Mit ‘Klimagipfel’ getaggte Artikel

Es geht ums Ganze: Weltklimagipfel COP 23 in Bonn

Freitag, 27. Oktober 2017
Zusammenfassung: Vom 6. bis zum 17. November schaut die Welt nach Bonn. In der alten Bundeshauptstadt findet der Weltklimagipfel COP 23 statt. Nach den positiven Signalen von Paris vor zwei Jahren und der Ernüchterung nach der Wahl Trumps zum US-Präsidenten im vergangenen Jahr, steht die Konferenz jetzt unter dem Motto „Handeln und Verhandeln“.

 

 

Die Welt am Verhandlungstisch – COP 23

Am 6. November 2017 beginnt die 23. Weltklimakonferenz. Unter der Präsidentschaft der Fidschi-Inseln und dem Vorsitz des Premierministers Frank Bainimarama findet die Konferenz in Deutschland, in der Bundesstadt Bonn statt. Bis zum 17. November werden Politiker, Diplomaten und Vertreter der Zivilgesellschaft aus aller Welt über den globalen Klimaschutz – und damit auch über die Zukunft des Planeten – verhandeln. Hinzu kommen zahlreiche Beobachter von Nichtregierungsorganisationen sowie eine große Zahl an internationalen Medienvertretern. Insgesamt werden bis zu 25.0000 Teilnehmer erwartet

 

Die voraussichtliche Besuchermenge war im Vorfeld ein wichtiger Grund dafür, die Konferenz nicht im Staatsgebiet des offiziellen Gastgeberlandes stattfinden zu lassen, sondern den Sitz des UN-Klimasekretariats in Bonn zum Austragungsort zu bestimmen, um Fidschi technisch und logistisch zu unterstützen.

 

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USA unter Trump – Klimapolitik im Rückwärtsgang

Donnerstag, 30. März 2017
Zusammenfassung: Donald Trump hat in dieser Woche die bisherigen Umwelt- und Klimaschutzprogramme der USA zurückgenommen. Damit müssen US-Behörden bei Entscheidungen die Auswirkungen auf das globale Klima nicht weiter berücksichtigen. Konkret verabschieden sich die USA damit auch von Grenzwerten bei CO2- und Methan-Emissionen und entfernen sich so von den Zielen des unterzeichneten Klimaschutzabkommens von Paris. Nicht vergessen hat Trump seine Wahlversprechen zur Kohleförderung. Ob diese jedoch wirklich Arbeitsplätze bringen wird, ist selbst in der Kohleindustrie umstritten.

 

 

Die Würfel sind gefallen – Trump beschließt Kurswechsel in der US-Klimapolitik.

Gerhard Schröder litt 1998 kurzfristig unter akuter Vergesslichkeit, als ihm die korrekte Bezeichnung des „Ministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend“ partout nicht einfallen wollte. Flapsig bezeichnet er das Ministerium in „Familie und Gedöns“ um. Ein Lapsus, den ihm nicht nur Senioren, Frauen und Jugend übel nahmen und der ihm – so räumte es der Altbundeskanzler in einem Interview ein, mittlerweile Leid tue.

 

Ob US-Präsident Donald Trump auch in einigen Jahren Reuegefühle überkommen werden, wenn er an seine Politik 2017 zurückdenken wird, ist fraglich. Fakt ist jedoch, dass Trump dringende Klimaschutzmaßnahmen im Allgemeinen für absolutes „Gedöns“ – amerikanisch „hullabaloo„, hält und den Klimawandel für nichts als „fake news“.

 

 

Aktuelles Dekret weicht Klimaschutz auf

US-Präsident Trump hat am Dienstag dieser Woche die US-Umweltschutzbehörde EPA (United States Environmental Protection Agency)  besucht und dabei ein Dekret erlassen, das die bisherigen Programme zum Umwelt – und Klimaschutz in den Vereinigten Staaten stark aufweichen wird. Kurzgefasst beinhaltet das Dekret einen Freibrief für die US-Bundesbehörden: Bei Entscheidungen müssen mögliche Auswirkungen auf den Klimawandel nicht berücksichtigt werden.

