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KiriFarm Spanien – Nachhaltiges Holzinvestment

Dienstag, 05. September 2017

Zusammenfassung: Bäume sind hervorragende Helfer beim Kampf gegen die Klimakrise. Daher trägt auch nachhaltige Holzwirtschaft dazu bei, CO2-Emissionen zu binden. Besonders attraktiv ist die wirtschaftliche Nutzung von Holz, das von schnell wachsenden Baum-Arten stammt. Das junge Unternehmen „We Grow“ hat sich auf den Anbau und die Vermarktung von Kiri-Holz spezialisiert. Gerade wurde der Verkaufsprospekt für das vierte Holz-Investment des Unternehmens genehmigt: KiriFarm Spanien.

 

 

Kiri-Setzling: klein, aber oho! (Foto: We Grow)

Unser Klima ist in Gefahr. Wenn die Erderwärmung  weiter ansteigt, werden die natürlichen Lebensgrundlagen brutal zerstört. Eine unbequeme Wahrheit, auf die der ehemalige US-Vizepräsident Al Gore bereits in seinem gleichnamigen Buch und Film hinwies und weltweite Beachtung fand.

 

Allerdings hat sich faktisch seitdem nicht viel getan. Dem wegweisenden Klima-Abkommen von Paris und den klimafreundlichen Technologien, die in vielen Staaten entwickelt und eingesetzt werden, stehen weiter steigende CO2-Emissionen entgegen, sowie ein US-Präsident, der den Klimawandel leugnet. Kein Wunder also, dass Al Gore mit seinem neuen Film „Immer noch eine unbequeme Wahrheit“ nochmals als Mahner das Wort ergreift und versucht, auf Entscheider auf der ganzen Welt einzuwirken.

 

 

Bäume sind effiziente Klimaschützer

Bäume speichern den Klimakiller CO2.

Politik und Wirtschaft stehen weltweit in der Verantwortung, die Klimakrise abzuwenden. Aber was lässt sich gegen die Klimaerwärmung konkret unternehmen?

 

– CO2-Emissionen reduzieren

– Erneuerbare Energien fördern

– Nachhaltig konsumieren

– Bäume pflanzen

 

Ganz klar, CO2-Emissionen müssen drastisch reduziert werden. Um das zu erreichen, müssen erneuerbare Energien stärker gefördert werden. Und natürlich müssen vor allem die Industrienationen ihren Lebensstil kritisch hinterfragen und ihren Konsum nachhaltiger gestalten.

 

Aber es gibt auch noch einen anderen wichtigen Punkt: Bäume speichern das klimaschädliche Kohlendioxid, bereits ein Baum bindet allein zehn Kilogramm CO2. Erhalt von Waldflächen, Aufforstung und Verwendung von Holz als natürlichem Rohstoff ist als das Gebot der Stunde. Denn Bäume sind die unentbehrlichen Helfer, um den Wettlauf mit der Zeit in Sachen Erderwärmung noch zu gewinnen. Nach wie vor ist die Aufforstung von Bäumen die einzige Möglichkeit, der Atmosphäre wieder CO2 zu entziehen – alle anderen Maßnahmen zielen nur darauf ab, weniger CO2 zu emittieren.

 

 

Nachhaltige Holzwirtschaft sorgt für gutes Klima

Eine nachhaltige und wirtschaftlich sinnvolle Holzwirtschaft kann zur Verbesserung des globalen Klimas beitragen. In diesem Bereich gibt es innovative Projekte, die vielfältige Interessen unter einen Hut bringen:

 

– positive Entwicklung von Umwelt und Natur nachhaltigen Klimaschutz

wirtschaftlich attraktive Vermarktung der angebauten Hölzer

interessante Projekte für Anleger, denn der Aufbau und Betrieb einer Holzfarm bedarf auch des finanziellen Engagements von Investoren.

 

 

Kiribäume – schnelles Wachstum gesichert

Ein Unternehmen, das die Zeichen der Zeit erkannt hat und mit hohem Engagement und Sachverstand nachhaltige Holzwirtschaft betreibt, ist die We Grow GmbH mit Sitz in Tönisvorst im Kreis Viersen, nahe der nordrhein-westfälischen Metropole Düsseldorf. Das Unternehmen entwickelt Kiri-Anbauprojekte zur nachhaltigen Holzproduktion und hat sich in kürzester Zeit zu einem der führenden europäischen Spezialisten in diesem Bereich entwickelt. We Grow wählt passende Standorte für Plantagen aus, pflanzt, pflegt, erntet und vermarktet die angebauten Edelhölzer.

