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Olympische Ausmaße bei der Ausbeutung von Näherinnen

Dienstag, 07. August 2012

Zu einem Hungerlohn und zu unmenschlichen Arbeitsbedingungen müssen Näherinnen in China T-Shirts produzieren.

Sommer 2012: Es laufen die Olympischen Spiele in London. Sportunternehmen wie beispielsweise Adidas zahlen zu dieser Zeit immense Summen an Sponsonren. Gleichzeitig in China und ähnlichen Ländern nähen Frauen T-Shirts für diese Sportunternehmen für einen Hungerlohn von im Durchschnitt ein Euro pro Stunde, der kaum für eine Lebensexistenz ausreichen kann.

 

Vor Beginn der Olympischen Spiele startete Fairplay eine Kampagne, bei der 175 Näherinnen aus 10 Fabriken aus den Ländern China, Sri Lanka und Philippinen über ihre aktuelle Situation befragt wurden. Aus den Fabriken beziehen namenhafte Unternehmen wie Adidas, Nike, New Balance oder Speedo ihre Waren. Das Ergebnis der Befragung ist erschütternd:

In den Fabriken herrschen Hungerlöhne und erzwungene Überstunden, gewerkschaftliche Aktivitäten werden unterbunden und die Arbeitsverhältnisse sind oftmals gesundheitsgefährdend. Mitarbeiter, die gegen diese Verhältnisse protestieren setzen ihren Job aufs Spiel.

 

Damit in einer chinesischen Fabrik das Arbeitsziel erreicht werden kann, müssen die Näherinnen von 8 Uhr frühs bis 10Uhr abends arbeiten. Eine Frau, welche bei einer Betriebskontrolle von den Arbeitszeiten erzählte, wurde anschließend gekündigt. Über Fabriken auf den Philippinen wurde berichtet, dass Frauen sogar entlassen wurden, weil sie mit anderen Kolleginnen während der Arbeitszeit geredet haben.

 

Grund für diese unmenschlichen Arbeitsverhältnisse ist die Ungleichmäßige Verteilung des Geldes der Sportunternehmen, denn Geld an sich ist genügend vorhanden bei den Konzernen. Während in Vermarktung und Image viele Millionen Euro fließen, wird bei der Produktion bis auf ein Minimum hin gespart.

 

Doch gerade bei den Olympischen Spielen könnte ein Zeichen gesetzt werden, indem Nationen ihre Bekleidung aus sozialen und ökologischen Produktionsstätten beziehen. Das Österreichische Olympische Comite´ hatte sich bereits 2008 für solch eine Beschaffung ausgesprochen, hat es aber dieses Jahr bei den Spielen immer noch nicht in die Tat umgesetzt. Wir hoffen, dass sich das bei den nächsten Olympischen Spielen ändern wird und viele weitere Nationen den selben Schritt gehen.

 

Wenn Sie selbst auch einen Beitrag zu mehr Menschlichkeit und Gerechtigkeit beitragen wollen, ist es sinnvoll in soziale Fonds und ökologische Fonds zu investieren, welche Ihnen bei Umweltbanken angeboten werden.