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Klimakonferenz 2017 – Was bleibt von der COP 23?

Dienstag, 21. November 2017
Zusammenfassung: Auf der Weltklimakonferenz COP 23 in Bonn herrschte ein positives Klima. Jetzt stellt sich die Frage, wie die Verhandlungen sich auf das globale Klima auswirken werden und welche Maßnahmen konkret ergriffen werden, um die Erderwärmung zu stoppen.

 

Die Fidschi-Inseln bekommen die Klimaerwärmung bereits zu spüren.

Am vergangenen Freitag ist die Weltklimakonferenz (COP 23) in Bonn zu Ende gegangen. Die Konferenz stand in diesem Jahr unter der Präsidentschaft der Fidschi-Inseln. Um den kleinen Staat im Südpazifik organisatorisch und logistisch zu entlasten, wurde zwischen dem 6. und 17. November in Bonn verhandelt. In der Bundesstadt am Rhein hat das Klimasekretariat der Vereinten Nationen seit dem Umweltgipfel in Rio 1992 seinen Sitz.

 

Bonn zeigte sich in den Verhandlungstagen als engagierter Gastgeber, der auf die große Zahl der Besucher aus aller Welt gut vorbereitet war. Bereits die eindrucksvolle Eröffnungsveranstaltung der COP 23 gab die Richtung der Konferenz vor. Auf der einen Seite arbeitsintensive Verhandlungen mit den offiziellen Vertretern der Staatengemeinschaft. Auf der anderen Seite ein breites Forum für Experten, Nichtregierungsorganisationen und zahlreiche Vertreter der Zivilgesellschaft.

 

 

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Es geht ums Ganze: Weltklimagipfel COP 23 in Bonn

Freitag, 27. Oktober 2017
Zusammenfassung: Vom 6. bis zum 17. November schaut die Welt nach Bonn. In der alten Bundeshauptstadt findet der Weltklimagipfel COP 23 statt. Nach den positiven Signalen von Paris vor zwei Jahren und der Ernüchterung nach der Wahl Trumps zum US-Präsidenten im vergangenen Jahr, steht die Konferenz jetzt unter dem Motto „Handeln und Verhandeln“.

 

 

Die Welt am Verhandlungstisch – COP 23

Am 6. November 2017 beginnt die 23. Weltklimakonferenz. Unter der Präsidentschaft der Fidschi-Inseln und dem Vorsitz des Premierministers Frank Bainimarama findet die Konferenz in Deutschland, in der Bundesstadt Bonn statt. Bis zum 17. November werden Politiker, Diplomaten und Vertreter der Zivilgesellschaft aus aller Welt über den globalen Klimaschutz – und damit auch über die Zukunft des Planeten – verhandeln. Hinzu kommen zahlreiche Beobachter von Nichtregierungsorganisationen sowie eine große Zahl an internationalen Medienvertretern. Insgesamt werden bis zu 25.0000 Teilnehmer erwartet

 

Die voraussichtliche Besuchermenge war im Vorfeld ein wichtiger Grund dafür, die Konferenz nicht im Staatsgebiet des offiziellen Gastgeberlandes stattfinden zu lassen, sondern den Sitz des UN-Klimasekretariats in Bonn zum Austragungsort zu bestimmen, um Fidschi technisch und logistisch zu unterstützen.

 

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Nachhaltige Staaten – Naher Osten und Nordafrika

Dienstag, 14. März 2017
Zusammenfassung: Die Vereinten Nationen haben 17 Nachhaltigkeitsziele verabschiedet, die alle Staaten der Welt bis 2030 umgesetzt haben sollen. Während die westlichen Staaten die ersten 50 Plätze im Ranking der Zielerreichung einnehmen, stehen viele Staaten Afrikas und Asiens vor der Herausforderung, grundlegende Ziele wie Armutsbekämpfung und Wasserversorgung zu erreichen. Der vierte Teil der Serie zu nachhaltigen Staaten richtet seinen Blick auf die Länder des Nahen Ostens und Nordafrikas.

 

 

Die MENA-Staaten – das Mittelmeer trennt und verbindet.

Nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDG) weltweit, so lautet das große Ziel der Vereinten Nationen, deren Mitgliedstaaten drei Jahre lang eine umfassende Agenda zum Thema entwickelt haben. Aufgeteilt in 17 Teilziele geht es dabei um die großen Herausforderungen der Zeit. Bis zum Jahr 2030 sind die Länder aufgefordert, die für alle gleichermaßen relevanten ökonomischen, ökologischen und sozialen Ziele zu erreichen. Konkret sind das unter anderem ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum in den einzelnen Staaten zu entwickeln, Armut und Hunger zu bekämpfen, Bildung und Chancengleichheit für alle auf den Weg zu bringen und nicht zuletzt Umweltzerstörung und Klimawandel Einhalt zu gebieten.

 

Ihrer extrem ungleichen Ausgangslagen geschuldet, gehen die UN-Mitgliedstaaten die Herausforderung unterschiedlich an. In unserer Serie „Nachhaltige Staaten“ haben wir bereits einige Wege vorgestellt. Skandinavien hat vieles erfolgreich umgesetzt und ist bei Erreichung der Nachhaltigkeitsziele weltweit führend. Deutschland, Österreich und die Schweiz sind gut unter den ersten zehn Staaten platziert und auch die übrigen westeuropäischen Länder sind auf den vorderen Plätzen des SDG-Rankings zu finden. Selbst die USA nehmen mit Platz 25 angesichts ihrer hohen CO2-Emissionen noch einen respektablen Platz ein.

 

Wie sieht es aber mit der nachhaltigen Entwicklung im Nahen Osten und Nordafrika aus? Welchen Stellenwert hat die Erreichung der Nachhaltigkeitsziele in den krisengeschüttelten Staaten des Maghreb (Algerien, Libyen, Mauretanien, Marokko und Tunesien) auf der politischen Agenda und auf welche Punkte konzentrieren sich die einzelnen Länder? Beispielsweise hat Marokko als Gastgeber der UN-Klimakonferenz COP 22 im vergangenen November positive Signale in die Welt gesendet und bereits einige ambitionierte Anstrengungen unternommen, die lokale Energieversorgung mittelfristig vollständig aus regenerativen Quellen decken zu können. Im vierten Teil unserer Serie werfen wir also einen exemplarischen Blick auf einige MENA-Staaten (Middle East and North Africa).

