Mit ‘Lebensstil’ getaggte Artikel

Cittàslow – Die entschleunigte Stadt

Montag, 03. Juni 2019
Zusammenfassung: Immer mehr Städte verlieren ihre kulturelle Identität, besonders in den Innenstädten ist eine rasante Angleichung durch Ladenketten und Franchise-Unternehmen zu beobachten. Gegen diese Entwicklung tritt die Cittàslow-Bewegung ein. Ziel der durch den Slow Food-Gedanken inspirierte Gruppierung ist es, die regionalen Besonderheiten zu stärken und zu betonen und damit die Lebensqualität generell zu verbessern.

 

 

Vielfalt bringt mehr Aufenthaltsqualität in die Städte.

Entschleunigung, Achtsamkeit, mehr Bewusstsein für die Umwelt mit all ihren zahlreichen Facetten. Immer mehr Menschen interessieren sich für Konzepte abseits der hektischen Betriebsamkeit der Großstädte und dem durchgetakteten Arbeitsleben. Und auch wenn vieles nicht im Lebensalltag konsequent umgesetzt werden kann – die Nachfrage nach sinngebenden, einfachen Dingen und Prozessen steigt und ist vielfach eine Kraftquelle in Freizeit und Urlaub. Ein Konzept, bei dem viel Wert auf den natürlichen Ablauf der Arbeits- und Herstellungsprozesse gelegt wird, ist die Slow Food-Bewegung.

 

Seit rund dreißig Jahren setzen sich die Anhänger dieser Bewegung für gutes Essen und ein gemäßigtes Lebenstempo ein. Dabei fühlt sich Slow Food nicht ausschließlich dem Thema Lebensmittel verspflichtet, sondern hat auch zum Ziel, kulturelle und traditionelle Werte zu bewahren und die spezifischen Eigenheiten jeder Region zu fördern und zu erhalten.

 

 

Die Slow-Bewegung breitet sich aus

Ende der neunziger Jahren formierte eine neue Bewegung, die durch die Slow Food-Prinzipien inspiriert wurde: die Cittàslow (cittaslow), die entschleunigte Stadt. Bis 2003 wurde auch der Begriff der Slow City offiziell verwendet, der teilweise noch immer gebräuchlich ist.

 

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Klimaschutz im Alltag – 10 gute Ideen

Dienstag, 06. Juni 2017
Zusammenfassung: Große Weltrettungsaktionen sind das Werk vieler. Mit 10 einfachen Ideen für mehr Klimaschutz und Nachhaltigkeit hat jeder Einzelne im Alltag die Möglichkeit, seinen Beitrag zu leisten und die Welt auch für kommende Generationen lebenswert zu erhalten.

 

 

Das Pariser Abkommen auf den Kopf gestellt.

Der Juni startete sonnig, für das globale Klima gab es jedoch schlechte Nachrichten. Der US-amerikanische Präsident Donald Trump verkündete offiziell den Ausstieg seines Landes aus dem Pariser Klimaschutzabkommen. Das Abkommen, so Trump, sei ungerecht, die Reduzierung von klimaschädlichen Treibhausgasen sei zu teuer für sein Land.

 

Positiv an der Entwicklung: Offensichtlich beurteilen große US-Unternehmen und viele Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens die Lage völlig anders. Unter anderem erklärte der Chef von General Electric, dass – angesichts der Realität des Klimawandels – die Industrie jetzt die Führung übernehmen müsse und sich nicht auf die Regierung verlassen könne.

 

Gegen Trumps Entscheidung richteten sich auch die Unternehmensführungen von Branchengrößen wie dem Elektronikhersteller Apple und dem Sportartikelunternehmen Nike. Der CEO des Elektroautobauers Tesla, Elon Musk, erklärte zudem, dass er Donald Trump zukünftig nicht mehr beraten werde. Wie es weiter gehen wird, ist eine Frage, über die sich Trump sorgen muss, denn auch wenn die Klimakrise noch lange nicht abgewendet ist zeigt sich, dass die Notwendigkeit des Klimaschutzes und die Förderung Erneuerbarer Energien mehrheitliche internationaler Konsens sind.

 

Manchmal picksig – aber es lohnt sich!

Seit 45 Jahren wird am 5. Juni der „Internationale Tag der Umwelt“ begangen. An diesem Aktionstag der Vereinten Nationen beteiligen sich rund 150 Staaten, um die vielfältigen Zusammenhänge zwischen Umweltzerstörung und Bedrohung der Menschheit aufzuzeigen. Während dieses langen Zeitraum – vom Beginn der siebziger Jahr bis heute – haben sich die Akzente im Umweltschutz verändert. Während in den Anfangsjahren Themen wie Gewässerschutz und Maßnahmen gegen sauren Regen und Waldsterben im Vordergrund standen, rückten in den letzten Jahren verstärkt Themen des Klimaschutzes in den Vordergrund, denn die Klimakrise stellt die Klammer für nahezu alle Bedrohungsszenarien dar.

 

Im Dezember haben wir in unserem Blog drei Ideen für gute Vorsätze im neuen Jahr gegeben. Jetzt – fast ein halbes Jahr später – sind die Vorsätze sicher längst abgehakt, in Fleisch und Blut übergegangen und aus dem Alltag nicht mehr weg zudenken? Oder kam ständig das ein oder andere dazwischen und die Umsetzung der Ideen schlummert zwar noch im Hinterkopf, ist aber vorerst noch auf der langen Liste der Dinge, die dringend noch erledigt werden sollten. Wie auch immer…heute möchten wir nachlegen und nochmals aufrütteln.

 

Für kleine und große Maßnahmen in Sachen Umwelt-, Klimaschutz und mehr Nachhaltigkeit im Alltag ist es nie zu spät. Am leichtesten fällt es den Meisten, mit Kleinigkeiten zu beginnen, die leicht und schnell zu realisieren sind. Deshalb haben wir heute zehn Ideen für mehr Klimaschutz im Alltag zusammengetragen, deren Umsetzung nur einen kleinen Aufwand bedeutet, jedoch eine große Wirkung zeigen kann.

