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Ende des Atomzeitalters – Toshiba manövriert sich ins Aus

Freitag, 28. April 2017
Zusammenfassung: Im Jahr sechs nach der Katastrophe im japanischen Atomkraftwerk Fukushima befinden sich Atomunternehmen zunehmend in Schwierigkeiten. Gerade meldete Westinghouse, einer der führenden Hersteller von Atomkraftwerken, Konkurs an. Aber auch der japanische Mutter-Konzern Toshiba strauchelt. Höchste Zeit für Unternehmen, die Zeichen der Zeit zu erkennen und auf umwelt- und klimafreundliche Energiegewinnung zu setzten.

 

 

Lange Zeit war Toshiba in erster Linie als Elektrokonzern bekannt.

Der japanische Technologiekonzern Toshiba steht aktuell vor einer ungewissen wirtschaftlichen Zukunft. Nachdem Toshiba im vergangenen Monat seine Unternehmensgesellschaft Westinghouse in den Konkurs schicken musste, ist ein Ende der Krise nicht in Sicht: Bereits seit mehreren Jahren belastet eine Affäre um manipulierte Bilanzen den japanischen Konzern. Darüber hinaus leidet das Unternehmen finanziell unter Milliardenverlusten durch seine Atomgeschäfte. Generell hat allerdings auch das uneingeschränkte Bekenntnis von Toshiba zur Kernkraft dem Unternehmen stark zugesetzt.

 

 

Ein Unternehmen mit Geschichte

Die Toshiba Corporation ist im japanischen Aktienindex Nikkei gelistet und zählte in der Vergangenheit zu den weltweit führenden Herstellern von elektrischen und elektronischen Geräten. Dabei blickt der Konzern auf eine lange Firmengeschichte zurück. Das Unternehmen entstand bereits 1939 durch den Zusammenschluss zweier Firmen aus dem Elektrotechnik- und Konsumgüterbereich und wuchs in den darauf folgenden Jahrzenten vor allem durch Firmenübernahmen im Bereich der Schwerindustrie. Seit 1978 firmiert der Technologie-Riese „Tokyo Shibaura Denki“ unter dem Kurznamen Toshiba. Seit den siebziger Jahren engagierte sich das Unternehmen auch im Bau von Kernkraftwerken. Der breiten Öffentlichkeit ist Toshiba allerdings in erster Linie durch seine Aktivitäten im Bereich der Unterhaltungselektronik und Chip-Technologie bekannt.

 

 

Führender Atomkraftkonzern

Risiken der Atomenergie sind spätestens seit Fukushima bekannt.

Im März 2011 erschütterte die Reaktorkatastrophe im japanischen Atomkraftwerk Fukushima-Daiichi die Welt. Wenig beeindruckt zeigte sich damals allerdings die Unternehmensleitung von Toshiba. Diese bekannte sich weiter uneingeschränkt zur Kernkraft als Energieerzeugung der Wahl. Schließlich werde dabei kaum CO2 erzeugt und zudem preisgünstig Strom produziert. Mögliche Unfälle müsse man dabei eben in Kauf nehmen.

 

Nachdem das US-amerikanische Unternehmen General Electric (GE) Ende der sechziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts die ersten beiden Reaktorblöcke in Fukushima gebaut hatte, ging der Ausbau in den folgenden Jahren unter japanischer Führung weiter. Block 3 von Fukushima-Daiichi wurde Ende 1970 von Toshiba errichtet, ebenso wie die meisten japanischen Atommeiler an anderen Standorten. Das Geschäft lief, Toshiba setzte auch in den folgenden Jahren auf Atom, baute das Geschäftsfeld weiter aus und kaufte in diesem Bereich Unternehmen zu. Anfang des Jahres 2006 übernahm Toshiba für 5,4 Milliarden Dollar den US-Kraftwerksanbieter Westinghouse Electric.

 

Westinghouse befand sich seit 1998 im Besitz des britischen Staatskonzerns British Nucelar Fuels plc. (BNFL), unter anderem Betreiber des Atomkraftwerks Sellafield, das durch die Brandkatastrophe 1957 und zahlreiche folgende nukleare Störfälle unrühmlich Bekanntheit erlangt hatte.

 

Toshiba gelang es, sich in einem monatelangen Bieterstreit um Westinghouse gegen die seine Mitbewerber GE und das japanische Unternehmen Mitsbubishi Heavy Industries durchzusetzen. Westinghouse verzeichnet zum Zeitpunkt der Übernahme einen Jahresumsatz von 1,9 Milliarden US-Dollar. Das Unternehmen verfügte über 34 Betriebe mit rund 8.000 Mitarbeitern in 14 Ländern. Wie Toshiba blickte Westinghouse bereits auf eine lange Firmengeschichte zurück, die Ende des 19. Jahrhunderts in den USA ihren Anfang nahm. Als aufstrebendes Elektronikunternehmen hielt Westinghouse das Patent für Wechselstromübertragung, engagierte sich im Bau von Elektrofahrzeugen und zählte prominente Forscher wie Nikola Tesla zu ihren frühen Mitarbeitern. In den fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts lieferte Westinghouse das Konzept für Kernkraftwerke mit Druckwasserreaktoren und stieg zu einem führenden Nuklear-Unternehmen auf. Bis zur Übernahme durch Toshiba hatte Westinghouse fast 100 Atommeiler geliefert.

 

Mit der erfolgreichen Akquise von Westinghouse avancierte Toshiba zum weltweit führenden Atomkraft-Konzern.

 

 

Die Zeichen der Zeit erkennen: Ende des Atomzeitalters einläuten

Dass 2006 ein vergleichsweise hoher Preis für Westinghouse erzielt werden konnte, hängt Branchenkennern zufolge mit der Spekulation auf eine wachsende Nachfrage nach Atomkraftwerken zu diesem Zeitpunkt zusammen. Toshiba habe zum einen mit Aufträgen aus den USA und dem europäischen Markt gerechnet, zum anderen kalkulierte das Unternehmen auch mit Aufträgen aus China und weiteren Staaten Asiens.

 

Erneuerbare Energien lösen Atromkraftwerke ab.

Der Reaktorunfall am 11. März in Fukushima fünf Jahre später läutete den Anfang des Endes des weltweiten Atomzeitalters ein: Aufgrund eines Erdbebens und eines folgenden Tsunamis kam es zu einer Explosion im japanischen Atomkraftwerk Fukushima I. Die Ereignisse führten zu mehreren Kernschmelzen. Die Reaktorblöcke 1 bis 4 wurden zerstört. Dabei wurden erhebliche Mengen an Radioaktivität freigesetzt und Luft, Boden und Meer kontaminiert. Das Ausmaß der Strahlenbelastung wird auf das Doppelte der atomaren Verseuchung nach dem Super-Gau von Tschernobyl im April 1986 geschätzt. Rund 170.000 Einwohner rund um Fukushima mussten umgesiedelt werden. Das gesamte Ausmaß des – nach der internationalen Bewertungsskala für nukleare Ereignisse – „katastrophalen Unfalls“ lässt sich nicht exakt bemessen.

