Mit ‘Slow Food’ getaggte Artikel

Food Trends – 5 aktuelle Entwicklungen im Bereich Lebensmittel

Freitag, 10. November 2017
Zusammenfassung: Essen verbindet. Die aktuellen Food Trends spiegeln die gesellschaftlichen Entwicklungen wider: Speisen werden von der Rezeptur internationaler – aber auch regionaler von den Zutaten. Einfachheit ist Trumpf, Gemüse steigt weiter im Ansehen.

 

Food Trend – einfach & gut!

 

 

Essen ist in unserer Kultur sehr viel mehr, als bloße Nahrungsaufnahme. Was hierzulande auf den Tellern landet, ist vielmehr ein Ausdruck des Lebensstils und der kulturellen Identität. Essen spiegelt ethische Werte wider und ist mehr oder weniger ein „Statement“. Die Auswahl von Lebensmitteln – und die freie Auswahl ist in den Industrienationen quasi uneingeschränkt möglich – ist auch ein Mittel der Selbstdarstellung und der individuellen Lebensweise.

 

Nachhaltigkeit und Regionalität haben sich im Bereich der Lebensmittel zu wichtigen Kriterien entwickelt. Dabei befriedigen nicht nur lokale Erzeuger und Bioläden diese Ansprüche, auch Supermarktketten und selbst Discounter werben zunehmend mit diesen Aspekten guter Lebensmittel. Hinzu kommen die beiden Dauer-Trends der vegetarischen und veganen Lebensweise, die längst ihr alternatives Nischen-Dasein verlassen haben. Entsprechende Produkte finden sich längst in breiter Auswahl in den Lebensmittelgeschäften.


(mehr …)

10 Buchtipps für den Lese-Herbst und –Winter

Montag, 30. Oktober 2017
Zusammenfassung: Auch in diesem Jahr haben wieder unzählige Verlage ihr aktuelles Programm auf der Frankfurter Buchmesse präsentiert. Themen der Zeit, wie Klimakrise, Ökologie und Do-it-Yourself bleiben im Trend. Interessante Buchtipps für den Leseherbst und zugleich auch bereits einige gute Ideen für sinnvolle Weihnachtsgeschenke.

 

Buchauswahl für den Leseherbst

 

Lesen ist und bleibt ein beliebter Zeitvertreib. Egal ob das klassische Buch genutzt wird oder der E-Reader – Romane, Ratgeber, Sachbücher gehören nach wie vor zum Leben. Gerade im Herbst und Winter – in Verbindung mit einer schönen Tasse Tee, einem guten Glas Wein oder sonst einer wohltuenden Kleinigkeit, die das Leben schöner macht – Lesen entspannt, regt an, regt auf, vermittelt überraschende Erkenntnisse und eröffnet neue Horizonte. Gerade das breite Angebot von Neuerscheinungen in den Bereichen ökologisches Leben, Selbermachen, Politik und Zeitgeschehen gibt wichtige Impulse für das eigene Leben und zeigt Alternativen zu den gängigen Verhaltensmustern auf.

 

(mehr …)

Herbst im Wald – die Schätze der Natur

Freitag, 20. Oktober 2017
Zusammenfassung: Pilze suchen, Nüsse und Esskastanien sammeln und Kräuter pflücken in der freien Natur erfreut sich steigender Beliebtheit. Positiv: Immer mehr Menschen setzen sich aktiv mit ihrer Umwelt auseinander und sind so motiviert, die Schätze der Natur zu schützen. Ein kleiner Blick in den Herbstwald!

 

Herbstleckerei – geröstete Esskastanien.

Die Herbstmonate sind für Frischluft- und Wanderfreunde ein Balance-Akt zwischen grauem Schmuddelwetter und farbenfrohem Laub in den Wäldern. Auch wenn der Herbst nicht immer auf den ersten Blick golden erscheint, offenbaren Feld, Wald und Flur jetzt noch einmal vielfältige Schätze: Pilze, Kastanien, Nüsse und Kräuter.

 

Was noch vor einigen Jahren in den Rubriken „Was Großmutter noch wusste“ belächelt wurde, hat sich längst zu einem relevanten Trend entwickelt: Natürliche Lebensmittel selbst suchen, sammeln, verarbeiten und genießen. Diese gemäßigte Subsistenzwirtschaft bringt nicht nur eine kreative & kostenlose Mahlzeit auf den Tisch, sondern stärkt auch das Wissen über die Umwelt, natürliche Prozesse und Kreisläufe. Außerdem verstärkt dieses Wissen auch das Bewusstsein für eine umwelt- und klimafreundliche Entwicklung.

(mehr …)

Klimaschutz im Alltag – 10 gute Ideen

Dienstag, 06. Juni 2017
Zusammenfassung: Große Weltrettungsaktionen sind das Werk vieler. Mit 10 einfachen Ideen für mehr Klimaschutz und Nachhaltigkeit hat jeder Einzelne im Alltag die Möglichkeit, seinen Beitrag zu leisten und die Welt auch für kommende Generationen lebenswert zu erhalten.

 

 

Das Pariser Abkommen auf den Kopf gestellt.

Der Juni startete sonnig, für das globale Klima gab es jedoch schlechte Nachrichten. Der US-amerikanische Präsident Donald Trump verkündete offiziell den Ausstieg seines Landes aus dem Pariser Klimaschutzabkommen. Das Abkommen, so Trump, sei ungerecht, die Reduzierung von klimaschädlichen Treibhausgasen sei zu teuer für sein Land.

 

Positiv an der Entwicklung: Offensichtlich beurteilen große US-Unternehmen und viele Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens die Lage völlig anders. Unter anderem erklärte der Chef von General Electric, dass – angesichts der Realität des Klimawandels – die Industrie jetzt die Führung übernehmen müsse und sich nicht auf die Regierung verlassen könne.

 

Gegen Trumps Entscheidung richteten sich auch die Unternehmensführungen von Branchengrößen wie dem Elektronikhersteller Apple und dem Sportartikelunternehmen Nike. Der CEO des Elektroautobauers Tesla, Elon Musk, erklärte zudem, dass er Donald Trump zukünftig nicht mehr beraten werde. Wie es weiter gehen wird, ist eine Frage, über die sich Trump sorgen muss, denn auch wenn die Klimakrise noch lange nicht abgewendet ist zeigt sich, dass die Notwendigkeit des Klimaschutzes und die Förderung Erneuerbarer Energien mehrheitliche internationaler Konsens sind.

 

Manchmal picksig – aber es lohnt sich!

Seit 45 Jahren wird am 5. Juni der „Internationale Tag der Umwelt“ begangen. An diesem Aktionstag der Vereinten Nationen beteiligen sich rund 150 Staaten, um die vielfältigen Zusammenhänge zwischen Umweltzerstörung und Bedrohung der Menschheit aufzuzeigen. Während dieses langen Zeitraum – vom Beginn der siebziger Jahr bis heute – haben sich die Akzente im Umweltschutz verändert. Während in den Anfangsjahren Themen wie Gewässerschutz und Maßnahmen gegen sauren Regen und Waldsterben im Vordergrund standen, rückten in den letzten Jahren verstärkt Themen des Klimaschutzes in den Vordergrund, denn die Klimakrise stellt die Klammer für nahezu alle Bedrohungsszenarien dar.

 

Im Dezember haben wir in unserem Blog drei Ideen für gute Vorsätze im neuen Jahr gegeben. Jetzt – fast ein halbes Jahr später – sind die Vorsätze sicher längst abgehakt, in Fleisch und Blut übergegangen und aus dem Alltag nicht mehr weg zudenken? Oder kam ständig das ein oder andere dazwischen und die Umsetzung der Ideen schlummert zwar noch im Hinterkopf, ist aber vorerst noch auf der langen Liste der Dinge, die dringend noch erledigt werden sollten. Wie auch immer…heute möchten wir nachlegen und nochmals aufrütteln.

 

Für kleine und große Maßnahmen in Sachen Umwelt-, Klimaschutz und mehr Nachhaltigkeit im Alltag ist es nie zu spät. Am leichtesten fällt es den Meisten, mit Kleinigkeiten zu beginnen, die leicht und schnell zu realisieren sind. Deshalb haben wir heute zehn Ideen für mehr Klimaschutz im Alltag zusammengetragen, deren Umsetzung nur einen kleinen Aufwand bedeutet, jedoch eine große Wirkung zeigen kann.

 

 

1. Auf dem Wochenmarkt einkaufen – regional & reichhaltig

Wer Lebensmittel aus der Region einkauft, schont das Klima. Denn lange Transportwege entfallen. Zudem wird die regionale Wirtschaft gestärkt, denn das Geld landet nicht bei den großen multinationalen Lebensmittelkonzernen. Gut ist es außerdem, saisonales Obst und Gemüse zu bevorzugen, denn so werden CO2-Emissionen vermieden, die durch die Zucht in beheizten Gewächshäusern oder durch die Aufbewahrung in Kühlhäusern entstehen. Wer außerdem auf Ware aus ökologischem Anbau setzt, ist in Sachen Klimaschutz auf der sicheren Seite. Gerade im Sommer macht der Einkauf auf den lokalen Wochen- und Bauernmärkten sowie bei den örtlichen Einzelhändlern besonders viel Spaß, denn das reichhaltige Angebot an Beeren, Früchten, Kräutern, Salaten und vielfältigen Gemüsesorten macht Lust auf gute Küche. Zudem finden Gartenfreunde hier auch eine reichhaltige Auswahl an Pflanzen. Ergänzt wird das Angebot vielfach durch lokale Milch-, Fleisch- und Fischprodukte, Honig und Marmeladen sowie Backwaren von Handwerksbetrieben.

 

 

2. Stell’ dir vor es gibt kein Fleisch und keiner merkt es

Vielfalt statt Einfalt.

Wer mit schwer beladenen Körben im Sommer vom Markt kommt plant häufig ein gemütliches Essen mit der Familie und Freunden. Grillen steht dabei noch immer hoch im Kurs. Allerdings ist der hohe Fleischkonsum in den Industrienationen und die damit verbundene Massentierhaltung.

 

Mit ein Grund für den Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase. Besonders schlecht schneidet Rindfleisch ab, denn um ein Kilogramm Fleisch zu produzieren, müssen gut 15 Kilogramm pflanzliches Futter aufgewendet werden. Dafür wird eine landwirtschaftliche Fläche benötigt, auf der im Verhältnis rund 120 Kilogramm Karotten und 80 Kilogramm Äpfel geerntet werden könnten. Mittlerweise gibt es viele hervorragende Rezepte für ein veganes oder vegetarisches Grillvergnügen. Dabei triumphieren viele Speisen – wie etwa Gemüsespieße – optisch über die Bratwurst, so dass der Verzicht kaum auffällt. Wer nicht völlig fleischlos glücklich ist, sollte sich wenigsten in der Menge beschränken. Übrigens: Auch bei der Grillkohle sollten Klimaschützer die Augen offen halten. Gute Grillkohle sollte als Nebenprodukt einer nachhaltigen Holzverarbeitung stammen

 

 

3. Zu Fuß und auf dem Rad – das Umfeld genießen und neu entdecken

Neue Wege befahren.

Bei schönem Wetter das Auto stehen lassen und den Weg zur Arbeit, zu Einkäufen oder Veranstaltungen mit dem Rad oder Fuß genießen – das ist ein Luxus, den man sich häufiger leisten sollte. Die Vorteile für Umwelt und Klima liegen auf der Hand. Aber auch die persönliche Lebensqualität kann vielfach durch veränderte Gewohnheiten verbessert werden.

 

Wer samstags mit dem Rad zum einkaufen auf den Markt fährt, muss sich nicht über mangelnde und teure Parkmöglichkeiten ärgern. Wenn der tägliche Arbeitsweg ohne PKW zurückgelegt werden kann, fließt die sportliche Betätigung direkt in den Alltag ein.

 

Zudem können oftmals andere Wege, beispielsweise durch Parks und Felder genutzt werden, die auch positiv auf die Psyche auswirken. Wer den Radverkehr in den Innenstädten scheut, findet vielleicht auch zu Fuß Entspannung, besonders angenehm ist es dabei, wenn der Weg variiert werden kann und so immer wieder neue Impulse für die Sinne bietet.

 

 

4. Warum in die Ferne schweifen – Fliegen ist nicht unbedingt schöner!

Klimaschäden ausgleichen.

