Mit ‘Riester’ getaggte Artikel

Altersvorsorge & Co. – Tipps für Berufseinsteiger

Freitag, 20. April 2018
Zusammenfassung: Der erste richtige Job – jetzt gilt es, sich im Berufsleben zu beweisen. Auch wenn die Freizeit knapp wird – etwas Zeit für die Planung und Auswahl wichtiger Versicherungs- und Vorsorgeverträge muss sein.

 

 

Nach Schule oder Studium – der Start in den Beruf.

 

 

Die Temperaturen steigen und die ersten warmen Tage und Abende locken zu Aktivitäten im Freien. Ein Vorgeschmack auf den Sommer. Viele Schülerinnen und Schüler freuen sich jetzt schon auf die großen Ferien. Für viele von ihnen werden es die letzten dieser Art sein. Für Sie beginnt dann ein neuer Lebensabschnitt.

 

Auch viele Studierenden werden nach ihrem erfolgreichen Bachelor- oder Masterabschluss in diesem Sommer ihren ersten richtigen Job antreten. Egal ob nach der Schule oder dem Studium – unzählige junge Menschen müssen sich nicht nur in einem völlig anderen Umfeld neu orientieren, sondern auch unzählige kleinere und größere Formalitäten erledigen.

 

Versicherungen und Vorsorgeverträge sind zwar für die meisten nicht die spannendste Lektüre – sind aber unvermeidlich für den Start ins neue und selbstständige Leben.

 

 

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Nachhaltige Altersvorsorge mit dem richtigen Gewusst-wie

Montag, 29. August 2016
Zusammenfassung: Für das Alter finanziell vorzusorgen ist unbestritten wichtig. Schwierig ist es jedoch, das passende Finanzprodukt zu finden. Breite Information und umfassende Beratung helfen, eine nachhaltige Altersvorsorge aufzubauen.

 

 

Altersvorsorge - jetzt nicht den Start verschlafen.

Altersvorsorge – jetzt nicht den Start verschlafen.

Ein chinesisches Sprichwort besagt: „Es zählt nicht, wie alt du bist, sondern wie du alt bist.“ In Zeiten, in denen kaum jemand sicher sein kann, dass die gesetzlich Altersversorgung für ein unbeschwertes Leben im Alter ausreichen wird, lässt sich der Spruch auch umformulieren: „ Es zählt nicht, wie alt du bist, sondern ob du im Alter versorgt sein wirst.“

 

Der Grundstein für eine ausreichende Altersversorgung muss früh gelegt werden. Doch es gibt keine Patentrezepte mehr für eine einfache und sichere Vorsorge. Viele Produkte für eine private Rente sind für den Laien undurchschaubar.

 

Generell fühlen sich viele Menschen von Altersarmut bedroht. Laut einer Umfrage im ARD-Deutschlandtrend sehen sich 57 Prozent aller Befragten für den Ruhestand nicht ausreichend abgesichert. Dennoch will rund die Hälfte aller Berufstätigen ihre Altersvorsorge aufgrund der geringen Rendite nicht weiter ausbauen.

 

In der Gruppe der jüngeren Menschen zwischen 18 und 34 Jahren besteht eine generell positive Einstellung gegenüber der eigenen Zukunft. Dabei bleibt jedoch der Realitätssinn nicht auf der Strecke. Zwei Drittel der jüngeren Gruppe sehen sich im Alter nicht ausreichend versorgt. Dennoch sparen nur rund 35 Prozent der jungen Generation für den Lebensabend. Ein wichtiger Grund ist das Misstrauen gegenüber den angebotenen Vorsorgemodellen.

 

 

