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Kurssturz an der Börse? Diese 5 Punkte müssen Sie wissen

Freitag, 12. Oktober 2018
Zusammenfassung: Die Aktienbörsen bewegen sich nicht linear nach oben sondern unter starken Schwankungen. Was kann man im Fall eines Börsencrashs oder Kurssturzes tun? Wichtig ist das Verfolgen einer zum Anleger passenden Strategie.

 

 

 

 

Wer an der Börse investiert ist kennt das Spiel: Man weiß, dass langfristig im Aktienmarkt die höchsten Gewinne zu erzielen sind. Wenn man dann aber einsteigt und seine Titel beobachtet, laufen die Kurse häufig seitwärts oder steigen langsam und allmählich an. Die großen Bewegungen fallen häufig an wenigen Tagen an. Für steigende Aktienmärkte hat das Investmenthaus Charles Schwab zusammen mit J.P. Morgen eine Untersuchung über 20 Jahre angestellt (Index: S&P 500): Wer die kompletten 20 Jahre dabei blieb, erzielte 8,2 Prozent pro Jahr. Wer nur die 10 besten Tage innerhalb dieser 20 Jahre verpasste, reduzierte seine Rendite auf nur noch 4,5% Prozent.

 

So wie es sehr starke Börsentage gibt, gibt es aber auch sehr schwache Börsentage. Zu erkennen ist das häufig in den Zeitungen am nächsten Tag, die über einen Kurssturz der Aktienbörsen berichten. Gerne folgen mehrere solcher Tage hintereinander – teilweise von wenigen steigenden Tagen unterbrochen – und man spricht leicht von einem Crash.

 

Für alle Anleger die das bewusst durchleben stellt sich die Frage, wie man reagieren soll? Im Gegensatz zu Immobilien ist ein Verkauf der Wertpapiere einfach möglich, doch ist er auch sinnvoll?

 

Wir haben die 5 wichtigsten Punkte dazu für Sie aufbereitet.

 

1.) Buy-and-Hold

 

Wer eine Buy-and-Hold Strategie verfolgt kauft einzelne Aktien um sie langfristig – vom Gedankenmodell her ewig – zu halten. Das kann Sinn machen: Unternehmen, die Gewinne machen, steigern den Unternehmenswert genau um eben diesen Gewinn jedes Jahr. Entweder indem sie den Gewinn als Dividende ausschütten oder indem der innere Wert des Unternehmens steigt. Beide Wege sind für den Anleger gleichwertig, denn die Börsenkurse bilden langfristig exakt den inneren Wert des Unternehmens nach.

 

Wie sollte also ein Buy-and-Hold Anleger im Fall eines Kurssturzes reagieren? Überhaupt nicht, denn seine Strategie ist ja gerade das langfristige Halten der Aktien, um die Aus- und Einstiegsszeitpunkte weniger wichtig werden zu lassen. Denn diese zu treffen ist extrem schwierig und gelingt niemals genau.

 

Immer wieder werden wir gefragt, ob man denn nicht beim Kurssturz (teuer) verkaufen sollte, um sich später wieder (billig) mit den gleichen Aktien einzudecken. Davon rate ich ab, denn:

 

— Sie haben Handelskosten zu decken

— Beim Verkauf fällt möglicherweise Abgeltungssteuer auf den Verkaufsgewinn an, so dass weniger Kapital zur neuen Investition zur Verfügung steht

— Timing von Aktien ist Glückssache; selten erwischt man wirklich die richtigen Zeitpunkte zum Ein- und Ausstieg. Häufig war der Kurssturz zu weit, bevor man davon erfährt und verkaufen möchte

— in fallende Märkte eine Aktie zu verkaufen ist undankbar: gesetzte Limits werden häufig nicht erreicht, und bis man das Limit nachzieht ist der Kurs möglichweise weiter gefallen

 

2.) Anlage in Investmentfonds / ETF’s

 

Die Anlag in Investmentfonds und ETF’s ähnelt häufig der unter 1.) beschriebenen Buy-and-Hold-Strategie. Statt einzelner Aktien wird jedoch eine Vielzahl von Werten in Form eines Investmentfonds bzw. ETF’s gekauft. Da die im Fonds enthalten Einzelwerte mit der Zeit verkauft und gegen andere getauscht werden, eignet sich diese Form der Anlage sogar noch besser für eine Buy-and-Hold Strategie; schließlich braucht man sich nicht darum kümmern, dass die einzelnen Aktien weiterhin gut performen.