Reisebüros und –portale haben mittlerweile das ganze Jahr über Saison. Dennoch ist der Sommerurlaub noch immer als Hauptreisezeit fest im Jahresrhythmus vieler Deutscher fest verankert. Fernweh und die Sehnsucht nach verlässlichem Sonnenschein sind der Grund dafür, dass Flugreisen besonders beliebt sind.

 

Allerdings belastet gerade der Flugverkehr das Klima stark. Besonders problematisch sind dabei nicht nur Fernreisen, sondern auch die zunehmenden Anzahl von Flügen zu nahgelegenen Zielen. Viele davon ließen sich auch mit dem Zug erreichen. Das dauert oft nicht einmal sehr viel länger, denn Bahnhöfe befinden sich meist mitten in den Städten.

 

So entfallen die – oft langen – Anfahrtswege zum Flughafen und zurück. Außerdem gibt es bei der Bahn keine langen Eincheckzeiten. Wer dennoch eine Flugreise plant, sollte auch einen Ausgleich für den Klimaschaden mit einkalkulieren. Das kann zum einen durch eine Zahlung an ein zertifiziertes Klimaschutzprojekt sein oder durch ein direktes Investment, beispielsweise durch die Beteiligung an Aufforstungsprojekten.

 

 

5. Autofahren – aber richtig

Ganz stehen lassen ist auch eine Alternative.

Apropos Reisen. Wer mit dem Auto unterwegs ist hat zwar nicht unbedingt das klimafreundlichste Fortbewegungsmittel gewählt, kann aber auch in diesem Bereich dafür sorgen, dass das Klima nicht unnötig belastet wird. Sinnvoll ist es dazu, auf sparsame Fahrzeuge zu setzen und – wenn möglich – einen Elektro- oder Hybridantrieb zu wählen.

 

Umweltfreundlicheres Autofahren ist allerdings fast mit jedem Modell möglich. In den USA hat sich dabei bereits das Hypermiling als Wettbewerb etabliert, bei dem die Fahrer versuchen, durch eine sparsame Fahrweise, möglichst lange Strecken mit einer Tankfüllung zurückzulegen. Die „Tricks“ sind dabei für jeden umsetzbar. Zum einen genügt der Blick auf den Tacho, bei maximal 120 Stundenkilometern kann bei längeren Strecken bereits viel CO2 eingespart werden.

 

Wichtig ist es auch, den Drehzahlmesser zu beobachten und rechtzeitig hochzuschalten, denn bei rund 2.000 Umdrehungen bleibt der Verbrauch niedrig. Auch der richtige Reifendruck wirkt sich positiv auf den Benzinverbrauch aus. Bereits 0,2 Bar zu wenig führen zu rund 10 Prozent höherem Verbrauch. Kleinigkeiten, die auch viel bringen: Energiefresser wie Stand- und Sitzheizung, Klima- und Stereoanlage nur bei Bedarf nutzen und keinen unnötigen Ballast spazieren fahren. Dachgepäckträger und ähnliches sollten nach ihrem Einsatz wieder in der Garage landen.

 

 

6. Auch ein Kühlschrank hat einmal Ruhe verdient

Mal in Ruhe abschalten – auch den Kühlschrank.

Im Sommer einer der besten Küchenhelfer: Der Kühlschrank, denn hier lagern Speisen und Getränke angenehm kühl und sicher vor Verderben. Wer einen neuen Kühlschrank kauft, sollte auf die Energieeffizient des Gerätes, ebenfalls ist ein Standort mit Abstand zu Wärmquellen wie Backofen und Heizungen sinnvoll – so weit so gut.

 

Aber auch im laufenden Betrieb lässt sich noch viel Energie sparen, denn eine Lagerung von rund sieben Grad Celsius bringen gegenüber kühleren Temperaturen bereits eine bemerkbare Stromersparnis. Ebenfalls positiv wirkt sich ein voller Kühlschrank aus, denn Luft zu kühlen ist aufwändig. Wer nicht genug Lebensmittel im Haus hat kann auch einfach mit Wasserflasche oder dem sonstigen Getränkevorrat die Lücken füllen. Wichtig für einen optimalen Energieverbrauch ist das regelmäßige Abtauen.

 

Eine gute Gelegenheit dazu bietet sich während der Urlaubszeit, denn dann muss der Kühlschrank erst nach der Rückkehr wieder angeschaltet werden. Um die letzten Vorräte vorher zu verbrauchen, bietet sich ein auch „Restessen“ mit Freunden an oder man verschenkt seine übrigen Lebensmittel, beispielsweise über eine Foodsharing-Plattform.

 

 

7. Sommermode – Nachhaltigkeit ist „cool“

Frischer Wind im Kleiderschrank.

Da wir gerade vom Verschenken sprechen, Sharing-Communities kommen in der Mitte der Gesellschaft an. Förderer der Idee, Kleidung zu tauschen, zu verschenken und in Läden – wie beispielsweise Oxfam – zu kaufen, ist zum einen der beliebte Vintage-Look, aber auch das gestiegene Interesse an eine nachhaltig produzierten Kleidung  ohne Ausbeutung, Kinderarbeit, Pestizide und unnötigem Ressourcenverbrauch.

 

 

Den richtigen Schalter umlegen – mit Ökostrom

Wer in der Urlaubszeit einen sommerlichen Regentag vor sich hat, freut sich im Allgemeinen auf einen gemütlichen Lesenachmittag oder ähnlich beschauliche Dinge. An einem solchen Tag bietet sich aber auch eine gute Möglichkeit, sich endlich um die Dinge zu kümmern, die bereits lange auf Erledigung warten. Zum Beispiel der Umstieg auf einen Ökostromanbieter.

 

 

9. Was bleibt – der CO2-Fußabdruck

Den Fußabdruck nicht zu tief werden lassen.

Wer bereits Ökostrom bezieht und sein Lieblingsbuch ausgelesen hat, unternimmt vielleicht an einem Tag mit Sommerregen einen erfrischenden Spaziergang – vielleicht sogar Barfuß. Wer dann zurück in Haus kommt, hinterlässt feuchte Fußabdrücke, die bald wieder verschwunden sind.

 

Anders sieht das mit dem persönlichen CO2-Fußabdruck aus, denn die eigene Bilanz der CO2-Emissionen kann sich nachdrücklich negativ auf das globale Klima auswirken. Ein Regentag ohne besondere Pläne ist daher ein perfekter Termin, um über den eigenen Energieverbrauch, den Lebensstil und viele andere Gewohnheiten nachzudenken. Im Netz gibt es mehrere CO2-Rechner, mit denen der eigene Fußabdruck ermittelt werden kann.

 

 

10. Haushaltskasse optimieren

Regentage gehören zum Sommer in Deutschland – und das ist eigentlich auch gut so. Daher noch ein Tipp für eine sinnvolle Indoor-Aktivität: Klimaschutz und Nachhaltigkeit durch persönliches Verhalten zu betreiben ist sehr gut. Noch effektiver werden jedoch viele Aktionen, wenn sich viele zusammentun und Projekte anschieben, die einen relevanten Beitrag für den Klimaschutz leisten können. Eine gute Möglichkeit bieten daher nachhaltige Geldanlagen, denn hier können Anleger sicher sein, dass ihr Geld nur ethischen und ökologischen Projekten landet. Kompetente Beratung in diesem Bereich bietet Grünes Geld.

 

 

Carmen Junker

Verfasser des Beitrages: Carmen Junker ist Gründerin der Grünes Geld GmbH und Geschäftsführerin der Grünes Geld GmbH. Carmen Junker:“ Ein Grund mein berufliches Wirken speziell auf die Nachhaltige Geldanlage auszurichten ist, die Welt ein Stück positiver zu gestalten mit den Mitteln und Kenntnissen die mir zur Verfügung stehen. Aus der Verantwortung für die kommende Generation und weil ich selbst noch einige Jahre auf diesem schönen Planeten verbringen möchte“.

Cittàslow – Die entschleunigte Stadt

Freitag, 26. Mai 2017
Zusammenfassung: Immer mehr Städte verlieren ihre kulturelle Identität, besonders in den Innenstädten ist eine rasante Angleichung durch Ladenketten und Franchise-Unternehmen zu beobachten. Gegen diese Entwicklung tritt die Cittàslow-Bewegung ein. Ziel der durch den Slow Food-Gedanken inspirierte Gruppierung ist es, die regionalen Besonderheiten zu stärken und zu betonen und damit die Lebensqualität generell zu verbessern.

 

 

Vielfalt bringt mehr Aufenthaltsqualität in die Städte.

Entschleunigung, Achtsamkeit, mehr Bewusstsein für die Umwelt mit all ihren zahlreichen Facetten. Immer mehr Menschen interessieren sich für Konzepte abseits der hektischen Betriebsamkeit der Großstädte und dem durchgetakteten Arbeitsleben. Und auch wenn vieles nicht im Lebensalltag konsequent umgesetzt werden kann – die Nachfrage nach sinngebenden, einfachen Dingen und Prozessen steigt und ist vielfach eine Kraftquelle in Freizeit und Urlaub. Ein Konzept, bei dem viel Wert auf den natürlichen Ablauf der Arbeits- und Herstellungsprozesse gelegt wird, ist die Slow Food-Bewegung.

 

Seit rund dreißig Jahren setzen sich die Anhänger dieser Bewegung für gutes Essen und ein gemäßigtes Lebenstempo ein. Dabei fühlt sich Slow Food nicht ausschließlich dem Thema Lebensmittel verspflichtet, sondern hat auch zum Ziel, kulturelle und traditionelle Werte zu bewahren und die spezifischen Eigenheiten jeder Region zu fördern und zu erhalten.

 

 

Die Slow-Bewegung breitet sich aus

Ende der neunziger Jahren formierte eine neue Bewegung, die durch die Slow Food-Prinzipien inspiriert wurde: die Cittàslow (cittaslow), die entschleunigte Stadt. Bis 2003 wurde auch der Begriff der Slow City offiziell verwendet, der teilweise noch immer gebräuchlich ist.

 

Die Vision der Cittàslow ist das Gegenkonzept zu den zunehmend vereinheitlichten Großstadtzentren. Die Cittàslow soll demnach ein Raum für Menschen sein, die mit Zeit und Muse einander begegnen. Entsprechend soll die Stadt über Plätze mit hoher Aufenthaltsqualität, kulturelle Einrichtungen, Lokale, Geschäfte und Handwerksbetriebe verfügen, die dem lokalen Charakter des Ortes entsprechen. Langsamkeit soll in diesem Zusammenhang als Zeit für die natürlichen Abläufe, wie auch für den Wechsel der Jahreszeiten verstanden werden. Zusammengenommen stehen diese Faktoren für eine hohe Lebensqualität.

 

Wie bereits die Slow Food-Bewegung, entstand die Idee der Cittàslow in Italien. Hauptziel ist es dabei, den Slow Food-Gedanken auch auf andere Lebensbereiche zu übertragen und damit generell die Lebensqualität zu verbessern.

 

Cittàslow der ersten Stunde: Orvieto.

Um dieser Philosophie einen Raum zu geben, gründeten 1999 die vier italienischen Städte Bra (Piemont), Greve (Chianti), Positano (Kampanien) und Orvieto (Umbiren) das Netzwerk „Slow City“. Initiator war dabei der Bürgermeister von Greve in Chianti, Paolo Saturnini. Ihm gelang es, weitere Bürgermeister für das Projekt zu begeistern. Gemeinsam wollten die Kommunen der herrschenden Maxime der Schnelllebigkeit ein moderates Lebenstempo entgegenzusetzen, das den Kreisläufen der Landwirtschaft und des Weinanbaus entspricht und sich positiv auf Mensch, Natur und Umwelt auswirkt.

 

Bereits ein Jahr später verfügte die Bewegung über 30 Mitgliedstädte in Italien. Vernetzt und koordiniert werden die teilnehmenden Kommunen vom Hauptsitz der Cittàslow-Bewegung. Dieser befindet sich in einer ehemaligen Klosteranlage in Orvieto aus dem 15. Jahrhundert.

 

 

Vielfalt und Identität der Städte stärken

So, wie die Slow Food-Bewegung handwerklich erzeugte und ökologische Lebensmittel aus der Region fördern will und standardisierte Fastfood-Produkte ablehnt, wollen die Einwohner einer Cittàslow der Vereinheitlichung der Städte entgegenwirken und die Besonderheit des Ortes unterstreichen.

 

Typische deutsche Fußgängerzone.

