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USA unter Trump – Klimapolitik im Rückwärtsgang

Donnerstag, 30. März 2017
Zusammenfassung: Donald Trump hat in dieser Woche die bisherigen Umwelt- und Klimaschutzprogramme der USA zurückgenommen. Damit müssen US-Behörden bei Entscheidungen die Auswirkungen auf das globale Klima nicht weiter berücksichtigen. Konkret verabschieden sich die USA damit auch von Grenzwerten bei CO2- und Methan-Emissionen und entfernen sich so von den Zielen des unterzeichneten Klimaschutzabkommens von Paris. Nicht vergessen hat Trump seine Wahlversprechen zur Kohleförderung. Ob diese jedoch wirklich Arbeitsplätze bringen wird, ist selbst in der Kohleindustrie umstritten.

 

 

Die Würfel sind gefallen – Trump beschließt Kurswechsel in der US-Klimapolitik.

Gerhard Schröder litt 1998 kurzfristig unter akuter Vergesslichkeit, als ihm die korrekte Bezeichnung des „Ministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend“ partout nicht einfallen wollte. Flapsig bezeichnet er das Ministerium in „Familie und Gedöns“ um. Ein Lapsus, den ihm nicht nur Senioren, Frauen und Jugend übel nahmen und der ihm – so räumte es der Altbundeskanzler in einem Interview ein, mittlerweile Leid tue.

 

Ob US-Präsident Donald Trump auch in einigen Jahren Reuegefühle überkommen werden, wenn er an seine Politik 2017 zurückdenken wird, ist fraglich. Fakt ist jedoch, dass Trump dringende Klimaschutzmaßnahmen im Allgemeinen für absolutes „Gedöns“ – amerikanisch „hullabaloo„, hält und den Klimawandel für nichts als „fake news“.

 

 

Aktuelles Dekret weicht Klimaschutz auf

US-Präsident Trump hat am Dienstag dieser Woche die US-Umweltschutzbehörde EPA (United States Environmental Protection Agency)  besucht und dabei ein Dekret erlassen, das die bisherigen Programme zum Umwelt – und Klimaschutz in den Vereinigten Staaten stark aufweichen wird. Kurzgefasst beinhaltet das Dekret einen Freibrief für die US-Bundesbehörden: Bei Entscheidungen müssen mögliche Auswirkungen auf den Klimawandel nicht berücksichtigt werden.

 

Verantwortung für Klimaschutz übernehmen – die USA bewegen sich auf dünnem Eis.

Kernpunkt des Dekrets ist die Abschaffung des „Clean Power Plans“, den Barack Obama während seiner Amtszeit versuchte auf den Weg zu bringen. Der Plan setzte bestehenden und geplanten Kraftwerken in den USA verbindliche Obergrenzen beim Schadstoffausstoß. Ziel war es, so die Emission von klimaschädlichen Treibhausgasen zu senken und bis zum Jahr 2030 ein Drittel unter den Emissionswerten aus dem Jahr 2005 zu liegen. Damit wollten die USA die CO2-Ziele des UN-Klimaabkommens von Paris erreichen. Allerdings hatte rund die Hälfte der US-Bundesstaten – vornehmlich republikanisch geführte Staaten – sowie Energiekonzerne gegen den Plan geklagt. Wegen rechtlicher Bedenken hatte der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten den „Clean Power Plan“ – und damit die Klimastrategie der Demokraten – bereits vor einem Jahr vorerst außer Kraft gesetzt.

 

Weiterhin setzt Trump jetzt alles daran, dass die inländische Energieproduktion auf keinen Fall durch Maßnehmen zum Klimaschutz gebremst werden können. So hebelt Trump mit dem Dekret das bisherige Abkommen aus, demnach der Staat kein öffentliches Gebiet für die Kohleförderung verpachten darf.

 

Ebenfalls geändert – beziehungsweise herabgesetzt – wurden die Grenzwerte für Emissionen in der Öl- und Gasindustrie. Das hier freigesetzte Methan fördert den Treibhauseffekt noch stärker als das klimaschädliche CO2.

 

 

USA jenseits des Pariser Abkommens zum Klimaschutz

Die UN-Klimakonferenz in Marrakesch Ende des vergangenen Jahres hatte mitunter die Aufgabe, das Klimaschutzabkommen von Paris konkret auszugestalten. Auch die USA haben das Paris-Abkommen ratifiziert und sich damit den Zielen verpflichtet, die Erderwärmung zu begrenzen und dafür den Ausstoß von Kohlendioxid und anderen Treibhausgasen zu reduzieren. Dass der Beginn des Klimagipfels mit der Wahl Donald Trumps in den USA zeitlich zusammenfiel, rückte die Frage nach der künftigen Klimapolitik der USA ins Zentrum des weltweiten Interesses. Schließlich hatte sich Trump im Wahlkampf stets als Leugner der Klimakrise inszeniert und stets die Notwendigkeit betont, Öl- und Kohleförderung weiter auszubauen. Jetzt mach Trump ernst. Experten gehen allerdings davon aus, dass eine offizielle Absage der USA an das Klimaschutzabkommen von Paris rechtlich zu aufwändig sind. Eher – so die Vermutung – werde die Regierung Trump in diesem Bereich einfach gar nichts unternehmen.

 

Ein fataler Stillstand für den Klimaschutz, denn Wissenschaftler gehen davon aus, dass es auch mit dem „Clean Power Plan“ für die USA schwierig geworden wäre, die gesteckten Ziele zum Klimaschutz zu erreichen, ohne staatlich kontrollierte Grenzwerte bei den Emissionen von Treibhausgasen und Förderung Erneuerbarer Energien wird der Klimaschutz jedoch nahezu unmöglich.

 

Eines der Probleme ist dabei auch, dass der Klimavertrag von Paris mehr oder weniger eine Selbstverpflichtung der Staatengemeinschaft darstellt. Die Vereinten Nationen können keine Umsetzung von den unterzeichnenden Staaten einklagen und sieht auch keinerlei Sanktionsmöglichkeiten vor.

 

 

Was kommt nach dem „Clean Power Plan“?

Mit der Aufkündigung des „Clean Power Plans“ stehen Trump und die EPA jetzt vor der schwierigen Aufgabe, ein neues Programm vorlegen zu müssen. Das wurde vom Obersten Gerichtshof vorgegeben, allerdings ohne Angabe einer konkreten Frist. Sollten Trump und EPA-Chef Scott Pruitt für die Strategie des Aussitzens entscheiden, drohen jedoch Klagen. Denn Umwelt- und Klimaschutzgruppen in den USA bringen sich aktuell in Stellung.

