Mit ‘Griechenland’ getaggte Artikel

Wir gratulieren Goldman Sachs und Shell!

Montag, 28. Januar 2013

And the Oscar goes to… Naja, der Oscar, oder eine andere rühmliche Auszeichnung ist es nicht gerade. Wir reden hier vom „Public Eye Award“ der am vergangenen Donnerstag anlässlich des Managergipfels in Davos verliehen wurde. Bei dieser Auszeichnung handelt es sich – ähnlich wie bei der „Goldenen Himbeere“ als Pendant zum begehrten Oscar – um einen Schmähpreis. Genauer gesagt um eine Negativauszeichnung für unverantwortliches Konzernverhalten, welche von Greenpeace Schweiz und der Erklärung von Bern verliehen wird! Und es wurden zwei wirklich würdige Preisträger ausgewählt.

 

Der „Public Eye Award“ wird seit 2000 anlässlich des Managergipfels in Davos verliehen.

 

Goldman Sachs und die griechische Finanzkrise

 

Der Jury-Preis geht in diesem Jahr an die US-Bank Goldman Sachs. Die Jury würdigt mit dieser Wahl einen herausragenden Fall von Profitgier. „Die Derivate-Deals von Goldman, die Griechenland in die Eurozone schummelten, verpfändeten die Zukunft der Griechinnen und Griechen. Zudem sind die Manager von Goldman Sachs Meister der Drehtür – durch den Wechsel in politische und öffentliche Ämter sichern sie der Bank die Geschäfte von morgen!“, so die Begründung von Andreas Missbach (Finanzexperte der Erklärung von Bern) für die Entscheidungsfindung der Jury.

Goldman Sachs ist nicht nur bekannt für besonders fragwürdige, unmoralische Finanzgeschäfte in den letzten Jahren der Finanzkrise, sondern auch für unzählige Verflechtungen ehemaliger Topmanager in Politik und Wirtschaft. Diese besetzen dort Spitzenpositionen und fällen auffällig oft Entscheidungen, die Goldman Sachs zugutekommen, oder zumindest nicht schaden.

Der Jury-Vorsitzende der Public Eye Awards, Michael Baumgartner ergänzt noch, dass die Bank zudem  einer der wichtigsten globalen Player im Rohstoff-Handel ist. Die US-Bank hat diese Märkte als neue Geldquelle erschlossen und destabilisiert die Rohstoffpreise. Sollten die Spekulationen erneut wie schon 2008 die Preise für Nahrungsmittel in rekordverdächtige Höhen treiben, werden Millionen Menschen in Hunger und Elend gestürzt.

 

Goldman Sachs und Shell erhalten den "Public Eye Award 2013

Goldman Sachs und Shell erhalten den „Public Eye Award 2013

 

Shell auf der Jagd nach dem „schwarzen Gold“ in der Arktis

 

An der Wahl für den Publikumspreis haben sich per Internet knapp 42.000 Menschen beteiligt. Mit 16.446 Stimmen ging dieser Preis an Shell für seine besonders agressive und hochriskante Jagd nach fossilen Brennstoffen in einem sensiblen Ökosystem wie der Arktis. Shell setzt somit eines der letzten Naturparadiese unserer Erde aufs Spiel und gefährdet den Lebensraum von Millionen Menschen und einer einzigartigen Tierwelt.

 

Seit 2012 setzt sich Greenpeace für einen Abzug von Shell aus der Arktis ein.

Seit 2012 setzt sich Greenpeace für einen Abzug von Shell aus der Arktis ein (http://www.savethearctic.org/).

