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Wasser Investment: China zeigt den enormen Bedarf

Montag, 07. April 2014

China ist das bevölkerungsreichste Land der Erde. Aufgrund des hohen Wirtschaftswachstums und der Urbanisierung wird in China die Wasserknappheit und die Wasserverschmutzung zu einem immer ernsteren Problem. Um den Wohlstand auch langfristig zu sichern und die Gesundheit der Bevölkerung nicht weiter zu gefährden, muss das chinesische Wirtschaftsmodell in Richtung Nachhaltigkeit umgewandelt werden. Entsprechend hat sich die Regierung ehrgeizige Ziele in den Bereichen Wasserqualität und Wassereffizienz gesetzt. Davon profitieren entsprechend aufgestellte Wasserfirmen mit Angeboten in diesen Bereichen, so das „Sutainable Investment Spotlight“ des Sustainable Investment Research der Bank J. Safra Sarasin.

 

Werft an verschmutztem Yangtse

Die Wasserqualität Chinas muss verbessert werden (hier: Werft am Yangtse, Foto Dieter Schütz / pixelio.de)

Pro Person beträgt die Wasserverfügbarkeit nur 2.100 m³ in China – das ist lediglich 1/3 des weltweiten Durchschnitts. Doch das ist nicht das wesentliche Problem in China. Es geht um die ungleiche Verteilung im nach der Fläche viertgrößten Land der Erde. Der Norden ist in China wesentlich trockener als der Süden. Trotzdem wird der Norden intensiv genutzt. So befinden sich 2/3 der landwirtschaftlichen Flächen im Norden und rund 50% des Bruttoinlandproduktes werden hier erwirtschaftet. Die 70% der Wasserreserven des Südens müssten also besser im Norden sein. Da im Westen der gebirgige und schwer nutzbare Teil Chinas liegt konzentriert sich die Bevölkerungsdichte primär auf den Osten. Entsprechend ist auch die Wasserknappheit im Nord-Osten am stärksten.

 

Wie auch im Reset der Welt, so verbraucht auch in China die Landwirtschaft die größten Wassermengen – nach Angaben des National Bureau of Statistics, China, waren das im Jahre 2010 61%, während der Beitrag zum BIP in China nur rund 10% beträgt (kommend von 15% im Jahr 2000). Besonders bedenklich: nicht nur das Bevölkerungswachstum an sich hat den Bedarf an landwirtschaftlich nutzbaren Flächen steigen lassen, sondern auch die veränderten Lebensbedingungen. Denn der höhere Kalorienbedarf und der höher Fleischverzehr pro Kopf führen dazu, dass die Landwirtschaft immer mehr bewässerungsintensive Flächen erschließen musste.

 

Ein weiterer großer Abnehmer für Wasser in China ist die Stromerzeugung, denn dort werden für die Kühlungsprozesse große Mengen Wasser benötigt – speziell bei Kohle-, Kernkraft- und Gaskraftwerken). Der Ausbau der Kraftwerksparks in China verläuft entsprechend der zunehmenden Bevölkerung, des zunehmenden Wohlstands und der zunehmenden Industrialisierung kontinuierlich. China baut dabei sowohl im Bereich der Erneuerbaren Energien zu, aber auch im Bereich konventioneller Kraftwerke.

 

Außerdem ist die Urbanisierung ein Treiber der Wasserproblematik. Während 1982 nur 20% der Bevölkerung Chinas in Städten lebten, sind es 2011 schon 51%. Und der Trend geht weiter, bis 2030 sollen es weitere 300 Millionen Menschen mehr sein. Das Problem: Städter haben einen wesentlich höheren Wasserverbrauch als die Landbevölkerung. Die Infrastruktur der Städte ist auf diesen Anstieg bei weitem nicht ausgelegt.  So geben nach Angaben der UNO bereits heute 33% der 661 Städte Chinas an, unter Wasserknappheit zu leiden. „Erhebliche Wasserknappheit“ liegt vor bei 17% der Städte.