 

Widerstand gegen den Stillstand in der Klimapolitik hat bereits der Generalstaatsanwalt des Bundesstaates New York, Eric T. Schneiderman, angekündigt. Gemeinsam mit 23 Bundessstaaten und Regionalbehörden will er das Dekret anfechten. Dabei erweist sich Schneiderman als erfahrener Widersacher. Bereits bei Trumps drastischer Streichung von Geldern des Umweltministeriums konnte Schneiderman den New Yorkern die direkten Auswirkungen klar machen und eine Klage anstrengen. Bekannt ist Schneiderman auch durch seine Klage gegen den deutschen Automobilkonzern VW im Rahmen des Diesel-Skandals.

 

 

 „America First“ in der Energiepolitik – es geht um die Kohle

Die aktuelle Entwicklung zeigt deutlich, dass Trump mit seiner „America First“-Energiepolitik ernst macht und alle bisherigen Hürden für den Abbau fossiler Energieträger wie Kohle, Öl und Gas in den USA beseitigt. Klar ist allerdings damit auch, dass der Ausstoß an Treibhausgasen weiter ansteigen wird. Bereits heute zeichnen die USA für rund 16 Prozent des globalen CO2-Ausstoßes verantwortlich.

 

Kohle soll Arbeitsplätze in den US sichern.

Trump hält seine Wahlversprechen konsequent ein. Während der Präsidentschaftswahlen bekannte er sich deutlich zur Kohle. Entsprechend publikumswirksam vollzog er auch die Unterzeichnung des Umweltdekrets in dieser Woche in Anwesenheit von Kohlearbeitern, denen er auch seine Wahl verdankt.

 

Mit einer Förderung der fossilen Energieträger will Trump die Vereinigten Staaten von teuren Energieimporten und ausländischen Energiequellen unabhängig machen. Die Tatsache, dass die USA bereits seit einigen Jahren faktisch ohnehin energieautonom sind, wird dabei vernachlässigt.

 

Zum anderen hat Trump neue Arbeitsplätze in der Kohleindustrie versprochen. Ob er dieses Versprechen halten kann, ist allerdings ungewiss und wird selbst von Unterstützern seiner Politik anzweifelt. Während in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts noch etwa eine viertel Million Amerikaner in der Kohleindustrie arbeiteten, waren es 2008 nur noch die Hälfte. Bis 2015 rutschte die Zahl der „Kumpels“ weiter unter die 100.000 Arbeiter. Der Marktanteil von Energie aus Kohle wird selbst innerhalb der Branche als wenig steigerungsfähig gesehen.

 

 

Die Zukunft der Erneuerbaren Energien in den USA

Die Entwicklung und den Ausbau Erneuerbarer Energien, wie Wind- oder Solarenergien, sollte selbst Trump nicht völlig zurückschrauben können. Schließlich haben sich Anlagen zur Erzeugung von sauberem Strom durchaus zu einem lukrativen Business-Modell entwickelt. Möglich ist hier allerdings, staatliche Subventionen in diesen Bereichen zurückzufahren.

 

Finanzexperten sehen hier allerdings keine besondere Gefahr. Durch den technischen Fortschritt und die Weiterentwicklung im Bereich der Energiegewinnung aus Sonne, Wind und Wasser, sind die Kosten zur Gewinnung regenerativer Energien stark gesunken. Entsprechend stehen Erneuerbare Energien auch ohne Subventionen kurz vor der völligen Wettbewerbsfähigkeit.

 

Abzuwarten bleibt auch, welchen Kurs die einzelnen Bundesstaaten in der Energiefrage einschlagen, denn bei ihnen liegt letztlich die Entscheidung, welche Ressourcen sie zur Energiegewinnung nutzen. Immerhin haben sich mehr als die Hälfte der US-Bundesstaaten freiwillige Ziele zum Ausbau Erneuerbarer Energien gesteckt.

 

 

USA ohne Vorbildfunktion

Unterschiedlich fielen die internationalen Reaktionen auf Trumps Abkehr von der bisherigen US-Klimapolitik aus. Während einige Staaten und Kommentatoren einen enormen Rückschlag für die globale Klimapolitik prognostizieren, bewerten andere den Rückzug der USA als weniger gravierend.

 

Zum einen, weil noch nicht klar ist, wie stark sich Trumps Linie in den USA tatsächlich durchsetzen wird. Zum anderen weil die USA nur ein Teil eines großen Puzzles darstellen. So gibt erklärt China, das Land mit dem derzeit höchsten Anteil an CO2-Ausstoß, dass es sich klar dem Pariser Klimaschutzabkommen verpflichtet sieht und weiter massiv in Erneuerbare Energien investieren wird. Klimaschutzexperten bestätigen, dass sich der Weg lohnt, für das laufende Jahr prognostizieren sie China fallende CO2-Emissionen in Höhe von einem Prozent.

 

 

Was Trump von Rockefeller lernen kann

Die Überzeugung, dass Erneuerbare Energien ein gewinnbringendes Investment sind, setzt sich zunehmend in der Finanzwirtschaft durch. Dabei zeichnet sich der Trend ab, Anlagen aus den Bereichen Kohle und Öl zu verkaufen und statt dessen in den Bereich der Erneuerbaren Energien zu investieren. In den USA zählen zunehmend institutionelle und Großanleger zu dieser „Divestment“-Bewegung.

 

Populäres Beispiel ist die Stiftung der Familie des legendären Öl-Magnaten John D. Rockefeller. Rockefeller begründete Ende des 19. Jahrhunderts mit dem Aufbau von Pipelines und Raffinerien das enorme Vermögen der Familie. 2014 entschlossen sich die Erben des Standard Oil-Gründers, einen neuen Weg einzuschlagen und schichtete 860 Millionen Dollar aus dem Rockefeller Brothers Fund um in Erneuerbare Energieträger.

 

Auch für Anleger, die in einer anderen Größenordnung investieren wollen, sind klimaschützende Geldanlagen eine gute Entscheidung. Grünes Geld, erfahrener Experte für nachhaltige Geldanlagen, verfügt über ein breites Portfolio von Anlagen aus dem Bereich der Erneuerbaren Energien. Denn Sonne, Wind- und Wasser helfen, den Klimawandel aufzuhalten.

 

 

 

 

Portraitfoto Gerd Junker Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.

Fracking in Deutschland abgebremst

Dienstag, 05. Juli 2016

Zusammenfassung: Der Bundestag hat Ende Juni das unkonventionelle Fracking in Schiefer- und Kohleflözgestein weitgehend verboten. Fracking (abgeleitet aus dem englischen Begriff „Hydraulic Fracturing“) ist eine Methode zur Gasgewinnung aus tiefliegenden Gesteinsschichten. In der Kritik steht Fracking wegen der schwer kalkulierbaren Auswirkungen auf die Umwelt, besonders auch wegen der Gefährdung des Grundwassers.

