Mit ‘Klima’ getaggte Artikel

10 gute Buch-Geschenke für Kinder und Jugendliche

Freitag, 08. Dezember 2017
Zusammenfassung: Bücher sind gute Weihnachtsgeschenke. Bei der großen Anzahl an sinnvollen Sachbüchern und Romanen für Kinder und Jugendliche findet sich für jeden die passende Lektüre. Gerade Umwelt- und Nachhaltigkeitsthemen sind gut vertreten und stoßen auf das Interesse der jungen Leser.

 

 

„Morgen kommt der Weihnachtsmann, kommt mit seinen Gaben“ – so lautet die Titelzeile eines noch immer populären Weihnachtsliedes. Was der Dichter Hofmann von Fallersleben darin beschreibt, steht kaum dem weihnachtlichen Massenkonsum der heutigen Zeit nach. In der Original-Version des Liedes von 1835 stehen neben Kuscheltieren auch „Trommel, Pfeifen und Gewehr,
Fahn‘ und Säbel und noch mehr, ja ein ganzes Kriegesheer“ auf dem kindlichen Wunschzettel. Doch die Zeiten des Kriegsspielzeugs sind glücklicherweise passé.

 

In der politisch bereinigten Version des 20. Jahrhunderts, die in den vielen Weihnachtsliederbüchern zu finden ist, werden „Musketier und Grenadier“ durch „Kind und Krippe, Schaf und Stier“ ersetzt. In beiden Versionen hat der Weihnachtsmann allerdings kein einziges Buch dabei. Schade eigentlich, denn viele Titel der Kinder- und Jugendbuchprogramme der Verlage nehmen sich der Themen unserer Zeit sehr gut an. – Ohne moralischen Zeigefinger und ohne Druck lernen Kinder und Jugendliche so die Welt kennen, entdecken ihre eigenen Möglichkeiten und erhalten unzählige Anregungen zur Gestaltung ihrer Zukunft.

 

Lesen verkürzt die Zeit bis zum nächsten Weihnachtsfest …

Unsere 10 Lieblingsbücher für den Gabentisch:

  1. Wie wollen wir leben?: Kinder philosophieren über Nachhaltigkeit
  2. Kinder, die die Welt verändern 
  3. Wie geht’s dir Welt und was ist morgen?
  4. 500 junge Ideen, täglich die Welt zu verbessern
  5. Zukunft 2050: Wie wir schon heute die Zukunft erfinden
  6. Und jetzt retten wir die Welt: Wie du die Veränderung wirst, die du dir wünschst 
  7. Die Wolke
  8. Hörst du, wie die Bäume sprechen? Eine kleine Entdeckungsreise durch den Wald
  9. Welcher Gartenvogel ist das?: 100 Arten erkennen und beobachten
  10. „Fair für alle!: Warum Nachhaltigkeit mehr ist als nur bio“

 

 

 

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Vier Pioniere für den Klimaschutz

Dienstag, 05. Dezember 2017
Zusammenfassung: Vorbilder motivieren. Gerade das Engagement von Prominenten kann viele Menschen dazu bewegen, selbst aktiv zu werden – oder sich mit dem Thema aktiv auseinander zu setzen. Vier Beispiele für ein Engagement im Umwelt- und Klimaschutz.

 

Positive Entwicklungen anstoßen!

 

Das Rahmenprogramm der diesjährigen Weltklimakonferenz in Bonn hat es gezeigt: Auch Vorkämpfer in Sachen Klimaschutz können wie Popstars gefeiert werden. Bestes Beispiel war der Auftritt des ehemaligen US-Vizepräsidenten Al Gore. Ebenfalls für Beifall sorgte die Rede des ehemaligen Gouverneurs von Kalifornien Arnold Schwarzenegger – und es waren sicher nicht die Fans seiner früheren Terminator-Filme, die klatschten, als Schwarzenegger Kaliforniens Engagement im Bereich der Erneuerbaren Energien vorstellte. Für sein Enagement wurde Schwarzenegger nur wenig später mit dem Medienpreis „Umwelt-Bambi“ ausgezeichnet.

 

Die persönlichen Auftritte belegen, wie wichtig es ist, ein an sich abstraktes Thema – wie den globalen Klimaschutz – durch Beispiele und Projekte, aber auch durch Persönlichkeiten, Vorbilder und Pioniere greifbar und verstehbar zu machen.

 

 

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Serie: Element Wasser – Das unentbehrliche Lebenselixier

Dienstag, 17. Oktober 2017
Zusammenfassung: Die vier klassischen Elemente Erde, Luft, Wasser und Feuer haben alle einen wichtigen Anteil am Kreislauf des Lebens. Aber kaum ein anderes Element wird so stark mit dem Leben an sich in Verbindung gebracht, wie das Wasser. Dabei übernimmt das erfrischende Element vielfältige Aufgaben für Mensch, Natur und Klima.

 

 

Der blaue Planet.

Die vier klassischen Elemente Erde, Luft, Wasser und Feuer haben alle einen wichtigen Anteil am Kreislauf des Lebens.

 

Die Erde, der blaue Planet. Bilder aus dem Weltall üben eine hohe Faszination aus. Schließlich relativieren sie die scheinbare Wichtigkeit von den Dingen des Alltags und geben einen Blick auf das Große und Ganze. Der Blick von oben zeigt auch deutlich – die Erde ist zu 71 Prozent von Wasser bedeckt. Damit ist das Element Wasser eine der spezifischen Besonderheiten unseres Planeten und mit eines der grundlegenden Voraussetzungen unseres Seins

 

Mit seinem Wasseranteil ist der Menschkosmisch gesehen – dem Planeten Erde sehr ähnlich, denn auch der menschliche Körper besteht zu mehr als zwei Dritteln aus Wasser.

 

Der griechische Philosoph Thales von Milet ging davon aus, dass alles Leben auf der Erde seinen Ursprung im Wasser habe. Im dritten Teil unserer Serie „In die Lebensgrundlagen investieren“ betrachten wir daher heute das Element Wasser.

 

 

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Grüne Oasen – Die 3 schönsten botanischen Gärten

Freitag, 22. September 2017
Zusammenfassung: Botanische Gärten eröffnen den Einblick in die faszinierende Pflanzenwelt naher und ferner Länder. Unter freiem Himmel und in Gewächshäusern präsentiert sich eine biologische Vielfalt, die weltweit immer mehr bedroht ist. Damit sind botanische Gärten auch Botschafter für Biodiversität, Umwelt- und Klimaschutz.

 

 

Ein botanischer Garten ist bei jedem Wetter schön.

Spazieren gehen, natürliche Vielfalt erleben, die Sinne schärfen, Erholung spüren und dennoch – quasi im Vorbeigehen – Neues und Interessantes über die Pflanzenwelt erfahren. – Das alles bieten botanische Gärten, die auf der ganzen Welt zu finden sind.

 

Sicher, die ausgedehnten Gartenanlagen spielen natürliche Lebensräume nur nach und sind damit – streng genommen – ein Labor, in dem einheimische und exotische Pflanzen wissenschaftlich systematisiert und nach geographischen und ökologischen Gesichtspunkten geordnet präsentiert werden.

 

Durch diese Aufbereitung machen botanische Gärten auf der ganzen Welt jedoch auch die biologische Vielfalt der Erde für viele Menschen erlebbar. Damit sind die vielfältigen Gärten auch grüne Botschafter für den Erhalt der Biodiversität, für Umwelt- und Klimaschutz.

 

 

Wissenschaft und Erholung

Viele botanische Gärten zählen durchaus zu den touristischen Attraktionen ihrer Heimatstädte und sind wahre Besuchermagneten. Kein Wunder, denn die botanischen Gärten bieten zu jeder Jahreszeit eine üppige Flora und vertreiben – beispielsweise im Tropenhaus – den drohenden „Winter-Blues“. Und wo lässt sich sonst so unkompliziert und klimaschonend eine kleine Weltreise unternehmen und die fantastische Vielfalt exotischer Pflanzen, Bäume und Sträucher aus den entlegensten Gebieten den Erde entdecken, als in einem botanischen Garten.

 

Aber nicht nur die Erholung der Stadtbewohner ist eine Aufgabe der botanischen Gärten. Seit Jahrhunderten dienen sie dazu, die Pflanzenwelt genauer zu erforschen und vom Aussterben bedrohte Arten zu bewahren – eine wichtige Aufgabe, denn aktuell ist jede fünfte Pflanzenart vom Aussterben bedroht. Entsprechend sind viele botanische Gärten Universitäten angegliedert und helfen dort, umfangreiche wissenschaftliche Sammlungen anzulegen und Antworten auf die ökologischen Fragen unserer Zeit zu finden. Vielfach tauschen die Gärten untereinander seltenes Saatgut zum Schutz der Arten sowie zur Forschung und Bildung aus. So leisten botanische Gärten einen wichtigen Beitrag zum Artenschutz.

 

Aber auch außerhalb der wissenschaftlichen Nutzung sind die botanischen Gärten ein schöner und spannender Lern-Ort für jeden, der mehr über die Vielfalt der Pflanzenwelt erfahren will.

 

 

Kleine Geschichte der botanischen Gärten

Die Pflanzenwelt ferner Länder erleben.

Was macht einen botanischen Garten aus? – Die meisten botanischen Gärten verfügen über Freiland und Gewächshäuser zur Anzucht und Präsentation der Pflanzen. Dabei werden die botanischen Lebensräume in unterschiedlichen klimatischen Bedingungen nachempfunden und typische Pflanzengesellschaften zusammengestellt.

 

Klassische Bestandteile eines botanischen Gartens sind unter anderem das Arboretum, das auf Bäume und Sträucher beschränkt ist. Darüber hinaus stellen Tropen- und Wüstenhäuser die Pflanzenwelt äquatorialer, tropischer und subtropischer Gebiete dar. Im Alpinum werden die Pflanzen der Berglandschaft präsentiert. Die meisten botanischen Gärten verfügen über mehrere dieser Bestandteile und über zahlreiche weitere Schaugewächshäuser.

 

Derzeit gibt es weltweit rund 1.800 botanische Gärten auf allen Kontinenten außer Antarktika. In Europa existieren 400 Gärten, darunter auch der älteste botanische Garten der Welt, der Orto Botanico di Padova”. Der botanische Garten der Universität Padua/Italien wurde 1545 gegründet, befindet sich noch immer an seinem ursprünglichen Ort und ist mittlerweile zum Welterbe der UNESO. Bereits 1492 wurde das ebenfalls noch existierende Arboretum von Trsteno in der Nähe von Dubrovnik/Kroatien gegründet.

 

In Deutschland gibt es etwa 90 botanische Gärten mit mehr als 20 Millionen Besucher pro Jahr. Dort werden aktuell rund 50.000 Arten der rund 280.000 bekannten Blütenpflanzen, kultiviert und wissenschaftlich dokumentiert. Der älteste botanische Garten in Deutschland entstand 1580 in Leipzig. In den Folgejahren zogen die Universitäten Jena, Heidelberg, Gießen und Freiburg nach. Angegliedert waren die Anlagen als „Hortus Medicus“ meist der medizinischen Fakultät. Dort wurden, nach dem Vorbild klösterlicher Kräutergärten, Heilpflanzen kultiviert und deren Wirkstoffe erforscht.

 

 

Botanische Gärten – lohnende Ausflugsziele

Sowohl den Deutschen, als auch den Briten wird eine besondere Liebe zu Gärten und Parks nachgesagt. Das macht sich auch in der Top-3 der weltweit größten Botanischen Gärten bemerkbar. Neben den Royal Botanic Gardens in Kew, nahe London, zählen der Botanische Garten Rombergpark in Dortmund und der Botanische Garten Berlin zu den weltweit weitläufigsten Anlagen. Aber auch wer nicht in den Metropolen unterwegs ist, wird bei einem Ausflug in kleinere Städte Erholung und Inspiration in einem botanischen Garten finden können. Ein gute Tipp für Spaziergänge in Universitätsstädten: Hier gibt es oft eine große wissenschaftliche Einrichtung etwas außerhalb und den alten botanischen Garten, der eine Ruhe-Insel in Innenstadt-Nähe bietet.

 

Wer nun Lust auf einen Spaziergang der besonderen Art bekommen hat, sollte bei seinen nächsten Reisen, einen Abstecher in einen botanischen Garten machen. Zum Beispiel in einen der folgenden drei Gärten.

 

 

Der königliche – Royal Botanic Gardens – Kew/London

Wiese statt englischen Rasen.

Sightseeing in London beschränkt sich allzu oft auf Tower Bridge, Big Ben und Buckingham Palace. Aber die Weltmetropole hat auch ein paar Kilometer außerhalb der City einiges zu bieten. Eine knappe halbe Stunde von der Innenstadt mit der District Line nach Kew, wenige Minuten Fußweg durch das quirlige Zentrum des Vorortes und schon öffnen sich die Pforten des Kew Gardens, dem königlichen botanischen Garten Londons.