 

 

1. Auf dem Wochenmarkt einkaufen – regional & reichhaltig

Wer Lebensmittel aus der Region einkauft, schont das Klima. Denn lange Transportwege entfallen. Zudem wird die regionale Wirtschaft gestärkt, denn das Geld landet nicht bei den großen multinationalen Lebensmittelkonzernen. Gut ist es außerdem, saisonales Obst und Gemüse zu bevorzugen, denn so werden CO2-Emissionen vermieden, die durch die Zucht in beheizten Gewächshäusern oder durch die Aufbewahrung in Kühlhäusern entstehen. Wer außerdem auf Ware aus ökologischem Anbau setzt, ist in Sachen Klimaschutz auf der sicheren Seite. Gerade im Sommer macht der Einkauf auf den lokalen Wochen- und Bauernmärkten sowie bei den örtlichen Einzelhändlern besonders viel Spaß, denn das reichhaltige Angebot an Beeren, Früchten, Kräutern, Salaten und vielfältigen Gemüsesorten macht Lust auf gute Küche. Zudem finden Gartenfreunde hier auch eine reichhaltige Auswahl an Pflanzen. Ergänzt wird das Angebot vielfach durch lokale Milch-, Fleisch- und Fischprodukte, Honig und Marmeladen sowie Backwaren von Handwerksbetrieben.

 

 

2. Stell’ dir vor es gibt kein Fleisch und keiner merkt es

Vielfalt statt Einfalt.

Wer mit schwer beladenen Körben im Sommer vom Markt kommt plant häufig ein gemütliches Essen mit der Familie und Freunden. Grillen steht dabei noch immer hoch im Kurs. Allerdings ist der hohe Fleischkonsum in den Industrienationen und die damit verbundene Massentierhaltung.

 

Mit ein Grund für den Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase. Besonders schlecht schneidet Rindfleisch ab, denn um ein Kilogramm Fleisch zu produzieren, müssen gut 15 Kilogramm pflanzliches Futter aufgewendet werden. Dafür wird eine landwirtschaftliche Fläche benötigt, auf der im Verhältnis rund 120 Kilogramm Karotten und 80 Kilogramm Äpfel geerntet werden könnten. Mittlerweise gibt es viele hervorragende Rezepte für ein veganes oder vegetarisches Grillvergnügen. Dabei triumphieren viele Speisen – wie etwa Gemüsespieße – optisch über die Bratwurst, so dass der Verzicht kaum auffällt. Wer nicht völlig fleischlos glücklich ist, sollte sich wenigsten in der Menge beschränken. Übrigens: Auch bei der Grillkohle sollten Klimaschützer die Augen offen halten. Gute Grillkohle sollte als Nebenprodukt einer nachhaltigen Holzverarbeitung stammen

 

 

3. Zu Fuß und auf dem Rad – das Umfeld genießen und neu entdecken

Neue Wege befahren.

Bei schönem Wetter das Auto stehen lassen und den Weg zur Arbeit, zu Einkäufen oder Veranstaltungen mit dem Rad oder Fuß genießen – das ist ein Luxus, den man sich häufiger leisten sollte. Die Vorteile für Umwelt und Klima liegen auf der Hand. Aber auch die persönliche Lebensqualität kann vielfach durch veränderte Gewohnheiten verbessert werden.

 

Wer samstags mit dem Rad zum einkaufen auf den Markt fährt, muss sich nicht über mangelnde und teure Parkmöglichkeiten ärgern. Wenn der tägliche Arbeitsweg ohne PKW zurückgelegt werden kann, fließt die sportliche Betätigung direkt in den Alltag ein.

 

Zudem können oftmals andere Wege, beispielsweise durch Parks und Felder genutzt werden, die auch positiv auf die Psyche auswirken. Wer den Radverkehr in den Innenstädten scheut, findet vielleicht auch zu Fuß Entspannung, besonders angenehm ist es dabei, wenn der Weg variiert werden kann und so immer wieder neue Impulse für die Sinne bietet.

 

 

4. Warum in die Ferne schweifen – Fliegen ist nicht unbedingt schöner!

Klimaschäden ausgleichen.

Reisebüros und –portale haben mittlerweile das ganze Jahr über Saison. Dennoch ist der Sommerurlaub noch immer als Hauptreisezeit fest im Jahresrhythmus vieler Deutscher fest verankert. Fernweh und die Sehnsucht nach verlässlichem Sonnenschein sind der Grund dafür, dass Flugreisen besonders beliebt sind.

 

Allerdings belastet gerade der Flugverkehr das Klima stark. Besonders problematisch sind dabei nicht nur Fernreisen, sondern auch die zunehmenden Anzahl von Flügen zu nahgelegenen Zielen. Viele davon ließen sich auch mit dem Zug erreichen. Das dauert oft nicht einmal sehr viel länger, denn Bahnhöfe befinden sich meist mitten in den Städten.

 

So entfallen die – oft langen – Anfahrtswege zum Flughafen und zurück. Außerdem gibt es bei der Bahn keine langen Eincheckzeiten. Wer dennoch eine Flugreise plant, sollte auch einen Ausgleich für den Klimaschaden mit einkalkulieren. Das kann zum einen durch eine Zahlung an ein zertifiziertes Klimaschutzprojekt sein oder durch ein direktes Investment, beispielsweise durch die Beteiligung an Aufforstungsprojekten.

 

 

5. Autofahren – aber richtig

Ganz stehen lassen ist auch eine Alternative.

Apropos Reisen. Wer mit dem Auto unterwegs ist hat zwar nicht unbedingt das klimafreundlichste Fortbewegungsmittel gewählt, kann aber auch in diesem Bereich dafür sorgen, dass das Klima nicht unnötig belastet wird. Sinnvoll ist es dazu, auf sparsame Fahrzeuge zu setzen und – wenn möglich – einen Elektro- oder Hybridantrieb zu wählen.

 

Umweltfreundlicheres Autofahren ist allerdings fast mit jedem Modell möglich. In den USA hat sich dabei bereits das Hypermiling als Wettbewerb etabliert, bei dem die Fahrer versuchen, durch eine sparsame Fahrweise, möglichst lange Strecken mit einer Tankfüllung zurückzulegen. Die „Tricks“ sind dabei für jeden umsetzbar. Zum einen genügt der Blick auf den Tacho, bei maximal 120 Stundenkilometern kann bei längeren Strecken bereits viel CO2 eingespart werden.