 

International ließ jedoch die einstmalige Begeisterung für Atomenergie merklich nach. In Japan wurden die laufenden Planungen für den Bau von Kernkraftwerken erneut geprüft, mehrere Kernkraftbetreiber legten ihre Projekte auf Eis. Darüber wurde die nationale Atomaufsichtsbehörde vom Wirtschaftsministerium getrennt. Dieses hatte die Atomenergie im Land stark gefördert. Seit 2012 ist die Aufsicht im Umweltministerium angesiedelt. Darüber hinaus wandelte sich die gesellschaftliche Einstellung in Japan. Erstmals kam es zu nennenswerten Protesten gegen die Kernenergie. Umfragen zufolge stieg die Ablehnung von Atomenergie in der Bevölkerung rasant auf fast 50 Prozent. Eine stärkere Nutzung Erneuerbarer Energien rückte zunehmend in den Mittelpunkt der politischen Diskussion.

 

Innerhalb der Europäischen Union wurden unter dem Einfluss von Fukushima freiwillige Stresstests im allen Atomkraftwerksbetreibern vereinbart. Im Abschlussbericht wurde nahezu allen europäischen Atomkraftwerken Sicherheitsmängel und Defekte bescheinigt.

 

In Deutschland entstand eine Debatte über die weitere Nutzung der Atomenergie und die Laufzeiten der laufenden Kernkraftwerke. Bereits im Juni 2011 wurde der völlige Ausstieg aus der Kernenergie bis 2022 verabschiedet. Im weiteren Verlauf wurde die Energiewende in Deutschland beschlossen. Entsprechend sollen Erneuerbare Energien als bezahlbare Alternative zur Atomenergie gefördert werden. Bis zum Jahr 2025 sollen dann Sonne, Wind und andere regenerative Quellen mindestens 40 Prozent der Stromversorgung ausmachen. Außerdem soll Energie effizienter genutzt werden. Im Zuge dieser Zielsetzungen wird beispielsweise die energetische Sanierung von Gebäuden sowie die Mobilität mit Elektrofahrzeugen mit speziellen Programmen gefördert. Die Energiewende stößt innerhalb der Bevölkerung auf breite Akzeptanz, der Anteil der Kernkraftgegner beträgt immerhin rund 70 Prozent.

 

 

Zwischenschritt: Die Sowohl-als-auch-Politik

Weltweit fielen die Reaktionen unterschiedlich aus. Die Volksrepublik China fror 2011 die Genehmigungsverfahren für seine geplanten Kernkraftwerke vorübergehend ein. Mittlerweile investiert das Land jedoch wieder massiv in die Kernenergie

 

Allerdings ist der Energiebedarf der aufstrebenden Wirtschaftsmacht enorm. Das Land schickt sich gleichzeitig an, weltweit eine führende Rolle im Ausbau der Erneuerbaren Energien zu spielen.

 

Dieses Verhalten ist durchaus beispielhaft. Auch viele weitere Staaten haben sich noch nicht von der Kernkraft verabschiedet. Erneuerbare Energien haben sich jedoch zeitgleich zu einer ernstzunehmenden Alternative entwickelt.

 

 

Toshiba auf Talfahrt

Toshiba hat es den Stecker gezogen.

Toshibas Talfahrt macht sich bereits seit einigen Jahren bemerkbar. Vor zwei Jahren wurde bekannt, dass das Unternehmen regelmäßig zu hohe Gewinne ausgewiesen. In der Folge vermeldete das Unternehmen Milliardenverluste und musste bereits rund 7.000 Stellen streichen. Nun stehen mehr als 100.000 Arbeitsplätze allein in Japan auf dem Spiel. Der aktuelle Quartalsbericht wies Verluste in Höhe von rund 4,7 Milliarden Euro für die vergangenen neuen Monate aus, für das Gesamtjahr werden Verluste von bis zu 8,4 Milliarden Euro erwartet.

 

2016 trennte sich Toshiba vom Bereich Medical Systems sowie von seinen Hausgeräten. Aktuell hat darüber hinaus eine außerordentliche Hauptversammlung die Abspaltung des Geschäfts mit Speicher-Chips beschlossen. Für diesen Unternehmensbereich interessieren sich bereits mehrere Mitbewerber. Das höchste Gebot soll derzeit vom taiwanesischen Elektronikhersteller Foxconn vorliegen. Die japanische Regierung fürchtet nun auch um die strategisch bedeutsame Technologie-Expertise des Landes und versucht heimische Investoren zum Bieten zu bringen.

 

Abzuwarten bleibt, ob Toshiba mit seinem Ausverkauf die drohende Insolvenz abwenden kann. Toshiba selbst äußerte bereits Zweifel an der Rettung des Unternehmens, Finanzanalysten dagegen halten das angeschlagene Unternehmen zu groß und bedeutend zum Scheitern und gehen davon aus, dass gegebenenfalls der japanische Staat eingreifen wird.

 

Abschreibungen in Höhe von mehreren Milliarden US-Dollar haben das Eigenkapital des Unternehmens stark angegriffen. Die Abschreibungen mussten für die von Westinghouse übernommene CB&I-Tochter Stone & Webster vollzogen werden, die als Konsortialpartner beim Bau und Rückbau von Kernkraftwerken fungierte. Die Beteiligungen am Bau von Atomkraftwerken im Südosten der USA hatte zu massiven finanziellen Schwierigkeiten geführt, so dass am 29. März das offizielle Insolvenzverfahren gegen Westinghouse eingeleitet wurde. Ursachen liegen möglicherweise auch in einer mangelnden Routine im Bau von Atomraftwerken. Ohne eingespielte Lieferketten kommt es rasch zu Verzögerungen und entsprechend zu Verteuerungen. Bereits vor dem endgültigen Aus der Toshiba-Tochter hatte das Unternehmen beschlossen, aus wirtschaftlichen Gründen den Bau neuer Atomkraftwerke einzustellen.

 

US-Energieexperte Richard Nephew vom Center on Global Energy Policy der Columbia Universität sieht – laut New York Times – in Westinghouse einen Präzedenzfall für Unternehmen aus dem Bereich der Atomenergie, die durch das steigende Angebot an kostengünstigen Erneuerbaren Energien hohe Verluste in Kauf nehmen müssen.

