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Dieser Mann vernichtet Ihr Geld: Wie Mario Draghi eine Inflation anfacht und was es für Sie bedeutet

Montag, 02. Juni 2014

Wie lange müssen Sie arbeiten, um 1.000,00 Euro zu sparen? Wie lange für 10.000,00 Euro? Wie lange für 100.000,00 Euro?

 

Überlegen Sie bitte.

 

Viele Menschen haben Jahrzehnte gebraucht, um sich ein gewisses finanzielles Polster, von sagen wir 50.000,00 Euro, zusammen zu sparen. Wenn der Deutsche aktuell ein Netto-Monatseinkommen von ca. 2.000,00 Euro hat, davon 10% sparen könnte, bräuchte er dafür 250 Monate. Das sind mehr als 20 Jahre.

 

Verantwortlich für Inflation? Mario Draghi

Mario Draghi: Beginn der großen Geldentwertung? (Foto: ECB Press Pictures)

Doch ihr Vermögen ist gefährdet. Spätestens seit der vom Chef der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, einberufenen Sitzung von rund 150 Experten im portugiesischen Sintra letzte Woche. Bereits seit einiger Zeit bereitet die EZB die Finanzmärkte darauf vor, dass die geldpolitischen Zügel weiterhin gelockert werden sollen. Im Rahmen seiner Überlegungen „Anatomie der Inflation“ hat der in Rom geborene Mario Draghi dabei betont, dass die Zielmarke einer Inflationsrate von 2 Prozent nicht zur Diskussion stehen würde. Allein: Beim jetzigen Inflationsstand in Euroland von 0,5% (Mai 2014) muss Draghi die Märkte mit Geld fluten, um die Rate zu erhöhen. Ob dann ein rechtzeitiges geldpolitisches Bremsen erfolgt, muss bezweifelt werden. Inflationsraten von 5% könnten also durchaus erreicht werden; wenn die Dinge außer Kontrolle geraten auch wesentlich mehr.

 

 

Einen ernsthaften Widerstand von den Regierungen in den Euro-Ländern braucht Draghi nicht zu befürchten. Niedrige Zinsen bedeuten auch niedrige Zinsen für deren Staatsschulden. Was für Berlin nur ein schöner Nebeneffekt ist und teure Geschenke an die Wähler ermöglicht, ist für Lissabon, Madrid oder Athen überlebensnotwendig. Würden deren Zinszahlungen auf tatsächlich angebrachte Zinshöhen klettern, könnten sie Ihre Staatsschulden kaum mehr tragen. Draghi kann also ungestört eine Notenbankpolitik betreiben, wie sie in den Südländern vor der Euro-Einführung ohnehin immer betrieben wurde. Eine Politik der weichen Währung mit höheren Inflationsraten und sinkenden Wechselkursen.

 

 

 

 

Dazu grundlegende Überlegungen, die Sie für die nächsten, unruhigen Jahre, wissen sollten (unter anderem aus der Wirtschaftswoche, 23/2014, FocusMoney 21/2014):

 

1.) Wozu braucht man Zinsen und wie hoch sollten Sie sein?

 

Immer wieder wird diskutiert, wozu man Zinsen benötigt. Nicht wenige fordern den kompletten Verzicht auf Zinsen, im Islam sind Zinsen prinzipiell verboten (Zinsverbot). Doch sie sind wichtig, sie sind ein Ausgleich für die sogenannte Zeitpräferenz, also die Neigung des Menschen zu schnellem, sofortigen Konsum. Der gezahlte Zins ist ein Ausgleich dafür, dass der Mensch sein aktuell vorhandenes Geld nicht sofort ausgibt, sondern erst später. Je höher die Zeitpräferenz, desto höher ist auch der Zinssatz zum Ausgleich hierfür.