 

Wichtig ist es auch, den Drehzahlmesser zu beobachten und rechtzeitig hochzuschalten, denn bei rund 2.000 Umdrehungen bleibt der Verbrauch niedrig. Auch der richtige Reifendruck wirkt sich positiv auf den Benzinverbrauch aus. Bereits 0,2 Bar zu wenig führen zu rund 10 Prozent höherem Verbrauch. Kleinigkeiten, die auch viel bringen: Energiefresser wie Stand- und Sitzheizung, Klima- und Stereoanlage nur bei Bedarf nutzen und keinen unnötigen Ballast spazieren fahren. Dachgepäckträger und ähnliches sollten nach ihrem Einsatz wieder in der Garage landen.

 

 

6. Auch ein Kühlschrank hat einmal Ruhe verdient

Mal in Ruhe abschalten – auch den Kühlschrank.

Im Sommer einer der besten Küchenhelfer: Der Kühlschrank, denn hier lagern Speisen und Getränke angenehm kühl und sicher vor Verderben. Wer einen neuen Kühlschrank kauft, sollte auf die Energieeffizient des Gerätes, ebenfalls ist ein Standort mit Abstand zu Wärmquellen wie Backofen und Heizungen sinnvoll – so weit so gut.

 

Aber auch im laufenden Betrieb lässt sich noch viel Energie sparen, denn eine Lagerung von rund sieben Grad Celsius bringen gegenüber kühleren Temperaturen bereits eine bemerkbare Stromersparnis. Ebenfalls positiv wirkt sich ein voller Kühlschrank aus, denn Luft zu kühlen ist aufwändig. Wer nicht genug Lebensmittel im Haus hat kann auch einfach mit Wasserflasche oder dem sonstigen Getränkevorrat die Lücken füllen. Wichtig für einen optimalen Energieverbrauch ist das regelmäßige Abtauen.

 

Eine gute Gelegenheit dazu bietet sich während der Urlaubszeit, denn dann muss der Kühlschrank erst nach der Rückkehr wieder angeschaltet werden. Um die letzten Vorräte vorher zu verbrauchen, bietet sich ein auch „Restessen“ mit Freunden an oder man verschenkt seine übrigen Lebensmittel, beispielsweise über eine Foodsharing-Plattform.

 

 

7. Sommermode – Nachhaltigkeit ist „cool“

Frischer Wind im Kleiderschrank.

Da wir gerade vom Verschenken sprechen, Sharing-Communities kommen in der Mitte der Gesellschaft an. Förderer der Idee, Kleidung zu tauschen, zu verschenken und in Läden – wie beispielsweise Oxfam – zu kaufen, ist zum einen der beliebte Vintage-Look, aber auch das gestiegene Interesse an eine nachhaltig produzierten Kleidung  ohne Ausbeutung, Kinderarbeit, Pestizide und unnötigem Ressourcenverbrauch.

 

 

Den richtigen Schalter umlegen – mit Ökostrom

Wer in der Urlaubszeit einen sommerlichen Regentag vor sich hat, freut sich im Allgemeinen auf einen gemütlichen Lesenachmittag oder ähnlich beschauliche Dinge. An einem solchen Tag bietet sich aber auch eine gute Möglichkeit, sich endlich um die Dinge zu kümmern, die bereits lange auf Erledigung warten. Zum Beispiel der Umstieg auf einen Ökostromanbieter.

 

 

9. Was bleibt – der CO2-Fußabdruck

Den Fußabdruck nicht zu tief werden lassen.

Wer bereits Ökostrom bezieht und sein Lieblingsbuch ausgelesen hat, unternimmt vielleicht an einem Tag mit Sommerregen einen erfrischenden Spaziergang – vielleicht sogar Barfuß. Wer dann zurück in Haus kommt, hinterlässt feuchte Fußabdrücke, die bald wieder verschwunden sind.

 

Anders sieht das mit dem persönlichen CO2-Fußabdruck aus, denn die eigene Bilanz der CO2-Emissionen kann sich nachdrücklich negativ auf das globale Klima auswirken. Ein Regentag ohne besondere Pläne ist daher ein perfekter Termin, um über den eigenen Energieverbrauch, den Lebensstil und viele andere Gewohnheiten nachzudenken. Im Netz gibt es mehrere CO2-Rechner, mit denen der eigene Fußabdruck ermittelt werden kann.

 

 

10. Haushaltskasse optimieren

Regentage gehören zum Sommer in Deutschland – und das ist eigentlich auch gut so. Daher noch ein Tipp für eine sinnvolle Indoor-Aktivität: Klimaschutz und Nachhaltigkeit durch persönliches Verhalten zu betreiben ist sehr gut. Noch effektiver werden jedoch viele Aktionen, wenn sich viele zusammentun und Projekte anschieben, die einen relevanten Beitrag für den Klimaschutz leisten können. Eine gute Möglichkeit bieten daher nachhaltige Geldanlagen, denn hier können Anleger sicher sein, dass ihr Geld nur ethischen und ökologischen Projekten landet. Kompetente Beratung in diesem Bereich bietet Grünes Geld.

 

 

Carmen Junker

Verfasser des Beitrages: Carmen Junker ist Gründerin der Grünes Geld GmbH und Geschäftsführerin der Grünes Geld GmbH. Carmen Junker:“ Ein Grund mein berufliches Wirken speziell auf die Nachhaltige Geldanlage auszurichten ist, die Welt ein Stück positiver zu gestalten mit den Mitteln und Kenntnissen die mir zur Verfügung stehen. Aus der Verantwortung für die kommende Generation und weil ich selbst noch einige Jahre auf diesem schönen Planeten verbringen möchte“.

Palmöl – Schmierige Geschäfte

Dienstag, 21. Februar 2017
Zusammenfassung: Palmöl ist heutzutage Bestandteil in unzähligen Lebensmitteln, Reinigungsmitteln und Kosmetika. Der weltweite Bedarf steigt rapide an. Für immer neue Palmöl-Plantagen werden ökologisch wichtige Regenwälder zerstört. Damit ist nicht nur die Biodiversität in den Regionen bedroht, sondern auch das globale Klima. Abhilfe schaffen maßvoller Konsum, fairer Handel und Aufforstungsprogramme.

 

 

Palmöl ist in unzähligen Lebensmitteln und Kosmetika enthalten.

Öle waren von jeher wertvoll und begehrt. Vielfältige Pflanzenöle dienten bereits in der Antike der Zubereitung von Speisen, ätherische Öle wurden zu kosmetischen und medizinischen Zwecken eingesetzt. Bis ins letzte Jahrhundert hinein war Deutschland allerdings in Sachen Öl eher verhalten. In der traditionellen Küche triumphierten lange tierische Speisefette wie Butter und Schmalz über Olivenöl & Co.