Die spezielle Identität der Städte zu stärken ist ein Anliegen, das auf ein breites Interesse stößt. Denn durch die Verbreitung internationaler Ladenketten und Franchise-Unternehmen hat sich in den letzten Jahren das Gesicht der Innenstädte weltweit stark vereinheitlicht. Waren Fußgängerzonen und Ladengalerien in den siebziger Jahren noch mit durch ein vielfältiges und lokales Angebot geprägt, hat sich spätestens ab der Jahrtausendwende eine rasante Amerikanisierung in den europäischen Zentren vollzogen, die sich in der Folge auch auf die Klein- und Mittelstädte ausbreitete. Zugespitzt beschreibt der Autor Marc-Uwe Kling in seinem Gedicht „Kettenkarussell“ diese Entwicklung. Dabei ist es einem Reisenden nahezu unmöglich zu erkennen, in welcher Stadt er sich gerade befindet, denn die Innenstädte sehen mit den immer gleichen Filialen der führenden Ladenketten völlig identisch aus.

 

Kleinere regionale Einzelhändler, Manufakturen, Lokale und Handwerker haben immer seltener die Möglichkeit, sich in den sogenannten 1A-Lagen der Städte zu behaupten. In der Folge verlieren Städte zunehmend ihre unverwechselbare Eigenheit und sind damit beliebig austauschbar. Ein Problem mit weitreichenden Folgen, denn ohne eine persönliche Bindung an die eigene Stadt, haben die Einwohner kaum Gründe, sich für ihre Heimat einzusetzen.

 

Dieser Entwicklung will die Cittàslow-Bewegung mit positiven Beispielen und Konzepten entgegenwirken. So sollen die einzigartigen und speziellen Werte der einzelnen Städte wieder stärker in den Mittelpunkt des Interesses gerückt werden – und zwar für Einwohner und Besucher gleichermaßen. Ein weiteres Ziel ist es, Städte dabei zu unterstützen, ihre kulturelle Vielfalt zu erhalten und zu betonen.

 

 

Cittàslow-Bewegung in Deutschland

Motiviert durch den guten Start in Italien, beschlossen die Initiatoren, die Idee international auszuweiten. Aktuell gibt es 233 Cittáslows in 30 Ländern rund um den Globus, die in 20 Netzwerken organisiert sind.  In Deutschland fanden die Ideen der Slow-Bewegung schnell Freunde. Bereits 2001 wurde Hersbruck in Mittelfranken als erste deutsche Stadt und als erste Stadt außerhalb Italiens in der Cittàslow-Bewegung aufgenommen. Kurz darauf folgten Waldkirch im Breisgau und Überlingen am Bodensee. Derzeit gibt es 17 deutsche Cittàslow-Städte, deren Geschäftsstelle im pfälzischen Deidesheim liegt.

 

Die Entdeckung der Langsamkeit – entschleunigt leben.

Die Cittàslow-Vereinigung sieht sich in erster Linie als Bewegung, die aus vielen Klein- und Mittelstädten besteht. Daher ist eine Mitgliedschaft nur für Städte und Gemeinden unter 50.000 Einwohnern möglich. Darüber hinaus müssen die Städte vielfältige Kriterien erfüllen, um sich für eine Mitgliedschaft zu qualifizieren. Die Kriterien sind in einem umfangreichen Katalog festgelegt, aber auch hier werden spezifische Besonderheiten berücksichtigt. Da nicht für jede Stadt nach den gleichen Kriterien gemessen werden kann gilt es, mindestens die Hälfte der Anforderungen zu erfüllen. Diese prüft die jeweilige Stadt in einem Selbstbewertungsprozess und erarbeitet ein individuelles Konzept für ihre Cittàslow mit dem sie sich beim nationalen Netzwerk um eine Aufnahme bewirbt. Nach einer positiven Prüfung durch die zuständige Kommission, erhält die Stadt das Zertifikat „Cittàslow“, nach vier Jahren findet eine erneute Zertifizierung statt.

 

Seit 2005 besteht für Unternehmen und Institutionen, aber auch für Städte, die sich nicht selbst qualifizieren können, die Möglichkeit, den Cittàslow-Gedanken als Unterstützer zu fördern.

 

 

Besonderes Markenzeichen: Einzigartigkeit

Das Besondere Merkmal einer Cittàslow ist ihre Einzigartigkeit. Darüber hinaus sthet die Stadt für eine besondere Lebensqualität. Fortschritt ist wichtig, stellt jedoch den Menschen in den Mittelpunkt des Handelns. Die besondere Bedeutung regionaler Erzeugnisse und kurze Versorgungswege sind wichtige Punkte, die auch durch die besondere Beziehung zwischen Stadt und Land gefördert werden soll. Genauso bedeutsam ist aber auch das soziale Miteinander und die Förderung des Zusammenhaltes innerhalb der Gemeinschaft. Damit sieht sich die Cittàslow auch als wirksames Projekt gegen alte und neue Armutsstrukturen und fühlt sich dem umfassenden Nachhaltigkeitsgedanken und der Generationengerechtigkeit verpflichtet.

 

Um den anspruchsvollen Erwartungen an eine Cittàslow gerecht zu werden, erarbeiten die teilnehmenden Städte Maßnahmen aus sieben Themenbereichen und tauschen sich regelmäßig mit anderen Gemeinden im Netzwerk aus. Auf der Agenda der Cittàslow ist das Themenfeld Energie- und Umweltpolitik weit oben angesiedelt. Dazu zählen die Sicherung der Luft-, Boden- und Wasserqualität genauso, wie der Erhalt der biologischen Vielfalt und die öffentliche Energiegewinnung aus erneuerbaren Quellen. Aber auch Maßnahmen zu Energieeffizienz im öffentlichen und im privaten Bereich gehören dazu. Ebenfalls wichtige Teilbereiche sind hier die klassischen Umweltthemen Abfallvermeidung und –verwertung, aber auch neuere Themenfelder, wie etwa die visuelle Umweltverschmutzung.

 

Ein weiterer wichtiger Punkt für eine lebenswerte Stadt ist die Infrastrukturpolitik. Hier wird besonders die Förderung umweltfreundlicher Verkehrsmittel positiv bewertet, aber auch die vielfältigen Maßnahmen für eine barrierefreie Stadt, die allen Bewohnern eine gute Erreichbarkeit der unterschiedlichsten Einrichtungen ermöglicht. Ebenso von Belang sind aber auch Faktoren, die die Vereinbarkeit von Familie und Erwerbstätigkeit fördern.

 

Die Cittàslow versteht sich nicht als Museumsdorf, sondern als moderne Kommune. Daher sind Maßnahmen zur Verbesserung der urbanen Qualität wichtige Kriterien, die alle Mitglieder erfüllen müssen. Darunter fallen zum einen der Erhalt historischer und kulturell bedeutender Bauwerke zur Aufwertung des Stadtkerns, aber auch Förderung eines nachhaltige Nutzung der Randgebiete und die Schaffung von neuem Wohnraum. Ebenso soll eine Cittàslow auch eine zeitgemäße Datenschnelligkeit gewährleisten und im öffentlichen Bereich interaktive Dienste anbieten.

 

Vielfalt und Besonderheit der Region stärken.

Die Wurzeln der Slow Food-Bewegung werden vor allem im Anforderungskatalog im Bereich Landwirtschaft, Tourismus und Handwerk deutlich. Eines der Hauptziele ist dabei die Aufwertung traditioneller Berufe und Arbeitstechniken und damit verbunden der Erhalt und die Vermarktung der einheimischen Erzeugnisse. Um diese Ziele zu erreichen, sind hier neben der regionalen Vermarktung auch die Bewahrung durch kulturelle Einrichtungen und Brauchtümer vorgesehen, die auch für Besucher von Interesse sind. Neben diesen beschaulich wirkenden Kriterien, fallen aber auch die relevanten Themen des ökologischen Ackerbaus und des Verbotes von gentechnisch veränderten Organismen in dieses Feld.

 

Dass von einer Cittáslow-Zertifizierung Einwohner und Besucher gleichermaßen profitieren, zeigen die Bestrebungen im Politikfeld Gastfreundschaft, Bewusstsein und Bildung. Hierzu zählen zum einen eine einladende, vielfältige und interessante touristische Infrastruktur, wie beispielsweise übersichtliche Orientierungshilfen und spezielle Slow-Führungen. Es geht aber auch um das Bewusstsein und die Motivation aller Einwohner, das Projekt lebendig zu gestalten. Um das zu erreichen, ist auch die Verwaltung gefordert, regelmäßig über Projekte zu informieren und die aktive Beteiligung der Bevölkerung, sowie der Vereine zu fördern und zu integrieren.

 

Eine Cittàslow lebt vom Mitmachen und kann nicht von Verwaltungsseite aus verordnet werden. Entsprechend wichtig sind daher auch Maßnahmen, die den sozialen Zusammenhalt der Stadt stärken. Dazu zählt die Förderung einer vielfältigen Vereinslandschaft genauso, wie attraktive Angebote für alle Alters- und Gesellschaftsgruppen, multikulturelle Integration und politische Partizipation.

 

Gemeinsam Ziele erreichen, das ist auch der Grundgedanke der Citàslow. Daher bildet das Thema Partnerschaften einen eigenständigen Punkt im Kriterienkatalog der Bewegung. Die entschleunigte Stadt ist daher auch aufgefordert, sich nicht zu isolieren, sondern durch Städtepartnerschaften und -freundschaften international zu vernetzen und mit Organisationen zusammenzuarbeiten, die sich für ähnliche Ziele einsetzen. Um generell den Cittàslow-Gedanken weiterzutragen und ins Gespräch zu bringen, sind die Gemeinden außerdem aufgefordert, sich an entsprechenden Kampagnen und Aktionen zu beteiligen.

 

 

Entschleunigung ist auch ein Finanzthema

Die Prinzipien der Cittàslow sind Weg und Ziel gleichermaßen. Weg von den Standardlösungen und der gedankenlosen Schnelllebigkeit, hin zu einer nachhaltig arbeitenden und lebenden Gemeinschaft. Eine Philosophie, die sich auch auf Geldanlagen übertragen lässt, denn auch in Sachen Finanzen zahlt es sich aus, individuelle Konzepte zu entwickeln und auf langfristige solide Erträge zu bauen.

Grünes Geld, erfahrener Anbieter ethischer und ökologischer Geldanlagen, hat verfügt nicht nur über eine langjährige Expertise in diesem Bereich, sondern hat auch mehr als 300 interessante Investments im Angebot.

 

 

 

 

Carmen Junker

Verfasser des Beitrages: Carmen Junker ist Gründerin der Grünes Geld GmbH und Geschäftsführerin der Grünes Geld GmbH. Carmen Junker:“ Ein Grund mein berufliches Wirken speziell auf die Nachhaltige Geldanlage auszurichten ist, die Welt ein Stück positiver zu gestalten mit den Mitteln und Kenntnissen die mir zur Verfügung stehen. Aus der Verantwortung für die kommende Generation und weil ich selbst noch einige Jahre auf diesem schönen Planeten verbringen möchte“.

 

 

 

Essen statt Wegwerfen – aktiv gegen die Lebensmittelverschwendung vorgehen

Freitag, 21. April 2017
Zusammenfassung: Weltweit haben 795 Millionen Menschen Hunger. Gleichzeitig landen jährlich rund 220 Tonnen essbarer Lebensmittel in den Abfalltonnen der Industrienationen. Dabei besteht ein enger Zusammenhang zwischen der Lebensmittelverschwendung auf der einen Seite und der Armut auf der anderen Seite der Welt. Ein ethisch verantwortungsvoller Umgang mit Nahrung muss ins Bewusstsein rücken. Vielfältige Initiativen machen sich für das Thema stark.

 

 

Lebensmittel gehören auf den Teller.

Die beiden ersten Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen sind die Bekämpfung von Armut und Hunger bis zum Jahr 2030. Diese Ziel weltweit zu erreichen, wird nicht einfach sein. Denn Kriege, Naturkatastrophen und die Folgen der Klimaerwärmung stellen enorme Hemmnisse dar. Hinzu kommen vielfältige globale wirtschaftliche Verflechtungen, die zu tiefen Gräben zwischen Arm und Reich geführt haben und schwer zu überwinden sind.

