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Die nachhaltigsten Städte in Deutschland

Freitag, 01. September 2017

Zusammenfassung: Nachhaltigkeit ist das Gebot der Stunde. Während die Vereinten Nationen 17 Nachhaltigkeitsziele verabschiedet haben, geht es national um die Umsetzung dieser wichtigen Ziele. Städten und Gemeinden fällt bei der Umsetzung einer nachhaltigen Entwicklung eine besonders wichtige Rolle zu – ganz im Sinne des Slogans „think globally – act locally“.

 

Nachhaltige Entwicklung kennt nur Gewinner!

Nachhaltigkeit ist Trumpf! – Das Kriterium der Nachhaltigkeit hat sich zu einer starken Antriebsfeder entwickelt, die neue Standards für Unternehmen, Produkte, Prozesse und nicht zuletzt auch für den Lebensstil der Menschen setzt.

 

Die durchaus anspruchsvollen Ziele haben ihre Berechtigung, schließlich geht es bei Nachhaltigkeit um weit mehr als um ökologische Lebensmittel und Toilettenpapier mit dem Blauen Engel.

 

Nachhaltigkeit bringt Umwelt-, Natur- und Klimaschutz unter einen Hut und hat zum Ziel, die Erde auch für zukünftige Generationen lebenswert zu erhalten. Damit bildet der Begriff der Nachhaltigkeit das Dach für die unzähligen Aktivitäten, die zur Bewahrung der Lebensgrundlagen dienen und einen Beitrag dazu leisten, bereits entstandene Schäden auszugleichen.

 

Unternehmen haben durchaus bereits die Vorteile von sinnvollen Nachhaltigkeitskonzepten entdeckt. Dabei spielen nicht nur Marketing-Strategien eine tragende Rolle, sondern durchaus auch die handfesten wirtschaftlichen Vorteile einer nachhaltigen Unternehmensführung.

 

 

Think globally – act locally

Komplexität nimmt zu.

Die Probleme der Welt werden zunehmend komplexer. Die unzähligen Abhängigkeiten und Verbindungen, die nahezu jedem Produkt und jedem Prozess anhängig sind, erfordern globales Denken.

 

Daher haben auch die Vereinten Nationen insgesamt 17 Ziele für eine nachhaltige weltweite Entwicklung definiert, die eine sichtbare positive Veränderung bis zum Jahr 2030 bringen soll.

 

Dabei geht es um forcierte Maßnahmen in den Bereichen Wirtschaft, Soziales und Ökologie. Die unterzeichnenden Staaten sind konkret dazu aufgefordert, ihren Beitrag zu leisten, um einer weiteren Spaltung zwischen Arm und Reich entgegenzuwirken. Entsprechend sollen auch tragfähige Konzepte zur Sicherung von Ernährung, dem Zugang zu sauberem Wasser, klimafreundlicher Energie sowie zu Bildungseinrichtungen erarbeitet werden. Wirtschaftliches Wachstum und ökologische Standards sollen in Einklang gebracht werden. Die 2015 definierten Nachhaltigkeitsziele wurden bislang von den Staaten unterschiedlich erfolgreich umgesetzt. Das ist wenig verwunderlich, denn die Ausgangssituationen sind enorm unterschiedlich. Während die Industriestaaten besonders gefordert sind, ihren CO2-Ausstoß zu verringern, steht bei den Ländern des Südens die Beseitigung von Hunger und Armut ganz oben auf der To-Do-Liste.

 

Die Verabschiedung der 17 Nachhaltigkeitsziele durch die UN sind eine große Leistung, denn sie unterstreichen die Wichtigkeit des nachhaltigen Handelns weltweit. Doch die Probleme der Menschheit können kaum durch die Definition von Staatszielen allein gelöst werden. Daher ist das lokale Handeln eine wichtige Aufforderung an jeden Menschen.

 

 

Nachhaltige Städte und Gemeinden – Gemeinsam lokal handeln

Gemeinsam aktiv!

Sicher ist ein individuelles ethisches Handeln eine gute Sache, doch noch wirkungsvoller wird es, wenn größere gesellschaftliche Gruppen sich gemeinsam das Ziel Nachhaltigkeit auf die Fahnen schreiben. Wie etwa Städte und Gemeinden.

 

Viele Kommunen haben in den vergangenen 25 Jahren sehr engagiert das Aktionsprogramm Agenda 21 umgesetzt, das aus den Empfehlungen der Konferenz für Umwelt und Entwicklung der Vereinten Nationen 1992 in Rio de Janeiro entstanden ist. Kurzgefasst lautet das Ziel der Agenda 21: Eine nachhaltige Entwicklung soll kommunal umgesetzt werden.

 

Seit 2012 wird in Deutschland ein Nachhaltigkeitspreis für Städte und Gemeinden vergeben. Dabei werden seit dem jährlich – aufgeteilt in drei Kategorien – eine Großstadt, eine Stadt mittlerer Größe sowie eine Kleinstadt beziehungsweise Gemeinde für ihre nachhaltige Stadtentwicklung ausgezeichnet.

 

Entscheidend für die Preisverleihung ist das besondere Nachhaltigkeitskonzept der Kommune. Berücksichtigt wird dabei auch die Wirtschafts- und Finanzkraft der Bewerber. Gute Chancen haben also Städte, die mit limitierten Möglichkeiten eine nachhaltige Entwicklung vorantreiben.

 

Das Preisgeld beträgt jeweils 35.000 Euro und wird zweckgebunden für ein Nachhaltigkeitsprojekt in der jeweiligen Stadt vergeben. Vergeben wird der Preis für Städte und Gemeinden von der gemeinnützigen Allianz Umweltstiftung, die Projekte aus den Bereichen Umwelt, Soziales, Kultur und Bildung fördert.

 

Die Auszeichnungen der nachhaltigsten Städte und Gemeinden sind Teil des Deutschen Nachhaltigkeitspreises, der außerdem auch Preise für nachhaltiges Bauen sowie nachhaltige Unternehmen vergibt.

 

 

And the Winner is … – bisherige Preisträger in der Kategorie Großstadt

Bislang wurden jeweils fünf Großstädte, mittlere Städte und Kleinstädte beziehungsweise Gemeinden mit dem Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnet.

 

2012: Freiburg – Die heimliche Öko-Hauptstadt

Nicht alle Freiburger fahren mit dem Rad – aber viele.