 

 

Schon mehrfach haben wir in diesem Blog über die Risiken des Frackens berichtet.

 

Nun hat Ende Juni 2016 der Bundestag einem Kompromiss der Koalitionsparteien mehrheitlich zugestimmt und der umstrittenen Erdgasförderungsmethode Fracking eine Absage erteilt. Verboten wird damit das unkonventionelle Fracking, bei dem Erdgas aus weniger tiefen Gesteinsschichten, also oberhalb von 3.000 Metern, gewonnen wird. Dies geschieht durch Einpressen von Flüssigkeiten und Chemikalien unter starkem Druck.

 

Bohrungen dürfen jedoch vorgenommen werden, um die Folgen von Fracking für die Umwelt weiter wissenschaftlich zu untersuchen. Allerdings müssen dabei die betroffenen Bundesländer zustimmen. Die Absage an Fracking in Deutschland basiert auch in weiten Teilen auf einer aktuellen Studie des Bundesumweltamtes. Fazit der Studie ist, dass die Risiken der Fracking-Technologie noch nicht geklärt sind. Dennoch darf der Blick auf den aktuell gigantischen Bedarf an Erdgas nicht vernachlässigt werden. Hier kann nur ein Umdenken beim Energieverbrauch helfen sowie die Förderung regenerativer Energien.

 

Konventionelles versus unkonventionelles Fracking

Erdgas spielt bei der Energieversorgung in Deutschland eine tragende Rolle. Die heimische Produktion  – die nur einen kleinen Anteil des tatsächlichen Bedarfs deckt – stammt in erster Linie aus tiefliegenden Sand- und Kalksteinen in Norddeutschland, besonders aus Niedersachsen. Hier wird schon seit vielen Jahren gefrackt.

Fracking-Anlagen bohren in Deutschland nur noch in tiefen Gesteinschichten

Fracking-Anlagen bohren in Deutschland nur noch in tiefen Gesteinschichten

 

Hier wird die sogenannte konventionelle Fracking-Methode angewendet. Das konventionelle Fracking geschieht in großer Tiefe im Sandgestein und wird auch zukünftig möglich sein. Jedoch wurden die bisherigen gesetzlichen Regelungen nun verschärft. Die Anforderungen an diese Art der Gasförderung wurden dahingehend erweitert, dass in ausgewiesenen Wasserschutz– und Heilquellenschutzgebieten sowie Gewässern zur Trinkwassergewinnung und an Entnahmestellen der öffentlichen Wasserversorgung kein Fracking betrieben werden darf. Gänzlich verboten ist die Gasförderung in ausgewiesenen Nationalparks und Naturschutzgebieten. Strengere Bedingungen gelten auch bei der Entsorgung der Fracking-Flüssigkeiten und der Lagerstättenwasser.

 

Das unkonventionelle Fracking findet in den höherliegenden Gesteinsschichten statt, wie etwa in Schiefer, Ton- und Mergel sowie in Kohleflözgestein. Diese Technologie ist in Deutschland jetzt gesetzlich verboten, denn es liegen keine zuverlässigen Beurteilungen über die Auswirkungen des unkonventionellen Frackings auf die Umwelt vor. Im Mittelpunkt steht hier der Schutz des Trinkwassers. Weitgehend unerforscht ist, inwieweit die eingesetzten Chemikalien in das Grundwasser eindringen und dieses belasten. Erlaubt ist ausschließlich eine wissenschaftliche Erforschung des unkonventionellen Frackings in diesen Gesteinsschichten. Hier gelten dann Einschränkungen durch das Wasserhaushaltsgesetz: Auch im Dienste der Wissenschaft dürfen keine wassergefährdenden Fracking-Flüssigkeiten verwendet werden.

 

Durchaus vorstellbar ist, dass unkonventionelles Fracking wirtschaftlich in einigen Jahren durchgeführt werden kann. Nämlich dann, wenn es wissenschaftliche Belege für eine Unbedenklichkeit dieser Technologie gibt. Für den wirtschaftlichen Einsatz des unkonventionellen Frackings wäre dann aber eine erneute Gesetzesänderung notwendig.

 

Starke Skepsis gegen unkonventionelles Fracking

Keine Bohrungen im Schiefergestein

Keine Bohrungen im Schiefergestein

In Deutschland wurde in den letzten Jahren die Entwicklung und der Einsatz der Fracking-Technologie von zunehmender Skepsis bis hin zur massiven Ablehnung in der Bevölkerung begleitet. Unterstützt wurde die breite Kritik durch zahlreiche Bürgerinitiativen und Umweltverbände. Eines der wichtigsten Argumente ist hier, die nicht kalkulierbare Beeinträchtigung des Trinkwassers durch die beim Fracking eingesetzten Chemikalien. Auch weitere Umweltschäden werden befürchtet, etwa starke Veränderungen in den tiefliegenden Gesteinsschichten, die zu Erdbeben und Erdrutschen führen können.

 

Ein Wasserhahn regt zum Nachdenken an

Selbst in den USA, die seit den neunziger Jahren einen regelrechten Boom der Fracking-Technologie verzeichnen konnten, formierten sich auch Widerstände gegen das Fracking. Zu einiger Popularität brachte es dabei ein Film aus einem Privathaushalt, in dem ein Feuerstrahl aus dem Wasserhahn kam. Das Trinkwasser enthielt enorme Mengen an Methangas, das mit dem Wasser ausströmte und medienwirksam verpuffte. Vielfach wurde dabei kritisch angemerkt, dass es sich hier nicht um Nebeneffekte des Frackings handele, sondern um Methanvorkommen aus hochliegenden Kohleflözen, die beim Bau von Trinkwasserbrunnen durchbohrt wurden. Auch wenn das Phänomen sachlich in den falschen Zusammenhang gebracht worden sein mag, tat es seine Wirkung. Vielfach beschäftigten sich Menschen aktiv mit dem Thema Fracking, dem Austreten des klimaschädlichen Methans und den weitreichenden Auswirkungen aus die Umwelt und das Klima.

 

Trinkwasserqualität

Wasser - das wichtigste Lebensmittel

Wasser – das wichtigste Lebensmittel

Trinkwasserqualität ist in Deutschland ein sensibles Thema. Wasser zählt zu den am besten kontrollierten Lebensmittel. Nahezu flächendeckend ist der Konsum von Leitungswasser völlig unbedenklich – viele Gemeinden sind stolz auf die besondere Qualität des lokalen Wassers. Die Vorstellung ist erschrecken, dass unser Wasser verunreinigt wird durch die Chemikalien aus den Fracking-Flüssigkeiten sowie durch radioaktive Substanzen, die aus den Gesteinsschichten gelöst werden können.

