Mit ‘Fracking’ getaggte Artikel

Nichts gelernt? Energieverbrauch nimmt weiter zu.

Donnerstag, 21. Juni 2018

Die Polkappen schmelzen, die Unwetter nehmen zu, aber die Menschheit macht munter weiter wie bisher: nach der am 13. Juni 2018 veröffentlichten Energiestatistik von BP haben wir auch in 2017 zugelegt und 2,2 Prozent mehr Energie verbraucht als im Jahr zuvor.

 

Besonders bedrückend: Die 2,2 Prozent Zuwachs liegen sogar oberhalb des 10-Jahresdurchschnitts von 1,7 Prozent. Wie der Report feststellt, wird der Anstieg durch ein insgesamt starkes Wirtschaftswachstum sowie eine gebremste Verbesserung bei der Energieeinsparung in die Höhe getrieben.

 

Das sind die folgend einer verfehlten Politik. Eine der größten Energieverbraucher, die USA, haben mit Präsident Trump einen Gegner der Erneuerbaren Energien gewählt. Er fördert die heimische  Öl- und Gasindustrie nach Kräften. Aber auch in Deutschland ist vom Klima-Musterland wenig geblieben. Die Flüchtlingskrise beherrscht die Diskussion so stark, dass sogar das Einkassieren des wenig ambitionierten Klimaziels 2020 durch Umweltministerin Schulze kaum registriert wird.

Am stärksten unter allen fossilen Energieträgern stieg der Verbrauch von Gas an (plus 4%). Wichtigster Energieträger am weltweiten Energieverbrauch bleibt Öl, auch wenn es im 2. Jahr in Folge die Ölfördermenge nur unterdurchschnittlich wuchs.

 

 

 

Wer etwas für die Erneuerbaren Energien tun möchte, kann dort sein Geld anlegen. Unter http://www.gruenesgeld24.de/projekte-bessere-welt haben wir ein Auswahl aktueller, sinnvoller Projekte zusammengestellt.

 

Weitere Informationen: Statistical Review of World Energy 2017

 

 
Portraitfoto Gerd Junker Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.
 

Fracking in Deutschland abgebremst

Dienstag, 05. Juli 2016

Zusammenfassung: Der Bundestag hat Ende Juni das unkonventionelle Fracking in Schiefer- und Kohleflözgestein weitgehend verboten. Fracking (abgeleitet aus dem englischen Begriff „Hydraulic Fracturing“) ist eine Methode zur Gasgewinnung aus tiefliegenden Gesteinsschichten. In der Kritik steht Fracking wegen der schwer kalkulierbaren Auswirkungen auf die Umwelt, besonders auch wegen der Gefährdung des Grundwassers.

 

 

Schon mehrfach haben wir in diesem Blog über die Risiken des Frackens berichtet.

 

Nun hat Ende Juni 2016 der Bundestag einem Kompromiss der Koalitionsparteien mehrheitlich zugestimmt und der umstrittenen Erdgasförderungsmethode Fracking eine Absage erteilt. Verboten wird damit das unkonventionelle Fracking, bei dem Erdgas aus weniger tiefen Gesteinsschichten, also oberhalb von 3.000 Metern, gewonnen wird. Dies geschieht durch Einpressen von Flüssigkeiten und Chemikalien unter starkem Druck.

 

Bohrungen dürfen jedoch vorgenommen werden, um die Folgen von Fracking für die Umwelt weiter wissenschaftlich zu untersuchen. Allerdings müssen dabei die betroffenen Bundesländer zustimmen. Die Absage an Fracking in Deutschland basiert auch in weiten Teilen auf einer aktuellen Studie des Bundesumweltamtes. Fazit der Studie ist, dass die Risiken der Fracking-Technologie noch nicht geklärt sind. Dennoch darf der Blick auf den aktuell gigantischen Bedarf an Erdgas nicht vernachlässigt werden. Hier kann nur ein Umdenken beim Energieverbrauch helfen sowie die Förderung regenerativer Energien.