 

Kiribäume sind schön und nützlich. (Foto: We Grow)

Der Kiribaum kommt ursprünglich aus Japan und anderen Teilen Südost-Asiens. Der Laubbaum, der teilweise auch als Blauglockenbaum bekannt ist, wächst – vor allem in den ersten Jahren – sehr rasant. Pro Jahr sind bis zu sechs Meter möglich. Damit ist der Kiri im Wachstum rund zehn Mal schneller als die Eiche. Ausgewachsen ist der Kiribaum etwa bei 15 Metern Höhe. Da der Kiribaum bezüglich des Bodens sehr anspruchslos ist, wird er zunehmend in Nordamerika und Europa kultiviert. Geerntet wird der Baum nach sieben bis 14 Jahren.

 

Wer mehr über den Kiribaum erfahren will, kann sich auch gerne unseren Selbst-Versuch mit 2 Kiribäumen ansehen.

 

Im Gegensatz zur ebenfalls schnellwachsenden Pappel, die auch ein Wachstum von zwei Metern pro Jahr erreicht, liefert der Kiribaum jedoch hochwertiges Holz. Während Pappelholz oft im Paletten-Bau verwendet wird, kommt Kiri-Holz hauptsächlich in der Möbelindustrie zum Einsatz. So sind beispielsweise die japanischen Kimonoschränke aus Kiri gefertigt, denn traditionell wird bei der Geburt eines Mädchens in Japan ein Kiri-Sämling gepflanzt. Wenn das Mädchen erwachsen ist, ist der Baum längst so hoch gewachsen, dass ein Möbelstück für den eigenen Haushalt gefertigt werden kann.

 

Aber auch außerhalb dieser traditionellen Pfade findet Kiri-Holz immer mehr Freunde. Das Material ist leicht, feuersicher, stabil und verfügt über eine ansprechende Maserung. Entsprechend wird das Holz bei der Fertigung von Skiern und Surfboards verwendet. Ebenso kommt Kiri beim Musikinstrumentebau, etwa für den Korpus von E-Gitarren, zum Einsatz oder auch als Material für Dekorationsartikel.

 

Eine Nachfrage, die sich die We Grow GmbH zu Nutze machen konnte. Mit ihrer eigenen geschützten Zucht „Nordmax 21“ wurde eine Kiri-Art entwickelt, die auch mit der kühlen Witterung in Deutschland zu Recht kommt und für den kommerziellen Anbau in Europa und damit für eine zukunftsfähige und nachhaltige Holzproduktion hervorragend geeignet ist. Für die Entwicklung von „NordMax 21“ wurde das geballte Fachwissen der Unternehmensgründer genutzt, Gentechnologie wurde nicht angewendet. Dass „NordMax 21“ eine eigenständige Art ist, zeigt auch, dass der Baum bereits Eingang in den Botanischen Garten in Bonn gefunden hat.

 

 

Von der Studentenfirma zum aufstrebenden Unternehmen

Qualitätsholz mit schnellem Wachstum. (Foto: We Grow)

Bei We Grow ist der Name quasi Programm, denn das junge Unternehmen züchtet nicht nur Kiribäume, sondern wächst auch selbst stetig.

 

Angefangen hatte alles mit einer ambitionierten Idee von Peter Diessenbacher, der an der Universität in Bonn Agrarwissenschaften studierte. Durch sein besonders Interesse am Thema nachwachsende Rohstoffe, wurde er auf den Kiribaum aufmerksam. 2005 begann er die ersten Stecklinge zu Hause zu pflanzen. Fasziniert vom raschen Wachstum, mietete er ein Gewächshaus an und begann die Kiribäume über das Internet zu verkaufen. Aus der einstmaligen Studentenfirma entwickelte sich die Idee, Kiribäume auf großen Freilandflächen anzubauen und professionell zu vermarkten.

 

Eine wichtige Voraussetzung dafür wurde 2009 von Seiten der Europäischen Union  geschaffen. Seit diesem Jahr ist es erlaubt, Bäume auch außerhalb eines Waldes für die Holzwirtschaft zu pflanzen. Damit waren die rechtlichen Grundlagen für das Unternehmen We Grow geschaffen.