 

Verantwortung für Klimaschutz übernehmen – die USA bewegen sich auf dünnem Eis.

Kernpunkt des Dekrets ist die Abschaffung des „Clean Power Plans“, den Barack Obama während seiner Amtszeit versuchte auf den Weg zu bringen. Der Plan setzte bestehenden und geplanten Kraftwerken in den USA verbindliche Obergrenzen beim Schadstoffausstoß. Ziel war es, so die Emission von klimaschädlichen Treibhausgasen zu senken und bis zum Jahr 2030 ein Drittel unter den Emissionswerten aus dem Jahr 2005 zu liegen. Damit wollten die USA die CO2-Ziele des UN-Klimaabkommens von Paris erreichen. Allerdings hatte rund die Hälfte der US-Bundesstaten – vornehmlich republikanisch geführte Staaten – sowie Energiekonzerne gegen den Plan geklagt. Wegen rechtlicher Bedenken hatte der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten den „Clean Power Plan“ – und damit die Klimastrategie der Demokraten – bereits vor einem Jahr vorerst außer Kraft gesetzt.

 

Weiterhin setzt Trump jetzt alles daran, dass die inländische Energieproduktion auf keinen Fall durch Maßnehmen zum Klimaschutz gebremst werden können. So hebelt Trump mit dem Dekret das bisherige Abkommen aus, demnach der Staat kein öffentliches Gebiet für die Kohleförderung verpachten darf.

 

Ebenfalls geändert – beziehungsweise herabgesetzt – wurden die Grenzwerte für Emissionen in der Öl- und Gasindustrie. Das hier freigesetzte Methan fördert den Treibhauseffekt noch stärker als das klimaschädliche CO2.

 

 

USA jenseits des Pariser Abkommens zum Klimaschutz

Die UN-Klimakonferenz in Marrakesch Ende des vergangenen Jahres hatte mitunter die Aufgabe, das Klimaschutzabkommen von Paris konkret auszugestalten. Auch die USA haben das Paris-Abkommen ratifiziert und sich damit den Zielen verpflichtet, die Erderwärmung zu begrenzen und dafür den Ausstoß von Kohlendioxid und anderen Treibhausgasen zu reduzieren. Dass der Beginn des Klimagipfels mit der Wahl Donald Trumps in den USA zeitlich zusammenfiel, rückte die Frage nach der künftigen Klimapolitik der USA ins Zentrum des weltweiten Interesses. Schließlich hatte sich Trump im Wahlkampf stets als Leugner der Klimakrise inszeniert und stets die Notwendigkeit betont, Öl- und Kohleförderung weiter auszubauen. Jetzt mach Trump ernst. Experten gehen allerdings davon aus, dass eine offizielle Absage der USA an das Klimaschutzabkommen von Paris rechtlich zu aufwändig sind. Eher – so die Vermutung – werde die Regierung Trump in diesem Bereich einfach gar nichts unternehmen.

 

Ein fataler Stillstand für den Klimaschutz, denn Wissenschaftler gehen davon aus, dass es auch mit dem „Clean Power Plan“ für die USA schwierig geworden wäre, die gesteckten Ziele zum Klimaschutz zu erreichen, ohne staatlich kontrollierte Grenzwerte bei den Emissionen von Treibhausgasen und Förderung Erneuerbarer Energien wird der Klimaschutz jedoch nahezu unmöglich.

 

Eines der Probleme ist dabei auch, dass der Klimavertrag von Paris mehr oder weniger eine Selbstverpflichtung der Staatengemeinschaft darstellt. Die Vereinten Nationen können keine Umsetzung von den unterzeichnenden Staaten einklagen und sieht auch keinerlei Sanktionsmöglichkeiten vor.

 

 

Was kommt nach dem „Clean Power Plan“?

Mit der Aufkündigung des „Clean Power Plans“ stehen Trump und die EPA jetzt vor der schwierigen Aufgabe, ein neues Programm vorlegen zu müssen. Das wurde vom Obersten Gerichtshof vorgegeben, allerdings ohne Angabe einer konkreten Frist. Sollten Trump und EPA-Chef Scott Pruitt für die Strategie des Aussitzens entscheiden, drohen jedoch Klagen. Denn Umwelt- und Klimaschutzgruppen in den USA bringen sich aktuell in Stellung.