 

Das hat sich mittlerweile drastisch geändert. Grund dafür ist aber nicht nur die Aufgeschlossenheit gegenüber pflanzlichen Lebensmitteln und die generelle Erweiterung des kulinarischen Horizonts. Vielmehr trägt die Globalisierung des Lebensmittelmarktes dazu bei, dass ein Öl mittlerweile in einer Vielzahl unserer Nahrungs- und Pflegemittel steckt: das Palmöl.

 

 

Palmöl – fast überall dabei

Palmöl ist weltweit das bedeutendste Pflanzenöl und hält einen Marktanteil von mehr als 30 Prozent im pflanzlichen Ölgeschäft. Rund 56 Millionen Tonnen werden pro Jahr produziert. Experten gehen davon aus, dass sich die Nachfrage nach Palmöl in den kommenden dreißig Jahren verdreifachen wird. Um diese Mengen zu produzieren, müssten die weltweiten Anbaugebiete extrem ausgeweitet werden.

 

Palmöl wird aus dem Fruchtfleisch der Ölpalme gewonnen. Die Ölpalme zählt zu den effizientesten Ölpflanzen. Für ihren Ertrag benötigt die Pflanze beispielsweise nur ein Drittel der Anbaufläche gegenüber der Rapspflanze und nur ein Sechstel verglichen mit Soja. Durch den relativ geringeren Ressourcenverbrauch ist Palmöl billig zu produzieren. Zudem ist Palmöl aufgrund seiner Viskosität einfach zu verarbeiten und kommt mit unterschiedlichen Verarbeitungstemperaturen gut zurecht. Palmöl wird zu etwas 68 Prozent in der Nahrungsmittelindustrie verwendet. 27 Prozent werden zu Putz- und Reinigungsmitteln sowie zu Kosmetika verarbeitet, 5 Prozent werden in der Energiegewinnung, beispielsweise in der Herstellung von Agrotreibstoffen, verwendet.

 

 

Umwelt- und Verbraucherinitiativen gehen davon aus, dass aktuell in Deutschland quasi jedes zweite Produkt im Supermarkt Palmöl enthält. Backwaren, Fertigmüsli, Speisefette, Schokoaufstrich, Süßigkeiten, Fertiggerichte, Waschmittel, Make-up, Duschgel, Hautcreme – in unzähligen Produkten des täglichen Bedarfs ist Palmöl enthalten, teilweise muss Palmöl als Bestandteil nicht einmal besonders deklariert werde. Dabei sind nicht nur konventionelle Marken betroffen, Palmöl wird auch in Bio-Produkten eingesetzt.

 

 

Klimakiller Palmöl

Der größte Teil des Palmöls, stammt aus Malaysia (36 Prozent) und zu mehr als die Hälfte aus Indonesien (53 Prozent). Dort werden Ölpalmen auf riesigen Plantagen in Monokultur angebaut.

 

Die Anbauflächen sind zum größten Teil Urwaldgebiete, die für den Anbau der Ölpalmen gerodet und trockengelegt wurden. Dort finden die Palmen optimale Wachstumsbedingungen. Durch die weltweit steigende Nachfrage nach Palmöl besteht die Gefahr, dass in wenigen Jahrzehnten sämtliche geeigneten Urwälder abgeholzt werden und Ölpalmen-Plantagen weichen müssen.

 

Der so entstehende Torfboden entwickelt sich zur ökologischen Bedrohung, denn das vormals in den Urwäldern gespeichertes CO2 wird als klimaschädliches Treibhausgas in die Atmosphäre emittiert. Ölpalmen wachsen im wahrsten Sinn des Wortes auf verbrannter Erde. Denn abgesehen von der generellen Öko-Problematik kommt hinzu, dass die Urwälder auf den Inseln Sumatra und Borneo vielfach durch illegale Brandrodung abgeholzt werden und dabei unkontrollierte Waldbrände verursachen.

 

 

Gefahr für Mensch und Natur

Orang Utan auf Sumatra – sein Lebensraum ist extrem bedroht.

Dieser Raubbau an der Natur führt dazu, dass vielfältige Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht sind. In Indonesien kämpfen beispielsweise Orang Utan und der Sumatra-Tiger ums Überleben. Laut Studien der Umweltorganisation Greenpeace sind die Regenwälder Südostasiens seit 2006 bereits um mehr als 15 Prozent geschrumpft. Dabei wird nicht nur der Lebensraum der Tiere zerstört, auch Urwaldvölker werden durch Rodungen und Brände enteignet und von ihrem Land vertrieben.

 

Die Vernichtung der Regenwälder in großen Teilen Indonesiens hat dazu geführt, dass sich das Land mittlerweile auf den unrühmlichen dritten Platz der weltweiten CO2-Produzenten manövriert, gleich hinter den USA und China. Allerdings gräbt sich das Land damit auch selbst die Lebensgrundlage ab, denn durch seinen großen Küstenanteil zählt Indonesien zu den Staaten, die durch die Erderwärmung besonders bedroht sind.

 

Die wirtschaftliche Nutzung der Regenwälder ist zu einem bedeutenden Entwicklungsfaktor geworden. Entsprechend führt der anhaltende Palmöl-Boom auch zum Aufbau von Plantagen in anderen Teilen der Welt. So entdecken auch immer mehr Länder West- und Zentralafrikas den lukrativen Palmöl-Anbau für sich. Auch hier fallen Urwälder dem Monokulturanbau zum Opfer. Gleichzeitig werden die Lebensräume von Gorillas, Schimpansen und Bonobos bedroht.

 

 

Weniger hilft viel

Palmöl zu entgehen, ist schwierig geworden. Auch im Bereich des ansonsten sinnvollen ökologischen Anbaus, ist in Sachen Palmöl Vorsicht angesagt, denn auch Bio-Palmöle stammen oftmals von brandgerodeten Plantagen. Das Bio-Siegel stellt lediglich sicher, dass keine gesundheitsschädlichen Pflanzengifte eingesetzt wurden. Ein nachhaltiger Ansatz sollte jedoch weiter reichen und in der Tat kann aktuell kein Konzern garantieren, dass das verwendete Palmöl aus umweltverträglicher Produktion stammt.

