Elektroautos über Colas Wattway-Module während der Fahrt automatisch aufladen lassen. Die Verlegung des Straßenbelags Wattway wird durch das französische Energie- und Umweltministerium gefördert. Die Solarzellen sind nur wenige Millimeter dick und werden auf die bestehenden Straßenbeläge ausgebracht. Laut Hersteller Colas sollen die Module aus polykristallinem Silizium dem laufenden Straßenverkehr gewachsen sein und eine ausreichende Rutschfestigkeit bieten. Schätzungen zu Folge können die geplanten 1.000 Kilometer Solarstraße rund fünf Millionen Menschen mit sauberem Strom versorgen. Außerdem soll mit der auf der Straße produzierten Energie auch Haltestellen beleuchtet und öffentliche Einrichtungen versorgt werden.

 

Klimafreundlich hoch zwei: Fahrad und Solarenergie.

Auf eine erfolgreiche Pilotphase von gut zwei Jahren zurückblicken können die Niederlande mit dem weltweit ersten Radweg, der Solarstrom erzeugt. Im November 2014 startete das Projekt SolaRoad in der Gemeinde Krommenie bei Amsterdam. Dabei wurden 70 Meter eines Radwegs mit vorgefertigten Photovoltaik-Paneelen ausgelegt, die Solarzellen sind dabei durch Hartglasschicht geschützt. In der Startphase musste das Projekt einige Probleme lösen. So zeigten sich die Solar-Module anfangs witterungsempfindlich. Durch einige Nacharbeiten können sich die Ergebnisse des Solar-Radwegs mittlerweile jedoch sehen lassen. So lieferte die kurze Wegstrecke nach einem Jahr bereits genug nachhaltig produzierten Strom, um den Energiebedarf von drei Personen in einem Jahr zu decken. Ein Projekt mit enormem Potenzial, schließlich verfügt die Radfahr-Nation Niederlande über ein Radwegenetz von gut 140.000 Kilometer, das sich auf diese Weise zur Stromerzeugung nutzen lässt.

 

 

 

 

Sonnenenergie – herrliche Aussichten

Drei Beispiele zeigen, dass das enorme Potenzial der Solarenergie noch lange nicht erschöpft ist. Bald erschöpft sein werden jedoch die fossilen Energiequellen Kohle, Erdöl- und Erdgas, die zudem durch die exzessive Nutzung in den vergangenen Jahrzehnten unser Klima stark gefährdet haben.

 

Erneuerbare Energien sind preisgünstig und unerschöpflich. Sicher sind nicht alle Ideen zur Gewinnung sauberer Energien jederzeit und an jedem Ort umsetzbar. Dennoch zeigen Leuchtturmprojekte, wohin die Reise geht. Um den Ausbau Erneuerbarer Energien auch zukünftig zu stärken, sind allerdings auch Investitionen in diesem Bereich notwendig.

 

Grünes Geld, erfahrener Anbieter nachhaltiger Geldanlagen und Experte für Investments in Erneuerbare Energien verfügt über mehr als 300 interessante Angebote, mit denen Anleger nicht nur zu einer positiven Entwicklung für Umwelt und Klima beitragen, sondern auch interessante Erträge erzielen. Ob Sonne, Wind oder Wasser, bei uns finden Sie das passende Investment.

 

 

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Portraitfoto Gerd Junker

Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.

Sonderausschüttung für „Zukunftsenergie Deutschland 4“

Dienstag, 18. April 2017
Zusammenfassung: Neitzel & Cie. hat bereits im Mai 2017 eine Sonderausschüttung von 5 Prozent für die Vermögensanlage „Zukunftsenergie Deutschland 4“ angekündigt. Das Geld stammt aus einer Schadensersatzzahlung. Diese konnte außergerichtlich für ein nicht abgenommenes Blockheizkraftwerk ausgehandelt werden. Die Investitionsphase von „Zukunftsenergie Deutschland 4“ läuft jedoch planmäßig weiter. Ein Beitritt ist für Anleger nur noch bis 28. Dezember 2017 möglich.

 

 

Sonderausschüttung: Warmer Geldregen statt kaltem Aprilschauer.

Der launische Monat April ist wegen seiner plötzlichen Regenfälle nicht besonders beliebt. Mit einem angenehmen Schauer überraschte dagegen jetzt der Hamburger Asset-Manager und Sachwertspezialist Neitzel & Cie.

 

Anleger, die bereits 2016 in die von Neitzel angebotene Vermögensanlage „Zukunftsenergie Deutschland 4“ investiert haben, können sich über eine Sonderausschüttung freuen. Die Sonderausschüttung belief sich auf 5 Prozent und wurde zusätzlich zur regulären Auszahlung in Höhe von 6 Prozent im August 2017 geleistet.

