Mit ‘Green Hearts’ getaggte Artikel

CreActing und Green Hearts – eine sinnvolle Kombination

Mittwoch, 07. Juni 2017
Zusammenfassung: Wir freuen uns, dass wir wieder einmal mit einer Spende im Rahmen unseres Green Hearts Programms den Verein CreActing.net und dessen großartigen Projekte unter Leitung von Wolfgang und Andrea unterstützen können. Andrea und die Praktikantin des Vereins Liz geben uns einen Einblick in die aktuellen Entwicklungen des Vereins. Sie zeigen, dass aus einer kleinen Idee ein richtig großes und erfolgreiches Projekt werden kann.

 

 

März 2017 – Bodhgaya

 

In diesem Jahr starteten wir das Indienprojekt 2017 mit ganz neuen Voraussetzungen. Acht Spieler der Dreamcatcher hatten im Herbst 2016 die Chance nach Deutschland zu kommen und dort an einem Projekt der Kinderkulturkarawane teilzunehmen.

 

Als wir dieses Jahr für unser Indien-Projekt in Bodhgaya ankamen, schwangen die schönen Erfahrungen aus der Zeit in Deutschland immer noch mit. Es war schön zu sehen, dass die entstandenen Freundschaften trotz der großen Entfernung bestehen blieben.

Energiegeladen begannen wir an unseren großen Vorhaben zu arbeiten. In diesem Jahr möchten wir zusammen mit den Dreamcatchern eine NGO gründen. In Deutschland konnten sie als Workshopleiter wertvolle Erfahrungen sammeln, welche sie nutzten um auch in Indien die nächste Generation zum Theaterspielen zu begeistern. An der AO Zora Schule und anderen Schulen in Bodhgaya leiten die erfahrenen Spieler nun immer mehr Workshops. Vinod, Lakshman und den anderen stand die Freude ins Gesicht geschrieben, wenn sich die Kinder bei Übungen und auf der Bühne öffneten und so manches Naturtalent zum Vorschein kam. Unsere zahlreichen Tipps und unser Feedback wurde sofort im nächsten Workshop umgesetzt. Zum ersten Mal waren auch die Mädchen unter den Workshopleitern. Jyoti und Nisha traten nach ihrer Auslandserfahrung sehr selbstbewusst auf und sind damit ein großes Vorbild für ihre Altersgenossinnen.

 

Die NGO soll das neue Fundament für die Arbeit der Dreamcatcher bilden. Mit einem eigenen Verein können sie selbstbestimmt als Workshopleiter arbeiten und andere kulturelle Angebote machen. Darüber hinaus haben auch nationale und internationale Künstler die Möglichkeit sie direkt zu unterstützen und in Bodhgaya aktiv zu werden.

 

Jeden Tag arbeitetete Vinod, der den Verein als Vorsitzender leiten möchte, mit Wolfgang, Christian und anderen Helfern daran Informationen einzuholen und Kontakte herzustellen. Viele Menschen aus Bodhgaya interessieren sich für unser Vorhaben und möchten uns unterstützen. So fanden wir auch Räumlichkeiten für das Büro inklusive Dachterrasse, auf der Workshops stattfinden können.

 

 

Eine indische NGO muss von mindestens drei „Trustees“ im Alter von 21 Jahren oder älter vertreten werden. Da nur zwei der Dreamcatcher über 21 Jahre alt sind und somit als Trustee in Frage kommen, mussten wir uns auf die Suche nach einem dritten vertrauenswürdigen Mitglied machen. Das war gar nicht so einfach, denn oft müssen wir mit Vorurteilen kämpfen, dass wir letzten Endes doch nur Geld machen wollen. Leider mussten wir feststellen, dass auch die Kinder und Jugendlichen die in Deutschland waren mit Neid und Missgunst konfrontiert wurden. Um Vorurteile aus dem Weg zu räumen übersetzten wir einen Film der Kinderkulturkarawane in Hindi und zeigten diesen bei der Eröffnungsfeier der NGO zusammen mit Worten des Dalai Lama. Wir wollten zeigen, dass es uns nicht um Geld geht, sondern um die Freude am Theater, das Improvisieren auf der Bühne, das in Kontakt kommen mit sich selbst und anderen und darum Grenzen spielerisch zu überwinden – zusammengefasst: Es geht um Selbstentfaltung und Spaß. Damit dies möglich wird und wurde, trug auch das Green Hearts Programm von Grünes Geld einen Anteil.