 

Jährlich besuchen ein bis zwei Millionen Menschen den botanischen Garten. Gemäß dem Leitspruch „Science and pleasure“ dient die ausgedehnte Gartenanlage sowohl der Wissenschaft, als auch dem Vergnügen und war mit dieser Philosophie richtungsweisend für die heutige Kultur der botanischen Gärten weltweit.

 

Faszinierender Baumkronenpfad – mit Blick nach London.

Die Kew Gardens zählen zu den ältesten botanischen Gärten der Welt und entstanden aus den exotischen Gärten den 17. Jahrhunderts, die sukzessive erweitert wurden. 1840 wurden die angelegten Gärten zum nationalen botanischen Garten erweitert. Es entstanden eine Bibliothek und das umfangreiche Herbarium. Aufgrund seiner umfangreichen Saatgutbank, genießt Kew heute einen hervorragenden wissenschaftlichen Ruf. In den letzten Jahren widmet sich Kew Gardens verstärkt der Umweltbildung und dem Naturschutz. Seit 2003 zählt der botanische Garten zum Unesco Welterbe.

 

Besonderheiten des Parks sind die Chinesische Pagode aus dem 18. Jahrhundert und die weltbekannten viktorianischen Gewächshäuser. Dort finden sich zahlreiche Pflanzen, die auf der nördlichen Halbkugel nicht heimisch sind. Darüber hinaus sind im Waterlily House einige der größten Wasserlilien der Welt zu finden. Der Park – die meisten Rasenflächen dürfen übrigens betreten werden – bietet aber auch außergewöhnliche Ein- und Ausblicke. Der Treetop Walkway, der Baumkronenpfad, bietet Besuchern eine außergewöhnliche Aussicht und einen nahen Einblick von oben in die Welt der Bäume.

 

 

Park und Museum – Botanischer Garten Berlin

Der Botanische Garten Berlin liegt im Bezirk Lichterfelde und ist mit einem Areal von mehr als 43 Hektar der größte botanische Garten in Deutschland. Die Anlage gehört als fakultätsunabhängige Einrichtung zur FU Berlin. Der Botanische Garten Berlin beherbergt rund 22.000 verschiedene Pflanzenarten und steht damit in Sachen Artenvielfalt weltweit an dritter Stelle.

 

Berlin ist immer eine Reise wert.

An den botanischen Garten ist das Botanische Museum Berlin Dahlem angegliedert. Beide Einrichtungen zählen jährlich rund eine halbe Million Besucher. Eröffnet wurde der Botanische Garten Berlin 1904. Seit dem hat die Anlage einige Rückschläge hinnehmen müssen. Nachdem der Garten im Krieg teilweise zerstört worden war, wurde die Anlage bereits 1945 wieder eröffnet. In den Zeiten der Berlin-Blockade wurden die Flächen zum Anbau von Gemüse zur Versorgung der Bevölkerung genutzt. 1950 wurde das Victoriahaus als erstes großes Gewächshaus wiedereröffnet, 1968 folgte das Große Tropenhaus.

 

Anfang des neuen Jahrtausends kürzte der Berliner Senat drastisch die Mittel für den Botanischen Garten, die Einrichtung stand kurz vor dem Aus. Die Schließung der Anlage konnte jedoch durch eine erfolgreiche Unterschriftenaktion abgewendet werden. Mittlerweile wurde der Botanische Garten mit rund 18 Millionen Euro vom Bund, der EU und des Landes von Grund auf saniert. In den weitläufigen Anlagen lässt sich zu jeder Jahreszeit ausgezeichnet flanieren, entspannen und entdecken. Wenn das Wetter einmal doch zu garstig ist, bieten Treibhäuser mit exotischen Pflanzen eine eindrucksvolle Einsicht in die Fauna anderer Erdteile. Dabei ist das Berliner Tropenhaus bereits gute einhundert Jahre alt und gleichzeitig das weltweit größte freitragende Gewächshaus.

 

Überhaupt ist der botanische Garten in Berlin ein Park der Superlative: die älteste Pflanze im Garten ist ein 160 Jahre alter Palmfarn. Als Wachstumswunder beeindruckt der Riesenbambus, der täglich bis zu 30 Zentimeter in die Höhe wächst. Außerdem steht in Berlin als echte botanische Rarität eine Welwitschie. Dieses Exemplar der seltenen Wüstenpflanze ist das Einzige, das in einem botanischen Garten Samen produziert.

 

 

Tropisches Flair in der Bankenmetropole – Palmengarten Frankfurt/Main

Grüne Oase im Großstadtdschungel.

Obwohl in Frankfurt alles gerne eine Spur größer ist – vor allem, wenn es um die Höhe der Bürogebäude geht – besticht der Frankfurter Palmengarten als vergleichsweise kleine Anlage durch einen besonderen Flair. Der 1871 eröffnete botanische Garten entstand auf Initiative der Frankfurter Bürger und ist 22 Hektar groß – und das in der begehrten Innenstadtlage der Bankenmetropole. An den Palmengarten schließt sich der Botanische Garten Frankfurt an, der zur biologischen Fakultät der Goethe-Universität gehört.

 

Der Palmengarten steht unter dem Leitmotiv „Pflanzen, Leben, Kultur“ und bietet ein breites Spektrum der weltweiten Pflanzenwelt. Angefangen beim Subantarktikhaus, über den Bambushain, die Steppenwiese, den üppigen Rosengarten, hin zum Tropicarium und Palmenhaus werden vielfältige Arten aus den unterschiedlichsten Klimazonen präsentiert. Darüber hinaus bietet der Palmengarten bereits seit 1980 für junge Besucher ein spezielles Programm als „Grüne Schule Palmengarten“. Außerdem finden im Palmengarten auch kulturelle Veranstaltungen statt. Bereits seit 1931 wird jährlich das Rosen- und Lichterfest gefeiert, das weit über die Stadtgrenzen hinaus Besucher anzieht.

 

 

Grüner Daumen hoch – auch bei Finanzfragen

Botanische Gärten stehen für Vielfalt der Natur und vermitteln eine praktische Erfahrung und Begegnung mit dem Artenreichtum der Erde. Klimakrise und Umweltzerstörung bedrohen jedoch die Biodiversität und letztlich auch die Zukunft unseres Planeten. Wer darüber nachdenkt, kommt schnell auf triste Gedanken. Dagegen helfen zwei Maßnahmen. Erstens: Ein Gang durch die Natur, zum Beispiel durch einen botanischen Garten. Zweitens: nachhaltig Denken und Handeln.

 

Ganz einfach geht das zum Beispiel bei Finanzfragen, denn Geld übt eine starke und lenkende Wirkung aus. Wer also bei Geldanlagen auf ethische und ökologische Investments setzt, leistet bereits einen positiven Beitrag zu Nachhaltigkeit.

 

Wie es geht? Am besten mit einem erfahrenen Finanzdienstleister, wie beispielsweise Grünes Geld. Die Experten für nachhaltige Geldanlagen bieten passende Investments für nahezu jeden Anlegertyp und jede Anlagesumme, ob Vermögensverwaltung oder Geldanlage.

 

 

 

 

 

Portraitfoto Gerd Junker Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.

Urlaub Teil 1 – 7 Tipps für klimafreundliche Entspannung

Freitag, 14. Juli 2017
Zusammenfassung: In den Sommermonaten ist bei vielen Menschen Urlaubszeit. Zeit, die ganz unterschiedlich genutzt werden kann. Besonders angenehm: Wenn die sinnvolle Entspannung Mensch, Natur und Klima gleichermaßen nutzt.

 

 

 

Sommer – jetzt Fernweh oder Ruhebdürfnis stillen!

Natürlich kann jeder Arbeitnehmer seine Urlaubstage nehmen, wann immer es ihm beliebt, beziehungsweise wie es mit dem Unternehmen und den Kollegen zu vereinbaren ist. Dennoch sind die Sommermonate untrennbar mit Ferien, Urlaub, Reisen und Entspannung verbunden. Und wer zu Schulzeiten sechs freie Wochen schätzen und lieben gelernt hat, freut sich auch im weiteren Leben über eine Verschnaufpause in dieser Zeit.

 

Wo das am besten geht, haben wir übrigens in unserem Beitrag über nachhaltige Urlaubsregionen dargestellt.

 

„Wer lebt, stört“, schrieb einst Tankred Dorst. Und auch wenn der kürzlich verstorbene Dramatiker diesen Satz mehr auf die Abgründe des zwischenmenschlichen Lebens bezogen hat, so ist die Essenz auch in Zeiten der Klimakrise und Umweltzerstörung zutreffend. Denn wer lebt, konsumiert, mobil ist, reist – kurzum aktiv am Leben teilnimmt, erzeugt auch eine ganze Menge klimaschädlicher Treibhausgase und hinterlässt durch seinen Wasser- und Ressourcenverbrauch einen tiefen ökologischen Fußabdruck.

 

 

 „Bleibe im Lande und nähre dich redlich?“

Sicher ist der biblische Rat, zu Hause zu bleiben und keine Abenteuer in fernen Landen zu suchen, gut für die Umwelt. Es spricht aber auch einiges gegen die extreme Stubenhockerei. Denn auch die alte Weisheit „reisen bildet“ wird – nicht zu Unrecht – immer wieder bemüht. Wer mit offenen Augen unterwegs ist, lernt die Welt kennen und erweitert seinen Horizont. Der Austausch mit Menschen aus anderen Regionen, Ländern und Kulturen ist bereichernd. Andere Landschaften präsentieren eine ungewöhnliche Tier- und Pflanzenwelt. Fremde Speisen geben eine Idee von der globalen Vielfalt – abseits vom Einheitsgeschmack. Und was man kennen- und schätzen gelernt hat, ist man auch bereit zu bewahren und zu schützen.

 

 

7 klimafreundliche Tipps zur Entspannung

Gleichgültig, ob Sie sich in diesem Sommer für ein weiteres oder näheres Reiseziel entscheiden – oder das heimische Sofa beziehungsweise den Liegestuhl zu ihrem Lieblingsort wählen, wir von Grünes Geld wünschen Ihnen jedenfalls eine entspannte Zeit, gute Erholung und viele interessante Erlebnisse und Begegnungen. Als kleine Anregung haben wir für Sie sieben klimafreundliche Tipps zusammengestellt, die Ihre persönliche Sommerzeit bereichern können.

 

 

Tipp 1: Ecocamping statt Glamping

Camping – ganz nah an der Natur.

Die feste Behausung verlassen und raus ins Freie. Camping hat schon lange das Billig-Urlaub-Image verlassen und  in allen Einkommens- und Altersklassen seine treuen Fans gefunden. Dass die Gruppe der Camping-Freunde sich weiter vergrößert, liegt an zwei neuen Trends auf dem Campingplatz.

 

Da ist zum einen das Glamping“. Der Begriff setzt sich aus den beiden Wörtern „Glamour “ und Camping zusammen. Damit ist bereits der Name Programm. Denn wem Camping bislang zu beschwerlich war oder wer bereits damit Schwierigkeiten hatte, das Zelt aufzubauen und am Bunsenbrenner Mahlzeiten zu bereiten, kann beim Glamping einen gewissen Komfort genießen. Beim „Glamping“ stehen trendige und moderne Lodge-Zelte oder andere Mobilheime bereits fix und fertig eingerichtet bereit. Vom Hotelaufenthalte unterscheidet sich diese Unterkunft durch ihre Nähe zur Natur, vom klassischen Camping durch den ungewöhnlichen Komfort.

 

Auf der anderen Seite ist das „Ecocamping“ im Kommen. Beim Ecocamping setzen die Campingbetriebe auf ein besonders umwelt- und klimafreundliches Angebot. Beispielsweise werden zur Warmwasserbereitung Solarkollektoren genutzt und Strom von der platzeigenen Photovoltaikanlage zur Verfügung gestellt. Auch das klassische Konservenangebot vom Campingplatz-Kiosk sucht man hier vergeblich. Beim Ecocamping können Outdoor-Freunde nachhaltig produzierte Lebensmittel aus der Region kaufen und zubereiten. Damit die klimabewussten Camper auch ohne Auto anreisen können, bieten viele Plätze auch die komplette Campingausstattung im Verleih an.

 

 

Tipp 2: Ausflüge statt Fernflüge

Wer eine Fernreise plant, hat zunächst einmal einiges an Arbeit und Kosten vor sich. Das beginnt bei der langwierigen Recherche bezüglich der unterschiedlichen Reiseanbieter, geht über die Beschaffung notwendiger Impfungen und Reisedokumente bis hin zum Packen für alle Eventualitäten. Wenn die ersehnte Traumreise dann nicht hundertprozentig den Wünschen entspricht, ist die Enttäuschung oft groß. Wer in den Ferien auf unterschiedliche Wünsche und Bedürfnisse eingehen muss, ist oft mit einem nahen Reiseziel und vielfältigen Ausflügen gut beraten. Das schont Nerven, Reisekasse und Klima gleichermaßen und sorgt dennoch für vielfältige neue Erfahrungen.