Riester- und Rürup-Rente – Tröpfchen für Tröpfchen

Das Misstrauen ist durchaus begründet, denn die staatlichen Modelle zur privaten Altersvorsorge, besser bekannt als Riester-, Privat- und Rürup-Rente, stehen mittlerweile in der Kritik. Weniger als zehn Prozent aller Berufstätigen ziehen die Riester-Rente als Element ihrer Altersvorsorge in Betracht. Seit 2002 fördert der Staat durch finanzielle Zuschüsse und durch Steuervergünstigungen die private Altersvorsorge, die sogenannte Riester-Rente. Dabei werden staatliche Zulagen für den Aufbau einer privaten Alterssicherung gezahlt, die nach Höhe der Beiträge und Zahl der Kinder variiert. Hinzu kommt der steuerliche Vorteil durch einen vom Einkommen unabhängigen Sonderausgabenabzug. Zinsen und Erträge bleiben bis zur Auszahlung der angesparten Rente steuerfrei. 2005 kam das Modell der Basis- oder Rürup-Rente dazu. Hier wurde auch Selbstständigen die Möglichkeit zu einer staatlich geförderten Altersvorsorge ermöglicht. Es wurde die nachgelagerte Besteuerung eingeführt, in Zuge deren umfangreiche steuerliche Abzugsmöglichkeiten für Ausgaben zur Altersvorsorge eingeführt wurden. Die staatlich geförderten Modelle sind mittlerweile sehr vielfältig und schwer zu durchdringen. Vielfach werden die Modelle als gescheitert betrachtet und in der Tat können sie sich als Verlustgeschäft erweisen. Zwar müssen Riester-Anbieter sicher stellen, dass Kunden mindestens ihre Einzahlungen zurückerhalten, durch Inflationsverluste kann der Wert der Einlagen jedoch empfindlich geschmälert werden.

 

Besonders unattraktiv sind Riester-Verträge für Menschen mit geringem Einkommen, denn die Riester-Einkünfte werden vollständig auf die Grundsicherung angerechnet. Darüber hinaus ist die Vererbung des angesparten Riester-Vermögens unterschiedlich geregelt. Bei Riester-Versicherungen ohne besondere Zusatzvereinbarung kann das Vermögen bei Tod des Einzahlers komplett verloren gehen (fällt der Versichertengemeinschaft zu). Je nach Vertragsabschluss ist die Auszahlung ab dem 60. (Altverträge) oder 62. Lebensjahr (aktuelle Verträge) möglich. Ausgezahlt wird die Riester-Rente monatlich, maximal 30 Prozent des angesparten Vermögens können bei Rentenbeginn abgerufen werden.

 

 

Lebensversicherung – Zum Leben zu wenig …

Lebensversicherungen waren jahrzehntelang der Deutschen liebste Altersvorsorge. Die Versicherungsgesellschaften in Deutschland verzeichnen 90 Millionen Verträge für Lebensversicherungen und private Rentenversicherungen. Bei rund 80 Millionen Einwohnern bedeutet das, dass viele Menschen mehrere Policen in der Schublade haben. Allerdings erwirtschaften die Lebensversicherer nicht einmal mehr annähernd die vormals versprochene Rendite. Kein Wunder in Zeiten des Niedrigzinses. Entsprechend müssen sich die Versicherungsnehmer im Alter mit einer geringeren Zusatzrente abfinden. So haben Ansehen und Beliebtheit der Lebensversicherung Schaden genommen: Lediglich fünf Prozent planen noch den Abschluss einer klassischen Lebensversicherung mit Kapitalauszahlung.

 

 

Private Altersvorsorge nahhaltig angehen

Nachhaltige Anlagestrategie entwickeln statt auf die lange Bank schieben.

Nachhaltige Anlagestrategie entwickeln statt auf die lange Bank schieben.

„Spare in der Zeit, dann hast Du in der Not.“, so rät das alte Sprichwort und preist das Sparen als generelle Tugend an. Doch Sparen im Sinne von „Geld zurücklegen für später und Zinsen einstreichen“ ist passé in Zeiten von Niedrig- und Null-Zinsen.

 

Richtig bleibt jedoch, wer früher mit der privaten Altersvorsorge beginnt, kann mit geringeren Beträgen starten und mögliche Verluste durch einen langen Investitionszeitraum ausgleichen.

 

Eine nachhaltige Form der Altersvorsorge auszuwählen ist jedoch noch recht knifflig. In Deutschland machen nachhaltige Finanzprodukte, die auf ökologische, ethische und soziale Geldanlagen bauen, nicht einmal drei Prozent des Finanzmarktes aus. Dabei sind die Anleger durchaus interessiert, befürchten aber auch undurchschaubare Risiken und einen ungleich höheren Aufwand. Gut, wer hier auf kompetente Berater zählen kann, denn nachhaltige Finanzprodukte können durchaus erklärungsbedürftiger sein als die herkömmlichen Standardprodukte. Was die Rendite anbelangt, müssen sich die nachhaltigen Geldanlagen jedoch längst nicht mehr hinter ihren konventionellen Mitbewerbern verstecken, denn die relevanten Anlagekriterien Liquidität, Rendite und Risiko haben auch hier Priorität. Hinzu kommt dann der Nachhaltigkeitsaspekt. Hier ist es gut, kritisch nachzufragen, denn der Begriff der Nachhaltigkeit ist nicht geschützt und kann sehr weit ausgelegt werden. Auch hier können Berater wertvolle Informationen dazu geben, ob bestimmte Branchen, Technologien oder Märkte generell ausgeschlossen werden.

