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Nachhaltige Branchen 3 – Automobilindustrie

Montag, 01. April 2019

Serie nachhaltige Branchen: EnergiewirtschaftPharmaAutomobilSüßwarenLebensmittelBanken / Finanzdienstleister

 

Zusammenfassung: Die Automobilbranche ist mehr denn je gefordert, einen Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung zu leisten. Nach den Abgas-Skandalen ist die Skepsis gegenüber den Herstellern gestiegen. Gleichzeitig fordern Kunden das nahezu Unmögliche: Große und sichere Fahrzeuge mit niedrigem Verbrauch. Einige Automobilhersteller stellen sich bereits erfolgreich den neuen Herausforderungen. Das Thema Nachhaltigkeit wird jedoch auch in den kommenden Jahren für die Automobilkonzerne wichtig bleiben. Gelöst werden müssen die Fragen nach reduzierten Schadstoffemissionen, niedrigem Energieverbrauch und er Zukunft der E-Mobilität generell.

 

Ökologisch nachhaltig, jedoch sehr langsam.

Mobilität bedeutet Beweglichkeit – und genau das macht den Reiz von Automobilen seit mehr als einhundert Jahren aus: Menschen können mit Hilfe von motorisierten Fahrzeugen den Radius ihrer Aktivitäten komfortabel vergrößern.

 

1886 entwickelt Carl Benz das erste Automobil mit Verbrennungsmotor und meldete es zum Patent an. Seit dieser bahnbrechenden Erfindung standen die Räder kaum noch still. Im 20. Jahrhundert lösten motorisierte Fahrzeuge zunehmend die bis dato üblichen Wagen mit Zugtieren ab. Technische Neuerungen trieben die Verbreitung des Automobils weiter voran. Wurden in den USA um 1900 noch rund 40 Prozent der Autos mit Dampf betrieben, 38 Prozent elektrisch und lediglich 22 Prozent mit Benzinmotor, fuhren ab der Mitte des vergangenen Jahrhunderts nahezu alle Autos mit einem Verbrennungsmotor. Erst mit Beginn des neuen Jahrtausends spielt der Elektromotor wieder eine Rolle.

 

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Nachhaltige Branchen 6 – Banken und Finanzdienstleister

Dienstag, 13. Juni 2017

Serie nachhaltige Branchen: EnergiewirtschaftPharmaAutomobilSüßwarenLebensmittelBanken / Finanzdienstleister

 

Zusammenfassung: Nachhaltigkeit hat sich in vielen Branchen zu einem relevanten Wettbewerbsfaktor entwickelt. Während jedoch produzierende Betriebe an harten Faktoren gemessen werden können, muss die Nachhaltigkeit im Dienstleistungsbereich differenzierter ermittelt werden, denn hier geht es verstärkt um die Auswirkungen der Geldströme. Auch Banken und Finanzdienstleister bemühen sich um mehr Nachhaltigkeit und bieten zunehmend ökologische und soziale Geldanlagen an.

 

 

Nachhaltige Unternehmensführung – mehr als nur Recycling-Umschläge.

Nachhaltiges Wirtschaften hat sich vom Trend zum wettbewerbsentscheidenden Faktor entwickelt, dem sich kaum eine Branche noch verschließen kann und will. Um die Nachhaltigkeit einer Branche beziehungsweise eines einzelnen Unternehmens jedoch sicher zu beurteilen, bedarf es klarer Regeln.

 

Denn nur so können Nachhaltigkeitsziele verbindlich definiert und vergleichbar überprüft werden. Besonders wichtig in diesem Bereich ist außerdem das Zusammenspiel der unterschiedlichen Aspekte, wie beispielsweise Beschaffungsmanagement, Mitarbeiterführung und natürlich die Nachhaltigkeitsaspekte des Produktes selbst.

 

Denn ein Unternehmen, das umweltzerstörende Produkte fördert oder produziert, lässt sich kaum als nachhaltig einstufen – selbst dann nicht, wenn sämtliche Briefe in recycelten Umschlägen verschickt werden und die Kantine Bio-Essen anbietet. Denn bei Nachhaltigkeit geht es um die ausgewogene Balance zwischen dem Mensch und seiner Umwelt.

 

Im sechsten Teil unserer Serie zu nachhaltigen Branchen beschäftigen wir uns heute teilweise mit uns selbst und gehen der Frage nach, welche Anstrengungen in Sachen Nachhaltigkeit aktuell Banken und Finanzdienstleister unternehmen.

 

 

Vom Imageteil zum Nachhaltigkeitsbericht

Bereits seit mehr als einem Viertel Jahrhundert betonen besonders große Finanzkonzerne regelmäßig ihre Verantwortung für Umwelt und Gesellschaft. Im Imageteil der jährlichen Geschäftsberichte waren für dieses Engagement stets einige Seiten reserviert. Die dort beschriebenen Aktivitäten, etwa im Bereich Umweltschutz, gingen anfänglich kaum über Selbstverständlichkeiten hinaus, begegneten aber auch dem wachsenden Interesse der Öffentlichkeit an diesen Fragen.

 

Damit gaben die ersten Imageteile bereits einen Impuls für die kommenden Nachhaltigkeitsberichte, die für börsennotiere Unternehmen ab 500 Mitarbeiter gemäß der europäischen CSR-Richtlinie seit diesem Jahr verpflichtend ist. Die Richtlinie zur sozialen Verantwortung der Unternehmen (Corporate Social Responisbility, CSR) spiegeln dabei auch ein generelles Umdenken wider, dass sich – wenn auch langsam – durch die Wirtschaft zieht: Unternehmen sind nicht mehr allein ihren Eigentümern gegenüber Rechenschaft schuldig, sondern müssen die Auswirkungen ihrer Unternehmensführung auch gegenüber der gesamten Gesellschaft verantworten.

 

Das Ganze im Blick behalten.

Die Entwicklung geht damit von der reinen Shareholder-Orientierung hin zu einer Orientierung an den Ansprüchen der internen und externen Stakeholdern. In der Praxis bedeutet das, dass Unternehmen zunehmend das Ziel der Gewinnmaximierung um weitere Ziele erweitern, die ein sinnvolles und nachhaltiges Wirtschaften einschließen und die Ansprüche der unterschiedlichen Interessensgruppen mit berücksichtigen.

 

Eine Entwicklung, die auch kleine und mittelständische Unternehmen betrifft, denn der Wunsch nach mehr Nachhaltigkeit ist von der Unternehmensgröße unabhängig und wird von Seiten der Kunden und der Öffentlichkeit an nahezu jedes Unternehmen gestellt.

 

Für kleinere Unternehmen ist zwar kein Nachhaltigkeitsbericht vorgeschrieben, aber auch sie tuen gut daran, ihren Einsatz in diesem Bereich zu dokumentieren und zu publizieren. Ein weg ist dabei auch die Gemeinwohl-Bilanz, die sich für Unternehmen unterschiedlichster Größe gleichermaßen anbietet.

 

 

Banken und Finanzdienstleister – Geld verändert die Welt

Auf den ersten Blick ist Nachhaltigkeit kein anspruchsvolles Thema für Banken und Finanzdienstleister. Die Branche unterliegt einer wachsenden Virtualisierung und Digitalisierung. Standardtransaktionen sind nahezu lückenlos automatisiert, die Finanzdienstleister verbrauchen also nur wenige Ressourcen und konzentrieren sich auf Beratungsdienstleistungen und Handel. Hier setzt der zweite Blick an, denn Geld verändert die Welt.