 

Widerstand gegen den Stillstand in der Klimapolitik hat bereits der Generalstaatsanwalt des Bundesstaates New York, Eric T. Schneiderman, angekündigt. Gemeinsam mit 23 Bundessstaaten und Regionalbehörden will er das Dekret anfechten. Dabei erweist sich Schneiderman als erfahrener Widersacher. Bereits bei Trumps drastischer Streichung von Geldern des Umweltministeriums konnte Schneiderman den New Yorkern die direkten Auswirkungen klar machen und eine Klage anstrengen. Bekannt ist Schneiderman auch durch seine Klage gegen den deutschen Automobilkonzern VW im Rahmen des Diesel-Skandals.

 

 

 „America First“ in der Energiepolitik – es geht um die Kohle

Die aktuelle Entwicklung zeigt deutlich, dass Trump mit seiner „America First“-Energiepolitik ernst macht und alle bisherigen Hürden für den Abbau fossiler Energieträger wie Kohle, Öl und Gas in den USA beseitigt. Klar ist allerdings damit auch, dass der Ausstoß an Treibhausgasen weiter ansteigen wird. Bereits heute zeichnen die USA für rund 16 Prozent des globalen CO2-Ausstoßes verantwortlich.

 

Kohle soll Arbeitsplätze in den US sichern.

Trump hält seine Wahlversprechen konsequent ein. Während der Präsidentschaftswahlen bekannte er sich deutlich zur Kohle. Entsprechend publikumswirksam vollzog er auch die Unterzeichnung des Umweltdekrets in dieser Woche in Anwesenheit von Kohlearbeitern, denen er auch seine Wahl verdankt.

 

Mit einer Förderung der fossilen Energieträger will Trump die Vereinigten Staaten von teuren Energieimporten und ausländischen Energiequellen unabhängig machen. Die Tatsache, dass die USA bereits seit einigen Jahren faktisch ohnehin energieautonom sind, wird dabei vernachlässigt.

 

Zum anderen hat Trump neue Arbeitsplätze in der Kohleindustrie versprochen. Ob er dieses Versprechen halten kann, ist allerdings ungewiss und wird selbst von Unterstützern seiner Politik anzweifelt. Während in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts noch etwa eine viertel Million Amerikaner in der Kohleindustrie arbeiteten, waren es 2008 nur noch die Hälfte. Bis 2015 rutschte die Zahl der „Kumpels“ weiter unter die 100.000 Arbeiter. Der Marktanteil von Energie aus Kohle wird selbst innerhalb der Branche als wenig steigerungsfähig gesehen.

 

 

Die Zukunft der Erneuerbaren Energien in den USA

Die Entwicklung und den Ausbau Erneuerbarer Energien, wie Wind- oder Solarenergien, sollte selbst Trump nicht völlig zurückschrauben können. Schließlich haben sich Anlagen zur Erzeugung von sauberem Strom durchaus zu einem lukrativen Business-Modell entwickelt. Möglich ist hier allerdings, staatliche Subventionen in diesen Bereichen zurückzufahren.

 

Finanzexperten sehen hier allerdings keine besondere Gefahr. Durch den technischen Fortschritt und die Weiterentwicklung im Bereich der Energiegewinnung aus Sonne, Wind und Wasser, sind die Kosten zur Gewinnung regenerativer Energien stark gesunken. Entsprechend stehen Erneuerbare Energien auch ohne Subventionen kurz vor der völligen Wettbewerbsfähigkeit.

 

Abzuwarten bleibt auch, welchen Kurs die einzelnen Bundesstaaten in der Energiefrage einschlagen, denn bei ihnen liegt letztlich die Entscheidung, welche Ressourcen sie zur Energiegewinnung nutzen. Immerhin haben sich mehr als die Hälfte der US-Bundesstaaten freiwillige Ziele zum Ausbau Erneuerbarer Energien gesteckt.

 

 

USA ohne Vorbildfunktion

Unterschiedlich fielen die internationalen Reaktionen auf Trumps Abkehr von der bisherigen US-Klimapolitik aus. Während einige Staaten und Kommentatoren einen enormen Rückschlag für die globale Klimapolitik prognostizieren, bewerten andere den Rückzug der USA als weniger gravierend.