 

 

Erfolgreiche außergerichtliche Einigung

Hintergrund der Sonderausschüttung ist eine erfolgreiche außergerichtliche Einigung, bei der Neitzel jetzt eine Schadensersatzzahlung von 450.000 Euro für das vergangene Jahr erwirken konnte. Die Entschädigung wurde für ein nicht abgenommenes Blockheizkraftwerk (BHKW) in Thüringen geleistet. Dieses Blockheizkraftwerk wollte Neitzel Ende 2015 für die Vermögensanlage „Zukunftsenergie Deutschland 4“ erwerben. Der Preis für die wärmegeführte BHKW-Anlage belief sich auf 5,8 Millionen Euro.

 

Aufgrund interner Umstrukturierungen und einer strategischen Neuausrichtung musste der Verkäufer vom Vertrag zurücktreten. Um die Vermögensanlage vorausschauend und sicher zu gestalten, hatte Neitzel bereits in den Verträgen einen Schadensersatz bei Nichterfüllung vereinbart. Von dieser Voraussicht profitieren jetzt die Anleger, denn Neitzel & Cie. gibt die ausgehandelte Entschädigung an seine Investoren in Form einer Sonderausschüttung weiter.

 

 

Investitionsphase läuft planmäßig weiter

Zukunftsenergie Deutschland 4 – Investitionsphase geht planmäßig weiter.

Die geplanten Investitionen im Rahmen von „Zukunftsenergie Deutschland 4“ laufen – trotz des nicht abgenommenen Blockheizkraftwerks – planmäßig weiter. In diesem Jahr hat Neitzel bereits drei neue Photovoltaik-Anlagen in Mecklenburg-Vorpommern gekauft. Bei dieser Investition handelt es sich um Dachanlagen an sonnreichen Standorten mit einer Gesamtleistung von rund zwei Megawatt. Die Einspeisevergütung für den dort erzeugten Strom beläuft sich – gemäß dem Gesetz für den Ausbau Erneuerbarer Energien (EEG) – in den kommenden 21 Sommern auf 0,11 Euro pro Kilowattstunde.

 

Mit bislang 22 Photovoltaik-Anlagen mit einer Gesamtleistung von rund 62 Megawatt Strom zählt Neitzel & Cie. zu den ausgewiesenen Spezialisten für Investitionen in Anlagen zur Erzeugung von Strom und Wärme aus Erneuerbaren Energien.

 

Da Neitzel zukünftig sein Portfolio um leistungsfähige Blockheizkraftwerke erweitern will, prüft das Unternehmen aktuell mehrere Blockheizkraftwerke mit einer Nennleistung von 300 bis 500 Kilowatt.

 

Der besondere Vorteil einer Ergänzung des Portfolios um Blockheizkraftwerke liegt zum einen in den zusätzlichen Einnahmen durch die konstante und jahreszeitlich unabhängige Energieproduktion der BHKW, zum anderen in der generellen Risikostreuung der Anlagen.

 

 

Jetzt in Erneuerbaren Energien investieren

Anleger die zukünftig von den Erträgen  der erfolgreichen Finanzanlage „Zukunftsenergie Deutschland 4“ profitieren wollen, haben seit Anfang des Jahres wieder die Möglichkeit dazu. Der Sachwert aus dem Bereich der Erneuerbaren Energien verfügt über eine aktuelle Genehmigung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin).

 

Grünes Geld, erfahrener Experte für Geldanlagen im Bereich der Erneuerbaren Energien, berät Sie kompetent und umfassend zu diesem – mit einer Renditeprognose von 5,6 Prozent (IRR) – interessanten Sachwert.

 

Achtung: Die Schließung für neue Anleger steht bevor. Ab 28. Dezember 2017 ist keine Beteiligung mehr durch neue Anleger möglich.

 

 

 

 

Carmen Junker

Verfasser des Beitrages: Carmen Junker ist Gründerin der Grünes Geld GmbH und Geschäftsführerin der Grünes Geld GmbH. Carmen Junker:“ Ein Grund mein berufliches Wirken speziell auf die Nachhaltige Geldanlage auszurichten ist, die Welt ein Stück positiver zu gestalten mit den Mitteln und Kenntnissen die mir zur Verfügung stehen. Aus der Verantwortung für die kommende Generation und weil ich selbst noch einige Jahre auf diesem schönen Planeten verbringen möchte“.

Dieser Mann vernichtet Ihr Geld: Wie Mario Draghi eine Inflation anfacht und was es für Sie bedeutet

Montag, 02. Juni 2014

Wie lange müssen Sie arbeiten, um 1.000,00 Euro zu sparen? Wie lange für 10.000,00 Euro? Wie lange für 100.000,00 Euro?

 

Überlegen Sie bitte.

 

Viele Menschen haben Jahrzehnte gebraucht, um sich ein gewisses finanzielles Polster, von sagen wir 50.000,00 Euro, zusammen zu sparen. Wenn der Deutsche aktuell ein Netto-Monatseinkommen von ca. 2.000,00 Euro hat, davon 10% sparen könnte, bräuchte er dafür 250 Monate. Das sind mehr als 20 Jahre.