 

 

Umweltverbände wollen mehr

Sonderkonditionen mit den Grünes Geld NewsDem Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) geht die neue gesetzliche Regelung zum Fracking in Deutschland noch nicht weit genug. Der Umweltverband möchte Fracking gänzlich stoppen, denn zum einen werden dabei große Mengen des gefährlichen Treibhausgases Methan freigesetzt. Zum anderen schädigen die Emissionen bei der Verbrennung des geförderten Erdgases ebenfalls das Klima. Besser sei es, Alternativen zur Förderung fossiler Energien zu unterstützen und klimaschädliche Emissionen zu reduzieren. Da in Deutschland Erdgas in erster Linie zur Wärmegewinnung eingesetzt wird, können hier Einsparungen erzielt werden.

 

Unabhängigkeit vom Weltmarkt

Innerhalb der Wissenschaft wird eine rege Diskussion darüber geführt, ob die Fracking-Technologie nicht doch beherrschbar und weiter auszubauen sei. Vielfach wird dabei auch der hohe Erdgasbedarf in Deutschland zitiert. Teilweise werden die politischen Abhängigkeiten von ausländischen Erdgas-Anbietern als problematisch angesehen. Da klingen Schätzung verlockend, denen zufolge bis zu 2,3 Billionen Kubikmeter Erdgas im heimischen Gesteinsschichten, vornehmlich im Schiefergestein, lagern. Mit diesen Reserven könnte sich Deutschland, dass derzeit rund 90 Prozent des Erdgases importiert, mindestens zehn Jahre komplett versorgen könnte. Auch Energie-Großverbraucher und Fracking-Boom-Land USA geht davon aus, durch diese Art der Gasförderung nicht nur den kompletten eigenen Energiebedarf decken zu können, sondern auch wichtiger Erdgas-Exporteur zu werden.

 

Eine klare Alternative zu diesem Weg der Unabhängigkeit ist die Energie-Autonomie durch die konsequente Unterstützung und Nutzung erneuerbarer Energien.

 

Hoher Erdgasverbrauch ist nicht alternativlos

Einer Befragung des Nürnberger Marktforschungsinstituts GfK zufolge, heizt knapp die Hälfte aller Haushalte in Deutschland mit Erdgas. Aber auch alternative Heizsysteme, wie beispielsweise Solarthermieanlagen, befinden sich auf dem Vormarsch. Ein wichtiger Aspekt, denn gerade das steigende Interesse an regenerativen Energien kann das Fracking-Thema in die Bedeutungslosigkeit rücken.

 

Energie sparen, fossile Energieträger im Boden belassen und regenerative Energien nutzen – diese drei Schritte ebnen den Weg zum nachthaltigen Umwelt- und Klimaschutz. Vorangetrieben werden kann dieser Weg durch die Unterstützung von Unternehmen, die in diesem Bereich aktiv sind und nachhaltige Energieversorgung wirtschaftlich weiterentwickeln. Wer hier investiert, erzielt einen Gewinn für sich und die Umwelt.

 

Carmen Junker Verfasser des Beitrages:Carmen Junker ist Gründerin der Grünes Geld GmbH und Geschäftsführerin der Grünes Geld GmbH. Carmen Junker:“ Ein Grund mein berufliches Wirken speziell auf die Nachhaltige Geldanlage auszurichten ist, die Welt ein Stück positiver zu gestalten mit den Mitteln und Kenntnissen die mir zur Verfügung stehen. Aus der Verantwortung für die kommende Generation und weil ich selbst noch einige Jahre auf diesem schönen Planeten verbringen möchte“.

 

 

Vegan leben – Klimawandel aufhalten

Freitag, 01. Juli 2016

Zusammenfassung: Fleischesser, Flexitarier, Vegetarier, Veganer – Ernährungsfragen sind ein gesellschaftliches Thema geworden. Was wir essen ist nicht mehr alleine eine Geschmacksfrage. Vielmehr ist bewusste und gesunde Ernährung ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz.

 

Sommerabende und Wochenenden mit Freunden: Grillen gehört einfach dazu. Gemeinsam unter freiem Himmel Feuer zu entfachen und Speisen zuzubereiten entspannt. Die unterschiedlichen Gerüche, das vielfältige Grillgut und die oft farbenfrohen Beilagen sprechen nahezu alle Sinne an. Doch häufig wurde schon am heimischen Grill so manche heiße Diskussion entfacht. Und zwar immer dann, wenn ein Gast Steak und Würstchen verschmäht oder sogar den – schon recht etablierten – Grillkäse ablehnt. „Fleisch oder nicht Fleisch“, so lautet dann die Frage.

Aufgewachsen mit dem Slogan „Fleisch ist ein Stück Lebenskraft“, den die Centrale Marketing-Gesellschaft der Agrarwirtschaft (CMA) seit den späten sechziger Jahren proklamierte, standen die Fleischverweigerer lange im Rechtfertigungszwang. Doch Vegetarier und Veganer befinden sich im Vormarsch und stellen ihrerseits den immensen Fleischkonsum kritisch in Frage.

 Interesse steigt an veganem und vegetarischem Leben

Eine vegane Grillparty ist kein Paradoxon.

Eine vegane Grillparty ist kein Paradoxon.

Das Bochumer Zukunftsinstitut Landwirtschaft hat ermittelt, dass aktuell jeder Mensch auf der Erde jährlich im Schnitt 42 Kilogramm Fleisch verbraucht. In Deutschland sind es rund 60 Kilogramm pro Person.

Nachdem der Fleischkonsum jahrelang angestiegen ist und die Fleischpreise durchschnittlich gesunken sind, nimmt jetzt der Fleischverbrauch in Deutschland erstmals leicht ab. Verantwortlich dafür ist der steigende Anteil der Veganer und Vegetarier. Das Statistik-Portal der Statista GmbH mit Sitz in Hamburg ermittelte für das Jahr 2012 rund 7,12 Millionen (acht bis neun Prozent) Vegetarier in Deutschland. Hinzu kommen 700.000 Veganer.

Darüber hinaus ernähren sich zunehmend viele Menschen als bewusste Flexitarier. Diese „Teilzeitvegetarier“ verzichten an drei oder mehr Tagen in der Woche auf Fleisch.

 

Ernährung mit Emotion

Fleischliebhaber, Flexitarier, Vegetarier und Veganer – eine sachliche Diskussion zwischen den Gruppen ist schwierig. Welche Art der Ernährung ein Mensch bevorzugt, ist in unserer Gesellschaft zum einen mit Traditionen verbunden, zum anderen mit dem persönlichen Lebensstil. Generell steht der überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung jedes Nahrungsmittel ausreichend zur Verfügung. Kein Wunder also, dass die Fleisch-Debatte sehr emotional geführt wird. Sowohl am heimischen Grill, wie auch in der Politik.