 

Auch hier gilt: auch im Falle eines Kurssturzes braucht man nicht reagieren. Die Zusammenstellung der Fonds sollte so erfolgen, dass man durch Tiefs- und Hochs hindurch einfach nur die Fonds hält.

 

Wer statt auf möglichst breit streuende Fonds auf bestimmte Themen setzt muss immer wieder überprüfen, ob diese Themen weiterhin zukunftsträchtig sind. Diese Prüfung hat in aller Regel jedoch nichts mit einem Kurssturz zu tun und die Bewertung sollte möglichst zu einem anderen, weniger emotional besetzten Zeitpunkt erfolgen. Emotional belastete Zeitpunkt – und das sind Zeiten eines Börsencrashs – führen häufig zu falschen Entscheidungen.

 

3.) Stopp-Loss-Strategie

 

Sowohl bei der Anlage in Einzel-Aktien als auch bei der Anlage in Investmentfonds / ETFs kann eine Verlustbegrenzung eine sinnvolle Strategie sein. Die Idee dahinter: ich möchte einen maximalen Verlust bei meinem Investment nicht überschreiben oder ich möchte einmal erzielte Gewinne möglichst erhalten und nicht mehr verlieren.

 

Im einfachsten Fall prüft man dazu zyklisch, zum Beispiel täglich oder immer am Wochenende, die Kurse seiner Wertpapiere. Ist der Kurs unter die festgelegte Grenze gefallen, wird verkauft.

 

Die Grenze kann zum Beispiel eine absolute Grenze sein. Wer einen Investmentfonds zum Anteilspreis von 182 Euro erworben hat und maximal 10 Prozent Verlust bei dieser Anlage akzeptieren will, würde eine feste Grenze von 182 Euro – 10% = 163,80 Euro aufnotieren und bei Erreichen dieser Grenze verkaufen.

 

Die Grenze kann aber auch eine dynamische Grenze sein. Man könnte zum Beispiel eine dynamische Grenze von 15 Prozent festsetzen. Immer dann, wenn der Kurs zyklisch kontrolliert wird und gestiegen ist, wird die Grenze neu berechnet. Steigt also der Anteilswert des oben genannten Investmentfonds von 182 Euro auf 213 Euro, wäre die Grenze 213 Euro – 15% = 181,50 Euro. Steigt der Anteilspreis eine Woche später zum Beispiel auf 218 Euro, wäre die Grenze neu 218 Euro – 15% = 185,30 Euro. Fällt der Kurs eine Woche später wieder auf 214 Euro, bleibt die dynamische Verlustgrenze bei 185,30 Euro. Würde der Anteilspreis auf 185,30 Euro fallen, würde der Verkauf erfolgen.

 

Da das manuell zu bewerkstellen recht aufwendig ist, bieten verschiedene Broker, Depotplattformen und Depotstellen automatische Lösungen hierfür an.

 

Aber Achtung: besonders bei Aktien sind Stopp-Loss-Kurse mit Vorsicht zu genießen. Zum einen schwanken Aktienkurse schon im Verlauf eines Tages recht stark, so dass die Verlustschwelle sehr schnell erreicht wird – sie muss also besonders großzügig berechnet werden (z.B. 30 Prozent) oder löst viel zu schnell aus. Zum anderen muss unbedingt eine Börse ausgewählt werden, bei der ein reger Handel mit dieser Aktie stattfindet – denn der Verkauf erfolgt unlimitiert, also bei Erreichen der Verlustschwelle wird der Verkauf eingestellt und kann zu einem wesentlich niedrigern Kurs ausgeführt werden, als es die Verlustschwelle war. Automatische Stopp-Loss-Verkaufsordern sollten also nur für häufig gehandelte Titel großer Unternehmen durchgeführt werden; meist ist die manuelle Kontrolle zum Beispiel der Tagesschlusskurse und der anschließende, händische Verkauf mit Limit sinnvoller.

