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Die 6 Wege zur Altersvorsorge in Deutschland

Freitag, 21. November 2014

 

riester-ruerup-bav-private-rente-in-gruenEs ist noch gar nicht lange her, als ich auf einer Nachhaltigkeits-Messe ins Gespräch mit einem jungen Akademiker kam. Er ist gut ausgebildet, verdient gutes Geld und er weiß: die staatlichen Systeme der Altersvorsorge werden später mal nicht reichen. Wir kommen ins Gespräch und ich stelle fest, dass er sich schon recht ausführlich informiert hat. Doch ob Riester, Rürup oder Sparbuch letztlich das Beste für ihn sind, wusste er nicht. Denn in kaum einem anderen Land gibt es so viele unterschiedliche Möglichkeiten um staatlich gefördert oder auch nicht gefördert für’s Alter vorzusorgen.

 

Da wir im täglichen Geschäft mit ethisch-ökologischen Anlagen auch immer die Frage beantworten müssen, welche Vorsorgeformen für wen geeignet sind habe ich hier einmal zusammen gestellt, welche 6 sinnvollen Wege es in Deutschland gibt. Natürlich kann diese Übersicht keine Beratung ersetzen und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und (trotz aller Sorgfalt) auch keinen Anspruch auf Richtigkeit. Klar: alle Anlagevarianten gibt es mit ethisch-ökologisch angelegtem Kapital

 

 


 

 

Riester-Rente

 

Anlage: Förderberechtigt sind vor allem rentenversicherungspflichtige Arbeitnehmer und Beamte – sowie mittelbar auch deren Ehepartner. Der Erhalt aller gezahlten Beiträge inklusive der direkten Zulagen ist garantiert. Die lebenslange Rente beginnt frühestens mit 62 Jahren, maximal 30 Prozent der angesparten Summe dürfen zu Rentenbeginn einmalig entnommen werden.

Förderung: Der Staat gewährt jährliche Zulagen, die direkt in den Vertrag eingezahlt werden. Das sind die Grundzulage von 154 Euro sowie die Kinderzulage von 185 Euro je Kind (ab 2008 geborene: 300 Euro!). Zudem sind die Beiträge bis maximal 2.100 Euro von der Steuer absetzbar. Ist die Steuerersparnis höher als die Zulagen, wird die Differenz zusätzlich erstattet. Erforderlich ist aber stets ein gewisser Eigenbetrag des Sparers von 60 Euro.

Steuern in der Rentenphase: Zahlungen aus der Riester-Rente sind mit dem persönlichen Steuersatz zu versteuern.

Mehr: http://www.gruenesgeld24.de/gruen-riestern.htm

 


 

 

Rürup-Rente

 

Anlage: Rürup oder Basis-Renten sind der gesetzlichen Rente nachgebildet und daher zwingend als lebenslange Leistungen auszuzahlen, frühestens aber mit 62 Jahren. Die Policen oder Fondssparpläne dürfen nicht kapitalisierbar, übertragbar, beleihbar, veräußerbar oder vererbbar sein. Nur für nahe Familienangehörige iste ein Hinterbliebenenschutz vereinbar. Sie stehen jedem Sparer offen, also auch Selbstständigen und Freiberuflern.

Förderung: Es locken hohe Steuervorteile: Rürup-Beiträge können bis zu 20.000 Euro jährlich von der Steuer abgesetzt werden, für Verheiratete gilt das Doppelte. Aber erst ab 2025 wird der volle Betrag akzeptiert, bis dahin gilt das nur anteilig. Für 2014 sind das etwa 78 Prozent der Beiträge, jährlich steigt der absetzbare Anteil um zwei Prozentpunkte an.

Steuern in der Rentenphase: Wie bei der gesetzlichen Rente auch gilt für jeden neuen Rentenjahrgang ein bestimmter Besteuerungsanteil. Wer etwa 2014 erstmals Rürup-Renten kassiert, muss nur 68 Prozent versteuern. Die Anteile steigen schrittweise für jeden neuen Rentenjahrgang, erst ab 2014 sind sie voll steuerpflichtig.

Mehr: http://www.gruenesgeld24.de/gruene-basisrente.htm

 


 

 

 

Betriebsrente

 

Anlage: Für eine betriebliche Altersversorgung (bAV) stehen fünf Modelle zur Verfügung, von denen die Direktversicherung am unkompliziertesten und beliebtesten ist. Dabei schließt der Arbeitgeber für seinen Mitarbeiter eine Rentenversicherung ab. Der Beitrag wird direkt vom Bruttogehalt überwiesen. Wechselt der Arbeitnehmer den Job, nimmt er die Rentenansprüche dorthin mit. Später erhält er dann die Rentenzahlungen.

Förderung: Steuer- und sozialabgabenfrei bleiben Einzahlungen von jährlich bis zu 4% der aktuellen Beitragsbemessungsgrenze (BBG) . Für 2014 sind das immerhin 2.856 Euro. Zudem können weitere 1.800 Euro steuerfrei in die Betriebsrente fließen (wenn kein Altvertrag vorliegt).