 

Verantwortlich für Inflation? Mario Draghi

Mario Draghi: Beginn der großen Geldentwertung? (Foto: ECB Press Pictures)

Doch ihr Vermögen ist gefährdet. Spätestens seit der vom Chef der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, einberufenen Sitzung von rund 150 Experten im portugiesischen Sintra letzte Woche. Bereits seit einiger Zeit bereitet die EZB die Finanzmärkte darauf vor, dass die geldpolitischen Zügel weiterhin gelockert werden sollen. Im Rahmen seiner Überlegungen „Anatomie der Inflation“ hat der in Rom geborene Mario Draghi dabei betont, dass die Zielmarke einer Inflationsrate von 2 Prozent nicht zur Diskussion stehen würde. Allein: Beim jetzigen Inflationsstand in Euroland von 0,5% (Mai 2014) muss Draghi die Märkte mit Geld fluten, um die Rate zu erhöhen. Ob dann ein rechtzeitiges geldpolitisches Bremsen erfolgt, muss bezweifelt werden. Inflationsraten von 5% könnten also durchaus erreicht werden; wenn die Dinge außer Kontrolle geraten auch wesentlich mehr.

 

 

Einen ernsthaften Widerstand von den Regierungen in den Euro-Ländern braucht Draghi nicht zu befürchten. Niedrige Zinsen bedeuten auch niedrige Zinsen für deren Staatsschulden. Was für Berlin nur ein schöner Nebeneffekt ist und teure Geschenke an die Wähler ermöglicht, ist für Lissabon, Madrid oder Athen überlebensnotwendig. Würden deren Zinszahlungen auf tatsächlich angebrachte Zinshöhen klettern, könnten sie Ihre Staatsschulden kaum mehr tragen. Draghi kann also ungestört eine Notenbankpolitik betreiben, wie sie in den Südländern vor der Euro-Einführung ohnehin immer betrieben wurde. Eine Politik der weichen Währung mit höheren Inflationsraten und sinkenden Wechselkursen.

 

 

 

 

Dazu grundlegende Überlegungen, die Sie für die nächsten, unruhigen Jahre, wissen sollten (unter anderem aus der Wirtschaftswoche, 23/2014, FocusMoney 21/2014):

 

1.) Wozu braucht man Zinsen und wie hoch sollten Sie sein?

 

Immer wieder wird diskutiert, wozu man Zinsen benötigt. Nicht wenige fordern den kompletten Verzicht auf Zinsen, im Islam sind Zinsen prinzipiell verboten (Zinsverbot). Doch sie sind wichtig, sie sind ein Ausgleich für die sogenannte Zeitpräferenz, also die Neigung des Menschen zu schnellem, sofortigen Konsum. Der gezahlte Zins ist ein Ausgleich dafür, dass der Mensch sein aktuell vorhandenes Geld nicht sofort ausgibt, sondern erst später. Je höher die Zeitpräferenz, desto höher ist auch der Zinssatz zum Ausgleich hierfür.

Die aktuellen Zinsen sind manipuliert, sie werden von den Zentralbanken weltweit, besonders in Europa, künstlich niedrig gehalten. Die Menschen erhalten also zu wenig Ausgleich dafür, dass Sie auf Konsum verzichten. Die Folge: Sie geben ihr Geld sofort aus und fördern ein Leben auf Pump. Kapitalbildung findet nicht mehr ausreichend statt. In Deutschland ist das besonders gut am Bau-Boom zu sehen und an kochenden Immobilienmärkten in den Städten. Das gravierende demographische Problem einer anstehenden Altersarmut wird aktuell ausgeblendet, kaum jemand sorgt in notwendiger Höhe vor.

 

2.) Helfen die Nullzinsen der Konjunktur?

Die niedrigen, vielleicht bald auf Null sinkenden Zinsen, sind ein gefährliches Konjunkturpaket. Kurzfristig hilft günstig zu bekommendes Geld für Kredite den Unternehmen, neue Investitionen zu tätigen und zu expandieren. Es werden dabei jedoch Investitionen getätigt, die sich unter realen Bedingungen nicht lohnen würden. Die Folge: die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen nimmt ab, da sie falsche Entscheidungen treffen. Während die Nullzinspolitik der EZB für die wirtschaftlich weiterhin schwachen Südländer passt, müsste Deutschland eigentlich 3-4 Prozent Zinsniveau haben. Wir sehen in Deutschland einen puren Scheinaufschwung. Er wird zu einem schlimmen Erwachen mit zusammenbrechenden Wirtschaftszweigen führen.

 

3.) Inflation oder Deflation?

Deflation ist das Schreckgespenst der Geldmärkte. Es bedeutet grundsätzlich, dass die Preise für Waren und Dienstleistungen fallen. Die Folge: Die Konsumenten kaufen nicht mehr, sondern warten, bis die Preise weiter gefallen sind. Die Konjunktur tut sich damit sehr schwer.