 

Für diese Annahme spricht, dass auch der französische Bauer von Atomkraftwerken, Areva, in ähnlichen Schwierigkeiten steckt. Der Staatskonzern musste ebenfalls in den letzten Jahren hohe finanzielle Verluste verkraften und hinkt beim Bau eines Reaktors Flamanville im Westen Frankreichs in der Fertigstellung bereits mehrere Jahre hinterher. Auch die einstmals veranschlagten Kosten haben sich mittlerweile verdreifacht. Seit 2016 gehört Areva zum ebenfalls staatlichen Energiekonzern EDF, der auch für den Bau des umstrittenen neuen Atomkraftwerks Hinkley Point C in Großbritannien verantwortlich zeichnet.

 

 

Erneuerbare Energien – eine echte Alternative

Energieexperte  Fell sieht das Ende der Atom-Ära gekommen.

Energieexperte Hans-Josef Fell, Präsident der Energy Watch Group (EWG) sieht im Beispiel der Areva-Rettung nicht nur ein Festhalten des Staates an einer überkommenen Atompolitik, sondern auch eine ruinöse staatliche Haushaltspolitik. Schließlich lassen sich Erneuerbare Energien sauber, sicher und kostengünstig produzieren.

 

Kritiker haben bereits seit den fünfziger Jahren immer wieder auf die Risiken und unumkehrbaren Folgen der Atomenergie hingewiesen. Dennoch bedurfte es mit Fukushima einer mächtigen Katastrophe in einer hochentwickelten Industrienation, um endlich gezielt klima- und umweltfreundliche Energiegewinnung voranzubringen.

 

Der Fall von Toshiba zeigt, dass Unternehmen mehr denn je gefordert sind, die Zeichen der Zeit frühzeitig und richtig zu deuten. Investitionen in Anlagen die Unternehmen aus dem Bereich der Atomenergieerzeugung beinhalten, wie dies bei konventionellen Aktienfonds häufig der Fall ist, bergen damit in diesem Bereich höhere Risiken. Alternativen im ethisch-ökologischen Bereich stehen umfassend zur Verfügung. Grünes Geld, Experte für nachhaltige Geldanlagen, bietet seinen Kunden eine breite Auswahl an lukrativen Investments in Erneuerbare Energien.

 

 

 

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Carmen Junker

Verfasser des Beitrages: Carmen Junker ist Gründerin der Grünes Geld GmbH und Geschäftsführerin der Grünes Geld GmbH. Carmen Junker:“ Ein Grund mein berufliches Wirken speziell auf die Nachhaltige Geldanlage auszurichten ist, die Welt ein Stück positiver zu gestalten mit den Mitteln und Kenntnissen die mir zur Verfügung stehen. Aus der Verantwortung für die kommende Generation und weil ich selbst noch einige Jahre auf diesem schönen Planeten verbringen möchte“.

 

 

 

Fukushima: 5. Jahrestag

Freitag, 11. März 2016

Am 11. März 2016 jährte sich die Nuklearkatastrophe von Fukushima zum 5. mal. Die Flutwelle am 11. März 2011 veränderte die Welt, sowohl in Japan als auch in Deutschland. Endlich hat ein Teil der Menschheit verstanden, dass Atomenergie keine Lösung ist. Neben den täglichen Gefahren gibt es weiterhin kein Atommüll-Endlager.

 

 

 

Franz Alt, bekannter Fernsehmoderator politischer Sendungen, hat ausgerechnet, dass alleine die Kosten für einen Pförtner, der den Atommüll 1 Million Jahre bewachen müsste, höher wären als das gesamte weltweite Geldvermögen. 1 Pförtner! Das zeigt deutlich die Dimensionen auf.

 

 

 

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Atomkraftwerk Fukushima Daiichi nach der Katastrophe

 

 

Was geschah am 11. März 2011 in Japan?

Auslöser der Katastrophe war ein Erdbeben auf dem Meeresboden, in dessen Folge sich eine riesige Flutwelle bildete. Am Nachmittag des 11. März 2011 erreichte der Tsunami die Ostküste Japans und zerstörte zahlreiche Gebäude und Einrichtungen. Insgesamt starben am Tsunami und seinen Folgen bisher 18.000 Menschen. Wir von Grünes Geld haben umfänglich in unserem Blog berichtet.

 

In Fukushima wird auch das Atomkraftwerk Fukushima Daiichi zerstört, in drei Reaktorblöcken kommt es zur Kernschmelze. Der Unfall wird in die schwerste Kategorie 7, so wie zuvor das Atomunglück in Tschernobyl, eingeordnet. Große Mengen an radioaktivem Material – unter anderem etwa 15 EBq Xe-133, also etwas mehr als das Doppelte von Tschernobyl, und ca. 36 PBq Cs-137, also ca. 42 % der Cs-137 Emission von Tschernobyl – wurden freigesetzt und kontaminierten Luft, Böden, Wasser und Nahrungsmittel in der land- und meerseitigen Umgebung.

 

Der aktuelle Stand in Fukushima kann auf der Seite der internationalen Atomenergiebehörde abgerufen werden.

 

Die Umgebung in einem Radius von 30 km wird auf unabsehbare Zeit verstrahlt, etwas 160.000 Menschen müssen umgesiedelt werden.

 

Rund 50 Atommeiler in Japan werden abgeschaltet, die Energieversorgung des Landes wird kurzfristig auf importiertes Öl und Gas umgestellt. Die japanische Regierung will die Meiler prüfen lassen und wieder ans Netz nehmen. Bis dato waren 4 Meiler schon wieder in Betrieb. Einer aber schaltete sich drei Tage nach dem Start selbst wieder ab, bei einem weiteren musste der Betreiber einem Gerichtsurteil folgen, und ebenfalls wieder vom Netz gehen. Das Gericht hatte Sicherheitsbedenken.

 

 

Was geschah in der Folge in Deutschland?

Der März 2011 muss in Deutschland im Zusammenhang mit 30 Jahren Atomkraft-Diskussion gesehen werden. Seit den 1970er Jahren wurde die Atomkraft von zunehmenden Kreisen in der Bevölkerung, begleitet vom Aufstieg der Partei der Grünen, kritisch gesehen.

 

Bereits 2000 / 2001 erfolgte unter Rot-Grün der Ausstieg aus der Atomenergie mit einem geplanten letzten Abschalten eines Meilers im Jahre 2020. Dieser gefeierte Beschluss wurde von der früheren Umweltministerin Angela Merkel dann am 28. Oktober 2010 wieder rückgängig gemacht.

 

Nur wenige Monate später, im April 2011 verkündet Kanzlerin Merkel, dass das Unglück in Fukushima auch ihre Sichtweise geändert hätte. Während man Tschernobyl als Unfall in einem technisch weniger ausgereiften Reaktor einstufen konnte, war der GAU von Fukushima der Beweis, dass auch führende Industrienationen wie Japan die Kernenergie nicht endgültig beherrschen konnten.

 

Insgesamt sollen nach den aktuellen Plänen der Bundesregierung die erneuerbaren Energien 40 bis 45 Prozent der Stromerzeugung im Jahr 2025 übernehmen, und 55 bis 60 Prozent im Jahr 2035.