 

 

Naher Osten und Nordafrika – So nah und doch so fern

Die  MENA-Region Naher Osten und Nordafrika erstreckt sich im süd-östlichen Mittelmeerraum von Marokko bis in den Iran. Dort leben insgesamt rund 380 Millionen Menschen. Besondere Herausforderungen der Region sind das Bevölkerungswachstum, steigende Arbeitslosigkeit und knappe Ressourcen.

 

Seit Ende 2010 ist ein politischer Wandel in vielen Staaten des Nahen Ostens und Nordafrikas spürbar geworden. Bis dahin wurden viele der Länder autoritär regiert und viele Grundrechte stark beschnitten. Intransparente Entscheidungen, mangelnde Informationen, strenge Reglementierungen der Medien und eine stark eingeschränkte Organisationsfreiheit machten eine politische Mitbestimmung der Bevölkerung schwierig bis unmöglich. Darüber hinaus waren und sind Frauen aufgrund gewachsener patriarchalischer Strukturen wirtschaftlich und sozial stark benachteiligt.

 

 

Vom arabischen Frühling zum islamistischen Winter?

Die Forderungen von Millionen Menschen nach einer umfassenden Demokratisierung der Gesellschaft führten in vier Staaten zu einem Sturz des bis dahin bestehenden autokratischen Regimes. 2011 wurden die Machthaber in Tunesien, Ägypten, im Jemen und in Lybien abgelöst. Der gesellschaftliche Umbruch ist jedoch auch weiterhin schwierig und trifft auf die gegenläufige Entwicklung einer radikalen Islamisierung. Entsprechend muss sich die Region auch weiterhin mit vielfältigen Problemen auseinandersetzen. Die Länder erreichen daher bei der Bewertung des UN-Nachhaltigkeitsziels „Frieden und Gerechtigkeit“ maximal mittelmäßige Werte.

 

 

Wirtschaftliche Entwicklung in der Region

Die unterschiedlichen Länder Nordafrikas und des Nahen Ostens sind kaum unter einen Hut zu bringen.

Wie sich die Wirtschaft in den einzelnen Ländern künftig entwickeln wird, steht in starker Abhängigkeit von der politischen Stabilität. Fakt ist, dass bislang der Erdölexport sowie der Tourismus die beiden wichtigsten Säulen der Volkswirtschaften bildeten. Sowohl Landwirtschaft, als auch verarbeitende Industrie leisten keinen nennenswerten Beitrag zum Bruttoinlandsprodukt.

 

Dabei wird der Maghreb weltweit als wirtschaftlich am schlechtesten integrierte Weltregion bewertet. Exporte sind einseitig auf Europa ausgerichtet, während untereinander kaum wirtschaftliche Beziehungen bestehen. Diese wären auch schwierig, denn die in den 90er Jahren geplante Freihandelszone zwischen den fünf Ländern wurde wegen anhaltender politischer Differenzen nie realisiert. Dem entsprechend sind diese Länder vom UN-Nachhaltigkeitsziels „nachhaltiges Wirtschaftswachstum“ noch weit entfernt.

 

Sehr gute Ergebnisse erzielen hier jedoch durchaus einige MENA-Staaten. Für Kuwait und die Vereinigten Arabischen Emirate steht hier bereits die Ampel auf grün. Überhaupt werden die wohlhabenden Golfstaaten viele UN-Entwicklungsziele gut erreichen können. Schwieriger wird es in den extrem armen Regionen wie beispielsweise dem Jemen, der zudem enorm unter dem Wassermangel leiden muss.

 

Ein weiterer Hemmschuh für die nachhaltige Entwicklung in vielen MENA-Staaten sind die andauernden, teilweise auch wechselnden Krisenherde. Zum einen die langanhaltenden Konflikte zwischen Israel und den palästinensischen Gebieten, zum anderen im Irak. Durch den blutigen Bürgerkrieg in Syrien ist seit 2011 eine weitere Krisenregion hinzugekommen. Darüber hinaus stehen Konflikte – besonders um die Rechte von Minderheiten – in vielen weiteren MENA-Staaten auf der Tagesordnung. Die politischen Unsicherheiten in den Konfliktstaaten strahlen mittlerweile als Bedrohung der Sicherheit auf die ganze Welt aus.

 

 

Wasserarmut betrifft die gesamte Region

Inwieweit Ideologien die Ursache für erbitterte Konflikte sind oder ob Kämpfe nicht doch aufgrund knapper Ressourcen wie Wasser, Erdöl und Erdgas entstehen, bleibt vorerst ungeklärt. Tatsache ist, dass die MENA-Region weltweit zu den wasserärmsten Gebieten der Welt zählt. Regen ist eine Seltenheit und aufgrund der hohen Temperaturen verdunstet Feuchtigkeit rasch. Wasserressourcen ergeben sich ausschließlich durch Flüsse und Seen, davon haben weniger als die Hälfte (43 Prozent) ihren Ursprung in der Region. Die intensive Nutzung der Wasserressourcen durch eine wachsende Bevölkerung hat bewirkt, dass der Grundwasserspiegel Nordafrikas und des Nahen Ostens bereits stark abgesunken ist. Das hat zur Folge, dass die Bevölkerung teilweise nicht mehr ausreichend mit Trinkwasser versorgt und in der Folge auch keine Landwirtschaft mehr betrieben werden kann.

 

Bei der Erreichung des UN-Nachhaltigkeitsziels „Wasserversorgung“ stehen die Ampeln bei den MENA-Staaten auf rot. Lediglich Marokko und der Libanon erreichen hier mittlere Werte.

 

Eine Verbesserung der Situation zeichnet sich nicht ab, denn hier macht sich die fortschreitende Klimakrise bereits bemerkbar. Die Temperaturen in der gesamten Region steigen an, die verheerende Trockenheit nimmt weiter zu und die Wüsten breiten sich weiter aus und bedrohen die Lebensgrundlagen der Menschen in allen Staaten.

 

 

Platzierungen der MENA-Staaten im SDG-Ranking

Nordeuropa konnte mit vielen erreichten Zielen in der nachhaltigen Entwicklung bislang souverän punkten, Mittel- und Südeuropa schlossen sich mehr oder weniger souverän an und auch die osteuropäischen Staaten sind unter den Top 50 zu finden. Extrem unterschiedlich fallen dagegen die Platzierungen der MENA-Staaten aus. Hier geht behauptet sich beispielsweise Israel auf Platz 29, Tunesien auf Platz 51, Saudi Arabien befindet sich auf Platz 85 und der Jemen liegt abgeschlagen auf Rang 137.