Steuern in der Rentenphase: Die Auszahlung von Betriebsrenten nach dem 62. Lebensjahr müssen prinzipiell lebenslang sein (Leibrente), optional kann allerdings auch eine Kapitalauszahlung erfolgen. Beide Varianten sind voll steuerpflichtig und es werden Krankenkassenbeiträge fällig.

Mehr: Kontakt zu Grünes Geld aufnehmen

 


 

 

 

Klassische Privatrente

 

Anlage: Alle angegebenen Förderrenten sind wie auch die einfache private Rentenpolice in der klassischen Variante mit Garantiezins zu haben. Dann ist bereits bei Vertragsabschluss eine Mindestrentenhöhe garantiert. Hinzu kommen die jährlich im Voraus deklarierten Überschussanteile sowie bei Fälligkeit der Police noch Schlussüberschussanteile und eventuell eine Beteiligung an den stillen Reserven.

Förderung: Bei Privatrenten bleibt die Ansparphase komplett steuerfrei. Der Zinseszins kann also ungeschmälert für den Kapitalaufbau wirken.

Steuern in der Rentenphase: Der Kunde kann wählen: Bei einmaliger Kapitalauszahlung ist meist nur die Hälfte des Gewinns steuerpflichtig. Bei lebenslanger Rentenzahlung ist dagegen nur der vom Alter bei Rentenbeginn abhängige Ertragsanteil zu versteuern. Startet die Rentenzahlung etwa mit 67 Jahren, wird die Steuer nur auf 17 Prozent der Auszahlung erhoben (Ertragsanteilsverfahren).

Mehr: http://www.gruenesgeld24.de/gruene-privatrente.htm

 


 

 

Fondspolice

 

Anlage: Wählt der Kunde jeweils die fondsgebundene Variante, fließen seine Sparbeiträge nicht in den kollektiven Anlagetopf des Versicherers, sondern in gezielt vom Kunden selbst ausgewählte Investmentfonds. Daher sind solche Policen sehr flexibel und bieten die Chance auf höhere Erträge. Die spätere Rentenhöhe ist dafür aber nicht garantiert und richtet sich nur nach dem bis dahin angesparten Vermögen. Moderne Hybridpolicen verbinden Vorzüge beider Policenvarianten und bieten kleine Mindestrenten, aber zugleich etwas höhere Ertragschancen.

Förderung: Es gelten die gleichen Vorteile wie bei den klassischen Varianten. Bis zum Beginn der Auszahlung bleibt der Fiskus außen vor.

Steuern in der Rentenphase: Prinzipiell die gleichen Vorteile wie bei den klassischen Varianten. Bei der privaten Fondspolice wie bei der privaten klassischen Rente gilt das günstige Ertragsanteilsverfahren.

Mehr: http://www.gruenesgeld24.de/gruene-privatrente.htm

 


 

 

Fondssparplan

 

Anlage: Ob Sparer beim Vermögensaufbau für die Altersvorsorge lieber auf festverzinsliche Erträge setzen, die hohen Renditeperspektiven von Aktien bevorzugen, Immobileninvestmetns beimischen wollen oder sonstige Wertpapierstrategien verfolgen, richtet sich ganz nach ihrem persönlichen Anlageprofil. Problemlos umsetzen lässt sich das mit Fondsparplänen. Monatlich zahlt man einen konstanten Betrag ein und lässt das Vermögen von einem Profi verwalten. Langfristig kommen so die höchsten Erträge vor Steuern zusammen – nach Steuern sieht die Sache allerdings meist anders aus.

Förderung: Es gibt keine Förderung – der Vorteil der Fondssparpläne sind die niedrigen Kosten. Es gilt die 25-Prozent-Abgeltungssteuer plus Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer. Dabei greift der Fiskus auf den Kursgewinn und jährlich auf die Dividenden und Zinsen zu.

Steuern in der Rentenphase: Fondssparpläne bieten in aller Regel keine lebenslangen Leistungen – wenn das angesparte Kapital aufgebraucht ist, endet der Auszahlplan. Aber es sind auch Auszahlungen ohne Kapitalverzehr möglich. Für realisierte Gewinne gilt die Abgeltungssteuer.

Mehr: http://www.gruenesgeld24.de/vermoegensaufbau-sparen.htm

 

 


 

Fazit: Welche Vorsorge die richtige ist lässt sich nur unter Annahmen über die zukünftige Einkommenssituation und unter Annahmen der zukünftigen Steuersätze berechnen. Meist ist eine Kombination sinnvoll. Wer unsicher ist, bleibt mit einem Fondssparplan, einer privaten Fondspolice oder auch einer privaten, klassischen Rente am flexibelsten.

 

 

 

 

 

 

 

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Portraitfoto Gerd Junker Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.