 

Während noch vor einem Jahrzehnt kritische Verbraucher auf den Ingredienzienlisten von Kosmetika nach unliebsamen Mineralölen suchten und in Lebensmitteln nach versteckten tierischen Fetten Ausschau hielten, gilt jetzt das Siegel „frei von Palmöl“ heute schnell als ökologisches Gütesiegel. Aber das ist nur die eine Seite der Medaille, denn auf der anderen Seite wird Palmöl als effizient nachwachsender Rohstoff als Alternative zu tierischen Produkten gesehen und auch als mögliche Alternative zum immer knapper werdenden Erdöl.

 

Angesichts des Massenkonsums kann Palmöl allerdings kaum nachhaltig angebaut werden. Und auch mit anderen Rohstoffen ist es schwierig nachhaltig zu wirtschaften, wenn die weltweite Nachfrage ungebrochen steigt. Und das tut sie, denn der Anteil an stark verarbeiteten und industriell gefertigten Nahrungsmitteln steigt weiter an.

 

Umdenken ist also generell angesagt, denn weniger Konsum bedeutet mehr Nachhaltigkeit. Der exzessive Palmöl-Anbau stellt eine ökologische Bedrohung dar. Aber er ist auch nur ein Puzzleteil im globalen Raubbau an der Natur. Lösungswege können vielfältig sein. Dazu zählen auch die Rückbesinnung auf regionale und traditionell gefertigte Lebensmittel und ein bewusster und verantwortungsvoller Konsum.

 

 

Nachhaltig wirtschaften – Regenwälder erhalten

Nachhaltigkeit ist der Ausweg aus der globalen Klimakrise und aus dem umweltzerstörenden und menschenrechtsverletzenden Wirtschaften. Das Beispiel der Ölpalmen zeigt, dass Baum nicht gleich Baum ist: Denn Palmen in Monokultur leisten bei weitem nicht den gleichen Beitrag wie ein biodiverser Mischwald. Von der Zerstörung des Bodens sowie der Tier- und Pflanzenwelt ganz zu schweigen.

 

Wirtschaftliche Interessen leiten weltweite Entwicklungen. Hier gilt es den Hebel anzusetzen und Geld gezielt dort zu investieren, wo es wirklichen Nutzen bringt. In der nachhaltigen Aufforstung, in der Förderung selbstständiger Arbeit in Entwicklungsländern oder klimafreundlichen Projekten.

 

Grünes Geld, erfahrener Anbieter nachhaltiger Geldanlagen, bietet mit mehr als 300 ethischen und ökologischen Investments für jeden Anlegertyp die passende Geldanlage.

 

 

 

 

Portraitfoto Gerd Junker Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.

 

 

O du fröhliche – 5 nachhaltige Geschenkideen für Weihnachten

Freitag, 02. Dezember 2016
Zusammenfassung: Weihnachten ist ein klassisches Familienfest. Geschenke gehören für die meisten Menschen dazu. Nachhaltige und sinnvolle Geschenke bringen nicht nur dem Beschenkten Freude, sondern nutzen auch Umwelt und Klima.

 

Weihnachten rückt näher – und wie in jedem Jahr stehen viele von uns jetzt vor der Frage: Mit was kann ich meinen Lieben eine Freude bereiten? Wer während des Jahres bewusst konsumiert, ökologisch sinnvolle Produkte bevorzugt und auch die Arbeitsbedingungen nicht außer acht lässt, unter denen viele Dinge hergestellt werden, wird auch in der Weihnachtszeit sinnvolle und nachhaltige Geschenke bevorzugen. Denn so sind die Geschenke nicht nur zur Freude der Beschenkten, sondern nutzen auch Klima, Umwelt und Menschen in aller Welt.

 

1. „O Tannenbaum“ – Das Geschenk für die ganze Familie

Öko-Weihnachtsbäume nadeln pestizidfrei.

Öko-Weihnachtsbäume nadeln pestizidfrei.

25 Millionen Weihnachtsbäume wurden im vergangenen Jahr in Deutschland verkauft. Der immergrüne Nadelbaum – Zeichen des Lebens und der Hoffnung – ist damit eines der wichtigsten Weihnachtssymbole und gehört in vielen Haushalten zu einem richtigen Weihnachtsfest einfach dazu. Mit dem Weihnachtsbaum kommt allerdings nicht unbedingt ein Stück Natur ins Haus, sondern oftmals eine kleine Giftmülldeponie aus einer Baumplantage. Weihnachtsbäume werden noch immer zu großen Teilen als Monokulturen in Plantagen gezüchtet und dort entsprechend mit Pestiziden und künstlichen Düngern behandelt. Vielfach wurde auch das umstrittene Glyphosat in Weihnachtsbäumen nachgewiesen.

 

Wer also beim Baumkauf auf Umweltverträglichkeit achtet – und das tun bereits zehn Prozent der Kunden – bevorzugt Bäume aus ökologischer Forstwirtschaft. Mittlerweile bieten viele Gärtnereien und Gartenzentren Bäume mit dem niedrigschwelligen BIO-Siegel, aber auch mit den strengeren Naturland- und Bioland-Siegeln an. Hier können Verbraucher sicher gehen, dass ihr Weihnachtsbaum nicht mit Giften belastet ist und in der Natur keinen Schaden durch Intensiv-Plantagen angerichtet hat. Wer seinen Baum beim kommunalen Forstamt kauft oder im Wald aussucht, kann sie auch vor Ort darüber informieren, welche ökologischen Kriterien angewendet werden und ob Pflanzengifte zum Einsatz kommen.

 

 

2. „Der Christbaum ist der schönste Baum“ – Bäume gegen die Klimakrise

Ein geschmückter Weihnachtsbaum ist festlich und stimmungsvoll. Ein Baum in der Natur speichert das klimaschädliche CO2 und sorgt dafür, die drohende Klimaerwärmung unseres Planeten abzuwenden. Natürlich schafft das ein Baum nicht alleine. Um die Klimakrise effektiv aufzuhalten, benötigt die Erde 1.000 Milliarden neuer Bäume, das sind rund 150 Bäume pro Mensch. Auf diese Rechnung kam 2007 der damals neunjährige Felix Finkbeiner und fing sofort an zu pflanzen. Mittlerweile hat die von ihm gegründete Organisation Plant-for-the-Planet bereits 14 Milliarden Bäume gepflanzt, viele davon in der Provinz Cancun in Mexiko, wo die Stiftung mittlerweile eigene Aufforstungsflächen unterhält.