 

Deutlich wird dabei auch, dass besonders die ärmsten Länder der Welt die Schlusslichter des SDG-Rankings bilden, denn obwohl beispielsweise der Jemen einen geringen CO2-Ausstoß aufweisen kann (0,91 Tonnen pro Jahr und Einwohner), können die UN-Ziele wie die Beseitigung von Armut und Hunger, Zugang zu Wasser, Bildung, Gesundheitswesen und eine nachhaltige Entwicklung der Infrastruktur kaum erfüllt werden. Entsprechend stehen die reicheren Länder in der Pflicht, die ärmeren Staaten beim Erreichen der Nachhaltigkeitsziele zu unterstützen. Eine besondere Priorität muss dabei – gerade in der MENA-Region – im nachhaltigen Wassermanagement sowie in der Sicherstellung der Ernährung und der nachhaltigen Landwirtschaft gesetzt werden.

 

 

Marokko – Im Westen durchaus Neues

Im vergangenen Jahr tagte die Klimakonferenz COP 22 mit guten Ergebnissen in Marrakesch. Das westlichste der MENA-Staaten gilt als politisch stabil. Nach Forderungen nach Reformen und mehr Demokratie Anfang 2011 kam es zu einer „Sanften Revolution“ und eine gesellschaftliche Erneuerung wurde angestoßen.

 

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International bewertet Marokko nicht als sicheres Herkunftsland und beschreibt in seinem aktuellen Jahresbericht, dass der Staat auch weiterhin das Recht auf Meinungs-, Vereinigungs- und Versammlungsfreiheit stark einschränkt. Journalisten und Menschenrechtsanwälte sollen wegen ihrer Kritik an Staat und Verwaltung strafrechtlich belangt worden sein. Auch beim Nachhaltigkeitsziel der Gleichstellung der Geschlechter hat Marokko noch einen langen Weg vor sich. Gemäß einer Bewertung des Genfer Weltwirtschaftsforums, nimmt Marokko in Sachen Frauenrechten Platz 133 von 143 bewerteten Ländern ein.

 

Marokko belegt auf dem SDG-Ranking Rang 64, die Nachhaltigkeitsampel steht dabei 9 mal auf rot und 8 mal auf gelb. Wirtschaftlich bewegt sich Marokko in den üblichen Bereichen Erdöl und Tourismus. Allerdings nehmen auch Landwirtschaft und Bergbau zentrale Rollen ein. Außerdem verfügt das Land über große Rohphosphatvorkommen, die als Chemikalie und Düngemittel exportiert werden. Rund drei Viertel des weltweit geförderten Phosphats stammt aus Marokko.

 

Wasserfälle in Marokko.

Zwar steht beim Nachhaltigkeitsziel „Saubere Energiegewinnung“ die SDG-Ampel noch auf rot, allerdings hat sich gerade in diesem Bereich Marokko ambitionierte Ziele gesetzt. Aktuell liefert noch ein Kohlekraftwerk und ein Drittel des Strombedarfs, das soll sich jedoch in naher Zukunft ändern. Die konsequente Umsetzung des nationalen Energieplans ist aktuell das wichtigste politische Thema des Landes. Ziel ist es, die nationale Energieversorgung rasch von fossilen Energieträgern auf Erneuerbare Energien umzustellen und die Energieeffizienz spürbar zu steigern.

 

Entsprechend investiert das Land in den Ausbau von Wind- und Solarenergie und konnte sich anlässlich der Weltklimakonferenz 2016 als wichtigen Treiber für den Klimaschutz auf dem afrikanischen Kontinent präsentieren. Bis zum Jahr 2030 soll mindestens die Hälfte der Stromversorgung mit Sonnen, Wind- und Wasserkraftwerken produziert werden. Der Grundstein für diese Entwicklung ist gelegt: Marokko verfügt über eines der weltweit größten Solarkraftwerke, das in Rekordzeit realisiert werden konnte. Neben dem Großprojekt setzt das Land auch auf kleine dezentrale Lösungen. So sollen künftig auch Solarmodule auf Hausdächern die Energieversorgung mit sichern.

 

 

Nachhaltigkeitsziele – anspruchsvoll aber erreichbar

Die UN-Nachhaltigkeitsziele sind vielfältig und anspruchsvoll. Das Beispiel Marokkos zeigt, dass auch Länder mit schwieriger Ausgangslage etwas bewirken können und mindestens Teilziele realisieren. Wenn sich noch mehr Staaten bewegen, kann viel verändert werden. Für Umwelt, Klima, Wirtschaftsentwicklung sowie soziale Gerechtigkeit.

 

Für eine solche Entwicklung brauchen alle beteiligten Staaten einen langen Atem und Geld. Denn um viele gute Ideen und Projekte umzusetzen, werden weltweit Investitionen benötigt. Eine gute Möglichkeit also, Geld sinnvoll und für eine nachhaltige Entwicklung anzulegen und gleichzeitig eine gute Rendite zu erwirtschaften. Grünes Geld, erfahrener Experte für grüne Geldanlagen, hat mehr als 300 nachhaltige Finanzprodukte im Angebot. Finden sie mit uns Ihr passendes Anlagekonzept.

 

 

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UN-Klimakonferenz COP 22 in Marrakesch – es geht voran

Dienstag, 22. November 2016
Zusammenfassung: Nach dem letzten Klimagipfel in Paris und dem gemeinsamen Abkommen zum Klimaschutz wurden jetzt bei der UN-Klimakonferenz in Marrakesch die konkreten Schritte zur Umsetzung verhandelt. Das gemeinsame Ziel ist unstrittig, Begrenzung der Erderwärmung. Gastgeberland Marokko zeigt sich vorbildlich in Sachen Klimaschutz. Europa muss seine Klimaziele weiter voran bringen, vor allem durch den Ausbau von erneuerbaren Energien.

 

Tee trinken, ja! - Abwarten: nein!

Tee trinken, ja! – Abwarten: nein!

In der vergangenen Woche ging die 22. UN-Weltklimakonferenz im südmarokkanischen Marrakesch zu Ende. Mehr als zehn Tage lang verhandelten und diskutierten die Vertreter der teilnehmenden Staaten, wie der Klimawandel und die damit verbundene Erderwärmung wirkungsvoll zu stoppen seien.

