Mit ‘IPCC’ getaggte Artikel

Main-Echo Wirtschaftstipp 26/2018: Warum der 8. Oktober 2018 Geschichte macht

Montag, 22. Oktober 2018

 

WIRTSCHAFTSTIPP

 

Gerd Junker

 

Geschäftsführer Grünes Geld

 

 

 

Eigentlich war von diesem Tag nichts Außergewöhnliches zu erwarten: Eine Kommission aus 86 Wissenschaftlern sollte einen Bericht vorstellen, in dem die angestrebte 2-Grad-Grenze der Erderwärmung als sinnvoll erachtet wird. Doch diesmal schreckte der das Ergebnis auf!

 

Der Klimawandel vollzieht sich immer schneller: Bereits heute ist es 1 Grad wärmer als vor der Industrialisierung, schon 2030 könnten 1,5 Grad erreicht sein. Das bereits verabschiedete 2-Grad-Ziel ist viel zu kurz gegriffen. Millionen Menschen sterben oder verlieren ihre Heimat.

 

Während sich die  Regierung Merkel vom Klimaschutz verabschiedet, kommt international Bewegung auf. Ebenfalls am 8. Oktober berichtete die Internationale-Energie-Agentur, dass der Anteil an Erneuerbaren Energien dreimal schneller wuchs als der Gesamtenergieverbrauch. Weltweit sollen in 5 Jahren rund 30 Prozent des Stromes regenerativ erzeugt werden.

 

Wann machen Sie mit? Es lohnt sich für die Umwelt und Ihren Geldbeutel. Unser Musterdepot Klima hat in den letzten 5 Jahren 12,9 Prozent pro Jahr gebracht.

 

 

 

 

Erschienen im Wirtschaftsteil der größten Tageszeitung am bayerischen Untermain, Main-Echo, Gesamtausgabe, 13. Oktober 2018

 

Portraitfoto Gerd Junker Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.
 

Weltklimarat mit alarmierender Studie: 2 Grad sind untragbar

Donnerstag, 11. Oktober 2018

Zusammenfassung: Bereits 1988 wurde der Weltklimarat (IPCC)  als wissenschaftliches Gremium und zwischenstaatliche Austauschplattform gegründet. Am 8. Oktober 2018 stellt er seinen neuesten Bericht vor. Gedacht war der Bericht als reine Formsache, denn als man 2015 das offizielle 2-Grad-Ziel gegenüber der vorindustriellen Zeit als Kompromiss definierte, hat man gleichzeitig den Auftrag erteilt zu untersuchen, ob das ursprünglich angedachte 1,5-Grad-Ziel viel Verbesserung gebracht hätte. Die Überraschung: ja, der Unterschied von 1,5 Grad auf 2,0 Grad ist gewaltig.

 

 

 

 

 

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Weltklimabericht – Wasser ist das Schlüsselwort

Freitag, 04. April 2014

Am 31.03.2014 legte der Weltklimarat IPCC den zweiten Teil des Weltklimaberichtes vor. Der Klimawandel ist nicht mehr abzustreiten. Bereits jetzt hat er deutliche Auswirkungen auf alle Kontinente und Meere. Wie schwerwiegend die Folgen für Mensch und Natur in Zukunft sein werden hängt allerdings davon ab, was die Menschheit in naher Zukunft unternimmt, um die Erderwärmung deutlich zu bremsen. Mensch und Natur sind in der Lage, sich an einen moderaten Anstieg der weltweiten Temperatur anzupassen – wenn auch mit gravierenden Auswirkungen. Allerdings erfordert das bereits deutlich größere Anstrengungen, um die Treibhausgasemissionen zu senken, als bisher angestrebt.

 

Überall auf der Welt lassen sich die Auswirkungen des Klimawandels bereits beobachten. Eine Schlüsselrolle erhält hier das Thema Wasser. Ob in den Ozeanen oder an Land – selbst bei einem moderaten Temperaturanstieg müssen wir uns auf deutliche Veränderungen einstellen.

 

Polarregionen und Permafrostgebiete

 

 

Die Meereseisdicke in der Arktis hat sich in den letzten 50 Jahren halbiert  und vermutlich wird die Arktis ab der Mitte dieses Jahrhunderts in den Sommermonaten völlig eisfrei sein. Wie sich die freigesetzten Wassermassen auf die Meeresströmungen auswirken, kann man kaum vorhersagen. Dass eine Veränderung dieser sich auf das weltweite Wetter auswirkt, kann allerdings kaum jemand abstreiten. Ein weiterer, wichtiger Aspekt ist der Anstieg der Meeresspiegel durch das Abtauen der Eisschilde in den Polarregionen und das Abschmelzen der Gletscher in den Bergen, was die Süßwasserversorgung deutlich beeinträchtigen wird. Durch den Temperaturanstieg tauen auch die Böden der Permafrostgebiete zum Beispiel in Sibirien  und Zentralasien auf. Das gespeicherte CO2 wird freigesetzt, gelangt in die Atmosphäre und trägt zur Erweiterung der Klimaerwärmungsspirale bei. 

