Mit ‘Indien’ getaggte Artikel

Grünes Geld Green Hearts wirken in Indien

Montag, 15. Februar 2016

Indienprojekt 2016

Gastbeitrag von Andrea Zettel und Wolfgang Schramm (creacting.net)

 

Mit einem Koffer voller green hearts im Gepäck ist das Team von CreActing.net gerade wieder in Bodhgaya, Indien, um mit den Kids aus den Dörfern Theater zu machen.

 

Dieses Jahr geht es geht darum, die Hathi-Show, die im letzten Jahr entstanden ist, erneut aufzunehmen und die Gruppe bereit zu machen für die Deutschlandtournee mit der Kinderkulturkarawane im kommenden Herbst. Dabei sollen die Dreamcatchers nicht nur ihre Aufführung zeigen, sondern auch Workshops geben und gemeinsam mit deutschen Jugendlichen die Hathi Show erneut bearbeiten. Umso erfreuter sind wir, als wir einige Tage nach unserer Ankunft erfahren, dass zwei der älteren Jungs bereits angefangen haben, eigene Theaterworkshops zu leiten.

 

Ramu unterrichtet an einer Schule Englisch und Naturwissenschaften, und gibt den Kindern Workshops in Yoga und Theater. Laxman, der vor zwei Jahren noch unbedingt von hier weg wollte um in Delhi ein neues Leben zu beginnen, ist inzwischen in sein Heimatdorf zurückgekehrt und ist stolz und glücklich, dort eine Schule mit aufzubauen. Dort hat er sogar eine Theatergruppe ins Leben gerufen, deren erste Aufführung wir heute zum Sarasvati-Feiertag gemeinsam mit 200 weiteren Zuschauern sehen durften! Laxman war total aufgeregt und hatte die ganze Bühne bis tief in die Nacht vorbereitet. Der Aufwand hat sich gelohnt, das ganze Dorf war begeistert.

Grünes Geld Green Hearts spenden Freude

 

Für unsere Hathi-Show involvieren wir wie im letzten Jahr wieder die jungen Frauen aus dem benachbarten Nähzentrum in die Gestaltung der Kostüme für die Show. Wir besprechen das Design für die Naturkräfte Feuer, Wasser, Wind und Erde, und peppen die Baum-Kostüme etwas auf. Das Nähzentrum ist eines der vielen Projekte unseres Gastgebers Siddharta, in dessen Guesthouse wir uns seit 4 Jahren jedesmal sehr wohl fühlen. Ziel des Nähzentrums ist es, jungen Frauen und Müttern eine Perspektive zu geben. Sie können dort gleichzeitig ein Handwerk lernen, gemeinsam kreativ sein und Geld verdienen. Das kommt laut Siddharta letzendlich wieder ihren Kindern zugute – zufriedene Mütter, glückliche Kinder.

 

Dieses Jahr ist die Stimmung hier sehr gut. Wir erinnern uns an das Auf und Ab der letzten Jahre und stellen fest, dass in all der Zeit seit 2008 hier ein richtiges Netzwerk gewachsen ist, in dem sich verlässliche Kontakte herauskristallisiert haben. Die Beziehung mit Nikesh, die sich vor zwei Jahren zwischenzeitlich recht schwierig gestaltet hatte, ist in diesem Jahr offen und voller gegenseitiger Unterstützung. Anup, der uns im allerersten Jahr als junger Student auf der Straße aufgelesen und zur AO Zora Schule gebracht hatte, ist inzwischen selbst Direktor an einer Schule. Wir haben dort bereits einen Workshop gemacht, und er selbst hat an einem Erwachsenenworkshop teilgenommen.

 

Auf der Straße treffen wir viele Menschen, die uns kennen, bereits einige der Shows der Dreamcatchers gesehen haben, und es richtig gut finden wenn wir erzählen, dass die Hathi Show bald nach Deutschland geht. Die Schattenseite ist, dass nur 8 Personen kommen können – und viel mehr gern kommen würden. Da gibt es natürlich auch Neid und schlechtes Gerede, und die Nachbarn reden den Eltern Ängste ein, damit sie ihre Kinder – besonders die Mädchen – lieber nicht nach Deutschland schicken. In den nächsten Tagen planen wir einen ausgiebigen Elternabend mit viel Information und Zeit für Fragen.