 

Im Zuge des gesteigerten Interesses an einem verantwortungsvollen Finanzmanagement, müssen sich Banken und andere Finanzdienstleister die Frage stellen lassen, welche Auswirkungen eine bestimmte Geldanlage auf die gesamte Gesellschaft haben wird und nach welchen Kriterien Kredite vergeben werden. In diesem Bereich ist der Nachhaltigkeitsbegriff eng mit der unternehmerischen Sozialverantwortung verknüpft.

 

 

Nachhaltige Finanzprodukte

Nachhaltige Finanzprodukte sind bislang noch immer ein Nischenprodukt innerhalb der Finanzwirtschaft. Allerdings nimmt das Interesse an stetig zu. Nachhaltige Geldanlagen, sind durchgehend ökologisch und ethisch einwandfrei konzipiert.

 

Die Produktpalette ist dabei breit aufgestellt. Zu den klassischen nachhaltigen Geldanlagen zählen beispielsweise Mikrofinanzprodukte, die eine Vergabe von Klein- und Kleinstkrediten an Unternehmensgründer in Entwicklungs- und Schwellenländern ermöglichen.

 

 

 

 

 

 

Anleger erwirtschaften hier eine gute Rendite durch die überdurchschnittliche Zahlungsmoral der Kreditnehmer  sowie durch die Zinserträge, denn Mikrokrediten sind zwar Hilfe zur Selbsthilfe, jedoch keine Almosen.

 

Die richtigen Kriterien anlegen.

Ein weiteres wachsendes Feld im Bereich der nachhaltigen Geldanlagen sind Investments in Erneuerbare Energien und in weitere Projekte zum Thema Klimaschutz. In diesen Bereichen bieten Finanzdienstleister unterschiedliche Produkte an, Anleger können sich durch Direktbeteiligungen, Fondsanteilen oder Fondssparpläne am Auf- und Ausbau von Anlagen zur Gewinnung erneuerbarer Energien beteiligen.

 

Dazu zählen Solar- und Windparks, Wasserkraftanlagen, Biomasseanlagen und Anlagen zur Kraft-Wärme-Kopplung. Die Rendite aus diesen Anlagen resultiert – je nach Investment – aus dem Verkauf der sauberen Energie, teilweise auch aus dem vorteilhaften Weiterverkauf der Energieanlagen.

 

Im Bereich der Klimaschutzanlagen fließen Gelder in Technologien für eine verbesserte Energieeffizienz, aber auch in richtungsweisende Projekte, wie beispielsweise Meerwasserentsalzungsanlagen oder moderne Recyclingprojekte.

 

Eine weiteres Feld der Geldanlagen im Bereich des Klimaschutzes ist außerdem das Investment in Aufforstungsprojekte. Dabei werden biodiverse Mischwälder auf gerodeten Flächen neu angelegt. Teile der Waldflächen werden nachhaltig bewirtschaftet. Erträge bringen diese Investments durch den Verkauf von entnommenen Edelhölzern sowie landwirtschaftlichen Produkten wie beispielsweise Kakao.

 

 

Gut ist, wer Gutes tut – und Schlechtes meidet

Finanzdienstleister, die ethische und soziale Geldanlagen anbieten und ihre Kunden zu diesem Thema fair beraten, leisten unbestritten einen wichtigen Beitrag zur Nachhaltigkeit der Branche. Ebenso bedeutsam ist es allerdings auch, die gleichen hohen ethischen Kriterien an zulegen, wenn es um konventionelle Investments geht.

 

Denn Unternehmen, die im Zusammenhang mit Kinderarbeit, Ausbeutung und Diskriminierung stehen, umweltzerstörende Technologien produzieren oder Teil der Kriegsindustrie sind, gehören nicht in das Feld der Nachhaltigkeit.

 

Um hier Kunden mehr Transparenz zu bieten, arbeiten viele Anbieter mit einem sogenannten Ethik-Filter. Dieser Filter definiert bestimmte Ausschlusskriterien, die – je nach Anbieter – unterschiedlich sind.

 

Die so geprüften Wertpapiere umfassen im allgemeinen keine Anlagen aus dem Bereich der Atomenergie, Rüstung und definierten Teilen der Chemie- und Pharmabranche. Außerdem sind menschenrechtsverletzende Unternehmen ausgeschlossen. Der Finanzdienstleister Grünes Geld, verwendet beispielsweise einen Ethik-Filter bei seinen Erneuerbare Energie Fonds, Umweltfonds, Solar Fonds, Wind Fonds und Mikrofinanzfonds.

 

Gute Finanzberater können ihren Kunden detaillierte Angabe zu den jeweiligen Kriterien geben und umfassend beraten. Darüber hinaus haben Anleger auch die Möglichkeit, eigene ethische Vorstellungen in ihr Anlage-Portfolio einzubringen.

 

So gibt es auch kirchliche Leitlinien, die Geldanlagen gemäß christlicher Werte- und Moralvorstellungen definieren. Ebenso ist es möglich, Bereiche wie Massentierhaltung aus Geldanalgen auszuschließen. Gerade für Veganer und Klimaschützer eine interessante Option, mehr Nachhaltigkeit in die persönliche Vermögensplanung einzubeziehen.

 

 

Nachhaltigkeit kommt aus der Nische

Nachhaltigkeit kommt aus der Deckung.

Dass Ökobanken und spezialisierte Finanzdienstleister, Nachhaltigkeitskriterien in ihrem Angebot souverän berücksichtigen und ihre Kunden entsprechend umfassend und kompetent beraten, ist selbstverständlich.

 

Durch die steigende Nachfrage von Kundenseite stehen jetzt allerdings auch die konventionellen Anbieter aus der Finanzbranche vor der Herausforderung, ökologisch-sozial einwandfreie Finanzprodukte anzubieten. Entsprechend muss die Branche zügig Spezialisten einbinden oder aus eigenen Reihen weiterbilden, denn Kunden, die ihr Geld nachhaltig anlegen, haben dezidierte Vorstellungen und fragen kritisch nach.

 

Um diese Aufgabe weltweit voran zu bringen, hat 2005 eine Gruppe institutioneller Investoren die „UN Principles for Responsible Investment“, kurz PRI-Richtlinien, entwickelt. Angestoßen wurde diese Initiative für verantwortliches Investieren durch den damaligen UN-Generalsekretärs Kofi Annan.

 

Mittlerweile haben mehr als 1.200 Investoren weltweit das Programm unterzeichnet, die immerhin rund 15 Prozent des global investierten Kapitals verwalten. Die Unterzeichnenden verpflichten sich gemäß der PRI-Richtlinie, die Umwelt zu schützen, soziale Standards einzuhalten und das Unternehmen gut zu führen.

 

Allerdings liegt die Definitionshoheit, was das konkret bedeutet, bei den teilnehmenden Unternehmen selbst, Mindestkriterien, die erfüllt werden müssen, existieren nicht. Um für mehr Glaubwürdigkeit zu sorgen, wurde 2014 eine Berichtspflicht eingeführt, in der die Mitglieder darlegen, wie sie die Richtlinien in der Praxis umsetzen.

 

In Deutschland haben 47 Unternehmen die Prinzipien für verantwortliches Investieren unterzeichnet, das sind im Vergleich zu den europäischen Nachbarmärkten wenig. Zu den Mitgliedern zählen unter anderem Allianz Global Investors (AGI), Bayern Invest und Deka Investment.

 

Für einen konkreten Weg zu einer nachhaltigen Entwicklung in allen Bereichen des Unternehmens hat sich die Sparda-Bank München eG entschieden. Sie engagiert sich als erste deutsche Bank für die Gemeinwohl-Ökonomie und veröffentlicht bereits zum dritten Mal eine Gemeinwohl-Bilanz. Hier legt die Sparda-Bank transparent nieder, in welchen Bereichen bereits eine gute soziale und ökologische Unternehmensführung gelungen ist und welche Ziele sich das Unternehmen darüber hinaus setzt.