Die aktuellen Zinsen sind manipuliert, sie werden von den Zentralbanken weltweit, besonders in Europa, künstlich niedrig gehalten. Die Menschen erhalten also zu wenig Ausgleich dafür, dass Sie auf Konsum verzichten. Die Folge: Sie geben ihr Geld sofort aus und fördern ein Leben auf Pump. Kapitalbildung findet nicht mehr ausreichend statt. In Deutschland ist das besonders gut am Bau-Boom zu sehen und an kochenden Immobilienmärkten in den Städten. Das gravierende demographische Problem einer anstehenden Altersarmut wird aktuell ausgeblendet, kaum jemand sorgt in notwendiger Höhe vor.

 

2.) Helfen die Nullzinsen der Konjunktur?

Die niedrigen, vielleicht bald auf Null sinkenden Zinsen, sind ein gefährliches Konjunkturpaket. Kurzfristig hilft günstig zu bekommendes Geld für Kredite den Unternehmen, neue Investitionen zu tätigen und zu expandieren. Es werden dabei jedoch Investitionen getätigt, die sich unter realen Bedingungen nicht lohnen würden. Die Folge: die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen nimmt ab, da sie falsche Entscheidungen treffen. Während die Nullzinspolitik der EZB für die wirtschaftlich weiterhin schwachen Südländer passt, müsste Deutschland eigentlich 3-4 Prozent Zinsniveau haben. Wir sehen in Deutschland einen puren Scheinaufschwung. Er wird zu einem schlimmen Erwachen mit zusammenbrechenden Wirtschaftszweigen führen.

 

3.) Inflation oder Deflation?

Deflation ist das Schreckgespenst der Geldmärkte. Es bedeutet grundsätzlich, dass die Preise für Waren und Dienstleistungen fallen. Die Folge: Die Konsumenten kaufen nicht mehr, sondern warten, bis die Preise weiter gefallen sind. Die Konjunktur tut sich damit sehr schwer.

 

Doch trotz niedriger Inflationsrate – eine Folge des Platzen von Kredit- und Spekulationsblasen – von 0,5% sind wir von einer Deflation noch ein gutes Stück entfernt. Die Geldmenge M1, die für die Finanzierung von Güterkäufen wichtig ist, wächst mit aktuell 5% – eine Deflation ist damit kaum zu befürchten.

 

Die Bürger müssen sich mittelfristig dagegen auf höhere Inflation einstellen.

 

4.) Ist die inflationäre Flutwelle vermeidbar?

 

Die wichtigen Zentralbanken der Welt (USA, Japan, Großbritannien) gehen aktuell einen Weg,  der von der Bundesbank früher niemals geduldet worden wäre. Sie kaufen Staatsanleihen Ihrer eigenen Länder auf und finanzieren damit den auf Pump gekauften Aufschwung ihrer Regierungen.

 

Auch die Europäische Zentralbank EZB steht kurz davor, die Politik der „quantitativen Lockerung“ endgültig einzuführen. Niedrige Teuerungsraten, schleppende Konjunktur in einigen Euro-Staaten sowie ein starker Euro könnten sie dazu verleiten. Haben sich die Regierungen erst mal daran gewöhnt, dass die Schulden einfach von der EZB aufgekauft werden, hängen Sie am Tropf wie ein drogenabhängiger Junkie. Der Entzug lässt sich nur äußert schwer durchführen.

 

Außerdem: die Zentralbank, die zuerst aus der quantitativen Lockerung aussteigt, stabilisiert ihre Währung sofort. Die Folge: Die Währung verteuert sich, Exporte werden schwieriger und bremsen damit das Wirtschaftswachstum.

 

Vorhersagen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen. Trotzdem, man muss kein großer Prophet sein, um vorherzusagen: All das gedruckte Geld der Notenbanken ist zuviel und muss mittelfristig zu einer Entwertung der Währungen (Inflation) führen. Ob diese Entwertung bereits 2015, oder erst in den folgenden Jahren spürbar wird, ist offen. Idealerweise wird sie auf das EZB-Ziel von 2% pro Jahr begrenzt – das wäre aber ein kleines Wunder. Wahrscheinlicher sind Inflations Raten um die 3 bis 5% pro Jahr, es könnte jedoch auch entgleiten und die Region von 5 bis 10% pro Jahr empor klettern.