Erster Preisträger im Jahr 2012 in der Kategorie Großstadt war Freiburg im Breisgau. Eigentlich keine besondere Überraschung, denn die badische Metropole gilt bereits seit langem als heimliche Öko-Hauptstadt und machte mit dem autofreien Wohnviertel Vauban, einem grünen Oberbürgermeister und der ersten Photovoltaik-Anlage auf einem Stadiondach vielfach von sich reden gemacht.

 

Aber Freiburg hat noch mehr zu bieten und nimmt die nachhaltige Stadtentwicklung als gemeinschaftliches Projekt mit seinen Bürgern und den unterschiedlichen Interessensgruppen ernst. Darüber hinaus setzt die Stadt auch intern auf eine verknüpfte Finanz- und Nachhaltigkeitsberichterstattung als Teil seiner strategischen Nachhaltigkeitssteuerung.

 

Um das Engagement jedoch auch für alle Bürger sichtbar zu machen, setzt Freiburg auf eine Vielzahl praktischer Projekte, die Nachhaltigkeit erfahrbar machen. So setzte die Stadt auch das Preisgeld für ein sehr klassisches Nachhaltigkeitsthema ein: Mit dem Projekt „Schulverwaldung“ lernen Schulklassen direkt im Freiburger Schulwald die vielfältigen Prozesse der Natur hautnah kennen.

 

 

2013: Augsburg – Stadt mit Zukunftsleitlinien

Reiche Fugger-Stadt mit Häusern wie aus der Puppenkiste.

Zukunftskompetenz haben in den letzten Jahren auch vier weitere Großstädte unter Beweis gestellt. 2013 wurde die Fugger-Stadt Augsburg als nachhaltigste Stadt ausgezeichnet. Bereits im Vorjahr kam die Stadt unter die ersten drei in der Auswahl der nachhaltigsten Städte. Augsburg hat ein ambitioniertes Handlungsprogramm zum Thema Nachhaltigkeit entwickelt. Entstanden ist das Programm an Runden Tischen von Bürgern, Stadtverwaltung, Politik, Institutionen, Vereinen und Verbänden. Obgleich dieses Vorgehen durch die Vielzahl der Akteure sehr aufwändig ist, scheut Augsburg den Aufwand nicht.

 

Das Handlungsprogramm, das aktuell durch Zukunftsleitlinien für Augsburg ersetzt wurde, wird kontinuierlich weiterentwickelt und wurde zunehmend breiter aufgestellt. Neben den vielfältigen Belangen des Umwelt- und Klimaschutz, wirkt Augsburg verstärkt darauf hin, durch unterschiedliche Maßnahmen die Stadt lebenswert und naturnah zu gestalten. So wird aktuell ein Coffee-to-go-Mehrwegkonzept erarbeitet, um die Abfallflut durch den mobilen Kaffeegenuss einzudämmen.

 

Auch Baumschutz wird groß geschrieben. Um das Stadtklima zu verbessern und einen gesunden Lebensraum auch für vielfältige Vogel- und Insektenarten zu erhalten, bietet das Umweltreferat Informationen und Beratung zum Thema Baumschutz bei Bauvorhaben. Dabei bezieht sich der Service nicht nur auf Bauvorhaben mit städtischer Beteiligung, sondern richtet sich auch ganz klar an Bürger und Baufirmen.

 

Nachhaltigkeit ist aber nicht nur im Umweltbereich von Bedeutung. Augsburg hat ebenso Programme für günstigen Wohnraum aufgesetzt und bietet seinen Bürgern ein weitreichendes Beratungs- und Hilfsangebot in besonderen Lebenslagen. Ebenso stehen bedarfsgerechte Bildungs- und Betreuungseinrichtungen auf der Agenda. Durch den Nachhaltigkeitspreis sieht sich die Stadt in ihrem langjährigen Engagement bestärkt und nicht zuletzt auch gestärkt.

 

 

2014: Dortmund – Aktive Ruhr-Metropole

Gelungenes Konversionsprojekt am Phönix-See.

Großstädte in Nordrhein-Westfalen haben es schon allein vom Image her schwerer, mit Nachhaltigkeitszielen in Verbindung gebracht zu werden, als ihre süddeutschen Kollegen. Dortmund, die bevölkerungsreichste Stadt des Ruhrgebiets hat jedoch diese Herausforderung beherzt angenommen – und das mit einigem Erfolg. Aufgrund ihres integrierten politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Engagements, wurde Dortmund als nachhaltigste Großstadt 2014 ausgezeichnet.

 

Seit Ende der neunziger Jahre beschäftigt sich Dortmund tiefergehend mit dem Erhalt der natürlichen Ressourcen für kommende Generationen – ganz im Sinne der Lokalen Agenda 21. Nachhaltige Entwicklung hat Dortmund jedoch zur Chefsache erklärt. Obgleich viele Bereiche direkt beim Oberbürgermeister angesiedelt sind, setzt die Stadt auf Vernetzung und Kooperation, verfügt über weitreichende Beteiligungsinstrumente und holt Bürger, Unternehmen und lokale Einrichtungen mit ins Boot. Die Stadt hat eine Vielzahl überzeugender Projekte initiiert und betreibt ein umfangreiches Nachhaltigkeitsmanagement.

 

Besondere Schwerpunkte liegen in den Bereichen Klimaschutz, Energie- und Wärmeversorgung, Elektromobilität sowie Bildung und Integration. Darüber hinaus ist Dortmund mit dem großangelegten Konversionsprojekt Phönix eine nachhaltige Umgestaltung eines ehemaligen Areals der Montanindustrie in einen modernen Standort für Zukunftstechnologien sowie ein Naherholungsgebiet gelungen. Hier ergeben sich auch positive Auswirkungen für das Stadtklima und die Biodiversität der Region.

 

 

2015: Karlsruhe – Wachstum mit Weitblick

Tradition und Moderne.

Wie auch im Vorjahr Dortmund, gelang es Karlsruhe erst im zweiten Bewerbungsanlauf vollständig zu überzeugen. 2015 wurde die badische Stadt zur nachhaltigsten in Deutschland gekürt.

 

Überzeugen konnte Karlsruhe mit einem umfassenden Nachhaltigkeitsprofil. Dabei konnte die zweitgrößte Stadt Baden-Württembergs mit vielen erfolgreichen Projekten aufwarten und begegnet den Herausforderungen einer wachsenden Stadt mit ökologischem und sozialem Weitblick.