 

Bäume für Plant-for-the-Planet sind auch ein ausgezeichnetes Weihnachtsgeschenk und bereits ab einem Euro zu haben. Der Beschenkte bekommt einen Gutschein mit Code und kann dann zusätzlich auf der Website im virtuellen Wald seinen Lieblingsbaum verewigen. Wem diese Geschenkidee zu ideell ist, kann auch mit dem Kauf der Guten Schokolade die Aktion wirkungsvoll unterstützen und Fairgehandeltes naschen: mit fünf verkauften Tafeln Schokolade wird ebenfalls ein Baum gepflanzt.

 

 

3. „Alle Jahre wieder“ – Abos bringen regelmäßig Freude

Für manche Menschen ist es durchaus sehr schwierig, das passende Geschenk zu finden, denn viele Bedürfnisse sind befriedigt und ein reduzierter Lebensstil liegt mittlerweile durchaus im Trend. Hier kann ein Zeitschriften-Abonnement über das gesamte Jahr regelmäßig Freude bringen. Besonders angenehm für Menschen, die sich über das Jahr nicht so häufig treffen: Die monatlichen Lieferung der Zeitschrift ruft auch immer wieder den Schenker ins Gedächtnis.

 

Ein Klassiker für den bewussten Konsumenten: Die Zeitschrift Öko-Test bietet monatlich bis zu zehn Produkttests und informiert umfassend zu den jeweiligen Schwerpunktthemen. Darüber hinaus schreibt das Magazin über Trends, Politik und Umwelt, Bauen und Wohnen sowie Finanzen und Versicherungen.

 

Wer sich für gutes Essen und nachhaltige Lebensmittelproduktion interessiert und sich für Rezepte und Restaurant-Tipps interessiert, freut sich gewiss über das Slow Food Magazin, das zweimonatlich erscheint.

 

Umfassender konzipiert ist zeozwei, das Magazin für Klimapolitik und –kultur. Vier mal im Jahr liefert das Heft Berichte zu den Themen ökologisch Leben, erneuerbare Energien, Klimawandel und Nachhaltigkeit.

 

 

4. „Eine Muh, eine Mäh, eine täterätätä“ – Nutztiere mieten

Wenn schon Fleisch, dann bitte aus artgerechter Haltung.

Wenn schon Fleisch, dann bitte aus artgerechter Haltung.

Lebensmittelskandale in der Fleischindustrie, katastrophale Zustände in den Mastbetrieben, ökologisch fatale Folgen durch Massentierhaltung. Vielen Menschen ist die Lust auf Fleisch vollkommen vergangen. Wen allerdings doch ab und an Gelüste nach Braten, Schinken oder Wurst und Co. überkommen, möchte doch gerne wissen, woher das Fleisch stammt und wie das Tier gehalten wurde. Eine pfiffige Idee dazu hatte ein Bio-Bauer aus Niederbayern. Er vermietet Ferkel und Kälber. Seine Kunden zahlen einen Grundbetrag und monatliches Futtergeld, nach etwa einem Jahr bringt der Landwirt das Tier zum Metzger, der den unangenehmen Teil übernimmt. Der Kunde erhält dann das Fleisch seines Miet-Tiers nach Wunsch verarbeitet. Das Geschäftsmodell ist an sich nicht neu und nannte sich früher „Lohnmast“. Der Vorteil für den Bauern: Der Kunde steht gleich zu Beginn fest und sichert die Existenz des Hofs. Der Vorteil für den Kunden: Er erhält Bio-Fleisch und kann sich jederzeit vor Ort über die Haltung und Fütterung seines Ferkels oder seines Kalbs informieren.

 

Wer dem Fleisch abgeschworen hat, kann auch eine Patenschaft für Nutztiere übernehmen. So bietet beispielsweise der Demeter-Hof Andechser eine Kuhpatenschaft an. Paten erhalten regelmäßig Grüße aus dem Stall und zweimal im Jahr ein Genusspaket. Ganz uneigennützig sind die Patenschaften für alte Nutztiere. Diese landen nicht beim Abdecker, sondern beispielsweise im Altersheim für Kühe.

 

 

5. „Kling, Glöckchen, klingelingeling“ – Geldgeschenke für Kinder und Jugendliche

Gerade für Kinder und Jugendliche sind Geldgeschenke besonders attraktiv. Schließlich ermöglichen sie, für die Zukunft vorzusorgen und den Weg ins weitere Leben zu ebnen. Auch ein unschlagbarer Vorteil für regelmäßige Schenker: Wenn das Konzept für eine sinnvolle Geldanlage erst einmal steht, sind die kommenden Geschenke nicht schwer in der Vorbereitung und helfen so mit bei einer stressfreien Vorweihnachtszeit.

 

Ein gutes Angebot bietet die FIL Fondsbank GmbH (FFB) mit dem FondsdepotJunior an. Die Depotführung ist bei Vertragsabschluss bis zum 31. Dezember 2017 kostenfrei. Eingezahlt werden müssen monatlich mindestens 25 Euro, einmalige Einzahlungen sind ab 50 Euro möglich. So kommt über die Jahre ein kleines Vermögen zusammen, dass später für Ausbildung, Reisen oder größere Anschaffungen genutzt werden kann.

 

Grünes Geld berät zum kostenfreien FondsdepotJunior der FFB. Außerdem verfügt Grünes Geld noch über viele weitere Angebote aus den Bereichen der ökologischen und ethischen Geldanlagen. So können Geldgeschenke optimal im Einklang mit Klima, Umwelt und Mensch gestaltet werden. Wir wünschen eine angenehme Vorweihnachtszeit!

 

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Carmen Junker

Verfasser des Beitrages:Carmen Junker ist Gründerin der Grünes Geld GmbH und Geschäftsführerin der Grünes Geld GmbH. Carmen Junker:“ Ein Grund mein berufliches Wirken speziell auf die Nachhaltige Geldanlage auszurichten ist, die Welt ein Stück positiver zu gestalten mit den Mitteln und Kenntnissen die mir zur Verfügung stehen. Aus der Verantwortung für die kommende Generation und weil ich selbst noch einige Jahre auf diesem schönen Planeten verbringen möchte“.