 

Zum einen, weil noch nicht klar ist, wie stark sich Trumps Linie in den USA tatsächlich durchsetzen wird. Zum anderen weil die USA nur ein Teil eines großen Puzzles darstellen. So gibt erklärt China, das Land mit dem derzeit höchsten Anteil an CO2-Ausstoß, dass es sich klar dem Pariser Klimaschutzabkommen verpflichtet sieht und weiter massiv in Erneuerbare Energien investieren wird. Klimaschutzexperten bestätigen, dass sich der Weg lohnt, für das laufende Jahr prognostizieren sie China fallende CO2-Emissionen in Höhe von einem Prozent.

 

 

Was Trump von Rockefeller lernen kann

Die Überzeugung, dass Erneuerbare Energien ein gewinnbringendes Investment sind, setzt sich zunehmend in der Finanzwirtschaft durch. Dabei zeichnet sich der Trend ab, Anlagen aus den Bereichen Kohle und Öl zu verkaufen und statt dessen in den Bereich der Erneuerbaren Energien zu investieren. In den USA zählen zunehmend institutionelle und Großanleger zu dieser „Divestment“-Bewegung.

 

Populäres Beispiel ist die Stiftung der Familie des legendären Öl-Magnaten John D. Rockefeller. Rockefeller begründete Ende des 19. Jahrhunderts mit dem Aufbau von Pipelines und Raffinerien das enorme Vermögen der Familie. 2014 entschlossen sich die Erben des Standard Oil-Gründers, einen neuen Weg einzuschlagen und schichtete 860 Millionen Dollar aus dem Rockefeller Brothers Fund um in Erneuerbare Energieträger.

 

Auch für Anleger, die in einer anderen Größenordnung investieren wollen, sind klimaschützende Geldanlagen eine gute Entscheidung. Grünes Geld, erfahrener Experte für nachhaltige Geldanlagen, verfügt über ein breites Portfolio von Anlagen aus dem Bereich der Erneuerbaren Energien. Denn Sonne, Wind- und Wasser helfen, den Klimawandel aufzuhalten.

 

 

 

 

Portraitfoto Gerd Junker Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.

UN-Klimakonferenz COP 22 in Marrakesch – es geht voran

Dienstag, 22. November 2016
Zusammenfassung: Nach dem letzten Klimagipfel in Paris und dem gemeinsamen Abkommen zum Klimaschutz wurden jetzt bei der UN-Klimakonferenz in Marrakesch die konkreten Schritte zur Umsetzung verhandelt. Das gemeinsame Ziel ist unstrittig, Begrenzung der Erderwärmung. Gastgeberland Marokko zeigt sich vorbildlich in Sachen Klimaschutz. Europa muss seine Klimaziele weiter voran bringen, vor allem durch den Ausbau von erneuerbaren Energien.

 

Tee trinken, ja! - Abwarten: nein!

Tee trinken, ja! – Abwarten: nein!

In der vergangenen Woche ging die 22. UN-Weltklimakonferenz im südmarokkanischen Marrakesch zu Ende. Mehr als zehn Tage lang verhandelten und diskutierten die Vertreter der teilnehmenden Staaten, wie der Klimawandel und die damit verbundene Erderwärmung wirkungsvoll zu stoppen seien.

 

Gleich zu Beginn der Konferenz ging ein Ruck durch die Reihen: Die Nachricht, dass Donald Trump die Präsidentschaftswahlen in den USA für sich entscheiden konnte, lässt nichts Gutes für den Klimaschutz aus dieser Richtung hoffen. Zählt Trump doch zu den Leugnern des anthropogenen, also durch das menschliche Verhalten verursachten, Klimawandels. Eine seiner ersten Ankündigungen war dementsprechend die Zusage, Kohleabbau und Ölförderung kräftig zu unterstützen.