 

Gleich zu Beginn der Konferenz ging ein Ruck durch die Reihen: Die Nachricht, dass Donald Trump die Präsidentschaftswahlen in den USA für sich entscheiden konnte, lässt nichts Gutes für den Klimaschutz aus dieser Richtung hoffen. Zählt Trump doch zu den Leugnern des anthropogenen, also durch das menschliche Verhalten verursachten, Klimawandels. Eine seiner ersten Ankündigungen war dementsprechend die Zusage, Kohleabbau und Ölförderung kräftig zu unterstützen.

 

 

Gastgeber Marokko – mit gutem Beispiel voran

Letztlich war diese Nachricht nicht richtungsweisend für die Stimmung in Marrakesch. Schließlich hatte das Klimasekretariat der Vereinten Nationen zu einer Konferenz des Handelns aufgerufen. Entsprechend äußerte sich Salaheddine Mezouar, Konferenzpräsident und Außenminister des gastgebenden Landes, in seiner Eröffnungsrede. Er forderte die Staatengemeinschaft auf, Entscheidungen zum Klimaschutz zu treffen und dementsprechend zu handeln. Schließlich leiden bereits viele Länder – vornehmlich südlich der Sahara – unter dem fortschreitenden Klimawandel.

 

Gastgeberland Marokko geht dabei mit gutem Beispiel voran. Das relativ kleine Land hat sich ehrgeizige Klimaziele in einem nationalen Klimaplan gesetzt und bereits einiges zur Umsetzung getan. Bis 2030 will Marokko mehr als die Hälfte seiner Energieversorgung aus erneuerbaren Quellen wie Wind und Sonne beziehen. Experten bewerten dies als realistisch, schließlich hat Marokko in kürzester Zeit eines der größten Solarkraftwerke weltweit aufgebaut und plant bereits weitere Anlagen. Mit dem Ausbau von erneuerbaren Energien macht sich Marokko auch unabhängig von teuren Importen, denn das Land verfügt selbst über keine ÖL- und Gasvorkommen. Darüber hinaus trägt Marokko durch enorme Emissionseinsparungen, wie etwa durch Elektrobusse, kaum eine Verantwortung für den globalen Klimawandel.

 

Der CO2-Ausstoß pro Kopf beträgt dort 1,6 Tonnen, im Vergleich dazu werden in Europa durchschnittlich zehn Tonnen CO2 pro Person emittiert, in den USA sind es doppelt so viel, rund 20 Tonnen CO2 pro Person. Der Durchschnittsverbrauch an CO2 auf dem afrikanischen Kontinent beträgt lediglich 0,5 Tonnen pro Person. Doch gerade dort machen sich die Auswirkungen der globalen Klimaveränderung besonders bemerkbar: In den letzten Jahren war Afrika vielfach von Wetterextremen betroffen, in erste Linie von Überschwemmungen.

 

Auch hier zeigt sich Marokko vorbildlich und hat Partnerschaftsabkommen mit verschiedenen afrikanischen Staaten verabschiedet, um sie beim Ausbau erneuerbarer Energien tatkräftig zu unterstützen und eine entsprechende Infrastruktur aufzubauen. Aktiv ist Marokko hier bereits in Mauretanien, Niger, im Tschad sowie an der Elfenbeinküste.

 

 

Jahr eins nach Paris – Konferenz des Handelns

Im vergangenen Jahr konnte die 21. Klimakonferenz bereits positive Signale in die Welt senden. Die 196 teilnehmenden Staaten der COP 21 haben mit dem Pariser Abkommen zum Klimaschutz erstmals einen gemeinsamer Rahmenvertrag erarbeitet, den es jetzt konsequent und zügig umzusetzen gilt, um die Erderwärmung deutlich unterhalb der zwei-Grad-Celsius-Grenze zu halten, optimalerweise unter dem 1,5-Grad-Celsius-Limit. Immerhin hatten im Oktober diesen Jahres mehr als 55 Staaten, die zusammen mehr als die Hälfte aller CO2-Emissionen verantworten, das Abkommen von Paris unterzeichnet.

 

Das Abkommen gibt mit der Begrenzung der Erderwärmung die Zielrichtung der internationalen Klimapolitik vor. Der Klimagipfel in Marrakesch stand damit unter dem durchaus anspruchsvollen Thema, die konkreten Verhandlungsschritte zu vereinbaren, Details zu klären und Anreize zur Umsetzung zu schaffen.

 

Bislang existieren noch große Unterschiede zwischen der Zielsetzung von Paris und den nationalen Klimaschutzplänen, die jetzt nachgebessert werden müssen. Denn die Ziele von Paris können nur erreicht werden, wenn sich die konsequente Abkehr von fossilen Energieträgern wie Kohle, Gas und Öl endlich durchsetzt. Gleichzeitig müssen die Waldbestände weltweit geschützt werden, um den bestehenden CO2-Ausstoß zu binden. Damit diese Ziele von allen Staaten aktiv umgesetzt werden können, ist außerdem eine finanzielle Unterstützung der Klimaschutzmaßnahmen in den ärmeren Ländern notwendig.

 

Hier sind jetzt besonders die Industriestaaten, Hauptverursacher des Klimawandels, gefordert. Ab 2020 sollen sie jährlich insgesamt 100 Milliarden Dollar für Klimaschutzmaßnahmen und -anpassungen in den Entwicklungsländern aufbringen. Ohne diese Finanzierungszusagen sind die lebenswichtigen Veränderungen in diesen Ländern kaum möglich.

 

Verhandelt wurde auch, wie jetzt das Abkommen von Paris in den einzelnen Staaten umgesetzt wird, also welchen konkreten Beitrag jedes Land zur Erreichung der vereinbarten Klimaziele leistet. Hier sind besonders die Staaten gefordert, die besonders viel CO2 emittieren. Ein wichtiges Ergebnis: Das sogenannte „Regelbuch für das Paris-Abkommen“ soll bis 2018 fertiggestellt werden. Ebenfalls 2018 wird die erste Überprüfung der gesteckten Klimaziele stattfinden.

 

 

Klimaschutz geht in die richtige Richtung

Klimaschutz - ein heller Streifen am Horizont.

Klimaschutz – ein heller Streifen am Horizont.

