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Stromriese RWE weiter im Sinkflug: Bonität fast auf Ramsch-Niveau

Donnerstag, 19. Mai 2016

 

Noch vor wenigen Jahren waren die großen deutschen Energieversorger für Kapitalanleger eine sichere Bank. Sie galten als Witwen und Waisen-Papiere, also Aktien, die auch von sehr sicherheitsbedürftigen Anlegern bedenkenlos gekauft werden konnten. Doch wie das Handelsblatt am 17. Mai 2016 berichtete, hat die Rating-Agentur Moody’s jetzt die Bewertung für RWE gesenkt: auf die letzte Stufe vor Ramsch-Niveau.

 

 

 

Was ist mit RWE geschehen?

Energiewende: die Stromerzeugung wird de-zentral

Auch solche Überland-Leitungen werden weniger: Erneuerbare Enerigen sind de-zentral, wir müssen weniger Strom übertragen.

Der zweitgrößte deutsche Stromversorger nach EON, die RWE AG,  hat lange auf Kohle, Gas und Atom zur Stromgewinnung gesetzt.  Die Erneuerbaren Energien wurden lange Zeit bekämpft, denn damit kommt die dezentrale Energieversorgung, eine große Furcht der Energieriesen: die Großkonzerne verlieren damit nämlich ihre Macht. So sind rund die Hälfte der ca. 25.000 Windkrafträder in Deutschland bereits in Bürgerhand. Die Großkraftwerke dagegen waren immer in der Hand der 4 großen Energiekonzerne.

 

Mittlerweile wurde sogar die Aufspaltung von RWE beschlossen: Die RWE AG behält die Alt-Kraftwerke mit Atom, Kohle und Gas sowie den Energiehandel. Die neue RWE, genannt NewCo, soll dafür die Erneuerbaren Energien, die Netz und den Vertrieb erhalten.

 

Möglicherweise ein geschickter Schachzug, denn die Folgen der Atomstrom-Produktion sind überhaupt nicht abschätzbar – und damit die Kosten. Vor wenigen Wochen hat die Trittin-Kommission einen Vorschlag vorgelegt: die Stromkonzerne sollen 23 Milliarden Euro in einen öffentlich-rechtlichen Fonds einzahlen und sich damit der Altlasten für Atommüll entledigen können.

 

Das sind jedoch 6 Mrd. Euro mehr, als die Konzerne erhofften. Das war einer der Mosaik-Steine, weshalb die Rating-Agentur Moody’s RWE herabstufte, denn RWE müsste dafür 5 Mrd. Euro Rückstellungen auflösen und rund 1,7 Mrd. zusätzlich aufbringen, um ihren Anteil am Fonds zahlen zu können.

 

Trotzdem sieht die Lage bei RWE düsterer aus als bei EON. Denn trotz der gleichen Thematik mit dem Altlasten-Fonds bleibt die Bewertung von EON auf dem 2 Stufen besseren Niveau von Baa1 (Rating-Stufen), während RWE nun von Baa2 auf Baa3 abgesenkt wurde. Das ist auf der Moodys-Skala nur noch die 10. Stufe und die letzte Stufe für eine mittlere Bonität. Eine weitere Abstufung würde die ehemals so angesehene RWE auf Junk-Status bringen und damit als hochspekulativ einstufen. Viele Investoren würden diese Anleihen verkaufen beziehungsweise gar nicht erst kaufen.

 

Die Probleme von RWE

Während RWE noch vor 5 Jahren ein solides A2-Rating (6. Stufe) hatte, ist nun bald der Ramsch-Status erreicht. Der Reaktor-Unfall von Fukushima (hier unser Bericht zum 5. Jahrestag) hat für eine Trendwende nach unten gesorgt. So ist der Konzern heute hoch verschuldet. Zum 31. März 2016 summierten sich die Netto-Schulden auf 28 Milliarden Euro, ein Zuwachs von 11 Prozent in den vorangegangenen 12 Monaten.

 

Hintergrund sind vor allem die weggebrochenen Gewinne, weil sich die großen Kohle- und Gaskraftwerke kaum noch profitabel betreiben lassen. Die Erneuerbaren Energien haben den Strompreis an der Strombörse in Leipzig stark fallen lassen. So sind die Großhandelspreise für die Megawattstunde elektrischer Energie von früher 50 Euro auf mittlerweile weniger als 24 Euro gesunken.

 

Hinzu kommen die Belastungen aus dem oben erwähnten Atom-Ausstiegs-Fonds, die höher als von den Konzernen erwartet ausfallen. Kritiker hingegen bemängeln, dass die nicht absehbaren Kosten für die Atommüll-Lagerung sogar noch wesentlich höher sein könnten, und der Staat, also damit alle Bürger, für die Mehr-Kosten gerade stehen müssen.

 

 

 

 

 

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Portraitfoto Gerd Junker Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.

Energierkonzern E.ON stark getroffen

Mittwoch, 10. August 2011
Eon

Eon, der größte deutsche Energiekonzern, sieht sich dazu gezwungen bis zu 10.000 Mitarbeiterstellen abzubauen.

Über Jahrzehnte hinweg waren die großen deutschen Energiekonzerne ein Symbol für Erfolg. Jährlich kassierten sie Milliarden von Euros an Gewinnen und verkauften stetig mehr Energie. Man kann davon sprechen, dass Eon, RWE, Vatenfall und EnBW die Energie-Besatzungsmächte in Deutschland waren.

 

Sie waren für 80% der deutschen Energieversorgung zuständig und hatten somit ein monopol-ähnliches Verhältnis. Nun jedoch berichten sowohl der „Spiegel“ als auch die „Süddeutsche Zeitung“, dass der größte Energiekonzern, Eon, vorraussichtlich bis zu 10.000 Mitarbeiter entlassen muss.

 

Grund dafür ist der überraschende Atomausstieg. Milliarden-Ausfälle werden für den Konzern vermutet. Die Schuld daran trägt Eon mehr oder weniger selbst: Trotz dem derzeitigen Wandel zu Erneuerbaren Energien, welche von Umweltfonds, die von Umweltbanken angeboten werden, gefördert werden, haben nicht nur Eon, sondern auch alle anderen alten Energieversorger, zu wenig in Erneuerbare Energien investiert. Lediglich ein Siebtel des deutschen Ökostroms wird aktuell von den Energiekonzernen produziert. Der gesamte Rest wird von kleineren Firmen, Landwirten und Hausbesitzern gewonnen.

 


 

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Nun, da aufgrund der Verschlafenheit der Bosse, die Konzerne auf eine dezentrale Energieversorung nicht vorbereitet sind, müssen die Mitarbeiter die Konsequenzen tragen. Momentan werden noch 85.000 Mitarbeiter bei Eon beschäftigt, fraglich nur für wie lange noch.

Mitarbeiter von Eon sollen nun jedoch nicht verzweifeln. Unternehmen aus der Branche der Erneuerbaren Energien, welche beispielsweise von Solarfonds, Windfonds oder generell Ökofonds gefördert werden, sind händeringend auf der Suche nach Fachkräften. Nach aktuellem Stand werden dort ca. 370.000 Mitarbeiter beschäftigt und der Trend geht weiter nach oben.