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Chevron-Texaco verurteilt – Juristischer Sieg gegen einen multinationalen Konzern

Montag, 21. Februar 2011

Regenwaldindianer und Umweltaktivisten haben in Ecuador einen juristischen Sieg gegen einen mutlinationalen Konzern heimgefahren, das ist weltweit einmalig. Sie verklagten den Ölmulti Chevron-Texaco aus den USA auf mehrere Milliarden Euro Schadensersatz aufgrund der extremen Schäden der Erdölförderung an den Menschen und ihrer Natur in Ecuador.

 

Seit Jahren hat der Ölkonzern versucht sich der Verantwortung zu entziehen, den Gerichtsprozess stets weiter hinauszuzögern und schließlich zum Scheitern zu bringen. Das in diesem südamerikanischen Land zuständige Gericht „Lago Agrio“ sproch nach über Jahre andauernden Untersuchungen, Anhörungen und Gerichtstagen am 16.02.2011 das Urteil. Darin wurde Chevron-Texaco verurteilt, als Entschädigung an über 30.000 Opfer umgerechnet etwa 6 Mrd. Euro zu zahlen. Zusätzlich muss sich der Konzern öffentlich für begangenen Straftaten entschuldigen.

 

Doch trotz Milliarden von Euro werden die Schäden kaum behoben werden können, so immens sind diese. Chevron-Texaco hat über 26 Jahre hinweg  Millionen von Tonnen an Erdölrückständen und extrem giftigen Förderwässern im Regelwald entsorgt.

Ölfrosch

Durch die Ölförderung wird die Natur und deren Artenvielfalt zerstört.

Einheimische Indianer kämften aufgrund dessen mit Vertreibung, Verelendung, Vergiftung und Tod. Der Regenwald wurde mehr und mehr zerstört und die dort vorhandene Artenvielfalt verringerte sich kontinuirlich. 1991 wurde Texaco aufgrund von Protesten  aus Ecuador verbannt. Von 1995 bis 1998 versuchte der Konzern mit kosmetischen Reinigungsaktionen im Regenwald erfolglos seine Schuld zu begleichen.

Laut Klaus Schenck, dem Wald- und Energiereferent von „Rettet den Regenwald“, müssen als nächstes die Düsseldorfer Landelsbank WestLB und der Entwicklungsminister Niebel zur Verantwortung gezogen werden. Denn die WestLB stellte einen Kredit über 850 Mio. US-Dollar zur Verfügung, welcher von 2001 bis 2003 den Bau der 500km langen OCP-Schwerölpipeline finanzierte. Dieser Bau soll das Anzapfen von Schwerölfeldern unter dem Yasuni-Nationalpark ermöglichen.

Umweltschützer und Menschenrechtler haben darauf reagiert und die Yasuni-ITT-Initiative gegründet. Die internationale Staatengemeinschaft soll Ecuador durch Kompensationszahlungen helfen, nicht mehr vom Erdöl abhängig zu sein, wodurch der Abbau von Erdöl gestoppt werden würde. 2006 übernahm die Regierung von Ecuador offiziell diese Initiative. Sie soll den Umweltschutz, Gesundheits- und Sozialprogramme finanziell unterstützen. Auch der Deutsche Bundestag ist überzeugt von der Initiative und verlangt Unterstützung auch von der Bundesregierung.

 


 

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Entgegen allen Erwartungen hat Entwicklungsminister Niebel jedoch im September letzen Jahres die eingeplante deutsche Beteiligung gestrichen und somit die gesamte Yasuni-ITT-Initiative gefährdet. Seine Begründung lag darin, einen Präzedenzfall vermeiden zu wollen. Denn die Pipeline der WestLB bleibt weiterhin halbleer ohne das Öl aus Yasuni. Das bedeutet den Bankrott für die Betreibergesellschaft und somit auch den Zahlungsausfall für die WestLB.

2009 gab es zusätzlich einen Bruch der OCP-Pipeline. Dabei verseuchten mindestens 14.000 Barrel die Gewässer im ecuadorianischen Amazonasgebiet.

 

„Rettet den Regenwald“ ist sehr erfreut über das Geschehene und beglückwünscht die Menschen in Ecuador für deren historischen Sieg. Der Verein macht bereits seit Anfang der 90er Jahre mit unzähligen Kampagnen aufmerksam auf die Schäden durch Erdölförderung im Regenwald. Für die Yasuni-ITT-Initiative machte der Verein sich immer wieder stark und war mehrmals vor Ort in den betroffenen Ölfördergebieten in Ecuador.

 

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