 

 

Gastgeber Marokko – mit gutem Beispiel voran

Letztlich war diese Nachricht nicht richtungsweisend für die Stimmung in Marrakesch. Schließlich hatte das Klimasekretariat der Vereinten Nationen zu einer Konferenz des Handelns aufgerufen. Entsprechend äußerte sich Salaheddine Mezouar, Konferenzpräsident und Außenminister des gastgebenden Landes, in seiner Eröffnungsrede. Er forderte die Staatengemeinschaft auf, Entscheidungen zum Klimaschutz zu treffen und dementsprechend zu handeln. Schließlich leiden bereits viele Länder – vornehmlich südlich der Sahara – unter dem fortschreitenden Klimawandel.

 

Gastgeberland Marokko geht dabei mit gutem Beispiel voran. Das relativ kleine Land hat sich ehrgeizige Klimaziele in einem nationalen Klimaplan gesetzt und bereits einiges zur Umsetzung getan. Bis 2030 will Marokko mehr als die Hälfte seiner Energieversorgung aus erneuerbaren Quellen wie Wind und Sonne beziehen. Experten bewerten dies als realistisch, schließlich hat Marokko in kürzester Zeit eines der größten Solarkraftwerke weltweit aufgebaut und plant bereits weitere Anlagen. Mit dem Ausbau von erneuerbaren Energien macht sich Marokko auch unabhängig von teuren Importen, denn das Land verfügt selbst über keine ÖL- und Gasvorkommen. Darüber hinaus trägt Marokko durch enorme Emissionseinsparungen, wie etwa durch Elektrobusse, kaum eine Verantwortung für den globalen Klimawandel.

 

Der CO2-Ausstoß pro Kopf beträgt dort 1,6 Tonnen, im Vergleich dazu werden in Europa durchschnittlich zehn Tonnen CO2 pro Person emittiert, in den USA sind es doppelt so viel, rund 20 Tonnen CO2 pro Person. Der Durchschnittsverbrauch an CO2 auf dem afrikanischen Kontinent beträgt lediglich 0,5 Tonnen pro Person. Doch gerade dort machen sich die Auswirkungen der globalen Klimaveränderung besonders bemerkbar: In den letzten Jahren war Afrika vielfach von Wetterextremen betroffen, in erste Linie von Überschwemmungen.

 

Auch hier zeigt sich Marokko vorbildlich und hat Partnerschaftsabkommen mit verschiedenen afrikanischen Staaten verabschiedet, um sie beim Ausbau erneuerbarer Energien tatkräftig zu unterstützen und eine entsprechende Infrastruktur aufzubauen. Aktiv ist Marokko hier bereits in Mauretanien, Niger, im Tschad sowie an der Elfenbeinküste.

 

 

Jahr eins nach Paris – Konferenz des Handelns

Im vergangenen Jahr konnte die 21. Klimakonferenz bereits positive Signale in die Welt senden. Die 196 teilnehmenden Staaten der COP 21 haben mit dem Pariser Abkommen zum Klimaschutz erstmals einen gemeinsamer Rahmenvertrag erarbeitet, den es jetzt konsequent und zügig umzusetzen gilt, um die Erderwärmung deutlich unterhalb der zwei-Grad-Celsius-Grenze zu halten, optimalerweise unter dem 1,5-Grad-Celsius-Limit. Immerhin hatten im Oktober diesen Jahres mehr als 55 Staaten, die zusammen mehr als die Hälfte aller CO2-Emissionen verantworten, das Abkommen von Paris unterzeichnet.

 

Das Abkommen gibt mit der Begrenzung der Erderwärmung die Zielrichtung der internationalen Klimapolitik vor. Der Klimagipfel in Marrakesch stand damit unter dem durchaus anspruchsvollen Thema, die konkreten Verhandlungsschritte zu vereinbaren, Details zu klären und Anreize zur Umsetzung zu schaffen.

 

Bislang existieren noch große Unterschiede zwischen der Zielsetzung von Paris und den nationalen Klimaschutzplänen, die jetzt nachgebessert werden müssen. Denn die Ziele von Paris können nur erreicht werden, wenn sich die konsequente Abkehr von fossilen Energieträgern wie Kohle, Gas und Öl endlich durchsetzt. Gleichzeitig müssen die Waldbestände weltweit geschützt werden, um den bestehenden CO2-Ausstoß zu binden. Damit diese Ziele von allen Staaten aktiv umgesetzt werden können, ist außerdem eine finanzielle Unterstützung der Klimaschutzmaßnahmen in den ärmeren Ländern notwendig.