 

Besonders gelungen ist dabei das integrierte Stadtentwicklungskonzept, das ressortübergreifend und die kommunale Nachhaltigkeitsstrategie festlegt. Entstanden ist die Strategie unter starker Beteiligung der Bürger. Dabei wurde auch Wert auf eine besondere Partizipation von Kindern und Jugendlichen gelegt. Zu einer breiten Akzeptanz trägt auch die Einbeziehung relevanter Gruppen wie dem NABU  oder dem BUND bei.

 

Karlsruhe hat es sich zum Ziel gesetzt, bis 2050 klimaneutral zu sein und unterhält dazu auch eine kommunale Klimaschutzagentur. Auch die Synergien, die sich am Wissenschaftsstandort Karlsruhe ergeben, werden sinnvoll genutzt: Die Initiative “SmarterCity“ vernetzt Forschung und Wirtschaft bei der Entwicklung nachhaltiger Innovationen.

 

 

2016: Nürnberg – Schluss mit dem Frankensmog

Beschauliche Wirkung – erstaunliche Projekte.

Bei seiner dritten Bewerbung hatte Nürnberg 2016 endlich die Nase als nachhaltigste Großstadt vorn. Die zweitgrößte Stadt Bayerns überzeugte unter anderem als treibende Kraft der nachhaltigen Entwicklung in der Metropolregion sowie durch eine Vielzahl von Projekten und Initiativen, die eine soziale und ökologische Nachhaltigkeit voranbringen.

 

Auch in der Franken-Metropole ist Klimaschutz ein wichtiges Thema. Schließlich wurde der Franken-Smog über dem Gewerbegebiet Nürnberg-Süd durch den Sänger Heinz-Rudolf Kunze über die Grenzen der Region hinaus bekannt. Bis zum Jahr 2050, so das Ziel von Nürnberg, soll die CO2-Emissionen um 80 Prozent reduziert werden.

 

Ein weiterer wichtiger Schwerpunkt Nürnbergs liegt in der nachhaltigen Entwicklung der Bereiche Bildung und Integration. Ein Thema, das Nürnberg schon lange am Herzen liegt. Schließlich verleiht die Stadt seit 1995 alle zwei Jahre den Internationalen Nürnberger Menschenrechtspreis.

 

 

Kleines Nord-Süd-Gefälle

Ob es kleineren, mittleren oder großen Städten leichter oder schwerer fällt, ein sinnvolles Nachhaltigkeitskonzept zu entwickeln und konsequent zu verfolgen, ist schwierig zu beantworten. Während größere Kommunen von einer agilen Vereins- und Verbandslandschaft profitieren, die Entwicklungen positiv mit beeinflussen kann, haben es kleinere Gemeinden oft leichter, Projekte zeitnah umzusetzen. Natürlich ist auch die finanzielle Ausstattung der Kommune von Bedeutung, ebenso politische Traditionen der Mitbestimmung.

 

In den vergangenen fünf Jahren wurden im Bereich der mittleren Städte Neumarkt in der Oberpfalz, Primasens, Ludwigsburg, Kempten und Delitzsch ausgezeichnet. Bei den kleineren Städten und Gemeinden konnten bisher das hessische Alheim, die Nordseeinsel Juist, die bayerischen Kommune Furth sowie die ebenfalls bayerischen Kleinstädte Pfaffenhofen und Wunsiedel überzeugen.

 

 

Nachhaltigkeit am Standort Internet

Grünes Geld, Experte für nachhaltige Geldanlagen, hat sein Beratungsbüro seit mehr als zehn Jahren in einer mittleren Stadt.

 

„Wir fühlen uns hier sehr wohl, denn eine Stadt dieser Größe bietet eine vielfältige Infrastruktur. Gleichzeitig schätzen wir die Nähe zur Natur und den ausgedehnten Waldgebieten, die quasi vor unserer Haustür liegen“, erklärt Carmen Junker.

 

Als Finanzberater, die Nachhaltigkeit auch leben, versuchen die Berater von Grünes Geld auf unnötige Fahrten zu verzichten. Viele Beratungsgespräche lassen sich hervorragend über Telefon und Internet führen. „So müssen wir nicht auf den persönlichen Kontakt verzichten und sparen dennoch CO2-Emissionen ein,“ so Carmen Junker weiter.

 

 

 

 

 

 

Portraitfoto Gerd Junker Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.

Filmtipp: Die große Stromlüge

Freitag, 22. April 2016

 

Ich möchte einen Filmtipp weitergeben, auf den ich durch den den Newsletter von Hans-Josef Fell, einem der beiden Väter des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes, aufmerksam geworden bin. Wirklich sehenswert.

 

Ich zitiere einfach den Newsletter von Herrn Fell, Präsident der Energy-Watch-Group (und im übrigen unser Video-Interview-Partner vor ein paar Monaten) :

 

Sehr geehrte Leserinnen und Leser!

hans-josef-fell

Hans-Josef Fell (Bild: hans-josef-fell.de)

 

Die große Stromlüge“ ist ein Film, den jeder sehen muss, wenn er verstehen will, warum es den Erneuerbaren Energien in der EU und Deutschland so schlecht geht.

Die Frankfurt School of Finance hatte erst vor kurzem aufgezeigt, dass die Investitionen in der EU und Deutschland massiv und entgegen dem Welttrend eingebrochen sind (siehe meine Schlagzeile vom 26. März: http://bit.ly/1pPeV1t). Arte hat eine einzigartige Dokumentation produziert, die schonungslos und exzellent beschreibt, wer die Schuldigen hinter dem massiven Einbruch sind: Politiker, die selbst mit der konventionellen Energiewirtschaft kooperieren und aktiv deren Bestandschutz organisieren.

Beispielhaft werden politische Entscheidungen und Verquickungen der maßgeblichen Entscheidungsträger in Deutschland, Spanien, Frankreich, Großbritannien und auf der EU Ebene beleuchtet, die den einst blühenden Erneuerbare-Energien-Sektor in Europa weitgehend zu Fall brachten.

Der Film ist ein Muss für jeden, der verstehen will, was die wirkliche Interessenslage hinter der europäischen Energiepolitik ist. Wer ihn gesehen hat, wundert sich nicht mehr, warum immer noch auf sündhaft teure und höchst gefährliche Atomkraft, sowie schmutzige, klimaschädliche, aber auch Terror und Kriege befördernde fossile Energien gesetzt wird, obwohl doch alle angeblich den Klimaschutz und damit den Ausbau der Erneuerbaren Energien befürworten.