 

Doch trotz niedriger Inflationsrate – eine Folge des Platzen von Kredit- und Spekulationsblasen – von 0,5% sind wir von einer Deflation noch ein gutes Stück entfernt. Die Geldmenge M1, die für die Finanzierung von Güterkäufen wichtig ist, wächst mit aktuell 5% – eine Deflation ist damit kaum zu befürchten.

 

Die Bürger müssen sich mittelfristig dagegen auf höhere Inflation einstellen.

 

4.) Ist die inflationäre Flutwelle vermeidbar?

 

Die wichtigen Zentralbanken der Welt (USA, Japan, Großbritannien) gehen aktuell einen Weg,  der von der Bundesbank früher niemals geduldet worden wäre. Sie kaufen Staatsanleihen Ihrer eigenen Länder auf und finanzieren damit den auf Pump gekauften Aufschwung ihrer Regierungen.

 

Auch die Europäische Zentralbank EZB steht kurz davor, die Politik der „quantitativen Lockerung“ endgültig einzuführen. Niedrige Teuerungsraten, schleppende Konjunktur in einigen Euro-Staaten sowie ein starker Euro könnten sie dazu verleiten. Haben sich die Regierungen erst mal daran gewöhnt, dass die Schulden einfach von der EZB aufgekauft werden, hängen Sie am Tropf wie ein drogenabhängiger Junkie. Der Entzug lässt sich nur äußert schwer durchführen.

 

Außerdem: die Zentralbank, die zuerst aus der quantitativen Lockerung aussteigt, stabilisiert ihre Währung sofort. Die Folge: Die Währung verteuert sich, Exporte werden schwieriger und bremsen damit das Wirtschaftswachstum.

 

Vorhersagen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen. Trotzdem, man muss kein großer Prophet sein, um vorherzusagen: All das gedruckte Geld der Notenbanken ist zuviel und muss mittelfristig zu einer Entwertung der Währungen (Inflation) führen. Ob diese Entwertung bereits 2015, oder erst in den folgenden Jahren spürbar wird, ist offen. Idealerweise wird sie auf das EZB-Ziel von 2% pro Jahr begrenzt – das wäre aber ein kleines Wunder. Wahrscheinlicher sind Inflations Raten um die 3 bis 5% pro Jahr, es könnte jedoch auch entgleiten und die Region von 5 bis 10% pro Jahr empor klettern.

 

5.) Wie kann ich mein Geld vor der Entwertung schützen?

Vieles spricht dafür, dass die Mittelschicht am stärksten betroffen sein wird. Während untere Bevölkerungsschichten kaum Sparguthaben besitzen und die höheren Bevölkerungsschichten zumeist in Sachwerte wie Aktien, Immobilien oder Unternehmensbeteiligungen investiert sind, hat die Mittelschicht ihr Geld oft in Sparguthaben oder Lebensversicherungen geparkt.

 

Das Problem: Die Nullzinspolitik verhindert eine messbare Verzinsung von Bankguthaben, Bausparverträgen oder Lebensversicherungen.

 

Steigt beispielsweise die Inflationsrate auf 5%, die Verzinsung erreicht jedoch nur 1%, verliert der Sparer jährlich 4% seines Geldes. Durch den Zinseszins-Effekt sind bereits nach 10 Jahren 44% seines Geld weg.

 

 

 

Inflation: aus 10000 Euro werden in 10 Jahren 6600 Euro

 

 

Immobilien sind nicht die beste Lösung

Genau die eben beschriebenen Inflationsängste der Deutschen lösen einen großen Boom bei den Immobilien aus. In allen aussichtsreichen Lagen, wie zum Beispiel in den Zentren München, Hamburg, Frankfurt oder Düsseldorf, sind die Kaufpreise in den letzten Jahren kräftig angestiegen. Es werden teilweise die 44-fachen Jahresnetto-Mieten als Kaufpreis für eine Immobilie gezahlt – vernünftig gelten Werte um die 15. Ein günstiger Kaufzeitpunkt für den Kauf von Immobilien liegt also sicher nicht mehr vor. Viele jetzige Käufer werden bei einem Verkauf in 10, 15 oder 20 Jahren eine negative Überraschung erleben.

 

Außerdem ist auch eine andere Gefahr für Immobilien-Besitzer am Horizont erkennbar. Kirsten Lühmann, Bundestagsabgeordnete der SPD: „Vermögensabgabe. Ein Wort, das wir mal wieder öfter in den Mund nehmen sollten“. Sie nahm bei Ihren Gedanken in einer Bundestagsdebatte vor rund 1 1/2 Jahren explizit Bezug auf das Lastenausgleichsgesetz von 1952. Damals mussten Besitzer von Vermögen oberhalb von 5000 DM einen Ausgleich leisten für Vertriebene und Kriegsopfer des 2. Weltkrieges. Das traf vor allem Immobilieneigentümer, die durch den Krieg oftmals nicht geschädigt wurden. 50% ihres Vermögens mussten alle abgeben und in einen Ausgleichsfonds einzahlen. Da eine Einmalzahlung kaum zu leisten gewesen wäre, verteilte man die Zahlung auf 30 Jahre. Bis 1979 kam so 42 Milliarden DM zusammen. Bereits 1923 führte der deutsche Staat eine Hauszinssteuer ein, die ausschließlich Immobilienbesitzer traf. 820 Millionen Reichsmark konnten damit für den Staatshaushalt eingenommen werden.