 

Nächste Woche läuft dann ein fünftägiger Intensivworkshop, wo die ganze Gruppe bei uns im Guesthouse übernachtet und wir schon mal üben können für Deutschland. Die Hathi-Show, die wir letztes Jahr mit 30 Kindern und einem echten Elefanten gespielt hatten, muss so geändert werden, dass sie von acht Spielern und ohne Elefant gespielt werden kann. Inhalt der Show in Kurzfassung: “Hathi! Hathi?” rufen die Mahuts (Elefantenführer) verzweifelt. Doch alle Elefanten sind verschwunden, da die Menschen den Regenwald abgeholzt haben. Ganesha, der Gott mit Elefantenkopf, erklärt ihnen, dass jedes Lebewesen seinen Lebensraum braucht: Der Fisch das Wasser, der Vogel die Luft, und der Elefant den Dschungel. Nach langen Diskussionen, was nun am besten wie zu tun sei, rufen die Mahuts “Stop talking, start planting!”, und alle helfen mit, den Regenwald wieder wachsen zu lassen.

 

Grünes Geld unterstützt

Mit dieser Show nehmen die Dreamcatchers im Herbst am einem mehrwöchigen Projekt „creACTiv für Klimagerechtigkeit“ an verschiedenen Schulen in Hamburg teil, das von der Kinderkulturkarawane organisiert wird. Darüber hinaus kann die Gruppe bei der Kinderkulturkarawane für Workshops und Aufführungen gebucht werden (www.kinderkulturkarawane.de).

 

Direkt auf der Startseite gibt es fast tägliche Blogeinträge von der Praktikantin Pauline: www.creacting.net

Wir freuen uns schon sehr darauf, unsere indischen Freunde in Deutschland zu Gast zu haben!

Ganz viele liebe Grüße und vielen Dank für eure großartige Unterstützung!

Andrea, Wolfgang & Team

CreActing.net – Neues vom Indienprojekt

Mittwoch, 19. März 2014

CreActing.net berichtet vom Indienprojekt 2014:

 

Die schwierige Situation aus dem vergangenen Jahr, die wir im Blogeintrag CreActing.net – Indienprojekt 2013 beschrieben haben, hat sich in diesem Jahr komplett gewandelt. Plötzlich funktioniert die Kooperation mit der AO Zora Schule so leicht wie nie zuvor. Wir verstehen, dass das „komische Gefühl“ bezüglich der Zusammenarbeit in erster Linie von den schwierigen familiären Verhältnissen unserer Kooperationspartner her rührte, und weniger mit uns und unserer Arbeit zu tun hatten. Mittlerweile sind sowohl Direktor Nikesh als auch Theatertrainer Vinod verheiratet und haben jeweils ein Kind, was für die Inder ein sehr wichtiges Ereignis darstellt. Die beiden Männer stehen nun ganz anders im Leben. Vinod hat während unserer Abwesenheit eine Theateraufführung mit den Jungs geprobt und aufgeführt. Stolz erzählt er uns von langen Abenden intensiver Proben und einem gelungenen Auftritt am Unabhängigkeitstag. Nikesh spricht mit uns offen und ehrlich, ohne die gewohnte Übervorsichtigkeit und -höflichkeit. Von innen heraus gestärkt, begegnen die beiden Lehrer einem ebenafalls verstärkten Team aus Deutschland: Sechs Leute reisen diesmal zum Theaterprojekt nach Bodhgaya an. Nachdem schon im letzten Jahr Christian Fried aus unserem 2er-Team ein 3-er Team machte, unterstützt uns diesmal darüber hinaus auch noch eine wunderbare und hochmotivierte Praktikantin, Annika Weber, sowie unsere eigenen Theaterlehrer Dr. Annette Fried und Dr. Joachim Keller (Jogi). Durch deren frische Perspektive wird uns deutlich, wie sehr wir in den vergangenen 6 Jahren schon in Bodhgaya Fuß gefasst haben: Auf der Straße treffen wir viele Bekannte und können zum normalen Preis einkaufen, unsere Rikshafahrer sind für indische Verhältnisse ungewöhnlich pünktlich, jemand sieht unser Logo und sagt „Das kenn ich“, und in Wolfgangs Handy sind über 50 Kontakte in Bodhgaya gespeichert, die wir per SMS zum Dorfkino einladen, wo wir den Improfilm „Die Monddiebe“ aus dem letzten Jahr zeigen. Ausgestattet mit starkem LED-Beamer und mobiler Musikanlage hängen wir eine Großleinwand zwischen zwei Palmen. Die jungen Schauspieler sind zutiefst berührt und beglückt, so vom ganzen Dorf gesehen zu werden.

Die umliegenden Schulen kennen unsere Projekte und möchten mit uns zusammenarbeiten. Ein starkes Team und gewachsene Partnerschaften vor Ort – mit dieser Mischung überschlagen sich die Ideen und Möglichkeiten.