 

Das gefällt auch Lama Kiran, der selbst weiß wie wichtig Kunst und Kultur für Kinder sind. Er begleitet unser Projekt schon länger und ist bereit unsere NGO als Trustee zu unterstützen und das obwohl er in Bodhgaya als eine der wichtigsten und geachtetsten Personen sehr beschäftigt ist. Er ist der Verwalter des Japanischen Tempels und der großen Buddhastatue, die eine der größten Attraktionen Bodhgayas darstellt. Bei den Besuchen des Dalai Lama in Bodhgaya hält er jeweils die Eröffnungsrede. Eine vertrauenswürdigere Person als ihn können wir uns kaum vorstellen.

 

Gerahmt von einer Show mit Kindern der Shanti India Schule und dem Segen Lama Kirans bleibt die Eröffnungsfeier der NGO mit dem Namen „CreActing.India“ ein unvergesslicher Moment.

Noch während unseres Aufenthalts in Bodhgaya fanden die ersten Workshops von CreActing.India statt. Wir sind gespannt, was uns nächstes Mal erwartet und freuen uns auf einen wunderbaren Austausch.

 

Für alle Leser, denen nicht mehr ganz so präsent ist, was im Herbst 2016 passierte, eine kleine Zusammenfassung des Vergangenen:

Im September 2016 war es so weit. Die Dreamcatcher reisten mit ihrer Hathi-Show im Rahmen der Kinderkulturkarawane quer durch Deutschland. Die Hathi-Show, die in den letzten Jahren des Indienprojekts entstanden ist, beschäftigt sich mit den Themen Klimawandel und lebenswichtige Ressourcen. Beides sind Dinge, die die Kinder und Jugendlichen der indischen Theatergruppe in ihrem Alltag belasten. In ihrer Heimat in Bihar wurde der Wald gerodet, um das Holz für Möbel in die Städte zu verkaufen. Dass dies schwerwiegende Folgen für das Klima und den Lebensraum vieler Tiere und der Menschen dort hat, war nicht bewusst. Seitdem die Bäume in der Region um Bodhgaya fehlen, gibt es nur noch wenige Elefanten im früheren Elefantenstaat  und die Menschen müssen mit Dürren, Nahrungsmittelknappheit und steigenden Temperaturen kämpfen.

 

Video: Ein deutsch-indisches Zusammenspiel

 

Auch wenn wir in Deutschland nicht darunter leiden, sind wir durch unseren Lebensstil mitverantwortlich für den Klimawandel und seine Folgen.

Im Projekt „creACTiv für Klimagerechtigkeit“ der Kinderkulturkarawane wurden diese Themen von Jugendlichen an Hamburger Schulen zusammen mit den Dreamcatchern  aufgearbeitet und kreativ in Szene gesetzt. Neben dem Austausch über den verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen, zeigten die Dreamcatcher als Workshopleiter ihr Können und begeisterten zum Mitspielen. Es entstanden neue Theater- und Tanzshows und die Hathi-Show wurde immer wieder durch großen Applaus gelobt. Auch in anderen Städten boten die Dreamcatcher Workshops an und es entstand ein deutsch-indisches Zusammenspiel auf verschiedenen Bühnen.

 

Nicht nur bei den Workshops entstanden neue Freundschaften, sondern auch mit den vielen verschiedenen Gastfamilien fand ein wundervoller kultureller Austausch statt. Beim Essen wurde ordentlich nachgewürzt und das Kartenspiel Mau Mau wird wohl bald auch in Indien gespielt.

Es war schön zu sehen wie junge Menschen sich mit Problemen in unserer Welt beschäftigen und auf Lösungssuche gehen. Die Jugendlichen lernen voneinander, miteinander und die Kultur des anderen kennen.  Während des Projekts wurde wieder deutlich welche große Rolle auch hierbei die Kreativität spielt. Neue Wege können so gedacht und zum ersten Mal gemeinsam gegangen werden.