 

 

Schritt für Schritt zum Ziel

Eine sinnvolle finanzielle Vorsorge für das Alter aufzubauen muss Schritt für Schritt geplant werden. Innerhalb eines unübersichtlichen und sich verändernden Marktes ist es daher wichtig, die eigenen Bedürfnisse genau zu kennen und seine finanziellen Möglichkeiten und Prioritäten auszuloten. Als Faustregel hat es sich bewährt, zehn Prozent des Einkommens für die private Altersvorsorge einzuplanen, bei Selbstständigen zwanzig Prozent.

 

Niemand will seine Altersvorsorge verspekulieren. Ein sinnvoll zusammengestelltes Portfolio aus Aktien- und Rentenfonds ist jedoch weit entfernt von der Börsenzockerei der Jahrtausendwende und verspricht langfristig interessante Renditen zwischen sechs und acht Prozent. Besonders interessant für die Altersvorsorge sind Fondspolicen, die erst mit Rentenbeginn mit einer niedrigen Steuer belegt werden.

 

Ein weiterer wichtiger Punkt ist es, die Anspardauer zu bestimmen. Sinnvolle nachhaltige Anlageprodukte haben eine Mindestlaufzeit von 2 bis 3 Jahren. Gerade in der Altersvorsorge ist jedoch ein weiterer Zeithorizont sinnvoll und meist auch möglich. Durch einen individuell zugeschnittenen Sparplan mit einer breiten Streuung sind gut Renditen erzielbar. Durch die Investition in nachhaltige Projekte wird nicht nur die persönliche finanzielle Zukunft positiv mitgestaltet, sondern auch der Erhalt der Umwelt.

 

 

Carmen Junker Verfasser des Beitrages:Carmen Junker ist Gründerin der Grünes Geld GmbH und Geschäftsführerin der Grünes Geld GmbH. Carmen Junker:“ Ein Grund mein berufliches Wirken speziell auf die Nachhaltige Geldanlage auszurichten ist, die Welt ein Stück positiver zu gestalten mit den Mitteln und Kenntnissen die mir zur Verfügung stehen. Aus der Verantwortung für die kommende Generation und weil ich selbst noch einige Jahre auf diesem schönen Planeten verbringen möchte“.

 

Rente: Welche Formen der privaten Vorsorge gibt es? Was sind die Unterschiede zwischen Basis-Rente, Riester-Rente und Privater Rente?

Montag, 09. Mai 2016
Zusammenfassung: Die private Absicherung des Lebensstandards im Alter will gut überlegt sein. Wir erklären die Unterschiede der möglichen Formen wie Riester, Rürup oder Privatrente einfach und für jeden verständlich.

 

Die große Koalition hat das Thema Rente wieder auf den Tisch gebracht. Seit vielen Jahren ist klar, dass die gesetzliche Rente nur noch eine der unterschiedilchen Komponente der Einkünfte im Alter sein wird, zusätzliche Komponenten müssen privat aufgebaut werden. Deshalb wurden unter Bundeskanzler Hr. Schröder und in den Anfangsjahren der Kanzlerschaft von Fr. Merkel grundlegende Reformen eingeführt, die eine private Absicherung (Riesterrente, Basisrente, private Rente) ermöglichen sollten.

 

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Für’s Alter vorsorgen: viele Möglichkeiten sind verfügbar. Nur: welche passt?

Die grundsätzlichen Herausforderungen sind seit Einführung dieser Absicherungs-Wege gleich geblieben: höhere Lebenserwartung und niedrigere Geburtsraten sorgen dafür, dass immer weniger Arbeitnehmer immer mehr Rentner finanzieren müssen. Vor rund 50 Jahren betrug das Verhältnis Arbeitnehmer zu Rentnern 6:1, vor zwei Jahrzehnten noch 2,7:1 und bereits 2030 kommen auf einen Rentner nur noch 2 einzahlende Arbeitnehmer.