 

Konventionelles versus unkonventionelles Fracking

Erdgas spielt bei der Energieversorgung in Deutschland eine tragende Rolle. Die heimische Produktion  – die nur einen kleinen Anteil des tatsächlichen Bedarfs deckt – stammt in erster Linie aus tiefliegenden Sand- und Kalksteinen in Norddeutschland, besonders aus Niedersachsen. Hier wird schon seit vielen Jahren gefrackt.

Fracking-Anlagen bohren in Deutschland nur noch in tiefen Gesteinschichten

Fracking-Anlagen bohren in Deutschland nur noch in tiefen Gesteinschichten

 

Hier wird die sogenannte konventionelle Fracking-Methode angewendet. Das konventionelle Fracking geschieht in großer Tiefe im Sandgestein und wird auch zukünftig möglich sein. Jedoch wurden die bisherigen gesetzlichen Regelungen nun verschärft. Die Anforderungen an diese Art der Gasförderung wurden dahingehend erweitert, dass in ausgewiesenen Wasserschutz– und Heilquellenschutzgebieten sowie Gewässern zur Trinkwassergewinnung und an Entnahmestellen der öffentlichen Wasserversorgung kein Fracking betrieben werden darf. Gänzlich verboten ist die Gasförderung in ausgewiesenen Nationalparks und Naturschutzgebieten. Strengere Bedingungen gelten auch bei der Entsorgung der Fracking-Flüssigkeiten und der Lagerstättenwasser.

 

Das unkonventionelle Fracking findet in den höherliegenden Gesteinsschichten statt, wie etwa in Schiefer, Ton- und Mergel sowie in Kohleflözgestein. Diese Technologie ist in Deutschland jetzt gesetzlich verboten, denn es liegen keine zuverlässigen Beurteilungen über die Auswirkungen des unkonventionellen Frackings auf die Umwelt vor. Im Mittelpunkt steht hier der Schutz des Trinkwassers. Weitgehend unerforscht ist, inwieweit die eingesetzten Chemikalien in das Grundwasser eindringen und dieses belasten. Erlaubt ist ausschließlich eine wissenschaftliche Erforschung des unkonventionellen Frackings in diesen Gesteinsschichten. Hier gelten dann Einschränkungen durch das Wasserhaushaltsgesetz: Auch im Dienste der Wissenschaft dürfen keine wassergefährdenden Fracking-Flüssigkeiten verwendet werden.

 

Durchaus vorstellbar ist, dass unkonventionelles Fracking wirtschaftlich in einigen Jahren durchgeführt werden kann. Nämlich dann, wenn es wissenschaftliche Belege für eine Unbedenklichkeit dieser Technologie gibt. Für den wirtschaftlichen Einsatz des unkonventionellen Frackings wäre dann aber eine erneute Gesetzesänderung notwendig.

 

Starke Skepsis gegen unkonventionelles Fracking

Keine Bohrungen im Schiefergestein

Keine Bohrungen im Schiefergestein

In Deutschland wurde in den letzten Jahren die Entwicklung und der Einsatz der Fracking-Technologie von zunehmender Skepsis bis hin zur massiven Ablehnung in der Bevölkerung begleitet. Unterstützt wurde die breite Kritik durch zahlreiche Bürgerinitiativen und Umweltverbände. Eines der wichtigsten Argumente ist hier, die nicht kalkulierbare Beeinträchtigung des Trinkwassers durch die beim Fracking eingesetzten Chemikalien. Auch weitere Umweltschäden werden befürchtet, etwa starke Veränderungen in den tiefliegenden Gesteinsschichten, die zu Erdbeben und Erdrutschen führen können.