 

Danke an das Team von CreActing, dass ihr so großartige Arbeit leistet. Gerne unterstützen wir weiterhin!

 

 

 

 

 

Carmen Junker

Verfasser des Beitrages: Carmen Junker ist Gründerin der Grünes Geld GmbH und Geschäftsführerin der Grünes Geld GmbH. Carmen Junker:“ Ein Grund mein berufliches Wirken speziell auf die Nachhaltige Geldanlage auszurichten ist, die Welt ein Stück positiver zu gestalten mit den Mitteln und Kenntnissen die mir zur Verfügung stehen. Aus der Verantwortung für die kommende Generation und weil ich selbst noch einige Jahre auf diesem schönen Planeten verbringen möchte“.

 

Grünes Geld Green Hearts wirken in Indien

Montag, 15. Februar 2016

Indienprojekt 2016

Gastbeitrag von Andrea Zettel und Wolfgang Schramm (creacting.net)

 

Mit einem Koffer voller green hearts im Gepäck ist das Team von CreActing.net gerade wieder in Bodhgaya, Indien, um mit den Kids aus den Dörfern Theater zu machen.

 

Dieses Jahr geht es geht darum, die Hathi-Show, die im letzten Jahr entstanden ist, erneut aufzunehmen und die Gruppe bereit zu machen für die Deutschlandtournee mit der Kinderkulturkarawane im kommenden Herbst. Dabei sollen die Dreamcatchers nicht nur ihre Aufführung zeigen, sondern auch Workshops geben und gemeinsam mit deutschen Jugendlichen die Hathi Show erneut bearbeiten. Umso erfreuter sind wir, als wir einige Tage nach unserer Ankunft erfahren, dass zwei der älteren Jungs bereits angefangen haben, eigene Theaterworkshops zu leiten.

 

Ramu unterrichtet an einer Schule Englisch und Naturwissenschaften, und gibt den Kindern Workshops in Yoga und Theater. Laxman, der vor zwei Jahren noch unbedingt von hier weg wollte um in Delhi ein neues Leben zu beginnen, ist inzwischen in sein Heimatdorf zurückgekehrt und ist stolz und glücklich, dort eine Schule mit aufzubauen. Dort hat er sogar eine Theatergruppe ins Leben gerufen, deren erste Aufführung wir heute zum Sarasvati-Feiertag gemeinsam mit 200 weiteren Zuschauern sehen durften! Laxman war total aufgeregt und hatte die ganze Bühne bis tief in die Nacht vorbereitet. Der Aufwand hat sich gelohnt, das ganze Dorf war begeistert.

Grünes Geld Green Hearts spenden Freude

 

Für unsere Hathi-Show involvieren wir wie im letzten Jahr wieder die jungen Frauen aus dem benachbarten Nähzentrum in die Gestaltung der Kostüme für die Show. Wir besprechen das Design für die Naturkräfte Feuer, Wasser, Wind und Erde, und peppen die Baum-Kostüme etwas auf. Das Nähzentrum ist eines der vielen Projekte unseres Gastgebers Siddharta, in dessen Guesthouse wir uns seit 4 Jahren jedesmal sehr wohl fühlen. Ziel des Nähzentrums ist es, jungen Frauen und Müttern eine Perspektive zu geben. Sie können dort gleichzeitig ein Handwerk lernen, gemeinsam kreativ sein und Geld verdienen. Das kommt laut Siddharta letzendlich wieder ihren Kindern zugute – zufriedene Mütter, glückliche Kinder.

 

Dieses Jahr ist die Stimmung hier sehr gut. Wir erinnern uns an das Auf und Ab der letzten Jahre und stellen fest, dass in all der Zeit seit 2008 hier ein richtiges Netzwerk gewachsen ist, in dem sich verlässliche Kontakte herauskristallisiert haben. Die Beziehung mit Nikesh, die sich vor zwei Jahren zwischenzeitlich recht schwierig gestaltet hatte, ist in diesem Jahr offen und voller gegenseitiger Unterstützung. Anup, der uns im allerersten Jahr als junger Student auf der Straße aufgelesen und zur AO Zora Schule gebracht hatte, ist inzwischen selbst Direktor an einer Schule. Wir haben dort bereits einen Workshop gemacht, und er selbst hat an einem Erwachsenenworkshop teilgenommen.