 

Vernunft statt Bevormundung

Im Bundestagswahlkampf 2013 forderten die Grünen die Einführung eines sogenannten Veggie-Days als bundesweiten Standard. Ein Veggie-Day bezeichnet einen Tag in der Woche, an dem sich Gemeinden und Städte sowie öffentliche und private Einrichtungen verpflichten, in ihren Großküchen keine Fleischgerichte anzubieten. Das Thema avancierte kurzzeitig – nicht zuletzt durch die sozialen Medien – zum Wahlkampfthema Nummer eins. Während die Gegner die Bevormundung verurteilten, wiesen auch Befürworter auf die Schwierigkeiten hin, einen Veggie-Day verbindlich durchzusetzen. Auch wenn das Thema auf institutioneller Ebene im Sande verlief, die Grundidee hat sich durchaus durchgesetzt. Viele Kantinen und Restaurants führten erfolgreich einen eigenen Veggi-Day ein. Vorreiter war hier die Hansestadt Bremen, die bereits seit 2010, unterstützt durch die Bürgerstiftung Bremen, den fleischfreien Donnerstag in Großküchen und Kantinen umgesetzt hat. Vorbild mag hier Belgien gewesen sein: Seit 2009 wird in der Stadt Gent an Donnerstagen fleischfrei serviert. Am vegetarischen Angebot beteiligen sich hunderte Restaurants und Kantinen freiwillig.

 

Thema ins Bewusstsein rücken

Vegetarisches und veganes Leben – das Thema ist längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Beides ist auch nicht neu, doch während in den vergangenen Jahrzehnten eine fleischlos beziehungsweise komplett vegane Lebensweise sehr stark individuell und ethisch geprägt war, rückten in den vergangenen Jahren vermehrt die umwelt- und klimapolitischen Aspekte des Fleischkonsums und der Massentierhaltung in den Vordergrund der Diskussion.

 

Ein Kuhstalldach sagt mehr als tausend Zahlen

Zahlenwerk rund um die Massentierhaltung weltweit und in Deutschland beeindrucken oft nur kurz. Viel Eindruck hinterließen jedoch Anfang 2014 rund 90 Milchkühe aus dem Landkreis Fulda: Sie riefen die örtliche Feuerwehr mit Gasmessgeräten auf den Plan. Das Rülpsen und Furzen der Kühe setzte eine so große Menge des klimaschädlichen Gas Methan frei. Dieses entzündete sich, so dass es mit einer Stichflamme verpuffte und das Stalldach beschädigte. Methan ist ein hochgiftiges Treibhausgas, dass einen mehr als zwanzigmal stärkeren Einfluss auf den Klimawandel hat als Kohlendioxid (CO2). Eine durchschnittliche Zuchtkuh stößt täglich bis zu 200 Liter Methan aus. Bei schätzungsweise 1,5 Milliarden Kühen weltweit ist der Beitrag der Rindfleisch- und Milchproduktion am Klimawandel enorm.

 

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Vegane Lebensweise schützt das Klima

An vielen Orten in der Welt ist der Klimawandel schon sichtbar.

An vielen Orten in der Welt ist der Klimawandel schon sichtbar.

Ging die Diskussion bislang vornehmlich um den Fleischverzicht, zeigt das Beispiel der Kühe deutlich, dass auch die Milchwirtschaft an der Produktion des Treibhausgases Methan beteiligt ist. Und auch hier ist vielen noch der CMA-Slogan der siebziger Jahre im Gedächtnis: „Die Milch macht’s“. Gerade eine milchfreie Ernährung läuft den Ernährungsgewohnheiten vieler Menschen so stark entgegen, dass die vegane Ernährung entsprechend schnell als Mangelernährung gebrandmarkt wird. Dagegen steht jedoch, dass sich gerade Veganer sehr intensiv mit ihrer Ernährung auseinandersetzen und mehrheitlich überdurchschnittlich gut informiert sind.

Unbestrittener Fakt ist: Wer Gemüse isst, produziert weniger Treibhausgase als Fleischesser. Natürlich verursachen Anbau, Transport, Lagerung, Kühlung und Verkauf von Nahrungsmitteln generell die Emissionen von Treibhausgasen. Dennoch stehen den direkten Emissionen sogenannte indirekte Emissionen gegenüber. Diese entstehen etwa durch die veränderte Nutzung von Land. Ein klassisches Beispiel dafür ist die Umwandlung von tropischen Regenwäldern in Weideland für die Fleischproduktion. Die Umweltorganisation WWF geht in ihrer Studie „Klimawandel auf dem Teller“ davon aus, dass nahezu 70 Prozent der direkten Treibhausgasemissionen die mit unserer Ernährung zusammen hängen, auf tierische Produkte zurückzuführen sind. Eine vegane Ernährung entspricht damit rund 230 Milliarden eingesparter PKW-Kilometer. 

Auch das Bundesministerium für Umwelt empfiehlt im Rahmen seiner Kampagne „#ziek – Zusammen ist es Klimaschutz“ eine Ernährung mit möglichst wenig tierischen Lebensmitteln. So ließen sich bis zu 600 Kilogramm CO2 pro Jahr einsparen.

 

Nachhaltige Anlagen gegen die Erderwärmung

Nicht nur mit der individuellen Lebensweise lässt sich das Klima schützen. Auch die ganz persönliche Finanzplanung kann einen wichtigen Beitrag gegen die globale Erderwärmung leisten, denn ökologische Investments können bis zu 40 Prozent weniger CO2-Ausstoß bewirken. Das Rezept ist einfach: Fossile Energieträger bleiben im Boden. Stattdessen wird in Unternehmen investiert, die auf erneuerbare Energieträger setzen, wie beispielsweise Solar-Energie und Windkraft.

 

Versuchung statt Verzicht

Klimaschutz schmeckt. Dass Veganer lustlos und mit fahlem Gesicht an einer schrumpeligen Karotte kauen, dieses Klischee gehört mittlerweile der Vergangenheit an. Vegane Küche boomt. – Zurück zum sommerlichen Grill vom Anfang: Ein veganer Grillabend ist kein Paradoxon sondern eine Einladung, die eingefahrenen Pfade zu verlassen, regionales Gemüse zu genießen, Soja, Seitan und Tofu kennenzulernen und Versuchung statt Verzicht zu verspüren.

 

P.S. Wer Grillkohle in seiner Freiluftküche verwendet, geht bei Kohle mit dem FSC-Siegel (Forest Stewardship Council) sicher, dass auch hier Klimaschutz betrieben wurde.