 

Wetterextreme bedrohen nicht nur den Lebensraum der Eisbären.

Wetterextreme bedrohen nicht nur den Lebensraum der Eisbären. (Bildquelle v. l. n. r.: CIS, pixelio.de / frei / Rudis-Fotoseite, pixelio.de)

 

Die Verteilung von Wasser

 

Wir müssen uns daran gewöhnen, dass es Wasser in Zukunft immer häufiger oder immer weniger geben wird. Auf der einen Seite nehmen Hitze- und Dürreperioden zu, während auf der anderen Seite Überflutungen durch Extremwetter und der Anstieg der Meeresspiegel zunehmen. Springfluten wie im vergangenen Winter an der englischen Küste mit der einhergehenden Landerosion gehören genauso zum Alltagsbild, wie Ernteausfälle in trockenen subtropischen Gebieten durch extremen Wassermangel. Auch die Bevölkerung in Großstädten wird unter extremen Hitzeperioden leiden, welche zum Beispiel besonders für Ältere oder Menschen die draußen arbeiten, lebensbedrohliche Ausmaße annehmen können.

 

Das Ökosystem Meer

 

 70 % der Erde sind von Meer bedeckt, davon sind mehr als 90 % Tiefsee. Zwar leben nur 15 % aller derzeit bekannten Arten im Meer, allerdings gelten über 75 % der Meerregionen als unerforscht. Unbestreitbar ist, dass der Klimawandel einen großen Einfluss auf das ökologische Gleichgewicht im Meer hat. Mit dem Anstieg der weltweiten Temperatur, steigt auch die Wassertemperatur der Ozeane. Für die nächsten Jahre wird die Formel gelten, dass Fischbestände sich weitestgehend aus den warmen Regionen in kältere zurückziehen. Dies wird starke Auswirkungen auf die Menschen haben, die in diesen Gebieten auf die Fischerei als Lebensgrundlage angewiesen sind. Außerdem ist bereits jetzt eine starke Zunahme sogenannter „Todeszonen“ im Meer zu beobachten. In einer Todeszone ist zu wenig Sauerstoff vorhanden, so dass Fische, Krabben und Muscheln nicht in der Lage sind zu überleben. Die meisten dieser Zonen entstehen durch den Menschen. Städtewachstum mit immer mehr Abwässern, die in Flüsse und Buchten geleitet werden, vor allem aber die Überdüngung in der Landwirtschaft setzen den Meeren zu. Dort macht der Dünger nämlich das, was er soll – er sorgt für ein schnelles Wachstum der Pflanzen, Algen und Plankton. Sterben diese ab, werden sie von Bakterien zersetzt, die dann den Sauerstoff im Wasser aufbrauchen. Die größte Todeszone befindet sich vor unserer eigenen Haustüre. Die Ostsee – in ihr schwindet jedes Jahr im Sommer der Sauerstoffgehalt im Meer auf einem Areal von mindestens der Größe Irlands.

 

Während Deutschland seine CO2 Emissionen senken konnte, ist weltweit ein leichter Anstieg zu verzeichnen.

Während Deutschland seine CO2 Emissionen senken konnte, ist weltweit ein leichter Anstieg zu verzeichnen.

 

Der Klimawandel lässt sich nicht mehr leugnen. Gletscher schmelzen, der Meeresspiegel steigt an und viele Pflanzen und Tiere verlagern Ihren Lebensraum oder sind gar in ihrer Existenz bedroht. Die Hilfsorganisation Oxfam macht deutlich, dass die Auswirkungen des weltweiten Temperaturanstieges auf die Nahrungsversorgung schlimmer sein werden als zuvor geschätzt. Somit erhöht sich auch das Potential für gewaltsame Konflikte und die Flüchtlingsproblematik wird weiterhin verschärft. Der Weltklimabericht zeigt aber eben auch auf, dass wir es noch selbst in der Hand haben, wie stark die Auswirkungen sein werden. Das ist die gute Nachricht! Allerdings müssen Regierungen weltweit dies Anerkennen und schleunigst handeln. Emissionen müssen stärker begrenzt werden als bisher und wir müssen wohl alle auch unseren Konsum überdenken. Vielleicht ist dieser Klimabericht ja auch ein Signal an die Politik, die Energiewende nicht auszubremsen sondern stärker voranzutreiben. Deutschland galt hier bislang weltweit als vorbildlich und sollte das auch in Zukunft sein.

 

Der dritte Teil des Weltklimaberichtes soll am 13. April vorgelegt werden und beschäftigt sich konkret mit den Möglichkeiten, wie die globale Erderwärmung abgebremst werden kann.

 

 

 

Verfasser des Beitrages

Jasmin Hamann unterstützt die Grünes Geld GmbH als Berater-Assistentin. Jasmin Hamann:”Ich freue mich, dass ich – neben meinem persönlichen Engagement (z. B. bei Greenpeace) – beruflich meinen Teil dazu beitragen kann, dass Nachhaltigkeit auch in der Finanzbranche kein Fremdwort mehr ist. Die Macht des eingesetzten Kapitals kann die Welt zum positiven verändern.”