 

Auf der Straße treffen wir viele Menschen, die uns kennen, bereits einige der Shows der Dreamcatchers gesehen haben, und es richtig gut finden wenn wir erzählen, dass die Hathi Show bald nach Deutschland geht. Die Schattenseite ist, dass nur 8 Personen kommen können – und viel mehr gern kommen würden. Da gibt es natürlich auch Neid und schlechtes Gerede, und die Nachbarn reden den Eltern Ängste ein, damit sie ihre Kinder – besonders die Mädchen – lieber nicht nach Deutschland schicken. In den nächsten Tagen planen wir einen ausgiebigen Elternabend mit viel Information und Zeit für Fragen.

 

Nächste Woche läuft dann ein fünftägiger Intensivworkshop, wo die ganze Gruppe bei uns im Guesthouse übernachtet und wir schon mal üben können für Deutschland. Die Hathi-Show, die wir letztes Jahr mit 30 Kindern und einem echten Elefanten gespielt hatten, muss so geändert werden, dass sie von acht Spielern und ohne Elefant gespielt werden kann. Inhalt der Show in Kurzfassung: “Hathi! Hathi?” rufen die Mahuts (Elefantenführer) verzweifelt. Doch alle Elefanten sind verschwunden, da die Menschen den Regenwald abgeholzt haben. Ganesha, der Gott mit Elefantenkopf, erklärt ihnen, dass jedes Lebewesen seinen Lebensraum braucht: Der Fisch das Wasser, der Vogel die Luft, und der Elefant den Dschungel. Nach langen Diskussionen, was nun am besten wie zu tun sei, rufen die Mahuts “Stop talking, start planting!”, und alle helfen mit, den Regenwald wieder wachsen zu lassen.

 

Grünes Geld unterstützt

Mit dieser Show nehmen die Dreamcatchers im Herbst am einem mehrwöchigen Projekt „creACTiv für Klimagerechtigkeit“ an verschiedenen Schulen in Hamburg teil, das von der Kinderkulturkarawane organisiert wird. Darüber hinaus kann die Gruppe bei der Kinderkulturkarawane für Workshops und Aufführungen gebucht werden (www.kinderkulturkarawane.de).

 

Direkt auf der Startseite gibt es fast tägliche Blogeinträge von der Praktikantin Pauline: www.creacting.net

Wir freuen uns schon sehr darauf, unsere indischen Freunde in Deutschland zu Gast zu haben!

Ganz viele liebe Grüße und vielen Dank für eure großartige Unterstützung!

Andrea, Wolfgang & Team

Grünes Geld Green Hearts unterstützen CreActing.net – Hilfe die ankommt

Dienstag, 22. Dezember 2015

Die Grünes Geld Green Hearts wurden vor vielen Jahren ins Leben gerufen, um neben der ohnehin schon positiven Wirkung der nachhaltigen Geldanlage, eine jeweils ganz konkrete Gruppe von Menschen zu unterstützen. Wichtig ist, dass diese im Bereich der Ökologie oder des Sozialen eine besondere Hilfe für die Welt leisten.

 

Wir sind überaus erfreut dieses Jahr einen Betrag von 1.000€ an das Team von CreActing.net zu spenden. Der Betrag ist im Rahmen der Green Hearts zusammengekommen.

 

Da uns auch bei der Auswahl der durch die Green Hearts unterstützte Projekte Nachhaltigkeit wichtig ist, unterstützen wir nun schon einige Jahre CreActing.net. Wolfgang Schramm, Andrea Zettel und Team leisten wunderbare Arbeit für Kinder in Indien. Seit vielen Jahren besuchen sie für mehrere Monate Waisenkinder in Bodhgaya in Indien. Sie erarbeiten mit ihnen Theaterprojekte, die für die Kinder vor Ort eine große Entwicklungsmöglichkeit darstellen. Über viele Jahre beweisen sie, wie sich die Theaterarbeit positiv auf das Selbstwertgefühl, auf das Verantwortungsbewusstsein und die Entwicklung der Kinder auswirkt.