 

Hier sind jetzt besonders die Industriestaaten, Hauptverursacher des Klimawandels, gefordert. Ab 2020 sollen sie jährlich insgesamt 100 Milliarden Dollar für Klimaschutzmaßnahmen und -anpassungen in den Entwicklungsländern aufbringen. Ohne diese Finanzierungszusagen sind die lebenswichtigen Veränderungen in diesen Ländern kaum möglich.

 

Verhandelt wurde auch, wie jetzt das Abkommen von Paris in den einzelnen Staaten umgesetzt wird, also welchen konkreten Beitrag jedes Land zur Erreichung der vereinbarten Klimaziele leistet. Hier sind besonders die Staaten gefordert, die besonders viel CO2 emittieren. Ein wichtiges Ergebnis: Das sogenannte „Regelbuch für das Paris-Abkommen“ soll bis 2018 fertiggestellt werden. Ebenfalls 2018 wird die erste Überprüfung der gesteckten Klimaziele stattfinden.

 

 

Klimaschutz geht in die richtige Richtung

Klimaschutz - ein heller Streifen am Horizont.

Klimaschutz – ein heller Streifen am Horizont.

Experten bewerten die Konferenz in Marrakesch als ermutigenden Schub in die richtige Richtung. Generell wird von einer starken Solidarität innerhalb der Staatengemeinschaft gesprochen sowie dem spürbaren Willen, den in Paris eingeschlagenen Weg weiter zu verfolgen.

 

Gefordert sind jetzt auch die Mitgliedstaaten der Europäischen Union, ihre Klimaschutzziele zeitnah umzusetzen. Mit Blick auf Deutschland wird der Bundesregierung eine positive Klimaschutzpolitik bescheinigt, von der sich allerdings viele mehr Impulse versprochen haben. Kritiker monieren vor allem, dass noch immer die klare Absage an den fossilen Energieträger Kohle fehlt, ohne den Kohleausstieg jedoch die nationalen Klimaziele nicht zu schaffen seien.

 

Positiv aufgenommen wurde die langfristige Klimaschutzstrategie Deutschlands, denn bislang haben erst drei weitere Staaten langfristige Pläne eingereicht. Ebenso gut aufgenommen wurde das Engagement in Sachen Klimaschutz-Partnerschaft mit Entwicklungsländern und einer entsprechenden finanziellen Unterstützung des UN-Anpassungsfonds.

 

 

Der Druck nimmt zu

Eine Besonderheit an diesem Klimagipfel ist dabei durchaus die neue Verteilung der Führungsrollen in Sachen Klimaschutz. Zum einen zeigte sich die Industrienation China sehr engagiert im Ausbau der erneuerbaren Energien. Zum anderen zeigt das Beispiel Marokko, dass rasche Veränderungen durchaus möglich sind. Darüber hinaus haben 48 Entwicklungsländer erklärt, ihren Beitrag zum 1,5-Grad-Limit zu leisten und hundertprozentig auf erneuerbare Energien umzusteigen. Der Druck auf einen entsprechenden Beitrag zum Klimaschutz von Seiten der Industrienationen nimmt also deutlich zu. Schließlich drängt die Zeit, aktuell beträgt die Erderwärmung bereits 1,2 Grad Celsius.

 

 

Konsequent in erneuerbare Energien investieren

Fossile Energieträger im Boden lassen, den CO2-Ausstoß drastisch reduzieren, konsequent erneuerbare Energien fördern. Diese Maßnahmen klingen einfach. Um die Energieversorgung durch erneuerbare Energien zu gewährleisten, müssen jedoch die entsprechenden Unternehmen und Projekte gefördert werden. Werden Sie auch aktiv und schützen Sie mit Ihren Investitionen das Klima. Wir von Grünes Geld sind Experten für nachhaltige Geldanlagen. Gleichgültig, ob Sie in Windkraft oder Solaranlagen investieren wollen, wir achten darauf, dass Ihr Geld zum klimafreundlich angelegt wird und das mit attraktiven Erträgen.

