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Wie die Lima Klimaschutzvereinbarung den weltweiten Klimaschutz aufhält

Donnerstag, 18. Dezember 2014

 

Wie in unserem Beitrag vom 1. Dezember 2014 berichtet muss man bei der kürzlich abgeschlossenen Weltklima-Konferenz der UNO in Lima (Peru) mit äußerster Vorsicht auf die Ergebnisse schauen. Schließlich ist es ein hochpolitisches Umfeld und Tricksereien sind an der Tagesordnung. Leider muss man nun feststellen, dass diese Konferenz für den weltweiten Klimaschutz eine Belastung ist und ihn eher aufhält als stützt.

 

 

 

 

 

 

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Ziel war ja die Vorbereitung eines Weltklimaschutzabkommens in Paris im nächsten Jahr (dort findet die nächste Konferenz statt). Ob dieses Abkommen jemals zustande kommen wird ist fraglich, ob es dem Klima dient noch viel fraglicher. Denn das Abkommen soll erst 2020 in Kraft treten und die überlastete Atmosphäre wird wohl weiter mit Klimagas vollgepumpt.

 

 

Es sieht leider so aus, dass es diese Regierungen nicht schaffen werden, einen wirklich wirksamen Klimaschutz zu schaffen.  Denn schon alleine das Ziel, nämlich die Reduktion des Ausstoßes der Klimagase zu verringern, ist zu lasch. Alles andere als das Ziel 0-Emission ist für unsere schwitzende Mutter Erde zu wenig.

 

 

Was wurde auf der Klimakonferenz in Lima beschlossen?

Offiziell heißt der Beschluss Lima Call for Climate Action und er wurde nach langwierigen Verhandlungen, 2 Tage später als geplant, erreicht. Wirklich beschlossen wurde auf diesen 43 Seiten Text allerdings nur sehr wenig. Vielmehr geht es um Optionen und Handlungsmöglichkeiten. Es geht lediglich um eine Grundlage, auf deren Basis weiter verhandelt werden kann. Es geht um Grundlagenarbeit für den Kongress in Paris nächstes Jahr. Allerdings ist diese Arbeit noch rudimentär, dass viele an einem Vertrag in Paris schon heute zweifeln.

 

Der größte Erfolg, und da sind sich die Teilnehmer der Konferenz einig, er der, dass nun weiter verhandelt wird. Seit den konkreten Zielen der Kyoto-Konferenz von 1997 gab es nichts vergleichbares mehr. Man bleibt im Ungewissen und die Klimakonferenz, die ein Speerspitze des Klimaschutzes war, ist nunmehr eher Zuschauer geworden. Die Kommunen und Gemeinden, die Unternehmen und Bürger schreiten Schritt-für-Schritt voran. Aber die UN Klimakonferenz bleibt stehen. Trauig.

 

 

Der Schaden durch die Klimakonferenz

Der Kompromiss von Lima schiebt die Entscheidung um ein weiteres Jahr hinaus. Ein weiteres Jahr werden UN-Mitarbeiter und Regierungsmitarbeiter aus der ganzen Welt durch die Gegend jetten. Ein Jahr wird weiter Hoffnung auf einen neuen Weltklimavertrag gesetzt. Und letztlich werden in Paris entweder die Verhandlungen komplett platzen, oder es wird eine vollkommen untaugliche Vereinbarung stehen, die selbst  das viel zu lasche 2-Grad-Ziel für die maximale Erderwärmung nicht einhalten kann.

 

Es wäre besser gewesen, das Scheitern dieses UN-Prozesses einzugestehen.

 

Lima in Peru: Hätte neue Hoffnung für den Klimaschutz gegben sollen

All die Energie der Kämpfer für ein sauberes Klima könnte besser genutzt werden. Es könnten Initiativen für 100% Erneuerbare Energien in Angriff genommen werden. Es könnte das neue, inoffiziell Ziel der engagierten Klimaretter von max. 350 ppm CO2 in der Erdatmosphäre angegangen werden, statt auf vollkommen unzureichende 2 Grad Celsius hin zu arbeiten.

 

 

Wie’s gehen würde

Klimaschutz findet immer dann statt, wenn sich die Menschen in den Regionen engagieren. Wenn viele Millionen mit machen und Druck auf die Politik auslösen. Dann zerfällt das fossil-atomare Wirtschaftssystem und macht Platz für das 100% Erneuerbare Energien System. Das Beispiel E.ON, wo sich ein großer Konzern aufspaltet, zeigt die Richtung an. Außerdem werden aktive Kohlenstoffsenken benötigt und diese müssen gefördert werden – das können Wälder sein, Biokohle oder Biolandwirtschaft.