Experten bewerten die Konferenz in Marrakesch als ermutigenden Schub in die richtige Richtung. Generell wird von einer starken Solidarität innerhalb der Staatengemeinschaft gesprochen sowie dem spürbaren Willen, den in Paris eingeschlagenen Weg weiter zu verfolgen.

 

Gefordert sind jetzt auch die Mitgliedstaaten der Europäischen Union, ihre Klimaschutzziele zeitnah umzusetzen. Mit Blick auf Deutschland wird der Bundesregierung eine positive Klimaschutzpolitik bescheinigt, von der sich allerdings viele mehr Impulse versprochen haben. Kritiker monieren vor allem, dass noch immer die klare Absage an den fossilen Energieträger Kohle fehlt, ohne den Kohleausstieg jedoch die nationalen Klimaziele nicht zu schaffen seien.

 

Positiv aufgenommen wurde die langfristige Klimaschutzstrategie Deutschlands, denn bislang haben erst drei weitere Staaten langfristige Pläne eingereicht. Ebenso gut aufgenommen wurde das Engagement in Sachen Klimaschutz-Partnerschaft mit Entwicklungsländern und einer entsprechenden finanziellen Unterstützung des UN-Anpassungsfonds.

 

 

Der Druck nimmt zu

Eine Besonderheit an diesem Klimagipfel ist dabei durchaus die neue Verteilung der Führungsrollen in Sachen Klimaschutz. Zum einen zeigte sich die Industrienation China sehr engagiert im Ausbau der erneuerbaren Energien. Zum anderen zeigt das Beispiel Marokko, dass rasche Veränderungen durchaus möglich sind. Darüber hinaus haben 48 Entwicklungsländer erklärt, ihren Beitrag zum 1,5-Grad-Limit zu leisten und hundertprozentig auf erneuerbare Energien umzusteigen. Der Druck auf einen entsprechenden Beitrag zum Klimaschutz von Seiten der Industrienationen nimmt also deutlich zu. Schließlich drängt die Zeit, aktuell beträgt die Erderwärmung bereits 1,2 Grad Celsius.

 

 

Konsequent in erneuerbare Energien investieren

Fossile Energieträger im Boden lassen, den CO2-Ausstoß drastisch reduzieren, konsequent erneuerbare Energien fördern. Diese Maßnahmen klingen einfach. Um die Energieversorgung durch erneuerbare Energien zu gewährleisten, müssen jedoch die entsprechenden Unternehmen und Projekte gefördert werden. Werden Sie auch aktiv und schützen Sie mit Ihren Investitionen das Klima. Wir von Grünes Geld sind Experten für nachhaltige Geldanlagen. Gleichgültig, ob Sie in Windkraft oder Solaranlagen investieren wollen, wir achten darauf, dass Ihr Geld zum klimafreundlich angelegt wird und das mit attraktiven Erträgen.

 

 

Portraitfoto Gerd Junker Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.

 

   

Klimakonferenz Paris 2015: Diese 7 Punkte sollten Sie wissen

Dienstag, 10. November 2015

 

Die Klimakonferenz in Paris wird wieder die Welt zusammenführen und über die wohl größte globale Herausforderungen diskutieren, debattieren, streiten und hoffentlich etwas beschließen, lassen. Wir haben die 7 wichtigsten Punkte zur Klimakonferenz für Sie zusammengestellt.

 

1.) Um was geht es bei der Klimakonferenz eigentlich?

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Klimakonferenz Paris 2015: offizielles Logo

Die Klimakonferenz von Paris ist von sehr hoher Bedeutung, da auf ihr konkrete Beschlüsse zu Erreichung des 2-Grad-Ziels für die maximale Erderwärmung gefasst werden sollen.

 

Man kann folgende Eckwerte benennen:

 

– Abkommen aller Länder zu Erreichung des 2-Grad-Zieles

– Festlegung der nationalen Beiträge der einzelnen Länder

– Beschlüsse zur Finanzierung des Kampfes des Klimawandels (Basis: Grüner Klimafonds)

 

Die Konferenz soll die Folge-Vereinbarung des Kyoto-Protokolls von 1997 erzielen, und ist deshalb sehr wichtig.

 

2.) Wer veranstaltet die Klimakonferenz?

 

Die Klimakonferenz ist eine Veranstaltung der Vereinten Nationen und heißt offiziell United Nations Framework Convention on Climate Change, 21st Conference of the Parties, kurz COP 21. Sie ist gleichzeitig 11th Meeting of the Parties to the 1997 Kyoto Protocol, kurz CMP 11.

 

Sie ist die jährlich stattfindende Vertragsstaatenkonferenz und das höchste Gremium der Klimarahmenkonvention UNFCCC. In diesem internationalen Übereinkommen haben sich alle Industrieländer zur Reduktion ihres Ausstoßes an Treibhausgasen verpflichtet.

 

United Nations Framework Convention on Climate Change 

 

3.) Wo und wann findet die Klimakonferenz 2015 statt?

Die UN-Klimakonferenz findet vom 30. November bis zum 11. Dezember 2015 in Paris statt. Sie wird eine der größten internationalen Veranstaltungen sein, die je auf französischem Boden stattgefunden haben. Veranstaltungsort ist das Messegelände von Le Bourget im Nord-Osten von Paris.

 

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Die Klimakonferenz findet auf dem Messegelände von Paris Le Bourget statt.

 

 

 

4.) Wer wird an der Klimakonferenz teilnehmen?

Teilnehmer der Konferenz sind generell alle Länder, die das Rahmenübereinkommen der Vereinten Nationen über Klimaänderungen (englisch United Nations Framework Convention on Climate Change, UNFCCC) unterzeichnet haben. Das sind derzeit 195 Staaten.

 

Doch was ist das UNFCCC? Die UNFCCC wurden am 9. Mai 1992 in New York verabschiedet und noch im selben Jahr auf der berühmten Klimakonferenz in Rio de Janeiro unterzeichnet. Damals von 154 Staaten. Sie trat am 21.3.1994 in Kraft.

 

Der wohl wichtigste Beschluss der Rio-Konvention ist die Vereinbarung, dass alle Vertragspartner regelmäßig Berichte mit Fakten zur aktuellen Treibhausgas-Emission in Ihrem Land sowie zu Trendentwicklungen, zu veröffentlichen haben.

 

5.) Wie ist die Pariser Klimakonferenz einzuordnen?