 

Los ging es dann auf einer fünf Hektar großen Pflanzfläche im Bonner Ortsteil Hoholz. Im Januar 2016 zog die Plantage nach Tönisvorst im Kreis Viersen um. Mittlerweile werden 350 Hektar auf 35 Plantagen bewirtschaftete. Damit wurden bereits mehr als 200.000 Kiribäume gepflanzt.

 

Geschäftspartnerin von der ersten Stunde an, war Dissenbachers Frau Allin Gasparian. Als diplomierte Volkswirtin zeichnet Gasparian für die strategische Unternehmensentwicklung verantwortlich, während Dissenbacher als Agraringenieur die technische Geschäftsführung von We Grow obliegt. Das Unternehmen verfügt heute über ein eingespieltes Team aus zwölf Mitarbeitern, die besonderes Wissen aus den Bereichen Agrarwirtschaft, Finanzen, Geographie und Umwelt mitbringen. Darüber hinaus beschäftigt We Grow rund 30 Mitarbeiter zur Jungpflanzenproduktion und zur Plantagen-Pflege.

 

 

Bereits drei erfolgreiche Platzierungen von Kiribaum-Investments

Die Idee, Holz als Geldanlage zu vermarkten ist nicht neu. Holz gilt als relativ risikoarmes Investment und verspricht eine gute Rendite. Das macht den nachwachsenden Rohstoff für institutionelle Anleger besonders interessant, aber auch private Investoren können sich an Holzprojekten beteiligen. Durch die rechtliche Beteiligung an einer Kommanditgesellschaft (KG), erhalten Anleger viele Mitspracherechte. Darüber hinaus können die Plantagen auch persönlich besucht und in Augenschein genommen werden.

 

Eine grüne Oase schon nach wenigen Jahren. (Foto: We Grow)

Bislang hat We Grow bereits drei Beteiligungsfonds (KiriFonds I-III) mit einem Kapitalvolumen von 18,2 Millionen Euro voll platzieren können. Mit diesen Beteiligungsangeboten ist es We Grow gelungen, ökonomische Interessen und ökologische Vorteile optimal miteinander zu verbinden. Ein wichtiger Faktor auf dem Weg zum Erfolg ist dabei ganz sicher auch die Kompetenz und das fachliche Know how, mit dem das Unternehmen seine Projekte betreibt.

 

In diesem Jahr geht das Unternehmen noch einen Schritt weiter. Mit dem neuesten Projekt KiriFarm Spanien plant We Grow den Kauf von landwirtschaftlichen Flächen in Nord- und Zentralspanien um dort eine unternehmenseigene nachhaltige Kiri-Holzproduktion aufzubauen. Ziel ist es dabei, in den kommenden Jahren die KiriFarm zu bewirtschaften und zu pflegen. Nach frühestens zehn Jahren ist dann die Ernte und der Verkauf des Kiri-Holzes geplant.

 

Ein gutes Geschäft für We Grow, die Investoren und nicht zuletzt für das globale Klima. Durch das schnelle Wachstum des Kiribaums wird eine große Menge des Klimakillers CO2 gebunden. Experten gehen von 20 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr auf einem Hektar aus. Das entspricht ungefähr dem CO2-Ausstoß einer vierköpfigen Familie.

 

 

KiriFarm Spanien – ein nachhaltiges europäisches Holzprojekt

Der Verkaufsprospekt für das vierte Kiribaum-Investment von We Grow wurde im August von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin)  genehmigt. Damit läuft jetzt die Kapitaleinwerbung für das Direktinvestment KiriFarm Spanien GmbH & Co. KG.

 

Das Emissionsvolumen beläuft sich auf 2,5 Millionen Euro und kann noch auf 10 Millionen Euro erhöht werden.

 

Die geplanten Kiri-Plantagen werden in Spanien angesiedelt sein und sollen über eine Gesamtgröße von etwa 180 Hektar verfügen. Die Anbauflächen werden durch die KiriFarm Spanien GmbH & Co. KG entweder gepachtet oder direkt erworben.

 

Die Witterungsverhältnisse in Spanien versprechen ein schnelles Wachstum der Pflanzen. Daher beträgt die Anlagedauer auch lediglich zehn Jahre. Im Vergleich dazu waren die drei Vorgänger-Projekte in Deutschland auf zwölf Jahre angelegt.