 

 

 

Zehn nachhaltige Buchtipps für Herbst und Winter

Dienstag, 25. Oktober 2016
Zusammenfassung: Unzählige Verlage haben in der letzten Woche auf der Frankfurter Buchmesse ihr Verlagsprogramm vorgestellt. Erfreulich: Es gibt eine ganze Menge Titel zu den Themen Nachhaltigkeit, Ökologie und Klimaschutz.

 

 

Bücher sind zeitlos!

Bücher sind zeitlos!

Herbstzeit ist Lesezeit. Gleichgültig, ob vor dem heimischen Kamin oder unterwegs im Bus, ob in der klassischen Buchform oder auf dem eBook-Reader – Lesen ist ein Dauertrend und die Verlage bieten ein breitgefächertes Programm für jeden Geschmack.

 

Anlässlich der Frankfurter Buchmesse haben wir uns nach Büchern zu den Themen Nachhaltigkeit, Erneuerbaren Energien und umweltbewusstes Leben umgesehen. Dabei sind wir mehr als fündig geworden. Diese Themen bewegen also durchaus weite Teile der Bevölkerung.

 

Zehn interessante Titel möchten wir Ihnen heute kurz vorstellen. Empfehlungen zum selber Lesen oder vielleicht sogar schon als Geschenktipp, denn in knapp zwei Monaten ist Weihnachten.

 

 

1. „Ein Prozent ist genug“

von Jorgen Randers und Graeme Maxton

Immer eine Lektüre wert: Der aktuelle Bericht an den Club of Rome. Jorgen Randers hat bereits als Autor am legendären Bericht „Die Grenzen des Wachstums“ von 1972 mitgearbeitet, Graeme Maxton ist Generalsekretär des Club of Rome und Verfasser zahlreicher Bestseller. Das Thema ist bekannt: Auf der einen Seite die Verfechter des sogenannten Degrowth, des negativen Wachstums, um die globale Ungleichheit und Klimakrise abzuwenden. Auf der anderen Seite die Befürworter eines quasi grenzenlosen Wirtschaftswachstums im zweistelligen Bereich, die immer noch die Mehrheit stellen. Zwischen diesen scheinbar unvereinbaren Fronten vermittelt der Club of Rome einem dritten Weg für Politik und Wirtschaft, überwindet starre Denkblockaden und zerstört den Mythos der – mittlerweile sprichwörtlichen – Alternativlosigkeit. Mit einem ausgearbeiteten Maßnahmenkatalog präsentieren die Autoren die Lösung für Industrieländer mit geringem Wirtschaftswachstum: Auf der Agenda stehen die Bekämpfung von sozialer Ungleichheit, Arbeitslosigkeit und Klimawandel – und ein Wachstum von einem Prozent.

 

 

2. „Mit Vollgas so weiter?“

von Bernhard Enzensberger

Gegen das Dogma eines unbefristeten und grenzenlosen Wachstums wendet sich auch der österreichische Autor Bernhard Enzensberger und überträgt diese Thematik speziell in den Energiebereich. Denn auch hier ist längst bekannt, dass eine Energiewende kommen muss, jedoch sind die konkreten Maßnahmen zur Umsetzung umstritten. Enzensberger ist Wirtschaftsingenieur und arbeitet seit rund zehn Jahren im Bereich Energie- und Umwelttechnik. Dabei sieht er die technologischen Herausforderungen zur Reduktion von CO2-Emissionen oder Speicherkonzepte für erneuerbare Energien als geringste Hürde an. Wichtig ist an erster Stelle eine veränderte gesellschaftliche Einstellung. Seine Forderung an die Politik: Ein klares Bekenntnis zur Energiewende. Seine Forderung an die Konsumenten: informieren, reflektieren, aktiv handeln. Durch die Vorstellung von vorbildlichen Projekten ein interessanter Beitrag zum Thema Energiewende.

 

 

3. „Klimasparbuch 2017“

herausgegeben von oekom e.V.

München, Frankfurt, Stuttgart, Mainz, Salzgitter, Emsland, Rheinhessen und viele weitere Kommunen und Regionen machen mit beim der Klimasparbuch-Serie, die von oekom e.V. gemeinsam mit den jeweiligen Städten und regionalen Klimaschutzagenturen jährlich herausgegeben werden. Während das klassische Sparbuch der Banken keine überzeugenden Zinsen mehr bringt, können sich die Erträge aus dem „Klimasparbuch 2017“ schon eher sehen lassen. Denn in diesem Ratgeberbuch für die ganze Familie geht es darum, das Klima zu schützen und zugleich die Hauhaltkasse zu schonen. Neben konkreten Tipps für einen geringen CO2-Ausstoß umfasst das „Klimasparbuch“ auch rund 60 Gutscheine und Rabatte. Je nach Gemeinde können das beispielsweise ein gratis Brot vom Bio-Bäcker, vergünstige Preise bei öko-fairer Bekleidung, kostenfreier Eintritt in relevante Veranstaltungen oder ein vergünstigter Slow Food-Kochkurs an der örtlichen VHS sein. So werden regionale klimaschonende Angebote bekannter gemacht. Eine Idee, die sich hoffentlich bundesweit weiter ausbreitet.

 

 

4. „FAIRreisen“

von Frank Herrmann

Nach seinem erfolgreichen Fairtrade-Ratgeber „Fair einkaufen – aber wie?“ präsentiert Reise- und Umwelt-Experte Frank Herrmann jetzt mit „FAIRreisen“ ein Handbuch für alle, die umweltfreundlich und sozialverträglich die Welt entdecken wollen. Ein ernstes Thema, denn Reisen bildet nicht nur, der Massentourismus der vergangenen Jahre hat ernsthafte Auswirkungen auf Klima, Umwelt und die Bevölkerung vor Ort. Herrmann gibt, unterstützt durch zahlreiche Checklisten und Infokästen, umfangreiche Hintergrundinformationen und Tipps. Damit präsentiert sich das Buch als rundum-sorglos-Paket zur Reisevorbereitung. Angefangen bei der Frage, ob Trekkingkleidung ökologisch und fair produziert wird, über ausführliche Vorstellung von Gütesiegeln im Tourismusbereich, bis hin zur Frage ob eine Kreuzfahrt ökologisch sein kann und wie der CO2-Ausstoß einer Reise kompensiert wird – „FAIRreisen“ lässt keine Frage unbeantwortet. Abgerundet wird das Handbuch durch einen ausführlichen Serviceteil.