 

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Neben der Versorgung mit frischen Lebensmitteln erhalten die Kinder im Rahmen der Theaterprojekte von CreActing.net sämtliche notwendigen Dinge des täglichen Gebrauchs: Handtücher, Zahnbürsten, warme Decken,
Teppiche zum Sitzen, Betten, Kleidung, Schuhe. Dabei wird stets darauf geachtet, vor allem bei den kleinen Händlern und Handwerkern vor Ort einzukaufen.

 

In diesem Jahr gibt es außerdem noch eine besondere Aufgabe: Pässe und Visa für die Kids zu organisieren. Im nächsten Herbst kommen nämlich einige der Kids aus Bodhgaya mit der Kinderkulturkarawane nach Deutschland! Da könnt ihr sie dann auch mal persönlich kennenlernen.  Sie gehen mit ihrer „Hathi Show“ auf Tournee, es wird Projekte gemeinsam mit deutschen Kindern geben, und natürlich werden sie auch ein Weilchen bei Wolfgang und Andrea zu Gast sein.

 

 

Es gibt noch Vieles vorzubereiten, und wir hoffen, dass alles klappt. Gespannt sein dürfen wir schon auf Berichte aus Indien.

CreActing.net – Neues vom Indienprojekt

Mittwoch, 19. März 2014

CreActing.net berichtet vom Indienprojekt 2014:

 

Die schwierige Situation aus dem vergangenen Jahr, die wir im Blogeintrag CreActing.net – Indienprojekt 2013 beschrieben haben, hat sich in diesem Jahr komplett gewandelt. Plötzlich funktioniert die Kooperation mit der AO Zora Schule so leicht wie nie zuvor. Wir verstehen, dass das „komische Gefühl“ bezüglich der Zusammenarbeit in erster Linie von den schwierigen familiären Verhältnissen unserer Kooperationspartner her rührte, und weniger mit uns und unserer Arbeit zu tun hatten. Mittlerweile sind sowohl Direktor Nikesh als auch Theatertrainer Vinod verheiratet und haben jeweils ein Kind, was für die Inder ein sehr wichtiges Ereignis darstellt. Die beiden Männer stehen nun ganz anders im Leben. Vinod hat während unserer Abwesenheit eine Theateraufführung mit den Jungs geprobt und aufgeführt. Stolz erzählt er uns von langen Abenden intensiver Proben und einem gelungenen Auftritt am Unabhängigkeitstag. Nikesh spricht mit uns offen und ehrlich, ohne die gewohnte Übervorsichtigkeit und -höflichkeit. Von innen heraus gestärkt, begegnen die beiden Lehrer einem ebenafalls verstärkten Team aus Deutschland: Sechs Leute reisen diesmal zum Theaterprojekt nach Bodhgaya an. Nachdem schon im letzten Jahr Christian Fried aus unserem 2er-Team ein 3-er Team machte, unterstützt uns diesmal darüber hinaus auch noch eine wunderbare und hochmotivierte Praktikantin, Annika Weber, sowie unsere eigenen Theaterlehrer Dr. Annette Fried und Dr. Joachim Keller (Jogi). Durch deren frische Perspektive wird uns deutlich, wie sehr wir in den vergangenen 6 Jahren schon in Bodhgaya Fuß gefasst haben: Auf der Straße treffen wir viele Bekannte und können zum normalen Preis einkaufen, unsere Rikshafahrer sind für indische Verhältnisse ungewöhnlich pünktlich, jemand sieht unser Logo und sagt „Das kenn ich“, und in Wolfgangs Handy sind über 50 Kontakte in Bodhgaya gespeichert, die wir per SMS zum Dorfkino einladen, wo wir den Improfilm „Die Monddiebe“ aus dem letzten Jahr zeigen. Ausgestattet mit starkem LED-Beamer und mobiler Musikanlage hängen wir eine Großleinwand zwischen zwei Palmen. Die jungen Schauspieler sind zutiefst berührt und beglückt, so vom ganzen Dorf gesehen zu werden.