 

Die Beteiligung fällt in die Assetklasse Wald- und Rohstoffe. Die Erträge der Vermögensanlage sollen durch den Verkauf des geernteten Holzes erwirtschaftet werden. Die ersten Ausschüttungen aus Zwischenernten sind nach Ablauf von acht Jahren geplant.

 

Die Mindestanlagesumme beträgt 5.000 Euro. Die Rendite wird mit 7,2 Prozent pro Jahr gemäß IIR prognostiziert.

 

Anleger, die sich bis zum 30. September 2017 für eine Beteiligung an der KiriFarm Spanien entscheiden, profitieren von einem einmaligen Frühzeichnerbonus von 5,5 Prozent. Diese gewinnunabhängige Zahlung wird noch bis Januar 2018 gewährt, verringert sich aber nach dem 30. September 2017 in jedem Folgemonat um 0,5 Prozent.

 

 

Getestet und für gut befunden

Grünes Geld, erfahrener Finanzexperte für nachhaltige Geldanlagen, befasst sich bereits seit mehreren Jahren intensiv mit dem Kiribaum und hat das Angebot intensiv geprüft.

 

„Als Finanzdienstleister haben wir täglich mit Zahlen zu tun. Bei der KiriFarm Spanien haben wir allerdings nicht nur die wirtschaftliche und finanzielle Seite genau betrachtet, sondern auch das Produkt einer eingehenden Untersuchung unterzogen“, erklärt Gerd Junker.

 

Bereits 2014 haben die beiden Geschäftsführer von Grünes Geld den Praxistest  gestartet und zwei Kiri-Setzling wurden im heimischen Garten gepflanzt. Natürlich ist dieser Selbstversuch in keiner Weise wissenschaftlich abgesichert. Jedoch verlief das Wachstum der beiden ehemals 17 Zentimeter hohen Kiribäume durchaus rasant. Mittlerweile – gut drei Jahre später – messen die beiden Bäume bereits stattliche vier Meter. Dabei haben die Kiris nicht nur generell erfolgreich den deutschen Temperaturen getrotzt, sondern auch nach spätem Frost neue Triebe entwickeln können.

 

Aber nicht nur das gute Wachstum der Pflanzen überzeugte die Spezialisten von Grünes Geld, auch die bisherigen Erfolge der drei vollplatzierten Kiri-Investments des Unternehmens konnten sich sehen lassen.

 

 

Carmen Junker Carmen Junker ist Gründerin der Grünes Geld GmbH und Geschäftsführerin der Grünes Geld GmbH. Carmen Junker:“ Ein Grund mein berufliches Wirken speziell auf die Nachhaltige Geldanlage auszurichten ist, die Welt ein Stück positiver zu gestalten mit den Mitteln und Kenntnissen die mir zur Verfügung stehen. Aus der Verantwortung für die kommende Generation und weil ich selbst noch einige Jahre auf diesem schönen Planeten verbringen möchte“. Mehr zu ihr und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.

 

 

Slow Food – Entschleunigung auf den Teller

Dienstag, 06. September 2016
Zusammenfassung: Slow Food – Seit 30 Jahren tritt der Verein für den Erhalt traditioneller, saisonaler und regionaler Lebensmittel ein und propagiert Genuss und Achtsamkeit beim Essen gleichermaßen.

 

 

Die neue Entdeckung der Langsamkeit - die Slow Food-Schnecke.

Die neue Entdeckung der Langsamkeit – die Slow Food-Schnecke.

Was ist Slow Food? – Ein Anglizismus für die alte Erziehungsmaxime „Iss langsam?“ oder sind die Kellner in einem Restaurant, das Mitglied der Slow Food-Vereinigung ist, besonders bedächtig bei der Arbeit? Beides falsch – die Slow Food-Bewegung kommt – wenn wundert es – aus dem Land des guten Essens, aus Italien.

 

Natürlich geht es auch um Langsamkeit – aber während im hektische Alltag Langsamkeit unerwünscht ist und vielfach als Bremse angesehen wird, ist sie hier beim Essen erwünscht. Denn die Lebensmittel sollen sich alle Zeit der Welt nehmen, um zu wachsen und zubereitet zu werden. Dass entsprechend eine Mahlzeit auch nicht in Eile aber mit viel Genuss und Achtsamkeit eingenommen wird, liegt dabei quasi auf der Hand. Entschleunigung auf dem Teller!