 

Ein Wasserhahn regt zum Nachdenken an

Selbst in den USA, die seit den neunziger Jahren einen regelrechten Boom der Fracking-Technologie verzeichnen konnten, formierten sich auch Widerstände gegen das Fracking. Zu einiger Popularität brachte es dabei ein Film aus einem Privathaushalt, in dem ein Feuerstrahl aus dem Wasserhahn kam. Das Trinkwasser enthielt enorme Mengen an Methangas, das mit dem Wasser ausströmte und medienwirksam verpuffte. Vielfach wurde dabei kritisch angemerkt, dass es sich hier nicht um Nebeneffekte des Frackings handele, sondern um Methanvorkommen aus hochliegenden Kohleflözen, die beim Bau von Trinkwasserbrunnen durchbohrt wurden. Auch wenn das Phänomen sachlich in den falschen Zusammenhang gebracht worden sein mag, tat es seine Wirkung. Vielfach beschäftigten sich Menschen aktiv mit dem Thema Fracking, dem Austreten des klimaschädlichen Methans und den weitreichenden Auswirkungen aus die Umwelt und das Klima.

 

Trinkwasserqualität

Wasser - das wichtigste Lebensmittel

Wasser – das wichtigste Lebensmittel

Trinkwasserqualität ist in Deutschland ein sensibles Thema. Wasser zählt zu den am besten kontrollierten Lebensmittel. Nahezu flächendeckend ist der Konsum von Leitungswasser völlig unbedenklich – viele Gemeinden sind stolz auf die besondere Qualität des lokalen Wassers. Die Vorstellung ist erschrecken, dass unser Wasser verunreinigt wird durch die Chemikalien aus den Fracking-Flüssigkeiten sowie durch radioaktive Substanzen, die aus den Gesteinsschichten gelöst werden können.

 

 

Umweltverbände wollen mehr

Sonderkonditionen mit den Grünes Geld NewsDem Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) geht die neue gesetzliche Regelung zum Fracking in Deutschland noch nicht weit genug. Der Umweltverband möchte Fracking gänzlich stoppen, denn zum einen werden dabei große Mengen des gefährlichen Treibhausgases Methan freigesetzt. Zum anderen schädigen die Emissionen bei der Verbrennung des geförderten Erdgases ebenfalls das Klima. Besser sei es, Alternativen zur Förderung fossiler Energien zu unterstützen und klimaschädliche Emissionen zu reduzieren. Da in Deutschland Erdgas in erster Linie zur Wärmegewinnung eingesetzt wird, können hier Einsparungen erzielt werden.

 

Unabhängigkeit vom Weltmarkt

Innerhalb der Wissenschaft wird eine rege Diskussion darüber geführt, ob die Fracking-Technologie nicht doch beherrschbar und weiter auszubauen sei. Vielfach wird dabei auch der hohe Erdgasbedarf in Deutschland zitiert. Teilweise werden die politischen Abhängigkeiten von ausländischen Erdgas-Anbietern als problematisch angesehen. Da klingen Schätzung verlockend, denen zufolge bis zu 2,3 Billionen Kubikmeter Erdgas im heimischen Gesteinsschichten, vornehmlich im Schiefergestein, lagern. Mit diesen Reserven könnte sich Deutschland, dass derzeit rund 90 Prozent des Erdgases importiert, mindestens zehn Jahre komplett versorgen könnte. Auch Energie-Großverbraucher und Fracking-Boom-Land USA geht davon aus, durch diese Art der Gasförderung nicht nur den kompletten eigenen Energiebedarf decken zu können, sondern auch wichtiger Erdgas-Exporteur zu werden.

 

Eine klare Alternative zu diesem Weg der Unabhängigkeit ist die Energie-Autonomie durch die konsequente Unterstützung und Nutzung erneuerbarer Energien.

 

Hoher Erdgasverbrauch ist nicht alternativlos

Einer Befragung des Nürnberger Marktforschungsinstituts GfK zufolge, heizt knapp die Hälfte aller Haushalte in Deutschland mit Erdgas. Aber auch alternative Heizsysteme, wie beispielsweise Solarthermieanlagen, befinden sich auf dem Vormarsch. Ein wichtiger Aspekt, denn gerade das steigende Interesse an regenerativen Energien kann das Fracking-Thema in die Bedeutungslosigkeit rücken.