 

Im Jahr 2015 lag der Anteil der erneuerbaren Energien am Strommix der Bundesrepublik Deutschland bei 32,6 Prozent. Das liegt oberhalb der ursprünglich für 2015 geplanten 27,9 Prozent. Trotzdem spricht das Institut der deutschen Wirtschaft nur von einem teilweisen Erfolg, da die Emissionsziele verfehlt wurden (es wurde Atomkraft durch Kohle ersetzt) und der Anstieg des Strompreises zu hoch sei.

 

 

 

 

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Portraitfoto Gerd Junker Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.

Eine Bremse für die Energiewende?

Freitag, 18. Oktober 2013

Die EEG-Umlage steigt. Der Unmut über Windräder, die die Landschaft verschandeln, wächst. Energiekonzerne melden die Schließung von unrentablen Kohle- oder Gaskraftwerken an. Braucht die Energiewende eine Bremse? Muss die Politik umdenken? Ja, das sollte sie durchaus – indem sie endlich einen ehrlichen, konsequenten Weg beschreitet! Ein Plädoyer für die Energiewende.

 

Hat die EEG-Umlage ausgedient?

 

Der Ausbau der Erneuerbaren Energien wird durch die EEG-Umlage finanziert. Der Strom aus geförderten Projekten wird mit einem festgeschriebenen Preis pro kWh gefördert. Das Paradoxe an dieser Situation ist, dass Ökostrom an der Börse derzeit so günstig wie noch nie gehandelt wird. Die steigende Differenz zu dem festgeschriebenen Förderpreis wird eben durch die EEG-Umlage gedeckelt. Diese hat der Verbraucher zu tragen. Doch wie verteilt sich der Stromverbrauch in Deutschland und wer zahlt wirklich die EEG-Umlage?

 

2011 sah die Aufteilung des deutschen Stromverbrauchs folgendermaßen aus:

 

Stromverbrauch nach Verbrauchergruppen f. Blog

 

Fast 50 % des Stromverbrauches wird also alleine durch die Industrie verursacht. Doch ausgerechnet diese profitiert massiv von Sonderregelungen, welche bewirken, dass eine große Anzahl an Firmen komplett befreit werden. Stellten 2012 erst 822 Firmen einen entsprechenden Antrag zur Befreiung von der EEG-Umlage, so waren es 2013 schon 2055. Für 1.716 Unternehmen wurde der Antrag genehmigt. Und für das Jahr 2014 haben bereits fast 2.400 Industriebetriebe ebendies beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle beantragt – und bislang hat der überwiegende Teil der Antragssteller die beantragten Vergünstigungen am Ende erhalten. Sinn und Zweck dieser Befreiung war ursprünglich, dass stromintensive Unternehmen, die international agieren auch konkurrenzfähig bleiben. Auf der Liste der befreiten Unternehmen befinden sich aber inzwischen vornehmlich auch Milchbetriebe, Mastanlagen, Schlachthöfe, oder Tierfuttermittelhersteller. Je mehr Ausnahmen es gibt, umso mehr Kosten müssen also von den übrigen Verbrauchern übernommen werden. Für 2013 gehen 23 % der EEG-Umlage in Höhe von 5,27 Cent pro kWh inzwischen auf das Konto der zunehmenden Industrieförderung. Das ist ein Anstieg in Höhe von 33 % im Vergleich zu 2012. Die reinen Förderkosten für Erneuerbare-Energien-Anlagen betragen für 2013 lediglich 2,29 Cent pro kWh aus und dieser Bestandteil erhöht sich somit im Vergleich zu 2012 nur um knapp 0,2 Cent pro kWh (knapp 11 %). Der Zubau der Erneuerbare-Energien-Anlagen kann also nicht in erster Linie für den Anstieg der EEG-Umlage verantwortlich gemacht werden.

 

Ist die EEG-Umlage also ein überaltertes Instrument zur Steuerung der Energiewende? Immerhin hat diese Förderung dazu beigetragen, dass der Anteil an Strom durch erneuerbare Energien von 6,4 % im Jahr 2000 auf bereits 25 % im Jahr 2012 (Stand 1. Halbjahr) angewachsen ist. Das ist ein Erfolg, den man nicht von der Hand weisen kann. Damit das EEG allerdings weiterhin eine breite Akzeptanz in der Bevölkerung erfährt, ist es wichtig diese auch über die Zusammensetzung der Abgabe transparent zu informieren und die Industrie stärker an den Kosten zu beteiligen, bzw. die Kriterien für Ausnahmeregelungen deutlich strenger anzuwenden.

 

Energiewende light?

 

Die Stimmen derer, die die Energiewende abbremsen wollen, werden immer lauter. Man müsse abwarten, bis die Techniken und Speichermöglichkeiten ausgereifter oder die Netze besser ausgebaut sind. Ein weiterer Zubau an Erneuerbaren Energien wäre nicht verkraftbar. Doch welche Interessen stecken hinter solchen Aussagen? Ist es wirklich die Angst um eine Fehlentwicklung in der Energiewende, oder stecken vielleicht eher wirtschaftliche Bedenken dahinter? Dürfen uns solche Bedenken dazu verleiten, das Risiko eines GAU wie in Fukushima oder Tschernobyl einzugehen oder durch zunehmenden Braunkohleabbau ganze Landschaften zu zerstören um anschließend Kraftwerke damit anzuheizen? Die Antwort liegt wahrscheinlich irgendwo dazwischen. Aber der weiterführende Ausbau an Erneuerbaren-Energien-Anlagen ist wichtig und richtig um auch technische Innovationen voranzutreiben. Bürger müssen weiterhin an dieser Entwicklung beteiligt und die dezentrale Stromversorgung gefördert werden.

 

Windräder und Solaranlagen sind wohl ein angenehmerer Blickfang als der Braunkohletagebau oder Atomkraftwerke*

Windräder und Solaranlagen sind ein angenehmerer Blickfang als der Braunkohletagebau oder Atomkraftwerke*

 

Der Plan zum Atomausstieg ist sicher auch richtig, denn wie man an den aktuellen Meldungen zu Fukushima sieht, ist der größte Unsicherheitsfaktor in solchen Anlagen der Mensch. Ein Bedienfehler nach dem anderen sorgt für beständige Meldungen zu Zwischenfällen in der Reaktor-Ruine. Bis wir in der Lage sind, uns zu 100 % mit Strom aus regenerativen Energien zu versorgen gilt es vorallem, Ressourcen und Umwelt zu schonen und auch den Stromverbrauch zu reduzieren. Wir leben in einer hochtechnisierten Welt, in der es selbstverständlich ist, dass uns Strom zu jeder Gelegenheit und zu jedem Zeitpunkt zur Verfügung steht. Auch hier gilt mal wieder, dass der Verbraucher mit seiner Nachfrage das Angebot bestimmt. Packen wir es an – für eine saubere Zukunft! Denn die Energiewende braucht keine Bremse.