 

Zusätzlich hat sich die Rentensituation geändert, denn die erzielbaren Zinsen der Vorsorgeprodukte sind mit Einführung der Niedrigzinsen ebenfalls spürbar gesunken. Die sogenannte Rentenlücke des Einzelnen nimmt also weiter zu.

 

Ich möchte deshalb die gängigen Formen der privaten Altersvorsorge aufzeigen. Dabei verzichte ich auf die Details und vermittle den grundlegenden Überblick. Eine individuelle Beratung kann das natürlich nicht ersetzen, es sollte aber einen guten Überblick geben.

 

 

Welche 3 grundsätzlichen Formen der privaten Altersvorsorge gibt es überhaupt und wie funktionieren diese?

Wer privat vorsorgen möchte kann das auf unterschiedlichste Arten tun. Immobilien kaufen, Aktien kaufen, Sparbriefe bedienen, Oldtimer sammeln, Gold kaufen, Bausparverträge ansparen usw.

 

Die genannten Wege haben allerdings mindestens 1 dieser Nachteile:

 

– man muss sich in dem Themengebiet gut auskennen

– man muss kontinuierlich Zeit aufwenden, um die gewünschten Erfolge zu erzielen

– die Verzinsung ist entweder sehr niedrig oder langfristig schwer kalkulierbar

– es gibt keine “Langlebigkeits-Absicherung”: unter Umständen wird man älter, als das Geld reicht

 

Bequemer und besser kalkulierbar geht die Altersvorsorge deshalb mit dafür vorgesehenen Renten-Verträgen. Alle haben dabei einen Vorteil: die Rentenzahlungen sind Leibrenten, das heißt, sie werden auch tatsächlich bis zum Lebensende gezahlt.

 

Unter den Rentenverträgen gibt es die viele Varianten. Zunächst einmal eingeordnet nach staatlicher Förderung – also zum Beispiel Riesterrente oder Basisrente. Danach nach der Unterscheidung “klassisch” oder “fondsgebunden”. Da die “klassische” Variante allerdings aufgrund der niedrigen Verzinsung kaum noch interessant ist, beziehe ich mich in allen weiteren Ausführungen auf die fondsgebundene Varianten.

 

Hier die grundlegende Übersicht:

 

 

Wie funktioniert’s?

Wie ist die Förderung gestaltet?

Für wen am interessantesten?

Basis-Rente
(= Rürup-Rente)

 

 

 

 

 

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Man zahlt monatliche Beiträge oder Einmalbeiträge ein, und erhält dafür im Ruhestand eine “lebenslange” Rentenzahlung. Die Beiträge zur Basis-Rente können steuerlich geltend gemacht werden. Je nach Steuersatz erstattet der Staat damit rund 20 bis 50 Prozent der Steuern. Achtung: die ausgezahlten Renten sind voll zu versteuern (nachgelagerte Besteuerung) Die absetzbaren Beiträge begrenzt und bei normalen Arbeitnehmern meist schon durch die Einzahlungen in die gesetzlichen Sozialsysteme ausgeschöpft sind, ist die Basis-Rente meist nur  für Selbstständige interessant.

Riester-Rente

 

 

 

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Man zahlt monatliche Beiträge oder Einmalbeiträge ein, und erhält dafür im Ruhestand eine “lebenslange” Rentenzahlung. Auf Wunsch können bis zu 30% zu Rentenbeginn auch als Kapitalausgezahlt werden. Bei voller Einzahlung in den Vertrag zahlt der Staat 154 Euro jährlich an direktem Zuschuss. Für Kinder werden ebenfalls Zuschüsse gezahlt. Zusätzlich “Günstigerprüfung”, d.h. falls die Einzahlungen bei steuerlicher Berücksichtigung mehr Ersparnis gebracht hätten als die Zuschüsse, dann gilt diese Ersparnis. Achtung: die ausgezahlten Renten sind voll zu versteuern (nachgelagerte Besteuerung) Menschen mit vielen Kindern (wegen direkter Zuschüsse) oder Menschen mit hohem persönlichem Steuersatz (wegen Absetzbarkeit).