 

Aktuell leben fast 7,5 Milliarden Menschen auf der Erde. Davon haben 795 Millionen Menschen in den sogenannten Entwicklungsländern nicht genug zu essen. Die Mehrheit der Hungernden lebt im Wirtschaftsraum Asien/Pazifik. Gemessen am Anteil der Bevölkerung ist jedoch Afrika am stärksten vom Hunger betroffen. Dort werden 20 Prozent der Bevölkerung nicht satt. Hunger ist damit die größte Geisel der Menschheit und jährlich für mehr Tote verantwortlich als AIDS, Malaria und TBC zusammen.

 

 

Hunger versus Überfluss

Manch einer erinnert sich noch an die Belehrungen seiner Eltern oder Großeltern. Diese forderten mit Nachdruck dazu auf, den Teller leer zu essen, weil in Afrika Kinder hungern müssen. Daran war zwar nicht der kindliche Esser schuld, jedoch war und ist der Hunger in den armen Ländern eng verknüpft mit dem Überfluss und der Lebensmittelverschwendung in den Industrienationen.

 

Im Zuge der Globalisierung verstärkt sich diese Abhängigkeit noch weiter. Die Weltbevölkerung wächst weiter an. Bevölkerungsreiche Staaten wie beispielsweise China – das derzeit noch zu den Schwellländern zählt – verbessern ihre wirtschaftliche Situation. Das bringt veränderte Lebensgewohnheiten mit sich. In der Folge nimmt die Nachfrage nach Lebensmitteln rasant zu, in erster Linie nach Fleisch und anderen tierische Erzeugnissen.

 

Eine kritische Entwicklung für Umwelt und Klima auf der einen Seite, denn gerade tierische Lebensmittel benötigen viel Fläche und Wasser. Darüber hinaus trägt die industrielle Tierhaltung auch zum vermehrten Ausstoß vom klimaschädlichen Treibhausgas Methan bei.

 

Getreideanbau kann viele Menschen satt machen.

Auf der anderen Seite ist der steigende Fleischkonsum auch ein Problem, da in der Viehzucht Getreide als Futtermittel genutzt wird. Um ein Kilo Schweinfleisch zu erzeugen, müssen drei Kilo Getreide verfüttert werden, bei Rindfleisch liegt die Bilanz noch ungünstiger. Hier werden sieben Kilo Getreide benötigt. Bei einer Weltbevölkerung, die sich gerade anschickt, die 10 Milliarden-Grenze zu überschreiten, wird die Frage nach der Ernährungssicherheit überlebenswichtig, denn der steigende Fleischkonsum in den reichen Teilen der Welt trägt entscheidend zu einer Verknappung von Getreide und zu steigenden Preisen auf dem Weltmarkt bei. Damit werden Grundnahrungsmittel in den armen Ländern teuer – teilweise unerschwinglich.

 

Um diese enormen Mengen Getreide anzubauen werden große Ackerflächen benötigt. Um diesen Landbedarf zu decken kaufen reiche Staaten zunehmend Land in den Entwicklungsländern auf. Dafür werden traditionell arbeitende Kleinbauern häufig von ihrem Land vertrieben und zwangsenteignet. Sie stehen nach dem Verlust ihres Landes vor dem wirtschaftlichen Aus.

 

Ein bewusster und verantwortungsvoller Umgang mit Lebensmittel in den Industrienationen und Schwellenländern kann diese Faktoren entschärfen. Denn hier schließt sich wieder der Kreis: Weggeworfene Lebensmittel in den Industrienationen fehlen in den Hunger-Regionen. Für das eingangs zitierte Bild vom „Teller leer essen“ sollte die Konsequenz allerdings lauten: Lieber nicht mehr als benötigt auftischen und einkaufen. So landen Nahrungsmittel nicht im Abfall.

 

 

Nicht einfach „ab in die Tonne“

Experten gehen davon aus, dass rund ein Drittel aller Lebensmittel weltweit nicht nicht gegessen wird, sondern auf dem Müll landet.

 

Ein nachhaltiger Umgang mit Lebensmitteln endet nicht damit, ökologische erzeugte Produkte aus der Region in der richtigen Saison einzukaufen. Es geht auch darum, Mengen richtig zu kalkulieren, keine Vorräte verderblicher Produkte zu horten – „es könnte ja überraschend Besuch kommen“ – und sich nicht sklavisch an das Mindesthaltbarkeitsdatum zu halten. Denn viele Lebensmittel sind auch noch weit darüber hinaus genießbar. Um das zuverlässig zu beurteilen, sollten Konsumenten mehr auf ihre eigene Wahrnehmung achten, denn auf das Kalenderdatum.

 

 

Keine krummen Geschäft: Gemüse jenseits der Norm

Knackiges Gemüse in Bestform bleibt selten liegen.

Das gleiche gilt für Obst und Gemüse. Hier setzt die Verschwendung bereits ein, bevor sich die ersten braunen Stellen zeigen könnten: Enorme Mengen der Ernte werden bereits als Ausschuss aussortiert, bevor sie in den Handel erreichen. Schätzungen zu Folge werden in Europa zwischen 20 und 40 Prozent der Ernte nicht gegessen. Krummes Gemüse landet im Müll, wird geschreddert und untergepflügt oder verfüttert.

 

Entsprechend liegen Kartoffeln, Karotten, Gurken & Co. gleichförmig und wohlgewachsen in den Lebensmittelgeschäften. Obwohl die sogenannte Gurkenkrümmungsverordnung der Europäischen Union, wie einige andere Normierungen von Obst und Gemüse bereits 2009 außer Kraft trat, setzt der Handel auch weiterhin auf optisch einwandfreie Ware. Das bedeutet in der Praxis, dass natürlich gewachsene Früchte nur geringe Chancen haben, verkauft zu werden. Genormtes Aussehen ist wichtiger als Qualität und Geschmack. Vielfach geben Handelskonzerne den Landwirten Vorgaben, welche Farbe und Größe die Obst- und Gemüsesorten haben müssen. Dabei spielt nicht einmal unbedingt die Käuferpräferenz eine Rolle, vielmehr sind hier auch logistische Faktoren, wie die Größe von Packkisten entscheidend.

 

Angesichts des Aufwands an Wasser und Energie in der Landwirtschaft sowie dem Bodenbedarf sicher keine nachhaltige Lösung. Ob Kunden auch Früchte jenseits der Norm akzeptieren, versuchen verschiedene Initiativen unter dem Motto „Esst die ganz Ernte“ herauszufinden. Das Berliner Catering-Unternehmen „Culinary Misfits“ greift bei seinen vielfältigen Gemüsegerichten bewusst zur Ware jenseits der üblichen Norm und bietet zudem Workshops an, um die kulinarischen Außenseiter zurück auf die Teller zu bringen. Ihre Empfehlungen an die Kunden ist es, auf Märkten und in Hofläden auch bewusst krummes Gemüse zu kaufen, denn die Nachfrage bestimmt das Angebot entscheidend mit.

 

 

Spannend wie ein Krimi: „Taste the Waste“

Nicht nur krummes Gemüse landet im Müll, Lebensmittel werden an nahezu allen Stationen eines Produktes entsorgt, sei es beim Transport, in der weiterverarbeitenden Industrie, im Handel, in Restaurants und Kantinen und schließlich auch beim Endkunden selbst. In Deutschland werden geschätzt zwischen 10 und 20 Tonnen essbarer Lebensmittel im Jahr weggeworfen, wieviele es genau sind, lässt sich kaum noch ermitteln. Das Worldwatch Institut geht davon aus, dass in den Industriestaaten jährlich rund 220 Millionen Tonnen an Nahrung nicht verwertet werden. Diese Menge entspricht in etwa der gesamten Lebensmittelproduktion Afrikas südlich der Sahara.

 

2011 brachte ein Dokumentarfilm die enorme Lebensmittelverschwendung in den Industrienationen in die öffentliche Diskussion. Der Regisseur Valentin Thurn zeigte mit „Taste the Waste“ den Umgang mit Lebensmitteln in den reichen Ländern. Dabei beleuchtete er die Einflüsse der Lebensmittelkonzerne, des Handels und der Werbung und sprach mit Initiativen, die sich kreativ gegen die Verschwendung einsetzen.

 

Backwaren – jederzeit in beliebiger Menge verfügbar.

In einem der eindrucksvollsten Beiträge des Films geht es um Brot, dem in Deutschland beliebtesten Grundnahrungsmittel. Da Bäckereien in großen Verbrauchermärkten vertraglich zusichern müssen, dass auch kurz vor Ladenschluss eine breite Palette an Brotsorten vorgehalten wird, ist die Anzahl der nichtverkauften Ware am Ende des Tages enorm. Ein Bäcker zeigt, wie er mit den alten Broten seine Backöfen betreibt. Damit spart er Heizöl ein, produziert jedoch direkt wieder Überschuss. Brot, das verbrannt und nicht gegessen wird.

 

Eine globale Perspektive wird am Beispiel von Bananen eingenommen: In einem französischen Großmarkt sortiert eine Mitarbeiterin aus Kamerun eingeflogene Bananen aus ihrem Heimatland aus. Denn diese können aufgrund von Flecken nicht verkauft werden. Gleichzeitig können sich in Kamerun viele Menschen keine Bananen leisten. Wegen der hohen europäischen Nachfrage sind die Preise stark angestiegen.

 

 

Foodsharing – Essensretter

In „Taste the Waste“ werden zwei sogenannte „Mülltaucher“ gezeigt, die durch das Durchsuchen von Abfalltonnen nahezu ihren gesamten Lebemsmittelbedarf decken. Ein sehr radikaler Ansatz als Zeichen gegen die Lebensmittelverschwendung. Es haben sich in den letzten Jahren jedoch auch bundesweit foodsharing-Initiativen zu einem Verein zusammengeschlossen, der möglichst vielen Menschen ermöglicht, Lebensmittel vor der Mülltonne zu retten.

 

Guten Ideen gegen Lebensmittelverschwendung setzen sich durch.

In gemeinnützigen Projekten arbeiten Privatpersonen mit lokalen Supermärkten, Händlern und Herstellern zusammen. Überschüssige Produkte werden abgeholt und verteilt, teilweise wird gemeinsam gekocht oder ganze Veranstaltungen versorgt. Auch übrige Lebensmittel und zubereitete Speisen aus Haushalten können über diese Initiativen geteilt werden. Das ist nicht nur sinnvoll, sondern schont auch die Haushaltskasse. Laut foodsharing e.V. werfen Privatpersonen in Deutschland Jahr für Jahr Lebensmittel im Wert von 22 Milliarden Euro weg, fast 300 Euro pro Person.

 

Die Gründe für die massenhafte Entsorgung von Essen sind vielfältig. 84 Prozent der Verbraucher geben an, dass die Ware verdorben oder das Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen sei. Ob die Lebensmittel dennoch genießbar gewesen wären, lässt sich dann kaum noch ermitteln. Vermeidbar wäre aber die Lebensmittelverschwendung durch eine bessere Planung. Immerhin ein Viertel der Kunden gibt an, Lebensmittel wegzuwerfen, weil zu viel eingekauft wurde. Dabei machen Obst und Gemüse die Hälfte der Lebensmittel im Abfall aus. Verbraucherinitiativen gehen davon aus, dass gut 50 Prozent der in Deutschland weggeworfenen Lebensmittel durch eine vorausschauende Planung und richtigere Lagerung hätten gerettet werden können. Daher organisieren viele foodsharing-Initiativen auch Vorträge, Seminare und Kochkurse, um Wissen über eine sinnvolle Planung, Zubereitung und Aufbewahrung von Essen zu vermitteln.

 

 

 

 

Klima-Killer durch Lebensmittel-Müll und Massentierhaltung

Massentierhaltung ist für die Klimakrise mitverantwortlich.

Wenn Lebensmittel, also organische Stoffe, auf Mülldeponien landen, entsteht Methan, ein klimaschädliches Treibhausgas, das für die Erwärmung der Erdatmosphäre mit verantwortlich zeichnet. Rund 15 Prozent der globalen Methan-Emissionen basieren auf Lebensmittel-Müll, weitere 65 Prozent entstehen in der Nutztierhaltung. Damit stehen mindestens 80 Prozent der Methan-Emissionen im Zusammenhang mit den Ernährungsgewohnheiten der Industrienationen.

 

Reduziert werden kann die Entstehung von Methan durch die Kompostierung organischer Abfälle oder durch Verwertung in Biogasanlagen. Noch effektiver wirkt die Reduzierung von Lebensmitteln im Müll und von Lebensmitteln tierischer Herkunft.