 

 

 

 

 

*Bildquelle (von links nach rechts und oben nach unten): Camillo, Markus Lorch, Petra Bork, Rainer Sturm (alle pixelio.de)

 

Verfasser des Beitrages

Jasmin Messina-Hamann unterstützt die Grünes Geld GmbH als Berater-Assistentin. Jasmin Messina-Hamann:”Ich freue mich, dass ich – neben meinem persönlichen Engagement (z. B. bei Greenpeace) – beruflich meinen Teil dazu beitragen kann, dass Nachhaltigkeit auch in der Finanzbranche kein Fremdwort mehr ist. Die Macht des eingesetzten Kapitals kann die Welt zum positiven verändern.”

Fukushima–zwei Jahre danach

Freitag, 15. März 2013
Am vergangenen Montag jährte es sich zum zweiten Mal. Das Beben am 11.03.2011 in der Tiefsee vor Japan, das zunächst das Land erschütterte, anschließend mit kaum gekannter Gewalt einen Tsunami über Teile des Landes jagte und danach auch die ganze Welt bewegte. Das wahre Ausmaß dieses Ereignisses wurde uns erst nach und nach bewusst. Und dann nach einigen Stunden auch noch die Meldung, dass ausgelöst durch den Tsunami die Gefahr eines Reaktorunfalls im Atomkraftwerk Daiichi bei Fukushima bestand. Plötzlich blickte die ganze Welt gespannt nach Fukushima. Die Behörden wiegelten ab, dass alles unter Kontrolle sei und keine Kernschmelze zu befürchten wäre. Doch die Bilder, die von den zerstörten Reaktoren um den Globus gingen, sprachen eine andere Sprache. Heute wissen wir, dass durch eine Verkettung von unglücklichen Ereignissen, ausgelöst durch das Beben und zuletzt durch menschliche Bedienungsfehler der Notfallkühlsysteme, eine Serie von Unfällen erfolgte, die dazu führte, dass die Blöcke 1 bis 4 des Kraftwerkes zerstört wurden und durch eine Kernschmelze eine erhebliche Menge an Radioaktivität freigesetzt wurde.
 
Fast 20.000 Menschen starben in Folge des Bebens und mehr als 100.000 Menschen mussten ihre Heimat verlassen. Dieses Unglück hat uns alle bewegt und bestürzt und viele Veränderungen hervorgerufen – auch hier in Deutschland. Die wachsende Angst der Bevölkerung eines Atomunfalles in einer der Anlagen der Bundesrepublik trieb die Menschen auf die Straße. Schließlich war Tschernobyl bei den meisten noch längst nicht aus der Erinnerung verdrängt. Und somit wurde unter dem wachsenden Druck eine große Kehrtwende in der Politik beschlossen. Hatte nicht die Regierung unter Führung von Angelika Merkel erst im Jahr zuvor den Ausstieg aus dem Ausstieg aus der Atomkraft beschlossen, so wurde nach einem Atom-Moratorium im Mai 2011 beschlossen, 8 Kernkraftwerke in Deutschland endgültig vom Netz zu nehmen und bis 2022 komplett aus der Atomkraft auszusteigen. Die Energiewende nahm wieder Fahrt auf. Investitionen in die Atomindustrie gerieten in die Kritik und Anlagen in erneuerbare Energien stiegen an. Doch wie sieht es heute aus?
 
Ausgelöst durch das Beben entwickelte der Tsunami eine zerstörerische Kraft ungeahnten Ausmaßes.

Ausgelöst durch das Beben entwickelte der Tsunami eine zerstörerische Kraft ungeahnten Ausmaßes.

 
Schleppender Wiederaufbau
 
Die Trümmer in Japan sind nahezu beseitigt  doch der Wiederaufbau stockt. Laut Angaben in den japanischen Medien sind erst 5 Prozent wiederaufgebaut. Gerade in den ländlichen Gebieten jenseits der Hauptinfrastruktur, die am schwersten vom Tsunami betroffen waren, kommt der Prozess nur schwer in Gang. Die Behörden möchten die Gelegenheit zum längst überfälligen Strukturwandel nutzen und die Neuansiedelung in höher gelegene Gebiete vornehmen. Die vornehmlich ältere Bevölkerung in diesen ländlichen Lagen möchte aber möglichst wenig ändern. Das führt zu Konflikten und Verzögerungen. Neue Baugenehmigungen zu nah an der Küste werden nicht erteilt. Wessen Haus der Katastrophe allerdings standhielt, den kann man nicht zu einem Umzug zwingen.
 
In der Evakuierungszone rund um den Unglücksreaktor beginnen die Dekontaminierungsarbeiten. Der Staat hat veranlasst, das Erdreich großflächig mindestens 5 cm tief abzutragen und Blätter und Gras aufzusammeln. Da es für dieses Material kein Zwischenlager gibt, sammeln sich zu tausenden schwarze Säcke auf Feldern, Höfen oder an Straßenrändern und bilden so kleine Atommüllhalden. Wo kein schweres Gerät zur Verfügung steht, sieht man Menschen, die mit Papiertüchern Häuser abwischen. Teilweise wird den Menschen tagsüber eine Rückkehr in die Evakuierungszonen erlaubt. Kritiker vermuten, dass die Regierung damit den Widerstand der Bevölkerung gegen das Wiederanfahren der abgeschalteten Atomkraftwerke aufweichen will. Weiterhin könnten so die enormen Entschädigungsansprüche gesenkt werden. Nach dem Unglück von Fukushima wurden sämtliche Reaktoren heruntergefahren. Aktuell sind von den 50 Anlagen im Land nur zwei in Betrieb. Die Regierung Japans verkündete im September 2012, dass Japan bis zum Ende der 2030er Jahre vollständig aus der Atomenergie aussteigen will. Die neue Regierung machte diese Ankündigung allerdings rückgängig und möchte – wie der neue Regierungschef Abe beteuert –  mit den striktesten Sicherheitsstandards der Welt weiterhin auf Energie aus Atomkraft setzen. Die Anti-Atom-Aktivisten Japans hoffen, die gewachsene Ablehnung der Bevölkerung dazu aufrecht erhalten zu können.
 
Die Ablehnung der Bevölkerung gegen die Atomkraft ist groß. (Bild dpa)

Die Ablehnung der Bevölkerung gegen die Atomkraft ist groß. (Bild dpa)

 
Die gesundheitlichen Folgen der Katastrophe sind nach wie vor kaum abzuschätzen. Allerdings ist es erschreckend, dass alleine in der Präfektur Fukushima mehr als 55.000 Kinder mit Schilddrüsenzysten und –knoten gemeldet wurden. Bei Kindern ist eine solche Veränderung der Schilddrüse als “Krebsvorstufe” anzusehen. Auch das Meer und die Lebensmittel aus der Umgebung sind weiterhin stark radioaktiv belastet. Mediziner erwarten 30.000 bis 40.000 zusätzliche Krebserkrankungen alleine durch strahlenbelastete Lebensmittel.
 