 

 

Tipp 3: Straßenbahn statt Straßenkreuzer

Unterwegs den richtigen Weg finden …

Im Urlaub aktiv und auf eigene Faust das Land kennenlernen. Um vor Ort mobil zu sein, setzen viele Touristen auf Leihwagen. Das kann in wenig besiedelten Gegenden alternativlos sein. In Städten sollten Urlauber jedoch auf die lokalen Verkehrsmittel zurückgreifen. Gerade mit dem öffentlichen Nahverkehr kommt man in den europäischen Metropolen gut ans Ziel, muss sich nicht auf den Verkehr konzentrieren und erlebt Land und Leute ganz unmittelbar. Natürlich muss auch am Urlaubsziel ein Fahrschein gelöst werden. Wer sich vor dem Tarifdschungel fürchtet, dem sei ein Besuch in der estnische Hauptstadt ans herz gelegt. Denn in Tallin sind seit 2013 die öffentlichen Verkehrsmittel kostenlos.

 

 

Tipp 4: Weg statt Ziel – Entschleunigen

Unzählige Alltäglichkeiten entstehen aus Zeitnot. So wird beispielsweise das Auto für kurze Strecken eingesetzt, um Zeit zu sparen. Das ist menschlich verständlich, wenn auch nicht gut für das Klima. Die freie Zeit einmal bewusst nutzen, um all das zu tun, wofür im täglichen Arbeitsalltag keine Zeit bleibt – das schärft den Sinn für die Veränderbarkeit von Gewohnheiten und entschleunigt auf angenehme Weise.

 

Eine Abkühlung finden und entschleunigen …

Warum also nicht einmal eine lange Wandertour entlang einer reizvollen Landschaft unternehmen. Das Ziel ist dabei zweitrangig. Interessant sind alte Kultur- und Pilgerwege wie etwa die vielfältigen Teilstrecken des Jakobswegs, die sich über ganz Europa – auch weit ab vom Getümmel in Santiago de Compostela – erstrecken oder den Olavsweg in Skandinavien. Auch wer in die Ferne schweift, kann beim Wandern Ruhe finden. Der 3.500 Kilometer lange Fernwanderweg Appalachian Trail verspricht ein USA-Bild, abseits der gängigen Berichterstattung.

 

Wer den Weg genießen kann, bekommt unterwegs die erwünschte Entspannung. Auch Rad fahren kann diesen Erholungseffekt herbeiführen. Zugliebhaber schwören teilweise auch bei langen Wegen auf Nahverkehrsverbindungen und selbst Autofahrer schonen mit mehr Zeit Tank und Umwelt.

 

 

Tipp 5: Anregungen statt Aufregungen

Die Generalversammlung der Vereinten Nationen hat 2017 zum „International Year of Sustainable Tourism for Development“ erklärt. Grund für diese Entscheidung war es, dass ein nachhaltig konzipierter Tourismus einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung der Regionen beitragen kann.

 

Entscheidend dafür sind existenzsichernde und menschenwürdige Arbeitsplätze, verbesserte Handelschancen vor Ort sowie die Möglichkeit zur Völkerverständigung und der Wertschätzung anderer Kulturen. Das gilt für den internationalen Tourismus genauso, wie für den Tourismus im eigenen Land.

 

Gerade der Urlaub im eigenen Land – ohnehin das Lieblingsreiseland der Deutschen – wartet mit insgesamt 41 UNESCO Welterbestätten auf. Damit die Deutschlandreise nicht kreuz und quer geht und der thematische Faden nicht abreißt, wurden die vielfältigen Naturlandschaften und pulsierenden Städte in acht abwechslungsreichen UNESCO-Routen zusammengefasst.

 

So führt beispielsweise die rund 750 Kilometer lange Route „Visionäre und Vordenker“ ihre Besucher von Berlin mach Frankfurt. Stationen sind unter anderem die Bauhaus-Stadt Dessau, Orte der Reformation wie Eisleben und Wittenberg sowie die Heldenstadt Leipzig.

 

Wer im Urlaub weniger Kultur und mehr Natur bevorzug, findet mit der Route „Zwischen Alpen und Bodensee“ landschaftlich reizvolle Ziele zwischen Stuttgart und München.

 

 

Tipp 6: Probieren statt studieren

Entspannung und Erholung bedeutet für viele Menschen auch, den Kopf frei machen von den alltäglichen Anforderungen. Die freie Zeit ist auch eine gute Gelegenheit, neue Dinge auszuprobieren und zu erlernen. Am liebsten etwas, was die Sinne belebt und rein gar nichts mit der beruflichen Tätigkeit zu tun hat. Hoch im Kurs stehen seit Jahren Sportangebote wie Nordic Walking, Yoga, aber auch ausgefallenere Kurse wie Zen-Bogenschießen spricht viele an.

 

Selbstgemacht – mit viel Zeit und Muse!

Auch wenn Kochen im Alltag eine teilweise lästige Aufgabe darstellt, freuen sich viele Erholungssuchende über Kochkurse, die zu einer kulinarischen Weltreise oder zu einer speziellen Richtung einladen. Das Schöne an diesen Kursen – wer später zu Hause im Alltag etwas nachkocht, holt sich das Urlaubsgefühl – wenigstens für eine Weile – wieder zurück.

 

Kochen spricht verschiedene Sinne an. Es kann aber auch eine interessante Erfahrung sein, sich einmal auf einen Sinn besonders zu konzentrieren. Zum Beispiel den Geschmackssinn. Einen Geschmack zuverlässig – ohne die üblichen optischen und werblichen Einflüsse – zu identifizieren ist eine große Kunst, die ein hohes Maß an Achtsamkeit erfordert. Degustationskurse wird das Bewusstsein für Aromen und Geschmacksrichtungen geschult. Angeboten werden diese Seminare von Weinkellereien, Kaffeeröstereien, Schokoladenmanufakturen, Ölmühlen und vielen anderen Herstellern.

 

 

Tipp 7: Machen statt zuschauen

Hilfsprojekte im Urlaub aktiv unterstützen – sicher nicht für jeden eine geeignete Urlaubsbeschäftigung. Für einige jedoch sicher eine sinngebende Erfahrung, aus der Kraft für den Alltag geschöpft werden kann.

 

Gesucht werden dabei nicht nur Ärzte zum Einsatz in Krisengebieten. Mittlerweile existieren Plattformen unterschiedlicher Anbieter, die Helfer mit den unterschiedlichsten Fähigkeiten und unterschiedlichen Zeitbudgets an Projekte vermitteln. Die Plattform TeachSurfing beispielsweise vermittelt auch für kurze Zeiträume Reisende an Projekte, um erste Sprachkenntnisse zu unterrichten  oder Freizeitaktivitäten zu betreuen. Reiseanbieter Travel Beyond vermittelt Hilfswillige in verschiedene Länder und organisiert die gesamte Reise. Unter anderem werden Trinkwasserprojekte in Äthiopien oder Regenwaldprojekte in Ecuador unterstützt.

 

Anpacken bei gemeinsamen Hilfsprojekten.

Auch ökologische Projekte freuen sich über Freiwilligenarbeit. Bei Biosphere Expeditions oder dem Earthwatch Institute  können Urlauber gemeinsam mit Wissenschaftlern und Experten an Artenschutz-, Naturschutz- und Hilfsprojekten arbeiten, für die ansonsten aus dem universitären Betrieb keine Mittel zur Verfügung stehen.

 

Die meisten Projekte sind in Asien, Süd- und Mittelamerika und Afrika angesiedelt. Um in diesen Bereichen aktiv zu sein, ist aber nicht zwingend eine weite Reise notwendig. Umwelt- und Naturschutzverbände benötigen immer wieder ehrenamtliche Helfer. Unterstützung ist beispielsweise zu Zeiten der Krötenwanderung gefragt, aber auch die regelmäßige Überwachung und Pflege von Nist- und Brutkästen, Wasserqualitäten und ähnliche Arbeiten erfordern begeisterte Mitstreiter.

 

Grabe wo du stehst – Selbst archäologische Ausgrabungen und Kartierungen können im Urlaub zu Hause angegangen werden. Dabei werden Laien von Wissenschaftlern angeleitet, sind hautnah an den Projekten beteiligt und erfahren viel über die heimische Region und über ihre eigenen Fähigkeiten. Wer mehr zur Theorie neigt, die Arbeit in Archiven nicht scheut und sich für die Entwicklung der Region und die Sozial- und Mentalitätsgeschichte interessiert, kann sich in lokalen Geschichtsvereinen und Geschichtswerkstätten auch temporär – engagieren.

 

Grünes Geld, Ihr Experte für nachhaltige Geldanlagen wünscht Ihnen einen erholsamen, erlebnisreichen oder auch abenteuerlichen Urlaub – eben einen Sommer, wie Sie ihn sich wünschen! Und wenn Sie etwas für die Reduktion des CO2 Fußabdrucks Ihrer Urlaubsreise tun möchten, investieren Sie nachhaltig! Seien es nun Anlagen in Klimaschutz oder Aufforstungsprojekte. Neben der Gutschrift der finanziellen Rendite können Sie damit noch einen Bonus auf Ihr CO2 Konto verbuchen.

 

 

 

 

Carmen Junker

Verfasser des Beitrages: Carmen Junker ist Gründerin der Grünes Geld GmbH und Geschäftsführerin der Grünes Geld GmbH. Carmen Junker:“ Ein Grund mein berufliches Wirken speziell auf die Nachhaltige Geldanlage auszurichten ist, die Welt ein Stück positiver zu gestalten mit den Mitteln und Kenntnissen die mir zur Verfügung stehen. Aus der Verantwortung für die kommende Generation und weil ich selbst noch einige Jahre auf diesem schönen Planeten verbringen möchte“.

 

Nationalparks – Natur pur

Freitag, 09. Juni 2017
Zusammenfassung: Deutschland ist eine Industrienation, dennoch ist ein Drittel der Landesfläche mit Wäldern bedeckt. Unberührte Natur ist jedoch selten, denn die Wälder sind größtenteils Wirtschaftswälder. Für den Erhalt einer reichen Biodiversität gibt es jedoch verschiedene Schutzgebiete, die – je nach Ausweisung – unterschiedliche Aufgaben übernehmen. Dabei verbinden Nationalparks - nicht nur in Waldgebieten - ökologische Aufgaben mit ökonomischen Vorteilen.

 

 

Naturbelassene Wälder sind selten geworden.

Deutschland zählt zu den führenden Industrienationen weltweit. Innerhalb der Europäischen Union gehört das Land zugleich auch zu den waldreichsten Ländern. Knapp ein Drittel des gesamten Landes ist mit Wald bedeckt , dabei hat sich die Waldfläche im letzten Jahren sogar wieder leicht um 0,4 Prozent vergrößert. Insgesamt sind das rund 90 Milliarden Bäume auf 11,4 Millionen Hektar Land, die als Ökosystem einen wichtigen Beitrag zum Klima- und Umweltschutz leisten.

 

Wälder werden aber auch seit Jahrhunderten als Wirtschaftswälder genutzt – und das nicht immer nach den Prinzipien der Nachhaltigkeit, die im 18. Jahrhundert formuliert wurden und den langfristigen Erhalt der Baumbestände zum Ziel hatten, denn der Raubbau an der Natur ist nicht allein ein Phänomen der Moderne. Entsprechend dem Werk „Silvicultura Oeconomica“ von Hans Carl von Carlowitz sollten stets nur die Menge an Bäumen entnommen werden, wie auch wieder aufgeforstet werden können.

 

Durch die wirtschaftliche Bedeutung von Holz kam es jedoch in der Geschichte immer wieder zu größeren Entnahmen. Mit einem Anteil von 99 Prozent überwieg der Hochwald, der durch Naturverjüngung, Saat und Pflanzung entsteht. Nur noch geringe Anteile haben der Niederwald, bei dem Bäume in kurzen Abständen entnommen werden, sowie der Mittelwald, der beide Wirtschaftsformen kombiniert.

 

 

Keine unberührte Natur

Schon die forstwirtschaftliche namentliche Einteilung der Waldgebiet macht deutlich, dass es echte Urwälder – also Primärwälder, in die der Mensch nicht eingreift, in Deutschland nicht mehr gibt. Urwaldähnliche Gebiete existieren jedoch im Rahmen einiger Nationalparks. Hier hat die Natur Vorrang vor den Bedürfnissen der Menschen.