Sie gilt als wichtiger Meilenstein der Weltklimakonferenzen, die seit Gründung der UN-Klimarahmenkonvention 1992 durchgeführt werden:

 

– Rio de Janeiro 1992

– Berlin 1995

– Genf 1996

– Kyoto 1997

– Buenos Aires 1998

– Bonn 1999

– Den Haag 2000

– Bonn 2001

– Marrakesch 2001 –

– Neu Delhi 2002

– Mailand 2003

– Buenos Aires 2004

– Montreal 2005

– Nairobi 2006

– Bali 2007

– Posen 2008

– Kopenhagen 2009

– Cancún 2010

– Durban 2011

– Doha 2012

– Warschau 2013

– Lima 2014

– Paris 2015 

– Marrakesch 2016

 

Bei erfolgreichem Verlauf kann sie in eine Reihe mit der Gründung in Rio de Jenairo 1992 und Kyoto 1997 (Kyoto-Protokoll) gestellt werden, denn es sollen konkrete Beschlüsse der einzelnen Länder zu Reduzierung der eigenen Emissionen beschlossen werden.

 

6.) Was ist die Pre-COP in Paris?

Vom 8. bis 10. November 2015 findet, ebenfalls schon in Paris, eine Veranstaltung mit 80 Teilnehmerländern zur Vorbesprechung statt. Es sollen dabei die Einigungsmöglichkeiten ausgelotet werden, denn die bisher bekannte gewordenen Einspar-Vorschläge der einzelnen Ländern reichen noch nicht zur Erreichung des 2-Grad-Zieles aus.

 

7.) Was kann man von der Klima-Konferenz erwarten?

 

Die generelle Zielsetzung der Klima-Konferenz ist interessant: die Staaten sollen sich selbst Reduktions-Ziele bis 2030 auferlegen, statt Ziele vorgegeben zu bekommen. Allerdings zeigt eine Auswertung der Ziele von 150 Staaten, dass der jetzt geplante Ausstieg nicht schnell genug wäre, um das 2-Grad-Ziel (maximale Temperaturerwärmung durch den Menschen) zu erreichen.

 

Untersucht haben die einzelnen Ländererklärungen (Intended Nationally Determined Contribution, kurz INDC) Forschungsgruppen aus Brasilien, China, Europa, Japan, Indien und den USA. Ihr Ergebnis: die INDCs reichen nicht zur Begrenzung des allgemein anerkannten 2-Grad-Celcius Zieles aus.

 

Ob die Pariser Konferenz den lang ersehnten Durchbruch bringt, nachdem die letzte Konferenz in Peru 2014 enttäuschend verlief, kann jedoch gut möglich sein. Denn sowohl China als auch die USA haben in den abgelaufenen 12 Monaten ermutigende Signale in Richtung Klimaschutz ausgesendet. Beide Staaten belegen die Plätze 1 und 2 in der Rang-Liste der größten Klima-Sünder.

 

 

 

klimaschutz

 

 

 

 

 

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Portraitfoto Gerd Junker Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.

Wie die Lima Klimaschutzvereinbarung den weltweiten Klimaschutz aufhält

Donnerstag, 18. Dezember 2014

 

Wie in unserem Beitrag vom 1. Dezember 2014 berichtet muss man bei der kürzlich abgeschlossenen Weltklima-Konferenz der UNO in Lima (Peru) mit äußerster Vorsicht auf die Ergebnisse schauen. Schließlich ist es ein hochpolitisches Umfeld und Tricksereien sind an der Tagesordnung. Leider muss man nun feststellen, dass diese Konferenz für den weltweiten Klimaschutz eine Belastung ist und ihn eher aufhält als stützt.

 

 

 

 

 

 

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Ziel war ja die Vorbereitung eines Weltklimaschutzabkommens in Paris im nächsten Jahr (dort findet die nächste Konferenz statt). Ob dieses Abkommen jemals zustande kommen wird ist fraglich, ob es dem Klima dient noch viel fraglicher. Denn das Abkommen soll erst 2020 in Kraft treten und die überlastete Atmosphäre wird wohl weiter mit Klimagas vollgepumpt.

 

 

Es sieht leider so aus, dass es diese Regierungen nicht schaffen werden, einen wirklich wirksamen Klimaschutz zu schaffen.  Denn schon alleine das Ziel, nämlich die Reduktion des Ausstoßes der Klimagase zu verringern, ist zu lasch. Alles andere als das Ziel 0-Emission ist für unsere schwitzende Mutter Erde zu wenig.

 

 

Was wurde auf der Klimakonferenz in Lima beschlossen?

Offiziell heißt der Beschluss Lima Call for Climate Action und er wurde nach langwierigen Verhandlungen, 2 Tage später als geplant, erreicht. Wirklich beschlossen wurde auf diesen 43 Seiten Text allerdings nur sehr wenig. Vielmehr geht es um Optionen und Handlungsmöglichkeiten. Es geht lediglich um eine Grundlage, auf deren Basis weiter verhandelt werden kann. Es geht um Grundlagenarbeit für den Kongress in Paris nächstes Jahr. Allerdings ist diese Arbeit noch rudimentär, dass viele an einem Vertrag in Paris schon heute zweifeln.

 

Der größte Erfolg, und da sind sich die Teilnehmer der Konferenz einig, er der, dass nun weiter verhandelt wird. Seit den konkreten Zielen der Kyoto-Konferenz von 1997 gab es nichts vergleichbares mehr. Man bleibt im Ungewissen und die Klimakonferenz, die ein Speerspitze des Klimaschutzes war, ist nunmehr eher Zuschauer geworden. Die Kommunen und Gemeinden, die Unternehmen und Bürger schreiten Schritt-für-Schritt voran. Aber die UN Klimakonferenz bleibt stehen. Trauig.

 

 

Der Schaden durch die Klimakonferenz

Der Kompromiss von Lima schiebt die Entscheidung um ein weiteres Jahr hinaus. Ein weiteres Jahr werden UN-Mitarbeiter und Regierungsmitarbeiter aus der ganzen Welt durch die Gegend jetten. Ein Jahr wird weiter Hoffnung auf einen neuen Weltklimavertrag gesetzt. Und letztlich werden in Paris entweder die Verhandlungen komplett platzen, oder es wird eine vollkommen untaugliche Vereinbarung stehen, die selbst  das viel zu lasche 2-Grad-Ziel für die maximale Erderwärmung nicht einhalten kann.