 

 

„Verein zur Erhaltung der Esskultur“

Gegründet wurde Slow Food 1986 vom italienischen Journalisten und Soziologen Carlo Petrini als „Verein zur Erhaltung der Esskultur“. Seit 1989 ist Slow Food, international aktiv, in Deutschland trat Slow Food als eingetragener Verein 1992 auf den Plan.

 

Gründer Petrini trat in den Anfängen in erster Linie für gutes Essen mit kulinarischen Genuss und ein moderates Lebenstempo ein. Je mehr er sich jedoch mit dem Thema beschäftigte, desto wichtiger wurde für ihn auch Umweltschutz und fairer Handel, denn diese sind unerlässliche Grundlagen für eine bäuerliche Landwirtschaft und ein Lebensmittelhandwerk im ursprünglichen Sinne.

 

Slow Food fördert daher eine verantwortliche Landwirtschaft und Fischerei mit artgerechte Viehhaltung. Außerdem setzt sich Slow Food für das traditionelle Handwerk ein und will die Geschmacksvielfalt der Regionen bewahren. Die Vereinigung versteht sich dazu als Netzwerk, dass Produzenten, Händler und Verbraucher zusammen bringt und weitreichend über Herkunft und Qualität der Lebensmittel informiert.

 

Entsprechend hat Petrini für die Slow Food-Bewegung drei essentielle Merkmale definiert: „Buono, pulito e giusto“ – für eine gute, saubere und faire Esskultur. Diese drei Merkmale müssen bei Slow Food immer zusammen auftreten. Unter einem „guten“ Lebensmittel wird dabei verstanden, dass das Produkt wohlschmeckend, nahrhaft, frisch und gesundheitlich einwandfrei ist. Darüber hinaus soll es sämtliche Sinne anregen und befriedigen. Ein „sauberes“ Lebensmittel muss so hergestellt worden sein, dass es das ökologische System nicht belastet und Schaden an der Umwelt nimmt. Ein „faires“ Lebensmittel steht für eine ausgeglichene soziale Gerechtigkeit, eine angemessene Bezahlung und faire Arbeitsbedingungen von der Herstellung bis zum Handel.

 

 

Entsprechend dieser Ansprüche geht es bei Slow Food um die Erhaltung der regionalen Küche genauso wie um den Erhalt der Vielfalt regionaler Produkte und um die Ernährungssouveränität“, dem Recht jeder Gemeinschaft auf die selbstständige Entscheidung darüber, was angebaut, erzeugt und gegessen wird.

 

Slow Food grenzt sich damit ganz klar vom globalisierten Fast Food, der industriellen Landwirtschaft und den weltweit agierenden Lebensmittelkonzernen ab, die Nahrung jederzeit in beliebiger Menge produzieren und verfügbar machen, dabei jedoch natürliche Prozesse und Makel komplett ausschalten.

 

 

Eine Idee breitet sich aus

Trend- und Zukunftsforscher Matthias Horx hat Slow Food als einen der wichtigsten Trends identifiziert, die zukünftig unsere Ernährung beeinflussen werden.

 

Erhaltenswerte Vielfalt, hier ist das Auge mit.

Erhaltenswerte Vielfalt, hier ist das Auge mit.

Slow Food-Produkte sind authentisch. Lebensmittel werden auf traditionelle Weise hergestellt, sind regional verankert und werden saisonal genossen. Durch Anbau und Verarbeitung in den Regionen wird die lokale Wirtschaft gestärkt. Darüber hinaus entstehen keine aufwändigen Logistikketten und Transportwege. Auch das saisonale Angebot schont die Umwelt, denn Lebensmittel werden nicht über das gesamte Jahr angeboten, sondern dann, wenn sie wirklich verfügbar sind. Entsprechend entfallen energieintensive Kühlanlagen um bestimmte Obst- und Gemüsesorten ganzjährig anzubieten.

 

In Deutschland fand die Slow Food-Bewegung recht rasch viele Anhänger – fast verwunderlich, nimmt die Deutschland in Sachen Esskultur im europäischen Vergleich keinen der Spitzenplätze ein. Zugute kam der Slow Food-Bewegung in Deutschland jedoch das ausgeprägte Umweltbewusstsein.