 

Gemessen wird darüber hinaus auch die Nachhaltigkeit der angebotenen Finanzprodukte. Dabei erreicht die genossenschaftliche Bank gute Ergebnisse für ihr solides, transparentes und faires Einlagen- und Kreditgeschäft. Das Unternehmen bezieht außerdem bereits zu einhundert Prozent Strom aus erneuerbaren Energien und will sich auch in anderen ökologischen Bereichen stärker engagieren.

 

 

Nachhaltigkeit leben – sinnvoll investieren

Immer mehr Menschen interessieren sich für das Thema Nachhaltigkeit und fragen zunehmend nach, anfänglich nur bei Produkten, verstärkt jetzt auch bei Dienstleistungen wie in etwa in der Finanzbranche.

 

Eine gute Entwicklung, denn Geld eröffnet weitreichende Möglichkeiten, um Veränderungen in Gang zu bringen. Daher ist es wichtig, dass Geldströme in die richtige Richtung fließen, zum Wohle möglichst vieler Menschen.

 

Seit mehr als zehn Jahren berät Grünes Geld, erfahrener Experte für nachhaltige Geldanlagen, seine Kunden im Bereich der ökologischen und sozialen Geldanlagen, Vermögensaufbau und –verwaltung. Gerade in Zeiten der niedrigen Zinsen suchen Kunden nach neuen Anlageprodukten und –strategien. Hier bieten wir Konzepte für jeden Anlegertyp und nahezu jede Anlagesumme.

 

Mit unseren nachhaltigen Anlageprodukten finanzieren unsere Kunden nicht nur positive Veränderungen, sondern sind selbst Teil einer gesellschaftlichen Veränderung geworden und haben durch ihre Anlagestrategie selbst erlebt, das Geld viel bewegen kann und gleichzeitig attraktiven Erträge bringt. Denn eine sinnvolle Geldanlage dient dem Gemeinwohl genauso wie dem Kundenwohl.

 

 

 

 

 

 

Carmen Junker

Verfasser des Beitrages: Carmen Junker ist Gründerin der Grünes Geld GmbH und Geschäftsführerin der Grünes Geld GmbH. Carmen Junker:“ Ein Grund mein berufliches Wirken speziell auf die Nachhaltige Geldanlage auszurichten ist, die Welt ein Stück positiver zu gestalten mit den Mitteln und Kenntnissen die mir zur Verfügung stehen. Aus der Verantwortung für die kommende Generation und weil ich selbst noch einige Jahre auf diesem schönen Planeten verbringen möchte“.

Nachhaltige Branchen 5 – Lebensmittelindustrie

Dienstag, 23. Mai 2017

Serie nachhaltige Branchen: EnergiewirtschaftPharmaAutomobilSüßwarenLebensmittelBanken / Finanzdienstleister

 

Zusammenfassung: Nachhaltigkeit in der Lebensmittelindustrie wird schnell auf die Faktoren „Bio“ und „Fair Trade“ reduziert. Aber auch der verantwortungsvolle Umgang mit Energie, Land und Wasser sind wichtige Faktoren in diesem Bereich. Generell hat das Interesse der Verbraucher am Thema Nachhaltigkeit zugenommen. Der Zusammenhang zwischen Lebensstil, Ernährungsweise und Klimaveränderung ist in den Köpfen angekommen.

 

 

Das Interesse an nachhaltig produzierten Lebensmitteln steigt.

Das Bewusstsein für die Gefahren des Klimawandels ist gestiegen. Entsprechend zugenommen hat das Interesse an mehr Nachhaltigkeit in nahezu allen Bereichen des täglichen Lebens. Denn immer mehr Menschen in den Industrienationen wird klar, dass unser Lebensstil, unser Umgang mit Energie und unsere Lebensmittelproduktion mit für die Klimakrise verantwortlich sind.

 

Dabei rückt die Ernährung besonders in den Mittelpunkt der Betrachtung. Denn hier kann jeder einzelne durch sein Einkaufs- und Konsumverhalten direkten Einfluss ausüben. Generell nimmt die Nachfrage nach Lebensmitteln, die nachhaltig erzeugt wurden zu. Eine Trend, auf den die Branche versucht entsprechend zu reagieren.

 

Laut Angaben der Bundesvereinigung der deutschen Ernährungsindustrie nimmt die Bedeutung der Qualität der Lebensmittel als Kaufentscheidung zu. Rund 27 Prozent der Konsumenten legen Wert auf eine bewusste, nachhaltige und gesunde Ernährung. Der gleiche Anteil an Verbraucher ist dabei auch bereit, höhere Preise zu akzeptieren.

 

 

Spannungsfeld Industrie und Nachhaltigkeit

Nachhaltiger Konsum zählt aktuell zu den wichtigsten Trends, denn immer mehr Verbraucher in Deutschland wollen mit ihrer Kaufentscheidung die Weichen für eine soziale, umwelt- und klimafreundliche Zukunft mit stellten. Entsprechend dieser steigenden Nachfrage verändert sich auch das Angebot.

 

Dabei bestehen vielfältige Spannungsfelder. Denn westliche Verbraucher freuen sich über die reichhaltige Auswahl in den übervollen Regalen der Supermärkte und Discounter, stehen zugleich aber auch der enormen Verschwendung und Vernichtung von Lebensmitteln kritisch gegenüber.

 

Eine weitere Spannung bildet sich bereits durch den Begriff der Lebensmittelindustrie. Denn die industrielle Produktionsweise steht Gegensatz zur handwerklichen Herstellung, wie sie bei vielen Bio-Produkten und in der Slow Food-Bewegung propagiert werden.

 

Durchaus wichtige Aspekte, denn Nachhaltigkeit muss in der Lebensmittelproduktion weit über die reinen Qualitätsanforderungen der Konsumenten aus den reichen Industrienationen hinaus gehen. Nachhaltigkeit umfasst hier auch Aspekte der Verteilung und des fairen Welthandels.

 

Schließlich geht es hier nicht allein um rund 80 Millionen potenziell kritischer Verbraucher in den deutschen Supermärkten, sondern um die Antwort auf die Ernährungsfrage von bald zehn Milliarden Menschen weltweit. Nicht zuletzt lautet eines der vorrangigen  Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen, den Hunger zu bekämpfen.

 

Nur wenige Lebensmittelkonzerne beherrschen den weltweiten Markt.

Kritisch gesehen wird in diesem Zusammenhang allerdings die zunehmende Konzentration der Lebensmittelproduktion auf nur wenige Konzerne weltweit. Im Jahr 2013 legte die Hilfs- und Entwicklungsorganisation Oxfam erstmals ein vergleichendes Ranking für die zehn größten Lebensmittelkonzerne der Welt vor. Im Mittelpunkt der Untersuchung stand deren soziales und ökologisch nachhaltiges Handeln.