Die umliegenden Schulen kennen unsere Projekte und möchten mit uns zusammenarbeiten. Ein starkes Team und gewachsene Partnerschaften vor Ort – mit dieser Mischung überschlagen sich die Ideen und Möglichkeiten.

 

Wie immer mangelt es materiell gesehen an allem, hier in den ärmsten Dörfern Bihars, der ärmsten Region Indiens. Und wie immer statten wir die Kinder und die Schulen während unseres Aufenthalts mit dem Notwendigsten aus, soweit wir können: Teller, Eßschalen und Besteck, Teppiche, Kleidung, Schuhe, Decken, Handtücher und reichlich frische Lebensmittel. Wir staunen, wieviel die teilweise unterernährten Kinder essen können – beim ersten Workshop reicht das Essen nur knapp – für das Team bleibt nichts übrig. Ab da planen wir mit der doppelten Menge.

 

Während wir im letzten Jahr intensiv mit den Waisenjungs der AO Zora Schule arbeiteten, gelingt es in diesem Jahr wieder, zahlreiche Mädchen für das Projekt zu gewinnen – auch wenn einige von ihren Eltern leider keine Erlaubnis bekommen. Schließlich startet das Projekt mit 26 Kindern aus 4 verschiedenen Schulen. Die Jungs, z.T. mittlerweile mit 6 Jahren Theatererfahrung, brillieren mit beeindruckender Spielfähigkeit und Präsenz auf der Bühne. Sie ziehen das Projekt so stark mit, dass die Neueinsteiger innerhalb kürzester Zeit aufholen können. Auch für einige Mädchen gibt es Hauptrollen in der Show „Sternschnuppen-Sarasvati“, die wir 4 mal aufführen und viele Zuschauer glücklich machen.

 

Für den weiteren Verlauf des Jahres möchten wir Vinod ein Gehalt bezahlen, so dass er seine selbstständige Workshoptätigkeit ausbauen kann und die Dorfkinder das ganze Jahr über von den Theaterworkshops profitieren können. Ferner suchen wir nach Sponsoren, die die Ausbildungsfinanzierung der drei ältestens Jungs übernehmen möchten. Ramu, Lakshman und Mukesh machen gerade ihren Schulabschluss und möchten dann Krankenpfleger werden. Neben ihrem Studium möchten sie Vinod bei den Theaterworkshops unterstützen und als Multiplikatoren auch beginnen, selbst Workshops für Kinder zu leiten.

 

Für weitere Eindrücke:

Unsere 19-jährige Praktikantin Annika hat einen wunderschönen Blog über ihre Erfahrungen mit Indien, den Kindern und der Armut geschrieben. Er ist noch eine Weile auf der Startseite von CreActing.net zu finden. Jogis ca. 100-seitiger Bericht wird in den kommenden Wochen in gebundener Form bei uns erhältlich sein.

 

Wir danken den Menschen hinter Grünes Geld und allen weiteren Spendern ganz herzlich für die Unterstützung dieses Herzensprojekts!

 

 

 Vertrauensübung beim Theaterworkshop

 

 

Weihnachtsgrüße aus Indien

Mittwoch, 25. Dezember 2013

 

Gib jedem Tag die Chance, der schönste Deines Lebens zu werden!

Die Waisenkinder aus dem Indienprojekt von CreActing.net (unterstützt vom Green Hearts Programm) schicken ihre Weihnachtsgrüße nach Deutschland!
Auch das Team von CreActing wünscht Ihnen allen viele „schönste Tage“ – jetzt und im kommenden Jahr. Ebenso möchten wir den Waisenkindern in Bodhgaya viele glückliche Tage bescheren. Dafür sind wir diesmal vom 25.1.-6.3.2014 mit einem um 300% gewachsenen Team unterwegs und haben viel vor: In einem Theatercamp möchten wir Kinder aus verschiedenen Schichten zusammenbringen und anschließend mit einem gemeinsam erarbeiteten Stück auf Tournee in der Region gehen. Dafür brauchen wir noch Unterstützung in Form von Rupien oder Euros – jeder Cent kommt direkt bei den Kindern an. Alle Helfer kommen für ihre Kosten selbst auf und engagieren sich ehrenamtlich mit vollem Einsatz. Mit ein paar Euros können Sie zu einem unvergesslichen Ereignis beitragen, das viele Menschen verbindet und glücklich macht.