 

 

 

 

 

 

Zudem sieht das Bundesnaturschutzgesetz noch weitere Schutzgebiete vor, deren Besonderheiten jeweils geregelt sind. Einen besonderen Gebietsschutz zur Erhaltung wildlebender Tier- und Pflanzenarten bieten demnach auch ausgewiesene Naturschutzgebiete, Landschaftsschutzgebiete und Naturparks. Einzelne Landschaftsteile werden als Naturdenkmale oder geschützte Landschaftsbestandteile unter besondere Aufsicht gestellt. Ebenfalls im Naturschutzgesetz verankert ist der Biotopschutz. Darüber hinaus gibt es als europäische Richtlinie die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie, die Teil des europäischen Biotopverbundsystems Natura 2000 sein soll.

 

Die Gesellschaft stärker für die Bedeutung des Natur- und Artenschutz und die verantwortungsvolle und schonende Nutzung der Ressourcen zu sensibilisieren, ist Aufgabe und Ziel der „International Union for Conservation of Nature and Natural Resources“, kurz IUCN. Die Nichtregierungsorganisation veröffentlicht die „Rote Liste der gefährdeten Arten“ und kategorisiert nationale Schutzgebiete, um sie international vergleichbar zu machen.

 

Dafür hat die IUCN Standards für den Natur- und Artenschutz entwickelt. Die Organisation mit Sitz in der Schweiz wurde 1948 gegründet und verfügt über Niederlassungen in mehr als 60 Ländern weltweit. Außerdem genießt die IUCN einen Beobachterstatus bei der UN-Vollversammlung. Zu den Mitgliedern der IUCN zählen in Deutschland unter anderem das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, das Bundesamt für Naturschutz, der Bund Naturschutz, der Naturschutzbund Deutschland sowie die Zoologische Gesellschaft Frankfurt.

 

 

Nationalparks – Die große Idee

Der erste Nationalpark weltweit: Yellowstone/USA.

Nationalparks gibt es in vielen Ländern der Welt. Im Allgemeinen werden diese großen Schutzgebiete von der jeweiligen Regierung verwaltet und sollen die natürliche Entwicklung der heimischen Tier- und Pflanzenarten fördern. Die Nationalparks werden zwar in einem gewissen Sinne gepflegt, das Eingreifen des Menschen soll jedoch möglichst gering gehalten werden. Außerdem werden die Gebiete auch aktiv vor Umweltverschmutzung geschützt.

 

Neben der wichtigen ökologischen Aufgabe der Nationalparks, werden die Gebiete jedoch auch touristisch vermarktet und sollen der Erholung dienen. Die Idee der Nationalparks entstand im 19. Jahrhundert in verschiedenen Ländern. Gemeinsames Ziel war es, die ursprüngliche Natur zu bewahren und für kommende Generationen erlebbar zu machen. Die ersten Nationalparks entstanden in den USA. 1864 wurde ein erstes Schutzgebiet ausgewiesen, das heute Teil des Yosemite National Park ist. Der weltweit erste offizielle Nationalpark war der Yellowstone National Park, der 1872 eröffnet wurde. Die nationale Bedeutung der Schutzgebiete spiegelt sich auch in der behördlichen Zuständigkeit wider: Die Nationalparks der USA liegen im Verantwortungsbereich einer eigenständigen Behörde des Innenministeriums.

 

In den folgenden Jahrzehnten setzte sich die Idee der nationalen Schutzgebiete weiter durch. Es folgten große Parks in Kanada, Australien und Neuseeland. Die ersten europäischen Nationalparks entstanden 1909 in Schweden. Dort wurden gleich neun Gebiete als Nationalparks ausgewiesen.

 

 

Mensch als Teil der Natur

Rentiere in Lapponia – das Schutzgebiet bezieht auch den Menschen mit ein.

Dabei gingen die Skandinavier einen Schritt weiter und berücksichtigten auch den Menschen als Teil des Schutzgebietes. So wurde dem indigenen Volksstamm der Samen im Norden des Landes teilweise Nutzungsrechte für ihre Rentierherden eingeräumt.

 

Ein wichtiger Punkt in der Entwicklung der Parks, denn das Nutzungsverbot in anderen Teilen der Erde führte in vielen Fällen zur Vertreibung der einheimischen Völker, die vormals im Einklang mit der Natur gelebt haben, von ihrem angestammten Land. Die Annahme, dass der menschliche Eingriff prinzipiell schädlich für die Natur sei, entsprang dabei der unreflektierten Erfahrung des eigenen ausbeuterischen Umgangs mit der Natur.

 

Der Gedanke, die lokalen Gemeinschaften als Teil Natur mit in die Nationalparkkonzepte miteinzubeziehen, setzt sich erst in den letzten Jahren durch, vor allem durch deren eigene Initiative, durch. In eine ähnliche Richtung zielt auch die Ausweisung einer Region als Biosphärenreservat. Bei diesem Projekt der UNESCO werden neben den Aspekten der Ökologie und Nachhaltigkeit auch die sozio-kulturellen Aspekte mit einbezogen und der Mensch als Bestandteil des Ökosystems gesehen.

 

 

Nationalparks zählen zu den nationalen Assets

Auf dem Weg zum Urwald.

Nationalparks sind heute weltweit etabliert und stehen dabei auch für die Besonderheiten und Werte des jeweiligen Landes. Aktuell gibt es mehr als 2.200 Nationalparks in rund 120 Ländern der Erde und umfassen nahezu alle Landschaftstypen. Die weltweite Koordination obliegt der IUCN.

 

Voraussetzung für einen Nationalpark ist es, dass drei Viertel der Fläche sich selbst überlassen werden, um das Ökosystem langfristig zu schützen. Im Gegensatz zu einem Totalreservat, sind verschiedene Eingriffe erlaubt, um das gestörte ökologische Gleichgewicht wiederherzustellen. Beispielsweise durch die Bestandsregulierung von Wild, die Wiederansiedlung lokal ausgerotteter Arten oder die Beseitigung nicht heimischer Arten.

 

Ein Viertel der Fläche darf auch wirtschaftlich genutzt werden, etwa durch Landwirtschaft, Fischerei oder Brennholzentnahme. Darüber hinaus stehen weite Teile der Nationalparks für Besucher offen und sollen so auch als Lernort dienen und Erholung und Entspannung in der Natur fördern

 

 

Nationalparks in Deutschland

Natur Natur sein lassen.

Die Ausweisung von Naturdenkmälern und den vielfältigen Naturschutzgebieten als Nationalparks begann in Deutschland erst in den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Mittlerweile gibt es 16 deutsche Nationalparks, die insgesamt 0,6 Prozent der Landfläche einnehmen. Nicht gezählt sind dabei die marinen Flächen der Nord- und Ostsee.

 

Der Wert ist vergleichsweise niedrig, Nachbarländer wie beispielsweise Österreich können immerhin einen Flächenanteil von 2,8 Prozent an Nationalparks ausweisen. Allerdings verfügt Deutschland neben den offiziellen Nationalparks über mehr als 8.500 Naturschutzgebiete, die zusätzlich 2,8 Prozent der Landesfläche ausmachen.

 

Als erster deutscher Nationalpark ging 1970 der Bayerischer Wald an den Start. Das Konzept, den Wald als Urwald seiner eigenen Entwicklung zu überlassen, war damals ungewöhnlich, stellte aber die Weichen für die weitere Entwicklung der Nationalpark-Idee in Waldgebieten. Auch nach einem heftigen Gewittersturm 1983 wurde die beschädigte Fläche nicht aufgearbeitet, sondern konsequent die Leitidee „Natur Natur sein lassen“ verfolgt.

 

Das Waldgebiet entlang der Grenze zu Tschechien verfügt über einen dichten Bewuchs, eine vielfältige Fauna und Flora und entwickelt sich zu einem bodenständigen Urwaldgebiet. Dass von einem weitsichtigen Nationalpark-Management nicht nur die Natur sondern auch der Mensch profitiert, bewahrheitet sich im Nationalpark Bayerischer Wald, der zu den beliebtesten Urlaubsregionen im Land zählt. Besonders attraktiv ist hier auch die Vernetzung mit dem Nationalpark Böhmerwald (Šumava). Die beiden Parks bilden zusammen das größte zusammenhängende mitteleuropäische Waldgebiet.

 

Im Nationalpark Bayerischer Wald ist – gemäß der Richtlinien der IUCN in vier Zonen eingeteilt. In der Naturzone, die aktuell rund 67 Prozent der Fläche einnimmt, haben die natürlichen Prozesse Vorrang. Dort sind grundsätzlich keine menschlichen Eingriffe vorgesehen.

 

Innerhalb der Entwicklungszone, rund 10 Prozent der Fläche, werden die Wälder schrittweise ihrer natürlichen Entwicklung überlassen. Rund 21 Prozent des Gebietes zählen zum Randbereich, dort werden Waldschutzmaßnahmen durchgeführt. Die verbleibende Fläche wird als Erholungszone gemanagt. Dort sorgt die Nationalparkverwaltung für die Sicherheit der Nationalparkbesucher.

 

 

Die Nationalparkidee macht Schule

1978 folgte mit dem Nationalpark Berchtesgaden ein alpines Schutzgebiet. In den achtziger Jahren folgen vier Nationalparks in den Küstenregionen Niedersachsen, Schleswig Holstein, Hamburg und Mecklenburg Vorpommerns. Dabei konnten die Wattenmeer-Nationalparks besonders viel Aufmerksamkeit für die ökologische Bedeutung der Meere auf sich ziehen.

 

Baumkronenpfade ermöglichen eine neue Perspektive.

In den neunziger Jahren kamen fünf Nationalparks in Ostdeutschland dazu. Hier machte besonders der Nationalpark Hainich in Thüringen von sich Reden: Da der Hainich lange ein mili­tärisches Sperrgebiet war und kaum betreten und genutzt wurde, konnten sich die dortigen Waldbestände ungestört und urwaldähnlich entwickeln. Bei den Besuchern besonders beliebt ist dabei der Baumkronenpfad, der eine neue Sicht auf das Ökosystem Wald ermöglicht.

 

In den 2000er Jahren entdeckten auch zunehmend die deutschen Mittelgebirge die Vorteile einer Nationalparkausweisung. Mit Eifel, Kellerwald, Harz und Hunsrück ergänzten vier Regionen die Nationalparkkarte. Seit 2014 dabei ist außerdem der Nationalpark Schwarzwald.

 

 

Ökologie und Ökonomie miteinander verbinden

Der ökologische Gewinn durch Nationalparks wird kaum noch angezweifelt. In vielen Regionen hat sich zudem gezeigt, dass sich das ökologische Engagement auch langfristig wirtschaftlich auszahlt.

 

Im Zuge des naturnahen sanften Tourismus haben sich nicht nur die landschaftlich herausragenden Regionen am Alpenrand und am Wattenmeer gut entwickelt, auch Regionen, in denen der Fremdenverkehr vormals kein besonderer Wirtschaftsfaktor darstellte, haben viele neue Freunde gefunden. Ein gutes Beispiel dafür sind die vielfältigen Wanderangebote in den ehemals strukturschwachen Gebieten von Eifel und Hunsrück.

 

Ökonomie und Ökologie sind also eine gute Kombination, auch bei Geldanlagen. Denn wer sein Geld sozial und ökologisch sinnvoll investiert, hat nicht nur Anteil an einer positiven Entwicklung, sondern kann sich auch über attraktive Erträge freuen. Grünes Geld, erfahrener Anbieter nachhaltiger Anlagen, berät Sie gerne.

 

 

 

 

 

 

 

 

Portraitfoto Gerd Junker

Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.

Klimaschutz im Alltag – 10 gute Ideen

Dienstag, 06. Juni 2017
Zusammenfassung: Große Weltrettungsaktionen sind das Werk vieler. Mit 10 einfachen Ideen für mehr Klimaschutz und Nachhaltigkeit hat jeder Einzelne im Alltag die Möglichkeit, seinen Beitrag zu leisten und die Welt auch für kommende Generationen lebenswert zu erhalten.

 

 

Das Pariser Abkommen auf den Kopf gestellt.

Der Juni startete sonnig, für das globale Klima gab es jedoch schlechte Nachrichten. Der US-amerikanische Präsident Donald Trump verkündete offiziell den Ausstieg seines Landes aus dem Pariser Klimaschutzabkommen. Das Abkommen, so Trump, sei ungerecht, die Reduzierung von klimaschädlichen Treibhausgasen sei zu teuer für sein Land.

 

Positiv an der Entwicklung: Offensichtlich beurteilen große US-Unternehmen und viele Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens die Lage völlig anders. Unter anderem erklärte der Chef von General Electric, dass – angesichts der Realität des Klimawandels – die Industrie jetzt die Führung übernehmen müsse und sich nicht auf die Regierung verlassen könne.