 

Energie sparen, fossile Energieträger im Boden belassen und regenerative Energien nutzen – diese drei Schritte ebnen den Weg zum nachthaltigen Umwelt- und Klimaschutz. Vorangetrieben werden kann dieser Weg durch die Unterstützung von Unternehmen, die in diesem Bereich aktiv sind und nachhaltige Energieversorgung wirtschaftlich weiterentwickeln. Wer hier investiert, erzielt einen Gewinn für sich und die Umwelt.

 

Carmen Junker Verfasser des Beitrages:Carmen Junker ist Gründerin der Grünes Geld GmbH und Geschäftsführerin der Grünes Geld GmbH. Carmen Junker:“ Ein Grund mein berufliches Wirken speziell auf die Nachhaltige Geldanlage auszurichten ist, die Welt ein Stück positiver zu gestalten mit den Mitteln und Kenntnissen die mir zur Verfügung stehen. Aus der Verantwortung für die kommende Generation und weil ich selbst noch einige Jahre auf diesem schönen Planeten verbringen möchte“.

 

 

Fracking als Brücke zum sauberen Energiezeitalter?

Donnerstag, 07. März 2013
 
Das Thema Fracking ist spätestens seit Ende Februar 2013 vielen ein Begriff. Doch auch durch den Film “Gasland” und Berichte aus Amerika über brennende Wasserleitungen haben sich viele Menschen schon vorher damit beschäftigt und melden nun erhebliche Bedenken bezüglich Fracking an, diese Technik auch hier im deutlich dichter besiedelten Deutschland anzuwenden. Zunächst stellt sich die Frage, was genau versteht man eigentlich unter Fracking?
 

Das Verfahren Fracking

 
Hydraulic Fracturing, kurz Fracking, benennt eine aufwendige Methode, um Gasvorkommen zu fördern, welche in Schiefergestein sitzen. Hierbei wird nicht nur – wie bisher – eine vertikale Bohrung genutzt, um an eine vorhandene Gasblase zu kommen, sondern auch horizontal gebohrt, um dann in die Gesteinsschichten eine wässrige, mit verschiedenen Chemikalien versetzen Flüssigkeit und Quarzsand zu pressen.
 
Dadurch öffnen sich beim Fracking viele Gesteinsspalten und nach dem Abpumpen des Fracking Fluids verbleibt der Sand in den Rissen. So kann das Gas zur Gewinnung an die Oberfläche gelangen.
 
Beim Fracking werden gasführende Schiefergesteinsschichten aufgesprengt, um so das gespeicherte Gas zugänglich zu machen.

Beim Fracking werden gasführende Schiefergesteinsschichten aufgesprengt, um so das gespeicherte Gas zugänglich zu machen.

 

Der aktuelle Stand beim Fracking

 
Durch die Erdgasförderung mittels Fracking in den USA ist das Land vom einstigen Gasimporteur zu einem Exporteur geworden und scheint bald die Gas-Nation Russland überrunden zu können. Diese Unabhängigkeit und die Tatsache, dass durch die Fördermöglichkeit von bisher unerschließbaren Erdgasvorkommen der Rohstoffpreis sinkt, lässt Unternehmen und die Politik in Europa über die Möglichkeit nachdenken, das Fracking auch hierzulande einzusetzen.
 
Nicht zuletzt die Energiewende wird als Argument für diese Fördertechnik eingesetzt. Denn mit der erhöhten Fördermöglichkeit von Erdgas müssten zur Energiegewinnung weniger konventionelle Kohlekraftwerke zum Einsatz kommen. Gaskraftwerke könnten schnell die sogenannte Grundlast im Stromnetz regeln und somit die Schwankungen der noch nicht speicherfähigen erneuerbaren Energien ausgleichen.
 
Optimistische Schätzungen gehen von einem Schiefergasvorkommen in Deutschland aus, welches den Bedarf für mindestens 20 Jahre abdecken könnte. Umweltschutzorganisationen sprechen von einem Vorkommen, welches maximal für 12 bis 13 Jahre ausreicht.
 