 

Und vor allem müssen sich alle Menschen für die Abschaffung der Subventionen für die Alt-Energien einsetzen. Alleine Deutschland hat bereits über 300 Milliarden in 40 Jahren in die Kernkraft investiert, und die Kohlesubventionen sind seit vielen Jahren legendär. So werden Arbeitsplätze, die eigentlich überholt sind, immer weiter am Leben erhalten. Besser wäre klaren Tisch zu machen und die Menschen möglichst in anderen Industriezweigen in gute, wichtige Beschäftigungsverhältnisse zu bringen.

 

 

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Portraitfoto Gerd Junker Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.

4 Fakten über die Klimakonferenz in Lima die Sie bestimmt noch nicht kannten

Montag, 01. Dezember 2014

 

 

Der Schlitten bleibt in der Garage, die Rentiere rennen nicht sondern grasen auf saftig grünen Weiden. Keine Geschenke. Der Weihnachtsmann kann bereits in diesem Jahrhundert nicht mehr vom Nordpol aus starten. Soviel steht fest – das ewige Eis wird weg sein. Ein Umzug nach Grönland oder die Westantarktis werden nichts bringen – Schnee- und eisfrei. Die Ergebnisse ungezählter Studien und Untersuchungen lassen keinen anderen Schluss zu, als dass die Klimakatastrophe von Menschenhand gemacht ist. Deshalb wird sich heute, am 1. Dezember 2014, die mittlerweile 20. UN-Klimakonferenz im peruanischen Lima versammeln. [Die letzte Konferenz war in 2012 in Doha – hier interessante Ergebnisse einer Umfrage, die wir vorher durchführten und die erstaunlich gut die Ergebnisse vorhersagten.]

 

 

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Lima in Peru: Hier findet ab 1.12.2014 die 20. UN-Klimakonferenz statt (Karte: Google Maps).

 

 

 

Für uns Grund genug, Ihnen 4 Fakten über die Klimakonferenz der 195 teilnehmenden Länder zu präsentieren, die Sie so wahrscheinlich noch nicht kannten. Man sollte sich dazu vor Augen führen, dass sich die Länder bereits 2010 einigten, die  Klimaerwärmung auf 2 Grad Celcius zu begrenzen.

 

Fakt 1: Zwischen den offiziellen Zielen und den Selbstverpflichtungen der Länder klaffen Welten

 

Davon, dass wir die Klimaerwärmung vermeiden oder rückgängig machen wollen, spricht ohnehin niemand mehr. Aber zumindest auf maximal 2 Grad begrenzen – darauf haben sich die Länder geeinigt. Das Problem: nachdem der Top-Down Ansatz (Wieviel dürfen wir maximal emittieren? Das dann herunter gebrochen auf die Länder) nicht funktionierte, will man nun mit Selbstverpflichtungen agieren. Jedes Land soll sich selbst zu Klimazielen verpflichten, die dann zum gewünschten Ergebnis führen sollen.

 

Gemessen werden die globalen Treibhausemissionen übrigens in Gigatonnen CO2-Äquivalenten. Davon emittierte die Erde 1990 rund 35 pro Jahr. Im Jahr 2000 dann rund 38 per Anno. Weitere 1o Jahre später, also 2010, waren es schon 47 (!). Ohne Änderungen wären es in 2050 rund 80. Um das 2 Grad-Ziel zu erreichen benötigt man jedoch eine Senkung bis 2050 auf nur noch 20 Gigatonnen. Und jetzt raten Sie mal, wo wir mit den freiwilligen Selbstverpflichtungen der USA, China, der EU und der anderen Länder in 2050 wirklich heraus kommen würden?

 

Bei gut 60 Gigatonnen pro Jahr, also 3x soviel wie geplant. Das entspräche dann einem 3,6 Grad Szenario der Erderwärmung. Wie die Reduktion von 60 (freiwillig) auf 20 gelingen soll, ist eine ungelöste Frage.

 

Fakt 2: Die Lösungsvorschläge der einzelnen Staaten sind nicht vergleichbar

 

In Lima sollen alle Staaten ihre Lösungsvorschläge für ihre eigenen Einsparungen vorschlagen. Nur: die Vorschläge werden vollkommen unterschiedlich aussehen und überhaupt nicht vergleichbar sein.