 

Fazit: Immobilien sind ein Sachwert und können deshalb vor Inflation gut schützen. Allerdings sind Immobilien bereits teuer und ein Zugriff des Staates im Extremfall (Staatsverschuldung) wäre keine Überraschung.

 

Aktien als Zuflucht

Während die schleichende Enteignung mit einer Inflationsrate bis 5% mit Aktien ohnehin gut in den Griff zu bekommen ist (langfristige Aktienrendite in Deutschland: gut 8% pro Jahr), haben Aktien auch einen eingebauten Schutz vor gallopierender Inflation. Als Sachwert behalten Aktien nämlich ihren Wert. Beispiel: Wer 1930 sein Geld auf ein Sparbuch legte, hatte 20 Jahre später, 1950, davon praktisch nichts mehr. Der zweite Weltkrieg und die Währungsreform enteigneten ihn. Wer jedoch sein Geld in Aktien von Daimler-Benz investierte, konnte sich bereits 1950 wieder über ein Vermögen in der gleichen Höhe wie 1930 freuen. Wenige Jahre später war es sogar schon wieder deutlich höher.

Und im Blick auf Vermögensabgaben kann der Aktionär ebenfalls beruhigt sein. Denn letztlich handelt es sich um Produktivvermögen, dessen Besteuerung schnell den Kapitalstock von Unternehmen angreifen und damit Arbeitsplätze gefährden kann. Selbst gierige Regierungen schrecken davor immer zurück. Aktuelles Beispiel: Das 2008 verabschiedete Erbrecht sieht eine strengere Besteuerung von großen Erben vor. Großzügige Ausnahmen davon gibt es beim Vererben von Unternehmen – um genügend Arbeitsplätze zu erhalten.

 

Fazit: Der Deutsche mag keine Aktien, weil sie volatil sind (schwanken). Sie sind aber bei Inflation und Hyperinflation die beste Wahl. Die Investition sollte über breit gestreute, nachhaltige Aktienfonds erfolgen.

 

Gold: nur in der Theorie und für den Notgroschen

Immer wieder setzen die Menschen auf Gold als Schutz vor Inflation. Das ist generell richtig, denn langfristig behält Gold immer in etwa den gleichen Wert. Was über hunderte von Jahren gilt, gilt aber nicht für kürzere Zeiträume, denn der Goldpreis unterliegt großen Schwankungen. Der Goldpreis fiel alleine von September 2011 bis Januar 2014 um rund 35% – in drei Jahren wurde den Goldbesitzern also mehr als ein Drittel Ihres Geldes genommen.

 

Und unter ethisch-ökologischen Gesichtspunkten muss Gold gänzlich abgelehnt werden. Dieser Rohstoff wird Mutter Erde oftmals nur unter Inkaufnahme großen Umweltschäden abgewonnen (Landschaftszerstörung, Verunreinigung mit chemischen Substanzen). Die Arbeitsbedingungen in den Goldminen sind oftmals katastrophal.

 

Fazit: Ein paar tausend Euro in klein gestückelten Goldmünzen für den Extremfall zu halten ist denkbar. In großem Stil sind Goldvermögen jedoch ethisch-ökologisch wie auch finanziell unvernünftig.

 

Sachwert: WindkraftInvestitionen Sachwerte

Ein traditionelles Feld für Geldanlagen sind Sachwerte. Gerade im ethisch-ökologischen Bereich wurde hier viel erreicht. Man baut Solarkraftwerke, Windkraftwerke, sonstige Umweltprojekte oder investiert in Holz-Aufforstungen. Solche Projektinvestitionen sind prinzipiell nur als Beimischung für die eigene Kapitalanlagen geeignet, da dort naturgemäß Dinge schief gehen können – schließlich handelt es sich um Projektgeschäft.

 

Gut gestreut, lassen sich dort aber hohe Rückflüsse erzielen und es lässt sich der Inflation ein Schnäppchen schlagen. Egal was mit eine Währung passiert: wer in reale Werte, wie zum Beispiel in Windturbinen oder Wälder sein Kapital anlegt, der kann sich sehr sicher sein, sein Vermögen zu behalten.

 

Fazit: Wer ausreichend streut sollte eine Investition in grüne Sachwerte ernsthaft erwägen. Er tut der Natur etwas Gutes, erzielt schöne Renditen und vermeidet die durch Draghi gefährdeten Papierwährungen.

 

 

 

 

 

Schützen vor Inflation: Sachwerte wie Windkraftbeteiligungen, Fotovoltaik, BHKW

 

 

 

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Portraitfoto Gerd Junker Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.