 

Seit der Formierung der ersten deutschen Slow Food-Gruppe 1992 konnte der Verein bis heute mehr als 13.500 Mitglieder für sich gewinnen. Seit 1996 organisiert sich der Verein in lokalen Gruppen, die durch regionale Genussmärkte und die Slow Food-Messen „Markt des Guten Geschmacks“ in Stuttgart und der „SlowFisch“ in Bremen weiter an Bekanntheit gewinnen konnten. Hinzu kamen vielfältige Projekte, um gutes Essen vielfältig Zugänglich zu machen. So schaffte es der „Ostheimer Leberkäse“ aus der Rhön 2006 in sämtliche Speisewagen der Deutschen Bahn und bewies, dass auch unterwegs einfache und authentische kulinarische Genüsse möglich sind.

 

Internationale Anerkennung erfuhr darüber hinaus das Projekt „Von der Erde bis zum Teller“ wurde als offizielles Projekt der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ ausgezeichnet. 2012 wurde das Slow Food-Projekt zur Sinn- und Geschmacksschulung für Kinder in das UNESCO-Programm für nachhaltige Bildung aufgenommen.

 

 

„Gut Ding will Weile haben“

„Gut Ding will Weile haben und vortreffliche Sachen werden ohne große Mühe und Arbeit nicht erworben“, so heißt es in Grimmelhausens Schelmenroman „Simplicius Simplicissimus“ und so könnte auch ein Leitspruch von Slow Food lauten. Denn bei jeder Mahlzeit wird täglich neu darüber entschieden, wieviel uns unsere Nahrung wirklich wert ist. Uns so ist was wir Essen ein politischer Akt in einer Überflussgesellschaft mit einer breiten Palette von Lebensmittelanbietern, die vom Bio-Hofladen bis zum Discounter reicht.

 

Jede Entscheidung, was gegessen wird, ist eng verknüpft mit Politik, Wirtschaft,  Kultur, Bildung, Landwirtschaft, Gesundheit und Umwelt. Daher ist Slow Food auch nicht einfach als Vereinigung der Genießer sondern vielmehr des verantwortungsvollen Konsumenten zu sehen. Ziel ist es, traditionelle, hochwertige und nachhaltige Lebensmittel zu erhalten. Dabei spielt die Biodiversität eine große Rolle, den vielfältige Reglements aber auch die einseitige Vermarktung spezieller Sorten bringen die Vielfalt von Kultur- und Wildpflanzen genauso in Gefahr, wie den Bestand seltener regionaler Tierrassen.

 

Slow Food widmet sich als Non-Profit-Organisation vielfältigen Themen, die für den Fortbestand, teilweise auch für die Wiederentdeckung der kulinarischen Vielfalt stehen. Mit der „Arche des Geschmacks“ hat Slow Food ein Projekt zur Rettung fast vergessener traditioneller Lebensmittel initiiert. Dabei werden Produkte gezielt bekannt gemacht, denn ohne eine gewisse Bekanntheit ergibt sich keine Nachfrage im markt. Hauptsächlich sind vom Aussterben bedrohte Nutztierrassen und Nutzpflanzensorten „Passagiere“ der Arche. Aber auch fertig hergestellte Spezialitäten werden katalogisiert, um das traditionelle und kulturelle Erbe zu bewahren.

 

 

 

Das aktuelle und breite Themenspektrum von Slow Food zeigt, dass Lebensmittel auch Mittelpunkt des Lebens sind und eine bedeutende Rolle in nahezu allen Bereichen spielen. So stehen neben den quasi klassischen Slow Food-Themen wie nachhaltiger Fischzucht, Kritik an der Massentierhaltung, Lebensmittelqualität und Transparenz der Inhaltsstoffe auch weltpolitische Themen auf der Agenda. Diese reicht von der Kritik am geplanten Transatlantischen Freihandelsabkommen TTIP über internationale Kampagnen gegen „Land Grabbing“, dem Verkauf von Bauernland an Spekulanten und Großinvestoren bis zum Erhalt von gentechnikfreiem Saatgut.

 

Gute Lebensmittel sind eine gute und nachhaltige Geldausgabe. Genauso wie wir durch unseren Konsum die Zukunft der Umwelt steuern, ist es auch durch nachhaltige Geldanlagen möglich, Einfluss darauf nehmen, wie unser Geld sozial- und umweltverträglich eingesetzt wird. Dabei gleichen qualitativ hochwertige Investments hochwertigen Lebensmitteln. Beide sind nachhaltig, sind meist langfristig angelegt und versprechen ein positives Ergebnis.

 

 

Portraitfoto Gerd Junker Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.