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Schlechte Politik sorgt für steigende EEG-Umlage

Dienstag, 18. Oktober 2016
Die aktuell diskutierte Erhöhung der Strompreise wird bei flüchtiger Betrachtung schnell den Erneuerbaren Energien in die Schuhe geschoben. Bei differenzierter Betrachtung fällt auf, dass falsch statistische Zuordnungen die Ursache sind und Erneuerbare Energien langfristig die günstigste Art der Stromerzeugung sind.

 

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Hans-Josef Fell: grüner Kämpfer für die Erneuerbaren Energien. Kritische Beurteilung der Berliner Politik.

Hans-Josef Fell gilt als einer der Väter des Erneuerbaren Energien Gesetzes. Mittlerweile ist der langjährige Bundestagsabgeordnete Präsident der Energy-Watch-Group und kämpft entschlossener denn je für den Wechsel hin zu den nachwachsenden Energieträgern. Ich möchte hier einen denkwürdigen, treffenden Beitrag von ihm unverändert wiedergeben:

 

Erhöhung der EEG-Umlage: Folge falscher Politik

 

Heute wurde die neue EEG-Umlage für das Jahr 2017 bekannt gegeben: 6,88 ct/kWh

 

Kritiker der Erneuerbaren Energien werden nun wieder laut verkünden, der rasche Ausbau der Erneuerbaren Energien sei schuld. Doch gut ist, dass immer mehr Journalisten, wie heute Werner Eckert auf der ARD Homepage, beginnen, sachlich über die Hintergründe zu berichten und sich eben nicht in den fast schon hysterischen Chor der Ökostromkritiker einreihen, wie zum Beispiel BDI Präsident Grillo.

 

Wirtschaftsminister Gabriel hatte groß angekündigt, die Kosten für die Verbraucher gering zu halten. Nun zeigt sich, dass seine Politik versagt hat, die Kostenbremse wirkt nicht und für den Klimaschutz ist die Ausbaubremse sowieso kontraproduktiv. Er verfolgt schlichtweg die falsche Strategie, wenn er auf das Ausbremsen der Erneuerbaren Energien setzt. Doch dies hätte er längst wissen können, denn schon 2014 zeigte sich, dass die Vergütungszahlungen für die Erneuerbaren Energien nur 42% der EEG-Umlage ausmachten. 20% fielen auf Industrierabatte und 23% auf den Rückgang der Börsenstrompreise. 

 

„Gäbe es diese Begünstigung [für die Industrie] nicht, läge die EEG-Umlage heute um 1,4 Cent je Kilowattstunde niedriger.“, schreibt Uwe Nestle. Und weiter: „So tragen beispielsweise 3.000 neu gebaute Megawatt Windenergie an Land mit nur 0,1 Cent je Kilowattstunde kaum zur Steigerung der EEG-Umlage bei.“

 

An der Steigerung der EEG-Umlage ist Gabriel also selber schuld: Der von ihm 2009 veränderte Wälzungsmechanismus und die zu vielen Umlagebefreiungen für die Industrie sind die zwei entscheidenden Posten, nicht der Ausbau der Erneuerbaren Energien. Doch statt die Privatkunden endlich zu entlasten, werden nur weitere Industriezweige begünstigt. Im EEG 2018 muss dies endlich korrigiert werden.

 

Der Anteil der Ausgaben für Strom an den gesamten Ausgaben für den Konsum ist sogar nahezu konstant geblieben. Was soll also die fast schon hysterische Debatte um die EEG-Umlage?

 

Aus der Erneuerbare-Energien-Branche (BEE) kommen nun folgende Vorschläge zur Senkung der EEG-Umlage:

 

  1. Die Industrieprivilegien werden direkt über den Bundeshaushalt und nicht mehr über das EEG-Konto finanziert.
  2. Die Stromsteuer wird in eine CO2-Bepreisung fossiler Stromerzeugung umgewandelt.

 

Diese Vorschläge sind gut. Sollten sie umgesetzt werden, können sie sicherlich zur Beruhigung der Debatte beitragen, damit Deutschland endlich wieder auf den richtigen Pfad kommt: Den steilen Ausbau der Erneuerbaren Energien. Anders sind die vereinbarten Ziele von Paris nicht zu verwirklichen.   

 

Minsk, den 14. Okotober 2016

 

Ihr Hans-Josef Fell

 

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Portraitfoto Gerd Junker Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.

Erneuerbare Energien erhöhen den Strompreis nicht

Dienstag, 15. Februar 2011

Stromkonzerne liegen falsch

Stetig steigen die Preise für Strom. Der Grund dafür ist aber nicht die so genannte EEG-Umlage (Erneuerbare Energien Gesetz EEG). Bei etwa 85% der Strompreissteigerungen zwischen 2000 und 2010 sind andere Faktoren der Verursacher dafür, nicht etwa der gesetzlich festgelegte, von Verbrauchern zu entrichtende Anteil am Ausbau der regenerativen Energien. Dies bewies eine aktuelle Studie des Umweltbundesamtes. Vielmehr hat der Ausbau von Photovoltaik, Windkraft und Co. – welcher durch das Erneuerbare Energie Gesetz (EEG) unterstützt wird – eine Verminderung der Preise an der Strombörse erzeugt.