Sichere Geldanlage 2014 – Teil 5 Sachwerte wie Gold, Holz oder Windkraft

Freitag, 17. Januar 2014

 

Wie jedes Jahr möchte ich auch 2014 einen Ausblick auf die einzelnen Anlageklassen geben. Die Einschätzungen von mir in den letzten Jahren waren recht zutreffend (Ausblick 2012, Ausblick 2013), aber trotzdem bleibt es ein Blick in die Glaskugel. Ich möchte ihn trotzdem wagen, denn in Zeiten historisch niedriger Zinsen ist die (hoffentlich nachhaltige) Geldanlage außerhalb der Sparbücher wichtiger als nie zuvor.

 

Teil 1 – Aktien und Aktienfonds
Teil 2 – Anleihen und Anleihefonds
Teil 3 – Lebens- und Rentenversicherungen
Teil 4 – Immobilien und Immobilienfonds
Teil 5 – Sachwerte wie Gold, Holz oder Windkraft

 

 

Teil 5 – Sachwerte wie Gold, Holz oder Windkraft

 

Die Angst vor Währungsturbulenzen oder den wirtschaftlichen Problemen der Jahre 2009 und 2010 hat die Anleger im Jahr 2012 noch in die sogenannten „Angst-Währungen“ wie Gold oder Silber getrieben. Entsprechend sind die Kurse der Edelmetalle gestiegen – vor 2013 ist Gold 12 Jahre lang jedes Jahr gestiegen. Das ist außergewöhnlich und hat in 2013 sein natürliches Ende gefunden. Der Goldpreis notierte am 31.12.2013 rund 26% unter dem Kurs zum 1.1.2013.

 

Gründe dafür sind neben Einfuhrzöllen und Steuererhöhungen in einem der wichtigsten Goldmärkte überhaupt, in Indien, auch eine breite, allgemeine Kaufzurückhaltung auf dem gesamten Globus. Sollte sich die wirtschaftliche Erholung nun auch in 2014 fortsetzen und sollten die Finanzmärkte in 2014 zur Ruhe kommen, dann wird auf Sicht von 2 bis 3 Jahren der Preis für die Edelmetalle weiter sinken. Gut so, denn der Raubbau an den natürlichen Ressourcen und die Abbaubedingungen in fast allen Goldabbaugebieten der Erde sind so bedenklich, dass aus ethisch-ökologischen Gründen keine Edelmetalle zur Geldanlage genutzt werden sollten.

 

 

Bild von Wald mit schneebedecktem Boden

Geld in Bäume anlegen: ökologisch und wirtschaftlich sinnvoll.

Bei den Holzinvestments (Liste aktueller Holzprojekte) war 2013 ein „langweiliges“ Jahr – also ein gutes Jahr. Die von uns empfohlenen Holzprojekte sammelten weiterhin kräftig Kapital ein und pflanzten damit Bäume in Deutschland, Bulgarien, Kolumbien, Panama oder Paraguay. Die entsprechenden Aufforstungen wuchsen kräftig, wovon ich mich persönlich bei einer Inspektionsreise überzeugen konnte (Link zum Reisebericht). Die Holzpreise unterliegen Schwankungen und waren 2013 analog zu den Ölpreisen tendenziell eher fallend.

 

Windkraft-, Solar- oder Wasserkraftinvestments müssen differenziert betrachtet werden. Nach Boom-Jahren hat die Politik in Deutschland die Investitionsbedingungen deutlich verschlechtert, so dass bereits 2013 in Deutschland kaum noch Projekte gebaut werden konnten. Schade, gerade wenn man bedenkt, dass sich Deutschland den Atom-Ausstieg und strenge Klimaschutzgrenzen beschlossen hat. Denn eines muss jedem klar sein: nicht die Erneuerbaren Enerigen selbst, sondern Fehler in der staatlichen Förderstruktur haben die Preise für Strom nach oben getrieben.

 

Entsprechend gab es bereits 2013 den Trend für Erneuerbare Energien Projekte „raus aus Deutschland“. Wasserkraftwerke in der Türkei, Windkraftanlagen in Frankreich oder Finnland und Solaranlagen in südlichen Gefilden Europas waren gefragt. Nach den Koalitionsverhandlungen und den ernüchternden Aussagen von Bayerns Minsterpräsidenten Horst Seehofer sehe ich kaum Chancen auf neue, interessante Projekte in Deutschland.

 

Entsprechend dürften in 2014 die Erneuerbare Energien Projekte erneut mehr im Ausland zu finden sein. Frankreich, Finnland, vielleicht auch Schottland sind dabei die Favoriten der Anbieter. In allen Ländern bleibt aus Anlegersicht der wichtigste Vorteil bestehen: aufgrund im Vorfeld feststehender Einspeisetarife ist die Einnahmesicherheit extrem hoch. Aktuelle Projekte dazu finden Sie durch Klick hier: Holzprojekte, Solarprojekte, Immobilienprojekte oder Bessere Welt Projekte (Verschiedene Themen).