 

 

Carmen Junker Verfasser des Beitrages:Carmen Junker ist Gründerin der Grünes Geld GmbH und Geschäftsführerin der Grünes Geld GmbH. Carmen Junker:“ Ein Grund mein berufliches Wirken speziell auf die Nachhaltige Geldanlage auszurichten ist, die Welt ein Stück positiver zu gestalten mit den Mitteln und Kenntnissen die mir zur Verfügung stehen. Aus der Verantwortung für die kommende Generation und weil ich selbst noch einige Jahre auf diesem schönen Planeten verbringen möchte“.

 

Fracking als Brücke zum sauberen Energiezeitalter?

Donnerstag, 07. März 2013
 
Das Thema Fracking ist spätestens seit Ende Februar 2013 vielen ein Begriff. Doch auch durch den Film “Gasland” und Berichte aus Amerika über brennende Wasserleitungen haben sich viele Menschen schon vorher damit beschäftigt und melden nun erhebliche Bedenken bezüglich Fracking an, diese Technik auch hier im deutlich dichter besiedelten Deutschland anzuwenden. Zunächst stellt sich die Frage, was genau versteht man eigentlich unter Fracking?
 

Das Verfahren Fracking

 
Hydraulic Fracturing, kurz Fracking, benennt eine aufwendige Methode, um Gasvorkommen zu fördern, welche in Schiefergestein sitzen. Hierbei wird nicht nur – wie bisher – eine vertikale Bohrung genutzt, um an eine vorhandene Gasblase zu kommen, sondern auch horizontal gebohrt, um dann in die Gesteinsschichten eine wässrige, mit verschiedenen Chemikalien versetzen Flüssigkeit und Quarzsand zu pressen.
 
Dadurch öffnen sich beim Fracking viele Gesteinsspalten und nach dem Abpumpen des Fracking Fluids verbleibt der Sand in den Rissen. So kann das Gas zur Gewinnung an die Oberfläche gelangen.
 
Beim Fracking werden gasführende Schiefergesteinsschichten aufgesprengt, um so das gespeicherte Gas zugänglich zu machen.

Beim Fracking werden gasführende Schiefergesteinsschichten aufgesprengt, um so das gespeicherte Gas zugänglich zu machen.

 

Der aktuelle Stand beim Fracking

 
Durch die Erdgasförderung mittels Fracking in den USA ist das Land vom einstigen Gasimporteur zu einem Exporteur geworden und scheint bald die Gas-Nation Russland überrunden zu können. Diese Unabhängigkeit und die Tatsache, dass durch die Fördermöglichkeit von bisher unerschließbaren Erdgasvorkommen der Rohstoffpreis sinkt, lässt Unternehmen und die Politik in Europa über die Möglichkeit nachdenken, das Fracking auch hierzulande einzusetzen.
 
Nicht zuletzt die Energiewende wird als Argument für diese Fördertechnik eingesetzt. Denn mit der erhöhten Fördermöglichkeit von Erdgas müssten zur Energiegewinnung weniger konventionelle Kohlekraftwerke zum Einsatz kommen. Gaskraftwerke könnten schnell die sogenannte Grundlast im Stromnetz regeln und somit die Schwankungen der noch nicht speicherfähigen erneuerbaren Energien ausgleichen.
 
Optimistische Schätzungen gehen von einem Schiefergasvorkommen in Deutschland aus, welches den Bedarf für mindestens 20 Jahre abdecken könnte. Umweltschutzorganisationen sprechen von einem Vorkommen, welches maximal für 12 bis 13 Jahre ausreicht.
 

Risiken des Frackings

 
Ein Risiko ist der Einsatz des Fracking Fluids, da die Giftstoffe der Flüssigkeit ins Grund- oder Trinkwasser gelangen können. Auch das zurückgepumpte Fluid kann nicht als unproblematisch angesehen werden. Das Gemisch ist oft mit radioaktiven Stoffen versetzt, welche vorher in den Gesteinsschichten gebunden waren.
 
Nach der Trennung von Gas und Öl wird dieses hochgiftige Abwasser oft über Rohleitungen einfach an anderer Stelle wieder in die Erde gepumpt und somit ein “Endlager” erzeugt. In den USA wurden vermehrt in Fracking-Gebieten Anzeichen von Vergiftungen nach dem Genuss von Leitungswasser gemeldet. Zudem lässt sich in manchen Gegenden in den Wasserleitungen auch Methan nachweisen, was im Film “Gasland” durch das Anzünden von fließendem Wasser veranschaulicht wird. Zudem ist der Verbrauch der Ressource Wasser ist immens. Jeder einzelne Fracking-Vorgang verbraucht zwischen 10 und 15 Millionen Liter Wasser, welches danach zum größten Teil unwiderruflich vergiftet ist.
 
Auch den immensen Flächenverbrauch und die Zerstörung der Landschaften kann man nicht ignorieren. Wird bei konventionellen Bohrungen nach Erdgas nur ein Bohrturm benötigt, sind es beim Fracking bis zu vier Bohrstellen pro Quadratkilometer. Wie dieser Eingriff in die Landschaft dann aussieht, kann man sehr gut an Luftbildern aus den USA erkennen.
 
 
Ein weiterer Punkt ist, dass durch das Aufbrechen der Gesteinsschichten an der Oberfläche Erdbeben bis zur Stärke drei auf der Richterskala messbar sind. Im dicht besiedelten Deutschland kann sich das auf Dauer durchaus auf die Statik von Gebäuden in der Umgebung auswirken. Teilweise sind solche Beobachtungen auch schon gemacht worden, allerdings ist es den Betroffenen kaum möglich dies einwandfrei auf das Fracking zurückzuführen.
 
Zerstörte Landschaften und Methan im Trinkwasser - Risiken der unbeliebten Fördermethode.

Zerstörte Landschaften und Methan im Trinkwasser – Risiken der unbeliebten Fördermethode Fracking.

 

Und wie geht es weiter mit dem Fracking?

 
Derzeit hat die Bundesregierung einen Gesetzentwurf zum Thema Fracking erarbeitet. Er sieht kein generelles Verbot von Fracking vor, da die Technologie nach Ansicht der Bundesregierung noch nicht ausreichend erforscht sei. Ein Probebetrieb soll damit ermöglicht werden.
 
Der Gesetzentwurf sieht vor, Fracking in unkonventionellen Lagerstätten in Schieferschichten sowie Kohleflözen oberhalb von 3 Kilometern generell nicht für Fracking zu nutzen. Auch Wasserschutzgebiete bleiben tabu. Allerdings bleiben wissenschaftliche Probebohrungen mit nachweislich unschädlichem Fracking-Flüssigkeit möglich.
 
Die Bundesregierung sieht das Gesetz als nicht-zustimmungspflichtig vom Bundesrat an, deshalb hat zum Beispiel die Schwarz-Grüne Regierung in Hessen  gefordert, ein generelles Verbot von Fracking zu beschließen. Denn selbst geologische Gutachten zum Thema Fracking können keine komplette Sicherheit bringen.
 