Private Rente

 

 

mehr-zur-privatrente

Man zahlt monatliche Beiträge oder Einmalbeiträge ein und erhält dafür eine lebenslange Rente, oder Kapitalauszahlungen. Während der Ansparphase keine Besteuerung. In der Auszahlphase niedrige Besteuerung. Wer mit Basis-Rente oder Riester-Rente finanziell nicht gut fährt oder deren Nachteile (mangelnde Flexibilität) nicht akzeptieren möchte, sollte zur Privaten Rente greifen. In der Praxis der für die meisten sinnvollste Weg zum Aufbau einer zusätzlichen Altersvorsorge.

 

 

 

Fazit: Private Rente meist am besten geeignet

Jeder der privat vorsorgt, sollte sich zunächst die Private Rente ansehen. Moderne Verträge sind sehr flexibel: sie lassen jederzeit Zuzahlungen zu, Auszahlungen sind meist ebenfalls jederzeit möglich, eine Kündigung ist in der Ansparphase innerhalb von 30 Tagen durchführbar, und die Kostenquoten sind gering. Auch Erben haben etwas vom privaten Rentenvertrag: das Kapital in der Ansparphase ist praktisch immer vererbbar, in der Rentenphase durch verschiedene Optionen ebenfalls werthaltig (Renten-Garantiezeit, Rest-Kapitalauszahlung, etc.)

 

Auch die Förderung ist attraktiv – die steuerlichen Ersparnisse in der Ansparphase sind hoch, die steuerliche Belastung in der Rentenphase sehr gering.

 

Die Basisrente ist als Abbild der staatlichen Rente gedacht. Sie ist, einmal abgeschlossen, nicht mehr kündbar (lediglich die Beitragszahlungen können eingestellt werden). Sie wird immer als Rente auf Lebenszeit ausgezahlt. Sie ist nicht vererbbar, nicht beleihbar und im Todesfall kann das Vertragskapital für die Angehörigen verloren sein. Sie kann sich über die Absetzbarkeit der Einzahlungen – bei Verheirateten derzeit immerhin bis zu rund 45.000 Euro jährlich – jedoch rechnen. Aber Achtung: im Gegensatz zur gewöhnlichen Besteuerung von Kapitalanlagen wird bei der Basisrente nicht der Gewinn besteuert, sondern die komplette Auszahlung!

 

Die viel gescholtene Riester-Rente überzeugt auch in der Praxis nur selten. Sehr komplizierte Förder-Regeln und hohe Kosten, unter anderem durch unnötige Garantien, machen Sie zum Mauerblümchen. Nur bei vielen Kindern oder hohen individuellen Steuersätzen kann sie interessant sein. Auch hier gilt: im Gegensatz zur gewöhnlichen Besteuerung von Kapitalanlagen wird bei der Riester-Rente nicht der Gewinn besteuert, sondern die komplette Auszahlung!

 

 

 

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Portraitfoto Gerd Junker Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.

Nachhaltige Altersvorsorge: Riesterrente

Freitag, 04. April 2014

Im ersten Teil unserer Serie nachhaltige Altersvorsorge haben wir uns mit der entstehenden Deckungslücke beschäftigt, im zweiten Teil mit dem Thema Fondssparplan, im dritten Teil mit privaten Rentenversicherungen. Heute möchte ich Ihnen das Thema Riester-Rente möglichst gut verständlich erklären (auch wenn das beim Riestern besonders schwer fällt); natürlich in Form von ethisch-ökologisch ausgewählten Anlagemöglichkeiten. Die Rürup-Renten schauen wir uns in einem späteren Beitrag an.

 

Nachhaltige Altersvorsorge: die Riesterrente

Walter Riester: Ob er von nachhaltigen Riesterrenten weiß? (Bild: www.walter-riester.de/)

Mit aktuell 16 Millionen abgeschlossenen Verträgen ist die nachhaltige Riesterrente nach verschiedenen Verbesserungs-Runden  mittlerweile zu einem Erfolgsmodell für die private Altersvorsorge geworden. Die staatlichen Zulagen beziehungsweise die Steuerersparnisse sind dabei die wesentlichen Rendite-Bringer bei den Riester-Verträgen. Risiken gehen die Sparer kaum ein, denn jeder Riestervertrag muss zumindest die eingezahlten Beiträge zu Rentenbeginn garantieren. Da sich diese üblicherweise aus dem Eigenanteil plus den Zulagen ergeben, hat der Riester-Sparer also auf jeden Fall eine positive Rendite erwirtschaftet.