 

 

Portraitfoto Gerd Junker Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.

 

   

Klimagipfel in Polen verkommt zur Farce

Mittwoch, 27. November 2013

Gerade erst wurde durch den Bericht des Weltklimarates der Vereinten Nationen bekannt, dass der Ausstoß an schädlichen Treibhausgasen noch höher ist als angenommen. Trotzdem kamen die Delegierten beim Klimagipfel in Polen in den vergangenen beiden Wochen über ein Minimalergebnis – das nur durch eine eintägige Verlängerung der Konferenz erreicht werden konnte – nicht hinaus.

 

 

 

Foto aus Flugzeug mit HorizontDas Klima: eine Erhöhung um mehr als 2 Grad birgt unkalkulierbare Risiken

 

 

“Diese Konferenz war ein einziger Betrug. Eigentlich sollten hier weitere Schritte zum Senken der Emissionen beschlossen werden, stattdessen ist das Gegenteil passiert: Japan hat seine Ziele gesenkt, Australien beschneidet seine Klimagesetze, Brasilien präsentiert eine rasant beschleunigtes Abholzen seiner Regenwälder. Noch dazu bedroht das vollständige Versagen der Industriestaaten, ihre bestehenden Finanzierungszusagen einzuhalten, die Ärmsten der Armen“, so Martin Kaiser, Leiter der Greenpeace-Delegation in Warschau.

 

So lässt sich das 2-wöchige Spektakel “COP” in Warschau wohl am besten umschreiben. Neben Greenpeace hatten am Donnerstag auch der WWF, BUND und Friends of the Earth die UNO-Weltklimakonferenz unter Protest verlassen.

 

Schon der Veranstaltungsort Polen rückte die Konferenz in ein negatives Bild, denn durch seine Bemühungen die heimische Kohleindustrie zu schützen gilt Polen als einer der größten Bremsklötze im Kampf gegen den Klimawandel. So konnten dann auch nur Grundzüge eines neuen Klimaschutz-Abkommens festgelegt werden. Das letzte Abkommen, das Kyoto-Protokoll, lief 2012 aus und wurde auf der letzten Konferenz bereits verlängert. Statt von “Verpflichtungen” spricht man in den neuen Abkommen auch nur noch von “Beiträgen zum Klimaschutz”.

 

Das neue Klimaschutzabkommen soll auf der nächsten Konferenz in einem Jahr in Paris zustande kommen. Zumindest solle es dann alle Länder umfassen, also auch die größten Umweltverschmutzer China und USA. Um konkrete Maßnahmen zur Vermeidung von CO2-Emissionen geht es auch kaum noch, größte Streitpunkte sind eher Zahlungen von Industrienationen zu stärker betroffenen Schwellenländern.

 

 
Portraitfoto Gerd Junker Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.
 

Klimagipfel in Doha – Ergebnis unserer Meinungsumfrage

Freitag, 07. Dezember 2012

Morgen endet der Klimagipfel in Doha und mit den Aussichten auf effektive Zielsetzungen sieht es trübe aus. In den Fragen zur Fortführung des Kyoto-Protokolls ab 2013 oder wie das neue Klima-Protokoll ab 2020 aussehen soll, scheint es zu keiner Einigung zu kommen. Lediglich in Bezug auf die Klimahilfen für Entwicklungsländer hat es einen kleinen Fortschritt gegeben. Die europäischen Staaten haben für 2013 zusammen ca. 6 Milliarden Dollar zugesagt – das ist deutlich mehr als bisher. Andere große Geberstaaten wie die USA oder Japan werden in Doha dazu keine Zahlen vorlegen. Die Kyoto-Arbeitsgruppe ist bislang ohne Ergebnis geblieben und auch ein Scheitern des Gipfels wird sogar von einigen Teilnehmern nicht mehr ausgeschlossen.

 

Zu Beginn des Gipfels haben wir Sie in drei Punkten um Ihre Meinung gebeten. Hier nun die Ergebnisse:

 

1. Die EU und 10 weitere Staaten wollen sich für zweite, acht Jahre dauerende Phase des Kyoto-Protokolls bis 2020 verpflichten. Glauben Sie, dass das auf dem Gipfel zustande kommt?

