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Klimagipfel in Südafrika: Kohlestrom statt Klimaschutz

Samstag, 07. Januar 2012

Ein Blick hinter die Öko-Fassade des Gastgebers bringt bedenkliche Einstellungen zum Vorschein: „Klimaschutz ist etwas für Reiche!“ zur Verfügung gestellt von 8 Stars Capital

Im südafrikanischen Durban findet derzeit der 17. Welt-Klimagipfel statt. Ein Durchbruch gilt als unwahrscheinlich. Doch während das Gastgeberland sich als Opfer des von Industrienationen verursachten Klimawandels darstellt, entsteht nur einige Kilometer weiter ein gigantisches Kohlekraftwerk. Zusammen mit einem weiteren geplanten Megakraftwerk wird es den CO²-Ausstoß des Landes um 10 % erhöhen.

Steinkohle ist das Fundament der südafrikanischen Wirtschaft. Auf der Weltrangliste der Kohleförderung belegt es den 7. Platz, nur in Kanada ist Strom noch billiger als hier. Wie in jeder Klimadiskussion mit Schwellenländern sieht auch Südafrika nicht ein, auf den Billigstrom zu verzichten und damit sein Wirtschaftswachstum auszubremsen, während sich Industrieländer nicht an ihre eigenen Vorgaben halten.

Ein Blick auf die Zahlen zeigt allerdings, dass Südafrika längst nicht mehr zu den Opfern, sondern mit einer höheren Pro-Kopf-Emission als Großbritannien zu den Hauptverursachern zählt – ganz im Gegenteil zu den Nachbarstaaten, welche wirklich keinen Beitrag zur weltweiten Umweltbelastung leisten und den Klimaveränderungen am stärksten ausgesetzt sind.

Derselben Meinung sind auch die größten Emittenten China und Indien, welche sich trotz der Aussicht, unter den Folgen des Klimawandels selbst am meißten leiden zu müssen, an keine Klimavorgaben binden wollen. Das Jahr ist kaum vorüber und schon geraten die Klimakatastrophen 2011 in Vergessenheit. Für ein stetiges Wirtschaftswachstum scheinen die Staatsoberhäupter Dürren, Überschwemmungen oder Wassermangel gern in Kauf zu nehmen.

Ein Klimaabkommen, das wirklich etwas verändert muss langfrstiger ausgelegt sein, als jede Wahlperiode. Es ist also nicht zu erwarten, dass Politiker die dringend benötigte Energiewende selbstlos durchsetzen. Das heißt keineswegs, dass wir alle verloren sind. Es zeigt nur wieder einmal, dass nur wir selbst durch nachhaltiges Handeln eine lebenswerte Zukunft in der Hand haben und auf keine Wunder von Oben hoffen sollten.