 

An der Spitze behaupteten sich die beiden Lebensmittelmultis Nestlé und Unilever, da sie – im Gegensatz zu ihren Mitbewerbern – bereits Maßnahmen eingeleitet hatten, um soziale und ökologische Mängel in ihrer Lieferkette zu begegnen. Nestlé kündigte an, die Situation der Kakaobäuerinnen verbessern zu wollen, die Unilever Fundation engagiert sich mit Oxfam in Projekten zur Armutsbekämpfung. Generell fiel die Oxfam-Studie „Behind the Brands“ allerdings ernüchternd aus, denn kaum ein Großkonzern nutzt sein Marktposition aus, um eine weltweite Ernährungsgerechtigkeit voranzubringen. Größtes Problem dabei war und ist, dass sich viele Angaben der Hersteller kaum belegen lassen. Darüber hinaus herrscht unter den Konzernen ein großes Stillschwiegen über die Herkunft der Rohstoffe und die Umstände wie und wo diese gewonnen wurden. Außerdem untersuchte Oxfam die Nachhaltigkeitsberichte der Konzerne und versuchte die Anstrengungen der Konzerne in Sachen Frauenrechte, fairer Bezahlung und Arbeitsbedingungen herauszufinden. Außerdem wollte die Organisation wissen, welche Maßnahmen die Konzerne gegen den Klimawandel unternehmen, wie Landraub, das sogenannte Landgrabbing, verhindert wird ein verantwortlicher Umgang mit Wasser und Energie aussieht. Die meisten Konzerne verwiesen mehr auf ihre Hilfsprojekte in verschiedenen Ländern, denn auf ihre Aktivitäten im Bereich der fairen Zusammenarbeit mit Zulieferländern oder ihr ökologisch nachhaltiges Engagement.

 

Nachhaltigkeit bleibt jedoch eines der bestimmenden Themen der Lebensmittelindustrie. Neben den globalen Konzernen existiert auch weiterhin große Anzahl an nationalen und lokalen Nahrungsmittelherstellern, die dem Trend zu mehr Nachhaltigkeit begegnen müssen.

 

 

Nachhaltigkeit in der Lebensmittelindustrie

Nachhaltigkeit hat als neuer und wichtiger Trend in der Lebensmittelbranche das Thema Ökologie um die Aspekte des fairen Handels und der sozialen Gerechtigkeit erweitert. Gemäß einer Untersuchung der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft (DLG), hat sich der Nachhaltigkeitsanspruch zum globalen Trend innerhalb der Branche entwickelt und stellt damit auch neue Herausforderungen an die Produzenten. Nachhaltigkeit stellt mittlerweile ein relevantes Differenzierungsmerkmal dar. Dabei sind die Ansprüche der Verbraucher gestiegen. Sie erwarten von den Unternehmen eine glaubhafte, nachvollziehbare und transparente Kommunikation, die belegt, dass Nachhaltigkeitsbestrebungen keine Marketingphrasen sind.

 

 

Ökologische Nachhaltigkeit mit Brief und Siegel

Um das zu belegen, setzt die Lebensmittelindustrie auf Siegel und Gütezeichen, die Verbrauchern verlässliche Auskünfte zu Inhalte und Produktionsweise der Lebensmittel geben. Weit verbreitet sind dabei bereits die Zertifizierungen, die eine ökologische Nachhaltigkeit belegen. In Deutschland ist dabei besonders das staatliche Biosiegel bekannt, das 2001 vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz eingeführt wurde. Seit 2012 wird dieses Siegel verpflichtend durch das EU Bio-Siegel ergänzt. Beide Siegel garantieren, dass die Produkte zu mindestens 95 Prozent aus ökologischem Landbau stammen. Insgesamt tragen rund 30.000 Artikel im Lebensmitteleinzelhandel das Biosiegel. Hinzu kommen die – zum Teil sehr viel strengeren – Siegel der ökologischen Anbauverbände, wie beispielsweise Bioland, Demeter oder Naturland. Hier werden neben den klassischen Anforderungen an den ökologischen Landbau auch vielfältige weitere Kriterien berücksichtigt. Dazu zählen unter anderem geschlossene Betriebsabläufe, Energieverbrauch, Klima- und Gewässerschutz.

 

Zudem haben viele Handelsketten eigene Biosiegel entwickelt, beispielsweise „BioBio“ von Plus oder „Füllhorn“ von Rewe. Die entsprechenden Produkte tragen im Allgemeinen auch das staatliche Bio-Siegel, sollen aber Verbraucher durch die präsente Markenbezeichnung eine zusätzliche Orientierung in der Warenwelt bieten.

 

 

 Nachhaltigkeit ist mehr als „Bio“

Zum Beispiel Bananen: Fairer Handel setzt sich durch.

Durch das gestiegene Interesse der Verbraucher an nachhaltigen Lebensmitteln, haben auch die Siegel des fairen Handels an Bedeutung gewonnen und ziehen in den letzten Jahren vermehrt von den klassischen Eine-Welt-Läden in die Regale der großen Handelsketten ein. Am weitesten verbreitet sind dabei die Siegel TransFair/Fair Trade, das bereits seit 25 Jahren vergeben wird, Gepa oder BanaFair.

 

Bei diesen Siegeln können Verbraucher darauf vertrauen, dass Kleinbauern und Produzenten in den Herkunftsländern sichere Arbeitsbedingungen vorfinden und existenzsichernde Löhne erhalten. Zu den Kriterien der sozialen Nachhaltigkeit zählen außerdem langfristige Verträge und Abnahmegarantien, eine gerechte Verteilung der Lebens- und Bildungschancen sowie das Verbot von Kinderarbeit und die Einhaltung der Menschenrechte generell. Etwas 70 Prozent der Produkte aus fairem Handel werden derzeit auch nach den Kriterien des ökologischen Anbaus erzeugt. Das schützt die Biodiversität vor Ort und beugt einen Raubbau an Urwaldgebieten vor, um neue Plantagen aufzubauen.

 

 

Nachhaltiges Wirtschaften in der 360-Grad-Perspektive

Siegel schaffen Vertrauen und geben verbindliche Standards vor. Bislang stehen die Siegel jedoch nur für einzelne Nachhaltigkeitskriterien, denn es gibt kein Nachhaltigkeits-Siegel für Lebensmittel.

 

Eine umfassende Beurteilung der Nachhaltigkeit der Lebensmittelbranche ist schwierig, denn sie umfasst eine Vielzahl relevanter Faktoren, die über die Teilaspekte „Bio“ und „Fair Trade“ hinaus gehen. Schließlich definiert die Weltkommission für Umwelt und Entwicklung Nachhaltigkeit als dauerhafte Entwicklung, die Bedürfnisse der jetzigen wie der künftigen Generation befriedigen kann. Daher ist der verantwortungsvolle Umgang mit den natürlichen Ressourcen Wasser, Luft, Boden sowie sämtlichen Rohstoffen eine grundsätzliche Voraussetzung für nachhaltiges Wirtschaften. Dabei soll die biologische Artenvielfalt und die Bedürfnisse der Weltbevölkerung genauso geschützt werden, wie das globale Klima als Lebensgrundlage.

 

Selbstgemacht, lecker und nachaltiger als Convenience.

Entsprechend zählen auch der Energieverbrauch im Unternehmen, der Einsatz von Erneuerbaren Energien und Effizienzmaßnahmen zu wichtigen Aspekten des Nachhaltigkeitsmanagements. Darüber hinaus muss sich ein nachhaltig wirtschaftendes Unternehmen auch an seinem Umgang mit Wasser, Fragen der Logistik und dem Weg zum Kunden und viele weitere Faktoren messen lassen. Wie bereits bei vielen Produkten und Aktivitäten, beispielsweise Flugreisen, lässt sich auch bei Lebensmitteln ein ökologischer Fußabdruck ermitteln, der Informationen über die Umwelt- und Klimawirkung gibt. Stark verarbeitete Lebensmittel mit staatlichem Bio-Siegel werden bei einer solchen Berechnung eher schlechter abschneiden, als einfache Produkte aus einem regionalen Hofladen, die möglicherweise nicht zertifiziert sind. Immerhin fließen rund 20 Prozent des Energieverbrauchs in Deutschland in unsere täglichen Lebensmittel.

 

 

Vegane Lebensmittel – Nachhaltigkeit 2.0

Bitte recht klimafreundlich!