Risiken des Frackings

 
Ein Risiko ist der Einsatz des Fracking Fluids, da die Giftstoffe der Flüssigkeit ins Grund- oder Trinkwasser gelangen können. Auch das zurückgepumpte Fluid kann nicht als unproblematisch angesehen werden. Das Gemisch ist oft mit radioaktiven Stoffen versetzt, welche vorher in den Gesteinsschichten gebunden waren.
 
Nach der Trennung von Gas und Öl wird dieses hochgiftige Abwasser oft über Rohleitungen einfach an anderer Stelle wieder in die Erde gepumpt und somit ein “Endlager” erzeugt. In den USA wurden vermehrt in Fracking-Gebieten Anzeichen von Vergiftungen nach dem Genuss von Leitungswasser gemeldet. Zudem lässt sich in manchen Gegenden in den Wasserleitungen auch Methan nachweisen, was im Film “Gasland” durch das Anzünden von fließendem Wasser veranschaulicht wird. Zudem ist der Verbrauch der Ressource Wasser ist immens. Jeder einzelne Fracking-Vorgang verbraucht zwischen 10 und 15 Millionen Liter Wasser, welches danach zum größten Teil unwiderruflich vergiftet ist.
 
Auch den immensen Flächenverbrauch und die Zerstörung der Landschaften kann man nicht ignorieren. Wird bei konventionellen Bohrungen nach Erdgas nur ein Bohrturm benötigt, sind es beim Fracking bis zu vier Bohrstellen pro Quadratkilometer. Wie dieser Eingriff in die Landschaft dann aussieht, kann man sehr gut an Luftbildern aus den USA erkennen.
 
 
Ein weiterer Punkt ist, dass durch das Aufbrechen der Gesteinsschichten an der Oberfläche Erdbeben bis zur Stärke drei auf der Richterskala messbar sind. Im dicht besiedelten Deutschland kann sich das auf Dauer durchaus auf die Statik von Gebäuden in der Umgebung auswirken. Teilweise sind solche Beobachtungen auch schon gemacht worden, allerdings ist es den Betroffenen kaum möglich dies einwandfrei auf das Fracking zurückzuführen.
 
Zerstörte Landschaften und Methan im Trinkwasser - Risiken der unbeliebten Fördermethode.

Zerstörte Landschaften und Methan im Trinkwasser – Risiken der unbeliebten Fördermethode Fracking.

 

Und wie geht es weiter mit dem Fracking?

 
Derzeit hat die Bundesregierung einen Gesetzentwurf zum Thema Fracking erarbeitet. Er sieht kein generelles Verbot von Fracking vor, da die Technologie nach Ansicht der Bundesregierung noch nicht ausreichend erforscht sei. Ein Probebetrieb soll damit ermöglicht werden.
 
Der Gesetzentwurf sieht vor, Fracking in unkonventionellen Lagerstätten in Schieferschichten sowie Kohleflözen oberhalb von 3 Kilometern generell nicht für Fracking zu nutzen. Auch Wasserschutzgebiete bleiben tabu. Allerdings bleiben wissenschaftliche Probebohrungen mit nachweislich unschädlichem Fracking-Flüssigkeit möglich.
 
Die Bundesregierung sieht das Gesetz als nicht-zustimmungspflichtig vom Bundesrat an, deshalb hat zum Beispiel die Schwarz-Grüne Regierung in Hessen  gefordert, ein generelles Verbot von Fracking zu beschließen. Denn selbst geologische Gutachten zum Thema Fracking können keine komplette Sicherheit bringen.
 
Zudem ist keine Technik zu 100 % beherrschbar. Nicht zuletzt Unfälle wie Fukushima oder der der Deepwater Horizon haben uns gezeigt, dass weder die Technik noch die Umwelteinflüsse oder auch der Faktor Mensch, der die Technik bedient, absolut berechenbar sind. Bereits jetzt haben sich zahlreiche Bürgerinitiativen gebildet, die sich gegen das Fracking einsetzen.
 