 

 

Respektvoller Umgang mit Lebensmitteln

Das Problem der Lebensmittelverschwendung ist in vielen Köpfen angekommen. Immerhin geben fast 70 Prozent der Haushalte, die regelmäßig Lebensmittel wegwerfen an, dies mit einem schlechten Gefühl zu tun. Das Gefühl trügt nicht, denn weggeworfene Lebensmittel in den reichen Staaten sorgen indirekt für den Hunger in armen Ländern. Ein ethischer und respektvoller Umgang mit Nahrung ist daher eine wichtige Voraussetzung um den Hunger in der Welt zu beenden.

 

Viele wichtige Entscheidungen hängen mit den Flüssen des Geldes zusammen. „Die Geldanlage grün zu gestalten ist eine Abstimmung der Bevölkerung mit den Füßen. Das sollten wir alle nutzen. Denn es ist wirklich einfach umzusetzen“, so Gerd Junker, Geschäftsführer von Grünes Geld. Wer daher auch bei seinen Geldanlagen auf ethische und ökologische Kriterien achtet, leistet nicht nur einen wertvollen Beitrag für das globale Miteinander, sondern kann auch mit interessanten Erträgen rechnen. Grünes Geld, erfahrener Anbieter von ethischen und ökologischen Geldanlagen, berät Sie umfassend und kompetent.

 

 

 

 

Carmen Junker

Verfasser des Beitrages: Carmen Junker ist Gründerin der Grünes Geld GmbH und Geschäftsführerin der Grünes Geld GmbH. Carmen Junker:“ Ein Grund mein berufliches Wirken speziell auf die Nachhaltige Geldanlage auszurichten ist, die Welt ein Stück positiver zu gestalten mit den Mitteln und Kenntnissen die mir zur Verfügung stehen. Aus der Verantwortung für die kommende Generation und weil ich selbst noch einige Jahre auf diesem schönen Planeten verbringen möchte“.

 

 

„Es grünt so grün“ – Urban Gardening entwickelt sich zum Trend

Mittwoch, 19. April 2017
Zusammenfassung: Großstadtleben, Selbstversorgung und Kommunikation. Unter diesen drei Schlagworten lässt sich der Trend zum Urban Gardening zusammenfassen. Immer mehr Stadtbewohnter engagieren sich in vielfältigen Projekten, produzieren nachhaltig Lebensmittel und verbessern Klima und Lebensqualität.

 

 

Selbst angebaut und geerntet schmeckt es nochmal so gut.

Es ist noch nicht so lange her, da hing Kleingärtnern noch der Ruf eines verschrobenen Spießers an, der – als Ausgleich für das Alltagsleben in der Stadt – am Wochenende in seiner Parzelle kleine Mengen an Obst, Gemüse und Blumen züchtet und im Vereinsheim ein Feierabend-Bier trinkt.

 

Ob diese Idylle in Reinkultur jemals so existiert hat, sei dahin gestellt. Fakt ist, dass immer mehr „Stadtmenschen“ Gartenarbeit für sich neu entdeckt haben. Dabei sind in den vergangenen Jahren viele interessante Projekte entstanden, die unter dem Begriff Urban Gardening, also Gärtnern in der Stadt, zusammengefasst werden.

 

 

Ursprünge des Urban Gardening

Eigentlich ist Urban Gardening keine neue Entwicklung. Mit der Entstehung der Städte war es von je her von Bedeutung, die Bevölkerung mit Lebensmitteln zu versorgen. Da die Transportwege vom Land in die Stadt teilweise beschwerlich und lang waren, wurde auch in den Stadtvierteln Landwirtschaft und Viehzucht – wenn auch in einem bescheideneren Ausmaß – betrieben. Mit diesen Stadtgärten konnten Versorgungsmängel in Kriegs- und Krisenzeiten überbrückt werden.

 

Damit dient Urban Gardening nicht nur Projekten à la „Unser Stadt soll schöner werden“ sondern kann auch heutzutage noch ein relevanter Faktor in der Versorgung der städtischen Bevölkerung darstellen. Nach den verheerenden Folgen des Hurrikans Katrina im Süden der USA zeigte sich, dass es in den betroffenen Regionen bereits nach drei Tagen zu Versorgungsengpässen kam.

 

 

Licht und Luft für die Stadtbevölkerung

Stadtnahes Gärtnern – klassische Schrebergärten.

Der Leipziger Arzt Moritz Schreber erforschte im 19. Jahrhundert die negativen Auswirkungen des Stadtlebens zu Beginn der Industrialisierung. Um Kindern ein gesünderes Umfeld zu bieten, empfahl er „Armen- und Specialgärten“ als Ausgleich für das naturferne Leben in den städtischen Mietskasernen. Die daraufhin entstehenden Schrebergartenkolonien gehen zwar nicht direkt auf die Initiative Schrebers zurück, folgen aber seiner Empfehlungen, Licht, Luft, Sonne und Bewegung als wichtigen Teil der Gesundheitsvorsorge für Stadtkinder zu ermöglichen. Noch heute ist die Schrebergartenkultur rund um die industriellen Ballungszentren weit verbreitet. Im Ruhrgebiet ist die Kleingarten-Kultur noch immer fest im Selbstverständnis der Region verankert.

 

Neue Impulse erhielt das städtische und stadtnahe Gärtnern in den 1970er Jahren. So fanden sich Menschen in den New Yorker Community Gardens zusammen und bewirtschafteten gemeinsam städtisches Brachland. Neben der Selbstversorgung mit gesunden Lebensmitteln steht dabei auch die Kommunikation im Mittelpunkt der Projekte in Manhatten, Brooklyn und vielen anderen Teilen des „Big Apple“. Bekanntheit erlangten die Urban Gardening Projekte auch 1990 durch den US-Film „Green Card“ von Peter Weir. Hauptdarstellerin Andy MacDowell engagierte sich darin beruflich und privat für die Begrünung der Innenstadt.

 

 

Boom regionaler Produkte

Immer mehr Urban Gardening-Projekte engagieren sich für mehr Grün in den Städten, nachhaltige Bewirtschaftung der zur Verfügung sehenden landwirtschaftlichen Flächen und die umweltschonende Produktion von regionalen Lebensmitteln.

 

Damit schaffen Urban Gardening-Projekte nicht nur einen angenehmen Ausgleich für Städter zum Arbeitsleben fernab der klassischen Landwirtschaft, sondern fördern auch relevante politische und gesellschaftliche Entwicklungen.

 

Offene Gartenprojekte stärken Verantwortung und Gemeinsinn.

Wer seine Lebensmittel – mindestens teilweise – selbst herstellt, konsumiert quasi automatisch bewusster. Denn wer selbst gepflanzt, gejätet, geerntet und zubereitet hat, weiß die geleistete Arbeit zu schätzen und sieht viele Nahrungsmittel mit anderen Augen. Das selbst angebaute Obst und Gemüse ist damit mehr als nur ein Nahrungsmittel. Die Produkte stehen für selbstbestimmten und verantwortlichen Konsum. Auch wenn der Erntesegen nicht generell üppig ausfällt, liefert Urban Gardening den ökonomischen Gegenentwurf zur Macht der multinationalen Lebensmittelkonzerne. Die Wertschätzung und das steigende Interesse an Produkten aus heimischem Anbau entsprechen damit den Prinzipien der Slow Food-Bewegung, die sich für gute, saubere und faire Nahrungsmittel stark macht.

 

Diese Identifikation mit den regionalen und saisonalen Lebensmitteln stärkt auch die Identität der Gemeinschaft. Und auch wenn diese Formen der Subsistenzwirtschaft in unseren Großstädten teilweise noch eher symbolischer Natur sind, gelten sie als Wegweiser für eine nachhaltigere Entwicklung. Schließlich werden ähnliche Projekte in ärmeren Ländern als Hilfe zur Selbsthilfe auch von internationalen Organisationen unterstützt, denn hier ist die Subsistenzwirtschaft überlebenswichtig. Ein eindrucksvolles Beispiel dafür sind auch die Aktivitäten von Vandana Shiva. Die Trägerin des alternativen Nobelpreises propagiert die Nutzung traditioneller Anbaumethoden und des eigenen Saatgutes, um die Bevölkerung ausreichend zu versorgen und von Saatgut, Düngemitteln und Pestiziden internationaler Anbieter unabhängig zu machen.

 

 

Umwelt- und klimafreundliche Stadtentwicklung

Selbstversorgung ist ein wichtiger Leitgedanke in der Philosophie des Urban Gardening. Aber auch die Verantwortung für Umwelt und Klima sind wichtige Treiber der Entwicklung. Dabei profitiert nicht nur das urbane Klima von den wachsenden grünen Oasen der Städte. Da die regionale Versorgung mit Lebensmitteln Transportwege auf ein Minimum reduzieren, wird auch der CO2-Ausstoß vermindert. Weitere Einsparungspotenziale ergeben sich durch effizient genutzte Anbauflächen.

 

Vielfach leisten Urban Gardening-Projekte auch einen relevanten Beitrag zum lokalen Recycling, den organische Abfälle werden kompostiert und im Anbau wieder integriert. Da urbaner Gartenbau im Allgemeinen den Prinzipien des ökologischen Gärtnerns folgt, entfällt auch eine Belastung des Trinkwassers durch Pestizide.

 

Schließlich leistet Urban Gardening auch einen Beitrag zur Biodiversität. Durch blühende Felder werden Bienen und weitere Nützlinge in die Städte gelockt und finden neue Lebensräume.

 

 

Neue Großstadtkultur – gemeinsam statt einsam

Gemeinschaftliche Leben auf dem Lande – Vereinsamung in den Großstädten. So einfach lässt sich das soziale Leben längst nicht mehr zusammenfassen. Gerade die sozialen Bewegungen innerhalb der Metropolen verändern dieses Bild. Durch Urban Gardening-Projekte entstehen innerhalb der Zentren neue Begegnungsstätten mit hoher Aufenthaltsqualität. Gemeinsames Arbeiten an einem Projekt verbindet und wirkt sich so auch positiv auf das gesellschaftliche Klima aus. Dabei erweist sich die Gardening-Bewegung als hochintegrativ und überwindet Alters- und Nationalitätsgrenzen. Beispielhaft dafür stehen die interkulturellen Bio-Gärten in den Berliner Bezirken Kreuzberg und Neukölln.

 

 

Stadtluft wird grün

Dachgärten – ein Platz an der Sonne.

Auch ansonsten zeigt sich die Hauptstadt als einer der Vorreiter im urbanen Grün. Hier ist in den vergangen Jahren eine sehr rege Urban Gardening-Szene entstanden. Dabei werden Neugärtner von erfahrenen Hobbygärtnern unterstützt. Das Angebot erstreckt sich vom Bauerngarten zum selber Ernten über das Pflanzen neuer Obstbäume bis zur gemeinsamen Nutzung und Ernte von Wildblumen und Kräutern.

 

Auch Nordrhein-Westfalen hat zahlreiche kommunale Grabeland-Projekte initiiert. Im Gegensatz zur festen Gartenangeboten in der Stadt, wird das Grabeland nur für eine bestimmte Zeit bewirtschaftet, das die Gebiete mittelfristig anderweitig genutzt werden sollen. Meist werden daher nur einjährige Pflanzen angebaut, Gartenlauben und Baumbestände sucht man hier vergebens. Der Vorteil allerdings liegt in der sehr geringen Pacht der Grabeland-Parzellen. Außerdem wird aktuell ungenutztes Brachland sinnvoll nutzbar gemacht.

 

Auch ambitionierte Unternehmen haben den Urban Gardening-Trend für sich entdeckt und bieten – auch außerhalb der Trend-setzenden Metropolen stadtnahes Ackerland an. Das Bonner Start-up „meine ernte“ beispielsweise, vermietet an derzeit 26 Standorten Gemüsegärten in unterschiedlichen Größen. Gartengeräte werden gestellt, außerdem steht den Freizeitgärtnern eine landwirtschaftliche Fachkraft zur Seite. Der Arbeitseinsatz der Mieter beträgt so lediglich 2 bis 3 Stunden pro Woche. Mit einem sogenannten „Gemüsepatronat“ können soziale Einrichtungen mit einem gesponserten Garten unterstützt werden.