 

Shell entgegnet Kritikern, dass das Unternehmen bereits seit Jahren in arktischen Gewässern nach Öl bohrt und somit über die nötige Erfahrung und den neuesten Stand der Technik verfügt, um fossile Rohstoffe sicher fördern zu können. Fakt ist allerdings, dass die neuen Bohrstellen in einer Gegend liegen, die bislang für solche Bohrungen nicht zugängig waren, da das eisfreie Zeitfenster schlichtweg zu klein war. Durch den anhaltenden Temperaturanstieg und die damit verbundene Eisschmelze in der Arktis werden aber immer mehr Gebiete für Konzerne wie Shell in der Arktis zugänglich. Anhand der fortlaufenden Pannenserie bei Probebohrungen in der Arktis ist allerdings Skepsis angebracht, ob der Konzern tatsächlich, wie er behauptet „die Einzigartigkeit und Bedeutung der Arktis“ respektiert. Selbst das US-Innenministerium hat inzwischen massive Bedenken zu diesem Projekt geäußert und überprüft erneut die Sicherheitsvorkehrungen zu den geplanten Bohrungen. Und auch Experten sind sich sicher, dass eine Ölkatastrophe in diesen Gewässern jederzeit möglich ist und unter den, in der Arktis vorherrschenden klimatischen Bedingungen nicht einzudämmen ist. Ein Unfall mit dem Ausmaß dessen der Deepwater Horizon hätte für das gesamte ökologische System in der Arktis katastrophale Folgen. Im Hinblick darauf, dass laut Experten die zu erwartenden Ölvorräte in der Arktis nur ca. 3 Jahre ausreichen, ist es umso unverständlicher, dass Shell hier ein derart großes Risiko in Kauf nimmt.

 

 

 

Die Verleihung des „Plublic Eye Awards“ findet bewusst als Gegengewicht zum World Economic Forum in Davos statt. Die Teilnehmer dieses Treffens sollen darauf aufmerksam gemacht werden, dass die Entscheidungen, die hinter verschlossenen Türen und im kleinen Kreis über die Köpfe der Menschen hinweg getroffen werden, durchaus sehr kritisch hinterfragt und beäugt werden. In diesem Sinne sollten wir alle weiterhin kritisch bleiben!

 

 

 

 

Verfasser des Beitrages

Jasmin Messina-Hamann unterstützt die Grünes Geld GmbH als Berater-Assistentin. Jasmin Messina-Hamann:“Ich freue mich, dass ich – neben meinem persönlichen Engagement (z. B. bei Greenpeace) – beruflich meinen Teil dazu beitragen kann, dass Nachhaltigkeit auch in der Finanzbranche kein Fremdwort mehr ist. Die Macht des eingesetzten Kapitals kann die Welt zum positiven verändern.“

Evangelische Kirche vorn: Leitlinien für Geldanlagen jetzt offiziell

Freitag, 14. Oktober 2011
evangelische kirche

Die Evangelische Kirche hat Empfehlungen über nachhaltige Investments ausgesprochen.

 

Interessantes für Anleger von nachhaltigen Investments: Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hat einen Katalog mit Investmentleitlinien herausgebracht. Auch wenn dieser nur als Empfehlung gilt, hat er dennoch einen hohen Einfluss. Schließlich kommen innhalb der Kirche langfriste Geldanlagen auf einen zweistelligen Milliardenbetrag. Erstmalig ist es, dass solche Leitlinien nicht nur auf Landesebene vorhanden sind.

 

Der Katalog sieht vor, dass Aktien aus den Bereichen Rüstung, Tabak, Glückspiel und Pornografie verboten sind. Auch Aktien der Hersteller von hochprozentigem Alkohol (ab 15%) sind ausgeschlossen. Atomenergie ist jedoch kein zwingendes Ausschluskriterium. Beschränkungen bei der Rohstoffförderung sind ebenfalls nicht vorhanden.

 

 


 

Unser Tipp für eine nachhaltige Geldanlage: Soziale Verantwortung Einmalsparen Ethik

 


Anlage Soziale Verantwortung Einmalsparen Ethik
Laufzeit Täglich kündbar
Mindestanlagesumme 500 Euro
Rendite 2009: 2,24%
2010: 6,06%
Besonderheit – Sehr stabile Wertentwicklung
– Täglich kündbar
– Sie bringen Menschlichkeit in die Welt
– Ethik-Kriterien werden berücksichtigt

 

Alle Informationen bei gruenesgeld24.de

 


 