Eine ungünstige CO2-Bilanz weisen generell Produkte mit tierischen Inhaltsstoffen auf – auch dann, wenn die Tiere artgerecht gehalten werden. Generell befinden sich vegane Lebensmittel im Aufwind, dabei zeichnet es sich ab, dass die vegane Lebensweise nicht nur ein kurzfristiger Trend sein wird. Aktuell liegt der Anteil der Bevölkerung, die sich vegan ernährt, bei etwa einem Prozent. Vegane Produkte liegen aber auch bei Vegetariern und Flexitariern hoch im Kurs, so dass sich die Nachfrage auf einem weit höheren Niveau einspielt.

 

Viele Anbieter veganer Lebensmittel produzieren sehr nachhaltig. Dabei zum einen natürlich der Verzicht auf energieaufwändige tierische Inhaltstoffe ins Gewicht. Zum anderen fühlen sich vegane Unternehmen – nicht zuletzt durch ihren alternativen Geschäftsansatz – nachhaltigen Kriterien wie ökologischer Landwirtschaft oder energieeffizienten Maßnahmen verpflichtet. Das Zusammenspiel vegan und biologisch ist allerdings nicht zwingend. Wer Gentechnologie und Agrarchemie ausschließen will, benötigt mehr Informationen als das Vegan-Label.

 

Im Bereich der nachhaltigen Geldanlagen hat sich mittlerweile ein reger Markt für vegane Investments entwickelt. Diese sind dabei auch für Anleger interessant, die Themen wie Massentierhaltung aus ihrem Portfolio generell ausschließen wollen. Interessant sind auch Vegan-Aktien, die vom Trend zur veganen Lebensweise wirtschaftlich profitieren.

 

 

Nachhaltige Geldanlagen bringen Veränderungen

Bewusste Konsumentscheidungen zu treffen, um soziale Gerechtigkeit zu fördern sowie Umwelt und Klima zu entlasten ist sinnvoll und treibt positive wirtschaftliche Veränderungen voran. Auch im Bereich der Geldanlagen lohnt es sich, auf nachhaltige Investments zu setzen. Denn gerade in der Welt der Finanzen fallen richtungsgebende Entscheidungen.

 

Wer also lieber in biologische Landwirtschaft als in multinationale Konzerne investieren will, Erneuerbare Energien bevorzugt oder auch umweltfreundliche Technologien und Logistikkonzepte voranbringen will, findet bei Grünes Geld leicht ein passendes Finanzprodukt. Grünes Geld, ein erfahrener Anbieter nachhaltiger Geldanlagen, hat mehr als 300 interessante Investments im Angebot. Sämtliche Produkte fördern nicht nur eine soziale und ökologische Entwicklung, sondern sind auch hinsichtlich ihrer finanziellen Erträge eine gute Entscheidung.

 

 

 

 

 

Portraitfoto Gerd Junker

Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.

Nachhaltige Branchen 4 – Süßwarenindustrie

Dienstag, 02. Mai 2017

Serie nachhaltige Branchen: EnergiewirtschaftPharmaAutomobilSüßwarenLebensmittelBanken / Finanzdienstleister

 

Zusammenfassung: Das Thema Nachhaltigkeit ist bei den Süßwarenproduzenten angekommen. Berichte über Kinderarbeit auf Kakaoplantagen und die massenhafte Verwendung von Palmöl haben viele Verbraucher sensibilisiert. Der Verband der Süßwarenindustrie (BDSI) setzt durchaus ambitionierte Ziele. Einige Unternehmen sind bereits aktiv und gehen Nachhaltigkeitskonzepte engagiert an.

 

 

Süßes macht glücklich – im besten Fall Produzenten und Konsumenten.

Das Thema Nachhaltigkeit ist in der Süßwarenindustrie angekommen. Einer der wichtigen Aspekte ist dabei die nachhaltige Gewinnung der Rohstoffe, allen voran Zucker und Kakao. Bio- und Fairtrade-Produkte boomen und bringen neue Impulse in die Branche. Einige Unternehmen betreiben bereits ein gutes Nachhaltigkeitsmanagement. Treiber der Nachhaltigkeitsstrategien sind aber auch viele Konsumenten, die durch Berichte über Kinderarbeit auf Kakaoplantagen und den klima- und umweltschädlichen Anbau von Palmöl neue Qualitätsansprüche an die Produkte stellen.

 

 

Vom Luxusartikel zum Massenprodukt

Süßigkeiten waren lange Zeit Luxusartikel, die nur selten verzehrt wurden. Die Lust auf Süßes wurde am ehesten durch süßes Obst gestillt. Honig war als frühes Süßungsmittel bekannt, begehrt und teuer. Ebenso wertvoll waren Kakao und Rohrzucker, die durch den Kolonialhandel nach Europa kamen.

 

Zuckerpreis sinkt im 19. Jahrhundert.

Süßigkeiten waren entsprechend Luxusartikel, die nur vom Adel und reichen Kaufmannsleuten konsumiert wurden. Zuckerrüben waren zwar schon lange bekannt, galten aber gemeinhin als Tierfutter. Erst im 18. Jahrhundert entdeckte ein Berliner Apotheker die heimische Zuckerquelle. Anfang des 19. Jahrhunderts entstand die weltweit erste Rübenzuckerfabrik in Schlesien. Durch Neuzüchtungen konnte der Zuckergehalt der Rüben erhöht werden. Zucker wurde billiger und konnte als Massenkonservierungsmittel eingesetzt werden. In der Folge florierten Konfitüren und Marmeladen. Ab 1850 begann der Zuckerpreis durch die industrielle Herstellung zu fallen und Zucker zog als alltägliches Nahrungsmittel in die Haushalte ein. Diese Entwicklung hält bis heute an. Zucker zählt heute zu den preisgünstigen Lebensmitteln, der hohe Verbrauch wird hinsichtlich der gesundheitlichen Auswirkungen mittlerweile eher kritisch gesehen.

 

Dennoch haben Süßigkeiten einen festen Platz in unserer Esskultur gefunden, denn auch Zucker-Puristen akzeptieren Süßwaren – mindestens zu speziellen Anlässen – und kritisieren eher den versteckten Zucker.

 

Im Durchschnitt werden in Deutschland täglich rund 50 Gramm Süßigkeiten gegessen. Das entspricht ungefähr einer halben Tafel Schokolade oder einer Viertel Tüte Fruchtgummi. Männer sind statistisch gesehen etwas naschhafter als Frauen. Obwohl Süßwaren extrem günstig in Supermärkten angeboten werden, ist der mengenmäßige Konsum relativ stabil. Der Anteil der Süßwaren, inklusive Eis und Kuchen liegt bei weniger als 5 Prozent gemessen an allen verzehrten Lebensmitteln.

 

 

Stabile Süßwarenindustrie

Süßigkeiten für täglich rund 30 Cent.

Jeder Deutsche gibt im Durchschnitt etwa 109 Euro jährlich für Süßigkeiten, Knabberartikel und Speiseeis aus. Insgesamt setzten die Süßwarenhersteller 2010 und 13,5 Milliarden Euro um. Die deutsche Süßwarenindustrie ist damit die viertgrößte Branche innerhalb der Nahrungsmittelhersteller.

 

Während Umsätze und durchschnittlicher Verbrauch seit einigen Jahren relativ konstant bleiben, verändert sich das Süßwarenangebot durchaus. Die Branche spiegelt generell die gesellschaftlichen Konsumgewohnheiten wider. Zum einen die Nachfrage nach sehr billigen Produkten, zum anderen ein steigendes Interesse an hochpreisigen Süßwaren wie dunklen Schokoladen und Produkten aus Manufakturen.