Wachsendes Bewusstsein in Deutschland
 
In Deutschland ist der Ausstieg aus der Atomenergie per 2022 zwar beschlossen, allerdings wird die Energiewende derzeit von einigen Seiten torpediert. Die erneuerbaren Energien seien verantwortlich für den Anstieg der Strompreise. Tatsächlich wird Strom aus regenerativen Quellen an der Strompreisbörse meist günstiger gehandelt als der konventionell erzeugte Strom. Teurer macht ihn dann das EEG, welches die Differenz zur festgeschriebenen Einspeisevergütung festlegt um den Ausbau der Erneuerbaren zu fördern. Allerdings sind von dieser Umlage zahlreiche Unternehmen befreit und somit erhöht sich die Last für den Privatverbraucher. Zudem geht in der Diskussion ob Strom aus Atomkraft oder aus regenerativen Energien günstiger ist, ein Punkt meist völlig unter, der bislang ungeklärt ist: die Endlagerung der hochradioaktiven Abfälle aus den Reaktoren. Können die Kosten dafür und die Auswirkungen auf die Umwelt überhaupt beziffert werden?
 
Das Bewusstsein in Deutschland hat sich seit Fukushima deutlich verändert. Nach wie vor befürwortet ein Großteil der Bevölkerung den Ausstieg aus der Kernkraft und auch die privaten Investitionen in alternative Projekte zur Stromerzeugung bzw. in Gesellschaften, die im Bereich der Energieeffizienz arbeiten, nehmen kontinuierlich zu. Anleger können anhand von Ausschlusskriterien gezielt steuern, dass Ihr Geld nicht in die Atomindustrie investiert wird. Und die vier Alternativbanken GLS, Umweltbank, EthikBank und Triodos verzichten auch vollständig auf Geschäfte in diesem Bereich – im Gegensatz zu anderen deutschen Großbanken wie die Deutsche Bank oder die HypoVereinsbank/UniCredit, die Konzerne wie zum Beispiel Areva mit Milliardenkrediten versorgen. Auch die Bundesregierung will den Bau von Atomkraftwerken im Ausland weiterhin mit Bürgschaften aus Steuergeldern unterstützen. Der bewusste Bürger hat aber durchaus die Möglichkeit, die Energiewende voranzutreiben. Das beginnt beim bewussten Verbrauch von Strom und dem Wechsel zu einem der vier echten Ökostromanbieter und geht dahin, dem Markt das Kapital für Investitionen in die Atomindustrie zu entziehen, indem man gezielt in alternative Projekte investiert. Die bewusste Kapitalanlage und Wahl der Bank, sind ein großer Schritt um Veränderungen zu bewirken.
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Verfasser des Beitrages

Jasmin Messina-Hamann unterstützt die Grünes Geld GmbH als Berater-Assistentin. Jasmin Messina-Hamann:”Ich freue mich, dass ich – neben meinem persönlichen Engagement (z. B. bei Greenpeace) – beruflich meinen Teil dazu beitragen kann, dass Nachhaltigkeit auch in der Finanzbranche kein Fremdwort mehr ist. Die Macht des eingesetzten Kapitals kann die Welt zum positiven verändern.”

Fukushima ruht nicht – unkontrollierte Kernspaltung droht

Donnerstag, 03. November 2011
Kernspaltung

Es wird vermutet, dass vergangen Dienstag hier eine Kernspaltung stattgefunden hat.

Knappe acht Monate ist es nun her, dass in Fukushima das schlimmste Atomunglück seit Tschernobyl geschah. Nun gibt es erneut eine Schocknachricht. Experten vermuten, dass es zu einer unkontrollierten Kernspaltung in einem der Reaktoren kam. Indiz dafür sind die ausgetretenen Gase Xenon 133 und Xenon 135, welche bei einer atomaren Reaktion enstehen können.

Tepco gab nun an, dass sie von Dienstag auf Mittwoch Nacht etwa zehn Tonnen Borsäure in den vermeintlichen Reaktor befördert haben.  Borsäure besitzt die Eigenschaft Neutronen zu binden, dadurch kann eine womögliche Kettenreaktion gestoppt werden. Tepco versichert jedoch, dass dieses Vorgehen eine reine Vorsichtsmaßnahme sei.

 

Hintergrund: unkontrollierte Kernspaltung

 

Bei einer Kernspaltung sorgt ein Neutron (ein neutrales Kernteilchen) dafür, dass ein Atomkern, meist von Uran, in zwei Teile gespalten wird. Es entstehen somit zwei neue leichtere Kerne. Als Nebeneffekt werden zusätzlich zwei oder drei weitere Neutronen freigesetzt. Diese können dafür sorgen, dass es zu weiteren Kernspaltungen kommt. Eine Art Kettenreaktion kann entstehen.

Kernspaltungen finden in Atomkraftwerken statt. Bei diesem Prozess wird nämlich Wärmeenergie freigesesetzt, diese wiederum kann dann in elektrische Energie umgewandelt werden. Der kritische Punkt an diesem Vorgehen ist, dass dabei radioaktive, ionisierende Strahlung und radioaktive Spaltprodukte entstehen. Aufgrund der beschädigten Reaktoren in Fukushima ist es daher dringend erforderlich Kernspaltungen zu unterbinden, damit nicht noch mehr radioaktive Strahlung in die Umwelt gelangt.

 

Wenn  Sie auch dafür sind, dass Atomenergie abgeschafft werden sollte, dann investieren Sie in Erneuerbare Energienfonds wie beispielsweise einem Solarfonds. Nur wenn in Erneuerbare Energien investiert wird, können diese eines Tages die Atomenergie verdrängen. Mehr Informationen zu grünen Investments finden Sie unter „Grünes Geld“.

Atomkatastrophe gibt Japan den Anlass zur Einführung von Erneuerbaren Energien

Dienstag, 06. September 2011
Naoto Kan

Besonders der ehemalige Ministerpräsident Naoto Kan hat sich für die Einführung des neuen Einspeise-Gesetzes stark gemacht.

Erfreuliches geschah am 29.08.2011 für Anleger von Solarfonds oder Windfonds. Die japanische Regierung hat ein Gesetzt zur raschen Einführung von Erneuerbaren Energien verabschiedet. Wie es der Zufall so viel will ist das Gesetz am 13. März 2011, am Tag des Atom-Unglücks, im Kabinett verabschiedet worden. Damals war das Gesetz noch ohne jegliche Chance. Nun jedoch bekam es im Parlament eine deutliche Mehrheit. Einzig und allein aufgrund der Fukushima-Katastrophe.

