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Endlich: erster realer Test mit intelligenter Stromsteuerung

Montag, 30. Juli 2012

Wer über die Stromversorgung der Zukunft nachdenkt, kommt früher oder später auf „Smart Grids„, also auf sogenannte intelligente Stromnetze. Heutige Stromnetze sind nämlich nur dafür konzipiert, jederzeit den vollen Strom für alle Verbraucher zur Verfügung zu stellen. Ohne Speichermöglichkeit, muss deshalb  ein Kraftwerkspark vorgehalten werden, der auch die maximalen Spitzen durchhalten kann. Außerdem sind die  heutigen Stromnetze praktisch nur in eine Richtung ausgelegt: weg von den Kraftwerken und hin zu den Verbrauchern.

 

Schema der Smart Grids: Ein wichtige Komponente für die Stromversorgung der Zukunft

SmartGrids: viele Stellen nehmen Strom ab, viele Stellen erzeugen Strom. Die dezentrale Stromversorgung kommt immer näher.

 

 

Die Stromnetze der Zukunft können aber damit umgehen, dass auch die einzelnen Verbraucher Strom erzeugen und zur Verfügung stellen. Denn Solarkraftwerke, Biomasse-Kraftwerke oder Windkraftanlagen speisen immer mehr Strom von immer mehr Stellen ein.

 

Die Haushalte der Zukunft haben kleine Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen, Hybrid-Wärmepumpen, intelligente Stromzähler, Solaranlagen, Ladestationen für Elektrofahrzeuge und schlaue Haushaltsgeräte. So kann man die Waschmaschine voll machen und aktivieren – laufen wird sie erst dann, wenn der Strom günstig ist weil die Nachfrage sinkt. Am nächsten Morgen beim Aufstehen ist dann die Wäsche fertig.

 

Spannend ist der nun gestartete Feldversuch mit zunächst 25 Häusern in den Niederlanden. Dort werden nicht nur einzelnen Komponenten isoliert betrachtet, sondern alle Komponenten werden gemeinsam und in 25 Häusern getestet. Eine wichtige, aber vollkommen neue Sache. Endlich werden unter realen Bedingungen die intelligenten Netze getestet.

 

Das zeigt, wie langsam die Entwicklung der intelligenten Netze, der Smart Grids, voran geht. Bedenkt man die Bedeutung der Smart Grids für das Gelingen der Energiewende, dann ist das vollkommen unverständlich. Das Problem: die Energieversorger haben kein Interesse an Smart Grids. Denn letztlich sind die Smart Grids Wegbereiter für die dezentrale Stromerzeugung durch Millionen von Bürgern. Die großen Kraftwerke von EON, RWE oder EnBW braucht man dann viel weniger. Die Gewinne der Stromkonzerne würden unter Druck geraten.

 

Entsprechend schwer war es nach Angaben von Projektleiter Frits Blieck, einen Energieerzeuger dazu zu bewegen, in dem Projekt mitzumachen. Letztlich wurde mit großer Mühe mit Essent ein interessierter Versorger gefunden. Aber auch die Anwender müssen ebenso wie die Hersteller von intelligenten Komponenten mit machen. Die Technik selbst ist nach Ansicht von Sander Schouwenaar, nicht das Problem. Die Integration der Einzelteile sowie funktionierende Prozesse zu finden, ist die Herausforderung.

 

Überraschend ist, dass das Projekt in den Niederlanden stattfindet. Der größte Handlungsbedarf besteht nämlich in Deutschland. Dort sind im Süden die Netze durch die Solarstrom-Einspeisung bereits am Limit. Um SmartGrids in Deutschland bis 2020 zu haben, besteht noch enormer Handlungsbedarf. Die Bundesregierung muss dieses Thema in großen Schritten angehen.

 

 

 

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Portraitfoto Gerd Junker Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.