 

Es wäre besser gewesen, das Scheitern dieses UN-Prozesses einzugestehen.

 

Lima in Peru: Hätte neue Hoffnung für den Klimaschutz gegben sollen

All die Energie der Kämpfer für ein sauberes Klima könnte besser genutzt werden. Es könnten Initiativen für 100% Erneuerbare Energien in Angriff genommen werden. Es könnte das neue, inoffiziell Ziel der engagierten Klimaretter von max. 350 ppm CO2 in der Erdatmosphäre angegangen werden, statt auf vollkommen unzureichende 2 Grad Celsius hin zu arbeiten.

 

 

Wie’s gehen würde

Klimaschutz findet immer dann statt, wenn sich die Menschen in den Regionen engagieren. Wenn viele Millionen mit machen und Druck auf die Politik auslösen. Dann zerfällt das fossil-atomare Wirtschaftssystem und macht Platz für das 100% Erneuerbare Energien System. Das Beispiel E.ON, wo sich ein großer Konzern aufspaltet, zeigt die Richtung an. Außerdem werden aktive Kohlenstoffsenken benötigt und diese müssen gefördert werden – das können Wälder sein, Biokohle oder Biolandwirtschaft.

 

Und vor allem müssen sich alle Menschen für die Abschaffung der Subventionen für die Alt-Energien einsetzen. Alleine Deutschland hat bereits über 300 Milliarden in 40 Jahren in die Kernkraft investiert, und die Kohlesubventionen sind seit vielen Jahren legendär. So werden Arbeitsplätze, die eigentlich überholt sind, immer weiter am Leben erhalten. Besser wäre klaren Tisch zu machen und die Menschen möglichst in anderen Industriezweigen in gute, wichtige Beschäftigungsverhältnisse zu bringen.

 

 

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Portraitfoto Gerd Junker Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.

4 Fakten über die Klimakonferenz in Lima die Sie bestimmt noch nicht kannten

Montag, 01. Dezember 2014

 

 

Der Schlitten bleibt in der Garage, die Rentiere rennen nicht sondern grasen auf saftig grünen Weiden. Keine Geschenke. Der Weihnachtsmann kann bereits in diesem Jahrhundert nicht mehr vom Nordpol aus starten. Soviel steht fest – das ewige Eis wird weg sein. Ein Umzug nach Grönland oder die Westantarktis werden nichts bringen – Schnee- und eisfrei. Die Ergebnisse ungezählter Studien und Untersuchungen lassen keinen anderen Schluss zu, als dass die Klimakatastrophe von Menschenhand gemacht ist. Deshalb wird sich heute, am 1. Dezember 2014, die mittlerweile 20. UN-Klimakonferenz im peruanischen Lima versammeln. [Die letzte Konferenz war in 2012 in Doha – hier interessante Ergebnisse einer Umfrage, die wir vorher durchführten und die erstaunlich gut die Ergebnisse vorhersagten.]

 

 

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Lima in Peru: Hier findet ab 1.12.2014 die 20. UN-Klimakonferenz statt (Karte: Google Maps).

 

 

 

Für uns Grund genug, Ihnen 4 Fakten über die Klimakonferenz der 195 teilnehmenden Länder zu präsentieren, die Sie so wahrscheinlich noch nicht kannten. Man sollte sich dazu vor Augen führen, dass sich die Länder bereits 2010 einigten, die  Klimaerwärmung auf 2 Grad Celcius zu begrenzen.

 

Fakt 1: Zwischen den offiziellen Zielen und den Selbstverpflichtungen der Länder klaffen Welten

 

Davon, dass wir die Klimaerwärmung vermeiden oder rückgängig machen wollen, spricht ohnehin niemand mehr. Aber zumindest auf maximal 2 Grad begrenzen – darauf haben sich die Länder geeinigt. Das Problem: nachdem der Top-Down Ansatz (Wieviel dürfen wir maximal emittieren? Das dann herunter gebrochen auf die Länder) nicht funktionierte, will man nun mit Selbstverpflichtungen agieren. Jedes Land soll sich selbst zu Klimazielen verpflichten, die dann zum gewünschten Ergebnis führen sollen.

 

Gemessen werden die globalen Treibhausemissionen übrigens in Gigatonnen CO2-Äquivalenten. Davon emittierte die Erde 1990 rund 35 pro Jahr. Im Jahr 2000 dann rund 38 per Anno. Weitere 1o Jahre später, also 2010, waren es schon 47 (!). Ohne Änderungen wären es in 2050 rund 80. Um das 2 Grad-Ziel zu erreichen benötigt man jedoch eine Senkung bis 2050 auf nur noch 20 Gigatonnen. Und jetzt raten Sie mal, wo wir mit den freiwilligen Selbstverpflichtungen der USA, China, der EU und der anderen Länder in 2050 wirklich heraus kommen würden?

 

Bei gut 60 Gigatonnen pro Jahr, also 3x soviel wie geplant. Das entspräche dann einem 3,6 Grad Szenario der Erderwärmung. Wie die Reduktion von 60 (freiwillig) auf 20 gelingen soll, ist eine ungelöste Frage.

 

Fakt 2: Die Lösungsvorschläge der einzelnen Staaten sind nicht vergleichbar

 

In Lima sollen alle Staaten ihre Lösungsvorschläge für ihre eigenen Einsparungen vorschlagen. Nur: die Vorschläge werden vollkommen unterschiedlich aussehen und überhaupt nicht vergleichbar sein.

 

So geht Deutschland von einem Basisjahr 1990 aus. Von diesem Stand aus sollen die Emissionen bis 2020 um 40% gesenkt werden. In 1990 haben zum Beispiel noch die DDR-Industrieanlagen und Heizungen für einen sehr hohen CO2-Ausstoß gesorgt, so dass Ziele für Deutschland mit der Basis 1990 einfacher zu erreichen sind. Die EU folgt dem Beispiel Deutschlands und nimmt ebenfalls 1990 als Basisjahr.

 

Anders die USA: Dort wird 2005 als Basisjahr verwendet. Nach dem Wirtschaftsboom der 1990er Jahre waren die Emissionen damals sehr hoch. Dann kamen die Finanz- und Wirtschaftskrise so wie der Fracking-Boom (klimaschonendes Gas statt Kohle) und senkten die Emissionen automatisch.

 

Indien oder China haben gleich eine ganz andere Idee: Statt eine Deckelung oder Reduktion wollen sie ihre Treibhausgase in Abhängigkeit vom Wirtschaftswachstum dämpfen.