 

Vor 25 Jahren spielte sich ähnliches in Deutschland ab. Erst nach dem Super-Gau in Tschernobyl kam der Gedanke auf, verstärkt auf Erneuerbare Energien zu setzen. Scheinbar braucht die Menschheit stets erst eine Katastrophe als Auslöser für ein Umdenken.

 


 

Unser Tipp für ein Erneuerbare Energien FondsSonne Monatssparen 50+ Ethik

 

Projekt Sonne Monatssparen 50+ Ethik
Laufzeit täglich kündbar
Mindestanlagesumme 50 Euro
Rendite 2009: 17,58%
2010: -4,82%
Besonderheit – Sehr gute Chancen auf langfristig hohe Wertzuwächse
– Täglich kündbar- Sie helfen den Umstieg auf erneuerbare Energien aktiv zu fördern

– Berücksichtigt strenge Ethik-Kriterien bei der Wertpapier-Auswahl

 

Alle Informationen bei gruenesgeld24.de

 

 


 

Ähnlich wie in Deutschland führt das neue Gesetz dazu, dass in Japan die Solarenergie etwa zweimal so stark wie Windkraft oder Biomasse gefördert wird. Aktuell wird der Strom in Japan zu acht Prozent aus erneuerbaren Quellen gewonnen, bis 2020 sollen es aufgrund des neuen Einspeise-Gesetzes um die 25% werden. Sonnenkraft, Windstrom und Bioenergie wird in Japan somit künftig ähnlich wie in Deutschland gefördert.

 

Das Einspeise-Gesetz wird am 1. Juli 2012 in Japan in Kraft treten. Besonders Naoto Kan, der ehamalige Ministerpräsident, hat sich stark für das neue Gesetz bemüht. Für seinen Rücktritt war es sogar eine Bedingung gewesen das Gesetz einzuführen.

Solaranlage in Italien geht wie geplant ans Netz

Montag, 29. August 2011

Der CHORUS CleanTech Portfolio Fonds ist ein nachhaltiger Fonds, in dem sich Anleger an Photovoltaik-, Wind- und Wasserkraftwerken gleichzeitig beteiligen können. Die Besonderheit an diesem nachhaltigen Investment ist die breite Streuung der Gelder auf ausgewählte Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien innerhalb Deutschlands und Europa.

 

Freiflächenanlagen in Italien - Profitieren Sie nicht nur von der Rendite

Zuletzt wurde durch den Emittenten bekannt gegeben, dass am 27. Juni eine in Deutschland errichtete Windenergieanlage und am 10. August eine Solaranlage in Italien erfolgreich ans Netz gegangen sind.

 

Anleger profitieren nicht nur von den Erträgen der Anlagen, sondern auch von der langjährigen Erfahrung des Initiators mit Erneuerbaren Energien. Im Vergleich zu anderen erneuerbaren Energie Fonds besteht in diesem Fall beispielsweise kein  Projektierungs- und Baukostenrisiko, da der Fonds Festpreisvereinbarung mit erfahrenen Partnern aushandelt.

 

Die Grünes Geld GmbH greift gerne auf diese Expertise zurück und bietet im Bereich der erneuerbaren Energien bzw.  Solarprojekte ebenfalls CHORUS Produkte an. Unser Tipp: Investieren Sie mit dem CHORUS CleanTech Solar 5 Italien in ausgewählte Solaranlagen.

 

 


 

Unser Tipp für ein nachhaltiges Investment im Bereich erneuerbare Energien: CleanTech Solar 5 Italien

 


Projekt CleanTech Solar 5 Italien
Laufzeit 8 Jahre
Mindestanlagesumme 10.500 EUR
Wertentwicklung bis 2015 jährlich: 7,25%bis 2016 jährlich: 8,00% 

bis 2018 jährlich: 9,00%

Besonderheit – investiert in schlüsselfertige Solarparks in Italien- Die italienischen Einspeisevergütungen, die ebenfalls auf 20 Jahre garantiert sind, gelten als besonders sicher- Sie helfen den Ausbau der erneuerbaren Energieversorgung zu unterstützen

 

Link zum CHORUS CleanTech Solar 5

 


 

Atomausstieg kein rein deutsches Thema

Freitag, 13. Mai 2011

Deutschland hat zwar den ersten Schritt zur Energiewende getan, andere Ländern tun uns dies jedoch nun gleich, ein Umdenken setzt vielerorts ein.

 

In Italien hat 2008 der Premierminister Silvio Berlusconi den Wiedereinstieg in die Atomenergie ausgerufen. Nach der Katastrophe in Fukushima wurde die Rückkehr jedoch prompt um ein Jahr von der Regierung verschoben. Mitte April wurde schließlich sogar beschlossen, das Wiedereinstiegsgesetz komplett zu streichen.

 

Im Nachbarland Schweiz ist die Situation ähnlich wie hier in Deutschland. Sozialdemokraten und Grüne sind für einen Ausstieg aus der Atomenergie, die Liberalen und Christdemokraten sind sich jedoch noch unschlüssig. Die Regierung der Schweiz hat nach dem Japan-Unglück die Bewilligungsverfahren für drei Ersatz-Atomkraftwerke ausgesetzt und für die restlichen fünf bestehenden alten Meiler eine Sicherheitsprüfung angeordnet. Im Jahr 2014 wird wahrscheinlich eine Abstimmung stattfinden, ob in der Schweiz überhaupt noch neue Meiler errichtet werden sollen.

 


 

Unser Tipp für eine atomfreie Geldanlage: Neue Energien V Sparpläne

 


Anlage Neue Energien V Sparpläne
Laufzeit 25 Jahre
Mindestanlagesumme 5.250 Euro
Rendite 2018: 10%

2036: 15%

Besonderheit – Fördert „Erneuerbare Energien“ wie Windkraft, Solar oder Bio-Energie
– Nutzt staatlich garantierte Einspeisvergütung für kalkulierbare Einnamen

– Jetzt als Sparplan für monatliche Einzahlungen

 

 


 

Auch in Frankfreich wird zwischen den rechten und linken politischen Kräften über den weiteren Verlauf der Atomenergie diskutiert. Die Sozialisten sind für einen Ausstieg aus der „Nur-Atomkraft-Strategie“.

Die USA lässt sich von der Atom-Katastrophe recht unbeeindruckt. Zwar hat die US-Atombehörde NRC eine Sicherheitsüberprüfung für alle Atomprojekte angeordnet, die Betreiber machen jedoch ohne jegliche Veränderung weiter wie auch zuvor. In der Politik hingegen werden sich nun so langsam Gedanken über die Atomenergie gemacht.