Der Film ist es wert, zusammen mit dem Kinofilm „Power to Change“ von Fechner Media, der die Lösungen aufzeigt, von möglichst vielen Menschen gezeigt und gesehen zu werden.

Vielleicht entsteht dann endlich wieder eine große breite Bürgerbewegung, die sich wehrt gegen eine willfährige Politikerklasse, die sich schützend vor die Interessen der alten Energiewirtschaft stellt und dafür sogar die ökologische, soziale und friedenspolitische Destabilisierung der gesamten Gesellschaft in Kauf nimmt.

Der Film läuft morgen, 19. April um 8:55 Uhr und Mittwoch, 11. Mai um 10:45 Uhr auf Arte:

http://www.arte.tv/guide/de/052400-000-A/die-grosse-stromluege

Die komplette Sendung ist auch bis 28. Mai in der Mediathek des enorm Magazins abrufbar:

http://enorm-magazin.de/die-grosse-stromluege

Berlin, den 18. April 2016
Ihr Hans-Josef Fell
Präsident der Energy Watch Group (EWG) und Autor des EEG Gesetzentwurfes
fell@hans-josef-fell.de
www.hans-josef-fell.de
Twitter: @HJFell
Bei mir werden Erneuerbare Energien groß geschrieben!

 

Wer mit seiner Geldanlage direkt den Klimaschutz unterstützen möchte, kann sich hier informieren:

 

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Portraitfoto Gerd Junker Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.

Dieser Mann vernichtet Ihr Geld: Wie Mario Draghi eine Inflation anfacht und was es für Sie bedeutet

Montag, 02. Juni 2014

Wie lange müssen Sie arbeiten, um 1.000,00 Euro zu sparen? Wie lange für 10.000,00 Euro? Wie lange für 100.000,00 Euro?

 

Überlegen Sie bitte.

 

Viele Menschen haben Jahrzehnte gebraucht, um sich ein gewisses finanzielles Polster, von sagen wir 50.000,00 Euro, zusammen zu sparen. Wenn der Deutsche aktuell ein Netto-Monatseinkommen von ca. 2.000,00 Euro hat, davon 10% sparen könnte, bräuchte er dafür 250 Monate. Das sind mehr als 20 Jahre.

 

Verantwortlich für Inflation? Mario Draghi

Mario Draghi: Beginn der großen Geldentwertung? (Foto: ECB Press Pictures)

Doch ihr Vermögen ist gefährdet. Spätestens seit der vom Chef der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, einberufenen Sitzung von rund 150 Experten im portugiesischen Sintra letzte Woche. Bereits seit einiger Zeit bereitet die EZB die Finanzmärkte darauf vor, dass die geldpolitischen Zügel weiterhin gelockert werden sollen. Im Rahmen seiner Überlegungen „Anatomie der Inflation“ hat der in Rom geborene Mario Draghi dabei betont, dass die Zielmarke einer Inflationsrate von 2 Prozent nicht zur Diskussion stehen würde. Allein: Beim jetzigen Inflationsstand in Euroland von 0,5% (Mai 2014) muss Draghi die Märkte mit Geld fluten, um die Rate zu erhöhen. Ob dann ein rechtzeitiges geldpolitisches Bremsen erfolgt, muss bezweifelt werden. Inflationsraten von 5% könnten also durchaus erreicht werden; wenn die Dinge außer Kontrolle geraten auch wesentlich mehr.

 

 

Einen ernsthaften Widerstand von den Regierungen in den Euro-Ländern braucht Draghi nicht zu befürchten. Niedrige Zinsen bedeuten auch niedrige Zinsen für deren Staatsschulden. Was für Berlin nur ein schöner Nebeneffekt ist und teure Geschenke an die Wähler ermöglicht, ist für Lissabon, Madrid oder Athen überlebensnotwendig. Würden deren Zinszahlungen auf tatsächlich angebrachte Zinshöhen klettern, könnten sie Ihre Staatsschulden kaum mehr tragen. Draghi kann also ungestört eine Notenbankpolitik betreiben, wie sie in den Südländern vor der Euro-Einführung ohnehin immer betrieben wurde. Eine Politik der weichen Währung mit höheren Inflationsraten und sinkenden Wechselkursen.

 

 

 

 

Dazu grundlegende Überlegungen, die Sie für die nächsten, unruhigen Jahre, wissen sollten (unter anderem aus der Wirtschaftswoche, 23/2014, FocusMoney 21/2014):

 

1.) Wozu braucht man Zinsen und wie hoch sollten Sie sein?

 

Immer wieder wird diskutiert, wozu man Zinsen benötigt. Nicht wenige fordern den kompletten Verzicht auf Zinsen, im Islam sind Zinsen prinzipiell verboten (Zinsverbot). Doch sie sind wichtig, sie sind ein Ausgleich für die sogenannte Zeitpräferenz, also die Neigung des Menschen zu schnellem, sofortigen Konsum. Der gezahlte Zins ist ein Ausgleich dafür, dass der Mensch sein aktuell vorhandenes Geld nicht sofort ausgibt, sondern erst später. Je höher die Zeitpräferenz, desto höher ist auch der Zinssatz zum Ausgleich hierfür.

Die aktuellen Zinsen sind manipuliert, sie werden von den Zentralbanken weltweit, besonders in Europa, künstlich niedrig gehalten. Die Menschen erhalten also zu wenig Ausgleich dafür, dass Sie auf Konsum verzichten. Die Folge: Sie geben ihr Geld sofort aus und fördern ein Leben auf Pump. Kapitalbildung findet nicht mehr ausreichend statt. In Deutschland ist das besonders gut am Bau-Boom zu sehen und an kochenden Immobilienmärkten in den Städten. Das gravierende demographische Problem einer anstehenden Altersarmut wird aktuell ausgeblendet, kaum jemand sorgt in notwendiger Höhe vor.

 

2.) Helfen die Nullzinsen der Konjunktur?

Die niedrigen, vielleicht bald auf Null sinkenden Zinsen, sind ein gefährliches Konjunkturpaket. Kurzfristig hilft günstig zu bekommendes Geld für Kredite den Unternehmen, neue Investitionen zu tätigen und zu expandieren. Es werden dabei jedoch Investitionen getätigt, die sich unter realen Bedingungen nicht lohnen würden. Die Folge: die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen nimmt ab, da sie falsche Entscheidungen treffen. Während die Nullzinspolitik der EZB für die wirtschaftlich weiterhin schwachen Südländer passt, müsste Deutschland eigentlich 3-4 Prozent Zinsniveau haben. Wir sehen in Deutschland einen puren Scheinaufschwung. Er wird zu einem schlimmen Erwachen mit zusammenbrechenden Wirtschaftszweigen führen.