 

 

… kleine Manufakturen

Gerade bei den Konsumenten im Luxussegment, werden Süßigkeiten als Kulturgut wahrgenommen. Entsprechend verzeichnen auch Nischenanbieter, wie Bonbon-Manufakturen und handwerkliche Confiserie eine stabile Nachfrage. Wie sehr Süßigkeiten zu unserem Leben gehören, belegen auch kulturelle Einrichtungen, wie das Berliner Zuckermuseum oder das Kölner Schokoladenmuseum.

 

 

… und Branchenriesen

Mehrere deutsche Hersteller unter den TopTen der internationalen Süßwarenproduzenten.

Mit einem geschätzten Jahresumsatz von 10,3 Milliarden Euro gilt das italienische Unternehmen Ferrero als Nummer eins im Markt der reinen Süßwarenproduzent, gefolgt von der Süßwarensparte des US-amerikanische Herstellers Mars Incorporated. Platz drei im internationalen Ranking nimmt bereits ein deutsches Unternehmen ein, die westfälische August Storck KG, die durch die Produktion von Handelsmarken für Discounter einen hohen Marktanteil erreicht.

 

Ebenso in der Top Ten vertreten sind die Süßwaren-Bereiche der internationalen Lebensmittelkonzerne Kraft Foods/Mondelez (USA) und Nestlé (Schweiz). Von den reinen Süßwaren-Anbietern können sich außerdem der Bonner Gummibärchen-Produzent Haribo und die Aachener Lambertz-Gruppe im Markt behaupten. Darüber hinaus spielt auch der reine Schokoladenanbieter Lindt & Sprüngli aus der Schweiz im internationalen Markt eine Führungsrolle.

 

 

Nachhaltigkeit auf der Agenda der Süßwarenindustrie

Der Bundesverband der deutschen Süßwarenindustrie e.V. (BDSI) hat sich das Thema Nachhaltigkeit auf die Fahne geschrieben. Der Verband vertritt die wirtschaftlichen Interessen seiner Mitgliedsunternehmen. Diese bestehen sowohl aus mittelständischen Süßwarenproduzenten als auch aus Vertretern der deutschen Niederlassungen internationaler Anbieter.

 

Im Mittelpunkt der Nachhaltigkeitsbestrebungen stehen dabei die Lebensmittelrohstoffe und die nachhaltige Produktion. Dabei gilt es, soziale, ökologische und wirtschaftliche Gesichtspunkte miteinander zu harmonisieren.

 

Ein relevanter Faktor ist es dabei, Umwelt- und Sozialstandards für die Zulieferer festzulegen und vor allem Kinderarbeit strikt auszuschließen. Außerdem liegt ein Schwerpunkt der gemeinsamen Verbandsarbeit in der Nutzung von nachhaltig produziertem Kakao.

 

 

Kinderarbeit ausschließen

Fair gehandelte Rohstoffe – Teil einer Nachhaltigkeitsstrategie.

Kinderarbeit ist das Top-Thema in Sachen Nachhaltigkeit für die Süßwarenindustrie, denn zwei wichtige Rohstoffe sind besonders in die öffentliche Kritik geraten: Kakao und Haselnüsse.

 

Kakao wird in erster Linie in Entwicklungsländern angebaut. Hier wirken die Folgen jahrhundertelanger kolonialer Ausbeutung noch bis heute nach. Rund 14 Millionen Menschen arbeiten in Westafrika und Südamerika in der Kakaoproduktion. Kinderarbeit ist dabei vor allem in den afrikanischen Staaten noch eine gängige Praxis, denn viele Familien sind auf die zusätzliche Einnahmequelle angewiesen. Darüber hinaus gehen Experten davon aus, dass mehr als 200.000 Kinder als Sklaven auf den Kakaoplantagen arbeiten müssen. Die Kinder wurden meist aus den Nachbarstaaten entführt und verschleppt.

 

Rund 70 Prozent des Kakaos kommt aus den westafrikanischen Staaten Elfenbeinküste und Ghana. Deutschland ist eines der wichtigsten Importeure von Kakao, gut zehn Prozent der weltweiten Kakaoernte wird hier verarbeitet. Aufgrund dieser exponierten wirtschaftlichen Stellung ist eine konsequente Kontrolle der Zulieferer und eine Überwachung der Standards eine wichtiger Teil einer ernst gemeinten Nachhaltigkeitsstrategie.

 

Während die Kakao-Problematik durch vielfältige Berichte und Dokumentationen zunehmend ins Zentrum des öffentlichen Interesses rückt, steht noch ein weiterer Rohstoff in der Kritik: Haselnüsse. Hier ist die Türkei ein Hauptproduzent.

 

Gemeinsam mit der europäischen Interessensvertretung der Süßwarenproduzenten Caobisco versucht der BDSI gegen die Kinderarbeit in der türkischen Landwirtschaft, besonders in den Haselnussgärten, vorzugehen. Da sich die Durchsetzung eines Verbotes der Kinderarbeit in der Praxis als schwierig erwiesen hat, haben die Verbände konkrete Programme entwickelt und vor Ort umgesetzt. So werden direkt in den Camps der Wanderarbeiter soziale Projekte umgesetzt, um Kindern einen Ausweg aus der missbräuchlichen Arbeitssituation zu bieten.

 

Arbeitssicherheit und fairer Lohn für alle

Ein wichtiger Punkt in der Nachhaltigkeitsstrategie der Süßwarenhersteller ist klar die Ausschließung von Kinderarbeit. Aber auch die erwachsenen Mitarbeiter vor Ort haben ein Recht auf eine faire Entlohnung und wirkungsvolle Maßnahmen zur Arbeitssicherheit. In diesem Bereich haben viele Unternehmen noch keine Lösungen, wie die gesamte Lieferkette transparent nachvollzogen und die Überwachung von Standards bei Lieferanten verlässlich abgebildet werden kann. Einige Hersteller initiieren jedoch bereits Projekte in den Herstellungsländern und versuchen die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Arbeiter und ihrer Familien langfristig zu verbessern.

 

Vielfach setzt sich das Fairtrade-Siegel, als Qualitätsstandard durch und gewinnt das Vertrauen der Verbraucher.

 

 

Nachhaltiger Anbau der Rohstoffe

Nachhaltiger Anbau der Rohstoffe ist ein Feld, in dem sich der Verband der Süßwarenindustrie zunehmend engagiert. Dabei steht in erster Linie die Kakaoerzeugung im Mittelpunkt des Handelns. Der Verband hat in einer Nachhaltigkeitserklärung 2012 seinen Mitgliedern empfohlen, den Anteil von nachhaltig erzeugtem Kakao in den Produkten signifikant zu erhöhen und Lieferketten nachvollziehbar zu machen.

 

Außerdem fordert der BDSI den Einsatz von nachhaltig zertifiziertem Palmöl. Ein wichtiges Anliegen, denn gerade der massenhafte Einsatz des Palmöls verursacht durch Brandrodungen der Regenwälder und dem massenhaften Anbau der Ölpalmen in Monokulturen enorme Schäden an Klima und Umwelt.

 

 

Nachhaltigkeit als Shareholder Value

Mittelständische Unternehmen im privatem Besitz, haben es vergleichsweise einfach, Nachhaltigkeitskonzepte zu entwickeln und umzusetzen. Schwieriger ist es bei Unternehmen, die dem Shareholder Value verpflichtet sind. Sie müssen besonders unter Beweis stellen, dass eine konsequente Nachhaltigkeitsstrategie nicht auf Kosten der Anleger geht.

