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Der Rentenschock: der Präsident der Rentenversicherung sieht rote Zahlen voraus und fordert die Anhebung des Beitragssatzes

Montag, 02. März 2015

 

 

Wie das Handelsblatt in seiner heutigen Ausgabe berichtet steht bei der Deutschen Rentenversicherung (DFV) Ärger an. Während die zuständige Ministerin Andreas Nahles (SPD) noch von “…verlässlich und solide finanziert” spricht, geht der Präsident der entsprechenden Bundesanstalt aufgrund mehrerer Punkte von einer notwendigen Anhebung des Beitragssatzes in 2018 oder 2019 aus. Auch das Rentenniveau wird immer weiter sinken.

Diese Diskussion muss man vor dem Kontext sehen, dass das Rentenniveau ohnehin drastisch sinkt. Es hat heute die Höhe von 50,5 Prozent des Nettoeinkommens und soll bis 2030 plangemäß auf nur noch 43 Prozent sinken. Dabei sind das die Vor-Steuer-Zahlen, in Wirklichkeit kommen also keine 43 Prozent im Geldbeutel des Rentners an.

 

 

 

Absinken-des-Rentenniveaus

Seit Jahren beschlossen: Absenkung der Renten auf nur noch 43% des Nettoverdienstes (Grafik: Grünes Geld GmbH).

 

 

Die staatliche Rentenversicherung nimmt Versicherungsbeiträge durch die Lohn- und Gehaltszahlungen auf monatlicher Basis ein und gibt diese gleich wieder zur Finanzierung der Renten aus. Quasi als Puffer auf dem Konto müssen mindestens 0,2 Monatsausgaben einbehalten werden. Das ist sehr wenig, im Jahr 2005 passiert deshalb bereits das Unglaubliche: die Konten der Rentenversicherung waren leer, der Bund musste kurzfristig 900 Millionen Euro überweisen um die Dezember-Renten sicherzustellen.

 

Genau aus diesem Grund fordert Axel Reimann, Präsident der Deutschen Rentenversicherung, gegenüber dem Handelsblatt die Verdoppelung der Mindestreserve auf 0,2 Monatsausgaben. In diesem Fall müsste der Beitragssatz zu Beginn 2018 deutlich steigen.

 

Aber auch ohne diese, durchaus sinnvolle, Erhöhung der Reserven müssten die Beiträge, wohl 2019, angehoben werden. Ansonsten müssten die Mindest-Reserven aufgezehrt werden.

 

Hauptgründe für die Schieflage der Rentenversicherung sind der demografische Wandel und die Rentengeschenke der augenblicklichen Bundesregierung. Nach der im Handelsblatt veröffentlichten Meinung Reimanns müssten diese Geschenke, namentlich die Mütter-Rente und die Rente mit 63, aus Steuermitteln gezahlt werden. Schließlich sind es allgemeine Geschenke, die nichts mit der Rentenversicherung selbst zu tun haben.

 

Statt dessen werden sie aus den laufenden Beiträgen der Arbeitnehmer gezahlt und Finanzminister Schäuble kürzt sogar noch die Zuschüsse zur Rente, alleine in den vergangenen beiden Jahren um 2,25 Milliarden Euro. Um es mit Heinrich Heine zu sagen: Denk ich an Deutschland in der Nacht, dann bin ich um den Schlaft gebracht.

 

Es ist also immer deutlicher zu sehen, dass die staatlichen Renten für Arbeitnehmer höchstens noch ein Drittel der Renteneinkommen decken werden. Die Menschen in Deutschland müssen mehr für das Alter vorsorgen, zum Beispiel mit den staatlich geförderten Lösungen wie betrieblicher Altersvorsorge, Riester- oder Basisrenten-Verträgen oder mit privaten Rentenverträgen.

 

 

 

 

kampf-gegen-altersarmut

 

 

 

 

 

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Portraitfoto Gerd Junker Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: "Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten." Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.