 

Wie immer mangelt es materiell gesehen an allem, hier in den ärmsten Dörfern Bihars, der ärmsten Region Indiens. Und wie immer statten wir die Kinder und die Schulen während unseres Aufenthalts mit dem Notwendigsten aus, soweit wir können: Teller, Eßschalen und Besteck, Teppiche, Kleidung, Schuhe, Decken, Handtücher und reichlich frische Lebensmittel. Wir staunen, wieviel die teilweise unterernährten Kinder essen können – beim ersten Workshop reicht das Essen nur knapp – für das Team bleibt nichts übrig. Ab da planen wir mit der doppelten Menge.

 

Während wir im letzten Jahr intensiv mit den Waisenjungs der AO Zora Schule arbeiteten, gelingt es in diesem Jahr wieder, zahlreiche Mädchen für das Projekt zu gewinnen – auch wenn einige von ihren Eltern leider keine Erlaubnis bekommen. Schließlich startet das Projekt mit 26 Kindern aus 4 verschiedenen Schulen. Die Jungs, z.T. mittlerweile mit 6 Jahren Theatererfahrung, brillieren mit beeindruckender Spielfähigkeit und Präsenz auf der Bühne. Sie ziehen das Projekt so stark mit, dass die Neueinsteiger innerhalb kürzester Zeit aufholen können. Auch für einige Mädchen gibt es Hauptrollen in der Show „Sternschnuppen-Sarasvati“, die wir 4 mal aufführen und viele Zuschauer glücklich machen.

 

Für den weiteren Verlauf des Jahres möchten wir Vinod ein Gehalt bezahlen, so dass er seine selbstständige Workshoptätigkeit ausbauen kann und die Dorfkinder das ganze Jahr über von den Theaterworkshops profitieren können. Ferner suchen wir nach Sponsoren, die die Ausbildungsfinanzierung der drei ältestens Jungs übernehmen möchten. Ramu, Lakshman und Mukesh machen gerade ihren Schulabschluss und möchten dann Krankenpfleger werden. Neben ihrem Studium möchten sie Vinod bei den Theaterworkshops unterstützen und als Multiplikatoren auch beginnen, selbst Workshops für Kinder zu leiten.

 

Für weitere Eindrücke:

Unsere 19-jährige Praktikantin Annika hat einen wunderschönen Blog über ihre Erfahrungen mit Indien, den Kindern und der Armut geschrieben. Er ist noch eine Weile auf der Startseite von CreActing.net zu finden. Jogis ca. 100-seitiger Bericht wird in den kommenden Wochen in gebundener Form bei uns erhältlich sein.

 

Wir danken den Menschen hinter Grünes Geld und allen weiteren Spendern ganz herzlich für die Unterstützung dieses Herzensprojekts!

 

 

 Vertrauensübung beim Theaterworkshop

 

 

Weihnachtsgrüße aus Indien

Mittwoch, 25. Dezember 2013

 

Gib jedem Tag die Chance, der schönste Deines Lebens zu werden!

Die Waisenkinder aus dem Indienprojekt von CreActing.net (unterstützt vom Green Hearts Programm) schicken ihre Weihnachtsgrüße nach Deutschland!
Auch das Team von CreActing wünscht Ihnen allen viele „schönste Tage“ – jetzt und im kommenden Jahr. Ebenso möchten wir den Waisenkindern in Bodhgaya viele glückliche Tage bescheren. Dafür sind wir diesmal vom 25.1.-6.3.2014 mit einem um 300% gewachsenen Team unterwegs und haben viel vor: In einem Theatercamp möchten wir Kinder aus verschiedenen Schichten zusammenbringen und anschließend mit einem gemeinsam erarbeiteten Stück auf Tournee in der Region gehen. Dafür brauchen wir noch Unterstützung in Form von Rupien oder Euros – jeder Cent kommt direkt bei den Kindern an. Alle Helfer kommen für ihre Kosten selbst auf und engagieren sich ehrenamtlich mit vollem Einsatz. Mit ein paar Euros können Sie zu einem unvergesslichen Ereignis beitragen, das viele Menschen verbindet und glücklich macht.

 

Ein Ergebnis unseres letzten Aufenthaltes gibt es jetzt übrigens auf youtube zu sehen: Ein kurzweiliger Impro-Film für Groß und Klein:  „Das Märchen von den Monddieben“.

 

Spendenkonto:
IBAN: DE75 7956 7531 0105 7487 55
BIC: GENODEF1ALZ
Kontoinhaber: CreActing – Verein zur Förderung der Kreativität e.V.
Wenn eine Spendenquittung benötigt wird, bitte im Betreff dazuschreiben.

 

 

CreActing.net und die Kids sagen „Danke“!