 

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Portraitfoto Gerd Junker Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.

Welche Sicherheit bietet ein Solarfonds?

Dienstag, 16. Oktober 2012

Wenn Sie mit Ihrer Geldanlage nicht nur eine angemessene Rendite erzielen, sondern auch etwas für die Umwelt tun möchten, werden Sie sich auch mit Fotovoltaik- oder Solarfonds beschäftigen.

 

Ein Solarfonds ist ein Zusammenschluss von einigen hundert Anlegern, die gemeinsam eine große Solaranlage bauen und/oder betreiben. Der Zusammenschluss erfolgt meist in Form einer GmbH & Co. KG, in manchen Fällen auch in Form einer Genossenschaft.

 

Dabei werden große Umweltentlastung erzielt. Aktuelle Solarfonds, wie z.B. der Neitzel & Cie. Solarenergie 3 Deutschland, sparen nach Einschätzung des Ecoreporters jährlich 21.000 Tonnen CO2 ein und versorgen ca. 10.000 Haushalte (Durchschnittsverbrauch 3.5000 kWh) mit Strom.

 

Die jährlichen Renditen betragen 6-8 Prozent auf das eingesetzte Kapital. Doch welche Sicherheiten bieten Solarfonds für diese Rendite – wie ist die Investition abgesichert?

 

Bild von Solarkraftwerk mit Videoüberwachung

Wichtiger als die Videoüberwachung: die Sicherheit von Solarbeteiligungen ist hoch. Die Technik ist ausgereift und die staatlichen Garantien laufen über 20 Jahre.

 

1.) Sicherheit 1: Das Erneuerbare-Energien-Gesetz EEG

 

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ist die Basis des Aufschwungs der Erneuerbaren Energien in den letzten 10 Jahren in Deutschland und, als Wegbereiter, auch in vielen anderen Ländern der Welt. Die Grundidee ist die, dass der erzeugte Strom zu einem fest vereinbarten Vergütungspreis, z.B. von 17,9 Ct/kWh, für 20 Jahre abgenommen wird. Perfekt – denn damit weiß der Anleger bereits beim Anschluss der Solaranlage an das Stromnetz, welche Vergütungssätze und damit welche Einnahmen in den nächsten 20 Jahren zu erwarten sind. Eine staatliche Garantie, die Solarinvestitionen in den Hauch von sicheren Bundesanleihen gibt.

 

2.) Sicherheit 2: Die Technik ist bewährt

 

Bereits 1839 wurde der photoelektrische Effekt durch den britischen Ingenieur Smith entdeckt, 1953 wurden in den berühmten Bell Laboratories in New Jersey die ersten massentauglichen Fotovoltaik-Zellen produziert. Eine 1955 hergestellte Zelle mit einem Wirkungsgrad von 6 % erreichte bei Messungen im Jahr 2002 immer noch einen Wirkungsgrad von 5,1% – die Technik ist also stabil und extrem langfristig einsetzbar.

 

Auch die zweite wichtige Komponente neben der Solarzelle, der zur Umwandlung des Gleichstroms in Wechselstrom benötigten Wechselrichter, ist mittlerweile bewährt. Alle namhaften Hersteller wie SMA, Siemens oder Sunways gehen von einer Lebensdauer von mindestens 20 bis 25 Jahren aus. Trotzdem sichern sich die Solarfonds oft durch Vollwartungsverträge auch gegen den Ausfall der Wechselrichter ab. In jedem Fall bilden Sie Rückstellungen für den Ausfall von Bauteilen.

 

3.) Sicherheit 3: Politisch gewollt

 

Der Ausstieg aus der Atomenergie ist beschlossen, der Umstieg zu den Erneuerbaren Energien unumkehrlich. Bis 2020 soll der Anteil der Erneuerbaren Energien am Strommix mindestens 35% betragen (Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit).

 

Entsprechend wird auch weiterhin Solarstrom als wichtige Erneuerbare Energiequelle ausgebaut. Von heute ca. 30 GW auf 50 GW soll die Fotovoltaik-Kapazität noch nahezu verdoppelt werden. Es wird also auch weiterhin sinnvolle Investitionsmöglichkeiten im Bereich Photovoltaik geben. Es kann allerdings sein, dass die Renditen von aktuell 6 bis 8 Prozent, zukünftig etwas niedriger sein werden. Wichtig: solche zukünftigen Entwicklungen betreffen nicht die bestehenden Anlagen, denn diese behalten natürlich ihren garantierten Einspeisetarif für die vollen 20 Jahre.