 

Die direkten staatlichen Zulagen gibt es in voller Höhe, wenn die Sparer mindestens 4% Ihres Brutto-Jahreseinkommens des Vorjahres in den Vertrag fließen lassen. Wer weniger einspart, bekommt seine Zulage entsprechend gekürzt. Der Sockelbeitrag von 5,00 Euro pro Monat (60 Euro pro Jahr) muss mindestens eingezahlt werden.

 

Auch „nach oben“ sind die geförderten Zulagen begrenzt: max. 2.100 Euro (inkl. staatlichen Zuzahlungen) jährlich dürfen es sein. Darüberhinaus kann man zwar mehr in den Vertrag einzahlen; in den meisten Fällen ist das aber nicht sinnvoll. Die Förderung fehlt und die Kosten der Riesterverträge sind in der Regel dann zu hoch. Für diesen Fall wählte man anderer Formen der nachhaltigen Altersvorsorge, vielleicht die Privatrente.

 

 

 

Wie hoch sind die Zulagen des Staates bei einem voll förderberechtigten Vertrag?

– jeder geförderte Sparer erhält 154 Euro Grundzulage.

– für jedes förderberechtigte Kind weitere 185 Euro (fließen bei Ehepartnern natürlich nur in einen Vertrag). Bei ab 1.1.08 Geborenen sind es sogar 300 Euro.

– einen einmaligen Bonus in Höhe von 200 Euro erhalten diejenigen, die vor dem 25. Lebensjahr eine Riesterrente abschließen.

 

Während hauptsächlich Familien mit Kindern oder Geringverdiener von den oben genannten Zulagen profitieren (da der prozentuale Teil „Förderung“ hoch ist), werden Gutverdiener mehr von der steuerlichen steuerlichen Absetzbarkeit begeistert sein. Denn die Riesterbeiträge können abgesetzt werden. Das Finanzamt prüft dabei automatisch im Rahmen einer sogenannten „Günstigerprüfung“ ob Zulagen oder Steuervorteil günstiger sind. Die für den Bürger günstigere Variante wird gewählt.

 

Anspruch auf die Riesterförderung hat jeder, der in einem Arbeitsverhältnis mit verpflichtender Rentenversicherung steht, jeder der Arbeitslosengeld bekommt, jeder Beamte oder auch Ehepartner von Förderberechtigten (sogenannte Anhängselverträge).

 

Schauen wir uns zum besseren Verständnis einmal einige konkrete Fälle an.

 

Fall 1: Familienvater, Ehefrau, 3 Kinder

Fall: Familienvater
Anzahl Kinder: 3 (2x vor 1.1.2008, 1x nach 1.1.2008 geboren)
Einkommen Vorjahr: 26.000 Euro
Geburtsdatum: 1.4.1984
Gesamtbeitrag pro Jahr 1.040,00 Euro jährlich
davon Grundzulage (vom Staat) 154,00 Euro jährlich
davon Kinderzulage (vom Staat) 670,00 Euro jährlich
davon Eigenbeitrag (selbst zu zahlen) 216,00 Euro jährlich
Gesamtrente
(bei 6% Entwicklung der Fondsanteile)
4.644 Euro jährlich
Zum Vergleich: gleicher Netto-Beitrag
private Rentenversicherung ergäbe Gesamtrente von
1.248 Euro jährlich
Vorteil Riester-Rente +272 Prozent

 

Fall 2: Single, Normalverdiener

 

Fall: Singel Normalverdiener
Anzahl Kinder: 0
Einkommen Vorjahr: 26.000 Euro
Geburtsdatum: 1.4.1984
Gesamtbeitrag pro Jahr 1.040,00 Euro jährlich
davon Grundzulage (vom Staat) 154,00 Euro jährlich
davon Kinderzulage (vom Staat) keine.
davon Eigenbeitrag (selbst zu zahlen) 886,00 Euro jährlich
Gesamtrente
(bei 6% Entwicklung der Fondsanteile)
5.004 Euro jährlich
Zum Vergleich: gleicher Netto-Beitrag
private Rentenversicherung ergäbe Gesamtrente von
5.592 Euro jährlich
Nachteil Riester-Rente 10,5 Prozent

 

Fall 3: Single, Gutverdiener

 