 

Doch Knappheit ist nur ein Problem. Das andere ist die erhebliche Verschmutzung von Chinas Wasser. Laut der FAO sind 80% der Flüsse in einem solch verschmutzten Zustand, dass in Ihnen keine Fische mehr leben können. Aber nicht nur das Flußwasser, auch das Trinkwasser ist erheblich verschmutzt. Laut der chinesischen Regierung sind 57% des Grundwasser schwerwiegend kontaminiert. Hintergrund: weiterhin werden Industrieabwässer und kommunale Abwässer ungereinigt abgeleitet. Umweltvorschriften dazu existieren zwar, werden aber nicht kontrolliert. Die schädlichen Folgen für Mensch, Natur und Tierwelt sind gewaltig.

 

Nach Jahrzehnten des Wirtschaftswachstums hat im aktuellen Fünfjahresplan (2011 bis 2015) nun auch Wasserverfügbarkeit und -qualität eine wichtige Rolle eingenommen:

 

 

 

Ziele China Wasserqualität

Wichtige Wasser-Ziele im aktuellen Fünfjahresplan Chinas (Grafik: Grünes Geld GmbH, Quelle: J. Safra Sarasin)

 

 

 

Dass es die Regierung ernst meint, zeigt sich auch an einem mit 238 Milliarden Euro ausgestatteten Förderprogramm oder in der gezielten Schließung von alten Produktionsstätten. 

 

Entsprechend ergeben sich auch Chancen für Wasserfirmen, zum Beispiel im Bereich der Abwasseraufbereitung. Während nämlich die Wasserversorger traditionell in staatlicher Hand sind, können bei der Wasseraufbereitung auch privatwirtschaftliche Unternehmen eine Rolle spielen. So ergeben sich jährliche Steigerungsraten für die Abwasseraufbereitungskapazität von 17% (!) im Zeitraum bis 2013 bis 2015.

 

Ein anderes Feld mit großem Potenzial ist die Effizienzsteigerung bei der Bewässerung landwirtschaftlicher Flächen. Denn chinesische Landwirte bewässern ihre Flächen üblicherweise durch Überflutung – eine Methode, die 20 bis 40% mehr Wasser verbraucht als die modernen Standards entsprechende Tröpfchen- oder Sprinklerbewässerung. Hindernisse für eine weitere Verbreitung von solchen Anlagen waren die noch sehr günstigen Wasserpreise in China, die die Regierung aber nun dem wahren Wert von Wasser entsprechend, erhöhen wird.

 

Die Industrie ist der zweitgrößte Wasserverbraucher in China – aber der größte Wasserverschmutzer. Für die Säuberung des Abwassers ist die Industrie auf Filtertechniken und spezielle Chemiekalien angewiesen. Die Produktion dieser Chemikalien hat in den Jahren 2005 bis 2010 um 12% pro Jahr zugelegt und erreicht mittlerweile einen Umsatz von rund 1 Millarde Euro jährlich – Tendenz weiter stark steigend.

 

Aber nicht nur für „weiche Faktoren“ ist das Wasser-Thema ein Risiko. Auch die Wirtschaft leidet darunter – die Weltbank spricht von einer Reduktion des chinesischen BIP um 2,3% pro Jahr durch Wasserknappheit (1,3%) und durch Wasserverschmutzung (1,0%). Begründet sind die Wirtschaftsminderleistungen unter anderem durch Unsicherheiten im Bereich der Wasserzuliefererkette, den Gesundheits- und Sicherheitsrisiken für Mitarbeiter und Kunden sowie durch das Risiko von stiegenden operativen Kosten aufgrund teurer Wasseraufbereitungsmaßnahmen. 

 

Wasserkrise China: BIP wird spürbar reduziert

Weltbank: China verliert 2,3% des BIP jährlich durch Wasserkrise (Grafik: Grünes Geld GmbH)

 

 

 

 Natürlich betrifft dies besonders die Sektoren, die viel mit Wasser zu tun haben:

 

– Nahrungsmittelproduktion

– chemische Industrie

– Papierherstellung

– Rohstoffabbau oder

– Energieversorgung

 

Die Wasserkosten werden wohl weiterhin steigen, so wie das auch Ziel der chinesischen Staatsregierung ist. Bereits zwischen 2001 und 2013 stiegen zum Beispiel die Abwasserpreise in China um 10% jährlich. Generell ist unklar, wie China’s Regierung die Kosten verteilen will. Nimmt das Bespiel Elektrizitätsreform zur Hand, dann werden über Gebühren alle Wasserverbraucher zur Kasse gebeten. Das würde also auch die Industrie und die Landwirtschaft treffen.