 

Wie soll damit etwas erreicht werden? Wie soll das überprüft werden?

 

Fakt 3: Es wird getrickst wo’s geht

Eine gute Idee ist die Anrechnung von Klimaschutzmaßnahmen, die eine Industrienation in Entwicklungsländern umsetzt und finanziert. Die damit erzielten Einsparungen darf sich das Industrieland anrechnen lassen. Aber Achtung: wer denkt, dass die Einsparungen nur einmal gezählt werden würde, kennt die komplizierten Wege internationaler Diplomatie nicht: auch das Entwicklungsland darf sich diese Einsparungen anrechnen lassen. Die Maßnahme zählt also doppelt. Effekt pro Jahr: rund 1,6 Gigatonnen zu viel gerechnet.

 

Ein anderer Fall: die EU möchte bis 2030 die Energieeffizienz um 27 Prozent erhöhen. Wie viel das an CO2 einspart hängt natürlich davon ab, wie viel Primärenergie überhaupt gebraucht wird. Studien aus dem Jahr 2007 sagen dazu, dass in 2030 rund 1.880 Mio. Tonnen Öl-Äquivalent verbraucht würde. Aber Achtung: mittlerweile gab es eine Finanz-, Wirtschafts- und Währungkrise. Aktuelle Studien gehen von einem Verbrauch in 2030 von nur noch 1.483 Mio. Tonnen aus. Entsprechend sollte die EU Ihre Zahlen anpassen – tut sie aber nicht, denn das könnte anstrengendere Ziele zur Folge haben.

 

Fakt 4: Ein Fingerzeit auf Entwicklungsländer ist nicht angebracht

 

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Pro Kopf-Emissionen in Tonnen: Deutschland muss auch noch viel tun (Grafik: Grünes Geld GmbH, Zahlen aus “Die Zeit”)

 

 

 

Wer sich die aktuellen Zahlen der Emissionen pro Kopf ansieht muss Unterscheidungen treffen. Ausreißer  wie Katar zeigen, wie man es nicht tun sollte. Industrienationen kann man gut vergleichen, dort stechen die USA sicherlich negativ heraus. Aber auch Deutschland liegt oberhalb des EU-Durchschnitts, was zwar mit der höheren Industriedichte zu tun hat, aber auch zeigt, dass in Deutschland noch viel getan werden muss. Indien schließlich hat allen Grund zu fragen, weshalb es CO2 einsparen soll, wo doch die spezifischen Werte noch weit von Industrienationen entfernt sind.

 

Das 2050-Ziel mit 2 Tonnen pro Kopf erscheint heute zwar kaum erreichbar, wäre bei entsprechender Anstrengung aber in 35 Jahren gut machbar.

 

Ein konsequente Umstieg auf die Erneuerbaren Energien würde helfen. Wir müssen das Ziel 100% Erneuerbare Energien anstreben. Dass das geht ist die Überzeugung aller Experten. Es muss nur intelligent gemacht werden. Gute Beispiele dazu zeigt auch Frank Farenski Film “Leben mit der Energiewende” der jetzt in einer neuen Version zur Verfügung steht. Er ist kostenfrei auf Youtube abrufbar.

 

Wer nicht nur auf die Politik waren möchte, kann jederzeit selbst aktiv werden. Neben der Dämmung der eignen 4 Wände, einer neuen Heizungsanlage oder dem Kauf von Photovoltaikzellen kann man sein Geld auch in Unternehmen investieren, die Klimaschutz aktiv voran treiben. Das bringt Klimaschutz und gute Renditen. Mehr dazu hier:

 

 

 

 

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Portraitfoto Gerd Junker Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: "Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten." Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.

Klimagipfel in Doha – Ergebnis unserer Meinungsumfrage

Freitag, 07. Dezember 2012

Morgen endet der Klimagipfel in Doha und mit den Aussichten auf effektive Zielsetzungen sieht es trübe aus. In den Fragen zur Fortführung des Kyoto-Protokolls ab 2013 oder wie das neue Klima-Protokoll ab 2020 aussehen soll, scheint es zu keiner Einigung zu kommen. Lediglich in Bezug auf die Klimahilfen für Entwicklungsländer hat es einen kleinen Fortschritt gegeben. Die europäischen Staaten haben für 2013 zusammen ca. 6 Milliarden Dollar zugesagt – das ist deutlich mehr als bisher. Andere große Geberstaaten wie die USA oder Japan werden in Doha dazu keine Zahlen vorlegen. Die Kyoto-Arbeitsgruppe ist bislang ohne Ergebnis geblieben und auch ein Scheitern des Gipfels wird sogar von einigen Teilnehmern nicht mehr ausgeschlossen.

 

Zu Beginn des Gipfels haben wir Sie in drei Punkten um Ihre Meinung gebeten. Hier nun die Ergebnisse:

 

1. Die EU und 10 weitere Staaten wollen sich für zweite, acht Jahre dauerende Phase des Kyoto-Protokolls bis 2020 verpflichten. Glauben Sie, dass das auf dem Gipfel zustande kommt?

 

 

2. Die EU fordert von Staaten wie den USA und China, dass in der Zeit bis 2020 zusätzliche Klimaschutz-Zusagen getroffen werden. Wird das gelingen?

 

 

3. Besonders vom Klimawandel betroffene Staaten sollen von 2020 an Hilfen von bis zu 100 Miliarden Dollar erhalten. Wird hierzu eine Einigung erzielt?

 

 

 

 

„Wir werden die Welt schon in Ordnung bringen! Wir sind ja schließlich keine Menschen.“ Dieses Zitat stammt aus Erich Kästner´s „Konferenz der Tiere“. Vielleicht hätte man dieses Buch zu Beginn der Klimakonferenz in Doha als Pflichtlektüre an alle Teilnehmer verteilen sollen.

 

 

 

 

 

 

Verfasser des Beitrages

Jasmin Messina-Hamann unterstützt die Grünes Geld GmbH als Berater-Assistentin. Jasmin Messina-Hamann:“Ich freue mich, dass ich – neben meinem persönlichen Engagement (z. B. bei Greenpeace) – beruflich meinen Teil dazu beitragen kann, dass Nachhaltigkeit auch in der Finanzbranche kein Fremdwort mehr ist. Die Macht des eingesetzten Kapitals kann die Welt zum positiven verändern.“