 

Aufgrund der Planwirtschaft ist die Energiepolitik in China exakt festgeschrieben in Fünfjahresplänen. Man kann es deshalb als Überraschung betrachten, dass bereits vier Tage nach dem Reaktorunglück die chinesische Regierung alle Genehmigungsverfahren für neue Meiler auf Eis legte. Dies soll dazu dienen Zeit zu gewinnen um sich genaue Gedanken über die nächsten Schritte machen zu können.

Passt in die Zeit: Solarfonds Voigt & Collegen SolEs 23 gestartet

Dienstag, 10. Mai 2011

Das neueste Kind aus dem Düsseldorfer Investmenthaus Voigt & Coll. kommt für die Wende zu den Erneuerbaren Energien – und die ist nach Fukushima sicher – zum idealen Zeitpunkt. Denn genau jetzt ist es richtig und wichtig, voll auf Erneuerbare Energien zu setzen.

 

 

Größtes Solarkraftwerk Europas Montalto 51 aus der Luft

Größtes Solarkraftwerk Europas das Montalto 51 des Solarfonds SolEs 23 aus der Luft fotografiert

Dabei weißt der SolEs23 Besonderheiten auf. Zum einen geht es bei ihm um das größte Solarkraftwerk Europas. Es wird in den Solarpark Montalto 51 in Italien investiert. Der Solarpark ist bereits am Netz, so dass Genehmigungs-, Errichtungs- und Inbetriebnahme-Risiken weg fallen. Auch die italienische Einspeisevergütung steht bereits fest.

 

 

Dabei bietet dieses gegenüber der deutschen Einspeisevergütung einen wesentlichen Vorteil: Sie bringt eine voll Kopplung an die italienischen Strompreise und damit an die Inflation mit. Während deutsche Solarbetreiber bei den erwartet höheren Inflationsraten der nächsten Jahre weiterhin nur den niedrigen Fördersatz erhalten, freuen sich italienische Betreiber auch über steigende Preise.

 

 

 

 

 


 

Unser Tipp für Solarinvestments mit kurzer Laufzeit:  SolEs 23


Projekt SolEs 23
Laufzeit 10 Jahre
Mindestanlagesumme 10.500 Euro
Rückflüsse ab Jahr 2012: 7,5 %
Jahr 2021: 117,5 %
Besonderheiten a.) Attraktive Ausschüttungen durch staatliche Einspeisevergütung
b.) Sehr kurze Laufzeit von nur 10 Jahren
c.) Sie fördern aktiv den Umstieg auf erneuerbare Energieträger in einem sonnenreichen Land.

 

Alle Informationen Button

 


 

Und auch ökologisch bietet der SolEs 23 viel. Denn in Italien wird eine produzierte Solarzelle mit bis zu 80% mehr Sonnenenergie beschienen als in Deutschland. Es ist also ein viel interessanterer Standort für Photovoltaik-Anlagen als Deutschland. Deutschland ist ein typisches Windkraft-Land.

 

Aber auch für den Investor ist der SolEs 23 attraktiv: neben interessanten Rückflüssen ist das Projekt im Gegensatz zu den meisten 20-Jahre-Läufern auf eine Laufzeit von nur 10 Jahren ausgelegt. Der Anleger kommt also wesentlich früher wieder an sein Geld.

 

 

Fakten über das Atomkraft Unglück Tschernobyl: bis heute 200.000 Opfer

Donnerstag, 28. April 2011
AKW in Tschernobyl

Auch noch 25 Jahre nach der Atomkatastrophe ist das gesamte Land rund um Tschernobyl atomar verstrahlt.

25 Jahre sind nun schon seit der grausamen Atomkatastrophe von Tschernobyl vergangen. Viele Anwohner der Region verzehren bereits wieder Pilze oder Salate aus ihrem eigenen Garten. Nach ihrer Ansicht kann nach so vielen Jahren schließlich keine Gefahr mehr vor Radioaktivität bestehen. Ein folgeschwerer Irrtum. Das Land ist auch nach einem viertel Jahrhundert noch verstrahlt und somit auch jede dort angegebaute Nahrung. Die Folge dessen ist eine erhöhte Strahlenbelastung bei der Bevölkerung. Diese Strahlenbelastung wiederum kann zu einer tödlichen Krankheit wie beispielsweise Krebs, Schilddrüsendefekte, Herzstörungen, etc. führen.

 

Wie viele Menschen aufgrund des Super-GAUs ihr Leben verloren haben ist nicht klar definierbar, die Russische Akademie der Wissenschaften geht von ca. 200.000 Opfern aus, vermutlich ist die Anzahl jedoch noch um einiges höher.

 

Seit der Katastrophe wurden durchgehend Maßnahmen getroffen um die Sicherheit in der Ukraine zu bewahren. So wurde beispielsweise eine rießige Beton-Schicht um den Reaktor errichtet. Dennoch befürchten Experten weiterhin eine enorme Gefahr, insbesondere wegen den vielen Tonnen Atommüll, die noch immer im verantworlichen Reaktor gelagert sind. Deshalb ist nun die Errichtung eines neuen Sicherheitsbehälters in Planung. Die Kosten dafür werden 1,54 Mrd Euro betragen. Eine enorm hohe Summe, die aktuell auch noch nicht aufgebracht werden kann. Eine Finanzierungslücke von ca. 125 Mio. Euro ist aktuell noch vorhanden. Wenn alle Kosten gedeckt werden soll das Projekt bis 2015 fertiggestellt sein.

 


 

Unser Tipp für eine atomfreie Geldanlage: Einmalsparen Wachstum 2000+ Ethik

 


Anlage Einmalsparen Wachstum 2000+ Ethik
Laufzeit täglich kündbar
Mindestanlagesumme 5.00 Euro
Wertentwicklung 2009: 19,4%2010: 13,6%
Besonderheit – Sehr gute Chancen auf langfristig hohe Wertzusätze- Täglich kündbar

– Sie investieren nachhaltig

– Alle ausgewählten Nachhaltigkeitsfonds berücksichtigen strenge Ethik-Filter

 

 


 

Besonders Japan wirft aktuell einen genaueren Blick auf die Vorgehensweisen der Verantwortlichen von Tschernobyl. Schließlich wird ihnen das selbe auch noch vorbestehen. Das Ausmaß von Fukushima kann momentan zwar noch nicht genau hervorgesagt werden, dies wird erst möglich sein wenn die Reaktoren unter endgültiger Kontrolle liegen, jedoch sind die Folgen vergleichbar mit Tschernobyl.

 

Hier ein bisheriger Vergleich zwischen der Atomkatastrophe in Tschernobyl und der in Fukushima:

 

  Tschernobyl Fukushima
Radius der Evakuierung : 30km 20km (30km empfohlen)
Sperrzone: 4300km² k.A.
Evakuierte: 374.000 > 200.000
Sonstige Maßnahmen in der Sperrzone: Verbot der Lebensmittelproduktion Verbot von Fischerei und Lebensmittelproduktion