 

Ein Ergebnis unseres letzten Aufenthaltes gibt es jetzt übrigens auf youtube zu sehen: Ein kurzweiliger Impro-Film für Groß und Klein:  „Das Märchen von den Monddieben“.

 

Spendenkonto:
IBAN: DE75 7956 7531 0105 7487 55
BIC: GENODEF1ALZ
Kontoinhaber: CreActing – Verein zur Förderung der Kreativität e.V.
Wenn eine Spendenquittung benötigt wird, bitte im Betreff dazuschreiben.

 

 

CreActing.net und die Kids sagen „Danke“!

 

CreActing.net – Indienprojekt 2013

Freitag, 17. Mai 2013

Seit 2008 fährt Wolfgang Schramm, Yogalehrer und Theatertrainer, jedes Jahr für mehrere Wochen nach Indien, um dort Theaterprojekte mit Waisenkindern durchzuführen. Gestartet und getragen aus einer privaten Initiative, entstand daraus zwei Jahre später der gemeinnützige Verein „CreActing – Verein zur Förderung der Kreativität e. V.“ in Schöllkrippen. Neben dem Indienprojekt macht CreActing.net vermehrt auch Theaterprojekte mit Kindern und Jugendlichen in seiner Heimatregion. Berichte über die einzelnen Projekte finden sich unter http://www.creacting.net/projekte/. Wir als Grünes Geld unterstützen den Verein CreActing mit unserer Green-Hearts-Aktion.

 

Frisch zurückgekehrt vom diesjährigen Indienprojekt erzählt CreActing.net vom diesjährigen Aufenthalt:

 

In diesem Jahr gestaltet sich die Theaterarbeit in Bodhgaya zunächst schwierig. Im Gespräch mit dem Direktor der Schule, mit der wir seit Beginn zusammenarbeiten schwingt immer wieder mit, dass er Geld braucht – und hofft, wir können es ihm geben. Das neue Schulgebäude ist noch nicht fertig, so dass die Schule noch nicht umziehen kann. Also muss ein weiterer Monat Miete gezahlt werden. Die Lehrer warten oft monatelang auf ihr Gehalt, da andere Ausgaben vorgehen. Wie lange werden sie das noch mitmachen? Der Baustoffhändler wartet auf die Bezahlung einer größeren Rechnung und schießt nichts mehr vor. Wir erleben einen Moment der Verzweiflung über den Sinn unserer Arbeit: wir kommen, um mit den Kindern Theater zu machen, und hier ist eigentlich etwas ganz anderes Thema. Sollen wir überhaupt weitermachen? Oder sollen wir unser ganzes Geld für die Tilgung der Bauschulden spenden und abreisen? In unsere Überlegungen fließt auch der Hinweis ein, den wir von einem langjährigen Entwicklungshelfer bekommen haben: „Wenn Du willst, dass dein Geld in Indien etwas erreicht, dann musst Du selbst hinfahren und es hinbringen, es einsetzen und bei allem dabei sein! Von fünf Säcken Zement werden zwei  für den Bau verwendet, an den anderen dreien bereichert sich irgendjemand. Es gibt sogar viele halb fertig gebaute Schulen, die als Bauruine stehen bleiben. Die Baufirma und die Kontrolleure teilen sich das Geld und die Kinder gehen leer aus.“. Dies scheint eine häufige Situation in Indien zu sein.