 

Gegen Trumps Entscheidung richteten sich auch die Unternehmensführungen von Branchengrößen wie dem Elektronikhersteller Apple und dem Sportartikelunternehmen Nike. Der CEO des Elektroautobauers Tesla, Elon Musk, erklärte zudem, dass er Donald Trump zukünftig nicht mehr beraten werde. Wie es weiter gehen wird, ist eine Frage, über die sich Trump sorgen muss, denn auch wenn die Klimakrise noch lange nicht abgewendet ist zeigt sich, dass die Notwendigkeit des Klimaschutzes und die Förderung Erneuerbarer Energien mehrheitliche internationaler Konsens sind.

 

Manchmal picksig – aber es lohnt sich!

Seit 45 Jahren wird am 5. Juni der „Internationale Tag der Umwelt“ begangen. An diesem Aktionstag der Vereinten Nationen beteiligen sich rund 150 Staaten, um die vielfältigen Zusammenhänge zwischen Umweltzerstörung und Bedrohung der Menschheit aufzuzeigen. Während dieses langen Zeitraum – vom Beginn der siebziger Jahr bis heute – haben sich die Akzente im Umweltschutz verändert. Während in den Anfangsjahren Themen wie Gewässerschutz und Maßnahmen gegen sauren Regen und Waldsterben im Vordergrund standen, rückten in den letzten Jahren verstärkt Themen des Klimaschutzes in den Vordergrund, denn die Klimakrise stellt die Klammer für nahezu alle Bedrohungsszenarien dar.

 

Im Dezember haben wir in unserem Blog drei Ideen für gute Vorsätze im neuen Jahr gegeben. Jetzt – fast ein halbes Jahr später – sind die Vorsätze sicher längst abgehakt, in Fleisch und Blut übergegangen und aus dem Alltag nicht mehr weg zudenken? Oder kam ständig das ein oder andere dazwischen und die Umsetzung der Ideen schlummert zwar noch im Hinterkopf, ist aber vorerst noch auf der langen Liste der Dinge, die dringend noch erledigt werden sollten. Wie auch immer…heute möchten wir nachlegen und nochmals aufrütteln.

 

Für kleine und große Maßnahmen in Sachen Umwelt-, Klimaschutz und mehr Nachhaltigkeit im Alltag ist es nie zu spät. Am leichtesten fällt es den Meisten, mit Kleinigkeiten zu beginnen, die leicht und schnell zu realisieren sind. Deshalb haben wir heute zehn Ideen für mehr Klimaschutz im Alltag zusammengetragen, deren Umsetzung nur einen kleinen Aufwand bedeutet, jedoch eine große Wirkung zeigen kann.

 

 

1. Auf dem Wochenmarkt einkaufen – regional & reichhaltig

Wer Lebensmittel aus der Region einkauft, schont das Klima. Denn lange Transportwege entfallen. Zudem wird die regionale Wirtschaft gestärkt, denn das Geld landet nicht bei den großen multinationalen Lebensmittelkonzernen. Gut ist es außerdem, saisonales Obst und Gemüse zu bevorzugen, denn so werden CO2-Emissionen vermieden, die durch die Zucht in beheizten Gewächshäusern oder durch die Aufbewahrung in Kühlhäusern entstehen. Wer außerdem auf Ware aus ökologischem Anbau setzt, ist in Sachen Klimaschutz auf der sicheren Seite. Gerade im Sommer macht der Einkauf auf den lokalen Wochen- und Bauernmärkten sowie bei den örtlichen Einzelhändlern besonders viel Spaß, denn das reichhaltige Angebot an Beeren, Früchten, Kräutern, Salaten und vielfältigen Gemüsesorten macht Lust auf gute Küche. Zudem finden Gartenfreunde hier auch eine reichhaltige Auswahl an Pflanzen. Ergänzt wird das Angebot vielfach durch lokale Milch-, Fleisch- und Fischprodukte, Honig und Marmeladen sowie Backwaren von Handwerksbetrieben.

 

 

2. Stell’ dir vor es gibt kein Fleisch und keiner merkt es

Vielfalt statt Einfalt.

Wer mit schwer beladenen Körben im Sommer vom Markt kommt plant häufig ein gemütliches Essen mit der Familie und Freunden. Grillen steht dabei noch immer hoch im Kurs. Allerdings ist der hohe Fleischkonsum in den Industrienationen und die damit verbundene Massentierhaltung.

 

Mit ein Grund für den Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase. Besonders schlecht schneidet Rindfleisch ab, denn um ein Kilogramm Fleisch zu produzieren, müssen gut 15 Kilogramm pflanzliches Futter aufgewendet werden. Dafür wird eine landwirtschaftliche Fläche benötigt, auf der im Verhältnis rund 120 Kilogramm Karotten und 80 Kilogramm Äpfel geerntet werden könnten. Mittlerweise gibt es viele hervorragende Rezepte für ein veganes oder vegetarisches Grillvergnügen. Dabei triumphieren viele Speisen – wie etwa Gemüsespieße – optisch über die Bratwurst, so dass der Verzicht kaum auffällt. Wer nicht völlig fleischlos glücklich ist, sollte sich wenigsten in der Menge beschränken. Übrigens: Auch bei der Grillkohle sollten Klimaschützer die Augen offen halten. Gute Grillkohle sollte als Nebenprodukt einer nachhaltigen Holzverarbeitung stammen

 

 

3. Zu Fuß und auf dem Rad – das Umfeld genießen und neu entdecken

Neue Wege befahren.

Bei schönem Wetter das Auto stehen lassen und den Weg zur Arbeit, zu Einkäufen oder Veranstaltungen mit dem Rad oder Fuß genießen – das ist ein Luxus, den man sich häufiger leisten sollte. Die Vorteile für Umwelt und Klima liegen auf der Hand. Aber auch die persönliche Lebensqualität kann vielfach durch veränderte Gewohnheiten verbessert werden.

 

Wer samstags mit dem Rad zum einkaufen auf den Markt fährt, muss sich nicht über mangelnde und teure Parkmöglichkeiten ärgern. Wenn der tägliche Arbeitsweg ohne PKW zurückgelegt werden kann, fließt die sportliche Betätigung direkt in den Alltag ein.

 

Zudem können oftmals andere Wege, beispielsweise durch Parks und Felder genutzt werden, die auch positiv auf die Psyche auswirken. Wer den Radverkehr in den Innenstädten scheut, findet vielleicht auch zu Fuß Entspannung, besonders angenehm ist es dabei, wenn der Weg variiert werden kann und so immer wieder neue Impulse für die Sinne bietet.

 

 

4. Warum in die Ferne schweifen – Fliegen ist nicht unbedingt schöner!

Klimaschäden ausgleichen.

Reisebüros und –portale haben mittlerweile das ganze Jahr über Saison. Dennoch ist der Sommerurlaub noch immer als Hauptreisezeit fest im Jahresrhythmus vieler Deutscher fest verankert. Fernweh und die Sehnsucht nach verlässlichem Sonnenschein sind der Grund dafür, dass Flugreisen besonders beliebt sind.

 

Allerdings belastet gerade der Flugverkehr das Klima stark. Besonders problematisch sind dabei nicht nur Fernreisen, sondern auch die zunehmenden Anzahl von Flügen zu nahgelegenen Zielen. Viele davon ließen sich auch mit dem Zug erreichen. Das dauert oft nicht einmal sehr viel länger, denn Bahnhöfe befinden sich meist mitten in den Städten.

 

So entfallen die – oft langen – Anfahrtswege zum Flughafen und zurück. Außerdem gibt es bei der Bahn keine langen Eincheckzeiten. Wer dennoch eine Flugreise plant, sollte auch einen Ausgleich für den Klimaschaden mit einkalkulieren. Das kann zum einen durch eine Zahlung an ein zertifiziertes Klimaschutzprojekt sein oder durch ein direktes Investment, beispielsweise durch die Beteiligung an Aufforstungsprojekten.

 

 

5. Autofahren – aber richtig

Ganz stehen lassen ist auch eine Alternative.

Apropos Reisen. Wer mit dem Auto unterwegs ist hat zwar nicht unbedingt das klimafreundlichste Fortbewegungsmittel gewählt, kann aber auch in diesem Bereich dafür sorgen, dass das Klima nicht unnötig belastet wird. Sinnvoll ist es dazu, auf sparsame Fahrzeuge zu setzen und – wenn möglich – einen Elektro- oder Hybridantrieb zu wählen.

 

Umweltfreundlicheres Autofahren ist allerdings fast mit jedem Modell möglich. In den USA hat sich dabei bereits das Hypermiling als Wettbewerb etabliert, bei dem die Fahrer versuchen, durch eine sparsame Fahrweise, möglichst lange Strecken mit einer Tankfüllung zurückzulegen. Die „Tricks“ sind dabei für jeden umsetzbar. Zum einen genügt der Blick auf den Tacho, bei maximal 120 Stundenkilometern kann bei längeren Strecken bereits viel CO2 eingespart werden.

 

Wichtig ist es auch, den Drehzahlmesser zu beobachten und rechtzeitig hochzuschalten, denn bei rund 2.000 Umdrehungen bleibt der Verbrauch niedrig. Auch der richtige Reifendruck wirkt sich positiv auf den Benzinverbrauch aus. Bereits 0,2 Bar zu wenig führen zu rund 10 Prozent höherem Verbrauch. Kleinigkeiten, die auch viel bringen: Energiefresser wie Stand- und Sitzheizung, Klima- und Stereoanlage nur bei Bedarf nutzen und keinen unnötigen Ballast spazieren fahren. Dachgepäckträger und ähnliches sollten nach ihrem Einsatz wieder in der Garage landen.

 

 

6. Auch ein Kühlschrank hat einmal Ruhe verdient

Mal in Ruhe abschalten – auch den Kühlschrank.

Im Sommer einer der besten Küchenhelfer: Der Kühlschrank, denn hier lagern Speisen und Getränke angenehm kühl und sicher vor Verderben. Wer einen neuen Kühlschrank kauft, sollte auf die Energieeffizient des Gerätes, ebenfalls ist ein Standort mit Abstand zu Wärmquellen wie Backofen und Heizungen sinnvoll – so weit so gut.

 

Aber auch im laufenden Betrieb lässt sich noch viel Energie sparen, denn eine Lagerung von rund sieben Grad Celsius bringen gegenüber kühleren Temperaturen bereits eine bemerkbare Stromersparnis. Ebenfalls positiv wirkt sich ein voller Kühlschrank aus, denn Luft zu kühlen ist aufwändig. Wer nicht genug Lebensmittel im Haus hat kann auch einfach mit Wasserflasche oder dem sonstigen Getränkevorrat die Lücken füllen. Wichtig für einen optimalen Energieverbrauch ist das regelmäßige Abtauen.

 

Eine gute Gelegenheit dazu bietet sich während der Urlaubszeit, denn dann muss der Kühlschrank erst nach der Rückkehr wieder angeschaltet werden. Um die letzten Vorräte vorher zu verbrauchen, bietet sich ein auch „Restessen“ mit Freunden an oder man verschenkt seine übrigen Lebensmittel, beispielsweise über eine Foodsharing-Plattform.

 

 

7. Sommermode – Nachhaltigkeit ist „cool“

Frischer Wind im Kleiderschrank.

Da wir gerade vom Verschenken sprechen, Sharing-Communities kommen in der Mitte der Gesellschaft an. Förderer der Idee, Kleidung zu tauschen, zu verschenken und in Läden – wie beispielsweise Oxfam – zu kaufen, ist zum einen der beliebte Vintage-Look, aber auch das gestiegene Interesse an eine nachhaltig produzierten Kleidung  ohne Ausbeutung, Kinderarbeit, Pestizide und unnötigem Ressourcenverbrauch.

 

 

Den richtigen Schalter umlegen – mit Ökostrom

Wer in der Urlaubszeit einen sommerlichen Regentag vor sich hat, freut sich im Allgemeinen auf einen gemütlichen Lesenachmittag oder ähnlich beschauliche Dinge. An einem solchen Tag bietet sich aber auch eine gute Möglichkeit, sich endlich um die Dinge zu kümmern, die bereits lange auf Erledigung warten. Zum Beispiel der Umstieg auf einen Ökostromanbieter.

 

 

9. Was bleibt – der CO2-Fußabdruck

Den Fußabdruck nicht zu tief werden lassen.

Wer bereits Ökostrom bezieht und sein Lieblingsbuch ausgelesen hat, unternimmt vielleicht an einem Tag mit Sommerregen einen erfrischenden Spaziergang – vielleicht sogar Barfuß. Wer dann zurück in Haus kommt, hinterlässt feuchte Fußabdrücke, die bald wieder verschwunden sind.

 

Anders sieht das mit dem persönlichen CO2-Fußabdruck aus, denn die eigene Bilanz der CO2-Emissionen kann sich nachdrücklich negativ auf das globale Klima auswirken. Ein Regentag ohne besondere Pläne ist daher ein perfekter Termin, um über den eigenen Energieverbrauch, den Lebensstil und viele andere Gewohnheiten nachzudenken. Im Netz gibt es mehrere CO2-Rechner, mit denen der eigene Fußabdruck ermittelt werden kann.