 

Das Fachmagazin ECOreporter hat mehrere Süßwarenproduzenten unter die Lupe genommen und bescheinigt dabei dem Schweizer Schokoladenhersteller Lindt & Sprüngli gute Ergebnisse in Sachen Nachhaltigkeit. Dabei konnten sich die Anleger im letzten Jahr zum 13. Mal in Folge über eine steigende Dividende freuen. Das Traditionsunternehmen verfolgt ambitionierte Ethik- und Nachhaltigkeitsziele, die alle Rohstofflieferanten vom Kakaobauern über den Milchlieferanten bis zum Vanillepflückern umfassen. Allerdings unterzieht sich Lindt & Sprüngli keiner externen Zertifizierung.

 

Auch US-Produzent Hershey Company fährt gut mit seinem Nachhaltigkeitskonzept. Die Aktie des Unternehmens ist im Aktienindex Standard & Poor’s 500 gelistet und entwickelt sich positiv. Das Unternehmen wird größtenteils durch eine karitative Stiftung kontrolliert. Hershey’s hat bereits 2005 mit einigen anderen großen Schokoladenproduzenten das Kakaoprotokoll, das sogenannte Harkin-Engel-Protokoll, unterzeichnet, das von den gleichnamigen amerikanischen Senatoren sowie acht Schokoladenherstellern und Menschenrechtsorganisationen ausgearbeitet wurde. Inhalt ist eine Selbstverpflichtung der Unterzeichner gegen ausbeuterische Kinderarbeit sowie eine interne Zertifizierung. Hershey’s hat sich außerdem zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2020 nur noch mit zertifiziertem und nachhaltig angebauten Kakao zu produzieren und seine Treibhausgasemissionen bis 2025 zu halbieren. Darüber hinaus will das Unternehmen nur Palmöl aus nachhaltigem Anbau nutzen und die Herkunft bis 2020 vollständig transparent machen. Rund ein Drittel des von Hershey’s verwendeten Kakaos verfügt aktuell bereits über eine Zertifizierung von Fair Trade, Rainforest Alliance und UTZ Certified.

 

 

Süße Investments ohne bitteren Nachgeschmack

Investieren ohne bitteren Nachgeschmack!

Auch wenn viele Nachhaltigkeitsbestrebungen in der Süßwarenindustrie noch nicht konsequent umgesetzt werden, befindet sich die Branche auf einem guten Weg. Befördert wird die Entwicklung durch ein generell gestiegenes Interesse an Bio- und Fairtrade-Produkten und der Popularität einzelner Produkte, wie der Guten Schokolade, die als erfolgreichster Produktlaunch im Fairtrade-Segment gilt.

 

Im Nachhaltigkeitsbereich gibt es mit Forest Finance einen Anbietern, der Anlegern direkt die Investion in Kakao anbietet. Mit dem KakaoWald sollen faire Erntebedingungen und gerechte Löhne sichergestellt werden.

 

Während Qualitätssiegel und Zertifizierungen beim Einkauf von Süßigkeiten helfen können, ist es nicht immer einfach, die richtige Entscheidung zu treffen, wenn es um Vermögensaufbau und Geldanlagen geht. Wer hier nachhaltig anlegen will, ist mit einem erfahrenen Experten an seiner Seite gut beraten. Grünes Geld, Spezialist für ethische und ökologische Geldanlagen hat mehr als 300 interessante Investments im Angebot. Ohne Kinderarbeit, Waffenhandel, Klimaschädigung und anderen zerstörerischen Bereichen. Machen Sie den Grünes Geld Test und finden sie Ihre persönliche und nachhaltige Anlagestrategie – ganz ohne bitteren Nachgeschmack.

 

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Portraitfoto Gerd Junker

Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.

Nachhaltige Branchen 1 – Energiewirtschaft

Freitag, 03. März 2017

Serie nachhaltige Branchen: EnergiewirtschaftPharmaAutomobilSüßwarenLebensmittelBanken / Finanzdienstleister

 

 

Zusammenfassung: Nachhaltigkeit hat sich in der Wirtschaft zu einem wichtigen Wettbewerbsvorteil entwickelt. Entsprechend veröffentlichen Unternehmen und Organisationen Berichte zu ihrem Engagement im sozialen und ökologischen Bereich. Nachhaltigkeitsberichte sollten jedoch nicht zum „Greenwashing“ missbraucht werden. Auch Produkte oder Dienstleistungen sollen den Anforderungen an eine nachhaltige Entwicklung genügen. Ein gutes Beispiel ist die Energiewirtschaft, die sich in einem umgreifenden Wandel befindet.

 

 

Nachhaltigkeitsziele – neue Entwicklungen geben Anstöße.

Nachhaltiges Wirtschaften – das bedeutete einst in der Forst- und Landwirtschaft, dass nur soviel aus der Natur entnommen wurde, wie diese auch wieder im Stande war wieder zu reproduzieren. Damit sollte das fragile Zusammenspiel zwischen Mensch und Natur ausbalanciert bleiben.

 

Diese Art des Wirtschaftens gehört längst der Vergangenheit an. Mittlerweile ruft der Earth Overshot Day, der von Umweltverbänden ins Leben gerufen  wurde, jedes Jahr ins Gedächtnis, dass die menschliche Nachfrage nach natürlichen Ressourcen das Angebot der Erde längst übersteigt. Entsprechend sind die Ressourcen von Jahr zu Jahr früher erschöpft. Die Umwelt hat kaum noch die Möglichkeit sich zu regenerieren. Bei einem ausgeglichenen Verhältnis zwischen Mensch und Umwelt wäre der „Earth Overshot Day“ am Ende des Jahres. De facto wurde er Erschöpfungstermin im vergangenen Jahr 2016 bereits für den 8. August errechnet.

 

Strategien und Maßnahmen für ein nachhaltiges Wirtschaften sind also mehr denn je gefordert. Entsprechend spielen Nachhaltigkeitskriterien auch in der Beurteilung und Bewertung von Unternehmen und Branchen eine zunehmend wichtige Rolle.

 

 

Nachhaltigkeitsberichte werden zu Wettbewerbsfaktoren

Bereits seit den 90er Jahren veröffentlichen besonders Großunternehmen jährlich einen Nachhaltigkeitsbericht. Dieser löst mehr und mehr den bis dahin üblichen Umweltbericht des Unternehmens ab und wird oft in den jährlichen Geschäftsbericht integriert.

 

Die Berichterstattung über das gesellschaftliche, ökologische und soziale Engagement von Unternehmen mittlerweile durch eine EU-Verordnung vorgeschrieben. Börsennotierte Unternehmen, sowie Firmen und Organisationen mit mehr als 500 Mitarbeitern oder einer besonderen öffentlichen Bedeutung sind verpflichtet, jährlich über die Nachhaltigkeitsmaßnahmen zu berichten. Aber auch kleinere Unternehmen erstellen Nachhaltigkeitsberichte. Das ist vor allem für Betriebe von Bedeutung, die als Lieferanten für Großkonzerne arbeiten, denn diese verlangen aufgrund ihrer Unternehmenspolitik Nachhaltigkeitsnachweise ihrer Geschäftspartner.

 

 

Nachhaltigkeitsbericht – sinnvoll oder bloßes „Greenwashing“

Generell rücken Nachhaltigkeitsberichte das Thema ins gesellschaftliche Bewusstsein, nehmen Unternehmen in die Verantwortung und werten die Bedeutung sozialer und ökologischer Belange auf. Auf der anderen Seite besteht die Gefahr, dass ein Nachhaltigkeitsbericht zum bloßen Marketing-Instrument verkommt, das die Glaubwürdigkeit des Unternehmens erhöhen soll, jedoch eigentlich nur ein „Greenwashing“ darstellt.

 

 

 

Was steht im Nachhaltigkeitsbericht?