 

 

5. „Der leise Atem der Zukunft“

von Ulrich Grober

Ulrich Grober ist vielen Naturfreunden durch sein Buch „Vom Wandern“ bekannt. Darüber hinaus beschäftigt sich der Autor mit den Bereichen Ökologie und Nachhaltigkeit. „Der leise Atem der Zukunft“ beschäftigt sich mit beiden Feldern und spürt dem wachsenden Interesse an nachhaltigen Werten in Krisenzeiten nach, denn immer mehr Menschen befinden sich auf der Suche nach Entschleunigung, Gelassenheit und einem einfachen und sinnvollen Leben.

Ulrich Grober gibt einen optimistischen Reisebericht von seinen sechs verschiedenen Wanderungen durch Deutschland und beschreibt seine Erfahrungen auf philosophische und poetische Weise. Ein Buch mit vielfältigen Denkanstößen.

 

 

 

 

6. „Ökoroutine“

von Michael Kopatz

Routine – kling langweilig, ist aber der einfachste Weg, neue Handlungsmuster im Alltag konsequent umzusetzen. Damit wir wirklich das tun, was wir für richtig halten, denn ein nachhaltiger Lebensstil ist durchaus möglich, wenn das ökologische Handeln zur Routine wird. Es geht also auch ohne tägliche Auseinandersetzung mit Klimakrise, Weltwirtschaft und Massentierhaltung. Ein erfolgreiches Beispiele dafür, dass diese Routine durchaus greift, ist die Mülltrennung. Doch Michael Kopatz bleibt nicht auf dieser einfachen Ebene, sondern zeigt viele einfache politische Vorschläge für alle Lebensbereiche und fordert auch von Seiten der Politik neue Standards. „Ökoroutine“ ist eine inspirierende Lektüre. Autor Kopatz ist Sozialwissenschaftler und befasst sich in seiner Forschung mit den Fragen zur Umsetzung einer Lebensstilwende.

 

 

7. „Denk mal! 2017“

Fesselnde Lektüre.

Fesselnde Lektüre.

von Harald Welzer, Güner Yasemin Balci, Nils Minkmar, Ahmad Mansour, Byung-Chul Han und anderen

Wem für umfassende Sachbücher sowohl Zeit als auch Muse fehlen, kann sich in „Denk mal! 2017“ wiederfinden. Denn das Lesebuch bietet Anregungen und Denkanstöße verschiedener Autoren in Aufsatzlänge an. Durch die Vielfalt auch ein gutes Buch für Einsteiger in die Themenwelt Nachhaltigkeit, für Fortgeschrittene neue Anstöße und Auffrischungen. Immer lesenswert: der Beitrag von Harald Welzer, der mit „Selbst denken“ ein Standardwerk geschaffen hat.

 

 

 

8. Slow Food Genussführer Deutschland 2017/18

herausgegeben von Slow Food Deutschland e.V.

Zum dritten Mal präsentiert der Verein Slow Food Deutschland seinen Genussführer, der jetzt schon das Zeug zum Klassiker hat. Anstelle eines faden Restaurantführers in dem es nur um die Sterne-Auszeichnungen einzelner Gbeliebteste-musterdepots-von-gruenes-geldourmet-Tempel geht, zeigt Slow Food regionale Küche mit guten Zutaten und bietet eine umfassende Warenkunde. Denn der Vereinigung liegt der Erhalt der regionalen Vielfalt besonders am Herzen. Detailliert werden Slow Food-Lokale und ihr besonderes Angebot vorgestellt. Dabei reicht die Bandbreite von traditionellen Lokalen bis hin zu experimentellen Restaurants. Für alle Empfehlungen gilt jedoch: Hier wird serviert, was aus der Region kommt, biologisch erzeugt wurde und in die Jahreszeit passt. Ein Muss für alle, die gerne ausgehen oder sich durch die Beschreibungen inspirieren lassen wollen.

 

 

9. Gelassen Gärtnern

von Charles Dowding

„Gelassen Gärtnern“ nimmt auf unterhaltsame Weise 99 Gartenmythen unter die Lupe, entlarvt oder bestätigt diese und unterhält passionierte Gärtner und Laien gleichermaßen. Der britische Autor Charles Dowding ist Biogärtner erster Sunde und hat bereits mehrere Gartenratgeber verfasst. Ins Reich der Mythen gehört demnach das Entfernen von Blättern am Tomatenstrauch um das Reifen der Früchte zu fördern. Erreicht wird allerdings nur eine intensivere Färbung. Wer also gelassen bleibt und auf das Blätterzupfen verzichtet, hat mehr Zeit – zum Beispiel um im Liegestuhl zu lesen.

 

 

10. „Unter der Erde – Tief im Wasser

von Akesandra Mizielinska du Daniel Mizielinski

Zu guter Letzt noch ein Buchtipp aus dem Kinderbuchregal. Nach dem einschlagenden Erfolg des Landkartenbuch „Alle Welt“ ein neues Werk aus der Feder der beiden polnischen Autoren. Das „Wendebuch“ – es lässt sich von beiden Seiten lesen – führt durch unbekannte Welten, nämlich durch das innere der Erde und in die Tiefen des Ozeans. Eine faszinierende Bilderbuchreise zu Goldminen, der tiefsten U-Bahn der Welt, Vulkanausbrüchen, der Tierwelt am Meeresgrunde und vielen anderen Sehenswürdigkeiten in den Tiefen. Wie sein Vorgänger überzeugt „Unter der Erde – Tief im Wasser“ durch eine liebevolle grafische Gestaltung. Ein wunderschönes und wertiges Buch, nicht nur für Kinder.

 

 

 

 

Wer sich für anspruchsvolle Bücher und Nachhaltigkeitsthemen interessiert, sollte die gleichen hohen Ansprüche auch an seine Finanzen stellen. Grünes Geld bietet nachhaltige Geldanlagen von denen Klima, Umwelt und Menschen profitieren.

 

 

 

Carmen Junker Verfasser des Beitrages:Carmen Junker ist Gründerin der Grünes Geld GmbH und Geschäftsführerin der Grünes Geld GmbH. Carmen Junker:“ Ein Grund mein berufliches Wirken speziell auf die Nachhaltige Geldanlage auszurichten ist, die Welt ein Stück positiver zu gestalten mit den Mitteln und Kenntnissen die mir zur Verfügung stehen. Aus der Verantwortung für die kommende Generation und weil ich selbst noch einige Jahre auf diesem schönen Planeten verbringen möchte“.