 

 

Neue Landlust

Im Zuge von Urban Gardening hat sich auch ein stärkeres Interesses an Subsistenzwirtschaft im größeren Stil entwickelt. So haben sich in den letzten Jahren Projekte entwickelt, die abseits der eingeschränkten räumlichen Möglichkeiten der Städte als Gemeinschaftsprojekte aktiv sind. Ein Beispiel dafür ist das Netzwerk Solidarische Landwirtschaft (SoLawi). Dabei handelt es sich um einen Zusammenschluss von Landwirten und Gärtnereien. Zusammen mit privaten Haushalten bilden sie eine Wirtschaftsgemeinschaft. Während die landwirtschaftlichen Betriebe zuverlässig ihre Ernte sowie selbst hergestellte Produkte liefern, verpflichten sich die beteiligten Haushalte zur Abnahme der Erzeugnisse und leisten im Voraus einen festgesetzten Beitrag. Die bäuerlichen Betriebe profitieren von der festen Kundenstruktur und können bedarfsorientiert produzieren. Die Haushalte erhalten frische und gesunde Lebensmittel von einem regionalen Anbieter ihres Vertrauens.

 

 

Trautes Heim

Wer sich nicht langfristig an ein Projekt binden will oder abseits von kommunalen und gewerblichen Angeboten lebt, hat derzeit viele Möglichkeiten, auf individuelle Art und Weise am urbanen Gärtnern teilzuhaben: Die Begrünung von Terrassen, Balkonen und Dächer in den Innenstädten ist absolut im Kommen. Dabei zeichnet sich – gerade bei einem begrenztem Raumangebot – der Trend zum vertikalen Gärtnern ab. Die Idee ist nicht ganz neu, denn die ehemals beliebten Spalierobstbäume basierten auf dem Prinzip bei geringer Breite verstärkt die Höhe zum Wachsen zu nutzen. Mittlerweile haben die städtischen Freizeitgärtner jedoch vielfältige Vertikalbeete entwickelt, auch platzsparend ein relativ ertragreiches Gärtnern ermöglichen. Neben der umgebauten Euro-Palette bis hin zu hängenden Pflanzgefäßen und –säulen, sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Diese urbanen Gartenprojekte reichen zwar selten zur Selbstversorgung, stellen jedoch sicher eine Bereicherung des Speisezettels dar.

 

 

Fassadenbegrünung – die Mutter des vertikalen Gartens

Fassadengrün belebt das Gesicht der Städte.

Das urbane Gärtnern hat die klassische Gartenkunst der Städte zu ihrem ursprünglichen Zweck zurückgeführt. Anstelle von gepflegten Stadtparks und Anlagen zur Entspannung, treten vermehrt Nutzgärten zur ökologischen und gemeinsamen Versorgung. Es bleibt jedoch unbestritten, dass auch das schmückende städtische Grün nicht vollkommen zweckfrei ist, denn auch städtischen Baumbestände und Bepflanzungen leisten einen Beitrag zu einem besseren Klima.  

 

Daher ist auch eine umfangreiche Fassadenbegrünung eine interessante Möglichkeit, mehr Grünpflanzen in die Zentren zu bringen, Häuserfronten optisch aufzuwerten und die Stadtluft erheblich zu verbessern. Gleichzeitig nutzt die Fassadenbegrünung auch als natürliche Dämmung gegen Wärme, Kälte und Lärm. Darüber hinaus stellt sie einen – in den Städten seltenen – Lebensraum für Vögel und Insekten dar.

 

Eindrucksvoll umgesetzt ist die moderne Fassadenbegrünung am neuen Völkerkundemuseum in Paris. Das 2006 eröffnete Museum liegt in einem großen Stadtgarten in der Nähe des Eiffelturms. Eine Fassade des Museums besteht aus einer riesigen begrünten Mauer. Auf rund 800 Quadratmetern versammeln sich rund 15.000 Pflanzen aus 150 Arten aus der ganzen Welt zu einem gigantischen Bild.

 

 

Grün ist das neue Gold

Einst waren goldene Dächer und prächtige Stadthäuser kennzeichnend für Wohlstand und wirtschaftlichen Erfolg einer Metropole. In Zeiten der Klimakrise und sozialer Ungerechtigkeiten zeichnen grüne Städte ein hoffnungsvolleres und menschengrechtes Bild.

 

Und nicht nur Städte lassen sich begrünen, auch Ihre Geldanlagen können zu einer ökologischen und sozialen Entwicklung beitragen. Mit Grünes Geld, erfahrener Experte für nachhaltige Geldanlagen, finden Sie die passende Strategie.

 

 

 

…oder schauen Sie sich die Grünes Geld Vermögensverwaltung an: eine der wenigen wirklich Nachhaltigen Vermögenesverwaltungen in Deutschland (schon ab 50.000 Euro).

 

 

Portraitfoto Gerd Junker Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf Xing, Facebook oder Twitter.

O du fröhliche – 5 nachhaltige Geschenkideen für Weihnachten

Freitag, 02. Dezember 2016
Zusammenfassung: Weihnachten ist ein klassisches Familienfest. Geschenke gehören für die meisten Menschen dazu. Nachhaltige und sinnvolle Geschenke bringen nicht nur dem Beschenkten Freude, sondern nutzen auch Umwelt und Klima.

 

Weihnachten rückt näher – und wie in jedem Jahr stehen viele von uns jetzt vor der Frage: Mit was kann ich meinen Lieben eine Freude bereiten? Wer während des Jahres bewusst konsumiert, ökologisch sinnvolle Produkte bevorzugt und auch die Arbeitsbedingungen nicht außer acht lässt, unter denen viele Dinge hergestellt werden, wird auch in der Weihnachtszeit sinnvolle und nachhaltige Geschenke bevorzugen. Denn so sind die Geschenke nicht nur zur Freude der Beschenkten, sondern nutzen auch Klima, Umwelt und Menschen in aller Welt.

 

1. „O Tannenbaum“ – Das Geschenk für die ganze Familie

Öko-Weihnachtsbäume nadeln pestizidfrei.

Öko-Weihnachtsbäume nadeln pestizidfrei.

25 Millionen Weihnachtsbäume wurden im vergangenen Jahr in Deutschland verkauft. Der immergrüne Nadelbaum – Zeichen des Lebens und der Hoffnung – ist damit eines der wichtigsten Weihnachtssymbole und gehört in vielen Haushalten zu einem richtigen Weihnachtsfest einfach dazu. Mit dem Weihnachtsbaum kommt allerdings nicht unbedingt ein Stück Natur ins Haus, sondern oftmals eine kleine Giftmülldeponie aus einer Baumplantage. Weihnachtsbäume werden noch immer zu großen Teilen als Monokulturen in Plantagen gezüchtet und dort entsprechend mit Pestiziden und künstlichen Düngern behandelt. Vielfach wurde auch das umstrittene Glyphosat in Weihnachtsbäumen nachgewiesen.

 

Wer also beim Baumkauf auf Umweltverträglichkeit achtet – und das tun bereits zehn Prozent der Kunden – bevorzugt Bäume aus ökologischer Forstwirtschaft. Mittlerweile bieten viele Gärtnereien und Gartenzentren Bäume mit dem niedrigschwelligen BIO-Siegel, aber auch mit den strengeren Naturland- und Bioland-Siegeln an. Hier können Verbraucher sicher gehen, dass ihr Weihnachtsbaum nicht mit Giften belastet ist und in der Natur keinen Schaden durch Intensiv-Plantagen angerichtet hat. Wer seinen Baum beim kommunalen Forstamt kauft oder im Wald aussucht, kann sie auch vor Ort darüber informieren, welche ökologischen Kriterien angewendet werden und ob Pflanzengifte zum Einsatz kommen.

 

 

2. „Der Christbaum ist der schönste Baum“ – Bäume gegen die Klimakrise

Ein geschmückter Weihnachtsbaum ist festlich und stimmungsvoll. Ein Baum in der Natur speichert das klimaschädliche CO2 und sorgt dafür, die drohende Klimaerwärmung unseres Planeten abzuwenden. Natürlich schafft das ein Baum nicht alleine. Um die Klimakrise effektiv aufzuhalten, benötigt die Erde 1.000 Milliarden neuer Bäume, das sind rund 150 Bäume pro Mensch. Auf diese Rechnung kam 2007 der damals neunjährige Felix Finkbeiner und fing sofort an zu pflanzen. Mittlerweile hat die von ihm gegründete Organisation Plant-for-the-Planet bereits 14 Milliarden Bäume gepflanzt, viele davon in der Provinz Cancun in Mexiko, wo die Stiftung mittlerweile eigene Aufforstungsflächen unterhält.

 

Bäume für Plant-for-the-Planet sind auch ein ausgezeichnetes Weihnachtsgeschenk und bereits ab einem Euro zu haben. Der Beschenkte bekommt einen Gutschein mit Code und kann dann zusätzlich auf der Website im virtuellen Wald seinen Lieblingsbaum verewigen. Wem diese Geschenkidee zu ideell ist, kann auch mit dem Kauf der Guten Schokolade die Aktion wirkungsvoll unterstützen und Fairgehandeltes naschen: mit fünf verkauften Tafeln Schokolade wird ebenfalls ein Baum gepflanzt.

 

 

3. „Alle Jahre wieder“ – Abos bringen regelmäßig Freude

Für manche Menschen ist es durchaus sehr schwierig, das passende Geschenk zu finden, denn viele Bedürfnisse sind befriedigt und ein reduzierter Lebensstil liegt mittlerweile durchaus im Trend. Hier kann ein Zeitschriften-Abonnement über das gesamte Jahr regelmäßig Freude bringen. Besonders angenehm für Menschen, die sich über das Jahr nicht so häufig treffen: Die monatlichen Lieferung der Zeitschrift ruft auch immer wieder den Schenker ins Gedächtnis.

 

Ein Klassiker für den bewussten Konsumenten: Die Zeitschrift Öko-Test bietet monatlich bis zu zehn Produkttests und informiert umfassend zu den jeweiligen Schwerpunktthemen. Darüber hinaus schreibt das Magazin über Trends, Politik und Umwelt, Bauen und Wohnen sowie Finanzen und Versicherungen.

 

Wer sich für gutes Essen und nachhaltige Lebensmittelproduktion interessiert und sich für Rezepte und Restaurant-Tipps interessiert, freut sich gewiss über das Slow Food Magazin, das zweimonatlich erscheint.

 

Umfassender konzipiert ist zeozwei, das Magazin für Klimapolitik und –kultur. Vier mal im Jahr liefert das Heft Berichte zu den Themen ökologisch Leben, erneuerbare Energien, Klimawandel und Nachhaltigkeit.

 

 

4. „Eine Muh, eine Mäh, eine täterätätä“ – Nutztiere mieten

Wenn schon Fleisch, dann bitte aus artgerechter Haltung.

Wenn schon Fleisch, dann bitte aus artgerechter Haltung.

Lebensmittelskandale in der Fleischindustrie, katastrophale Zustände in den Mastbetrieben, ökologisch fatale Folgen durch Massentierhaltung. Vielen Menschen ist die Lust auf Fleisch vollkommen vergangen. Wen allerdings doch ab und an Gelüste nach Braten, Schinken oder Wurst und Co. überkommen, möchte doch gerne wissen, woher das Fleisch stammt und wie das Tier gehalten wurde. Eine pfiffige Idee dazu hatte ein Bio-Bauer aus Niederbayern. Er vermietet Ferkel und Kälber. Seine Kunden zahlen einen Grundbetrag und monatliches Futtergeld, nach etwa einem Jahr bringt der Landwirt das Tier zum Metzger, der den unangenehmen Teil übernimmt. Der Kunde erhält dann das Fleisch seines Miet-Tiers nach Wunsch verarbeitet. Das Geschäftsmodell ist an sich nicht neu und nannte sich früher „Lohnmast“. Der Vorteil für den Bauern: Der Kunde steht gleich zu Beginn fest und sichert die Existenz des Hofs. Der Vorteil für den Kunden: Er erhält Bio-Fleisch und kann sich jederzeit vor Ort über die Haltung und Fütterung seines Ferkels oder seines Kalbs informieren.

 

Wer dem Fleisch abgeschworen hat, kann auch eine Patenschaft für Nutztiere übernehmen. So bietet beispielsweise der Demeter-Hof Andechser eine Kuhpatenschaft an. Paten erhalten regelmäßig Grüße aus dem Stall und zweimal im Jahr ein Genusspaket. Ganz uneigennützig sind die Patenschaften für alte Nutztiere. Diese landen nicht beim Abdecker, sondern beispielsweise im Altersheim für Kühe.