In der Tat sollte man sich Fragen, ob man tatsächlich auch noch die letzte Ressource aus unserer Erde herauspressen muss. Sollte nicht am Anfang der bewusstere Umgang mit den bereits zur Verfügung stehenden Ressourcen stehen bzw. die Förderung von alternativen Technologien wie Speichermöglichkeiten für erneuerbare Energien stehen? Wenn man den großen Firmen wie Exxon, Wintershall oder der kanadischen BNK Petroleum, welche sich hierzulande bereits große Claims gesichert haben, beständig neue Möglichkeiten einräumt, mit Ressourcen wie Öl oder Gas Profit zu schlagen, warum sollten diese dann Geld in die Entwicklung von alternativen Projekten stecken?
 
An dieser Stelle ist zunächst der kritische Verbraucher und dann die Politik gefragt, einzugreifen. Und am Ende steht immer die Frage, ob sich das potentielle Risiko beim Fracking gegenüber dem zu erwartenden Nutzen lohnt.
 
 
 

Fracking Teil 2: die Technik im Detail

 

Hydraulic Fracturing oder kurz „Fracking“: Was ist das genau?

 

Hydraulic Fracturing (Fracking) ist der Überbegriff für eine Methode zur Förderung unkonventioneller Gas- und Ölvorkommen. Hierbei werden fossile Brennstoffe aus bisher ungenutzten Lagerstätten mit Hilfe von sogenannten Frackfluiden, meist ein Gemisch aus chemischen Zusammensetzungen, Sand und Wasser, aus tiefliegenden Schiefer- oder Sandsteinschichten gelöst (z.B. Schiefergasvorkommen).

 

Die Methode ist grundsätzlich nicht neu und wird bereits seit den 1950er Jahren kommerziell angewendet. Das Verfahren basiert auf der Idee, in unterirdischen Gesteinsschichten an vordefinierten Stellen künstliche Risse zu erzeugen. Mittels eines typischen Bohrloches, welches in der rohstofftragenden Gesteinsschicht in die Horizontale übergehen kann, wird beim Fracking in mehreren Schritten ein Wassergemisch mit hohem Druck in die Tiefe gepumpt.

 

Durch den Druck entstehen Risse im Gestein, die später als Fließwege für die Rohstoffe dienen sollen. Die Bohrtiefen sind abhängig vom Gestein und können bis zu 6000 m betragen. Der Druck kann bis zu 1300 bar betragen und begleitende Erdbeben der Stärken 1-3 auslösen. Schlussendlich wird Gas oder Öl freigesetzt, das im Bohrloch aufwärts strömt.

 

Dabei ist anzumerken, dass meist eine ganze Reihe an Bohrlöchern netzartig im Gestein angelegt wird. In vielen Fällen muss der Fracturingprozess mehrfach wiederholt werden, da sich ein Großteil der Risse recht zügig wieder schließt. Nicht zuletzt aus diesem Grund ist Fracking eine kostenintensive Methode.

 

Schema

So funktioniert’s: Ablaufschema beim Fracking-Prozess

 

Ist Fracking wirtschaftlich oder nicht?

 

Erst aufgrund der relativ hohen Preise für Öl und Gas wurde das Verfahren vor einigen Jahren „wiederentdeckt“. Fracking gewann dann weltweit zunehmend an Bedeutung.

 

Grundsätzlich ist Fracking aufwändiger und kostenintensiver, als die herkömmliche Förderung fossiler Brennstoffe. Dies liegt vor allem an der weitaus höheren Anzahl an Bohrungen und zeitlich schneller abnehmender Förderraten. Eine Förderstätte ist nur sehr kurz in maximaler Förderung.

 

Rückgangsraten von bis über 70% pro Jahr sind nicht ungewöhnlich. Die Zahl der Bohrungen muss daher deutlich höher ausfallen als bei der konventionellen Förderung, was die Wirtschaftlichkeit deutlich herabsetzt. Dadurch sind die Gewinnmargen wesentlich geringer als bei herkömmlichen Fördermethoden. Ein nachhaltig hohes Energiepreisniveau ist für den wirtschaftlichen Einsatz der Technologie daher zwingend erforderlich.