 

 

10. Haushaltskasse optimieren

Regentage gehören zum Sommer in Deutschland – und das ist eigentlich auch gut so. Daher noch ein Tipp für eine sinnvolle Indoor-Aktivität: Klimaschutz und Nachhaltigkeit durch persönliches Verhalten zu betreiben ist sehr gut. Noch effektiver werden jedoch viele Aktionen, wenn sich viele zusammentun und Projekte anschieben, die einen relevanten Beitrag für den Klimaschutz leisten können. Eine gute Möglichkeit bieten daher nachhaltige Geldanlagen, denn hier können Anleger sicher sein, dass ihr Geld nur ethischen und ökologischen Projekten landet. Kompetente Beratung in diesem Bereich bietet Grünes Geld.

 

 

Carmen Junker

Verfasser des Beitrages: Carmen Junker ist Gründerin der Grünes Geld GmbH und Geschäftsführerin der Grünes Geld GmbH. Carmen Junker:“ Ein Grund mein berufliches Wirken speziell auf die Nachhaltige Geldanlage auszurichten ist, die Welt ein Stück positiver zu gestalten mit den Mitteln und Kenntnissen die mir zur Verfügung stehen. Aus der Verantwortung für die kommende Generation und weil ich selbst noch einige Jahre auf diesem schönen Planeten verbringen möchte“.

„Es grünt so grün“ – Urban Gardening entwickelt sich zum Trend

Mittwoch, 19. April 2017
Zusammenfassung: Großstadtleben, Selbstversorgung und Kommunikation. Unter diesen drei Schlagworten lässt sich der Trend zum Urban Gardening zusammenfassen. Immer mehr Stadtbewohnter engagieren sich in vielfältigen Projekten, produzieren nachhaltig Lebensmittel und verbessern Klima und Lebensqualität.

 

 

Selbst angebaut und geerntet schmeckt es nochmal so gut.

Es ist noch nicht so lange her, da hing Kleingärtnern noch der Ruf eines verschrobenen Spießers an, der – als Ausgleich für das Alltagsleben in der Stadt – am Wochenende in seiner Parzelle kleine Mengen an Obst, Gemüse und Blumen züchtet und im Vereinsheim ein Feierabend-Bier trinkt.

 

Ob diese Idylle in Reinkultur jemals so existiert hat, sei dahin gestellt. Fakt ist, dass immer mehr „Stadtmenschen“ Gartenarbeit für sich neu entdeckt haben. Dabei sind in den vergangenen Jahren viele interessante Projekte entstanden, die unter dem Begriff Urban Gardening, also Gärtnern in der Stadt, zusammengefasst werden.

 

 

Ursprünge des Urban Gardening

Eigentlich ist Urban Gardening keine neue Entwicklung. Mit der Entstehung der Städte war es von je her von Bedeutung, die Bevölkerung mit Lebensmitteln zu versorgen. Da die Transportwege vom Land in die Stadt teilweise beschwerlich und lang waren, wurde auch in den Stadtvierteln Landwirtschaft und Viehzucht – wenn auch in einem bescheideneren Ausmaß – betrieben. Mit diesen Stadtgärten konnten Versorgungsmängel in Kriegs- und Krisenzeiten überbrückt werden.

 

Damit dient Urban Gardening nicht nur Projekten à la „Unser Stadt soll schöner werden“ sondern kann auch heutzutage noch ein relevanter Faktor in der Versorgung der städtischen Bevölkerung darstellen. Nach den verheerenden Folgen des Hurrikans Katrina im Süden der USA zeigte sich, dass es in den betroffenen Regionen bereits nach drei Tagen zu Versorgungsengpässen kam.

 

 

Licht und Luft für die Stadtbevölkerung

Stadtnahes Gärtnern – klassische Schrebergärten.

Der Leipziger Arzt Moritz Schreber erforschte im 19. Jahrhundert die negativen Auswirkungen des Stadtlebens zu Beginn der Industrialisierung. Um Kindern ein gesünderes Umfeld zu bieten, empfahl er „Armen- und Specialgärten“ als Ausgleich für das naturferne Leben in den städtischen Mietskasernen. Die daraufhin entstehenden Schrebergartenkolonien gehen zwar nicht direkt auf die Initiative Schrebers zurück, folgen aber seiner Empfehlungen, Licht, Luft, Sonne und Bewegung als wichtigen Teil der Gesundheitsvorsorge für Stadtkinder zu ermöglichen. Noch heute ist die Schrebergartenkultur rund um die industriellen Ballungszentren weit verbreitet. Im Ruhrgebiet ist die Kleingarten-Kultur noch immer fest im Selbstverständnis der Region verankert.

 

Neue Impulse erhielt das städtische und stadtnahe Gärtnern in den 1970er Jahren. So fanden sich Menschen in den New Yorker Community Gardens zusammen und bewirtschafteten gemeinsam städtisches Brachland. Neben der Selbstversorgung mit gesunden Lebensmitteln steht dabei auch die Kommunikation im Mittelpunkt der Projekte in Manhatten, Brooklyn und vielen anderen Teilen des „Big Apple“. Bekanntheit erlangten die Urban Gardening Projekte auch 1990 durch den US-Film „Green Card“ von Peter Weir. Hauptdarstellerin Andy MacDowell engagierte sich darin beruflich und privat für die Begrünung der Innenstadt.

 

 

Boom regionaler Produkte

Immer mehr Urban Gardening-Projekte engagieren sich für mehr Grün in den Städten, nachhaltige Bewirtschaftung der zur Verfügung sehenden landwirtschaftlichen Flächen und die umweltschonende Produktion von regionalen Lebensmitteln.

 

Damit schaffen Urban Gardening-Projekte nicht nur einen angenehmen Ausgleich für Städter zum Arbeitsleben fernab der klassischen Landwirtschaft, sondern fördern auch relevante politische und gesellschaftliche Entwicklungen.

 

Offene Gartenprojekte stärken Verantwortung und Gemeinsinn.

Wer seine Lebensmittel – mindestens teilweise – selbst herstellt, konsumiert quasi automatisch bewusster. Denn wer selbst gepflanzt, gejätet, geerntet und zubereitet hat, weiß die geleistete Arbeit zu schätzen und sieht viele Nahrungsmittel mit anderen Augen. Das selbst angebaute Obst und Gemüse ist damit mehr als nur ein Nahrungsmittel. Die Produkte stehen für selbstbestimmten und verantwortlichen Konsum. Auch wenn der Erntesegen nicht generell üppig ausfällt, liefert Urban Gardening den ökonomischen Gegenentwurf zur Macht der multinationalen Lebensmittelkonzerne. Die Wertschätzung und das steigende Interesse an Produkten aus heimischem Anbau entsprechen damit den Prinzipien der Slow Food-Bewegung, die sich für gute, saubere und faire Nahrungsmittel stark macht.

 

Diese Identifikation mit den regionalen und saisonalen Lebensmitteln stärkt auch die Identität der Gemeinschaft. Und auch wenn diese Formen der Subsistenzwirtschaft in unseren Großstädten teilweise noch eher symbolischer Natur sind, gelten sie als Wegweiser für eine nachhaltigere Entwicklung. Schließlich werden ähnliche Projekte in ärmeren Ländern als Hilfe zur Selbsthilfe auch von internationalen Organisationen unterstützt, denn hier ist die Subsistenzwirtschaft überlebenswichtig. Ein eindrucksvolles Beispiel dafür sind auch die Aktivitäten von Vandana Shiva. Die Trägerin des alternativen Nobelpreises propagiert die Nutzung traditioneller Anbaumethoden und des eigenen Saatgutes, um die Bevölkerung ausreichend zu versorgen und von Saatgut, Düngemitteln und Pestiziden internationaler Anbieter unabhängig zu machen.

 

 

Umwelt- und klimafreundliche Stadtentwicklung

Selbstversorgung ist ein wichtiger Leitgedanke in der Philosophie des Urban Gardening. Aber auch die Verantwortung für Umwelt und Klima sind wichtige Treiber der Entwicklung. Dabei profitiert nicht nur das urbane Klima von den wachsenden grünen Oasen der Städte. Da die regionale Versorgung mit Lebensmitteln Transportwege auf ein Minimum reduzieren, wird auch der CO2-Ausstoß vermindert. Weitere Einsparungspotenziale ergeben sich durch effizient genutzte Anbauflächen.

 

Vielfach leisten Urban Gardening-Projekte auch einen relevanten Beitrag zum lokalen Recycling, den organische Abfälle werden kompostiert und im Anbau wieder integriert. Da urbaner Gartenbau im Allgemeinen den Prinzipien des ökologischen Gärtnerns folgt, entfällt auch eine Belastung des Trinkwassers durch Pestizide.

 

Schließlich leistet Urban Gardening auch einen Beitrag zur Biodiversität. Durch blühende Felder werden Bienen und weitere Nützlinge in die Städte gelockt und finden neue Lebensräume.

 

 

Neue Großstadtkultur – gemeinsam statt einsam

Gemeinschaftliche Leben auf dem Lande – Vereinsamung in den Großstädten. So einfach lässt sich das soziale Leben längst nicht mehr zusammenfassen. Gerade die sozialen Bewegungen innerhalb der Metropolen verändern dieses Bild. Durch Urban Gardening-Projekte entstehen innerhalb der Zentren neue Begegnungsstätten mit hoher Aufenthaltsqualität. Gemeinsames Arbeiten an einem Projekt verbindet und wirkt sich so auch positiv auf das gesellschaftliche Klima aus. Dabei erweist sich die Gardening-Bewegung als hochintegrativ und überwindet Alters- und Nationalitätsgrenzen. Beispielhaft dafür stehen die interkulturellen Bio-Gärten in den Berliner Bezirken Kreuzberg und Neukölln.

 

 

Stadtluft wird grün

Dachgärten – ein Platz an der Sonne.

Auch ansonsten zeigt sich die Hauptstadt als einer der Vorreiter im urbanen Grün. Hier ist in den vergangen Jahren eine sehr rege Urban Gardening-Szene entstanden. Dabei werden Neugärtner von erfahrenen Hobbygärtnern unterstützt. Das Angebot erstreckt sich vom Bauerngarten zum selber Ernten über das Pflanzen neuer Obstbäume bis zur gemeinsamen Nutzung und Ernte von Wildblumen und Kräutern.

 

Auch Nordrhein-Westfalen hat zahlreiche kommunale Grabeland-Projekte initiiert. Im Gegensatz zur festen Gartenangeboten in der Stadt, wird das Grabeland nur für eine bestimmte Zeit bewirtschaftet, das die Gebiete mittelfristig anderweitig genutzt werden sollen. Meist werden daher nur einjährige Pflanzen angebaut, Gartenlauben und Baumbestände sucht man hier vergebens. Der Vorteil allerdings liegt in der sehr geringen Pacht der Grabeland-Parzellen. Außerdem wird aktuell ungenutztes Brachland sinnvoll nutzbar gemacht.

 

Auch ambitionierte Unternehmen haben den Urban Gardening-Trend für sich entdeckt und bieten – auch außerhalb der Trend-setzenden Metropolen stadtnahes Ackerland an. Das Bonner Start-up „meine ernte“ beispielsweise, vermietet an derzeit 26 Standorten Gemüsegärten in unterschiedlichen Größen. Gartengeräte werden gestellt, außerdem steht den Freizeitgärtnern eine landwirtschaftliche Fachkraft zur Seite. Der Arbeitseinsatz der Mieter beträgt so lediglich 2 bis 3 Stunden pro Woche. Mit einem sogenannten „Gemüsepatronat“ können soziale Einrichtungen mit einem gesponserten Garten unterstützt werden.

 

 

Neue Landlust

Im Zuge von Urban Gardening hat sich auch ein stärkeres Interesses an Subsistenzwirtschaft im größeren Stil entwickelt. So haben sich in den letzten Jahren Projekte entwickelt, die abseits der eingeschränkten räumlichen Möglichkeiten der Städte als Gemeinschaftsprojekte aktiv sind. Ein Beispiel dafür ist das Netzwerk Solidarische Landwirtschaft (SoLawi). Dabei handelt es sich um einen Zusammenschluss von Landwirten und Gärtnereien. Zusammen mit privaten Haushalten bilden sie eine Wirtschaftsgemeinschaft. Während die landwirtschaftlichen Betriebe zuverlässig ihre Ernte sowie selbst hergestellte Produkte liefern, verpflichten sich die beteiligten Haushalte zur Abnahme der Erzeugnisse und leisten im Voraus einen festgesetzten Beitrag. Die bäuerlichen Betriebe profitieren von der festen Kundenstruktur und können bedarfsorientiert produzieren. Die Haushalte erhalten frische und gesunde Lebensmittel von einem regionalen Anbieter ihres Vertrauens.