Zudem ist keine Technik zu 100 % beherrschbar. Nicht zuletzt Unfälle wie Fukushima oder der der Deepwater Horizon haben uns gezeigt, dass weder die Technik noch die Umwelteinflüsse oder auch der Faktor Mensch, der die Technik bedient, absolut berechenbar sind. Bereits jetzt haben sich zahlreiche Bürgerinitiativen gebildet, die sich gegen das Fracking einsetzen.
 
In der Tat sollte man sich Fragen, ob man tatsächlich auch noch die letzte Ressource aus unserer Erde herauspressen muss. Sollte nicht am Anfang der bewusstere Umgang mit den bereits zur Verfügung stehenden Ressourcen stehen bzw. die Förderung von alternativen Technologien wie Speichermöglichkeiten für erneuerbare Energien stehen? Wenn man den großen Firmen wie Exxon, Wintershall oder der kanadischen BNK Petroleum, welche sich hierzulande bereits große Claims gesichert haben, beständig neue Möglichkeiten einräumt, mit Ressourcen wie Öl oder Gas Profit zu schlagen, warum sollten diese dann Geld in die Entwicklung von alternativen Projekten stecken?
 
An dieser Stelle ist zunächst der kritische Verbraucher und dann die Politik gefragt, einzugreifen. Und am Ende steht immer die Frage, ob sich das potentielle Risiko beim Fracking gegenüber dem zu erwartenden Nutzen lohnt.
 
 
 

Fracking Teil 2: die Technik im Detail

 

Hydraulic Fracturing oder kurz „Fracking“: Was ist das genau?

 

Hydraulic Fracturing (Fracking) ist der Überbegriff für eine Methode zur Förderung unkonventioneller Gas- und Ölvorkommen. Hierbei werden fossile Brennstoffe aus bisher ungenutzten Lagerstätten mit Hilfe von sogenannten Frackfluiden, meist ein Gemisch aus chemischen Zusammensetzungen, Sand und Wasser, aus tiefliegenden Schiefer- oder Sandsteinschichten gelöst (z.B. Schiefergasvorkommen).

 

Die Methode ist grundsätzlich nicht neu und wird bereits seit den 1950er Jahren kommerziell angewendet. Das Verfahren basiert auf der Idee, in unterirdischen Gesteinsschichten an vordefinierten Stellen künstliche Risse zu erzeugen. Mittels eines typischen Bohrloches, welches in der rohstofftragenden Gesteinsschicht in die Horizontale übergehen kann, wird beim Fracking in mehreren Schritten ein Wassergemisch mit hohem Druck in die Tiefe gepumpt.

 

Durch den Druck entstehen Risse im Gestein, die später als Fließwege für die Rohstoffe dienen sollen. Die Bohrtiefen sind abhängig vom Gestein und können bis zu 6000 m betragen. Der Druck kann bis zu 1300 bar betragen und begleitende Erdbeben der Stärken 1-3 auslösen. Schlussendlich wird Gas oder Öl freigesetzt, das im Bohrloch aufwärts strömt.

 

Dabei ist anzumerken, dass meist eine ganze Reihe an Bohrlöchern netzartig im Gestein angelegt wird. In vielen Fällen muss der Fracturingprozess mehrfach wiederholt werden, da sich ein Großteil der Risse recht zügig wieder schließt. Nicht zuletzt aus diesem Grund ist Fracking eine kostenintensive Methode.

 

Schema

So funktioniert’s: Ablaufschema beim Fracking-Prozess

 

Ist Fracking wirtschaftlich oder nicht?

 

Erst aufgrund der relativ hohen Preise für Öl und Gas wurde das Verfahren vor einigen Jahren „wiederentdeckt“. Fracking gewann dann weltweit zunehmend an Bedeutung.

 

Grundsätzlich ist Fracking aufwändiger und kostenintensiver, als die herkömmliche Förderung fossiler Brennstoffe. Dies liegt vor allem an der weitaus höheren Anzahl an Bohrungen und zeitlich schneller abnehmender Förderraten. Eine Förderstätte ist nur sehr kurz in maximaler Förderung.

 

Rückgangsraten von bis über 70% pro Jahr sind nicht ungewöhnlich. Die Zahl der Bohrungen muss daher deutlich höher ausfallen als bei der konventionellen Förderung, was die Wirtschaftlichkeit deutlich herabsetzt. Dadurch sind die Gewinnmargen wesentlich geringer als bei herkömmlichen Fördermethoden. Ein nachhaltig hohes Energiepreisniveau ist für den wirtschaftlichen Einsatz der Technologie daher zwingend erforderlich.

 

Der Öl- und Gaspreisverfall in der 2. Jahreshälfte 2014 brachte viele Fracking Unternehmen in den USA in Schwierigkeiten. Die Unternehmen müssen fusionieren oder gehen insolvent (wie im Januar 2015 WBH Energy LP mit Sitz in Austin).

 

Fracking vor dem Aus? Hohe Förderkosten machen Fracking bei niedrigen Energiepreisen zum Zuschussgeschäft.

Fracking vor dem Aus? Hohe Förderkosten machen Fracking bei niedrigen Energiepreisen zum Zuschussgeschäft (Quelle: ISPEX)

 

Auch energetisch gesehen kann die Förderung mittels Fracking nicht mit herkömmlichen Fördermethoden mithalten. Die Bilanz zwischen der aufzubringenden Energiemenge und gewonnener Energiemenge (in Form des Rohstoffs) ist weitaus geringer, als bei der Förderung von konventionellen Vorkommen. Hier ist allerdings die Abgrenzung entscheidend und Zahlen sind kritisch zu hinterfragen.

 

Dennoch wird in einigen Ländern mit Hochdruck der Ausbau des Schiefergasabbaus vorangetrieben. Es stellt sich daher die Frage, weshalb die Fördermethode Fracking dennoch auf soviel Aufmerksamkeit stößt?

 

 

Vorkommen

Weltweite Vorkommen: Gut zu erkennen die im Vergleich geringen Volumen in Europa und Deutschland

 

Energiewende und Importunabhängigkeit der USA durch Fracking?

 

In den vergangenen Jahren war beispielsweise in den USA ein regelrechter „Schiefergas- und Frackingboom“ zu beobachten. Dies hat u.a. zu rapide sinkenden Erdgaspreisen und verminderten CO2-Emissionen geführt, weil Kohlekraftwerke dadurch substituiert wurden. Der durchschnittliche Erdgaspreis von 2012 betrug gerade noch 1/5 des Preises von 2008.