 

Wer in Wasserfirmen, die ja eine beeindruckende Perspektive vor sich haben, investieren möchte, muss bei der Titelauswahl viele wirtschaftliche, politische, finanzielle, soziale und ökologische Aspekte beachten. Speziell der Bereich der Corporate Governance ist bei Wasser Unternehmen aus China oftmals kritisch zu bewerten. Aufgrund der großen Entfernungen und der damit verbundenen schwächeren Informationsversorgung des Anlegers ist eine breite Streuung besonders wichtig. Infolge kommen für die meisten Anleger nur Wasser-Fonds in Frage. Wer in Wasser investieren möchte, sollte sich deshalb unserer entsprechenden Musterdepots einmal genauer ansehen:

 

Zu den Musterdepots für Wasser Fonds

 

Portraitfoto Gerd Junker Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.

Comeback des Jahres: Fonds für Solar und Windkraft wachsen kräftig

Mittwoch, 30. Oktober 2013

Speziell die deutschen Anbieter von Solartechnik und Fotovoltaik-Equippment mussten in den letzten Jahren vielen Widrigkeiten trotzen. Obwohl ausreichend politische Bekundungen zum Klimaschutz vorhanden waren, wurden Förderungen gestrichen und es wurde nichts gegen Industriespionage und die Subventionen der chinesischen Konkurrenz getan. Überkapazitäten und überhöhte Marktpreise entstanden und führten letztlich zum Niedergang der Fotovoltaik-Industrie im noch vor wenigen Jahren führenden Land Deutschland.

 

Das hat sich auch an den Börsen gezeigt – die Aktien von Unternehmen, die sich dem Klimaschutz widmeten, wurden in den letzten Jahren abgestraft. Kein Geldanleger schenkte Ihnen mehr Vertrauen, die Abwärtsspirale drehte sich immer schneller.

 

Entsprechend sah man auch in unseren Grünes Geld Musterdepots für Erneuerbare-Energien und für Klimaschutz enttäuschende negative Zahlen. Die beiden Flaggschiffe Sonne Einmalsparen 5000+ Ethik und Klima Einmalsparen 5000+ Ethik konnten seit Auflegung 2009 nur mit 4,5% Rendite (Sonne) bzw. 8,7% Rendite (Klima) glänzen – viel zu wenig für eines der wichtigsten Tätigkeitsfelder der Menschheit.

 

Doch die Zeiten änderten sich 2013: Von kaum jemandem bemerkt, haben sich diese Zukunftsinvestments bereits wieder von Ihrer besten Seite gezeigt und eine Trendumkehr eingeläutet.

 

 

Sonne Einmalsparen 5000+ Ethik: Zuwachs von Jahresbeginn bis 29.10.2013 (Rumpfjahr) ist 14,6%

Klima Einmalsparen 5000+ Ethik: Zuwachs von Jahresbeginn bis 29.10.2013 (Rumpfjahr) ist 15,0%

 

 

trendwende-bei-sonne-musterdepots

Nach schwierigen Jahren die Trendwende geschafft: Musterdepot Sonne Einmalsparen 5000+ Ethik

 

 

Rechnet man nun noch die statistisch sehr guten Börsenmonate November und Dezember hinzu, können beide Musterdepots mit Renditen um die 17% für das Jahr 2013 rechnen. Den Anleger freuts und auch die Umwelt ist begeistert, denn mit dieser Kapitalanlage werden genau die richtigen und wichtigen Unternehmen, die die Welt mit zukunftsweisender Technologie versorgen, gefördert.

 

Die Musterdepots “Sonne” enthalten zwischen 100 und 500 Unternehmen aus dem Bereich der Erneuerbaren Energien. Bei den Musterdepots “Klima” kommen hierzu noch Unternehmen, die sich für den Klimawandel engagieren, also zum Beispiel Unternehmen im Bereich Wärmedämmung oder Infrastruktur (z.B. Bahn statt Auto).

 

 

 

 
Portraitfoto Gerd Junker Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.