 

3.) Inflation oder Deflation?

Deflation ist das Schreckgespenst der Geldmärkte. Es bedeutet grundsätzlich, dass die Preise für Waren und Dienstleistungen fallen. Die Folge: Die Konsumenten kaufen nicht mehr, sondern warten, bis die Preise weiter gefallen sind. Die Konjunktur tut sich damit sehr schwer.

 

Doch trotz niedriger Inflationsrate – eine Folge des Platzen von Kredit- und Spekulationsblasen – von 0,5% sind wir von einer Deflation noch ein gutes Stück entfernt. Die Geldmenge M1, die für die Finanzierung von Güterkäufen wichtig ist, wächst mit aktuell 5% – eine Deflation ist damit kaum zu befürchten.

 

Die Bürger müssen sich mittelfristig dagegen auf höhere Inflation einstellen.

 

4.) Ist die inflationäre Flutwelle vermeidbar?

 

Die wichtigen Zentralbanken der Welt (USA, Japan, Großbritannien) gehen aktuell einen Weg,  der von der Bundesbank früher niemals geduldet worden wäre. Sie kaufen Staatsanleihen Ihrer eigenen Länder auf und finanzieren damit den auf Pump gekauften Aufschwung ihrer Regierungen.

 

Auch die Europäische Zentralbank EZB steht kurz davor, die Politik der „quantitativen Lockerung“ endgültig einzuführen. Niedrige Teuerungsraten, schleppende Konjunktur in einigen Euro-Staaten sowie ein starker Euro könnten sie dazu verleiten. Haben sich die Regierungen erst mal daran gewöhnt, dass die Schulden einfach von der EZB aufgekauft werden, hängen Sie am Tropf wie ein drogenabhängiger Junkie. Der Entzug lässt sich nur äußert schwer durchführen.

 

Außerdem: die Zentralbank, die zuerst aus der quantitativen Lockerung aussteigt, stabilisiert ihre Währung sofort. Die Folge: Die Währung verteuert sich, Exporte werden schwieriger und bremsen damit das Wirtschaftswachstum.

 

Vorhersagen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen. Trotzdem, man muss kein großer Prophet sein, um vorherzusagen: All das gedruckte Geld der Notenbanken ist zuviel und muss mittelfristig zu einer Entwertung der Währungen (Inflation) führen. Ob diese Entwertung bereits 2015, oder erst in den folgenden Jahren spürbar wird, ist offen. Idealerweise wird sie auf das EZB-Ziel von 2% pro Jahr begrenzt – das wäre aber ein kleines Wunder. Wahrscheinlicher sind Inflations Raten um die 3 bis 5% pro Jahr, es könnte jedoch auch entgleiten und die Region von 5 bis 10% pro Jahr empor klettern.

 

5.) Wie kann ich mein Geld vor der Entwertung schützen?

Vieles spricht dafür, dass die Mittelschicht am stärksten betroffen sein wird. Während untere Bevölkerungsschichten kaum Sparguthaben besitzen und die höheren Bevölkerungsschichten zumeist in Sachwerte wie Aktien, Immobilien oder Unternehmensbeteiligungen investiert sind, hat die Mittelschicht ihr Geld oft in Sparguthaben oder Lebensversicherungen geparkt.

 

Das Problem: Die Nullzinspolitik verhindert eine messbare Verzinsung von Bankguthaben, Bausparverträgen oder Lebensversicherungen.

 

Steigt beispielsweise die Inflationsrate auf 5%, die Verzinsung erreicht jedoch nur 1%, verliert der Sparer jährlich 4% seines Geldes. Durch den Zinseszins-Effekt sind bereits nach 10 Jahren 44% seines Geld weg.

 

 

 

Inflation: aus 10000 Euro werden in 10 Jahren 6600 Euro

 

 

Immobilien sind nicht die beste Lösung

Genau die eben beschriebenen Inflationsängste der Deutschen lösen einen großen Boom bei den Immobilien aus. In allen aussichtsreichen Lagen, wie zum Beispiel in den Zentren München, Hamburg, Frankfurt oder Düsseldorf, sind die Kaufpreise in den letzten Jahren kräftig angestiegen. Es werden teilweise die 44-fachen Jahresnetto-Mieten als Kaufpreis für eine Immobilie gezahlt – vernünftig gelten Werte um die 15. Ein günstiger Kaufzeitpunkt für den Kauf von Immobilien liegt also sicher nicht mehr vor. Viele jetzige Käufer werden bei einem Verkauf in 10, 15 oder 20 Jahren eine negative Überraschung erleben.

 

Außerdem ist auch eine andere Gefahr für Immobilien-Besitzer am Horizont erkennbar. Kirsten Lühmann, Bundestagsabgeordnete der SPD: „Vermögensabgabe. Ein Wort, das wir mal wieder öfter in den Mund nehmen sollten“. Sie nahm bei Ihren Gedanken in einer Bundestagsdebatte vor rund 1 1/2 Jahren explizit Bezug auf das Lastenausgleichsgesetz von 1952. Damals mussten Besitzer von Vermögen oberhalb von 5000 DM einen Ausgleich leisten für Vertriebene und Kriegsopfer des 2. Weltkrieges. Das traf vor allem Immobilieneigentümer, die durch den Krieg oftmals nicht geschädigt wurden. 50% ihres Vermögens mussten alle abgeben und in einen Ausgleichsfonds einzahlen. Da eine Einmalzahlung kaum zu leisten gewesen wäre, verteilte man die Zahlung auf 30 Jahre. Bis 1979 kam so 42 Milliarden DM zusammen. Bereits 1923 führte der deutsche Staat eine Hauszinssteuer ein, die ausschließlich Immobilienbesitzer traf. 820 Millionen Reichsmark konnten damit für den Staatshaushalt eingenommen werden.

 

Fazit: Immobilien sind ein Sachwert und können deshalb vor Inflation gut schützen. Allerdings sind Immobilien bereits teuer und ein Zugriff des Staates im Extremfall (Staatsverschuldung) wäre keine Überraschung.

