Mit ‘Preissteigerung’ getaggte Artikel

Main-Echo Wirtschaftstipp 04/2020: In 30 Jahren Vermögen halbiert

Montag, 24. Februar 2020

 

WIRTSCHAFTSTIPP

 

Gerd Junker

 

Geschäftsführer Grünes Geld

 

 

 

 

 

 

 

Haben Sie den Artikel am Dienstag in dieser Zeitung gelesen: “Sparkasse kündigt alte Sparverträge”? Laut Bericht sind in Aschaffenburg rund 3.800 Kunden mit einem Anlagevermögen von knapp 100 Millionen Euro betroffen. 

 

Was ist passiert? Sichere Prämienzahlungen passen nicht mehr in die heutige Zinswelt. Viele Kunden fühlen sich betrogen, denn langjährige Prämiensparverträge werden von der Bank nicht mehr getragen. Der BGH stärkt in einem Urteil die Sichtweise der Banken. 

 

Wer jetzt den Kopf in den Sand steckt und sein Geld einfach auf dem unverzinsten Konto stehenlässt, vergisst, dass die Preissteigerungsrate das Vermögen unaufhaltsam aufzehrt!

 

Wer jedes Jahr 2 Prozent durch die Preissteigerung verliert, halbiert sein Vermögen in nur 30 Jahren. Richtig gelesen: die Hälfte ist dann weg.

 

Doch es gibt durchaus Alternativen: Sparpläne und Einmalanlagen im Börsenumfeld oder auch Sachwertinvestments. In weniger als 60 Minuten erklären wir Ihnen in einem unverbindlichen Gespräch, welche Möglichkeiten es gibt. Vereinbaren Sie gleich am Montag einen Termin.

 

 

 

 

 

 

 

 

Erschienen im Wirtschaftsteil der größten Tageszeitung am bayerischen Untermain, Main-Echo, Gesamtausgabe, 01.02.2020

 

Portraitfoto Gerd Junker Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.
 

Die Deutsche Bank und die Frage nach der Moral

Mittwoch, 23. Januar 2013

Am 19.03.2012 kündigte die Deutsche Bank an, sich vorläufig nicht mehr an Spekulationsgeschäften in Agrarrohstoffen zu beteiligen. Diese Absichtserklärung hat keine 12 Monate gehalten. Der Vorstandsvorsitzende des größten deutschen Finanzunternehmen, Jürgen Fitschen, verkündete dies am vergangenen Samstag am Rande der Grünen Woche in Berlin. Eine Arbeitsgruppe der Deutschen Bank sei zu dem Ergebnis gekommen, „dass es kaum stichhaltige empirische Belege für die Behauptung gibt, die zunehmende Bedeutung von Agrarfinanzprodukten sei für Preissteigerungen oder erhöhte Preisschwankungen verantwortlich“.

 

Aussicht auf Profit sticht die moralische Bedenken aus

 

Sicher gibt es auch andere Faktoren, die sich auf den kontinuierlichen Preisanstieg für Grundnahrungsmittel auswirken. Der seit Jahren sehr hohe, und inzwischen auch in Schwellenländern immer größere Hunger nach Fleisch und der damit verbundene Bedarf an immer größeren Anbauflächen für Futtermittel ist ein Grund. Die große Nachfrage nach Biosprit zum Beispiel ein anderer. Es gibt viele Ursachen, die zu Preissteigerungen führen können. Gemäß einer Studie des Volkswirtschaftsprofessors Hans Heinrich Bass ist der, durch Termingeschäfte entstehende Nachfragedruck für etwa 15 % des Preisniveaus von Grundnahrungsmitteln zuständig. Die Deutsche Bank sagt nun, dass es „kaum“ eindeutige Beweise für einen Zusammenhang zwischen steigenden Preisen und Nahrungsmittelspekulationen gibt, und überträgt somit die Verantwortung für den Nachweis an ihre Kritiker. Das bedeutet aber doch offensichtlich auch, dass es durchaus Argumente gegen Nahrungsmittelspekulationen gibt, die selbst die Arbeitsgruppe der Deutschen Bank nicht abstreiten kann – sie kehrt sie aber dezent unter den Tisch. Schließlich ist es die Aufgabe der Bank, sich dieses Wachstumsgeschäft nicht entgehen zu lassen und nimmt dafür offensichtlich sogar Imageschäden in Kauf. Das Unternehmen befindet sich mit dieser Einstellung offenbar in guter Gesellschaft. Nestle´ zum Beispiel – der größte Lebensmittelkonzern der Welt – setzt sich seit einiger Zeit für eine Privatisierung des Wassermarktes ein. Vor nicht allzu langer Zeit äußerte der Chef des Verwaltungsrates, Peter Brabeck, die Meinung, dass es sich bei der Wasserversorgung um kein Grundrecht handelt. Natürlich steckt auch hier das Interesse und die Notwendigkeit eines Weltkonzernes dahinter, Geld zu verdienen. Aber darf sich dieses Interesse der Wirtschaft über jede Moralvorstellung hinwegsetzen, während laut der UN-Landwirtschaftsorganisation FAO 870 Millionen Menschen weltweit hungern?

 

 

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Weizen, Soja und Mais – Spekulationsgeschäfte verteuern die Weltmarktpreise

 

 

Den Fluss des Kapitals lenken

 

Wenn die Deutsche Bank nun zu dem Ergebnis kommt, dass es „kaum“ Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen Spekulationsgeschäften mit Agrarrohstoffen und steigenden Preisen gibt, dann gibt sie doch gleichzeitig zu, dass es sehr wohl Hinweise dafür gibt, die sie aber im Hinblick auf die zu erwartenden Gewinne ignoriert. Hier ist keine freiwillige Regulierung des Marktes zu erwarten. Solange mit Geschäften wie Wetten auf steigende Lebensmittelpreise Renditen erzielt werden können, wird es auch Banken geben, die solche Transaktionen tätigen. Und auch wenn diese nicht alleinig für den weltweiten Preisanstieg verantwortlich sind, so kann der Einfluss auf den Marktpreis nicht abgestritten werden. Wenn ein Finanzunternehmen auf steigende Preise bei Agrarrohstoffen wettet, dann wird es doch mit Sicherheit auch ein großes Interesse daran haben, dass dieser Fall auch eintritt. Schließlich erwarten die Aktionäre ein profitables Geschäft. Warum sollte eine Bank also so moralisch handeln, und sich für stabile Weltmarktpreise einsetzen? Die logische, und vor allem ethisch verantwortliche Konsequenz wäre, sich aus solch spekulativen Geschäften herauszuhalten. Das Streben nach Profit geht hier aber mal wieder zu Lasten der Ärmsten in unserer Welt. Allerdings kann jeder einzelne von uns handeln – indem wir solchen Instituten das Kapital entziehen und unser Geld ethisch-ökologischen Banken zur Verfügung stellen.

 

 

 

 

 

 

 

Verfasser des Beitrages

Jasmin Messina-Hamann unterstützt die Grünes Geld GmbH als Berater-Assistentin. Jasmin Messina-Hamann:“Ich freue mich, dass ich – neben meinem persönlichen Engagement (z. B. bei Greenpeace) – beruflich meinen Teil dazu beitragen kann, dass Nachhaltigkeit auch in der Finanzbranche kein Fremdwort mehr ist. Die Macht des eingesetzten Kapitals kann die Welt zum positiven verändern.“