Nachhaltigkeitsdenken findet mittlerweile auch jenseits einer beschaulichen Öko-Idylle statt.

Ein Nachhaltigkeitsbericht umfasst unter anderem die zukünftige strategische Ausrichtung des Unternehmens. Festgehalten wird außerdem die Entwicklung sozialer Ziele innerhalb des Unternehmens. Dazu zählen familienfreundliche Maßnahmen, Umsetzung der Gleichstellung in den unterschiedlichen Führungsebenen, Fortbildungen und Lohngerechtigkeit, aber auch außerbetriebliche Faktoren, wie die Ablehnung von Kinderarbeit, beispielsweise durch eine entsprechende Verpflichtung von Zulieferbetrieben. Ebenso werden ökologische Ziele festgelegt und deren Umsetzung überwacht. Dazu können beispielsweise eine verbesserte Energieeffizienz, eine papierlose Verwaltung oder Elektrofahrzeuge in der Firmenflotte gehören.

 

Das generelle Problem eines Nachhaltigkeitsberichts ist, dass die Prozesse eines Unternehmens oder einer Organisation zwar nahezu lückenlos bewertet werden können. Der Nachhaltigkeitsbericht blendet jedoch eine zentrale Frage, nämlich die Frage nach der Nachhaltigkeit eines Produktes oder einer Dienstleistung selbst, aus.

 

 

Nachhaltige Unternehmensfühung ergibt nicht automatisch ein ethisches Produkt

Denn auch wenn ein Unternehmen seine Produktion zu 100 Prozent aus Erneuerbaren Energien bestreitet, in seiner Kantine Bio-Gerichte aus regionalen und saisonalen Produkten anbietet und den Arbeitnehmern weitreichende Mitbestimmungsrechte einräumt – so ist der Begriff der Nachhaltigkeit doch fragwürdig, wenn es sich um ein Unternehmen handelt, das Kriegswaffen herstellt. Für eine umfassende Bewertung von Nachhaltigkeit sollte auch die soziale und ökologische Wirkung eines Produktes mit in die Betrachtung einbezogen werden.

 

 

Wirtschaft und Gesellschaft wirken zusammen

Das ist natürlich ein Extrembeispiel. Denn generell lassen sich Wirtschaft und Gesellschaft nicht auseinanderdividieren. Viele Unternehmen befinden sich eher in der für die Moderne typischen Situation, mit ihren Produkten zwar weder den konkreten Weltfrieden noch den sofortigen Stopp des Klimawandels zu befördern, sind aber durchaus bestrebt, ihre Prozesse sozial, ökologisch und klimafreundlich zu gestalten und ihre Produkte nachhaltig zu fertigen.

 

 

Beispiel Energiewirtschaft

Große Energiekonzerne müssen ihre Nachhaltigkeitsstrategie neu definieren.

In loser Folge stellen wir daher Branchen und Unternehmen vor, die sich den anspruchsvollen Nachhaltigkeitszielen stellen. Den Anfang macht die Energiewirtschaft.

 

Durch das gestiegene gesellschaftliche Interesse an Nachhaltigkeitsthemen reagieren Medien und Verbraucher außerordentlich sensibel wenn der Verdacht auf „Greenwashing“ besteht. Wenn Unternehmen der konventionellen Energiewirtschaft gedankenlos ohne konkrete Maßnahmen auf den Nachhaltigkeitszug aufspringen, wird das in der breiten Öffentlichkeit mittlerweile übel genommen und kann sich zum entscheidenden Wettbewerbsnachteil entwickeln.

 

Die Energiewirtschaft ist als Branche einem extremen Wandel unterworfen. Mit dem Siegeszug der Elektrizität und dem Aufbau von Stromnetzen bildeten sich Monopole heraus, die staatlich reguliert wurden. Mit der Liberalisierung des Strommarktes 1998 zog sich der Staat aus der Kontrolle des Energiemarktes zurück, so dass eine breite Anbieterstruktur entstehen konnte. Allerdings bildeten sich mit E.ON, RWE, EnBW und Vattenfall rasch vier große Player heraus, die mit Unterstützung zahlreicher Tochterunternehmen den deutschen Energiemarkt dominierten. Der deregulierte Strommarkt ermöglichte aber auch das Aufkommen einer Vielzahl von kleineren Energieanbietern, die den Ausbau Erneuerbarer Energien zum Ziel hatte.

 

Durch den beschlossenen Atomausstieg und die Energiewende in Deutschland werden die Karten im Energiemarkt aktuell neu gemischt, denn das gegenwärtige Energiesystem ist nicht nachhaltig. Zu diesem Schluss ist die Enquetekommission des deutschen Bundestages gekommen. Um eine Veränderung zu forcieren, muss ein Mix aus Erneuerbaren Energien gefördert und koordiniert werden, denn keine regenerative Quelle kann alleine die künftige Energieversorgung sichern. Entsprechend gefördert werden daher die Solarstromerzeugung mit Photovoltaik, Wind- und Wasserkraft, Biomasse, Geothermie und Gezeitenkraft.

 

Die konventionellen Energie-Anbieter haben aktuell lediglich einen einstelligen Prozentanteil an den produzierten Erneuerbaren Energien. Entsprechend sind diese Unternehmen jetzt besonders gefordert, ihre Nachhaltigkeitsstrategie neu zu definieren.

 

Sonderkonditionen mit den Grünes Geld News

Dabei wandelt sich bei den bislang führenden Konzernen der bisherige Wettbewerbsvorteil zum Nachteil. Den behäbigen Wirtschaftsriesen stehen jetzt viele agile und wandlungsfähige Unternehmen gegenüber, die bereits positive Nachhaltigkeitsbilanzen für sich verbuchen können. Unter den Anbietern von regenerativen Energien befinden sich engagierte Start-ups, Energiegenossenschaften und auch viele regionale Energieversorger, die jetzt als kommunale Unternehmen agieren.

 

 

Nachhaltiges Denken heißt vorausschauendes Denken

Nachhaltigkeit bedeutet auch immer, die Zeichen der Zeit zu erkennen und frühzeitig den richtigen Weg einzuschlagen. Manche Entwicklungen sind unausweichlich, auch wenn sie etwas auf sich warten lassen. Ein gutes Beispiel dafür sind die Erneuerbaren Energien, denn Experten haben bereits vor Jahrzehnten auf die Begrenztheit von fossilen Energieträgern, dem Schaden für das Klima durch eine hohe Kohlendioxid-Belastung sowie den generellen Gefahren durch Atomkraft hingewiesen. Wer früh auf Erneuerbare Energien gesetzt hat, sieht sich jetzt in seiner Investition bestätigt.

 

Grünes Geld, Experte für nachhaltige Geldanlagen, bietet viele interessante Geldanlagen im Bereich der Erneuerbaren Energien an. Denn Wind, Sonne und Wasser bringen nicht eine nachhaltige Lösung für unsere Energieversorgung, sondern auch eine interessante Rendite. Machen Sie den Grünes Geld Test und finden Sie heraus, welche grüne Geldanlage für Sie optimal ist.

 

 

 

Carmen Junker

Verfasser des Beitrages: Carmen Junker ist Gründerin der Grünes Geld GmbH und Geschäftsführerin der Grünes Geld GmbH. Carmen Junker:“ Ein Grund mein berufliches Wirken speziell auf die Nachhaltige Geldanlage auszurichten ist, die Welt ein Stück positiver zu gestalten mit den Mitteln und Kenntnissen die mir zur Verfügung stehen. Aus der Verantwortung für die kommende Generation und weil ich selbst noch einige Jahre auf diesem schönen Planeten verbringen möchte“.