 

Aktien als Zuflucht

Während die schleichende Enteignung mit einer Inflationsrate bis 5% mit Aktien ohnehin gut in den Griff zu bekommen ist (langfristige Aktienrendite in Deutschland: gut 8% pro Jahr), haben Aktien auch einen eingebauten Schutz vor gallopierender Inflation. Als Sachwert behalten Aktien nämlich ihren Wert. Beispiel: Wer 1930 sein Geld auf ein Sparbuch legte, hatte 20 Jahre später, 1950, davon praktisch nichts mehr. Der zweite Weltkrieg und die Währungsreform enteigneten ihn. Wer jedoch sein Geld in Aktien von Daimler-Benz investierte, konnte sich bereits 1950 wieder über ein Vermögen in der gleichen Höhe wie 1930 freuen. Wenige Jahre später war es sogar schon wieder deutlich höher.

Und im Blick auf Vermögensabgaben kann der Aktionär ebenfalls beruhigt sein. Denn letztlich handelt es sich um Produktivvermögen, dessen Besteuerung schnell den Kapitalstock von Unternehmen angreifen und damit Arbeitsplätze gefährden kann. Selbst gierige Regierungen schrecken davor immer zurück. Aktuelles Beispiel: Das 2008 verabschiedete Erbrecht sieht eine strengere Besteuerung von großen Erben vor. Großzügige Ausnahmen davon gibt es beim Vererben von Unternehmen – um genügend Arbeitsplätze zu erhalten.

 

Fazit: Der Deutsche mag keine Aktien, weil sie volatil sind (schwanken). Sie sind aber bei Inflation und Hyperinflation die beste Wahl. Die Investition sollte über breit gestreute, nachhaltige Aktienfonds erfolgen.

 

Gold: nur in der Theorie und für den Notgroschen

Immer wieder setzen die Menschen auf Gold als Schutz vor Inflation. Das ist generell richtig, denn langfristig behält Gold immer in etwa den gleichen Wert. Was über hunderte von Jahren gilt, gilt aber nicht für kürzere Zeiträume, denn der Goldpreis unterliegt großen Schwankungen. Der Goldpreis fiel alleine von September 2011 bis Januar 2014 um rund 35% – in drei Jahren wurde den Goldbesitzern also mehr als ein Drittel Ihres Geldes genommen.

 

Und unter ethisch-ökologischen Gesichtspunkten muss Gold gänzlich abgelehnt werden. Dieser Rohstoff wird Mutter Erde oftmals nur unter Inkaufnahme großen Umweltschäden abgewonnen (Landschaftszerstörung, Verunreinigung mit chemischen Substanzen). Die Arbeitsbedingungen in den Goldminen sind oftmals katastrophal.

 

Fazit: Ein paar tausend Euro in klein gestückelten Goldmünzen für den Extremfall zu halten ist denkbar. In großem Stil sind Goldvermögen jedoch ethisch-ökologisch wie auch finanziell unvernünftig.

 

Sachwert: WindkraftInvestitionen Sachwerte

Ein traditionelles Feld für Geldanlagen sind Sachwerte. Gerade im ethisch-ökologischen Bereich wurde hier viel erreicht. Man baut Solarkraftwerke, Windkraftwerke, sonstige Umweltprojekte oder investiert in Holz-Aufforstungen. Solche Projektinvestitionen sind prinzipiell nur als Beimischung für die eigene Kapitalanlagen geeignet, da dort naturgemäß Dinge schief gehen können – schließlich handelt es sich um Projektgeschäft.

 

Gut gestreut, lassen sich dort aber hohe Rückflüsse erzielen und es lässt sich der Inflation ein Schnäppchen schlagen. Egal was mit eine Währung passiert: wer in reale Werte, wie zum Beispiel in Windturbinen oder Wälder sein Kapital anlegt, der kann sich sehr sicher sein, sein Vermögen zu behalten.

 

Fazit: Wer ausreichend streut sollte eine Investition in grüne Sachwerte ernsthaft erwägen. Er tut der Natur etwas Gutes, erzielt schöne Renditen und vermeidet die durch Draghi gefährdeten Papierwährungen.

 

 

 

 

 

Schützen vor Inflation: Sachwerte wie Windkraftbeteiligungen, Fotovoltaik, BHKW

 

 

 

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Portraitfoto Gerd Junker Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.

Altmaiers Vorschläge: Was Sie für Geldanleger bedeuten

Montag, 04. März 2013

Bundesumweltminister Peter Altmaier hat am 28. Januar 2013 mit seinen Vorschlägen zur Begrenzung des Ausbau der Erneuerbaren Energien viel Verunsicherung erzeugt. So ist aus der Bilanz der Bundesnetzagentur ersichtlich, dass der Neubau an Photovoltaikanlagen gegenüber dem Vormonat um rund 17% eingebrochen ist. Was die Vorschläge für den Investor in Erneuerbare Energien bedeuten, erfahren Sie im folgenden Artikel.

 

 

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Technokrat als Umweltminister: Peter Altmaier beweist wenig Herz für die Umwelt.

 

 

Das 2013 ist ein Wahlkampjahr in Deutschland. In solchen Jahren geht es weniger um sinnvolle Politik, als vielmehr um Populismus und Zustimmung an den Stammtischen der Republik. Da passt es sehr gut, wenn nach erhöhten Strompreisrechnungen, die im Januar an die Bevölkerungen gingen, nun Bundesumweltminister Altmaier wortgewaltig seine “Strompreisbremse” ankündigt und Handlungsfähigkeit beweisen möchte. Dass die Gründe für die steigenden Srompreise kaum im Zubau der Erneuerbaren Energien zu suchen sind, spielt dabei keine Rolle. Nach Meinung des Rates für nachhaltige Entwicklung waren neben dem Anstieg der geförderten Menge unter anderem sinkende Preise am Spotmarkt und die sich dadurch erhöhende Differenz zwischen Spotmarktpreisen und Vergütungssätzen, die Degression der Vergütungssätze, Prognosefehler, eine Verschiebung des Technologiemixes und Zusatzkosten durch Verteilungseffekte durch die Entlastung energieintensiver Industrien verantwortlich für einen Anstieg der EEG-Umlage.

 

Das sicherlich nicht in der grünen Ecke angesiedelte Handelsblatt dazu: “Das ist die große Peter-Altmaier-Wahlkampfshow.”