 

4.) Absicherung durch Derivate

 

Wenn ein Markt fällt kann das der Beginn einer längerfristigen Abwärtsbewegung sein. Muss aber nicht … leider lässt sich das mit Bestimmtheit nur im Nachgang klären, dann ist es also zu spät.

 

Nehmen wir also an der Markt fällt und Sie möchten sich gegen einen noch weiter fallenden Markt absichern. Sie könnten dazu Ihre Wertpapiere verkaufen, was allerdings mit Handelskosten und häufig mit Steuern auf die erzielten Gewinne verbunden ist. Auch der spätere Wiedereinstieg will geplant und zum möglichst passenden Zeitpunkt durchgeführt werden; auch dieser verursacht wieder Handelskosten.

 

Einen Ausweg dazu könnte die Absicherung Ihres Depots mit Hilfe von Derivaten sein. Derivate sind Wertpapiere, die sich abhängig von einem anderen Wert entwickeln – nach bestimmten, für das jeweilige Derivat geltenden Regeln. Sie werden in der Regel von Banken als Gegenpartei ausgegeben und man muss sich natürlich darauf verlassen, dass die Bank Ihre sich nach den Derivate-Regeln ergebenden Verpflichtungen einhält.

 

Die Idee bei der Absicherung mit Derivaten: man kauft ein Derivat zu einem günstigen Preis, das, sollte der Markt weiter fallen, hohe Gewinne erzielt. Das wird den Verlust des Gesamtdepots verringern oder gar überkompensieren. Der Nachteil: läuft der Markt seitwärts oder dreht er, wird das Derivat Verluste bescheren oder gar wertlos werden. Es handelt sich um eine  Versicherungsprämie, die möglicherweise umsonst gezahlt wird, im Fall des Falles jedoch Schaden abwendet.

 

Meist werden dazu Derivate auf einen ganzen Index gekauft; aber auch die Absicherung einzelner Aktienpositionen ist denkbar.

 

Ein Beispiel:

 

Sie haben ein Depot mit 20 Aktien aus Deutschland, insgesamt haben Sie 150.000 Euro investiert. Statt nun 20 Derivate auf die einzelnen Aktien zu kaufen, suchen Sie sich einen passenden Aktienindex und sichern diesen ab. Sie entscheiden sich für den DAX.

 

Sie möchten sich für die nächsten 3 Monate absichern. Mit einer Optionsscheinsuche identifizieren Sie einen Put-Optionsschein der Ihnen zusagt: Laufzeit gut ein Jahr, notiert am Geld, Spread 0,13 Prozent, Kaufkurs 8,15 Euro. Wir haben gelernt, dass die Absicherung als eine Art „Versicherung“ zu sehen ist; Sie möchten deshalb nur 8.000 Euro dafür ausgeben (aus vorhandener Liquidität, nicht durch Verkauf von Aktien). Der Optionsschein wird überproportional an Wert gewinnen, wenn der DAX fällt.

 

Mit einem Optionsschein-Rechner ergibt sich:

 

Dax Entwicklung in 3 Monaten Veränderung des Aktiendepots in 3 Monaten Veränderung des Optionsscheins in 3 Monaten Veränderung Ihrer Gesamtinvestition von 158.000 Euro
plus 5 Prozent plus 5 Prozent minus 43 Prozent plus 2,57 Prozent
0 Prozent 0 Prozent minus 18 Prozent minus 0,7 Prozent
minus 5 Prozent minus 5 Prozent plus 25,06 Prozent minus 3,5 Prozent
minus 15 Prozent minus 15 Prozent plus 132 Prozent minus 7,6 Prozent
minus 30 Prozent minus 30 Prozent plus 341 Prozent minus 11,2 Prozent

 

Fazit: Die Absicherung mit Derivaten kann harte Rückschläge abfedern – während das voll investierte Depot 30 Prozent Verlust hinnehmen muss würde das abgesicherte Depot nur 11,2 Prozent verlieren; ein deutlicher Unterschied. Verliert der DAX aber entgegen der Annahme nicht an Wert oder er steigt gar, dann kommen die Kosten für die Absicherung zum Tragen und statt zum Beispiel 5 Prozent Gewinn werden nur 2,6 Prozent erzielt (3,4 Prozentpunkte für die Kosten der Absicherung).