 

 

Trautes Heim

Wer sich nicht langfristig an ein Projekt binden will oder abseits von kommunalen und gewerblichen Angeboten lebt, hat derzeit viele Möglichkeiten, auf individuelle Art und Weise am urbanen Gärtnern teilzuhaben: Die Begrünung von Terrassen, Balkonen und Dächer in den Innenstädten ist absolut im Kommen. Dabei zeichnet sich – gerade bei einem begrenztem Raumangebot – der Trend zum vertikalen Gärtnern ab. Die Idee ist nicht ganz neu, denn die ehemals beliebten Spalierobstbäume basierten auf dem Prinzip bei geringer Breite verstärkt die Höhe zum Wachsen zu nutzen. Mittlerweile haben die städtischen Freizeitgärtner jedoch vielfältige Vertikalbeete entwickelt, auch platzsparend ein relativ ertragreiches Gärtnern ermöglichen. Neben der umgebauten Euro-Palette bis hin zu hängenden Pflanzgefäßen und –säulen, sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Diese urbanen Gartenprojekte reichen zwar selten zur Selbstversorgung, stellen jedoch sicher eine Bereicherung des Speisezettels dar.

 

 

Fassadenbegrünung – die Mutter des vertikalen Gartens

Fassadengrün belebt das Gesicht der Städte.

Das urbane Gärtnern hat die klassische Gartenkunst der Städte zu ihrem ursprünglichen Zweck zurückgeführt. Anstelle von gepflegten Stadtparks und Anlagen zur Entspannung, treten vermehrt Nutzgärten zur ökologischen und gemeinsamen Versorgung. Es bleibt jedoch unbestritten, dass auch das schmückende städtische Grün nicht vollkommen zweckfrei ist, denn auch städtischen Baumbestände und Bepflanzungen leisten einen Beitrag zu einem besseren Klima.  

 

Daher ist auch eine umfangreiche Fassadenbegrünung eine interessante Möglichkeit, mehr Grünpflanzen in die Zentren zu bringen, Häuserfronten optisch aufzuwerten und die Stadtluft erheblich zu verbessern. Gleichzeitig nutzt die Fassadenbegrünung auch als natürliche Dämmung gegen Wärme, Kälte und Lärm. Darüber hinaus stellt sie einen – in den Städten seltenen – Lebensraum für Vögel und Insekten dar.

 

Eindrucksvoll umgesetzt ist die moderne Fassadenbegrünung am neuen Völkerkundemuseum in Paris. Das 2006 eröffnete Museum liegt in einem großen Stadtgarten in der Nähe des Eiffelturms. Eine Fassade des Museums besteht aus einer riesigen begrünten Mauer. Auf rund 800 Quadratmetern versammeln sich rund 15.000 Pflanzen aus 150 Arten aus der ganzen Welt zu einem gigantischen Bild.

 

 

Grün ist das neue Gold

Einst waren goldene Dächer und prächtige Stadthäuser kennzeichnend für Wohlstand und wirtschaftlichen Erfolg einer Metropole. In Zeiten der Klimakrise und sozialer Ungerechtigkeiten zeichnen grüne Städte ein hoffnungsvolleres und menschengrechtes Bild.

 

Und nicht nur Städte lassen sich begrünen, auch Ihre Geldanlagen können zu einer ökologischen und sozialen Entwicklung beitragen. Mit Grünes Geld, erfahrener Experte für nachhaltige Geldanlagen, finden Sie die passende Strategie.

 

 

 

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Portraitfoto Gerd Junker Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf Xing, Facebook oder Twitter.

Wetter oder Klima? – Auswirkungen der Erderwärmung

Freitag, 20. Januar 2017
Zusammenfassung: Sind die extrem heißen Sommer und die „Jahrhunderthochwasser“ der letzten Jahre Wetterphänomene oder schon Folgen des fortschreitenden Klimawandels? Wie hängt alles miteinander zusammen und was kann gegen die globale Erderwärmung getan werden? – Wichtigste Maßnahmen sind jetzt, CO2 zu reduzieren und klimafreundliche Energien zu nutzen.

 

 

Wetterphänomene beeinflussen unser Leben.

Gerade hatte das Sturmtief „Egon“ weite Teile des Landes in Aufruhr versetzt. Auf den Straßen herrschte Chaos: Autos und Busse kamen ins Rutschen oder blieben stecken. Der Verkehr kam streckenweise komplett zum Erliegen, denn neben dem hohen Schneeaufkommen sorgten auch umgestürzte Bäume und vom Sturm abgerissene Äste sowie weggewehte Mülltonnen für starke Behinderungen. Auch die Bahn musste die Höchstgeschwindigkeit ihrer ICEs drosseln und einige Strecken zeitweise komplett sperren, an den Flughäfen wurden zahlreiche Flüge annulliert. In einigen Regionen fiel zeitweise der Strom aus.

 

Spielt das Wetter verrückt oder sind die Extremsituationen der vergangenen Jahre nur „Ausreiser“ einer völlig normalen Entwicklung?

 

 

Alle reden vom Wetter …

„Alle reden vom Wetter, wir nicht!“ – Mit diesem Slogan warb die Deutsche Bahn Mitte der sechziger Jahre und brachte damit zum Ausdruck, dass moderne Verkehrsmittel von Wind und Wetter unabhängig und zuverlässig sind. Dass sich das nicht völlig bewahrheitet hat, ist hinlänglich bekannt, denn das Wetter beeinflusst auch weiterhin unser Leben. Entsprechend bleibt dass Wetter auch unangefochtenes Small Talk-Thema Nummer eins. Und das mit einigem Recht, denn das Wetter nimmt extremen Einfluss auf die Gefühlslage der Menschen, die Wahl der Kleidung, des Verkehrsmittels, des Urlaubsziels.

 

 

… oder vom Klima

Das unverfängliche Thema Wetter hat seit der fortschreitenden weltweiten Industrialisierung eine weitere Dimension erhalten. Es geht darum, wie weit sich die Einflüsse des Menschen auswirken.

 

Dass sich durch den gestiegenen Ausstoß des Treibhausgases CO2 das Klima verändert hat, wird kaum noch in Frage gestellt. Aber was macht den Unterschied zwischen Wetter und Klima aus?

 

 

 

 

 

Der kleine Unterschied zwischen Wetter, Witterung und Klima

Das Wetter gilt als Sammelbegriff für sämtliche meteorologischen Phänomene. Entscheidend für die Abgrenzung von Wetter und Klima ist jedoch die Zeitspanne eines Phänomens, beispielsweise anhaltende Dürre. Entsprechend beschreibt Wetter die aktuelle Lage, die Witterung gibt den Charakter des Wetters über mehrere Tage oder Wochen wider. Das Klima hingegen beschreibt den Zustand der Atmosphäre über einen längeren Zeitraum hinweg, im Allgemeinen zwischen 30 und 40 Jahren. Dabei wird aus den an einem Ort gesammelten Messdaten ein Mittelwert gebildet, etwa die Durchschnittstemperatur, die Hauptwindrichtung oder die durchschnittliche Niederschlagsmenge. Langzeitmessungen ermöglichen es, den Klimawandel zu beschreiben und Auffälligkeiten zu identifizieren.

 

 

Vom Klimawandel zur Klimakrise

Das aktuelle Wetter können Menschen nicht verändern, sehr wohl aber das Klima beeinflussen. Und genau das hat die Menschheit seit der Industrialisierung massiv getan. Denn seit dem hat der Energieverbrauch in der Industrie und in den privaten Haushalten rasant zugenommen, das Verkehrsaufkommen ist gestiegen. In der Landwirtschaft stehen Massentierhaltung und der Anbau von Monokulturen an der Tagesordnung.

 

Durch die Verbrennung fossiler Rohstoffe wie Kohle, Öl und Gas werden aktuell jeden Tag 150 Millionen Tonnen CO2 in die Atmosphäre gebracht. Hinzu kommt das klimaschädliche Methan aus der Viehzucht.

 

Die hohe Konzentration der Treibhausgase CO2 und Methan hat die Atmosphäre aufgeheizt und die globale Erderwärmung vorangetrieben: Das vergangene Jahr war das wärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1880 und damit mehr als ein Grad wärmer als im vorindustriellen Zeitalter. Wissenschaftler gehen davon aus, dass es sich um das wärmste Jahr seit Ende der Eem-Zeit vor mehr als 100.000 Jahren handelt.

 

Die Erderwärmung beschleunigt sich und bringt nicht nur einen Wandel des Klimas mit sich, sondern eine echte Klimakrise. Entsprechend ist ein globales Klimaschutzziel der Vereinten Nationen, die Erderwärmung deutlich unterhalb der 2-Grad-Celsius-Marke zu halten. Das bedeutet nicht, dass die Temperaturen maximal um 2 Grad weiter ansteigen dürfen, sondern dass die Erwärmung gegenüber dem vorindustriellen Zeitalter die 2-Grad-Grenze nicht passieren darf. 2016 lag die angestiegene Durchschnittstemperatur bereits über 1,1 Grad Celsius zum Vergleichswert.

 

 

Die Folgen der Erderwärmung

Die Erderwärmung lässt den Meeresspiegel ansteigen.

Eine Erwärmung der Erde hat kein „besseres Wetter“ zur Folge, sondern extreme Wetterphänomene wie anhaltende Hitzewellen und Stürme. Hinzu kommt das Schmelzen der Polkappen und des Grönlandeises. Dies führt zu Überschwemmungen bis hin zum Verschwinden ganzer Inseln und Küstenregionen.

 

Damit bringt die Veränderung des globalen Klimas die größte Gefahr überhaupt, denn die Lebensgrundlagen auf der Erde werden unwiederbringlich zerstört.

 

Die Auswirkungen der Erderwärmung machen sich bereits an vielen Orten der Welt bemerkbar.  Der Klimawandel ist bereits in vollem Gange und hat weltweit das Aussterben von Tier- und Pflanzenarten zur Folge. Entsprechend leiden auch die Menschen, denn Dürre und Missernten verursachen Hungersnöte. Besonders in Afrika – dem Kontinent mit dem geringsten CO2-Ausstoß weltweit – hat das zur Folge, dass unzählige Menschen ihr Land verlassen, das ihnen keine Lebensgrundlage mehr bietet.

 

Aber auch die Wetterextreme in Deutschland häufen sich und dienen als Beleg des fortschreitenden Klimawandels: Die Ursachen für die steigende Anzahl sogenannter „Jahrhunderthochwasser“ liegt durchaus in der stärkeren Verdunstung bei steigende Wärme. Die Folgen sind starke Niederschläge und Überschwemmungen.

 

 

Klimaschutz jetzt!

Während nur noch eingefleischte Klimaschutz-Gegner den Einfluss menschlicher Faktoren auf das Klima leugnen und die Entwicklung als natürlich einordnen, sind sich führende Klimaforscher längst einig, dass der Klimawandel für Wetterextreme und Naturkatastrophen verantwortlich zeichnet. Auch die Verantwortung der Menschheit für den Klimawandel im Anthropozän ist unbestritten.

 

Nun gilt es, das Schlimmste zu verhindern. Ein wichtiger Beitrag, um die Erderwärmung zu stoppen, ist dabei der Verzicht auf fossile Energieträger und  die konsequente Förderung Erneuerbarer Energien sowie klimafreundlicher Technologien.

 

 

Klimaschutz – Investitionen die sich auszahlen

Die Entwicklung des globalen Klimas ist kritisch. Aber von Menschen verursachte Entwicklungen können und müssen auch von Menschen verändert werden. Einer der wirkungsvollsten Faktoren um Veränderungen herbeizuführen und zu beschleunigen ist Geld.

 

Mit gezielten Investitionen in klimafreundliche Technologien, wie beispielsweise Wasserkraftwerke, Sonnen- und Windparks, ökologische Baumaterialien oder Technik für verbesserte Energieeffizienz, kann die Klimakrise wirkungsvoll gebremst werden. 

 

Investitionen in Klimaschutz bringen einen doppelten Gewinn. Zum einen wird das Klima und – damit verbunden – Mensch und Umwelt geschützt. Zum anderen können sich Anleger über gute Erträge freuen.

 

Grünes Geld, Experte für klimafreundliche Geldanlagen, berät Sie zu den vielfältigen Möglichkeiten. So ist Ihr Geld wind- und wetterfest angelegt.

 

 

Carmen Junker

Verfasser des Beitrages:Carmen Junker ist Gründerin der Grünes Geld GmbH und Geschäftsführerin der Grünes Geld GmbH. Carmen Junker:“ Ein Grund mein berufliches Wirken speziell auf die Nachhaltige Geldanlage auszurichten ist, die Welt ein Stück positiver zu gestalten mit den Mitteln und Kenntnissen die mir zur Verfügung stehen. Aus der Verantwortung für die kommende Generation und weil ich selbst noch einige Jahre auf diesem schönen Planeten verbringen möchte“.