 

In Teilen der USA führte der drastische Preisverfall sogar dazu, dass Förderstätten Ende 2014 nicht mehr wirtschaftlich förderten. Trotz Umweltrisiken und teilweise unwirtschaftlicher Rahmenbedingungen wird in großen Teilen der Bevölkerung das Thema Fracking wohlwollend zur Kenntnis genommen, denn die Gasförderung schafft tausende neue Arbeitsplätze und hilft den USA, die Importabhängigkeit zu reduzieren und die eigene Energieversorgung auf Jahrzehnte zu sichern.

 

Einer Studie der IEA zu Folge werden die USA mit Hilfe von Fracking in wenigen Jahren zur neuen Supermacht in der Öl- und Gasförderung aufsteigen. Die Studie geht davon aus, dass die USA bereits 2015 Russland als größten Gasexporteur und 2017 den derzeitigen Spitzenreiter in der Ölproduktion, Saudi-Arabien, ablösen werden.

 

Ziel der USA sei es 2035 nicht nur energieautark, sondern auch als wichtigster Gas- und Ölexporteur am Energiemarkt aufzutreten. Die USA hätten sich bisher politisch und militärisch deshalb so massiv im Nahen und Mittleren Osten engagiert, weil sie von den dortigen Energielieferanten abhängig gewesen seien.

 

Bald könnten die USA aber komplett auf Lieferungen aus der Region verzichten so eine Studie des BND. Großer Verlierer der Entwicklung könnte dagegen China sein, denn das Land werde mit seinem ungebremsten, wachsenden Rohstoffbedarf künftig die Hälfte des arabischen Öls abnehmen.

 

Fracking in Europa?

 

In Europa gehen die Meinungen zum Thema stark auseinander. Medienberichten zufolge „spaltet“ die Debatte über die Schiefergasförderung die Europäer. Einerseits ist man sich einig und will die Abhängigkeit von russischem Gas reduzieren und die Energiewende mit Hilfe der Erneuerbaren Energien vorantreiben, andererseits sehen einige Mitgliedsstaaten die Förderung von europäischem Schiefergas als Chance.

 

Wiederum andere lehnen die Förderung strikt ab. So habe Frankreich oder Bulgarien beispielsweise deutliche Vorbehalte und verzichten gänzlich auf Fracking, wohingegen in Polen die Förderung von unkonventionellen Gasvorkommen stark vorangetrieben wird. Polen ist der Schiefergas-Vorreiter Europas. In keinem Land wurden so viele Bohrungen durchgeführt. Die tatsächlich gefundenen Gasmengen haben sich bisher allerdings nicht als wirtschaftlich förderbar herausgestellt.

 

Trotz starker Proteste und Ablehnungshaltungen laufen von Energiekonzernen große Bemühungen die Akzeptanz von Schiefergas in Europa zu steigern. Etwa 10% der zuletzt weltweit bekannten unkonventionellen Gasvorkommen liegen in Europa. Die größten Vorkommen werden in Schweden, Polen und Österreich vermutet. Medien zufolge rechnet sich eine Schiefergasförderung in Europa zurzeit nur mit Hilfe von Subventionen.

 

Studien der Deutschen Bank sowie Ernst & Young und die ersten Erfahrungen in Polen zeigen, dass in Europa nicht mit einer Schiefergas-Revolution zu rechnen ist. Derzeit bleibt offen, ob und wie die Fracking-Förderung auf europäischer Ebene geregelt werden wird. Ein striktes Verbot der Schiefergasförderung hat das EU-Parlament im November 2012 vorerst abgelehnt. Im Bericht hieß es, dass jedes EU-Mitglied das Recht habe, selbst zu entscheiden, ob es Schiefergas fördere. In jedem Fall sei aber ein „stabiler Rechtsrahmen“ für alle Schiefergasaktivitäten nötig, der beispielsweise die Offenlegung der genutzten Chemikalien regelt.

 

Ein Stop der Erneuerbaren Energien in Europa durch Fracking? Wie geht’s weiter?

 

Die weltweiten potentiellen Mengen unkonventioneller Energieträger aus Fracking, insbesondere jene der USA, könnten die Notierungen am Weltmarkt langfristig sicherlich beeinflussen – die Energie würde wieder günstiger, ganz so wie Ende 2014 / Anfang 2015 geschehen.

 

Ein gänzlicher Ausbaustop der Erneuerbaren Energien oder eine radikale Umgestaltung der Energiewende ist jedoch nicht zu erwarten. Die Vorkommen in Deutschland und Europa belaufen sich auf ein weitaus niedrigers Niveau, als in den USA (siehe Grafik Vorkommen). Weiterhin ist davon auszugehen, dass, nicht zuletzt durch höhere Umweltauflagen, die Förderkosten für Fracking in Europa und in Deutschland noch weit über der Rentabilitätsgrenze liegen. US-Preise sind daher in absehbarer Zeit hierzulande nicht zu erwarten. Die überwiegend starke Ablehnung der Bevölkerung gegenüber der Fördermethode trägt dafür ebenfalls Sorge.  

 

 

 

Meine-sauberen-Klimaschutzinvestments

 

 

 

Portät 

Verfasser des Beitrages

Tobias Engel unterstützt die Grünes Geld GmbH als Werksstudent. Tobias Engel: ”Ich studiere an der Hochschule Aschaffenburg Erneuerbare Energien und Energiemanagement und habe mich davor in einer großen deutschen Bank mit grünen und nachhaltigen Investments beschäftigt. Social Banking und ethische Investments sind für mich keine Fremdworte sondern gelebte Nachhaltigkeit im Finanzsektor. Es freut mich, dass ich meine Interessen und Kenntnisse aus der Ausbildung und aus dem Studium mit ins Team der Grünes Geld GmbH einbringen kann.”

   

WissensWerte: Klimawandel

Dienstag, 10. Januar 2012

 

Manchmal gibt es Dinge, die werden so häufig diskutiert und in den Medien angerissen, dass man die ursprünglichen Fakten, Tatsachen und Auswirkungen leicht vergessen kann.

 

Um diese Manko im Bereich „Klimawandel“ auszugleichen reicht dieser kurze Film – und in wenigen Minuten hat man wieder alle Daten parat. Man weiß, wie gefährlich Methan ist, weshalb sich arme und reiche Länder nicht zu gemeinsamen Klimaschutz-Beschlüssen aufraffen können und weshalb die 140 Millionen Einwohner von Bangladesh heute schon stark unter dem Klimawandel leiden.

Wir finden, auch für die Jüngeren unter uns, respektive für Schüler der unteren Jahrgangsstufen ist der Kurzfilm geeignet, um Grundwissen bezüglich Klima und Klimawandel ins Gedächtniss zu rufen.

 

Unser Kurz-Film-Tipp des Monats.

 

PS: Wer mit grüner Geldanlage etwas gegen den Klimawandel tun möchte, sollte sich die Grünes Geld Musterdepots „Klima“ mal näher ansehen.