 

4.) Wo drohen Risiken

 

Natürlich gilt auch im Bereich der Solarfonds, dass eine weit überdurchschnittliche Rendite mit Risiken einhergeht. Die Risiken sind bei allen Solarfonds ausführlich in den entsprechenden Prospekten dargestellt, doch welche Risiken drohen tatsächlich? Technisch könnte es z.B. sein, dass bestimmte Bauteile so häufig ausfallen und nicht über Garantien oder Wartungsverträge abgedeckt sind, dass die Rendite des Betreibers darunter leidet. Wirtschaftliche Risiken können entstehen, wenn die Fremdfinanzierung nach z.B. 10 Jahren Kreditlaufzeit, nicht mit einer wirtschaftlich sinnvollen Anschlussfinanzierung abgedeckt  werden könnte. Auch hier kalkulieren die Anbieter Sicherheiten ein, aber bei extremen Zins-Szenarien könnten Rendite – Einbußen entstehen. Und politisch könnte – ebenfalls in Extremsituationen wie einer drohenden Staatspleite z.B. der Bundesrepublik – die bestehende Förderzusage wiederrufen werden. 

 

 

Letztlich sind Solarfonds auch im Jahr 2012 noch eines der interessantesten Erneuerbare Energien Investments. Denn ein besonderer Vorteil der Solarenergie besteht nach wie vor: die Sonneneinstrahlung pro Jahr ist relativ konstant. Während z.B. Windkraft durchaus um 30% jährlich schwankt, ist die Ausbeute der Fotovoltaik mit Schwankungen von 10% pro Jahr sehr konstant. Das freut die Anleger.

 

 

Portraitfoto Gerd Junker

Verfasser des Beitrages

Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf XingFacebook oder Twitter

Sind Solarfonds sinnvoll?

Montag, 12. März 2012

Geld will gut und rentierlich angelegt sein, doch das Risiko einer Geldanlage in Aktien will nicht jeder Mensch tragen tragen. Eine ungleich risikoärmere Investitionsmöglichkeit bieten Solarfonds. Diese ermöglichen es Privatleuten, auch ohne „eigenes“ Dach in erneuerbare Energien und damit langfristig in die zu investieren. Doch was genau ist ein Solarfonds und wie funktioniert er? Bei einem Solarfonds wird ein Solarpark errichtet, ans Netz angeschlossen und dann als geschlossener Fonds aufgelegt. Angesichts dessen wird erneuerbare Energie für private Investoren erschwinglich, die zur Miete leben. Eine Form von Solarbeteiligungen sind Bürgersolarkraftwerke. Diese arbeiten nach derselben Arbeitsweise wie Solarparks, sind aber häufig lokal beschränkt. Das bedeutet, die Beteiligung wird primär Bürgerinnen und Bürgern in der Gegend oder in umliegenden Gemeinden angeboten. Fotovoltaikfonds sind aus mehreren Gründen gefragt:

 

1.) Die Einnahmen sind gesetzlich abgesichert: Das Erneuerbare Energien Gesetz setzt die Einspeisevergütung zum Zeitpunkt des Anschlusses an das Stromnetz für 20 Jahre fest.

 

2.) Solarenergie ist eine einfache Technologie: Solaranlagen haben zusammenfassend kaum bewegliche Teile, die verschleißen vermögen. Daher sind sie im Vergleich zur Windenergie wenig störanfällig und sehr wartungsarm.

 

3.) Der Fonds läuft losgelöst von den Finanz- und Kapitalanlagemärkten: Ausschlaggebend für die Einkünfte ist die Höhe der Sonneneinstrahlung – und die lässt sich unter Zuhilfenahme von Ertragsgutachten hinlänglich präzise vorhersehen. Zusätzlich sind die Einstrahlungswerte über die Zeitspanne von 20 Jahren als sehr stabil anzusehen.

 

Schöne Natur bleibt erhalten durch Erneuerbare Energien und Solarfonds

Solarfonds - für die natürlichste Form der Energiegewinnung

 

Wer plant, in einen Solarfonds zu investieren, kann sich natürlicherweise zunächst einmal selbst informieren, Angebote vergleichen und den passenden Solarfonds aussieben. Hilfe bieten diverse Internetseiten, wie z. B. www.gruenesgeld24.de/solarprojekte. Für Laien ist es aber nicht immer einfach, die Angebote richtig zu beurteilen. Alternativ können Anleger deshalb das Geld auch einem Profi zur Verfügung stellen, welcher die besten Angebote heraussucht, das Geld investiert und über die gesamte Laufzeit betreut. Anders als bei Investitionen an der Börse, bei denen man seine Anteile ohne Punkt und Komma abstoßen kann, ist die Laufzeit des Solarfonds vertraglich an die Förderungsdauer gebunden. Die lange Dauer bietet sich für zukunftsorientierte Investitionen an, wie zum Beispiel als sichere Geldanlage für die Rente oder als Erwerb in die spätere Ausbildung des Nachwuchses. Je nach Kontrakt können die Anteile auch bereits früher verkauft werden – das bringt zwar weniger Gewinn, gibt aber eine gewisse Sicherheit, sollte sich die Finanzlage des Anlegers einmal ändern. Nur noch 8 Jahre laufende Angebote sind heute bereits auf dem Markt. Mehr zu Solarfonds finden Sie auch unter http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,708224,00.html.