 

 

Zehn nachhaltige Buchtipps für Herbst und Winter

Dienstag, 25. Oktober 2016
Zusammenfassung: Unzählige Verlage haben in der letzten Woche auf der Frankfurter Buchmesse ihr Verlagsprogramm vorgestellt. Erfreulich: Es gibt eine ganze Menge Titel zu den Themen Nachhaltigkeit, Ökologie und Klimaschutz.

 

 

Bücher sind zeitlos!

Bücher sind zeitlos!

Herbstzeit ist Lesezeit. Gleichgültig, ob vor dem heimischen Kamin oder unterwegs im Bus, ob in der klassischen Buchform oder auf dem eBook-Reader – Lesen ist ein Dauertrend und die Verlage bieten ein breitgefächertes Programm für jeden Geschmack.

 

Anlässlich der Frankfurter Buchmesse haben wir uns nach Büchern zu den Themen Nachhaltigkeit, Erneuerbaren Energien und umweltbewusstes Leben umgesehen. Dabei sind wir mehr als fündig geworden. Diese Themen bewegen also durchaus weite Teile der Bevölkerung.

 

Zehn interessante Titel möchten wir Ihnen heute kurz vorstellen. Empfehlungen zum selber Lesen oder vielleicht sogar schon als Geschenktipp, denn in knapp zwei Monaten ist Weihnachten.

 

 

1. „Ein Prozent ist genug“

von Jorgen Randers und Graeme Maxton

Immer eine Lektüre wert: Der aktuelle Bericht an den Club of Rome. Jorgen Randers hat bereits als Autor am legendären Bericht „Die Grenzen des Wachstums“ von 1972 mitgearbeitet, Graeme Maxton ist Generalsekretär des Club of Rome und Verfasser zahlreicher Bestseller. Das Thema ist bekannt: Auf der einen Seite die Verfechter des sogenannten Degrowth, des negativen Wachstums, um die globale Ungleichheit und Klimakrise abzuwenden. Auf der anderen Seite die Befürworter eines quasi grenzenlosen Wirtschaftswachstums im zweistelligen Bereich, die immer noch die Mehrheit stellen. Zwischen diesen scheinbar unvereinbaren Fronten vermittelt der Club of Rome einem dritten Weg für Politik und Wirtschaft, überwindet starre Denkblockaden und zerstört den Mythos der – mittlerweile sprichwörtlichen – Alternativlosigkeit. Mit einem ausgearbeiteten Maßnahmenkatalog präsentieren die Autoren die Lösung für Industrieländer mit geringem Wirtschaftswachstum: Auf der Agenda stehen die Bekämpfung von sozialer Ungleichheit, Arbeitslosigkeit und Klimawandel – und ein Wachstum von einem Prozent.

 

 

2. „Mit Vollgas so weiter?“

von Bernhard Enzensberger

Gegen das Dogma eines unbefristeten und grenzenlosen Wachstums wendet sich auch der österreichische Autor Bernhard Enzensberger und überträgt diese Thematik speziell in den Energiebereich. Denn auch hier ist längst bekannt, dass eine Energiewende kommen muss, jedoch sind die konkreten Maßnahmen zur Umsetzung umstritten. Enzensberger ist Wirtschaftsingenieur und arbeitet seit rund zehn Jahren im Bereich Energie- und Umwelttechnik. Dabei sieht er die technologischen Herausforderungen zur Reduktion von CO2-Emissionen oder Speicherkonzepte für erneuerbare Energien als geringste Hürde an. Wichtig ist an erster Stelle eine veränderte gesellschaftliche Einstellung. Seine Forderung an die Politik: Ein klares Bekenntnis zur Energiewende. Seine Forderung an die Konsumenten: informieren, reflektieren, aktiv handeln. Durch die Vorstellung von vorbildlichen Projekten ein interessanter Beitrag zum Thema Energiewende.

 

 

3. „Klimasparbuch 2017“

herausgegeben von oekom e.V.

München, Frankfurt, Stuttgart, Mainz, Salzgitter, Emsland, Rheinhessen und viele weitere Kommunen und Regionen machen mit beim der Klimasparbuch-Serie, die von oekom e.V. gemeinsam mit den jeweiligen Städten und regionalen Klimaschutzagenturen jährlich herausgegeben werden. Während das klassische Sparbuch der Banken keine überzeugenden Zinsen mehr bringt, können sich die Erträge aus dem „Klimasparbuch 2017“ schon eher sehen lassen. Denn in diesem Ratgeberbuch für die ganze Familie geht es darum, das Klima zu schützen und zugleich die Hauhaltkasse zu schonen. Neben konkreten Tipps für einen geringen CO2-Ausstoß umfasst das „Klimasparbuch“ auch rund 60 Gutscheine und Rabatte. Je nach Gemeinde können das beispielsweise ein gratis Brot vom Bio-Bäcker, vergünstige Preise bei öko-fairer Bekleidung, kostenfreier Eintritt in relevante Veranstaltungen oder ein vergünstigter Slow Food-Kochkurs an der örtlichen VHS sein. So werden regionale klimaschonende Angebote bekannter gemacht. Eine Idee, die sich hoffentlich bundesweit weiter ausbreitet.

 

 

4. „FAIRreisen“

von Frank Herrmann

Nach seinem erfolgreichen Fairtrade-Ratgeber „Fair einkaufen – aber wie?“ präsentiert Reise- und Umwelt-Experte Frank Herrmann jetzt mit „FAIRreisen“ ein Handbuch für alle, die umweltfreundlich und sozialverträglich die Welt entdecken wollen. Ein ernstes Thema, denn Reisen bildet nicht nur, der Massentourismus der vergangenen Jahre hat ernsthafte Auswirkungen auf Klima, Umwelt und die Bevölkerung vor Ort. Herrmann gibt, unterstützt durch zahlreiche Checklisten und Infokästen, umfangreiche Hintergrundinformationen und Tipps. Damit präsentiert sich das Buch als rundum-sorglos-Paket zur Reisevorbereitung. Angefangen bei der Frage, ob Trekkingkleidung ökologisch und fair produziert wird, über ausführliche Vorstellung von Gütesiegeln im Tourismusbereich, bis hin zur Frage ob eine Kreuzfahrt ökologisch sein kann und wie der CO2-Ausstoß einer Reise kompensiert wird – „FAIRreisen“ lässt keine Frage unbeantwortet. Abgerundet wird das Handbuch durch einen ausführlichen Serviceteil.

 

 

5. „Der leise Atem der Zukunft“

von Ulrich Grober

Ulrich Grober ist vielen Naturfreunden durch sein Buch „Vom Wandern“ bekannt. Darüber hinaus beschäftigt sich der Autor mit den Bereichen Ökologie und Nachhaltigkeit. „Der leise Atem der Zukunft“ beschäftigt sich mit beiden Feldern und spürt dem wachsenden Interesse an nachhaltigen Werten in Krisenzeiten nach, denn immer mehr Menschen befinden sich auf der Suche nach Entschleunigung, Gelassenheit und einem einfachen und sinnvollen Leben.

Ulrich Grober gibt einen optimistischen Reisebericht von seinen sechs verschiedenen Wanderungen durch Deutschland und beschreibt seine Erfahrungen auf philosophische und poetische Weise. Ein Buch mit vielfältigen Denkanstößen.

 

 

 

 

6. „Ökoroutine“

von Michael Kopatz

Routine – kling langweilig, ist aber der einfachste Weg, neue Handlungsmuster im Alltag konsequent umzusetzen. Damit wir wirklich das tun, was wir für richtig halten, denn ein nachhaltiger Lebensstil ist durchaus möglich, wenn das ökologische Handeln zur Routine wird. Es geht also auch ohne tägliche Auseinandersetzung mit Klimakrise, Weltwirtschaft und Massentierhaltung. Ein erfolgreiches Beispiele dafür, dass diese Routine durchaus greift, ist die Mülltrennung. Doch Michael Kopatz bleibt nicht auf dieser einfachen Ebene, sondern zeigt viele einfache politische Vorschläge für alle Lebensbereiche und fordert auch von Seiten der Politik neue Standards. „Ökoroutine“ ist eine inspirierende Lektüre. Autor Kopatz ist Sozialwissenschaftler und befasst sich in seiner Forschung mit den Fragen zur Umsetzung einer Lebensstilwende.

 

 

7. „Denk mal! 2017“

Fesselnde Lektüre.

Fesselnde Lektüre.

von Harald Welzer, Güner Yasemin Balci, Nils Minkmar, Ahmad Mansour, Byung-Chul Han und anderen

Wem für umfassende Sachbücher sowohl Zeit als auch Muse fehlen, kann sich in „Denk mal! 2017“ wiederfinden. Denn das Lesebuch bietet Anregungen und Denkanstöße verschiedener Autoren in Aufsatzlänge an. Durch die Vielfalt auch ein gutes Buch für Einsteiger in die Themenwelt Nachhaltigkeit, für Fortgeschrittene neue Anstöße und Auffrischungen. Immer lesenswert: der Beitrag von Harald Welzer, der mit „Selbst denken“ ein Standardwerk geschaffen hat.

 

 

 

8. Slow Food Genussführer Deutschland 2017/18

herausgegeben von Slow Food Deutschland e.V.

Zum dritten Mal präsentiert der Verein Slow Food Deutschland seinen Genussführer, der jetzt schon das Zeug zum Klassiker hat. Anstelle eines faden Restaurantführers in dem es nur um die Sterne-Auszeichnungen einzelner Gbeliebteste-musterdepots-von-gruenes-geldourmet-Tempel geht, zeigt Slow Food regionale Küche mit guten Zutaten und bietet eine umfassende Warenkunde. Denn der Vereinigung liegt der Erhalt der regionalen Vielfalt besonders am Herzen. Detailliert werden Slow Food-Lokale und ihr besonderes Angebot vorgestellt. Dabei reicht die Bandbreite von traditionellen Lokalen bis hin zu experimentellen Restaurants. Für alle Empfehlungen gilt jedoch: Hier wird serviert, was aus der Region kommt, biologisch erzeugt wurde und in die Jahreszeit passt. Ein Muss für alle, die gerne ausgehen oder sich durch die Beschreibungen inspirieren lassen wollen.

 

 

9. Gelassen Gärtnern

von Charles Dowding

„Gelassen Gärtnern“ nimmt auf unterhaltsame Weise 99 Gartenmythen unter die Lupe, entlarvt oder bestätigt diese und unterhält passionierte Gärtner und Laien gleichermaßen. Der britische Autor Charles Dowding ist Biogärtner erster Sunde und hat bereits mehrere Gartenratgeber verfasst. Ins Reich der Mythen gehört demnach das Entfernen von Blättern am Tomatenstrauch um das Reifen der Früchte zu fördern. Erreicht wird allerdings nur eine intensivere Färbung. Wer also gelassen bleibt und auf das Blätterzupfen verzichtet, hat mehr Zeit – zum Beispiel um im Liegestuhl zu lesen.

 

 

10. „Unter der Erde – Tief im Wasser

von Akesandra Mizielinska du Daniel Mizielinski

Zu guter Letzt noch ein Buchtipp aus dem Kinderbuchregal. Nach dem einschlagenden Erfolg des Landkartenbuch „Alle Welt“ ein neues Werk aus der Feder der beiden polnischen Autoren. Das „Wendebuch“ – es lässt sich von beiden Seiten lesen – führt durch unbekannte Welten, nämlich durch das innere der Erde und in die Tiefen des Ozeans. Eine faszinierende Bilderbuchreise zu Goldminen, der tiefsten U-Bahn der Welt, Vulkanausbrüchen, der Tierwelt am Meeresgrunde und vielen anderen Sehenswürdigkeiten in den Tiefen. Wie sein Vorgänger überzeugt „Unter der Erde – Tief im Wasser“ durch eine liebevolle grafische Gestaltung. Ein wunderschönes und wertiges Buch, nicht nur für Kinder.

 

 

 

 

Wer sich für anspruchsvolle Bücher und Nachhaltigkeitsthemen interessiert, sollte die gleichen hohen Ansprüche auch an seine Finanzen stellen. Grünes Geld bietet nachhaltige Geldanlagen von denen Klima, Umwelt und Menschen profitieren.

 

 

 

Carmen Junker Verfasser des Beitrages:Carmen Junker ist Gründerin der Grünes Geld GmbH und Geschäftsführerin der Grünes Geld GmbH. Carmen Junker:“ Ein Grund mein berufliches Wirken speziell auf die Nachhaltige Geldanlage auszurichten ist, die Welt ein Stück positiver zu gestalten mit den Mitteln und Kenntnissen die mir zur Verfügung stehen. Aus der Verantwortung für die kommende Generation und weil ich selbst noch einige Jahre auf diesem schönen Planeten verbringen möchte“.