 

So geht Deutschland von einem Basisjahr 1990 aus. Von diesem Stand aus sollen die Emissionen bis 2020 um 40% gesenkt werden. In 1990 haben zum Beispiel noch die DDR-Industrieanlagen und Heizungen für einen sehr hohen CO2-Ausstoß gesorgt, so dass Ziele für Deutschland mit der Basis 1990 einfacher zu erreichen sind. Die EU folgt dem Beispiel Deutschlands und nimmt ebenfalls 1990 als Basisjahr.

 

Anders die USA: Dort wird 2005 als Basisjahr verwendet. Nach dem Wirtschaftsboom der 1990er Jahre waren die Emissionen damals sehr hoch. Dann kamen die Finanz- und Wirtschaftskrise so wie der Fracking-Boom (klimaschonendes Gas statt Kohle) und senkten die Emissionen automatisch.

 

Indien oder China haben gleich eine ganz andere Idee: Statt eine Deckelung oder Reduktion wollen sie ihre Treibhausgase in Abhängigkeit vom Wirtschaftswachstum dämpfen.

 

Wie soll damit etwas erreicht werden? Wie soll das überprüft werden?

 

Fakt 3: Es wird getrickst wo’s geht

Eine gute Idee ist die Anrechnung von Klimaschutzmaßnahmen, die eine Industrienation in Entwicklungsländern umsetzt und finanziert. Die damit erzielten Einsparungen darf sich das Industrieland anrechnen lassen. Aber Achtung: wer denkt, dass die Einsparungen nur einmal gezählt werden würde, kennt die komplizierten Wege internationaler Diplomatie nicht: auch das Entwicklungsland darf sich diese Einsparungen anrechnen lassen. Die Maßnahme zählt also doppelt. Effekt pro Jahr: rund 1,6 Gigatonnen zu viel gerechnet.

 

Ein anderer Fall: die EU möchte bis 2030 die Energieeffizienz um 27 Prozent erhöhen. Wie viel das an CO2 einspart hängt natürlich davon ab, wie viel Primärenergie überhaupt gebraucht wird. Studien aus dem Jahr 2007 sagen dazu, dass in 2030 rund 1.880 Mio. Tonnen Öl-Äquivalent verbraucht würde. Aber Achtung: mittlerweile gab es eine Finanz-, Wirtschafts- und Währungkrise. Aktuelle Studien gehen von einem Verbrauch in 2030 von nur noch 1.483 Mio. Tonnen aus. Entsprechend sollte die EU Ihre Zahlen anpassen – tut sie aber nicht, denn das könnte anstrengendere Ziele zur Folge haben.

 

Fakt 4: Ein Fingerzeit auf Entwicklungsländer ist nicht angebracht

 

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Pro Kopf-Emissionen in Tonnen: Deutschland muss auch noch viel tun (Grafik: Grünes Geld GmbH, Zahlen aus “Die Zeit”)

 

 

 

Wer sich die aktuellen Zahlen der Emissionen pro Kopf ansieht muss Unterscheidungen treffen. Ausreißer  wie Katar zeigen, wie man es nicht tun sollte. Industrienationen kann man gut vergleichen, dort stechen die USA sicherlich negativ heraus. Aber auch Deutschland liegt oberhalb des EU-Durchschnitts, was zwar mit der höheren Industriedichte zu tun hat, aber auch zeigt, dass in Deutschland noch viel getan werden muss. Indien schließlich hat allen Grund zu fragen, weshalb es CO2 einsparen soll, wo doch die spezifischen Werte noch weit von Industrienationen entfernt sind.

 

Das 2050-Ziel mit 2 Tonnen pro Kopf erscheint heute zwar kaum erreichbar, wäre bei entsprechender Anstrengung aber in 35 Jahren gut machbar.

 

Ein konsequente Umstieg auf die Erneuerbaren Energien würde helfen. Wir müssen das Ziel 100% Erneuerbare Energien anstreben. Dass das geht ist die Überzeugung aller Experten. Es muss nur intelligent gemacht werden. Gute Beispiele dazu zeigt auch Frank Farenski Film “Leben mit der Energiewende” der jetzt in einer neuen Version zur Verfügung steht. Er ist kostenfrei auf Youtube abrufbar.

 

Wer nicht nur auf die Politik waren möchte, kann jederzeit selbst aktiv werden. Neben der Dämmung der eignen 4 Wände, einer neuen Heizungsanlage oder dem Kauf von Photovoltaikzellen kann man sein Geld auch in Unternehmen investieren, die Klimaschutz aktiv voran treiben. Das bringt Klimaschutz und gute Renditen. Mehr dazu hier:

 

 

 

 

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Portraitfoto Gerd Junker Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: "Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten." Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.