 

 

5. „Kling, Glöckchen, klingelingeling“ – Geldgeschenke für Kinder und Jugendliche

Gerade für Kinder und Jugendliche sind Geldgeschenke besonders attraktiv. Schließlich ermöglichen sie, für die Zukunft vorzusorgen und den Weg ins weitere Leben zu ebnen. Auch ein unschlagbarer Vorteil für regelmäßige Schenker: Wenn das Konzept für eine sinnvolle Geldanlage erst einmal steht, sind die kommenden Geschenke nicht schwer in der Vorbereitung und helfen so mit bei einer stressfreien Vorweihnachtszeit.

 

Ein gutes Angebot bietet die FIL Fondsbank GmbH (FFB) mit dem FondsdepotJunior an. Die Depotführung ist bei Vertragsabschluss bis zum 31. Dezember 2017 kostenfrei. Eingezahlt werden müssen monatlich mindestens 25 Euro, einmalige Einzahlungen sind ab 50 Euro möglich. So kommt über die Jahre ein kleines Vermögen zusammen, dass später für Ausbildung, Reisen oder größere Anschaffungen genutzt werden kann.

 

Grünes Geld berät zum kostenfreien FondsdepotJunior der FFB. Außerdem verfügt Grünes Geld noch über viele weitere Angebote aus den Bereichen der ökologischen und ethischen Geldanlagen. So können Geldgeschenke optimal im Einklang mit Klima, Umwelt und Mensch gestaltet werden. Wir wünschen eine angenehme Vorweihnachtszeit!

 

kostenlose-erstberatung.png

 

 

Carmen Junker

Verfasser des Beitrages:Carmen Junker ist Gründerin der Grünes Geld GmbH und Geschäftsführerin der Grünes Geld GmbH. Carmen Junker:“ Ein Grund mein berufliches Wirken speziell auf die Nachhaltige Geldanlage auszurichten ist, die Welt ein Stück positiver zu gestalten mit den Mitteln und Kenntnissen die mir zur Verfügung stehen. Aus der Verantwortung für die kommende Generation und weil ich selbst noch einige Jahre auf diesem schönen Planeten verbringen möchte“.

 

 

 

Zehn nachhaltige Buchtipps für Herbst und Winter

Dienstag, 25. Oktober 2016
Zusammenfassung: Unzählige Verlage haben in der letzten Woche auf der Frankfurter Buchmesse ihr Verlagsprogramm vorgestellt. Erfreulich: Es gibt eine ganze Menge Titel zu den Themen Nachhaltigkeit, Ökologie und Klimaschutz.

 

 

Bücher sind zeitlos!

Bücher sind zeitlos!

Herbstzeit ist Lesezeit. Gleichgültig, ob vor dem heimischen Kamin oder unterwegs im Bus, ob in der klassischen Buchform oder auf dem eBook-Reader – Lesen ist ein Dauertrend und die Verlage bieten ein breitgefächertes Programm für jeden Geschmack.

 

Anlässlich der Frankfurter Buchmesse haben wir uns nach Büchern zu den Themen Nachhaltigkeit, Erneuerbaren Energien und umweltbewusstes Leben umgesehen. Dabei sind wir mehr als fündig geworden. Diese Themen bewegen also durchaus weite Teile der Bevölkerung.

 

Zehn interessante Titel möchten wir Ihnen heute kurz vorstellen. Empfehlungen zum selber Lesen oder vielleicht sogar schon als Geschenktipp, denn in knapp zwei Monaten ist Weihnachten.

 

 

1. „Ein Prozent ist genug“

von Jorgen Randers und Graeme Maxton

Immer eine Lektüre wert: Der aktuelle Bericht an den Club of Rome. Jorgen Randers hat bereits als Autor am legendären Bericht „Die Grenzen des Wachstums“ von 1972 mitgearbeitet, Graeme Maxton ist Generalsekretär des Club of Rome und Verfasser zahlreicher Bestseller. Das Thema ist bekannt: Auf der einen Seite die Verfechter des sogenannten Degrowth, des negativen Wachstums, um die globale Ungleichheit und Klimakrise abzuwenden. Auf der anderen Seite die Befürworter eines quasi grenzenlosen Wirtschaftswachstums im zweistelligen Bereich, die immer noch die Mehrheit stellen. Zwischen diesen scheinbar unvereinbaren Fronten vermittelt der Club of Rome einem dritten Weg für Politik und Wirtschaft, überwindet starre Denkblockaden und zerstört den Mythos der – mittlerweile sprichwörtlichen – Alternativlosigkeit. Mit einem ausgearbeiteten Maßnahmenkatalog präsentieren die Autoren die Lösung für Industrieländer mit geringem Wirtschaftswachstum: Auf der Agenda stehen die Bekämpfung von sozialer Ungleichheit, Arbeitslosigkeit und Klimawandel – und ein Wachstum von einem Prozent.

 

 

2. „Mit Vollgas so weiter?“

von Bernhard Enzensberger

Gegen das Dogma eines unbefristeten und grenzenlosen Wachstums wendet sich auch der österreichische Autor Bernhard Enzensberger und überträgt diese Thematik speziell in den Energiebereich. Denn auch hier ist längst bekannt, dass eine Energiewende kommen muss, jedoch sind die konkreten Maßnahmen zur Umsetzung umstritten. Enzensberger ist Wirtschaftsingenieur und arbeitet seit rund zehn Jahren im Bereich Energie- und Umwelttechnik. Dabei sieht er die technologischen Herausforderungen zur Reduktion von CO2-Emissionen oder Speicherkonzepte für erneuerbare Energien als geringste Hürde an. Wichtig ist an erster Stelle eine veränderte gesellschaftliche Einstellung. Seine Forderung an die Politik: Ein klares Bekenntnis zur Energiewende. Seine Forderung an die Konsumenten: informieren, reflektieren, aktiv handeln. Durch die Vorstellung von vorbildlichen Projekten ein interessanter Beitrag zum Thema Energiewende.

 

 

3. „Klimasparbuch 2017“

herausgegeben von oekom e.V.

München, Frankfurt, Stuttgart, Mainz, Salzgitter, Emsland, Rheinhessen und viele weitere Kommunen und Regionen machen mit beim der Klimasparbuch-Serie, die von oekom e.V. gemeinsam mit den jeweiligen Städten und regionalen Klimaschutzagenturen jährlich herausgegeben werden. Während das klassische Sparbuch der Banken keine überzeugenden Zinsen mehr bringt, können sich die Erträge aus dem „Klimasparbuch 2017“ schon eher sehen lassen. Denn in diesem Ratgeberbuch für die ganze Familie geht es darum, das Klima zu schützen und zugleich die Hauhaltkasse zu schonen. Neben konkreten Tipps für einen geringen CO2-Ausstoß umfasst das „Klimasparbuch“ auch rund 60 Gutscheine und Rabatte. Je nach Gemeinde können das beispielsweise ein gratis Brot vom Bio-Bäcker, vergünstige Preise bei öko-fairer Bekleidung, kostenfreier Eintritt in relevante Veranstaltungen oder ein vergünstigter Slow Food-Kochkurs an der örtlichen VHS sein. So werden regionale klimaschonende Angebote bekannter gemacht. Eine Idee, die sich hoffentlich bundesweit weiter ausbreitet.

 

 

4. „FAIRreisen“

von Frank Herrmann

Nach seinem erfolgreichen Fairtrade-Ratgeber „Fair einkaufen – aber wie?“ präsentiert Reise- und Umwelt-Experte Frank Herrmann jetzt mit „FAIRreisen“ ein Handbuch für alle, die umweltfreundlich und sozialverträglich die Welt entdecken wollen. Ein ernstes Thema, denn Reisen bildet nicht nur, der Massentourismus der vergangenen Jahre hat ernsthafte Auswirkungen auf Klima, Umwelt und die Bevölkerung vor Ort. Herrmann gibt, unterstützt durch zahlreiche Checklisten und Infokästen, umfangreiche Hintergrundinformationen und Tipps. Damit präsentiert sich das Buch als rundum-sorglos-Paket zur Reisevorbereitung. Angefangen bei der Frage, ob Trekkingkleidung ökologisch und fair produziert wird, über ausführliche Vorstellung von Gütesiegeln im Tourismusbereich, bis hin zur Frage ob eine Kreuzfahrt ökologisch sein kann und wie der CO2-Ausstoß einer Reise kompensiert wird – „FAIRreisen“ lässt keine Frage unbeantwortet. Abgerundet wird das Handbuch durch einen ausführlichen Serviceteil.

 

 

5. „Der leise Atem der Zukunft“

von Ulrich Grober

Ulrich Grober ist vielen Naturfreunden durch sein Buch „Vom Wandern“ bekannt. Darüber hinaus beschäftigt sich der Autor mit den Bereichen Ökologie und Nachhaltigkeit. „Der leise Atem der Zukunft“ beschäftigt sich mit beiden Feldern und spürt dem wachsenden Interesse an nachhaltigen Werten in Krisenzeiten nach, denn immer mehr Menschen befinden sich auf der Suche nach Entschleunigung, Gelassenheit und einem einfachen und sinnvollen Leben.

Ulrich Grober gibt einen optimistischen Reisebericht von seinen sechs verschiedenen Wanderungen durch Deutschland und beschreibt seine Erfahrungen auf philosophische und poetische Weise. Ein Buch mit vielfältigen Denkanstößen.

 

 

 

 

6. „Ökoroutine“

von Michael Kopatz

Routine – kling langweilig, ist aber der einfachste Weg, neue Handlungsmuster im Alltag konsequent umzusetzen. Damit wir wirklich das tun, was wir für richtig halten, denn ein nachhaltiger Lebensstil ist durchaus möglich, wenn das ökologische Handeln zur Routine wird. Es geht also auch ohne tägliche Auseinandersetzung mit Klimakrise, Weltwirtschaft und Massentierhaltung. Ein erfolgreiches Beispiele dafür, dass diese Routine durchaus greift, ist die Mülltrennung. Doch Michael Kopatz bleibt nicht auf dieser einfachen Ebene, sondern zeigt viele einfache politische Vorschläge für alle Lebensbereiche und fordert auch von Seiten der Politik neue Standards. „Ökoroutine“ ist eine inspirierende Lektüre. Autor Kopatz ist Sozialwissenschaftler und befasst sich in seiner Forschung mit den Fragen zur Umsetzung einer Lebensstilwende.

 

 

7. „Denk mal! 2017“

Fesselnde Lektüre.

Fesselnde Lektüre.

von Harald Welzer, Güner Yasemin Balci, Nils Minkmar, Ahmad Mansour, Byung-Chul Han und anderen

Wem für umfassende Sachbücher sowohl Zeit als auch Muse fehlen, kann sich in „Denk mal! 2017“ wiederfinden. Denn das Lesebuch bietet Anregungen und Denkanstöße verschiedener Autoren in Aufsatzlänge an. Durch die Vielfalt auch ein gutes Buch für Einsteiger in die Themenwelt Nachhaltigkeit, für Fortgeschrittene neue Anstöße und Auffrischungen. Immer lesenswert: der Beitrag von Harald Welzer, der mit „Selbst denken“ ein Standardwerk geschaffen hat.

 

 

 

8. Slow Food Genussführer Deutschland 2017/18

herausgegeben von Slow Food Deutschland e.V.

Zum dritten Mal präsentiert der Verein Slow Food Deutschland seinen Genussführer, der jetzt schon das Zeug zum Klassiker hat. Anstelle eines faden Restaurantführers in dem es nur um die Sterne-Auszeichnungen einzelner Gbeliebteste-musterdepots-von-gruenes-geldourmet-Tempel geht, zeigt Slow Food regionale Küche mit guten Zutaten und bietet eine umfassende Warenkunde. Denn der Vereinigung liegt der Erhalt der regionalen Vielfalt besonders am Herzen. Detailliert werden Slow Food-Lokale und ihr besonderes Angebot vorgestellt. Dabei reicht die Bandbreite von traditionellen Lokalen bis hin zu experimentellen Restaurants. Für alle Empfehlungen gilt jedoch: Hier wird serviert, was aus der Region kommt, biologisch erzeugt wurde und in die Jahreszeit passt. Ein Muss für alle, die gerne ausgehen oder sich durch die Beschreibungen inspirieren lassen wollen.