 

5.) Wie kann ich mein Geld vor der Entwertung schützen?

Vieles spricht dafür, dass die Mittelschicht am stärksten betroffen sein wird. Während untere Bevölkerungsschichten kaum Sparguthaben besitzen und die höheren Bevölkerungsschichten zumeist in Sachwerte wie Aktien, Immobilien oder Unternehmensbeteiligungen investiert sind, hat die Mittelschicht ihr Geld oft in Sparguthaben oder Lebensversicherungen geparkt.

 

Das Problem: Die Nullzinspolitik verhindert eine messbare Verzinsung von Bankguthaben, Bausparverträgen oder Lebensversicherungen.

 

Steigt beispielsweise die Inflationsrate auf 5%, die Verzinsung erreicht jedoch nur 1%, verliert der Sparer jährlich 4% seines Geldes. Durch den Zinseszins-Effekt sind bereits nach 10 Jahren 44% seines Geld weg.

 

 

 

Inflation: aus 10000 Euro werden in 10 Jahren 6600 Euro

 

 

Immobilien sind nicht die beste Lösung

Genau die eben beschriebenen Inflationsängste der Deutschen lösen einen großen Boom bei den Immobilien aus. In allen aussichtsreichen Lagen, wie zum Beispiel in den Zentren München, Hamburg, Frankfurt oder Düsseldorf, sind die Kaufpreise in den letzten Jahren kräftig angestiegen. Es werden teilweise die 44-fachen Jahresnetto-Mieten als Kaufpreis für eine Immobilie gezahlt – vernünftig gelten Werte um die 15. Ein günstiger Kaufzeitpunkt für den Kauf von Immobilien liegt also sicher nicht mehr vor. Viele jetzige Käufer werden bei einem Verkauf in 10, 15 oder 20 Jahren eine negative Überraschung erleben.

 

Außerdem ist auch eine andere Gefahr für Immobilien-Besitzer am Horizont erkennbar. Kirsten Lühmann, Bundestagsabgeordnete der SPD: „Vermögensabgabe. Ein Wort, das wir mal wieder öfter in den Mund nehmen sollten“. Sie nahm bei Ihren Gedanken in einer Bundestagsdebatte vor rund 1 1/2 Jahren explizit Bezug auf das Lastenausgleichsgesetz von 1952. Damals mussten Besitzer von Vermögen oberhalb von 5000 DM einen Ausgleich leisten für Vertriebene und Kriegsopfer des 2. Weltkrieges. Das traf vor allem Immobilieneigentümer, die durch den Krieg oftmals nicht geschädigt wurden. 50% ihres Vermögens mussten alle abgeben und in einen Ausgleichsfonds einzahlen. Da eine Einmalzahlung kaum zu leisten gewesen wäre, verteilte man die Zahlung auf 30 Jahre. Bis 1979 kam so 42 Milliarden DM zusammen. Bereits 1923 führte der deutsche Staat eine Hauszinssteuer ein, die ausschließlich Immobilienbesitzer traf. 820 Millionen Reichsmark konnten damit für den Staatshaushalt eingenommen werden.

 

Fazit: Immobilien sind ein Sachwert und können deshalb vor Inflation gut schützen. Allerdings sind Immobilien bereits teuer und ein Zugriff des Staates im Extremfall (Staatsverschuldung) wäre keine Überraschung.