So schlimm ist es an der AO Zora Schule nicht. Hier wird tatsächliche gebaut, hier findet Unterricht statt und hier werden Waisenkinder versorgt. Obwohl überall Geld fehlt. Wir entscheiden uns, zu bleiben. Im Moment besteht unser Kapital weniger aus großen Geldbeträgen, als vielmehr aus unseren Fähigkeiten und Ideen. Diese können wir in Form der Theaterprojekte am wirkungsvollsten einsetzen. Wir arbeiten mit den Kindern um die es geht, und wir sehen die Erfolge. Sie ziehen einen Nutzen daraus für die Gegenwart und für die Zukunft. Keiner kann etwas abzwacken und keiner kann es ihnen wieder wegnehmen. Und selbstverständlich kümmern wir uns auch darüber hinaus um grundlegende Bedürfnisse während wir dort sind. Wir kaufen massenweise Obst ein und lassen vom Dorfschneider neue Kleidung für die Kinder machen. Wir besorgen auch Baustoffe. Allerdings setzen wir diese dann selbst dort ein, wie in diesem Jahr für den Saraswati-Raum, den wir gemeinsam mit Lehm und Kalkfarbe gestaltet haben. Wolfangs Hintergrund als Handwerksmeister ist dabei sehr wertvoll. Darüber hinaus erfreut sich das ganze Dorf an den bunten Theater- und Filmaktionen – Zuschauer sind stets garantiert. Und in den erwachsenen Dorfbewohnern schlummern ebenfalls allerhand Talente und große Lust, ebenfalls mitzumachen wie wir überrascht feststellen. Auf für die Armen bedeutet Leben mehr als blankes Überleben! Indem wir Raum für Kreativität schaffen im Leben der Kinder, ihrer Betreuer und dem ganzen Dorf, schaffen wir Raum für Lebensfreude und Lebensqualität. Das sind Momente des Glückes!

 

Gegen Ende unseres Aufenthaltes kontaktiert uns der Direktor einer Schule im Nachbardorf und wünscht sich eine Zusammenarbeit. Nach einem Schnupperworkshop für die Lehrer sind die Türen geöffnet für die Ausweitung unserer Theaterprojekte in Bodhgaya. Wir freuen uns auf die nächste Runde!

 

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Blick in die Schule.

Green Hearts: Kindern die Gesundheit gerettet

Montag, 16. April 2012

Green Hearts: Grünes Geld Geschäftsführerin Carmen Junker bei der Übergabe der Spende an Dr. Judith Bernhard

Ouonck, Senegal, Westafrika. Wer hier krank wird, hat’s schwer. Eine offene Wunde, z.B. von einem kleinen Arbeitsunfall, kann schon zu einer lebensgefährlichen Erkrankung führen. Denn eine medizinische Versorgung, gar ein Krankenhaus nach deutschem Vorbild, ist einfach nicht vorhanden. Auch Impfungen oder Vorsorgeuntersuchungen für Kinder, bei uns seit Jahrzehnten Standard, können in Ouonck kaum durchgeführt werden.

 

Doch das hat sich mittlerweile geändert: drei kleine Gesundheitsstationen in abgelegenen Dörfern der Gemeinde Ouonck konnten realisiert werden. Die Gesundheitsstationen sind sehr wichtig für die medizinische Erstversorgung der Bevölkerung und für Impfungen und Vorsorgeuntersuchungen für die Kinder. Im Frühjahr 2011 wurden Angebote lokaler afrikanischer Baufirmen eingeholt und die Vergabe durch die Gemeinde Ouonck erfolgte. Im Juni erfolgte der Baubeginn mit dem Aushub der Kläranlage und die ersten Mauern für die Station in Kigningding wurden hochgezogen. 

 

Die Gesundheitsstationen sind ein weiteres wichtiges Projekt des Vereins L´Amitié  –  Freundschaft für die Eine Welt. L´Amitié e.V. war unser ausgewählter Empfänger für die Gelder aus unserem Green Hearts Projekt. Die Spende von Grünes Geld wurde nun übergeben und die erste Vorsitzende des Vereins L´Amitié, Frau Dr. Judith Bernhard, nahm die Spende begeistert entgegen.

 

Das Bild rechts zeigt die 1. Vorsitzende des Vereins L´Amitié, Frau Dr. Judith Bernhard, beim Empfang der Green Hearts Spende von Grünes Geld Geschäftsführerin Carmen Junker am 8. April 2012.

 

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