 

Der Öl- und Gaspreisverfall in der 2. Jahreshälfte 2014 brachte viele Fracking Unternehmen in den USA in Schwierigkeiten. Die Unternehmen müssen fusionieren oder gehen insolvent (wie im Januar 2015 WBH Energy LP mit Sitz in Austin).

 

Fracking vor dem Aus? Hohe Förderkosten machen Fracking bei niedrigen Energiepreisen zum Zuschussgeschäft.

Fracking vor dem Aus? Hohe Förderkosten machen Fracking bei niedrigen Energiepreisen zum Zuschussgeschäft (Quelle: ISPEX)

 

Auch energetisch gesehen kann die Förderung mittels Fracking nicht mit herkömmlichen Fördermethoden mithalten. Die Bilanz zwischen der aufzubringenden Energiemenge und gewonnener Energiemenge (in Form des Rohstoffs) ist weitaus geringer, als bei der Förderung von konventionellen Vorkommen. Hier ist allerdings die Abgrenzung entscheidend und Zahlen sind kritisch zu hinterfragen.

 

Dennoch wird in einigen Ländern mit Hochdruck der Ausbau des Schiefergasabbaus vorangetrieben. Es stellt sich daher die Frage, weshalb die Fördermethode Fracking dennoch auf soviel Aufmerksamkeit stößt?

 

 

Vorkommen

Weltweite Vorkommen: Gut zu erkennen die im Vergleich geringen Volumen in Europa und Deutschland

 

Energiewende und Importunabhängigkeit der USA durch Fracking?

 

In den vergangenen Jahren war beispielsweise in den USA ein regelrechter „Schiefergas- und Frackingboom“ zu beobachten. Dies hat u.a. zu rapide sinkenden Erdgaspreisen und verminderten CO2-Emissionen geführt, weil Kohlekraftwerke dadurch substituiert wurden. Der durchschnittliche Erdgaspreis von 2012 betrug gerade noch 1/5 des Preises von 2008.

 

In Teilen der USA führte der drastische Preisverfall sogar dazu, dass Förderstätten Ende 2014 nicht mehr wirtschaftlich förderten. Trotz Umweltrisiken und teilweise unwirtschaftlicher Rahmenbedingungen wird in großen Teilen der Bevölkerung das Thema Fracking wohlwollend zur Kenntnis genommen, denn die Gasförderung schafft tausende neue Arbeitsplätze und hilft den USA, die Importabhängigkeit zu reduzieren und die eigene Energieversorgung auf Jahrzehnte zu sichern.

 

Einer Studie der IEA zu Folge werden die USA mit Hilfe von Fracking in wenigen Jahren zur neuen Supermacht in der Öl- und Gasförderung aufsteigen. Die Studie geht davon aus, dass die USA bereits 2015 Russland als größten Gasexporteur und 2017 den derzeitigen Spitzenreiter in der Ölproduktion, Saudi-Arabien, ablösen werden.

 

Ziel der USA sei es 2035 nicht nur energieautark, sondern auch als wichtigster Gas- und Ölexporteur am Energiemarkt aufzutreten. Die USA hätten sich bisher politisch und militärisch deshalb so massiv im Nahen und Mittleren Osten engagiert, weil sie von den dortigen Energielieferanten abhängig gewesen seien.

 

Bald könnten die USA aber komplett auf Lieferungen aus der Region verzichten so eine Studie des BND. Großer Verlierer der Entwicklung könnte dagegen China sein, denn das Land werde mit seinem ungebremsten, wachsenden Rohstoffbedarf künftig die Hälfte des arabischen Öls abnehmen.

 

Fracking in Europa?