 

CreActing.net – Indienprojekt 2013

Freitag, 17. Mai 2013

Seit 2008 fährt Wolfgang Schramm, Yogalehrer und Theatertrainer, jedes Jahr für mehrere Wochen nach Indien, um dort Theaterprojekte mit Waisenkindern durchzuführen. Gestartet und getragen aus einer privaten Initiative, entstand daraus zwei Jahre später der gemeinnützige Verein „CreActing – Verein zur Förderung der Kreativität e. V.“ in Schöllkrippen. Neben dem Indienprojekt macht CreActing.net vermehrt auch Theaterprojekte mit Kindern und Jugendlichen in seiner Heimatregion. Berichte über die einzelnen Projekte finden sich unter http://www.creacting.net/projekte/. Wir als Grünes Geld unterstützen den Verein CreActing mit unserer Green-Hearts-Aktion.

 

Frisch zurückgekehrt vom diesjährigen Indienprojekt erzählt CreActing.net vom diesjährigen Aufenthalt:

 

In diesem Jahr gestaltet sich die Theaterarbeit in Bodhgaya zunächst schwierig. Im Gespräch mit dem Direktor der Schule, mit der wir seit Beginn zusammenarbeiten schwingt immer wieder mit, dass er Geld braucht – und hofft, wir können es ihm geben. Das neue Schulgebäude ist noch nicht fertig, so dass die Schule noch nicht umziehen kann. Also muss ein weiterer Monat Miete gezahlt werden. Die Lehrer warten oft monatelang auf ihr Gehalt, da andere Ausgaben vorgehen. Wie lange werden sie das noch mitmachen? Der Baustoffhändler wartet auf die Bezahlung einer größeren Rechnung und schießt nichts mehr vor. Wir erleben einen Moment der Verzweiflung über den Sinn unserer Arbeit: wir kommen, um mit den Kindern Theater zu machen, und hier ist eigentlich etwas ganz anderes Thema. Sollen wir überhaupt weitermachen? Oder sollen wir unser ganzes Geld für die Tilgung der Bauschulden spenden und abreisen? In unsere Überlegungen fließt auch der Hinweis ein, den wir von einem langjährigen Entwicklungshelfer bekommen haben: „Wenn Du willst, dass dein Geld in Indien etwas erreicht, dann musst Du selbst hinfahren und es hinbringen, es einsetzen und bei allem dabei sein! Von fünf Säcken Zement werden zwei  für den Bau verwendet, an den anderen dreien bereichert sich irgendjemand. Es gibt sogar viele halb fertig gebaute Schulen, die als Bauruine stehen bleiben. Die Baufirma und die Kontrolleure teilen sich das Geld und die Kinder gehen leer aus.“. Dies scheint eine häufige Situation in Indien zu sein.

So schlimm ist es an der AO Zora Schule nicht. Hier wird tatsächliche gebaut, hier findet Unterricht statt und hier werden Waisenkinder versorgt. Obwohl überall Geld fehlt. Wir entscheiden uns, zu bleiben. Im Moment besteht unser Kapital weniger aus großen Geldbeträgen, als vielmehr aus unseren Fähigkeiten und Ideen. Diese können wir in Form der Theaterprojekte am wirkungsvollsten einsetzen. Wir arbeiten mit den Kindern um die es geht, und wir sehen die Erfolge. Sie ziehen einen Nutzen daraus für die Gegenwart und für die Zukunft. Keiner kann etwas abzwacken und keiner kann es ihnen wieder wegnehmen. Und selbstverständlich kümmern wir uns auch darüber hinaus um grundlegende Bedürfnisse während wir dort sind. Wir kaufen massenweise Obst ein und lassen vom Dorfschneider neue Kleidung für die Kinder machen. Wir besorgen auch Baustoffe. Allerdings setzen wir diese dann selbst dort ein, wie in diesem Jahr für den Saraswati-Raum, den wir gemeinsam mit Lehm und Kalkfarbe gestaltet haben. Wolfangs Hintergrund als Handwerksmeister ist dabei sehr wertvoll. Darüber hinaus erfreut sich das ganze Dorf an den bunten Theater- und Filmaktionen – Zuschauer sind stets garantiert. Und in den erwachsenen Dorfbewohnern schlummern ebenfalls allerhand Talente und große Lust, ebenfalls mitzumachen wie wir überrascht feststellen. Auf für die Armen bedeutet Leben mehr als blankes Überleben! Indem wir Raum für Kreativität schaffen im Leben der Kinder, ihrer Betreuer und dem ganzen Dorf, schaffen wir Raum für Lebensfreude und Lebensqualität. Das sind Momente des Glückes!

 

Gegen Ende unseres Aufenthaltes kontaktiert uns der Direktor einer Schule im Nachbardorf und wünscht sich eine Zusammenarbeit. Nach einem Schnupperworkshop für die Lehrer sind die Türen geöffnet für die Ausweitung unserer Theaterprojekte in Bodhgaya. Wir freuen uns auf die nächste Runde!

 

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Blick in die Schule.