Hier die unverbindlichen Vorschläge Altmaiers vom 28.1.2013:

  1. Zur Sicherung der Berechenbarkeit, Verlässlichkeit und Bezahlbarkeit der EEG-bedingten Stromkosten soll die Höhe der EEG-Umlage erstmals gesetzlich festgeschrieben und begrenzt werden.
  2. Danach bleibt die EEG-Umlage in den Jahren 2013 und 2014 unverändert auf dem seit 1. Januar dieses Jahres geltenden Wert von 5,28 Cent je Kilowattstunde. Für die folgenden Jahre soll ihr Anstieg auf max. 2,5 % pro Jahr begrenzt werden.
  3. Zur Umsetzung dieser Strompreis-Sicherung sind Einmal-Maßnahmen (die auf jeden Fall wirken) sowie ein System automatischer Stabilisatoren (die nur im Bedarfsfall wirken) erforderlich, zu dem alle Akteure der Energiewende einen ausgewogenen Beitrag leisten müssen.

 

Erreicht werden soll das durch diese Punkte:

 

Den Zahlungsbeginn der Einspeisevergütung für Neuanlagen zu flexibilisieren

Das bedeutet in der Praxis, dass Errichter und Besitzer von Erneuerbare Energien Anlagen nicht wissen würden, wann begonnen wird, die Einspeisevergütung zu zahlen. Anders ausgedrückt: während das Geschäftsmodell bisher sehr gut kalkulierbar war, weil die Einnahmen schon vor Beginn der Baumaßnahme, wird es nun gänzlich unkalkulierbar. Wer möchte sich darauf verlassen, dass er einen unbestimmten Ausfall seiner Einnahmen über Monate oder Jahre hinweg zu tragen hat?

 

Die Ausnahme-Regelungen für energieintensive Unternehmen zu reduzieren und zu begrenzen

 

Bis Oktober 2012 profitieren rund 700 Unternehmen von einer Befreiung wegen der EEG-Umlage, für 2013 liegen bereits 2000 (!) neue Anträge auf Befreiung vor (Tagesschau). Was als Notlösung für energieintensive Unternehmen zum Ausgleich von Härten gegenüber internationalen Wettbewerbern gedacht war, hat sich unter schwarz-gelb zu einem beliebten Schlupfloch gemausert. Hier einzuschreiten ist sicher sinnvoll, auch wenn die konkreten Unternehmen und Regelungen sicher spannend sind.

 

Die zunehmende Entsolidarisierung bei der EEG-Umlage durch Eigenproduktion und -verbrauch zu stoppen

 

Noch vor nicht allzu langer Zeit wurden Möglichkeiten von der Politik geschaffen, Eigenproduktion und –verbrauch zu fördern. Nun ist auch das wieder in Frage gestellt. Die konkreten Schritte werden interessant sein.

 

Einen einmaligen EEG-Soli von Betreibern von Bestandsanlagen zu erheben

 

Bei diesem Vorschlag will Altmaier einen zeitlich begrenzten Zuschlag, ähnlich dem nun seit mehr als 20 Jahren gültigen Solidaritätszuschlag für die damals neuen Bundesländer, einführen. Einer der Väter des Erneuerbaren Energien Gesetzes, Hans-Josef Fell, dazu: Mit dem „Energie-Soli“ hat er sogar vor, rückwirkend in getätigte Investitionen einzugreifen, was nach dem Grundgesetz verboten ist. Minister Altmaier setzt damit nicht nur die Energiewende, sondern auch tausende Arbeitsplätze aufs Spiel. (Originalkommentar).

 

 

Was bedeuten die Vorschläge für Investoren und Geldanleger konkret?

 

Wie oben bereits erwähnt, ist Wahlkampfjahr. Entsprechend ist nicht jeder Vorschlag ernst zu nehmen, nicht jeder Vorschlag wird umgesetzt. Für alle wesentlichen Punkte braucht Altmaier die Zustimmung im Bundesrat, und SPD und Grüne sind bereits ablehnend auf die Vorschläge eingegangen. Ob die vorgeschlagenen Punkte vor der Bundestagswahl am 22. September 2013 also umgesetzt werden können, ist sehr unwahrscheinlich. Und was nach der Wahl passiert, wer dann Umweltminister ist, ist offen.

 

Sollten die Vorschläge umgesetzt werden, bedeutet das für Anleger zukünftiger Projekte möglicherweise eine Verschlechterung der Situation. Geldanlagen in bereits gebaute Projekte wie das zum Beispiel der Solarenergie 3 Deutschland oder der Neue Energien VII darstellen, wären nur vom “Soli” betroffen. Wie dieser sich langfristig auswirkt, ist unklar.

 

Generell unberüht von den deutschen Diskussionen sind naturgegeben Projekte im Ausland, wie z.B. der Leonidas XI Windfonds oder der Aquila HydropowerINVEST IV.

 

 

 

Portraitfoto Gerd Junker

Verfasser des Beitrages

 

Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: “Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.” Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.

Energiewende: nur für die Großen oder kann jeder davon profitieren?

Freitag, 01. Februar 2013

Es muss wohl wie ein Blitz aus heiterem Himmel über die großen Energieversorger gekommen sein, das Bekenntnis der Politik zur Energiewende. War es wirklich so oder wollte man einfach nicht hinschauen? Vielleicht hat man zu selbstbewusst auf die oligopolistischen Marktstrukturen geschaut und sich unter dem Dach der Politik unangreifbar gefühlt. Zudem war der gesellschaftliche Auftrag erfüllt. Die Energieversorgung und Arbeitsplätze waren gesichert und die großen Kraftwerke sorgten für Milliardengewinne in den Kassen. Hier war kein Platz für Weitsicht und Umsicht.

 

Die sich aufbauende Polarisierung zwischen den Handlungsmustern der Energieversorger und den Bedürfnissen der Gesellschaft war jedoch nicht zu übersehen. So wurden vor Jahren die technischen und finanziellen Grundlagen für eine Energiewende geschaffen, die sich jedoch mehr recht als schlecht ihren Weg bahnte. Dass Konsequenz erst mit größeren negativen Ereignissen einhergeht, ist so grausam wie es wohl in der Natur unseres Seins liegt. Die Politik läutete die große Energiewende ein. In Erkenntnis der Unabänderlichkeit, folgte die Entrüstung auf den Fuß und das Establishment der Energieversorgung packte die Politik am Schopf. Da wurden der Zusammenbruch unserer Energieversorgung und Milliardenkosten für den Rückbau der Kraftwerke proklamiert, Klagen für entgangene Gewinne angedroht und der Verlust tausender Arbeitsplätze zur Disposition gestellt. Wohl liegt es hier eher in der unternehmerischen Verantwortung, die richtigen Weichen nicht frühzeitig gestellt zu haben. Da mutet es fast als Blasphemie an, wenn die großen Energieversorger uns nun über die Medien die Energiewende erklären.