 

In Europa gehen die Meinungen zum Thema stark auseinander. Medienberichten zufolge „spaltet“ die Debatte über die Schiefergasförderung die Europäer. Einerseits ist man sich einig und will die Abhängigkeit von russischem Gas reduzieren und die Energiewende mit Hilfe der Erneuerbaren Energien vorantreiben, andererseits sehen einige Mitgliedsstaaten die Förderung von europäischem Schiefergas als Chance.

 

Wiederum andere lehnen die Förderung strikt ab. So habe Frankreich oder Bulgarien beispielsweise deutliche Vorbehalte und verzichten gänzlich auf Fracking, wohingegen in Polen die Förderung von unkonventionellen Gasvorkommen stark vorangetrieben wird. Polen ist der Schiefergas-Vorreiter Europas. In keinem Land wurden so viele Bohrungen durchgeführt. Die tatsächlich gefundenen Gasmengen haben sich bisher allerdings nicht als wirtschaftlich förderbar herausgestellt.

 

Trotz starker Proteste und Ablehnungshaltungen laufen von Energiekonzernen große Bemühungen die Akzeptanz von Schiefergas in Europa zu steigern. Etwa 10% der zuletzt weltweit bekannten unkonventionellen Gasvorkommen liegen in Europa. Die größten Vorkommen werden in Schweden, Polen und Österreich vermutet. Medien zufolge rechnet sich eine Schiefergasförderung in Europa zurzeit nur mit Hilfe von Subventionen.

 

Studien der Deutschen Bank sowie Ernst & Young und die ersten Erfahrungen in Polen zeigen, dass in Europa nicht mit einer Schiefergas-Revolution zu rechnen ist. Derzeit bleibt offen, ob und wie die Fracking-Förderung auf europäischer Ebene geregelt werden wird. Ein striktes Verbot der Schiefergasförderung hat das EU-Parlament im November 2012 vorerst abgelehnt. Im Bericht hieß es, dass jedes EU-Mitglied das Recht habe, selbst zu entscheiden, ob es Schiefergas fördere. In jedem Fall sei aber ein „stabiler Rechtsrahmen“ für alle Schiefergasaktivitäten nötig, der beispielsweise die Offenlegung der genutzten Chemikalien regelt.

 

Ein Stop der Erneuerbaren Energien in Europa durch Fracking? Wie geht’s weiter?

 

Die weltweiten potentiellen Mengen unkonventioneller Energieträger aus Fracking, insbesondere jene der USA, könnten die Notierungen am Weltmarkt langfristig sicherlich beeinflussen – die Energie würde wieder günstiger, ganz so wie Ende 2014 / Anfang 2015 geschehen.

 

Ein gänzlicher Ausbaustop der Erneuerbaren Energien oder eine radikale Umgestaltung der Energiewende ist jedoch nicht zu erwarten. Die Vorkommen in Deutschland und Europa belaufen sich auf ein weitaus niedrigers Niveau, als in den USA (siehe Grafik Vorkommen). Weiterhin ist davon auszugehen, dass, nicht zuletzt durch höhere Umweltauflagen, die Förderkosten für Fracking in Europa und in Deutschland noch weit über der Rentabilitätsgrenze liegen. US-Preise sind daher in absehbarer Zeit hierzulande nicht zu erwarten. Die überwiegend starke Ablehnung der Bevölkerung gegenüber der Fördermethode trägt dafür ebenfalls Sorge.  

 

 

 

Meine-sauberen-Klimaschutzinvestments

 

 

 

Portät 

Verfasser des Beitrages

Tobias Engel unterstützt die Grünes Geld GmbH als Werksstudent. Tobias Engel: ”Ich studiere an der Hochschule Aschaffenburg Erneuerbare Energien und Energiemanagement und habe mich davor in einer großen deutschen Bank mit grünen und nachhaltigen Investments beschäftigt. Social Banking und ethische Investments sind für mich keine Fremdworte sondern gelebte Nachhaltigkeit im Finanzsektor. Es freut mich, dass ich meine Interessen und Kenntnisse aus der Ausbildung und aus dem Studium mit ins Team der Grünes Geld GmbH einbringen kann.”