 

 

9. Gelassen Gärtnern

von Charles Dowding

„Gelassen Gärtnern“ nimmt auf unterhaltsame Weise 99 Gartenmythen unter die Lupe, entlarvt oder bestätigt diese und unterhält passionierte Gärtner und Laien gleichermaßen. Der britische Autor Charles Dowding ist Biogärtner erster Sunde und hat bereits mehrere Gartenratgeber verfasst. Ins Reich der Mythen gehört demnach das Entfernen von Blättern am Tomatenstrauch um das Reifen der Früchte zu fördern. Erreicht wird allerdings nur eine intensivere Färbung. Wer also gelassen bleibt und auf das Blätterzupfen verzichtet, hat mehr Zeit – zum Beispiel um im Liegestuhl zu lesen.

 

 

10. „Unter der Erde – Tief im Wasser

von Akesandra Mizielinska du Daniel Mizielinski

Zu guter Letzt noch ein Buchtipp aus dem Kinderbuchregal. Nach dem einschlagenden Erfolg des Landkartenbuch „Alle Welt“ ein neues Werk aus der Feder der beiden polnischen Autoren. Das „Wendebuch“ – es lässt sich von beiden Seiten lesen – führt durch unbekannte Welten, nämlich durch das innere der Erde und in die Tiefen des Ozeans. Eine faszinierende Bilderbuchreise zu Goldminen, der tiefsten U-Bahn der Welt, Vulkanausbrüchen, der Tierwelt am Meeresgrunde und vielen anderen Sehenswürdigkeiten in den Tiefen. Wie sein Vorgänger überzeugt „Unter der Erde – Tief im Wasser“ durch eine liebevolle grafische Gestaltung. Ein wunderschönes und wertiges Buch, nicht nur für Kinder.

 

 

 

 

Wer sich für anspruchsvolle Bücher und Nachhaltigkeitsthemen interessiert, sollte die gleichen hohen Ansprüche auch an seine Finanzen stellen. Grünes Geld bietet nachhaltige Geldanlagen von denen Klima, Umwelt und Menschen profitieren.

 

 

 

Carmen Junker Verfasser des Beitrages:Carmen Junker ist Gründerin der Grünes Geld GmbH und Geschäftsführerin der Grünes Geld GmbH. Carmen Junker:“ Ein Grund mein berufliches Wirken speziell auf die Nachhaltige Geldanlage auszurichten ist, die Welt ein Stück positiver zu gestalten mit den Mitteln und Kenntnissen die mir zur Verfügung stehen. Aus der Verantwortung für die kommende Generation und weil ich selbst noch einige Jahre auf diesem schönen Planeten verbringen möchte“.

 

Slow Food – Entschleunigung auf den Teller

Dienstag, 06. September 2016
Zusammenfassung: Slow Food – Seit 30 Jahren tritt der Verein für den Erhalt traditioneller, saisonaler und regionaler Lebensmittel ein und propagiert Genuss und Achtsamkeit beim Essen gleichermaßen.

 

 

Die neue Entdeckung der Langsamkeit - die Slow Food-Schnecke.

Die neue Entdeckung der Langsamkeit – die Slow Food-Schnecke.

Was ist Slow Food? – Ein Anglizismus für die alte Erziehungsmaxime „Iss langsam?“ oder sind die Kellner in einem Restaurant, das Mitglied der Slow Food-Vereinigung ist, besonders bedächtig bei der Arbeit? Beides falsch – die Slow Food-Bewegung kommt – wenn wundert es – aus dem Land des guten Essens, aus Italien.

 

Natürlich geht es auch um Langsamkeit – aber während im hektische Alltag Langsamkeit unerwünscht ist und vielfach als Bremse angesehen wird, ist sie hier beim Essen erwünscht. Denn die Lebensmittel sollen sich alle Zeit der Welt nehmen, um zu wachsen und zubereitet zu werden. Dass entsprechend eine Mahlzeit auch nicht in Eile aber mit viel Genuss und Achtsamkeit eingenommen wird, liegt dabei quasi auf der Hand. Entschleunigung auf dem Teller!

 

 

„Verein zur Erhaltung der Esskultur“

Gegründet wurde Slow Food 1986 vom italienischen Journalisten und Soziologen Carlo Petrini als „Verein zur Erhaltung der Esskultur“. Seit 1989 ist Slow Food, international aktiv, in Deutschland trat Slow Food als eingetragener Verein 1992 auf den Plan.

 

Gründer Petrini trat in den Anfängen in erster Linie für gutes Essen mit kulinarischen Genuss und ein moderates Lebenstempo ein. Je mehr er sich jedoch mit dem Thema beschäftigte, desto wichtiger wurde für ihn auch Umweltschutz und fairer Handel, denn diese sind unerlässliche Grundlagen für eine bäuerliche Landwirtschaft und ein Lebensmittelhandwerk im ursprünglichen Sinne.

 

Slow Food fördert daher eine verantwortliche Landwirtschaft und Fischerei mit artgerechte Viehhaltung. Außerdem setzt sich Slow Food für das traditionelle Handwerk ein und will die Geschmacksvielfalt der Regionen bewahren. Die Vereinigung versteht sich dazu als Netzwerk, dass Produzenten, Händler und Verbraucher zusammen bringt und weitreichend über Herkunft und Qualität der Lebensmittel informiert.

 

Entsprechend hat Petrini für die Slow Food-Bewegung drei essentielle Merkmale definiert: „Buono, pulito e giusto“ – für eine gute, saubere und faire Esskultur. Diese drei Merkmale müssen bei Slow Food immer zusammen auftreten. Unter einem „guten“ Lebensmittel wird dabei verstanden, dass das Produkt wohlschmeckend, nahrhaft, frisch und gesundheitlich einwandfrei ist. Darüber hinaus soll es sämtliche Sinne anregen und befriedigen. Ein „sauberes“ Lebensmittel muss so hergestellt worden sein, dass es das ökologische System nicht belastet und Schaden an der Umwelt nimmt. Ein „faires“ Lebensmittel steht für eine ausgeglichene soziale Gerechtigkeit, eine angemessene Bezahlung und faire Arbeitsbedingungen von der Herstellung bis zum Handel.

 

 

Entsprechend dieser Ansprüche geht es bei Slow Food um die Erhaltung der regionalen Küche genauso wie um den Erhalt der Vielfalt regionaler Produkte und um die Ernährungssouveränität“, dem Recht jeder Gemeinschaft auf die selbstständige Entscheidung darüber, was angebaut, erzeugt und gegessen wird.

 

Slow Food grenzt sich damit ganz klar vom globalisierten Fast Food, der industriellen Landwirtschaft und den weltweit agierenden Lebensmittelkonzernen ab, die Nahrung jederzeit in beliebiger Menge produzieren und verfügbar machen, dabei jedoch natürliche Prozesse und Makel komplett ausschalten.

 

 

Eine Idee breitet sich aus

Trend- und Zukunftsforscher Matthias Horx hat Slow Food als einen der wichtigsten Trends identifiziert, die zukünftig unsere Ernährung beeinflussen werden.

 

Erhaltenswerte Vielfalt, hier ist das Auge mit.

Erhaltenswerte Vielfalt, hier ist das Auge mit.

Slow Food-Produkte sind authentisch. Lebensmittel werden auf traditionelle Weise hergestellt, sind regional verankert und werden saisonal genossen. Durch Anbau und Verarbeitung in den Regionen wird die lokale Wirtschaft gestärkt. Darüber hinaus entstehen keine aufwändigen Logistikketten und Transportwege. Auch das saisonale Angebot schont die Umwelt, denn Lebensmittel werden nicht über das gesamte Jahr angeboten, sondern dann, wenn sie wirklich verfügbar sind. Entsprechend entfallen energieintensive Kühlanlagen um bestimmte Obst- und Gemüsesorten ganzjährig anzubieten.

 

In Deutschland fand die Slow Food-Bewegung recht rasch viele Anhänger – fast verwunderlich, nimmt die Deutschland in Sachen Esskultur im europäischen Vergleich keinen der Spitzenplätze ein. Zugute kam der Slow Food-Bewegung in Deutschland jedoch das ausgeprägte Umweltbewusstsein.

 

Seit der Formierung der ersten deutschen Slow Food-Gruppe 1992 konnte der Verein bis heute mehr als 13.500 Mitglieder für sich gewinnen. Seit 1996 organisiert sich der Verein in lokalen Gruppen, die durch regionale Genussmärkte und die Slow Food-Messen „Markt des Guten Geschmacks“ in Stuttgart und der „SlowFisch“ in Bremen weiter an Bekanntheit gewinnen konnten. Hinzu kamen vielfältige Projekte, um gutes Essen vielfältig Zugänglich zu machen. So schaffte es der „Ostheimer Leberkäse“ aus der Rhön 2006 in sämtliche Speisewagen der Deutschen Bahn und bewies, dass auch unterwegs einfache und authentische kulinarische Genüsse möglich sind.

 

Internationale Anerkennung erfuhr darüber hinaus das Projekt „Von der Erde bis zum Teller“ wurde als offizielles Projekt der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ ausgezeichnet. 2012 wurde das Slow Food-Projekt zur Sinn- und Geschmacksschulung für Kinder in das UNESCO-Programm für nachhaltige Bildung aufgenommen.

 

 

„Gut Ding will Weile haben“

„Gut Ding will Weile haben und vortreffliche Sachen werden ohne große Mühe und Arbeit nicht erworben“, so heißt es in Grimmelhausens Schelmenroman „Simplicius Simplicissimus“ und so könnte auch ein Leitspruch von Slow Food lauten. Denn bei jeder Mahlzeit wird täglich neu darüber entschieden, wieviel uns unsere Nahrung wirklich wert ist. Uns so ist was wir Essen ein politischer Akt in einer Überflussgesellschaft mit einer breiten Palette von Lebensmittelanbietern, die vom Bio-Hofladen bis zum Discounter reicht.

 

Jede Entscheidung, was gegessen wird, ist eng verknüpft mit Politik, Wirtschaft,  Kultur, Bildung, Landwirtschaft, Gesundheit und Umwelt. Daher ist Slow Food auch nicht einfach als Vereinigung der Genießer sondern vielmehr des verantwortungsvollen Konsumenten zu sehen. Ziel ist es, traditionelle, hochwertige und nachhaltige Lebensmittel zu erhalten. Dabei spielt die Biodiversität eine große Rolle, den vielfältige Reglements aber auch die einseitige Vermarktung spezieller Sorten bringen die Vielfalt von Kultur- und Wildpflanzen genauso in Gefahr, wie den Bestand seltener regionaler Tierrassen.

 

Slow Food widmet sich als Non-Profit-Organisation vielfältigen Themen, die für den Fortbestand, teilweise auch für die Wiederentdeckung der kulinarischen Vielfalt stehen. Mit der „Arche des Geschmacks“ hat Slow Food ein Projekt zur Rettung fast vergessener traditioneller Lebensmittel initiiert. Dabei werden Produkte gezielt bekannt gemacht, denn ohne eine gewisse Bekanntheit ergibt sich keine Nachfrage im markt. Hauptsächlich sind vom Aussterben bedrohte Nutztierrassen und Nutzpflanzensorten „Passagiere“ der Arche. Aber auch fertig hergestellte Spezialitäten werden katalogisiert, um das traditionelle und kulturelle Erbe zu bewahren.

 

 

 

Das aktuelle und breite Themenspektrum von Slow Food zeigt, dass Lebensmittel auch Mittelpunkt des Lebens sind und eine bedeutende Rolle in nahezu allen Bereichen spielen. So stehen neben den quasi klassischen Slow Food-Themen wie nachhaltiger Fischzucht, Kritik an der Massentierhaltung, Lebensmittelqualität und Transparenz der Inhaltsstoffe auch weltpolitische Themen auf der Agenda. Diese reicht von der Kritik am geplanten Transatlantischen Freihandelsabkommen TTIP über internationale Kampagnen gegen „Land Grabbing“, dem Verkauf von Bauernland an Spekulanten und Großinvestoren bis zum Erhalt von gentechnikfreiem Saatgut.

 

Gute Lebensmittel sind eine gute und nachhaltige Geldausgabe. Genauso wie wir durch unseren Konsum die Zukunft der Umwelt steuern, ist es auch durch nachhaltige Geldanlagen möglich, Einfluss darauf nehmen, wie unser Geld sozial- und umweltverträglich eingesetzt wird. Dabei gleichen qualitativ hochwertige Investments hochwertigen Lebensmitteln. Beide sind nachhaltig, sind meist langfristig angelegt und versprechen ein positives Ergebnis.

 

 

Portraitfoto Gerd Junker Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.