Der UBA-Präsident Jochen Flasbarth nahm Stellung zum Studienergebnis und meinte, dass das EEG nicht nur wichtig und notwendig für den Klimaschutz wäre, sondern dass es auch ökonomisch sinnvoll ist. Denn wenn jemand bei der Förderung des Ausbaus der erneuerbaren Energien ausschließlich auf einzelwirtschaftliche Kosten achtet, der blendet wesentliche Aspekte aus. Erneuerbare Energien verringern gesamtwirtschaftlich betrachtet Umwelt- und Gesundheitsschäden in Milliardenhöhe. Abschließend meint Jochen Flasbarth dass die Stromerzeugung mit erneuerbaren Energien mittelfristig sogar günstiger am Markt werde, aufgrund der steigenden Preise fossiler Energien.

Viele Stromversorgungsunternehmen erhöhten ihre Preise zu Beginn des Jahres, begründet mit der Erhöhung der EEG-Umlage. Aufgrund der extrem gesunkenen Preise an der Strombörse ist diese Begründung jedoch nicht vertretbar, zumal die Umlage für Strom aus Kraft-Wärme-Kopplung auch leicht abgenommen hatte. Einige Stromversorger teilten den Stromverbrauchern diese Kosteneinsparungen nicht mit.  Dies zeigt auf, dass Maßnahmen von Nöten seien, den Wettbewerb weiter zu stärken.

Solaranlagen

Erneuerbare Energien wie Photovoltaik machen den Strom billiger.

Die UBA-Untersuchung zeigt auf, dass bis zum Jahr 2009 die EEG-Umlage relativ konstant war, in den letzten beiden Jahren jedoch stark anstieg. Der größte Teil dieses Anstiegs ist begründet in den gesunkenen Beschaffungskosten für konventionellen Strom. Flasbarth erläutert, dass wenn die Beschaffungskosten für Strom an der Strombörse sinken, der Abstand zu den gewährten Einspeisevergütungen zunimmt, wodurch unmittelbar auch die EEG-Umlage erhöht wird. Widersprüchlich mag nun wirken, dass auch die erneuerbaren Energien zu niedrigeren Preisen an der Strombörse sorgen und somit auch zur Erhöhung der EEG-Umlage beitragen. Denn da sie die teuersten konventionellen Stromanbieter vom Markt verdrängen, sinkt der Börsenpreis. Dadurch sind die realen Zusatzkosten durch den Ausbau der erneuerbaren Energien geringer als die EEG-Umlage.

Des Weiteren ist der Preisverfall bei der Photovoltaik ein Grund für den Anstieg der EEG-Umlage. Allein von Anfang 2009 bis Anfang 2010 sind um bis zu 34,5% die Großhandelspreise von Photovoltaik-Modulen gefallen. Aufgrund dessen kam es zu einem extremen Wachstum der installierten Kapazitäten und einer überhöhten Unterstützung der Photovoltaik. Aus Sicht des UBA ist aus diesem Grund eine vorzeitige Reduzierung der Einspeisevergütung für die Photovoltaik sinnvoll.


Unsere Empfehlung: Sonnenstrom Alpha

Name Sonnenstrom Alpha
Projektzweck Betrieb von 5 Solarparks im sonnigen Italien
Besonderheit Alle 5 Parks sind bereits am Netz und haben sich die hohen Einspeisevergütungen von 2009 und 2010 für 20 Jahre gesichert
Ausschüttungen 9 % pro Jahr

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Eine andere Studie, die des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin), besagt, dass die EEG-Umlage auch in den folgenden Jahren bis 2020 keine Ursache für Strompreiserhöhungen sein wird. Nach deren Modellrechnung wird sich von 2010 bis 2020 der Preis an der Strombörse inflationsbereinigt nur um 11% auf 4,9 Cent pro Kilowattstunde erhöhen, auch wenn die Preise für Brennstoffe und CO2-Zertifikate steigen werden. Würde kein weiterer Ausbau erneuerbarer Energien stattfinden, wäre ein Anstieg um 20% zu erwarten. Bis 2020 soll sich die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien mindestens verdoppeln. Lediglich die EEG-Umlage als Teil des Verbraucherpreises wird sich nur sehr leicht erhöhen auf 3,64 Cent pro Kilowattstunde. Der Hauptgrund dafür sei die Verringerung der Einspeisevergütung für neue Anlagen aufgrund der Degression. Außerdem, da für jede Anlage nur feste Beträge als Einspeisevergütung gezahlt werden, würde der reale Wert aufgrund der Teuerung sinken.

Die DIW-Experten sind deutlich für die Beibehaltung der Förderung nach dem EEG und für eine Belebung des Wettbewerbs am Strommarkt. Es müssten lediglich die Vergütungssätze, insbesondere für Photovoltaik-Anlagen, noch erheblich gekürzt werden. Auf lange Dauer gesehen müsste die Einspeisung dann stärker an den Bedarf der Verbraucher angepasst werden.

Es ist möglich die Strompreissteigerung deutlich zu verringern, wenn der Wettbewerb läuft und dadurch die geringeren Börsenpreise auch an die Endnutzer weitergegeben werden.

Weitere Informationen hier