Fall: Gutverdiener
Anzahl Kinder: keine.
Einkommen Vorjahr: 260.000 Euro
Geburtsdatum: 1.4.1984
Gesamtbeitrag 2.100,00 Euro jährlich
davon Grundzulage (vom Staat) 154,00 Euro jährlich
davon Kinderzulage (vom Staat) 0 Euro jährlich
davon Eigenbeitrag (selbst zu zahlen) 1.946,00 Euro jährlich
Riester-Rente
(bei 6% Entwicklung der Fondsanteile)
10.296 Euro jährlich
Steuervorteil durch Riester-Beiträge 842,97 Euro jährlich
Steuervorteil wird in privaten Renten-
vertrag eingezahlt und ergibt zusätz-
liche Rente von
5.280 Euro jährlich
Gesamtrente (Riester+Privat) 15.576 Euro jährlich
Zum Vergleich: gleicher Netto-Beitrag
private Rentenversicherung ergäbe Gesamtrente von
12.396 Euro jährlich
Vorteil Riester-Rente +25,6 Prozent

 

Fazit nachhaltige Riesterrente:

Entgegen der weit verbreiteten Meinung, dass sich Riesterrenten aufgrund hoher Kosten nicht lohnen würden, gibt es durchaus in bestimmten Situationen Fälle, in denen sich „Riestern“ wirklich lohnt. Das Rentenplus von 272% beim Familienvater gegenüber einer privaten Rente ist mehr als deutlich. Aber der Single mit niedrigem Einkommen fährt mit Riester eher schlecht und die gesetzlich vorgeschriebenen Riester-Regeln müssen auch bedacht werden. Insgesamt gilt, dass die Höhe der Riesterrenten meist nur eine Ergänzung sein können. Von den absoluten Beträgen her ist bei Rürup- oder privaten Rentenverträgen einfach mehr möglich.

 

Welche Nachhaltigen Angebote gibt es?

 

Auch hier muss zwischen klassischen Riesterverträgen und fondsgebundenen Riesterverträgen unterschieden werden. Klassische Verträge bieten einen Garantiezins (aktuell meist 1,75%, Senkung zum 1.1.2015 wahrscheinlich) auf den Sparanteil und eine Gesamtrendite in der Größenordnung von 3% nach Kosten. Fondsgebundene Policen bieten bei Riester einen Garantiezins von 0%, d.h. die eingezahlten Beiträge müssen immer auch als Rentenkapital zur Verfügung stehen. Wenn der Anleger bedenkt, dass die eingezahlten Beiträge üblicherweise durch staatliche Zuschüsse gestützt sind, erzielt der Anleger damit also bereits garantiert eine positive Rendite. Die Gesamtrendite hängt dann von der Entwicklung der Fonds ab. In unseren Beispielen rechnen wir von einer langfristigen Renditeentwicklung der Fonds von 6% nach Kosten.

 

 

Für klassische Riesterverträge sind die beiden Anbieter Oeco Capital und Stuttgarter „Grüne Rente“ gut geeignet. Die Oeco Capital ist ein Tochterunternehmen der bekannten Concordia Versicherungen und hat sich ausschließlich auf nachhaltige Versicherungen konzentriert, deren Leitlinien streng sind. Bei der Stuttgarter ist es so, dass die „Grüne Rente“ Produktlinie für ausschließlich ökologisch-ethische Kapitalanlagen steht.

 

 

Die Auswahl an Versicherern, die bei fondsgebundenen Riester-Verträgen eine hinreichende Anzahl ethisch-ökologischer Fonds anbieten, ist länger. Gesellschaften, die insgesamt (also auch von der Kostenstruktur) empfehlenswert sind, gibt es dann allerdings schon weniger. Als Makler sehen wir fondsgebundene Riester-Policen von Anbietern wie Stuttgarter, Continentale, Volkswohl Bund oder Helvetia als attraktiv an. Dort stimmen Qualität der Gesellschaft, Flexibilität der Verträge und Kosten. Bei den Fonds selbst sollte die Auswahl ethisch-ökologischer Fonds gut sein. Fonds-Gesellschaften wie Ökoworld, Sarasin oder Swisscanto stehen für gute Auswahlprozesse, transparente Kriterien und langjährige Erfahrung. Auch die finanziellen Ergebnisse sind sehr gut.

 

 

 

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Portraitfoto Gerd Junker Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.