 

5.) Einbindung in eine Gesamtstrategie

 

 

Die oben genannten Handlungsweisen können Sie im Fall eines Kursabsturzes an den Börsen anwenden. Doch der Zeitpunkt, darüber nachzudenken, wie man sich im Fall eines Börsencrashs verhält, sollte nicht erst zum Zeitpunkt des Crashs sein. Wie erwähnt sind das emotional angestrengte Zeiten, in denen es den wenigsten gelingt, gute Entscheidungen zu treffen. Entscheidungen an der Börse erforden einen kühlen Kopf, strategisches Denken und häufig auch die Einordnung in größere Zusammenhänge.

 

Legen Sie deshalb eine für Sie passende Gesamtstrategie fest. Wer die Zeit und die Lust hat, liest einige Bücher und verfolgt die Märkte längere Zeit mit Musterdepots und unterschiedlichen Anlagestrategien in diesen Musterdepots und legt seine individuelle Anlagestrategie selbst fest. Diese wird auch die Vorgehensweisen im Fall von starken Kursrückgänge, Börsencrashs und Rücksetzern beinhalten.

 

Wer diese Zeit nicht aufwenden möchte, sollte von der Börse fern bleiben – er wird zuviel Geld verliegen. Oder sich geeigneter Vermögensverwalter und Berater bedienen, die ihn auch gut durch turbulente Zeiten bringen.

 

 

 

 

 

 

 

Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.

Sind nachhaltige Investments sicherer als gewöhnliche Geldanlagen?

Montag, 05. September 2011
Blumenwiese

Viele nachhaltige Anleger vertrauen der Mikrofinanz, sie ist momentan die sicherste Geldanlage.

… dies fragen sich aktuell, zu Zeiten enormer Kursschwankungen, viele Anleger. Tatsächlich ist es auch so, dass viele nachhaltige Aktien, wie beispielsweise Solarfonds oder Windfonds, in den vergangenen drei Jahren drastische Kursverluste erlitten. Zwar ist die Solar- und Windenergie stetig am wachsen, jedoch ist es oftmals den Pionieren der Branche nicht möglich auf Dauer den hochgesetzten Unternehmenszielen gerecht zu werden. Nur eine geringe Anzahl an Spitzenreitern der neuen Märkte konnte sich dauerhaft gegen etablierte Unternehmen durchsetzen. Folglich ist aufgrund von Nachhaltigkeit nicht automatisch auch Sicherheit gegeben.

 

Ebenfalls festhalten muss man jedoch, dass ohne eine unternehmerische Weitsicht die Risikoanfälligkeit deutlich steigt. Spekulationssüchtige Banken oder Kernenergiebetreiber werden daher immer weniger erfolgsversprechend. Bei einem nachhaltigen Investment wird gezielt auf Unternehmen gesetzt, die nicht nur auf ihren eigenen Profit achten, sondern auch Risiken für die Gesellschaft und für die Umwelt berücksichtigen. Diese Art von Aktien ist vielen jedoch noch zu unsicher, stattdessen wird auf Mikrofinanz gesetzt. Auch zu solch unsicheren Zeiten wie sie es aktuell sind erweist sich die Branche der Kleinstkreditbanken in Schwellen- und Entwicklungsländern als durchaus sicher und ist deshalb empfehlenswert für nachhaltig denkende Investoren. Ebenfalls hat diese Branche Lernfähigkeit bewiesen und ist aus der Vertrauenskrise der vergangenen Monate gestärkt hervorgegangen, beweisen tut dies ein aktueller Bericht des EcoReporters. Unter folgendem Link gelangen Sie zu diesem Bericht.

 


 

Unser Tipp für ein nachhaltiges soziales InvestmentSoziale Verantwortung Einmalsparen Ethik

 

Projekt Soziale Verantwortung Einmalsparen Ethik
Laufzeit täglich kündbar
Mindestanlagesumme 500 Euro
Rendite 2009: 2,24%

2010: 6,06%

Besonderheit – Sehr stabile Wertentwicklung
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