 

Aktien als Zuflucht

Während die schleichende Enteignung mit einer Inflationsrate bis 5% mit Aktien ohnehin gut in den Griff zu bekommen ist (langfristige Aktienrendite in Deutschland: gut 8% pro Jahr), haben Aktien auch einen eingebauten Schutz vor gallopierender Inflation. Als Sachwert behalten Aktien nämlich ihren Wert. Beispiel: Wer 1930 sein Geld auf ein Sparbuch legte, hatte 20 Jahre später, 1950, davon praktisch nichts mehr. Der zweite Weltkrieg und die Währungsreform enteigneten ihn. Wer jedoch sein Geld in Aktien von Daimler-Benz investierte, konnte sich bereits 1950 wieder über ein Vermögen in der gleichen Höhe wie 1930 freuen. Wenige Jahre später war es sogar schon wieder deutlich höher.

Und im Blick auf Vermögensabgaben kann der Aktionär ebenfalls beruhigt sein. Denn letztlich handelt es sich um Produktivvermögen, dessen Besteuerung schnell den Kapitalstock von Unternehmen angreifen und damit Arbeitsplätze gefährden kann. Selbst gierige Regierungen schrecken davor immer zurück. Aktuelles Beispiel: Das 2008 verabschiedete Erbrecht sieht eine strengere Besteuerung von großen Erben vor. Großzügige Ausnahmen davon gibt es beim Vererben von Unternehmen – um genügend Arbeitsplätze zu erhalten.

 

Fazit: Der Deutsche mag keine Aktien, weil sie volatil sind (schwanken). Sie sind aber bei Inflation und Hyperinflation die beste Wahl. Die Investition sollte über breit gestreute, nachhaltige Aktienfonds erfolgen.

 

Gold: nur in der Theorie und für den Notgroschen

Immer wieder setzen die Menschen auf Gold als Schutz vor Inflation. Das ist generell richtig, denn langfristig behält Gold immer in etwa den gleichen Wert. Was über hunderte von Jahren gilt, gilt aber nicht für kürzere Zeiträume, denn der Goldpreis unterliegt großen Schwankungen. Der Goldpreis fiel alleine von September 2011 bis Januar 2014 um rund 35% – in drei Jahren wurde den Goldbesitzern also mehr als ein Drittel Ihres Geldes genommen.

 

Und unter ethisch-ökologischen Gesichtspunkten muss Gold gänzlich abgelehnt werden. Dieser Rohstoff wird Mutter Erde oftmals nur unter Inkaufnahme großen Umweltschäden abgewonnen (Landschaftszerstörung, Verunreinigung mit chemischen Substanzen). Die Arbeitsbedingungen in den Goldminen sind oftmals katastrophal.

 

Fazit: Ein paar tausend Euro in klein gestückelten Goldmünzen für den Extremfall zu halten ist denkbar. In großem Stil sind Goldvermögen jedoch ethisch-ökologisch wie auch finanziell unvernünftig.

 

Sachwert: WindkraftInvestitionen Sachwerte

Ein traditionelles Feld für Geldanlagen sind Sachwerte. Gerade im ethisch-ökologischen Bereich wurde hier viel erreicht. Man baut Solarkraftwerke, Windkraftwerke, sonstige Umweltprojekte oder investiert in Holz-Aufforstungen. Solche Projektinvestitionen sind prinzipiell nur als Beimischung für die eigene Kapitalanlagen geeignet, da dort naturgemäß Dinge schief gehen können – schließlich handelt es sich um Projektgeschäft.

 

Gut gestreut, lassen sich dort aber hohe Rückflüsse erzielen und es lässt sich der Inflation ein Schnäppchen schlagen. Egal was mit eine Währung passiert: wer in reale Werte, wie zum Beispiel in Windturbinen oder Wälder sein Kapital anlegt, der kann sich sehr sicher sein, sein Vermögen zu behalten.

 

Fazit: Wer ausreichend streut sollte eine Investition in grüne Sachwerte ernsthaft erwägen. Er tut der Natur etwas Gutes, erzielt schöne Renditen und vermeidet die durch Draghi gefährdeten Papierwährungen.

 

 

 

 

 

Schützen vor Inflation: Sachwerte wie Windkraftbeteiligungen, Fotovoltaik, BHKW

 

 

 

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Portraitfoto Gerd Junker Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.