 

 

2. Die EU fordert von Staaten wie den USA und China, dass in der Zeit bis 2020 zusätzliche Klimaschutz-Zusagen getroffen werden. Wird das gelingen?

 

 

3. Besonders vom Klimawandel betroffene Staaten sollen von 2020 an Hilfen von bis zu 100 Miliarden Dollar erhalten. Wird hierzu eine Einigung erzielt?

 

 

 

 

„Wir werden die Welt schon in Ordnung bringen! Wir sind ja schließlich keine Menschen.“ Dieses Zitat stammt aus Erich Kästner´s „Konferenz der Tiere“. Vielleicht hätte man dieses Buch zu Beginn der Klimakonferenz in Doha als Pflichtlektüre an alle Teilnehmer verteilen sollen.

 

 

 

 

 

 

Verfasser des Beitrages

Jasmin Messina-Hamann unterstützt die Grünes Geld GmbH als Berater-Assistentin. Jasmin Messina-Hamann:“Ich freue mich, dass ich – neben meinem persönlichen Engagement (z. B. bei Greenpeace) – beruflich meinen Teil dazu beitragen kann, dass Nachhaltigkeit auch in der Finanzbranche kein Fremdwort mehr ist. Die Macht des eingesetzten Kapitals kann die Welt zum positiven verändern.“

Klimagipfel in Südafrika: Kohlestrom statt Klimaschutz

Samstag, 07. Januar 2012

Ein Blick hinter die Öko-Fassade des Gastgebers bringt bedenkliche Einstellungen zum Vorschein: „Klimaschutz ist etwas für Reiche!“ zur Verfügung gestellt von 8 Stars Capital

Im südafrikanischen Durban findet derzeit der 17. Welt-Klimagipfel statt. Ein Durchbruch gilt als unwahrscheinlich. Doch während das Gastgeberland sich als Opfer des von Industrienationen verursachten Klimawandels darstellt, entsteht nur einige Kilometer weiter ein gigantisches Kohlekraftwerk. Zusammen mit einem weiteren geplanten Megakraftwerk wird es den CO²-Ausstoß des Landes um 10 % erhöhen.

Steinkohle ist das Fundament der südafrikanischen Wirtschaft. Auf der Weltrangliste der Kohleförderung belegt es den 7. Platz, nur in Kanada ist Strom noch billiger als hier. Wie in jeder Klimadiskussion mit Schwellenländern sieht auch Südafrika nicht ein, auf den Billigstrom zu verzichten und damit sein Wirtschaftswachstum auszubremsen, während sich Industrieländer nicht an ihre eigenen Vorgaben halten.

Ein Blick auf die Zahlen zeigt allerdings, dass Südafrika längst nicht mehr zu den Opfern, sondern mit einer höheren Pro-Kopf-Emission als Großbritannien zu den Hauptverursachern zählt – ganz im Gegenteil zu den Nachbarstaaten, welche wirklich keinen Beitrag zur weltweiten Umweltbelastung leisten und den Klimaveränderungen am stärksten ausgesetzt sind.

Derselben Meinung sind auch die größten Emittenten China und Indien, welche sich trotz der Aussicht, unter den Folgen des Klimawandels selbst am meißten leiden zu müssen, an keine Klimavorgaben binden wollen. Das Jahr ist kaum vorüber und schon geraten die Klimakatastrophen 2011 in Vergessenheit. Für ein stetiges Wirtschaftswachstum scheinen die Staatsoberhäupter Dürren, Überschwemmungen oder Wassermangel gern in Kauf zu nehmen.

Ein Klimaabkommen, das wirklich etwas verändert muss langfrstiger ausgelegt sein, als jede Wahlperiode. Es ist also nicht zu erwarten, dass Politiker die dringend benötigte Energiewende selbstlos durchsetzen. Das heißt keineswegs, dass wir alle verloren sind. Es zeigt nur wieder einmal, dass nur wir selbst durch nachhaltiges Handeln eine lebenswerte Zukunft in der Hand haben und auf keine Wunder von Oben hoffen sollten.