Bezüglich Anleihen ist der Katalog strenger ausgelegt. Insbesondere die Anfälligkeit für Korruption ist ein maßgeblicher Grund zum Ausschluss. Bemessen wird die Anfälligkeit für Korruption von  Amnesty International. Anhand von deren Daten kam die Evangelische Kirche zu dem Ergebnis, dass 112 der 178 verzeichneten Staaten für eine Investition nicht würdig sind. Dazu zählen Staaten wie China, Indien, Brasilien und sogar der weltweit größte Emittent von Staatsanleihen, nämlich die USA. Die Vereinten Staaten werden schon allein deswegen ausgeschlossen, da in manchen Staaten die Todesstrafe vorhanden ist. Krisenstaaten, wie beispielsweise Griechenland, oder selbst Italien, sind ebenfalls nicht enthalten.

Steht Dexia vor dem finanziellen Aus?

Freitag, 07. Oktober 2011
Dexia

Finanzgigant Dexia steht vor finanziellem Abgrund.

Der belgisch-französische Finanzkonzern Dexia zählt zu einem der wichtigsten Unternehmen in der Branche der nachhaltigen Investments. Auf dem deutschen Markt befinden sich insgesamt 17 nachhaltige Investmentfonds des Konzerns mit einem gesamten Anlagevolumen von rund einer Milliarde Euro. Viele nachhaltige Banken und Umweltbanken haben diese Fonds in ihrem Angebot. Jetzt kam die Meldung, dass Dexia am finanziellen Abgrund steht, ein Schock, nicht nur für Anleger.

 

Dabei erhielt der Konzern erst vor 3 Jahren Zuschüsse in Milliardenhöhe von den Regierungen in Paris und Brüssel um seine Existenz aufrechtzuhalten. Aufgrund der US-Bankenkrise geriet der Finanzgigant ins Schwanken, da er zur damaligen Zeit der weltweit größte Finanzierer von Immobilienkrediten für Kommunen war. Auslöser für die jetzige Krise ist das bankrotte Griechenland. Dexia ist nämlich in Besitz von milliardenhohen griechischen Schuldverschreibungen. Zusätzlich hat der Konzern ein großes Engagement auch in andere Krisenstaaten von Europa. Es wird geschätzt, dass Dexia rund 95 Milliarden Euro an problematischen Wertpapieren haben soll.

Um eine Insolvenz zu vermeiden wird man um eine Zerschlagung aller Wahrscheinlichkeit nicht herumkommen, da extrem hohe Abschreibungen drohen. Hinzu kommt das Problem um die Beschaffung von frischem Kapital. Rexia ist darauf ausgelegt, regelmäßig und kurzfristig sich zu refinanzieren, indem sie Kredite bei anderen Banken aufnehmen. Nun, da jedoch eine Krise droht, sind nur wenige bis keine Finanzinsitute bereit frisches Kapital bereitzustellen.

Viele Anleger haben laut belgischen Medien aus Angst vor einer Insolvenz ihr Geld zurückgeholt. Mehrere hunderte Millionen Euro sollen bereits bei Dexia abgezogen worden sein.

 

Belgien und Frankreich sind nun bemüht unbedingt eine Insolvenz von Dexia zu vermeiden. Schließlich ist das Unternehmen ein enorm wichtiger Bestandteil für den belgischen Finanzsektor und  der wichtigste Finanzierer der französischen Kommunen. Außerdem würden etwa 35.000 Menschen ihren Arbeitsplatz verlieren.

 

Geplant ist deshalb eine Zerschlagung von Dexia in drei Teile. Der belgische Ministerpräsident, Yves Leterme, strebt eine Verstaatlichung des belgischen Teils an, Frankreich fordert, dass das französische Kommunalfinanzierungsgeschäft mit der staatlichen Caisse des Depots under der Postbank Banque Postale fusionieren soll. Eine Fusion mit der belgischen Bank KBC steht ebenfalls zur Debatte.

Was aber auch passieren mag, der große Finanzkonzern Dexia wird es in der jetzt bestehenden Form nicht mehr lange geben.