 

Dass wir heute wie fast kaum ein anderes Land nahezu 25% unserer Stromproduktion aus Erneuerbaren Energien beziehen, ist hierbei wesentlich der Entwicklung der letzten Jahre und einer dezentralen Energieversorgung, getragen von mittelständischen Unternehmen, Genossenschaften und den Bürgerinnen und Bürgern dieses Landes zu verdanken.  Wir stehen mit der Energiewende vor großen technologischen, logistischen und finanziellen Herausforderungen. Hierbei werden die großen Energieversorger dringend gebraucht. Ein Alleinauftrag kann und wird dies aber nicht bedeuten. Die Energiewende ist ein gesamtgesellschaftlicher Auftrag und ist nur im Konsens aller Beteiligten zu schultern. Hierbei sind zentrale Strukturen von ebenso großer Bedeutung wie eine dezentrale Energieerzeugung am Ort des Verbrauchs. Leider ist die derzeit einseitig finanzielle Belastung der Verbraucher zu Gunsten zentraler Strukturen und großer Konzerne nicht das richtige Signal. Eine Dezentralisierung bindet die Menschen vor Ort mit ein und schafft somit eine höhere Akzeptanz, die Wirtschaftsleistung bleibt am Standort und die entstehenden Kosten orientieren sich am jeweiligen Bedarf. Dass dies ein Gewinn für alle sein kann, zeigt das Beispiel einer kleinen Gemeinde im Hunsrück. Aus den erwirtschafteten Erträgen erhält jede Familie ein zusätzliches Kindergeld und die Kosten der Gemeinde werden nicht auf die Bürger umgelegt.

 

Für die Gemeinde Bickenbach baut die Europäische Energie Genossenschaft ein Nahwärmekonzept auf.

Für die Gemeinde Bickenbach baut die Europäische Energie Genossenschaft ein Nahwärmekonzept auf.

 

Eine Balance der Kräfte zu schaffen und die Teile des Puzzles richtig zusammenzuführen ist nun Aufgabe der Politik. Die Bereitschaft und die Ressourcen für den Energiewandel stehen auf allen Ebenen bereit. Verspielen wir nicht die Chancen dieses mutigen Schrittes. Viele werden ihm sicher folgen.

 

Die Europäische Energie Genossenschaft eG agiert primär auf dem deutschen Markt, hat jedoch den europäischen Markt im Blick. Hier realisieren wir Projekte aus verschiedenen Bereichen der Erneuerbaren Energien. Mit dezentralen und bedarfsgerechten Energiekonzepten, finanziell getragen durch genossenschaftliche Strukturen und Beteiligungen der Bürgerinnen und Bürger, leisten wir unseren Beitrag zur Energiewende aus der Mitte der Gesellschaft.

 

 Alle Informationen zur Europäischen Energiegenossenschaft

 

 

 

Landwehrs-1.1

Verfasser des Beitrages

Theo Landwehrs:  Als Vorstand der Europäischen Energie Genossenschaft eG verantwortet Theo Landwehrs die Bereiche Marketing, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Personal, allgemeine Verwaltung, Controlling und Finanzen.

Bürger erwarten bei Klimaschutz nichts von Politik

Donnerstag, 30. Juni 2011
Plante Erde

Die Mehrheit der deutschen Bevölkerung ist der Auffassung, dass beim Thema Klimaschutz nicht länger auf die Politik gewartet werden kann.

Auf der Berliner Stiftungswoche wurde aktuell vom Bundesverband Deutscher Stiftungen der Stiftungsreport 2011/12  mit dem Schwerpunkt “ Auftrag Nachhaltikgkeit: Wie Stiftungen das Klima schützen“ präsentiert. Es enthält unter anderem eine Bevölkerungsumfrage, die aussagt, dass fast 3/4 aller Deutschen der Auffassung sind, dass beim Klimaschutz nicht länger auf die Politik gewartet werden kann.

 

Rund 31% aller Bundesbürger gaben an sich oftmals dabei selbst zu erwischen, wie sie den Klimawandel zu verdrängen versuchen, ein Drittel beklagt sich über mangelnde Informationen zum Klimawandel und ein weiteres Drittel kann das ganze Thema überhaupt nicht mehr hören. Knappe 3/4 der Deutschen teilen die Meinung, dass die Bürger nur dann etwas gegen den Klimawandeln tun, wenn sich dies nicht auf ihre eigene Geldbörse auswirkt.

 

Im Gegensatz zur Politik ist der Großteil der Bevölkerung (70%) der Auffassung, dass Stiftungen ein Impulsgeber für Klima- und Umweltschutz sind. Mehr als 60% sind der Annahme, dass Stiftungen das Bewusstsein für den Klima- und Umweltschutz verschärfen. Die Kernkompetenzen der Stiftungen liegen nach Auffassung der Bevölkerung im praktischen Naturschutz (80%), der Umweltbildung (76%) als auch in der Förderung neuer Umwelttechnologien (70%) und Kampagnen, die das Thema Klimawandel in die Politik und mehr an die Öffentlichkeit tragen (70%). Dass Stiftungen in der Klimaschutz-Debatte jedoch zu wenig wahrgenommen werden, wird von fast drei Viertel aller Leute kritisiert.

 


 

Unser Tipp zur Förderung des KlimaschutzesKlima Einmalsparen 2000+ Ethik


Projekt Klima Einmalsparen 2000+ Ethik
Laufzeit täglich kündbar
Mindestanlagesumme 2.000 Euro
Wertentwicklung Jahr 2009: 25%Jahr 2010: 18,5%
Besonderheiten a.) Sehr gute Chancen

 

b.) Täglich kündbar

 

c.) Sie helfen das globale Klimaproblem zu bekämpfen

 

d.) Ethik-Kriterien werden berücksichtigt

 

Nachhaltige Investments gegen den Klimawandel

 

 


 

Stiftungen selbst sehen sich als praktische Naturschützer (71%) und Impulsgeber (71%) laut einer Befragung von 100 Umweltstiftungen. Mehr als 40% gaben dabei an, dass sie auf gesellschaftliche Veränderungen hinwirken wollen. Jedoch lediglich 25% sind der Meinung, dass sie eine Brücke zwischen Wissenschaft, Politik und Wirtschaft darstellen. Die Mehrheit der Umweltförderstiftunen (etwa 70%)  sehen sich zusätzlich als eine Ergänzung öffentlicher oder sonstiger Förderungen.